bis jetzt isch für mich de fcb es bizz es vorbild gsi, wie me en club sött füehre! bis jetzt... ![]()
Beiträge von snowcat
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nzz heute:
Die grosse NHL zu Gast in der Schweizer Provinz (darum auch nicht in zürich...
)Der Lockout in Nordamerika beschert dem hiesigen Eishockey viele Spieler aus der besten Liga der Welt - auf Besuch bei vier Kanadiern in Kloten, Biel und Langnau. Von Christoph Fisch
Wir warten auf Brooks Laich, die NHL-Verstärkung der Kloten Flyers, am Montag in der Kolping-Arena. Wir wollen ihn nach dem Eistraining abfangen. Als einer der Letzten stakst Laich den Gang runter. «Hi guys», er lächelt. Klar, die «Amis», immer mit «big smile» und immer mediengeil.
Doch halt, Eishockey ist ein bisschen komplizierter. Obwohl die National Hockey League wirtschaftlich heute amerikanisch geprägt ist, ihre Seele ist noch immer kanadisch. Über 50 Prozent der Spieler stammen aus dem Eishockey-Mutterland, weil aber nur 7 von 30 Teams in Kanada zu Hause sind, spielt die grosse Mehrheit im Ausland, in den USA. Laich ist ein «Cap», ein Spieler der Washington Capitals. Jedenfalls dann, wenn die NHL die Spieler nicht ausgeschlossen hat («Lockout»).
Und Laich ist auch nach sieben Saisons in der US-Hauptstadt ein waschechter Kanadier geblieben. Einer, der Sätze sagt wie: «Ich bin in Eishockey verliebt, nicht in die NHL.» Oder: «Ich denke Eishockey, ich spreche Eishockey, ich spiele Eishockey.» Dazu grinst er, und man denkt, wie ein Hinterwäldler. Was nicht etwa abschätzig ist, der Ausdruck «hinterwald» ist in Nordamerika so geläufig wie «kindergarten» und «muesli». Trotzdem passt Hinterwäldler nur bedingt: «Wo ich aufgewachsen bin, gibt's keine Berge, keine Wälder, nur Steppe, meist schneebedeckt.» Wawota, «tiefer Schnee», nannten die Dakota-Indianer das Fleckchen Erde in Saskatchewan, wo Brooks am 23. Juni 1983 auf die Welt kam, als 592. oder 593. Einwohner. Mit fünf Monaten stand er erstmals auf Eis, noch ohne Schlittschuhe, die gab's erst im darauffolgenden Winter.
«Noch am Tag seiner Ankunft wollte er ins Training kommen», erinnert sich Klotens Trainer Tamfal. Es sei alles unkompliziert und spontan abgelaufen mit ihm, «keine Extrawünsche, keine Fragen nach der Wohnung, kein Hund im Schlepptau». Vor zwei Wochen stand Laich einfach plötzlich da, mit einer (grossen) Hockeytasche, einer (kleinen) Reisetasche und (vielen) Stöcken. An der Arbeit sehen wir ihn am Dienstag, im Spiel gegen Biel. Ein Gegner, der Kloten in den letzten Jahren viel Freude, das heisst viele Punkte bescherte: Seit 2008, seit dem Wiederaufstieg der Bieler in die Nationalliga A, blieben alle Punkte tief im Klotener Wald, in der Kolping-Arena. Doch die Ausgangslage präsentiert sich diesmal anders. Kloten weist nach dem Beinahe-Konkurs im Sommer nicht mehr die gleiche spielerische Substanz auf, und beim Gegner spielt Tyler Seguin, wie Laich ein Lockout-Spieler. Zudem sind beide Teams punktgleich.
Trotz der spannenden Affiche machen sich relativ wenige Zuschauer auf den Weg im Dauerregen zur Wald-Arena. Als ob die Zuhausegebliebenen es geahnt hätten: Kloten zeigt eine schwache Leistung, fast nichts passt zusammen bei den Flyers, deren Spiel in besseren Zeiten auch Eisballett genannt wurde. Spiegelbildlich dafür die Performance von Laich: Ein Puck prallt ihm an den Oberschenkel und von dort ins eigene Tor, der Versuch der Wiedergutmachung führt ihn mehrmals auf die Strafbank. Nach dem Spiel treffen wir einen anderen Laich: ohne sein «big smile». «Wie soll ich dem Team helfen, wenn ich 16 Minuten auf der Strafbank sitze?», erhebt er Selbstvorwürfe, verteidigt sich aber gleich selber ein wenig: «Ich muss noch herausfinden, wie weit die Schiedsrichter hier mein physisches Spiel tolerieren.»
Das Eisballett findet auf Bieler Seite statt. Seguin gleitet übers Eis, graziös wie einst Stéphane Lambiel, an den der 20 Jahre junge Kanadier auch mit seinen feinen Gesichtszügen erinnert; doch der NHL-Bieler vergisst ob der Kür die Pflicht nicht - vom Gleiten wechselt er ansatzlos in den Speedbereich, wie früher Didier Cuche, wenn er sich auf seine unvergleichliche Art in den Steilhang der Kitzbüheler Streiff stürzte. Zwei seiner Rushes schliesst Seguin mit einem Traumpass auf seinen Sturmpartner Jacob Micflikier ab, der die Vorlagen zu Toren veredelt. «Hauptsache, wir gewannen», sagt Seguin hinterher, als er aus der Garderobe zum Kurzinterview schlurft, bescheiden, cool, abgeklärt, als hätte er das mindestens schon eintausend Mal gemacht. Und so höflich, als erschiene er zu einem Bewerbungsgespräch. Bewerben muss er sich längst nicht mehr, seit zwei Jahren spielt er bei den Boston Bruins und hat in seiner ersten Saison gleich den Stanley-Cup gewonnen. Tyler Seguin wird die zweite Station sein auf unserer NHL-Tour in der Schweizer Provinz.
«Gut geschlafen, Brooks?» Wir sind wieder in Kloten, am Tag nach dem misslungenen Auftritt der Flyers und insbesondere Laichs. «Nein, aber was soll's, ich bekomme meine Wohnung heute. Kommt ihr mit, guys?» Was wie eine Frage tönt, ist eine Aufforderung. Er ist so froh, nach zwei Wochen im Hotel endlich seine eigenen vier Wände zu bekommen, dass er die Freude gerne teilt; beim gemeinsamen Lunch besteht er darauf, die Sandwiches zu bezahlen. Wir sprechen ihn nochmals auf das missratene Spiel gegen Biel an, wollen wissen, ob ein Spieler wie er, mit der Erfahrung von über 600 NHL-Spielen, eine eigene Routine zur Verarbeitung von Niederlagen hat. «Das Wichtigste ist ein Work-out nach dem Spiel, um das Adrenalin aus dem Kreislauf zu bringen.» Nachher schlafe er normalerweise gut. Aber letzte Nacht sei wohl noch die Aufregung über die neue Wohnung hinzugekommen. «Sie wartet, let's go!»
Er stellt seine zwei Taschen in die komplett möblierte Wohnung und schraubt im nächsten Augenblick eine defekte Glühbirne raus, wundert sich über deren Form und wendet sich schon wieder uns zu: «Was wollt ihr noch wissen?» - «Erzählen Sie uns Ihre beste Tat neben dem Eis», fordern wir ihn auf, denn wir wissen, dass Laich viel gemeinnützige Arbeit leistet und 2010 für seine spontanen Helferdienste mitten in der Nacht bei einer Reifenpanne viel Aufmerksamkeit erhaschte. Doch er erzählt uns eine ganz andere Geschichte, die seines grössten Fans in Wawota, der autistisch ist. «Als ich im Februar 2003 mein NHL-Debüt mit Ottawa gab, wollte er sein Schlafzimmer ganz mit Senators-Fan-Artikeln ausstaffiert haben, von der Bettwäsche über Tapeten, Teppiche, Poster und was weiss ich. Natürlich habe ich ihm das ermöglicht.» Doch Laich wurde nur einen Monat später von Ottawa nach Washington transferiert. «Selbstverständlich wollte er dann nicht mehr in seinem Zimmer schlafen, und ich musste sofort eine Ladung Capitals-Sachen nach Wawota schicken.»
Der Uhren-Fan in Watch City
Bevor wir nach Biel aufbrechen, stellen wir ihm eine letzte Frage. «Was wollten Sie schon immer von Tyler Seguin erfahren?» - «Hm, besser ist, ihr richtet ihm einfach aus, er sei ein richtiger Glückspilz. Ich meine, er gewinnt den Stanley-Cup in seiner ersten Saison. What a lucky dude!»
Den «dude» treffen wir am Mittwochabend im Hotel Elite. Seguin empfängt uns im Art-déco-Bau mit der gleichen Lässigkeit wie am Vorabend im Kabinengang in Kloten. Sein Blick verrät Neugierde und eine Spur Reserviertheit, überstrahlt vom Schalk in den Augen. Ein 20-Jähriger halt. «A kid», wie sie drüben sagen. «A dude», wie Laich sagt. «Und Tyler, sind Sie ein lucky dude?» Seguin lacht, und statt Heldentaten hervorzukramen - von denen es in seiner kurzen Profikarriere schon einige gibt -, gibt er seinem Landsmann erst mal recht. «Ich hatte das Glück, in ein gutes Team zu kommen.» Glück war insofern im Spiel, als die besten Junioren normalerweise von mediokren bis miserablen Teams verpflichtet werden, so will es das Draft-System, zugunsten einer grösseren Chancengleichheit in der NHL. Seguin war als Topskorer der unteren Liga OHL einer der gefragtesten Junioren. Und damit beinahe bei den Toronto Maple Leafs gelandet, dem seit Jahren notorisch erfolglosen Traditionsteam. Doch die Leafs luchsten Boston einen «fertigen» Spieler ab und überliessen den Bruins ihr Recht, als zweite Mannschaft einen Junior zu ziehen - und schon war Tyler Seguin, 18-jährig aus Hampton im Grossraum Toronto, ein Boston Bruin. «Im Team der big bad Bruins», sagt er zwei Jahre später immer noch fast ungläubig.
Statt Bruins nun Biel, statt ruhmreicher «Boston Garden» die baufällige Bieler Eishalle, statt dem 2,06-m-Captain Zdeno Chara der 1,73-m-Captain Mathieu Tschantré. Kurz: statt in einer der sportverrücktesten Städte der Welt in der Provinz. «Es ist schon anders hier, sehr anders», gesteht Seguin, der nichts von Biel wusste, als er hierher kam. Nicht einmal, dass es die Uhrenstadt, die Watch City of Switzerland, ist. Dabei ist er wie viele Sportler vernarrt in Uhren, er trägt ein Schweizer Modell, leicht protzig und unübersehbar. «Ich kaufte sie mit meinem ersten NHL-Lohn.» In Biel will er sich nach einer weiteren umsehen. Dafür wird sein Lohn nicht reichen, denn wie alle Lockout-Spieler ist er nicht des Geldes wegen in die Schweiz gekommen, sondern um Spielpraxis zu bekommen. In seinem Fall erhält man immerhin eine Vorstellung davon, was für Rechnungen die von den meisten Klubs offerierte «Kost und Logis» verursachen kann. Denn er lässt uns auf sein Hotelzimmer, obwohl er sich nicht vorstellen kann, was es für uns da zu entdecken gibt. «Und es ist unordentlich.»
Das ist es. Wir sehen, was wohl jeder Elternteil sieht, wenn er ins Zimmer des mit dem Erwachsenenlebens flirtenden Juniors blickt. Und dabei denkt: Wohnt hier unser Sohn oder ein Rockstar? Nun, bei Tyler ist eher Letzteres der Fall. Die Fans, vor allem die weiblichen, lieben ihn. Und er liebt die Fans, vor allem die weiblichen. Auf Twitter hat er fast 200 000 Follower, für einen Eishockeyspieler eine stolze Zahl. Mit ihnen verkehrt Seguin offen, ohne Berührungsängste, ja fast intim. Ein Tweet-Bild seiner Schwester zeigt, wie die beiden skypen - er leicht bekleidet im Bett. «Die Fans sind schliesslich der Grund, dass wir diese guten Jobs haben. Auf Twitter kann ich ihnen etwas zurückgeben.» Er schreibt aber auch Sätze wie: «Was dich nicht umbringt, macht dich stärker - daran glaube ich nicht. Stärke kommt von guten Dingen, Familie, Freunde, Zufriedenheit.» Und Eishockey natürlich: Seine Eltern spielten beide Eishockey, sein Vater war zehn Jahre lang sein Coach, und seine beiden jüngeren Schwestern versuchen, übers Eishockey ein Stipendium an einer guten Uni zu bekommen.
Tylers «Stipendium» ist wie gesagt ein «Sackgeld» in Biel. Doch er hat praktisch schon ausgesorgt: Sein Vertrag mit Boston wurde im Sommer aufgrund seiner phänomenalen Leistung in der zweiten Saison (Topskorer der Bruins) verlängert, ab nächster Saison verdient er 4,5 Millionen Dollar, und das sechs Jahre lang. So kann er den Fokus unbesorgt ganz auf den Sport richten, und da gibt's im Leben eines NHL-Spielers nur das eine Ziel: den Gewinn des Stanley-Cups, in seinem Fall den Gewinn des nächsten Cups. Und damit das Erleben der nächsten Stanley-Cup-Sieger-Party, die bei den big bad Bruins 2011 big und expensive war, Champagner im Wert von über 150 000 Dollar soll geflossen sein. Mitten drin: Tyler Seguin, 19-jährig, «under age», das heisst offiziell zu jung, um überhaupt in einem Nachtklub anwesend zu sein.
Champagner ist für eine Nacht, der Champions-Ring für die Ewigkeit. Diesen Ring, der in allen nordamerikanischen Profi-Ligen die Sieger von den Verlierern trennt, bewahrt Seguin sicher in einem Safe auf. «Ich habe ihn vielleicht dreimal getragen, einmal zur Graduation-Feier meiner Schwester.» Den Ring liebe er über alles, «ich würde ihn nicht für zwei Millionen Dollar hergeben». Wo denn der Safe sei?, fragen wir ohne Hintergedanken. «Glaubt nicht, dass ich das verrate!»
Zesiger und seine Zwillinge
Wir spüren nicht Tylers grössten Schatz auf, sondern ziehen am Donnerstag weiter ins Emmental. In Langnau warten gleich zwei Lockout-Spieler, standesgemäss im «Hirschen». Wir haben uns gut vorbereitet, denn die Begegnung ist ein Sprung ins kalte Wasser - Jared Spurgeon und Tyler Ennis haben wir seit ihrer Ankunft in der Schweiz weder getroffen noch spielen gesehen. Kommt erschwerend hinzu, dass die beiden wie Zwillinge sind: gleich alt (23), gleiche Herkunft (Edmonton), gleiche Teams (11 Jahre lang), gleiche Grösse (1,75 m), gleiches Auftreten (Baseballmütze). Die Liste kann beliebig verlängert werden. Beide mussten aufgrund ihrer Grösse lange unten durch, obwohl sie eigentlich immer besser waren als ihre grösseren Altersgenossen. Als 14-Jährige wurden sie deswegen beide aus ihrem damaligen Team geworfen. «Da mussten wir uns neuen Mut zusprechen, aber wir wussten, dass wir das Zeug für die NHL hatten», sagt Ennis. Und Spurgeon: «Viele Grossgewachsene haben Angst auf dem Eis. Wir nicht. Unser Spiel ist quick und smart.»
Eine klare Message. Bei den Minnesota Wild (Spurgeon) und den Buffalo Sabres (Ennis) ist sie angekommen, in zwei Saisons haben sie sich einen Stammplatz als Verteidiger bzw. Stürmer erkämpft. Und nun sind sie in Langnau - natürlich als «Doppelpack», so wie während ihrer Kindheit in Edmonton. Das passt allen Involvierten - den Tigers, weil sie so nur eine Wohnung zur Verfügung stellen müssen, den Spielern, weil sie alte Zeiten aufleben lassen können. Alte Zeiten mit Extras: Spurgeon hat mittlerweile Frau und Kind, beide sind ebenfalls in Langnau. «Ich bin ihr zweites Kid», scherzt Ennis, «und lasse mich durchfüttern.»
Sie passen ins Emmental, keine Frage. Obwohl sie drüben in stattlichen Städten spielen, fühlen sie sich noch als Kids aus Alberta - «unsere Provinz ist sehr rural, genau wie das Emmental, nur hat's hier ein paar Hügel mehr als in Edmonton», sagt der eine, und wir wissen einen Moment lang nicht, ob Tyler oder Jared. Wie bei Zwillingen halt. «Jared ist der mit der grünen Jacke», hilft uns Ruedi Zesiger, der Geschäftsführer und Sportchef der Tigers, auf die Sprünge. Und der mit der grünen Mütze also Tyler. Wir kommen uns vor wie Greenhorns im Tal der vielen Kühe. Zesiger hat's einfacher, er hat ja auch Erfahrung mit Zwillingen - mit Claudio und Sandro Moggi spielen sogar eineiige bei den Langnauern. Zesiger kümmert sich rührend um das neue «Doppelpack» (und uns), er begleitet sie (und uns) durch den ganzen Nachmittag, inklusive Vorbesichtigung der neuen Ilfishalle, die heute in einer Woche eröffnet wird.
Die Spieler zeigen sich beeindruckt von der Halle, obwohl sie viel grössere und modernere Stadien gewohnt sind. Doch sie scheinen zu spüren, dass in Langnau etwas nicht Alltägliches passiert dieser Tage. Und dass sie ein Teil davon sind. Vor allem auf die Heimspiele vor den eigenen Fans freuen sie sich, denn wegen des Umbaus treten die Tigers erst am 20. Oktober erstmals zu Hause an. Ennis und Spurgeon sind auch so angetan von der hiesigen Fankultur; dass viele ihre Mannschaft sogar an Auswärtsspiele begleiten, ist für sie eine neue Erfahrung.
Omen im Doppelpack
Neue Erfahrungen machen die beiden am Laufmeter. Erstmals in der Schweiz, erstmals auf den breiteren Eisfeldern, aber auf eine Premiere hätte Ennis gerne verzichtet: In Ambri am letzten Samstag schoss er aufs Tor, der Puck wurde abgelenkt und traf den Teamkollegen Lukas Haas voll im Gesicht, flog von da Joël Genazzi vor den Stock, der das Tor zum 1:0-Sieg erzielte. «Ich sah Lukas blutüberströmt am Boden, den Puck im Tor - und war hin und her gerissen zwischen Freude und Schock», erinnert sich Ennis, und noch immer steht ihm der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Da wusste er noch nicht, wie gravierend sich Haas verletzt hatte: Kieferbruch und drei Zähne ausgeschlagen. «Und das alles an meinem Geburtstag. Es tut mir so leid für Lukas.»
Er findet sein Lachen wieder und erzählt, dass er schon als Junior in einem Tigers-Team spielte. «Mit den Medicine Hat Tigers gewann ich die Western Hockey League. Ich hoffe, das ist ein gutes Omen.» Wir liefern noch ein gutes Omen nach, eines genügt nicht für ein Doppelpack. «Wusstet ihr, dass der Urgrossvater des Quarterbacks Ben Roethlisberger hier aufwuchs?» Beide schauen verwundert drein. «Ja, in Lauperswil», ergänzt Zesiger. «Das Ortsschild habe ich gesehen», sagt der eine, «cool», der andere. Tyler und Jared oder war's erst Jared und dann Tyler? Wir versprechen Besserung - bei einem der nächsten Tigers-Spiele wird die unverzeihliche Wissenslücke geschlossen.
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nzz heute:
Kein erbaulicher Abend in der Arena des Leaders
Die ZSC Lions unterliegen Genf/Servette 2:4
Die Zürcher finden kein Mittel, den Gegner dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Genf/Servette glänzt nicht mit feiner Klinge, bleibt aber souveräner Leader.
Ulrich Pickel, Genf
Der HC Genf/Servette meistert auch die Hürde ZSC Lions und festigt seine Position als souveräner Leader der Tabelle. Dabei hätte noch bei Saisonbeginn vor einem Monat kaum jemand darauf gewettet, dass die Affiche Genf/Servette - ZSC Lions nach einem Fünftel der Qualifikation der Spitzenkampf in der NLA sein würde. Im Falle der Zürcher ist dies weniger überraschend, der Meister hat auf dem Papier noch einmal etwas an Talent und Ausgeglichenheit zugelegt.
Wuchtiger Genfer Sturm
Die Servettiens hingegen zeigen einen in dieser Intensität überraschenden Höhenflug. Sie wurden in der letzten Saison zum zweiten Mal seit dem Aufstieg 2002 in die Play-outs verbannt. Seither hat die Equipe von Chris McSorley ihr Gesicht verändert - und der Kanadier hat einmal mehr sein Geschick in Sachen Personalpolitik bewiesen.
Besonders der im Vorjahr zahnlose Sturm ist wie verwandelt. Die zusätzliche Muskelmasse und Spielintelligenz zahlen sich aus. Kevin Romy, Cody Almond und Julian Walker haben sich bestens integriert, dazu hinterlässt der Lockout als willkommenes Supplément seine Spuren (Logan Couture, Yannick Weber). McSorleys Gemisch repräsentiert nicht die hohe Schule der Eishockey-Ästhetik, dafür umso mehr das zupackende Handwerk nach traditioneller nordamerikanischer Sitte.
Doch auch damit lassen sich Punkte gewinnen, was diesen Herbst zum ersten Mal auch die ZSC Lions erfahren mussten. Sie hatten Mühe, ins Spiel zu kommen, und kassierten bereits nach elf Sekunden mittels Penalty das 0:1. Danach erarbeiteten sie sich dank zwei Powerplay-Toren bis zur Spielmitte eine 2:1-Führung und schienen die Partie immer besser in den Griff zu bekommen. Mit etwas Pech (Eigentor Seger zum 2:2), unnötigen Strafen (Maurer vor dem Genfer 3:2) und ein paar Unkonzentriertheiten brachten sie dann aber den Gegner ins Spiel zurück und sich selber um den Erfolg. Dank Coutures 4:2 in der 47. Minute nach sattem Schuss, den er im Slot abgeben konnte, war der Erfolg des Leaders in trockenen Tüchern, auch wenn die Gäste danach enormen Druck aufsetzten.
Am Bauchgefühl kann es nicht gelegen haben, dass die Zürcher den Spitzenkampf verloren. Sie waren vielmehr mit guten Erinnerungen an die Rhone gereist. Das hatte mit ihrem letzten Besuch zu tun. Am 23. Dezember kamen sie zu einem Erfolgserlebnis, wie es selbst in der Weihnachtszeit nicht alltäglich ist: Sie gewannen 4:3 nach Penaltys, nachdem sie weniger als zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit beim Stand von 2:3 noch zu dritt gegen fünf Genfer auf dem Eis gestanden waren. Seger hatte damals mehr Glück, ihm gelang das 3:3 in doppelter Unterzahl.
Am Sonntag im Retro-Look
Im kommenden Dezember werden wohl weder Genfer noch Stadtzürcher den Strichkampf hautnah erleben. Dies war aber so ziemlich der einzige Trost, den die Lions diesmal mit nach Hause nehmen konnten. Am Sonntag haben sie immerhin bereits die nächste Gelegenheit zur Rehabilitation - und sie können erst noch einem ihrer treuesten Anhänger ein Geschenk in Form von drei Punkten machen. Die Partie gegen den EHC Biel nehmen sie zum Anlass, mit Retro-Shirts den 80. Geburtstag der noch immer aktiven Zürcher Radio-Legende Walter Scheibli zu feiern.
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Zitat von virus
transportiert mich die bahn jetzt nicht mehr, wenn ich mit meinem 1. klass ga in der 1. klasse sitzend (mit fcz shirt und 10-pack) an ein auswärtsspiel des fcz fahre?
voll durchdacht, das ganze!

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frühling 2017 / 1,5 jahre nach der fusion
der bisher ungeschlagene leader zürich united 15 spielt gegen den bisher ebenso ungeschlagenen zweitplatzierten fc basel. der fcz und gc fusionierten 2015 zu zürich united 15 und leisten sich nun ein 42 millionen sfr. budget. die finanziellen und strukturellen probleme sind alle gelöst im zürcher profi fussball. das schmucke 19’000-er fussballstadion ist gebaut, man steht sportlich und wirtschaftlich auf augenhöhe mit dem fc basel. die fussballseele in unserer stadt ist also endlich wieder im lot! oder etwa doch nicht?
folgende szene spielt sich in der 9. meisterschaftsrunde der saison 17/18 in der fifa arena in zürich ab. vater marc sitzt mit seinem 10-jährigen sohn lukas auf der tribüne (lukas kam übrigens am 13. februar 2007 zur welt, also genau 9 monate nach dem 13. mai 2006…
):lukas: „du papi, ich ha im internet gläse, dass züri united scho mal im championsleague halbfinal gsi isch, glaubs 1977.“
vater: „nöd ganz lukas, das hät meistercup gheisse und isch de fc züri gsi, nöd züri united.“
lukas: „ah, dänn isch züri united aber de schwizer rekordmeischter?“
vater: „nei, dass sind die andere gsi. grasshoppers händs gheisse. vo de no existierende verein sind das jetzt aber basel und servette mit je 17 meistertitel.“
lukas: „wo sind dänn de fcz und grasshoppers hüt?“
vater: „die händ fusioniert im jahr 2015 und heissed ebe zürich united 15. aber das weisch ja…“
lukas: „stimmt, klar. aber händ dänn die mannschafte so wenig zueschauer gha, dass die fusiodingst händ?“
vater: „fusioniert heisst das. es gaht, de fcz hät öppe en 10’000-er schnitt gha und die andere au um die 7'000.“
lukas: „hm, dänn sött züri united aber immer öppe 17'000 lüt im stadion ha! vorher händs grad uf de linwand iblendet, dass hüt aber nume 13'271 zuschauer da sind. und de schnitt isch doch au nume bi öppe 7000. warum isch das dänn eso?“
vater: „will d’fuessball bosse, hauptsächlich ökonome vo bruef, die glich rechnig wie du gmacht und eifach 1 und 1 zäme zellt händ. bi dene hät das dänn 2, bi dir 17'000 geh.“
lukas: hä? wieso bi dene? 1 und 1 git doch 2! chume nöd druus was meinsch!“
vater: „klar rechnerisch stimmt das scho! aber die gschide und vernünftige chöpf händ i de euphorie ganz vergässe, dass gschicht, tradition, emotion, verwurzelig, identität, gfühl, liedeschaft etc. kei mathematischi variable sind! und dass darum 1 und 1 mängisch halt au nume 0,4 git!“
lukas: „chume immer nonig drus…und usserdem häts doch immerhin 13'000 im stadion.“
vater: „ja klar, will öppe 5000 basler da sind!“
lukas: „was sind ökonome?“
vater: „das sind gschidi und knallhärt rechnendi mensche. oft sogar grossi chefe i de wirtschaft.“
lukas: „und die händ das alles nöd chöne vorus säge, wänns doch eso gschid sind?“
vater: die händ ebe nume de wirtschaftlich nutze gseh. weisch, die ökonome vergliched immer alles mit de wirtschaft. dete häts für sentimentalitäte au kei platz. s’ziel isch immer gwünnmaximierig. i de wirtschaft mag das ja meischtens funktioniere. dass aber im fuessball so es künstlichs konstrukt kä sau meh vo de alte fans interessiert, händs eifach ignoriert oder wahrschinli druff ghofft, dass um so meh neui fans is stadion chömet. weisch, meh so seriösi, weniger verruckti und agfresseni. nöd so ultras seich! das aber d’fan kurve praktisch leer blibt, mit dem händs wahrschinli scho nöd grad grechnet! und dass so gschichte im normalfall öppe 1 generation bruuchet bis si funktioniered, händs au eifach überseh oder überseh welle, wer weiss das scho!“
lukas: „schöni weichbecher! händ dänn das alli gmeint, isch niemer gege die fusion gsi?“
vater: „oh doch! sehr viel lüt sind dägege gsi oder händ sich mit dem gedanke zumindescht nöd chöne afründe. es sind aber mehrheitlich die ganz normale fans gsi, wo mit vill herzbluet a ihrne clübs ghanget sind. aber das sind ebe nöd die gsi, wos grosse geld und somit säge gha händ. wer zallt, befiehlt. isch scho immer eso gsi!“
lukas: ja so! duuuu, wie lang isch e generation?
vater: „öppe 20-25 jahr“
lukas: „dänn mues ich jetzt also mind. 20 jahr warte, bis ich ähnlichs dörf erlebe wie du damals: stimmig im stadion uns so?“
vater: „wänns ganz beschisse lauft, ja.“
lukas: „du weisch doch papi, am päde sin vater isch st. galler. die gönd jedes fcsg samschtig heimspiel live go luege. segi huere geil, immer über 15'000 zuschauer und e riesestimmig. sie wänd mich au emal mitneh. döfi???“
während lukas bereits eine woche später in der afg arena auf der tribüne sitzt, macht sich marc gleichzeitig mit seinem kumpel aus alten zeiten, stevie, einen gemütlichen dvd abend. sie schauen sich das spiel basel-fcz vom 13. mai 2006 an, bekiffen und besaufen sich vor lauter nostalgiefrust komatös. kurz bevor pescu in der 93. minute den ball zum 2:1 einschiebt, erwacht marc glücklicherweise aus seinem albtraum…mit einem guinessbuch verdächtigen nachbrand!
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Zitat von Mitsch 2006
folge wird sein, dass dann statt zwei vereinen nur einem verein das geld fehlt...
das glaub ich nöd emal. zumindescht am afang nöd. da wär gnueg chole ume. d'frag isch, ob's au zuschauer hetti im stadion...e fankurve gäbts uf jede fall nüme! zumindescht keini wo grösser wär als die vom fc vaduz.
Zitat von Mitsch 2006mathematische logik vergisst sachen wie emotionen, traditionen und weitere einflussfaktoren
das isch genau de springendi punkt! allerdings isch es halt au eso, dass geld meh gwicht hät als irgendwelchi emotione oder nostalgischi gfühl.
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Zitat von Mushu
Schön, dass langsam auch noch bedeutendere Leute als Mushu das Hirn einschalten ...
Ist wohl der einzige Weg in eine erfolgreiche Zukunft von Fussball-Zürich ...
rational betrachtet sicher! aber de pris isch verdammt höch: en retorteverein, wo öppe di gliche emotione uslöst wie de fc brütiselle...
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Zitat von larlf
isch def. so!
...wobie, wänn ich liesä, dass sie bi eus über CL-ienahme redet, dänn befürcht ich, dass die vernünftige lüüt eher bim fcz sind & mir bald zwangsabstiege werdet.
wänns bi de ch-verein immernonig gmerkt händ, dass cl teilnahm e usnahm isch, dänn sinds def. am falsche ort. (siehe bisel das jahr)
wobi basel scho mit 3-4 cl teilnahme i 10 jahr rechne chan. im gegesatz zu de zürcher clubs händ die alles wos brucht dezue. und budgetiere tüends amigs ja nur mit el. und das isch definitiv realistisch. -
Zitat von LarryAlles anzeigen
Zum Glück gibt es noch Sven Hotz!
Der wird einer Fusion NIE zustimmen!
Aber sein Leben wird nicht ewig dauern....
Ich bin klar gegen eine Fusion, aber wenn ich mir das vorstelle dann nur so:
Das neue Team heisst z.B. "Zürich United" und spielt in rot.
Jegliche Erinnerung an FCZ und GC muss verschwinden.
Ich nehme aber an, dass dann aber auch die Südkurve und die Hopperskurve verschwinden wird und auf der Tribüne nur noch ein paar "vernünftige" Leute hocken werden......
Die kühlen Rechner (mit dem Messer am Hals) beim FCZ vergessen die Emotionen!
Und noch etwas: Der FCZ kommt im denkbar ungünstigsten Moment, als klammer Bittsteller.
No Deal!

für eimal bini i jedem punkt mit dier einig! stop! nöd ganz! als zürcher club darf, nein muss man natürlich weiter in blau weiss auftreten. rot würden die vertreter aus niederhasli nicht akzeptieren, schliesslich sind rot weiss die urfarben des fcz! kompromiss: blau, weiss, rot! und überhaupt: wer will dänn scho fusionere...lieber de fcz i de nlb go luege! und wänns im utogrund isch! :razz: -
us de hütige nzz. wie allerdings eine zusammenarbeit aussehen soll, ist mir ein rätsel. realistisch gesehen gibts doch nur 2 szenarien: ist-zustand oder fusion.
sie wänd doch tatsächli nur no 1 saisoncharte verchaufe! an mushu...
im ernst: was de canepa seit, hat natürlich was: «Wenn man es rein rational anschaut, ohne Emotionen, dann könnte eine Zusammenarbeit aus wirtschaftlichen Gründen einen Sinn ergeben.»s'problem isch, dass es susch gfühlti 318 gründ gege e fusion git, aber de einti grund geld viel meh gwicht hät...
mit eim einzige satz s'pack us niederhasli sehr treffend analysiert, herrlich!: «Bloss weil GC in den letzten Wochen ein paar Spiele gewonnen hat, hocken die jetzt plötzlich wieder auf dem hohen Ross», meint ein Kenner dieser Vorgänge.
GC lässt Gespräche mit dem FCZ platzen
Stadtzürcher Fussballvereine brüten über einer engeren Zusammenarbeit - bis hin zur Fusion
Schlechte Finanzlage, drohende Defizite und der Neubau des Stadions Hardturm weichen die Fronten auf beiden Seiten auf.
Felix E. Müller
Die Sitzung war auf Dienstag um 7 Uhr 15 angesetzt. Ort: Städtisches Verwaltungszentrum Werdstrasse. Teilnehmer: die Spitzen der beiden Zürcher Vereine GC und FCZ sowie Vertreter der Stadt Zürich. Traktandum: Unterzeichnung eines «letter of intent» über die offizielle Aufnahme von Verhandlungen über eine Zusammenarbeit der beiden Grossklubs.
Nur: Die Sitzung fand nie statt. Sie wurde in letzter Minute abgesagt, weil es sich die Vertreter der Grasshoppers in letzter Sekunde anders überlegt hatten. «Bloss weil GC in den letzten Wochen ein paar Spiele gewonnen hat, hocken die jetzt plötzlich wieder auf dem hohen Ross», meint ein Kenner dieser Vorgänge. «Doch mit ein paar gewonnenen Spielen löst keiner der beiden Klubs seine strukturellen Probleme.»
Strukturelle Probleme umschreibt mit schönen Worten eine simple Tatsache: Beide Klubs haben zu wenig Geld. Im Moment ist dies im Fall des FCZ offensichtlicher: Nicht weniger als 8,6 Millionen Franken Verlust machte der Klub im Geschäftsjahr 2010. FCZ-Präsident Ancillo Canepa und der Vorstand reagierten darauf, indem sie für die neue Saison das Budget auf rund 20 Millionen senkten. Doch auch damit lebt der Verein über die Verhältnisse. Der «Sonntags-Blick» meldete vor einer Woche: «Um die kurzfristige Liquidität zu sichern, hat der FCZ bereits Transferrechte einzelner Talente an eine englische Investmentfirma verkauft.» Der Nennwert der Aktie wurde von 10 Franken auf 1 Franken 40 heruntergesetzt. Jetzt läuft eine Erhöhung des Aktienkapitals von 1,4 Millionen auf 4,2 Millionen Franken.
Teurer GC-Campus
Das ist jedoch nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Dringend benötigt der Verein bessere Trainingsbedingungen. Eine grosse Juniorenbewegung, eine wachsende Frauensektion beanspruchen die sportliche Infrastruktur über Gebühr. Doch die Pläne für einen Trainings-Campus Heerenschürli in Zürich Schwamendingen mussten mittlerweile wegen fehlender Mittel auf Eis gelegt werden; auch eine Finanzierung durch Bankkredite erwies sich als unmöglich. Jetzt liegt ein Gesuch auf dem Tisch der Stadt Zürich, das Projekt mithilfe der öffentlichen Hand zu stemmen. Zu alldem kommen enttäuschende sportliche Leistungen der 1. Mannschaft, was zusätzliche Unruhe in den Verein bringt.Nur vor einem Jahr steckten die Grasshoppers in der gleichen Situation. Ohne die reglementarische Zurückstufung von Xamax Neuenburg und Sion wäre der Abstieg in die Challenge League Tatsache geworden. Finanziell gelang es dem vorübergehend als Sanierer geholten Urs Linsi vor zwei Jahren, mit dem neu gebildeten Owners Club wenigstens eine solide Kapitalbasis bis 2014 zu formieren. Doch dann folgte die desaströse letzte Saison, die den Rekordmeister viel Goodwill kostete. Es erwies sich etwa als unmöglich, einen neuen Leibchensponsor zu finden. Schliesslich sprangen zwei Mitglieder des Owners Club mit je 500 000 Franken in die Bresche.
Doch auch mit all diesen Massnahmen steht das gegenwärtige Budget von 17 Millionen auf wackeligen Füssen. Der Jahresabschluss 11/12 per Ende Juni 2012 weist einen Verlust von rund 500 000 Franken aus, trotz ausserordentlichen Transfererlösen von 2,3 Millionen. Gegenüber dem geplanten «Nullergebnis» ohne Transfer-Erträge stellt dieses Ergebnis eine Verschlechterung von 2,8 Millionen dar. Somit beginnt die Rechnung der neuen Saison mit einem Verlustvortrag von einer halben Million. Dazu hat die Anbindung des Spielers Veroljub Salatic grössere, nicht budgetierte Kostenfolgen. Und auch die gegenwärtige Siegesserie ist aus finanzieller Hinsicht nicht ohne Wermutstropfen, weil die Siegesprämien viel höher sind als erwartet.
Auch bei GC lasten strukturelle Probleme schwer auf dem Verein, insbesondere der Campus in Niederhasli. Dieser verschlingt 2,5 Millionen pro Jahr, einen substanziellen Teil des regulären Budgets. Deshalb sind die Hoppers momentan nicht einmal mehr in der Lage, den dringend nötigen Ersatz eines Kunstrasenfelds im Betrag von 350 000 Franken zu finanzieren. So hat auch dieser Spitzenverein bei der Stadt angeklopft mit der Bitte um Unterstützung. Übrigens nicht zum ersten Mal: Die Stadt besitzt heute bereits zwei Fussballfelder des GC-Campus.
Das momentane sportliche Hoch bei den Grasshoppers sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aussichten für die Zeit nach 2014 umwölkt sind. Einige der Owners werden dannzumal abspringen, Nachfolger müssen zuerst gefunden werden. Zwar hat der neue Präsident André Dosé einen schönen Anreiz, um neue Mittel aufzustöbern. Er erhält nämlich vertraglich eine fixe Provision auf alle Sponsorgelder, die er generiert. Aber ob dies genügt, um den künftigen Finanzbedarf des Vereins zu stillen, ist fraglich. Zudem: Wenn intern bereits von möglichen Einnahmen aus der Champions League gesprochen wird, verlässt man den Bereich seriöser Finanzplanung definitiv.
Wen überrascht es da, dass beide Vereine immer wieder bei der Stadt auf der Matte stehen mit der Bitte um Unterstützung. Diese anerkennt zwar die positive Rolle der Fussballvereine gerade in der Nachwuchsförderung, tendiert aber zu einer Gesamtschau, weil sie genug hat von punktuellen Hilfsmassnahmen. Deshalb begrüsst und befördert sie die Annäherung der beiden Klubs. Von deren Wohlergehen ist sie schliesslich direkt betroffen, weil dies Einfluss hat auf die Pläne für ein neues Fussballstadion im Hardturm.
Am 24. Oktober will das Hochbaudepartement das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs vorstellen. Dabei sind die Kosten ein wichtiges Thema. Ursprünglich plante die Bauherrin mit einem Betrag von 135 Millionen. Als das Sportamt aber dem Druck der FCZ-Fans nachgab und zwei getrennte Fankurven plante, schnellten die Kosten auf 150 Millionen hoch. Doch auch nach der zweiten Wettbewerbsrunde «verfehlte das Trio das Kostenziel wieder», schreibt die NZZ am 19. September. Wenn heute der Sprecher des Hochbaudepartements sagt, die 150 Millionen seien «kein Kostendach», sagt er im Kern, dass das Stadion noch teurer werden könnte.
Eine Fusion der beiden Vereine zöge logischerweise den Verzicht auf eine der beiden Fankurven nach sich; die Kosten würden schlagartig um 15 Millionen sinken. Das dürfte die Chancen des Projekts in einer Volksabstimmung verbessern, zumal der städtische Haushalt jetzt in die roten Zahlen rutscht und deshalb der Kostenaspekt bei Abstimmungen wichtiger werden dürfte.
Nüchterne Rechner im FCZ
Im Stadthaus heisst es deshalb, beide Vereine sollten jenseits aller emotionalen Wallungen eine nüchterne Überlegung anstellen: Ist es möglich, in Zürich auf die Dauer zwei Spitzenklubs auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis zu führen? Die Frage stellen heisst sie verneinen. In den Führungsetagen beider Vereine gibt es Leute, die aus diesen Gründen einer engen Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion nicht mehr abgeneigt sind. Eine Machbarkeitsstudie des Beratungsunternehmens Deloitte soll eine Kosten-Nutzen-Analyse einer Fusion vornehmen.FCZ-Präsident Canepa hat der NZZ kürzlich gesagt: «Wenn man es rein rational anschaut, ohne Emotionen, dann könnte eine Zusammenarbeit aus wirtschaftlichen Gründen einen Sinn ergeben.» Canepa muss es wissen: Er hat im selben Interview enthüllt, dass er in den letzten sechs Jahren gegen zehn Millionen in den Klub versenkt hat. Auch jetzt ist er massgeblich an der laufenden Kapitalerhöhung beteiligt. Und im Verwaltungsrat sitzen etwa mit Gregor Greber und dem Sanierer Hans Ziegler Leute, die sicher eines können: nüchtern rechnen.
Bei GC war es ähnlich. Der Verwaltungsrat hat den Auftrag erteilt, eine Fusion zu prüfen. Doch der Owners Club ist gespalten, auch wenn bis vor kurzem die Befürworter einer Annäherung eher das Übergewicht besassen. Mit der jüngsten Siegesserie hat sich das allerdings geändert. Nur so kann man das Fernbleiben von der Sitzung am vergangenen Dienstag interpretieren. Das letzte Wort ist damit aber sicher noch nicht gesprochen. Denn bei beiden Vereinen fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Und scheitert das neue Stadion an der Kostenfrage, dürfte die Stadt Zürich für längere Zeit fussballerisch gesehen kleine Bälle schieben.
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us de hütige nzz. schinbar tatsächlich e never ending story...

Neues Stadion im Hardturm
Was lange währt, könnte auch scheitern
Anfang 1999 lanciert der damalige Stadtpräsident Elmar Ledergerber den Plan, auf dem Hardturm-Areal ein Grossstadion für 30 000 Zuschauer, kombiniert mit einer kommerziellen Mantelnutzung, zu bauen. Drei Jahre später liegt ein originelles Projekt vor: Die Zürcher Architekten Meili und Peter planen einen fünfeckigen Bau. Am 7. September 2003 werden in einer Volksabstimmung der Gestaltungsplan sowie eine finanzielle Beteiligung der Stadt von 47 Millionen Franken bewilligt. Darauf eröffnen Anwohner einen gnadenlosen juristischen Abnützungskrieg gegen das Vorhaben, bis schliesslich Mitte 2009 die Landbesitzerin Credit Suisse und die Stadt klein beigeben und das Projekt beerdigen.
Die Stadt gibt darauf bekannt, nun eine reine Fussballarena ohne kommerzielle Mantelnutzung zu planen sowie eine grosse Überbauung mit Wohnungen und Bürogebäuden. Die Kosten für das Stadion werden mit 100 Millionen Franken beziffert. Am 12. Februar 2010 kauft die Stadt der CS das Grundstück für Stadion und Wohnüberbauung für 50 Millionen ab. Damit ist sie allein für das Vorhaben zuständig. Allerdings ist im Vertrag vorgesehen, dass die CS nach zehn Jahren das Land wieder zurückkaufen kann, falls bis dann kein Stadion steht.
Im Sommer 2010 werden die Eckwerte des neuen Projekts präsentiert: Das Stadion kostet nun 128 Millionen, die Wohnüberbauung wird auf 85 Millionen veranschlagt. Doch die Kosten für das Stadion steigen weiter: auf 135 Millionen. Dann gibt das Sportamt dem Druck primär der FCZ-Fans nach und sieht entgegen der ursprünglichen Planung neu zwei getrennte Fankurven vor. Auch werden wieder Stehplätze geplant, was den Vorschriften für internationale Spiele widerspricht. Deshalb zieht die Fifa einen versprochenen Beitrag von 20 Millionen zurück. Der neue Hardturm erfordert nun 150 Millionen; zudem ist mit höheren Betriebs- und Sicherheitskosten zu rechnen, auch zulasten der Klubs.
Am kommenden 24. Oktober wird das Siegerprojekt des Wettbewerbs vorgestellt. Es stammt vom Aargauer Büro Burkard Meyer. Offensichtlich gelingt es keinem Architekten, die geforderten 150 Millionen einzuhalten. Diese Kostenentwicklungen plus die stetig steigenden Betriebskosten dürften den Widerstand gegen das Vorhaben vergrössern. Dieses muss nun vom städtischen Parlament genehmigt werden, danach vom Volk. Sollten dann noch Rekurse eingehen, wird es zeitlich enorm knapp.
Scheitert auch der zweite Versuch, im Hardturm eine Fussballarena zu bauen, dürfte der Standort ausgespielt haben. In den Schubladen der städtischen Ämter ruht für diesen Fall ein Plan B: der Umbau des Letzigrunds zu einem Fussballstadion. Felix E. Müller
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Zitat von snowcat

mit dene news, dörfti de weg für de obama wieder frei sie, trotz sim uninspirierte uftritt die wuche. müemer halt bis 2016 uf de dude warte! :razz: -
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the dude!
wäre ich in den usa wahlberechtigt, meine stimme hätte er auf sicher!

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Zitat von sloggi
ich will gar nix behaupten, ich zähle nur die zuschauerzahlen der beiden vereine (in etwa im schnitt) zusammen, wovon, wie gesagt, nur eine minderheit stimmberechtigt ist. nix anderes! das ist derjenige teil der stimmberechtigten, der bei einem ja profitiert, der rest bezahlt nur. auch wenn wir nochmals das dreifache an sympathisanten dazuzählen, ist das immer noch eine deutliche minderheit.
aber es ist ja nicht so, dass immer die selben 20'000 zuschauer anwesend sind. darum ist die zahl der regelmässigen, aber auch gelegentlichen bis seltenen in der stadt zürich stimmberechtigten matchbesucher, bedeutend höher, als von dir vermutet. im stadtzürcherischen fussballverband sind 56 mannschaften angeschlossen. wenn auch sicher die hälfte aus nationalitätsgründen nicht wahlberechtigt sind, so sind alleine aus diesem umfeld tausende von stimmen zu holen.in relation zum städtischen budget von mehreren milliarden jährlich, sind die 150 millionen verteilt auf mehrere jahre auch nicht sooooo viel. und die jährlichen aufwendungen für das stadion schon gar nicht. darum: gut verkauft, wird dieses stadion angenommen. auch die hallenstadion renovation wurde hauptsächlich wegen dem aushängeschild zsc angenommen. und ob dieser verein beliebter ist als die fussballclubs...bzw. der fussball?
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Zitat von sloggi
ja, aber die sind nicht so viele. beide clubs hoch gerechnet 20000, und davon eine minderheit wahlberechtigt.
du willst aber nicht allen ernstes behaupten, dass von 400'000 einwohnern nur 20'000 fussballbegeisterte bzw. mindestens sympathisanten dieses sports sind?in der stadt zürich sind 220'000 personen stimmberechtigt. wenn um die 40 prozent wählen gehen, sind das ca. 90'000 personen. es gilt also, 45'000 von diesen zu überzeguen. das ist durchaus machbar.
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Zitat von sloggi
darum geht es nicht! es geht um die parteienlandschaft, die ein solches projekt unterstützen soll. und da gilt: ist rechts dafür, so ist links dagegen (und umgekehrt).
die parteienlandschaft sieht das schon so. aber: da es in den parteien viele fussball fans hat, wird das parteidenken bzw. wahlempfehlungen von parteien nur eine marginale rolle spielen bei dieser abstimmung. die empfehlungen werden allenfalls noch von den nicht fussballinteressierten beachtet. die fussballfans wollen (endlich) ein richtiges fussballstadion in zürich. egal ob woz oder nzz leser! -
Zitat von sloggiAlles anzeigen
wie gesagt, ich glaub da nicht so recht daran, denn es gibt durchaus argumente gegen das/die stadionprojekt(e)
- notorische neinsager gibt es mittlerweile viele, tendenz steigend. ist bei dem politischen gebaren in diesem land/stadt auch nicht weiter verwunderlich.
- es wird wohl in der gegenwärtig aufgeheizten stimmung ein politikum werden. ist die svp (und ev. die fdp, je nachdem ob es dem kapital was nützt oder nicht) dafür, ist der rest dagegen und umgekehrt. und der rest in in dieser stadt die mehrheit
- es gibt bereits zwei neue/rennovierte stadien und eine dringlichkeit ist für nicht-fans nicht gegeben.
- fussball/hockey ist zur zeit nicht gerade hoch angesehen bei der breiten bevölkerung. du weisst, warum.
- viele fans, die spiele besuchen, werden nicht stimmberechtigt sein, da sie nicht in der stadt wohnen
- 2x 150 mega sind sehr viel geld, und da sonst überall gespart werden soll .... die zeiten werden härter, und das vielleicht schneller als man denkt.
- ausser für die clubs und deren fans ist für niemanden ein vorteil ersichtlich (ok, für die fdp-ler die die stadien bauen, ist natürlich auch gesorgt), da ja keine weiteren nutzungen dazu kommen
das einzige, was dafür spricht, ist, dass in zürich in der jüngeren vergangenheit nahezu jeder objektkredit durchgeht, aber eben (siehe oben) ...
die links/rechts abstimmungsgewohnheiten kommen bei einem fussballstadion wohl nur bedingt zum tragen. ist fussball doch in erster linie emotion, egal in welcher politischen ecke man steht. und bei emotionsgesteuerten entscheiden ist man schneller bereit - gegen jede sonstige vernunft - einem riesenbetrag zuzustimmen. zudem wird das stadion für zwei clubs gebaut, welche - zumindest von der tradition her - genau die beiden politischen pole abdeckt. das zünglein an der waage dürften die nicht gross fussballinteressierten sein. diese gilt es im abstimmungskampf zu überzeugen. und es bleibt noch 1 ganzes jahr zeit!