Zitat von Mushu
Das ist ja das Schöne am Recht. Du findest für fast jede Ausgangslage Anwälte, die behaupten, die Rechtslage sei so, während der andere Gelehrte behauptet es sei anders. Wir beide sind da fast wie Statler und Waldorf ....
herrliche vorstellung, wir zwei auf dem balkon…

zum thema recht - zumindest in diesem fall - ein ausschnitt aus der heutigen „der sonntag“:
Wer ist mächtiger? Sepp Blatter oder Christian Constantin? Wir neigen dazu, Sepp Blatter die grössere Macht zuzusprechen. Schliesslich hat seine Fifa die Schweizer Fussballfunktionäre dazu gezwungen, sich vor ihm in den Staub zu werfen und Christian Constantins FC Sion mit der absurdesten und jenseits aller Verstandesgrenzen liegenden Strafe zu belegen: minus 36 Punkte. Hier geht es nicht mehr um Recht und Gesetz. Hier geht es nur noch um pure Machtausübung. Macht vor Recht. Kann man also mächtiger sein als Fifa-Präsident Blatter?
hier noch aus der „nzz am sonntag":
Mit dem Punkteabzug dürfte dem Willen der Fifa wohl Genüge getan sein. Offiziell lässt sie lediglich verlauten, den Entscheid zur Kenntnis genommen zu haben und sich im Januar zu äussern. Abzusehen ist, dass der FC Sion den Punkteabzug vor dem Internationalen Sportgerichtshof (TAS) anfechten wird. Dass die Walliser dort nicht ohne Chancen sind, dass das Strafmass abgemildert werden könnte, liegt an der wackligen Begründung, mit welcher der SFV seine Sanktion erklärt. Zunächst vermischt die Strafe zwei unterschiedliche Wettbewerbe, indem sich ein Vergehen im Cup auf die Meisterschaft auswirkt. Das irritiert. Denn im Cup darf der FC Sion weiterspielen. Zweitens ist das Strafmass insofern willkürlich, als statutarisch lediglich 12 Punkte als Höchststrafe festgeschrieben sind. Der ZV lässt Notrecht walten; die Strafe pauschalisiert ungebührliches Verhalten ohne Augenmass für den Inhalt der Vergehen. Der ZV hätte per Notrecht und ohne Rücksicht auf die eigene Disziplinarkommission auch zwanzig oder hundert Punkte abziehen können.
Zitat von Mushu
Ich finde es gut so, und ich bin relativ zuversichtlich, dass das zu einer Endlösung führen wird. Die Strafe ist so hart und klar umschrieben, dass Sion vielleicht sogar vor dem CAS (Sportgericht) gewisse Zugeständisse erreicht. Diese würden die FIFA akzeptieren, wenn Sion klug ist, sie auch. Denn eigentlich wäre - nicht nur aus meiner Sicht, wenn man den Kommentar im Blick hört - auch ein Ausschluss durchaus gerechtfertigt gewesen. Und das hätte dann keinen Handlungsspielraum mehr erlassen.
was bitte schön soll an dieser strafe hart und klar umschrieben sein? im gegenteil: diese strafe ist ein regelrechter steilpass für cc/sion. sie ist derart absurd, willkürlich und rechtswidrig, dass selbst ein schimpanse als anwalt zukünftige prozesse gegen dieses urteil vor gericht locker gewinnen würde.
das du mit blick artikeln argumentierst, erstaunt mich einerseits sehr, erklärt aber anderseits deine doch sehr spezielle sichtweise in diesem fall. dazu noch ein ausschnitt aus der heutigen „nzz am sonntag“:
Dass im «Blick» Constantin ein weiteres Mal für unzurechnungsfähig erklärt und der Ausschluss des FC Sion aus dem Schweizer Fussball gefordert wird, ist wenig überraschend. Seit Monaten macht das Zürcher Boulevardblatt Stimmung gegen Constantin, weil dessen juristische Kämpfe das Bild einer schönen, sauberen Liga stören. Der «Blick» ist via Ringier indirekt mit dem Teleclub als neuer TV-Rechte-Inhaber verhängt.
Zitat von Mushu
Erstmals seit langem kann ich die Verbandsheini loben.
dieses aussage kann ich mit aller phantasie nicht nachvollziehen. du lobst leute, welche für ein urteil verantwortlich sind, welches gegen die grundsätze eines rechtsstaates in massivster art und weise verstösst? ein urteil, dessen einziger zweck der befriedigung des boulevards und der temporären beruhigung der situation, sprich der teilnahme vom fcb an der cl, dient? ein urteil welches:
1. dem angeklagten die anhörung verweigert hat
2. die strafe vermischt, indem sich ein vergehen im cup auf die meisterschaft auswirkt. sie dürfen aber im cup weiterspielen! hallo?!? sind neu nicht nur die fankurven, sondern auch der verband ein rechtsfreier raum?
3. gegen die eigenen verbandsstatuten verstösst, in welchen ein punkteabzug von 12 punkten als höchststrafe festgeschrieben sind.
habe ich etwas verpasst, haben wir letztes jahr das nordkoreanische recht übernommen? 
das verhalten des verbandes erinnert an komplett überforderte eltern, welche die kinder immer mehr oder weniger gewähren liessen ohne sie wirklich zu erziehen. nun wird man den kindern nicht mehr meister und bestraft diese - auf massiven druck von aussen - mit 27-jährigem hausarrest und ebenso langem tv verbot und merkt dabei nicht einmal das man sich soeben zu einer in zukunft noch handlungsunfähigeren marionette gemacht hat. auf den aktuellen fall übertragen: einer marionette von der fifa und von cc!
aus der heutigen „nzz am sonntag“:
Dass es 36 Strafpunkte sind, entspricht laut Liga-Präsident Schifferle dem Willen der Fifa. «Die Fifa liess uns keinen Handlungsspielraum, wir mussten die Forderung erfüllen», sagte Schifferle. Dies sei dem SFV in Gesprächen mit der Fifa unmissverständlich klargemacht worden. Im Ultimatum war jedoch nie von einer konkreten Punktzahl die Rede, lediglich von der Möglichkeit von Forfait-Niederlagen oder - unbestimmtem - Punkteabzug. Indem der SFV so tut, als hätte er kein Urteil gefällt, sondern nur das von der Fifa vorgegebene Strafmass vollstreckt, lenkt er von den eigenen Versäumnissen ab und gibt subkutan die Verantwortung der Fifa. Sollte die harte Strafe, die den FC Sion in der Meisterschaft vom dritten auf den letzten Platz zurücksetzt und ihn mit fünf Minuspunkten in die Rückrunde starten lässt, vom TAS oder von einem anderen Gericht revidiert werden, soll die Fifa und nicht der SFV als Verlierer dastehen.
und genau um das gehts doch im endeffekt!
ein sms von constantin an die medien nach der urteilsverkündung: „Der Unterschied zwischen dem Verband und einem Zug besteht darin, dass der Zug anhält, wenn er entgleist."
wo er recht hat... :roll:
gruess roli c.