Garrett Roe könnte selbiges bewerkstelligen wie Roman Cervenka
Bei den SCL Tigers hofft man auf den Cervenka-Effekt
Garrett Roe läuft in der kommenden Saison im Emmental für die SCL Tigers auf. Seine Zeit in der Schweiz weist viele Parallelen mit jener von Lakers-Topshot Roman Cervenka auf. Aus diesem Grund haben wir diese für euch zusammengetragen.
Parallelen zwischen den beiden Imports
Roman Cervenka lief zu Beginn seiner Zeit zuerst für den HC Fribourg-Gottéron auf, wo er sich in den Fokus der Lions spielte. So wechselte er nach zwei Jahren in Fribourg nach Zürich. In seiner ersten und dann auch einzigen Saison im Trikot der ZSC Lions erkrankte der Tscheche schwer. Aufgrund einer Lungenembolie kam er in der Saison 2018/19 nur zu 26 Saisoneinsätzen. Nach seiner Krankheit glaubte man bei den Lions nicht mehr daran, dass Cervenka auf das alte Niveau zurückkehren kann, weshalb man ihn Richtung Rapperswil-Jona ziehen liess.
Ähnlich sieht es bei Garrett Roe aus. Der amerikanische Center oder Flügelspieler lief zuerst zwei Jahre für den EV Zug auf, ehe er zu den Lions wechselte. Im Vergleich zu Cervenka trug Roe während den letzten vier Jahren den Löwen auf der Brust. Aber auch er fehlte den Lions mit Verletzungen und war zuletzt gar überzählig. In der Saison 2021/22 setzte ihn ein Kieferbruch ausser Gefecht, in der abgelaufenen Saison hatte Roe einige Spiele aufgrund einer Oberkörperverletzung verpasst. Von Rikard Grönborg erhielt Roe auch nicht mehr die gleiche Rolle, wie er sie zu seinen besten ZSC-Zeiten hatte. Somit ist seine geringere Punkteausbeute und seine abnehmende Wichtigkeit zu erklären. In den letzten drei Saisons absolvierte der 35-Jährige jeweils weniger als 40 Spiele in der Regular Season. Nach vier Spielzeiten wurde Roes Vertrag in Zürich nicht mehr verlängert, weshalb er nun von den SCL Tigers unter Vertrag genommen wurde.
Cervenka-Effekt auch bei Garrett Roe?
Es sind aber noch weitere Parallelen zwischen den beiden Imports vorhanden. Beide sind überaus gute Punktesammler und spielen auf derselben Position. Roe sammelte in seinen bisher sechs Jahren in der Schweiz knapp einen Punkt pro Spiel (226 Spiele, 203 Punkte). Cervenka seinerseits steht ohne sein Engagement bei den Lakers gar bei einem Schnitt von gut einem Punkt. Seinen Schnitt konnte er während seiner Zeit in Rapperswil gar noch steigern und steht nun bei fast 1,2 Punkten pro NL-Partie. Auf diesen Effekt hofft man auch bei den Tigers, denn es gilt Marc Michaelis, der zum EVZ gewechselt ist, zu ersetzen. Er sammelte in der abgelaufenen Saison 39 Punkte.
Bei den Lakers ist Roman Cervenka nach seiner Zeit bei den ZSC Lions so richtig aufgeblüht und hat massgeblichen Aufschwung an den Leistungen der Lakers in den letzten Jahren. Bereits in seiner zweiten Saison am Obersee schaffte man es in die Pre-Playoffs. Diese überstand man und stiess bis in den Playoff-Halbfinal vor. Auch in den letzten beiden Saisons schaffte der SCRJ die Playoffquali. In der abgelaufenen Saison wurde man in der Qualifikation Dritter und darf nun sogar in der Champions Hockey League antreten.
Auf eine solche Entwicklung hofft man wohl auch bei den SCL Tigers. Schon eine Qualifikation für die Pre-Playoffs würde man im Emmental als grossen Erfolg werten. Mithelfen soll dabei Garrett Roe, der seine Qualitäten in der National League bereits unter Beweis gestellt hat. Der schnelle Schlittschuhläufer spielt bevorzugt auf der Centerposition, was aber in der abgelaufenen Saison oft nicht mehr der Fall war. So stellte ihn der Trainer auch auf dem linken Flügel auf. Man darf wohl davon ausgehen, dass er bei den Tigers wieder auf seiner bevorzugten Position eingesetzt werden wird. Denn der abgewanderte Marc Michaelis bekleidete ebenfalls die Centerposition.
Perfekte Ergänzung im Offensivspiel
Auch im Powerplay zeigt Roe immer wieder seine Qualitäten. Nicht vornehm nur als Goalgetter, sondern viel mehr als Puckverteiler gelingt es dem 35-Jährigen immer wieder, seine Nebenleute brillant in Szene zu setzen. Somit könnte er Aleksi Saarela und Harri Pesonen, die beiden Scharfschützen und Powerstürmer im Team, mit Pucks versorgen, welche diese dann in gefährliche Torabschlüsse ummünzen könnten. Ebenfalls spannend scheint, dass die Tigers bisher nur finnische Imports im Team hatten und Roe der erste Nicht-Finne sein wird, der in der kommenden Saison das Trikot von Langnau tragen wird.
Im Emmental erträumt man sich bei Roe, der einen Einjahresvertrag unterschrieben hat, dass er mithelfen kann, wieder ein Wörtchen um die (Pre-)Playoffs mitzureden. Auch da findet sich eine weitere Parallele zwischen den beiden Stürmern. Cervenka hatte vorerst auch nur für ein Jahr bei den Lakers unterschrieben. Sollte Roe eine ähnliche Entwicklung machen wie Cervenka, werden wir ihn wohl mehr als nur eine Saison bei den Tigers sehen. Sollte es nicht gelingen, wäre es für Roe wohl die letzte seiner sieben Saisons auf Schweizer Eis, wovon man aber momentan nicht ausgehen kann.