Juho Lammikko unter der Lupe
Ein schneller Finne, der durch seine Entschlossenheit zu überzeugen weiss
In der National League werden in der kommenden Saison zahlreiche neue Import-Spieler zu bestaunen sein. So auch bei den ZSC Lions, die Anfang August ihr Ausländer-Sextett mit Juho Lammikko aus Finnland komplettiert haben. Ihn wollen wir nun etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Seine Karriere begann beim finnischen Team Ässät Pori, wo er die Nachwuchsstufen durchlief. Dabei wusste der variabel einsetzbare Stürmer früh zu überzeugen und konnte mit 17 Jahren sein Debüt in der finnischen Liiga feiern. Damals, in der Saison 2013/14, stand Lammikko 20mal für die erste Mannschaft von Ässät auf dem Eis und sammelte einen Scorerpunkt. Seine Entwicklung wurde auch von NHL-Scouts beobachtet und im Sommer 2014 wurde er von den Florida Panthers in der dritten Runde an insgesamt 65. Stelle gedraftet.
Daraufhin zog es ihn sogleich nach Nordamerika, wo er fortan das Trikot der Kingston Frontenacs in der kanadischen Juniorenliga OHL trug. In seiner ersten Saison kam er in 68 Partien auf 46 Scorerpunkte. Die Saison 2015/16 war dann etwas speziell, denn Lammikko wechselte zurück nach Pori, wo er fünf Spiele für Ässät absolvierte und zwei Tore schoss, bevor er wieder nach Kanada wechselte und sich erneut den Frontenacs anschloss. Nach einer guten Saison mit 62 Scorerpunkten in 68 Partien kam er anschliessend noch zu seinem ersten Einsatz in der AHL bei den Portland Pirats. Das Highlight 2016 dürfte für ihn aber ganz klar der Gewinn der Goldmedaille an der U20-WM gewesen sein.
Lammikkos Kampf um Spielzeit in der NHL
Zwischen 2016 und 2019 folgte dann ein zäher Kampf um Einsätze in der besten Liga der Welt. Vorerst stand er während zwei Jahren bei den Springfield Thunderbirds in der AHL im Einsatz. In 106 Partien kam er dabei auf 14 Tore und 25 Vorlagen. In der NHL musste er sich aber weiter auf sein Debüt gedulden. Dieses folgte in der Saison 2018/19, als ihn die Florida Panthers für 40 Spiele in die beste Liga der Welt beorderten. Dabei kam Lammikko insgesamt auf sechs Assists. Den restlichen Teil der Saison verbrachte er in der AHL. Damals spielte er aber bereits mit Denis Malgin zusammen, welcher den umgekehrten Weg geht und sein Glück erneut in der NHL versucht.
Das grosse Highlight 2019 war für den Stürmer aber erneut ein Erfolg mit der Nationalmannschaft. An der WM in der Slowakei wurden die Finnen nämlich Weltmeister. Im Final bezwangen sie die Kanadier mit 3:1. Ein gewisser Harri Pesonen machte mit dem Tor zum 3:1 in der 55. Minute alles klar.
Auf die Saison 2019/20 hin folgte dann die Rückkehr in die finnische Liga, wo er neu für Kärpät Oulu auflief. Insgesamt absolvierte er 57 Partien und kam auf 51 Zähler, bevor es Lammikko nach Russland zu Metallurg Magnitogorsk zog. In der KHL absolvierte der Finne aber nur 22 Partien, bevor er zu den Florida Panthers in die NHL zurückkehrte. Dabei kam er in 44 Spielen auf vier Tore und einen Assist.
Auf die letzte Saison hin wurde Lammikko dann zu den Vancouver Canucks getradet und gehörte dort zu den Stammspielern des Teams. Insgesamt kam der 26-Jährige auf 75 Partien für die Canucks. Dabei erzielte er sieben Tore und kam auf acht Vorlagen. Nach der Saison in der NHL folgte dann der nächste Erfolg mit der Nationalmannschaft, war doch Lammikko auch beim Weltmeistertitel in der Heimat ein Teil des Teams.
Nun hat er sich aber dafür entscheiden, seine Zelte in Nordamerika abzubrechen und nach Europa zurückzukehren. Da wird er, wie bereits erwähnt, das Trikot der ZSC Lions tragen.
Was dürfen die ZSC Lions von Juho Lammikko erwarten?
ZSC-Sportchef Sven Leuenberger kündigte den finnischen Neuzugang in der Medienmitteilung folgendermassen an: "Juho ist mit 1.90 Meter ein grossgewachsener Spieler und guter Läufer, der die Gegner mit seinem Speed unter Druck setzen kann. Er ist stark am Bully, ein prädestinierter Boxplay-Spieler und er geht nicht nur im Powerplay dorthin, wo es weh tut. Seine Qualitäten sind wichtig für uns, zumal sich bei Justin Azevedo keine schnelle Rückkehr abzeichnet."
In den diversen Scouting Reports, tönt es sehr ähnlich. Vor allem auf seine Geschwindigkeit wird immer wieder hingewiesen. In der NHL wurde Lammikko fast ausschliesslich in den sogenannten "Checking-Linien" eingesetzt. Das zeigen auch seine Scorerpunkte auf, die in der besten Liga der Welt nicht wahnsinnig präsent waren. Das soll aber nicht heissen, dass er für Zürich kein toller Scorer werden kann. Da reicht ein Blick auf die Saison 2019/20, als er in Finnland in 57 Partien auf 51 Zähler kam. Vor allem wenn er seine Position im Powerplay der Lions findet, kann er zu einem wichtigen Punktesammler avancieren.
Zudem wird bei ihm auch immer wieder erwähnt, dass er über einen ausgeprägten Kampfgeist verfügt und sehr entschlossen ans Werk geht. Wir dürfen also auf seine Auftritte im Trikot der Lions gespannt sein.