Es laufen gleich 15 Verträge aus
Auf die Saison 2022/23 bahnt sich ein spannendes Goalie-Karussell an
Die National League Teams bereiten sich momentan auf die neue Saison vor. Die meisten Sportchefs haben noch das eine oder andere Loch im Kader zu stopfen. Trotzdem hat die Kaderplanung für die Saison 2022/23 längst begonnen und da könnte es zu einigen spannenden Wechseln kommen, vor allem auf der Position der Torhüter bahnt sich ein Karussell an.
Blicken wir nämlich auf die Torhüter, die ins letzte Vertragsjahr gehen, dann kommt man auf insgesamt 15 Goalies. Dabei sind die ZSC Lions, die SC Rapperswil-Jona Lakers, der EHC Biel-Bienne, die SCL Tigers, der Lausanne HC und der SC Bern gleich doppelt betroffen. Das schreit also regelrecht nach Clubwechseln.
Welche Teams können, bzw. wollen, beide Torhüter halten?
Zuerst müssen wir abklären, wie es überhaupt um die Zukunftsaussichten der einzelnen Torhüter steht. Beginnen wir bei den ZSC Lions, da ist die Situation schon sehr spannend. Zum einen ist da Ludovic Waeber, der auf die letzte Saison hin neu zu den Zürchern gestossen ist und sogleich seine Ambitionen klar machte. Lukas Flüeler kam nicht in Fahrt und hatte mit Verletzungen zu kämpfen. Aus der Ferne würde man momentan schätzen, dass bei den Lions eher auf Waeber gesetzt wird. Doch Flüeler hat in der Organisation einen hohen Stellenwert, führte er den "Zett" doch zu drei Meistertiteln. Sven Leuenberger wird sich hier viele Gedanken machen müssen, denn beide Torhüter werden den Anspruch haben die Nummer 1 zu sein.
Dieses Szenario ist bei keinem der anderen fünf Mannschaften gegeben, bei denen zwei Torhüter vor dem letzten Vertragsjahr stehen. In Bern ist Manzato der Mentor von Wüthrich, in Biel hat van Pottelberghe die Nase gegenüber Paupe vorn, bei Rapperswil-Jona ist der Fall zwischen Nyffeler und Bader ebenso klar, wie bei den Tigers zwischen Punnenovs und Zaetta. Auch bei Lausanne hat Östlund keine Ansprüche Stammkraft zu sein, steht ihm doch nicht nur Stephan, dessen Vertrag ausläuft, sondern auch Boltshauser vor der Sonne.
Die drei weiteren Torhüter, deren Vertrag ausläuft sind übrigens Stefan Müller vom HC Lugano, Connor Hughes vom HC Fribourg-Gottéron und Luca Hollenstein vom EV Zug. Während die ersten beiden Goalies kaum als Stammkraft verpflichtet werden, könnte Luca Hollenstein der Auslöser des Karussells sein. Der Youngster ist hinter Leonardo Genoni längst zu einem guten Torhüter herangewachsen und könnte nach einer weiteren Saison als Back-Up bei einem anderen Team die Chance als Stammtorhüter erhalten. Denn in seiner Situation muss man sich schon die Frage stellen, ob er bis 2024 in Genonis Schatten stehen will.
Das Potenzial für viele Clubwechsel bei Torhüter ist also gegeben und das Spannende daran ist, dass im Vergleich zu den letzten Karussells vor allem bei jungen, hungrigen Goalies die Verträge auslaufen. Bei ihnen stehen die Chancen auf Abgänge noch etwas grösser, da sie evtl. zu einem Club wechseln wollen, der auf sie setzt. Es gibt aber auch Torhüter wie Nyffeler, die vielleicht zu einem grösseren Team wechseln möchten.
Es wäre also keine Überraschung, wenn sieben bis acht Torhüter in der Saison 2022/23 für einen neuen Club spielen werden.