15.02.2013
Lehtonen: ''Kann das Spiel kaum erwarten''
Mit Mikko Lehtonen haben die ZSC Lions einen Mann verpflichtet, der trotz seiner erst 25 Jahre schon viel erlebt hat. Er spielte in seiner Heimat (Blues), in der NHL (Boston Bruins) und der AHL (Providence Bruins), dann in Schweden (Skelleftea) und zuletzt in der KHL (Severstal Cherepovets). Nun will er bei den ZSC Lions durchstarten. slapshot.ch sprach mit ihm und wollte von Sportchef Edgar Salis wissen, was Lehtonen dem Team bringen kann.
''Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht!'' Die Freude von Mikko Lehtonen ist förmlich spürbar, als wir mit ihm sprechen.
Die Neuerwerbung der ZSC Lions, die bislang aufgrund einer Schulterverletzung zuschauen musste, wird am Freitag für seinen neuen Klub beim Auswärtsspiel in Rapperswil debütieren.
Salis dämpft die Erwartungen
Doch was darf man vom Mann, den die Lions aus der KHL von Seversal Cherepovets übernommen haben, überhaupt erwarten?
''Sicher keine Wunder'', dämpft Sportchef Edgar Salis die Erwartungen. Da Lehtonen während vieler Wochen keinen Ernstkampf bestreiten konnte, werde ihm der Rhythmus klar fehlen.
Offensiv eine Wucht - und defensiv?
''In zwei bis drei Wochen können wir mehr sagen'', so Salis vorsichtig. Wir wollen es dann aber doch genauer wissen und fragen den sympathischen Finnen selbst.
Wo liegen ihre Stärken? Gerne spricht Lehtonen nicht über sich, ''das sollen andere machen'', sagt er. Dann erklärt er doch noch: ''Ich bin ein hart arbeitender Torjäger, einigermassen schnell und habe glaube ich einen guten Zug aufs Tor.'' Und: Er hat mit seinen 1.94 m und 93 Kg eine ordentliche Wasserverdrängung.
Und die Schwächen? ''Die wird man hoffentlich nicht sehen'', sagt der 25-Jährige. Wir versuchen es mit folgender Frage: Stimmt es, dass die Arbeit in der eigenen Zone nicht zu Ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört? Lehtonen schmunzelt und erklärt vielsagend: ''Auch das muss man machen.''
Lehtonen: ''Komme und gebe Vollgas''
Dass der Finne überhaupt in Zürich gelandet ist, kann als Schicksal angesehen werden. ''In der KHL hat man keine Geduld, wenn sich ein Ausländer verletzt'', erklärt Salis. Darum sei er mit seinem Interesse bezüglich Lehtonen auf offene Ohren bei den Klubverantwortlichen von Severstal Cherepovets gestossen.
Als Salis ihn dann am Telefon hatte, war für den ZSC-Sportchef die Sache rasch klar: ''Ich habe schnell gemerkt, dass er bei uns etwas reissen will. Er sagte: 'Ich komme und gebe Vollgas'. Er war auch sofort damit einverstanden, dass wir ihn zuerst medizinisch checken wollten.''
Der Titel als grosses Ziel
Und so kommt es, dass Lehtonen nach den Stationen SM-liiga (Finnland), AHL und NHL (Nordamerika), Eliteserien (Schweden) und KHL (Russland) jetzt in der Schweizer NLA spielen wird.
Doch was sind die Ziele des Weltenbummlers, der nun sein Glück bis Saison bei uns versucht? ''Die Messlatte liegt hoch, schliesslich gewannen die ZSC Lions in der letzten Saison den Titel. Aber auch ich würde gerne Meister werden. Mal sehen, ob es klappt.''
Rückkehr? ''Es sieht so aus, ja''
Da er bei seinem KHL-Klub noch einen gültigen Vertrag hat, wird Lehtonen nach Saisonende wieder dorthin zurückkehren. Oder? ''Es sieht so aus, ja. Aber im Eishockey weiss man nie'', sagt er.
So weit will er aber sowieso nicht vorausschauen. Sein nächstes Ziel ist weit kleiner: Er will mit seinem neuen Team drei Punkte gegen Rapperswil einfahren. (mag)