Kloten prügelt nicht, Kloten schiesst Tore – und feiert
Im September war der EHC Kloten im Derby noch chancenlos. Nun ringt er die Lions vor begeisternder Kulisse nieder und sorgt für etwas Ruhe im Umfeld.

Angelo Rocchinotti, Simon Graf
Publiziert: 03.11.2023, 19:38Aktualisiert vor 10 Stunden

Entschied das Spiel gegen den ZSC mit seinem 3:2: Klotens Tyler Morley.
Foto: Freshfocus
Erst noch fluchten sie über die langen Warteschlangen an den Bierständen, dann erheben sie sich zu Standing Ovations. Und als Michael Loosli 55 Sekunden vor dem Ende des dritten Abschnitts mit einem Schuss ins verlassene ZSC-Gehäuse alles klarmacht und sich mit der Faust auf die Brust klopft, hüpfen sie sogar auf den Sitzplätzen. «Derby-Sieg! Derby-Sieg!», hallt es durch die Stimo-Arena. So leidenschaftlich hat man die Fans am Schluefweg schon lange nicht mehr gesehen.
Der Sieg ist Balsam für die geschundene Klotener Seele. Im ersten Derby im September war der EHC noch chancenlos, schlug einzig mit den Fäusten zurück und verlor 1:5. Nach fünf Niederlagen aus sechs Partien war Captain Steve Kellenberger zuletzt ziemlich angefressen, sprach nach dem 2:5 in der Ajoie am Dienstag von einer nicht akzeptablen Leistung. Im Umfeld wurde gar Kritik an Trainer Gerry Fleming laut. Dabei ging es weniger um die Resultate als vielmehr um die Art und Weise, wie die Zürcher Unterländer aufgetreten waren. Nun gelingt ihnen ausgerechnet im Derby die erhoffte Reaktion.
Hart, härter, Steve Kellenberger
Es ist von Beginn weg ein Duell auf Augenhöhe mit Chancen auf beiden Seiten. Auch wenn der Aussenseiter weiter mit nur fünf Ausländern agiert – der frühere NHL-Verteidiger Nathan Beaulieu wartet noch auf die Arbeitsbewilligung –, ist nicht zu erkennen, dass hier der Zweite gegen den Dreizehnten spielt. Auf das 0:1 antwortet Kloten nur vier Minuten später mit dem Ausgleich durch Marc Marchon. Stark, wie sich Axel Simic zuvor hinter dem Gehäuse von ZSC-Keeper Robin Zumbühl gegen zwei Zürcher durchsetzen kann.
Im zweiten Abschnitt liefern sich die Teams einen offenen Schlagabtausch. Weitere Tore bekommen die Fans aber erst im letzten Abschnitt zu sehen. Kloten sorgt mit Treffern von Schreiber und Morley für die Differenz.
