Beiträge von Dani8

    Er zieht zu Hause aus, isst nicht mehr mit dem Team – trotzdem erwischts ihn

    ZSC-Verteidiger Christian Marti unternimmt alles, um seine Olympia-Teilnahme nicht zu gefährden. Er ist quasi schon auf dem Weg nach Peking, da ist sein vierter PCR-Test positiv.

    Simon Graf
    Simon Graf
    Publiziert heute um 15:05 Uhr

    Wo hat er sich angesteckt? Christian Marti vermutet, dass es auf dem Eis passiert ist. Wo hat er sich angesteckt? Christian Marti vermutet, dass es auf dem Eis passiert ist. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

    Als Patrick Fischer sein Aufgebot für Peking bekannt gab und sein Name dabei war, zog Christian Marti von zu Hause aus. Der 28-Jährige tat alles, um seinen Olympiatraum nicht zu gefährden. Denn ein positiver PCR-Test, und vorbei wäre es. Und die fünfjährige Tochter für zwei Wochen aus dem Kindergarten nehmen, das wollte Marti nicht. Also zog er in die Wohnung seiner Mutter und diese temporär zu ihrem Partner, seine Familie besuchte er nur noch im Garten.

    Auch in seinem Berufsalltag bei den ZSC Lions gab sich der stämmige Verteidiger alle erdenkliche Mühe. Er trug neben dem Eis immer eine FFP2-Maske, sogar im Kraftraum, ass nicht mehr mit seinen Teamkollegen zu Mittag im Hallenstadion, sondern liess sich das Essen einpacken und nahm es mit. «Einige dachten wohl, ich sei ein Psycho, aber ich wollte nichts unversucht lassen.»

    Um nach Peking reisen zu dürfen, mussten die Spieler dann vier Tage nacheinander einen PCR-Test machen. Die ersten drei waren bei Marti negativ, am Montagabend probierten er und seine Kollegen des Nationalteams die Olympiakleider an. Die Vorfreude stieg. Am Dienstagmorgen dann die niederschmetternde Nachricht: Sein vierter Test war positiv. Als die anderen auf dem Eis trainierten, ging Marti in die Garderobe, packte seine Sachen und verliess das Camp des Nationalteams im Spitzensportzentrum OYM in Cham.

    Zitat
    «Ich dachte: Wie zum Teufel kann das passieren?»
    Christian Marti

    «Ich war geschockt, konnte es nicht glauben», sagt er. «Ich fühlte mich gut, aber der Test sagte mir, ich sei krank.» Er hatte ein leichtes Kratzen im Hals gehabt, das er auf die Klimaanlage zurückführte. Mehr nicht. «Da kommst du schon ins Grübeln. Und ich dachte: Wie zum Teufel kann das passieren? Wenn sogar ich mich anstecke, obschon ich so fest aufgepasst habe, dann bist du machtlos.»

    Nicht einmal die Olympiakleider hat Marti als Erinnerung. «Die verschenken sie nicht», sagt er mit einem Anflug von Galgenhumor. Während seine Kollegen vom Nationalteam nach Peking abflogen, isolierte er sich zu Hause von seiner Frau und den beiden Kindern. Weitere Symptome kamen nicht mehr dazu. Hätte er sich nicht testen lassen müssen, er hätte nicht gemerkt, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt hatte.

    Wo das passiert war, darüber kann er nur spekulieren. «Bewusst ungeschützt war ich nur in den letzten zwei Meisterschaftsspielen auf dem Eis», sagt er. Am Donnerstag empfingen die ZSC Lions Lausanne, am Freitag gastierten sie in Genf, am Sonntag rückten die Nationalspieler ins Camp ein. Er könne niemandem böse sein, sagt Marti. «Ich verdiene mein Geld mit der nationalen Meisterschaft. Ich klage nicht, man hätte viel früher aufhören sollen.»

    Olympia war ein Traum für den Zürcher gewesen. Als die NHL kurz vor Weihnachten ihre Teilnahme absagte und die Chancen für die National-League-Spieler stiegen, schöpfte er Hoffnung. «Als ich nominiert wurde, dachte ich: Das ist so cool! Von dieser Erfahrung werde ich später meinen Kindern erzählen.» Es sollte nicht sein.

    Seit diesem Montag ist er nun befreit von der Isolation. Doch anders als Denis Malgin und Dario Simion, die in Peking positiv getestet wurden, kann er nicht hoffen, noch ins Olympiaturnier einzugreifen. Für ihn wurde Lausannes Lukas Frick nachnominiert.

    Er werde die Spiele des Nationalteams aus der Ferne verfolgen, sagt Marti. «Wäre ich gar nicht nominiert worden, wäre es anders gewesen. Dann hätte ich mich genervt, dass ich nicht dabei sein darf. Ich habe immerhin die Genugtuung zu wissen, dass ich es ins Team geschafft hätte.» Allerdings sei er nicht so geübt darin, Eishockeyspiele zu schauen. «Denn sonst spiele ich ja selber.» Als er Mitte Januar krank war und am Fernsehen den 6:1-Kantersieg seiner ZSC-Kollegen in Ajoie schaute, sei das «nicht mega aufregend» gewesen. Allerdings ist an Olympia mehr Spannung zu erwarten.

    Absichtlich anstecken? Nein danke!

    Marti war im Dezember 2020 ein erstes Mal positiv, wurde danach zweimal geimpft und ist nun ein zweites Mal genesen. Immerhin könne er sich nichts vorwerfen, sagt er. Sich absichtlich früher mit dem Virus anzustecken, um für Peking immun zu sein, das wollte er nicht.

    Verdaut hat er sein Olympia-Aus noch nicht. «Ich wäre extrem gerne dort», sagt er. «Ich habe mal einen guten Tag, dann wieder einen schlechten. Es trifft mich schon sehr. Aber das ist auch gut so. Wäre es mir egal, wäre ich in meiner Karriere nicht so weit gekommen.» Zwei A-Weltmeisterschaften hat Marti schon bestritten, 2016 in Moskau und 2017 in Paris. «Es wäre wieder einmal Zeit gewesen für ein grosses Turnier», sagt er.

    2026 finden die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. «Das kann für mich eine Motivation sein, Zusatzschichten im Kraftraum zu schieben», sagt Marti. «Ich bin dann 32.» Schmunzelnd fügt er an: «Das ist kein schlechtes Alter für Verteidiger. Wir sind wie ein guter Wein.» Im Dezember testete Marti mit der Nationalmannschaft in Visp gegen Lettland. Im Dezember testete Marti mit der Nationalmannschaft in Visp gegen Lettland. Bild: Pascal Muller (freshfocus)

    Ich stell meine Frage mal hier, warscheinlich bin ich einfach zu dumm:

    Wenn ich einen neuen Smart-TV besitzen würde, kann ich dort einfach die App von z.bsp. Zattoo installieren und öffne dann diese um fernzusehen? Ist das so wie wenn ich eine App auf dem Handy öffne? Ich möchte auf keinen Fall irgenwelchen Mehraufwand zur jetzigen Installation (Box von GGA Maur).

    Für was braucht man Apple TV oder Chromecast?

    Kann ich mir nicht vorstellen, dass die wieder zurückreisen... Wenn auch der nächste Test positiv ist, denke ich eher, Malgin macht es sich dann im chinesischen Quarantäne-Hotel "gemütlich", bis er nach 2 negativen Tests mit 24h-Abstand wieder entlassen und zur Mannschaft stossen kann.

    Ah die dürfen nachher bleiben? Dachte die setzen dich nach der Quarantäne in den nächsten Flieger :D

    Malgin mit Zitat "unklarem Resultat" beim Einreise-PCR-Test...... Vielleicht steigt die Trainingsqualität in der Olympiapause nach dem Zuzug von Marti noch weiter :floet:

    Die Frage ist nur, ob das die Betroffenen auch wahrnehmen können?

    Das glaube ich nicht. Hat auch mit dem Dunning-Kruger-Effekt zu tun.

    PS: Ist wirklich ein gutes Interview mit Urbaniok, danke fürs posten. Es schadet sicher nicht das eigene Verhalten ab und zu zu hinterfragen. Ausserdem wird es Zeit, dass sich jeder wieder etwas mehr an der eigenen Nase nimmt (nicht auf das Forum bezogen, sondern generell). Etwas mehr mit- statt gegeneinander wäre schön.

    Zumindest bei Krüger ist das ja klar die Familie. Hier im Forum ist das für einige ein Kriterium, den Spieler nun als "Weichei" abzustempeln, wie man bei Gregory Hofmann gesehen hat...

    Dieser Vergleich hinkt ja noch mehr als der hier: :verletzt:

    Ganz Deiner Meinung. Aber einige hier im Forum interessiert es scheinbar mehr als irgendwelche Sport Fred's. Ausser bei ZSC Spielfreds läuft hier nicht mehr viel. Dieser Fred nervt mich nicht mal mehr, ausser das ich es nicht begreife das man sich auch noch hier um dieses Thema zoffen muss. Nun, eine gute Gelegenheit mal einen Monat weg zu bleiben.

    Mannmannmann......

    Wer sagt denn das "irgendwelche Sport Fred's" mehr Gewicht haben als andere Stammtischthemen (wie zum Beispiel Corona oder den von dir sehr wohl akzeptierten R.I.P-Fred)? Das ist allein DEINE Interpretation. Schon mal eine Sekunde daran gedacht, dass diese Meinung vielleicht nicht alle teilen? Leben und leben lassen, schon mal gehört?

    Schlussendlich ist es ein ZSC-Forum. Wenn dir also Stammtischdiskussionen nicht passen, dann schliess den Stammtisch statt immer rumzujaulen. Ich würde dich darin sogar unterstützen, denn dann müsste ICH mich nicht mehr mit dem NFL, Bundesliga, FCZ und was weiss ich noch alles für Freds rumschlagen.

    Ich entschuldige mich jetzt schon für diesen Post, aber du beharrst ja auch darauf, dass keine Fremden Fötzel in "deinen" NFL-Fred reinposaunen wie langweilig dieser Sport doch sei. Machs wie ich, markiere die unerwünschten Freds als gelesen und lass die daran interessierten Personen weiterdiskutieren.

    stimmt! :nick:

    aber ist doch ein weiteres beispiel von massnahmenaktionismus. einzig und allein der massnahmen willen und ohne jeglichen einfluss auf das pandemiegeschehen.

    Sehe ich genau gleich wie du. Vor allem: In der Garderobe beim umziehen und nach dem Training in der Dusche hat ja eh keine Sau die Maske an :D

    Massnahmen, damit man Massnahmen gesprochen hat :spinneli: