Zu Beginn der Pandemie habe ich ab snowcats Geschreibe nur den Kopf geschüttelt. Ich war der Überzeugung, dass er einfach gegen all die Massnahmen ist, weil er so keine Party mehr machen kann und auf alles verzichten muss, was ihm im Leben wichtig ist. Das ist sicher auch der Fall und ihn hat das Ganze sicher auch deshalb so stark beschäftigt.
Nachdem ich anfangs 2020 mit ihm überhaupt nicht einig war und wir uns mit der ganzen Familie sehr korrekt, in einer Art und Weise, in der ich mich selber gar nicht so richtig kenne, an alle Massnahmen strengstens gehalten habe, komme ich immer mehr zum Schluss, dass man es (man muss fast sagen, weltweit) mit einigen Massnahmen wohl ziemlich übertrieben hat.
Im Nachhinein ist man immer schlauer und mir käme nie in den Sinn, jemanden zu kritisieren oder gar zu verurteilen dafür, dass man übervorsichtig gehandelt hat. Manchmal frage ich mich aber schon, ob sich die "Regierenden" einfach nicht trauen, jetzt zuzugeben, dass man vielleicht etwas übers Ziel hinausgeschossen hat und die Geschichte deshalb immer weiter zieht.
Mit den Impfungen und einer möglichst hohen Durchimpfung hat man jetzt die Möglichkeit, Massnahmen zurückzufahren und zu reduzieren. Vielleicht (und ja: ich weiss es nicht, ich könnte es mir aber vorstellen), wäre das alles aber auch schon viel früher und ohne Impfung möglich gewesen. Nun kann man aber sagen, dass man das Dank der Impfung machen kann und muss nicht eingestehen, dass man es vielleicht etwas übertrieben hat.
Schlussendlich kann es nicht sein, dass wir ein Leben führen, in dem wir vor jedem, der uns begegnet, Angst haben, weil er ein todbringender Virusträger sein könnte. Man behandelt Leute, die man gern hat, ja sogar solche aus der eigenen Familie, wie Aussätzige und kommt ihnen nicht zu nahe und das nur, weil es rein theoretisch sein könnte, dass diese Person gerade zufälligerweise unsymptomatischer Träger des Corona-Virus sein könnte. Das, nachdem man es jetzt 15 Monate oder mehr, geschafft hat, sich nicht mit diesem Virus anzustecken. Eigentlich auch komplett unverhältnismässig.
Was das youtube-Geschwurbel usw. betrifft, finde ich es schon extrem schwierig. Die Grenze von "Faktenbasierter Recherche" zu absolut dämlichen Verschwörungstheorien ist leider sehr fliessend. Bei snowcat erkenne ich solche Sachen aber zum Glück nicht und leider ist das nicht immer der Fall, wenn man sich mit jemanden, der der ganzen Sache auch kritisch gegenübersteht, unterhält. Sobald Bill Gates zum Thema wird oder irgendwelche gefährlichen Proteine, welche die Geimpften aussenden, wird's jeweils schwierig, eine ernsthafte Diskussion zu führen 
Auch da habe ich eigentlich Verständnis dafür, dass gewisse Inhalte von den sozialen Medien einfach gesperrt werden. Aber eigentlich ist das Bedenkliche daran, dass ich und viele andere, dafür Verständnis haben. Da ist etwas Grundsätzliches, das unsere Gesellschaft im Kern ausmacht, massiv gefährdet...