Lucas Wallmark bringt noch viel Potential mit
Der ehemalige Teamkollege von Kukan und Malgin sucht beim ZSC Langfristigkeit
Die ZSC Lions haben mit Lucas Wallmark einen neuen Center verpflichtet, der eigentlich über viel Potential verfügt, in den letzten Jahren aber bezüglich seiner Mannschaft viel zu wenig Konstanz vorzuweisen hatte.
Steiler Aufstieg durch die schwedischen Juniorenligen
Der Olympia-Auftritt mit fünf Toren in sechs Spielen von Lucas Wallmark hat definitiv die Vorfreude auf eine der neuen Attraktionen geweckt, die in der nächsten Saison in der National League zu bestaunen sein wird. Die ZSC Lions haben sich mit dem 26-jährigen Center aus Schweden verstärkt. In der Schweiz soll der, mit seinen ehemaligen Teamkollegen Dean Kukan und Denis Malgin, endlich für eine längere Phase für den gleichen Club auflaufen. Eine gewisse Sesshaftigkeit könnte dem Offensivspieler mit grossem Potential dazu verhelfen, endlich abzurufen, was er alles so an Fähigkeiten mitbringt.
Dass Wallmark die ZSC-Akteure Kukan und Malgin bereits aus der Vergangenheit schon als Teamkollegen kennenlernen konnte, gibt schon ein Hinweis darauf, wo er die letzten Jahre verbracht hatte. Vor wir uns aber seiner Zeit in Nordamerika widmen, beginnen wir noch einige Schritte früher. Geboren in Urneå entdeckte der Stürmer seine Leidenschaft im Eishockey beim lokalen Verein IF Björkläven. 15-jährig vollzog Wallmark den Schritt in die Nachwuchsabteilung von Skellefteå. Der sportliche Aufstieg bedeutete einen Umzug 1:45 Stunden in nördliche Richtung. Beim grossen Club sorgte der vielversprechende Youngster schnell für Schlagzeilen. In der Saison 2010/11 war er in der J18 Elite-Liga der Spieler mit den meisten Punkten, der in die Kategorie U16-Akteur fiel. 39 Torbeteiligungen verbuchte er in 20 Einsätzen, dazu kamen weitere 29 Punkte in der J18 Allsvenskan in 16 Spielen.
Bereits ein Jahr später stieg Wallmark in die U20-Mannschaft auf, bevor er in der Saison 2012/13, also erst 17-jährig, in der Eliteserien, der heutigen SHL, debütierte. Nach den ersten beiden Spielen für Skellefteå wechselte Wallmark als Teenager zu Luleå, wo er in seiner ersten Saison 42 Einsätze absolvierte, dabei zehn Torbeteiligungen verbuchte. Jung und mit viel Potential spielte sich der Schwede auf die Notizblöcke in Nordamerika. In der vierten Draft-Runde als Nummer 97 sicherten sich 2014 die Carolina Hurricanes die Rechte an Wallmark. In seiner zweiten Saison bei Luleå, die zweite als Teamkollege von Dean Kukan, durfte er den Titelgewinn in der Champions Hockey League feiern.
Im Anschluss an jene erfolgreiche Spielzeit konnte das Talent einen Einsteigervertrag in der NHL unterschreiben, wurde aber noch für eine dritte Saison nach Schweden ausgeliehen, mit 41 Scorerpunkten in 59 Einsätzen war es Wallmarks stärkste SHL-Saison.
Ein Trade als Auslöser kontinuierlicher Vereinswechsel
Ein Jahr nachdem der Schweizer Verteidiger Kukan in die NHL absprang, gelang auch Wallmark der Wechsel über den grossen Teich. Der 21-Jährige musste aber in Nordamerika erst hinten anstehen. Für zwei Jahre absolvierte er hauptsächlich Spiele beim AHL-Team der Canes. Bei den Charlotte Checkers drängte er sich aber als ausgezeichneten Scorer für höhere Aufgaben auf. Ein Punkteschnitt von 1.22 Torbeteiligungen pro Spiel in der Regular Season 2017/18 bescherte ihm für die Folgesaison einen fixen Kaderplatz bei den Carolina Hurricanes. 33 Punkte verbuchte er in seiner ersten kompletten Saison in der NHL.
In der Spielzeit 2019/20 begann jene Entwicklung, die in den letzten Jahren dafür gesorgt hat, dass Wallmark längst nicht alles aufs Eis bringen konnte, zu was er leisten im Stande wäre. In der Schlussphase der Saison wurde er von den Hurricanes zu den Florida Panthers getradet, wo er auf Denis Malgin traf. Von den Panthers ging es dann nach dem Saisonschluss weiter zu den Chicago Blackhawks und wieder zurück zu den Panthers. So kamen in der Saison 2020/21 nur zwanzig Einsätze zusammen, natürlich zu wenige um sich gewünscht weiterzuentwickeln. Nach 204 NHL-Einsätzen war es an der Zeit, nach Europa zurückzukommen.
Wie bei vielen NL-Neuzugängen war der Krieg in der Ukraine der Auslöser dafür, weshalb für Wallmark ein Wechsel in die Schweiz überhaupt eine Option wurde. Der Center schloss sich nämlich nach seiner Rückkehr aus Nordamerika dem ZSKA Moskau an. Gemeinsam mit seinem Landsmann und Teamkollege Joakim Nordström suchte er gleich nach dem Kriegsausbruch das Weite. Nun haben beide in der National League eine neue Herausforderung gefunden. Als Spieler der ZSC Lions und des HC Davos werden sie künftig als Konkurrenten aufeinander treffen. Aus den Zürcher Ambitionen abgeleitet, müsste Wallmark im direkten Duell die Oberhand behalten. Bietet das Engagement des Zetts dem Schweden die zuletzt verlorengegangene Kontinuität und Konstanz, dürfte Wallmarks Aufenthalt in der Schweiz eine Erfolgsgeschichte werden.