Es war schon immer so, dass mit steigendem Budget und Dichte der "Stars" auch der Druck wächst, den Titel zu holen. Im Play-off System bleiben aber immer noch genügend Unsicherheiten, um das Favoritensterben zu begünstigen, oder eine gute Phase eines Aussenseiters mit einer faustdicken Überraschung zu begünstigen. Es verhält sich dabei ähnlich wie bei den Naturgesetzen in Sachen Tempo, wo der Energiebedarf - je höher das Tempo ist - auch überproportional ansteigt, um auf der Tempo-Skala noch höher zu klettern. Dennoch ist die Art und Weise, wie der ZSC, der eine Hand faktisch schon am "Kübel" hatte, diesen doch noch verspielte, zumindest auf den ersten Blick spektakulär. Beim genaueren Hinsehen ist es aber keineswegs ein Mysterium, weshalb man auf den letzten Metern noch überholt worden ist. Mit Malgin + Andrighetto lieferten zwar die beiden Superstars im Team, aber es hing viel zu früh im Play-off Rennen viel zu viel von den beiden ab. Sie retteten schon im Viertel- und im Halbfinal öfter in extremis, vermieden mit ihren Toren kurz vor Schluss Verlängerungen oder erzwangen solche, und entschieden sie öfters auch gleich selber. Die anderen Hochkaräter im Team blieben aber seltsam blass und weit hinter ihrem vom Klub teuer bezahlten "Potential" zurück. Ob dies die "Schuld" des Trainers oder des Sportchefs ist, wurde in allen Variationen durchgekaut. Ob nicht die Spieler selber dafür verantwortlich sind, dass sie in der wichtigsten Phase der Meisterschaft in Topform sind, ist eine Frage, die üblicherweise etwas zu kurz kommt. Dennoch, viel hochkarätigers und teureres als das, was beim ZSC unter Vertrag steht, ist kaum aufzutreiben. Ausser Niederreiter, Fiala und Josi beschliessen, ihre Karrieren in der CH fortzusetzen. Es liegt somit insbesondere an den Spielern eine Stufe unterhalb der Malgin-Andrighetto Kategorie, welche von ihrem Renommé und noch mehr von ihrem Gehalt her eigentlich in jedem Spiel den Unterschied machen können müssten, dies aber viel zu selten auch tun. Solange diese während den Play-off's "unsichtbar" sind in den wichtigen Momenten, ist das Risiko eines erneuten Scheiterns gross. Ob mit Grönborg oder einem anderen Trainer.
Sehe ich ähnlich. Nur betr. des Kaders bin ich - wie immer hier auf dem Board - nicht immer gleicher Meinung mit der grundsätzlichen Aussage, dass
unser Kader einfach Hammer - gut ist und die "Ghetto" eigentlich immer den Unterschied ausmachen müssten.
Die Kader von Zug, Lugano und Lausanne sind aus meiner Sicht kein Mikro-Mü schlechter als das unsere in de kommenden Saison.
Was den nicht geholten Titel betrifft: Mich hat der 0:4 Sweep gegen den SCB im 1/4-Final als Quali 1. viel länger beschäftigt als dieser nicht
geholte Titel. Ich konnte bis zum Schluss live in den Stadien geiles Hockey sehen und viele emotionale Spiele (durch-)leben. Wer z.B. auswärts
in Biel gewesen ist als wir das Messer am Hals hatten und dann Hollenstein ........ Blackstar, remember?
Und mit etwas Abstand muss man einfach sagen, wir haben effektiv das Maximum heraus geholt. Mit Glück gegen Biel weitergekommen, mit
Glück und Können Fribourg geschlagen und im Final um das eine Spiel schlechter gewesen als der Gegner.
Und zum Interview mit unserem Coach: Seine wichtigste Aussage ist und bleibt:
"Eiszeit erhält man nicht, man muss sie sich verdienen."
Amen
