Zitat von Adm. Bööf
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Kein «Fall von Arx» beim ZSC
Captain Seger dürfte auch nächste Saison dabei sein. Ein Blick auf die Personalplanung der Zürcher.
Simon Graf
Wohin die aktuelle Saison die ZSC Lions führt, ist noch nicht abzuschätzen. Und doch läuft die Planung der nächsten bereits auf Hochtouren. Von Sportchef Edgar Salis ist da viel Vorstellungsvermögen gefragt, denn bei den Zürchern werden einige zentrale Fragen noch eine Weile offen bleiben. Vorab jene nach der Zukunft von Coach Marc Crawford, der mit der Rückkehr in die NHL liebäugelt, und jene nach den Ausländern, bei denen sich die Sportchefs am internationalen Markt orientieren und daher länger zuwarten müssen.
Fest steht: Von den zehn auslaufenden Verträgen beim ZSC können zwei nicht erneuert werden - Auston Matthews und Jonas Siegenthaler wechseln nach Nordamerika. Und einen Transfer haben die Zürcher schon gemacht: Der Davoser Verteidiger Samuel Guerra, der den Zürchern im Playoff-Final vom Frühjahr das Leben schwermachte, wird für zwei Jahre unterschreiben.
Guerra passt zur Strategie
Mit dem Engagement des 22-jährigen Tessiners führt Salis die Strategiefort, vornehmlich junge, entwicklungsfähige Spieler zu holen. Die fünf Zuzüge auf diese Saison hin waren 22 oder jünger - und der Bündner zeigt sich angetan von ihren Fortschritten: «Sie haben sogar mehr gebracht, als wir uns erhofft hatten. Es ist schön zu sehen, wenn sich junge Spieler weiterentwickeln, einen Teil der Last von den Routiniers abnehmen.»
Apropos Routiniers. Was ist mit Mathias Seger? Der Captain wird im Dezember 38, sein Ehrgeiz hat aber mit dem Alter nicht gelitten. Er würde sehr gerne weiterspielen, betont der Rekord-Nationalspieler. Und nach einem durchzogenen Saisonstart zeigte er sich zuletzt verbessert. Salis sagt: «Wir setzen uns bald zusammen. Ich glaube schon, dass Seger nochmals eine Saison machen kann. Wir wissen, er ist nicht mehr 25. Aber wir wissen auch, was wir an ihm haben.»
Seger ist das Gesicht des Clubs
Für den Sportchef ist klar, dass er bei Seger keinen «Fall von Arx» will. In Davos wurde bei den gescheiterten Vertragsverhandlungen um die langjährige Leaderfigur viel Geschirr zerschlagen. Seger ist das Gesicht der ZSC Lions und kann für den Club auch über seine Aktivkarriere hinaus eine wichtige Persönlichkeit sein. Und in der Verteidigung hat die grösste Nachwuchsorganisation des Landes weniger Talente, die nach oben drücken, als im Sturm.
Stand heute haben die ZSC Lions für den nächsten Winter Stammgoalie Flüeler, sechs Verteidiger (mit Guerra) und zwölf Stürmer unter Vertrag. Der Stamm steht also. Dazu kommen noch drei Ausländer, denn vom aktuellen Quartett ist nur Shannon gebunden. Bergeron und Keller waren bisher zwar besser als letzte Saison, doch nicht so gut, als dass nicht Handlungsbedarf bestünde. Und vielleicht würde ein neuer Trainer ja gerade bei der Wahl der Ausländer seine eigenen Ideen einbringen wollen.
Ersatzgoalie Schlegel, der als Flüeler-Vertreter überzeugt hat, würde Salis gerne behalten. Und er glaubt, gute Argumente zu haben, verweist darauf, dass frühere ZSC-Goalies (Nyffeler, Wolf, Boltshauser) nach ihren Transfers nicht merklich weiterkamen. Die Zukunft von Fritsche und Schnyder, bei denen nach ihren Gehirnerschütterungen eine Rückkehr immer noch nicht absehbar ist, ist offen. Zum Gerücht aus dem Tessin, dass Inti Pestoni an einem Wechsel nach Zürich interessiert sei, will sich Salis nicht äussern.
Crawford: NHL, sonst ZSC
Und zu Crawford? Falls sich für ihn nichts ergeben sollte in der NHL, würde er gerne bleiben. Und auch der Sportchef könnte sich das gut vorstellen: «Crawford setzt unsere Philosophie um: Es herrscht Leistungskultur im Team, und er entwickelt Junge und lässt sie spielen.»
Viele Personalfragen sind bei den ZSC Lions also noch unklar. Aber an etwas kann sich Salis festhalten: Die Marschroute der letzten Jahre stimmt