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    Das wilde Leben des ZSC-Assistenten – Er verlor fast ein Auge – doch er bereut nichts

    Simon Graf

    Peter Popovic möchte bei den ZSC Lions die Tugenden verbreiten, die ihm eine reiche NHL-Karriere eintrugen. Ab und zu drückt beim Schweden sein serbisches Temperament durch.

    Simon Graf

    Publiziert heute um 09:31 Uhr

    Er spielte mit Gretzky und Jagr, nun will er den ZSC Lions Beine machen: Peter Popovic.

    Er spielte mit Gretzky und Jagr, nun will er den ZSC Lions Beine machen: Peter Popovic.

    Foto: Sabina Bobst


    Die Bilder gingen durch die Hockey-Schweiz: Peter Popovic stieg auf die ZSC-Bank und schrie seinen Ärger aus vollem Hals heraus. Man musste befürchten, dass er übers Plexiglas klettern und zu Lausannes Coach John Fust hinüberspringen würde, so aufgebracht war der ZSC-Assistenzcoach. «Ich bin Schwede durch und durch, aber da drang wohl meine serbische Herkunft durch», sagt Popovic schmunzelnd. Es war der Crosscheck Mark Barberios ins Gesicht von ZSC-Stürmer Garrett Roe, der ihn an diesem Sonntagnachmittag im November so in Rage versetzte.

    Das Bild des tobenden Popovic passt eigentlich nicht zum 53-Jährigen. Er kenne kaum einen liebenswürdigeren Menschen als ihn, sagt ein schwedischer Journalistenkollege. ZSC-Sportchef Sven Leuenberger beschreibt ihn als zugänglich und lustig. Als einen, bei dem die Spieler auch einmal ihr Herz ausschütten könnten. Aber Leuenberger weiss, wieso sich Popovic so aufregte: «Er war als Spieler einer, der stets knallhart spielte, sich aber an einen Kodex hielt. Ihm war eine Schlägerei Auge in Auge viel lieber als ein Foul von hinten. Solch fiese Attacken sind für ihn das Letzte.»

    Ausser sich vor Rage: Peter Popovic (links) und Rikard Grönborg nach dem wüsten Foul gegen Garrett Roe.

    Ausser sich vor Rage: Peter Popovic (links) und Rikard Grönborg nach dem wüsten Foul gegen Garrett Roe.

    Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)


    Für seinen NHL-Traum gab Popovic alles. Acht Jahre hielt er als Defensivverteidiger für Montreal, die New York Rangers, Pittsburgh und Boston seine Knochen hin. «Ich war kein Ausnahmekönner, aber ich spielte immer mit einem grossen Herzen», sagt er. «Ich opferte mich auf fürs Team, warf mich in Schüsse, brach mehrere Finger und auch den Fuss, verlor Zähne. Das war mein Job. Im Weg zu sein, um Tore zu verhindern. Auf diese Weise überlebte ich so lange in der besten Liga der Welt.»

    Popovic wuchs in Västeras als Einzelkind serbischer Einwanderer auf und stach schon früh heraus – wegen seiner Grösse. «Ich spielte zuerst Fussball, und es gibt ein Teamfoto, als ich sechs oder sieben war. Alle sind etwa gleich gross, ich stehe hinten und überrage alle», erzählt er lächelnd. Er entschied sich dann aber für Eishockey und wurde in einer Gruppe goldener Jahrgänge in Västeras gross. Mit Nick Lidström, Leif Rohlin, Patrik Juhlin oder Tommy Salo, die alle eine NHL-Karriere machten. «Das hat mich inspiriert. Ich dachte: Wenn es einer schafft, kann ich das auch.»

    Er hat seine Spuren davongetragen aus der NHL. Seine Finger sind krumm, auf dem rechten Auge sieht er kaum mehr etwas. «Ich wurde von einem abgelenkten Puck am Auge getroffen, als ich im Unterzahlspiel auf dem Eis lag, um den Pass zu unterbinden», erzählt er. Das war bei Montreal. «Aber ich bereue nichts, im Gegenteil. Ich wünschte, ich hätte noch mehr geben können. Das war immer meine Mentalität.» Das Auge hat sich nie mehr richtig erholt. «Ich sehe rechts nicht scharf, nur noch Licht und Farben. Aber hey, ich habe ja noch mein linkes Auge.»

    Sonnige Winteratmosphäre: Peter Popovic vor der Kunsteisbahn Oerlikon.

    Sonnige Winteratmosphäre: Peter Popovic vor der Kunsteisbahn Oerlikon.

    Foto: Sabina Bobst


    Auf diese Saison hin kam der 1,98-Meter-Hüne als Assistent zu den ZSC Lions – mit zwei Jahren Verspätung auf seinen früheren Weggefährten Rikard Grönborg. Popovic war schon im schwedischen Nationalteam dessen Assistent gewesen und mit ihm 2017 und 2018 Weltmeister geworden. Doch 2019 war er noch nicht bereit, nach Zürich mitzukommen. «Meine jüngere Tochter Asta war noch in der Schule, und so wollte ich noch nicht aus Schweden wegziehen», erklärt er. Also unterschrieb er zwei Jahre beim Traditionsclub Färjestad. «In Karlstad war ich nur gut zwei Autostunden entfernt von meiner Frau und meiner Tochter und sah sie regelmässig.»

    Inzwischen ist Asta 20 und hat ihre Schule abgeschlossen, die ältere Tochter Vera (26) lebt in Stockholm. Und so war Papa frei für ein neues Abenteuer. «Ich wollte schon immer einmal in der Schweiz leben», sagt er. «Ich weiss noch, wie ich als junger Spieler ein Freundschaftsspiel in Arosa bestritt. Wunderschön! Später reiste ich für den schwedischen Verband immer wieder in die Schweiz, um unsere Nationalspieler zu beobachten. Ich war in Zürich, Zug, Genf, Davos, Lugano, Ambri. Ich mietete am Flughafen ein Auto und fuhr los, durch die wunderbare Landschaft, mit den Bergen, den Kühen. Ich liebe es.»

    Gerne würde er sein Leben in der Schweiz mit seiner Frau teilen, doch die ist für diese Saison – er hat vorderhand nur für ein Jahr unterschrieben – in Schweden geblieben. Sie muss sich um ihre Mutter kümmern. «Aber sie kam mich schon ein paarmal besuchen und kommt in der Olympiapause etwas länger», freut sich Popovic. Er ist ein Familienmensch, versuchte nach dem Ende seiner Aktivkarriere mit 38 möglichst viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Tochter Vera kam in Montreal zur Welt, Asta in Boston, seiner letzten Station in Nordamerika. Danach spielte er noch fünf Jahre in Schweden.


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    «Wenn wir in Montreal zwei Spiele verloren, liess ich mich besser nicht mehr auf der Strasse blicken.» Peter Popovic


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    Popovic hat viel erlebt, hat zehn Saisons in der schwedischen Elitserien bestritten und über 500 NHL-Spiele. Er wohnte fünf Jahre in Downtown Montreal, spielte bei den Canadiens im Team mit Goalielegende Patrick Roy und spürte die Hockey-Begeisterung der Leute hautnah. «Wenn wir zwei Spiele verloren, liess ich mich besser nicht mehr auf der Strasse blicken», sagt er schmunzelnd. In Pittsburgh spielte er mit dem jungen Jaromir Jagr, bei den New York Rangers erlebte er den grossen Wayne Gretzky in dessen letzter Saison. «Er war so relaxt, ohne Allüren, einfach einer der Jungs.»


    In Zürich möchte Popovic gerne die Tugenden verbreiten, die er selber als Spieler lebte. Er habe auch im Training nie einen Zweikampf verloren gegeben, sagt er. Er könne es nicht verstehen, wenn ein Spieler im Training ein Tor kriege und danach lächelnd zur Bank fahre. «Ich will, dass sich die Spieler nerven, dass sie miteinander diskutieren, wie das passieren konnte.»

    Am nächsten seien ihm jene, die vielleicht nicht so talentiert seien, dafür aber immer mit totaler Hingabe dabei. Wobei: Hingabe und Talent, das wäre die beste Kombination, sinniert er. Er hat das Gefühl, dass seine Botschaft allmählich ankommt.

    P.S.: Mit diesen Worten verabschiedet sich der Autor von der geneigten Leserschaft. Er wechselt nun auf den medialen Boulevard, von wo aus er das bunte Treiben der Zürcher Löwen weiterhin im Auge behalten wird, wenn auch aus dem Hintergrund. Die Akteure kommen und gehen, was bleibt, ist die Weisheit, die uns alle vereint: Ein Leben ohne Eishockey ist möglich. Aber sinnlos. In diesem Sinne: Es war mir eine Freude. Alles Gute! (Ulrich Pickel, Zürich)


    Ich werde Deine Analysen in Sachen ZSC vermissen Uli Pickel! ;(

    Schade, einer der besten Hockeyschreiblinge. Ob er beim Blick auch auf diesem Niveau schrieben darf? 🧐

    Erstes Drittel sehr gut, zweites viel zu passiv und im dritten müsste man den Sack eigentlich zumachen, bevor es nochmals knapp wird: Chancen hatten wir genug. Egal: Hauptsache 3 Punkte gegen die frustrierten Murmelis und jetzt ab zum Powerplay üben…

    War ein sehr "gutes 0:0" Spiel. Und am Schluss hat der bessere Torhüter den Sieg für den Gegner eingefahren.

    Im 2. Drittel hat uns Kovar mit ein paar unglaublichen Saves im Spiel gehalten. Das Tor geht aber zu 99% auf

    Ja, Genoni war wieder einmal sackstark gegen uns, wobei ihn und Zug das Metall bei Hollensteins und Azevedos Schüssen sowie die Schiris im Spiel gehalten haben. 😉


    Ihr Forechecking hat uns unglaublich Mühe gemacht,

    sodass unser Captain sogar einen haarsträubenden Fehler gemacht.

    Unser Captain ist mMn seit ein paar Spielen ausser Form, leistet sich immer wieder unerwartete Fehler…


    Am meisten geschwächelt hat der Z beim 4 Minuten Powerplay, da hatten sie eine Ruhepause eingelegt.

    Ich denke das lag daran, dass wieder einmal neue alte Powerplayformationen aufgestellt wurden; die haben sich noch nicht (wieder) gefunden…

    À propos Standortbestimmung: wir waren heute besser als Zug (ausser am Bullypunkt).

    War ein flottes Spiel, das mir ausser unserer Chancenauswertung gut bis sehr gut gefiel. War natürlich auch Pech dabei oder im Umkehrschluss: Zug hatte verdammt viel Glück heute (auch mit den Schiris).

    So, nach dem gestrigen Pflichtsieg heute also die Standortbestimmung. Ich freue mich sehr das Spiel - wie fast immer - in der Halle zu verfolgen und hoffe auf die Fortführung von Zättlis Siegesserie: soviel ich weiss, haben wir alle Lionskidsspiele gewonnen…


    :zsc: - suscht gar nüüt!

    Ja Scheisse, Shawn Heins - was war das für ein A......ch!

    Hehe, das war noch eine Hassfigur par excellence! :twisted:

    Gibt es heute eigentlich nicht mehr: Barberio hätte das Zeigs dazu gehabt, aber der wurde ja bekanntlich abgeschoben.

    Habe gestern nach dem Ende von unserem Spiel auf Biel - SCB umgestellt. Das "Foul" von Moser an Brunner in der Verlängerung.... Tammisiech, wir sind doch nicht beim Fussball! Ich hoffe Brunner wird für diese Schwalbe gesperrt :fight:

    Yep, kein Wunder ist der SCB-Trainer “ausgerastet” und hat dann auch 2 Minuten kassiert, sodass Biel in der Verlängerung 5:3 spielen konnte, was ich auch noch nirgends gesehen hatte.


    Die Zebras pfeiffen also nicht nur gegen uns einen Müll… :floet: