Beiträge von theshadow72

    Diese 4 Niederlagen am Stück reflektieren wie der ZSC die ganze Saison gespielt hat. Einmal ein Super Spiel um 2 Tage später gegen Ajoie zu verlieren. Der ZSC hat während den 52 Freundschaftsspielen oft lustlos und ohne Emotionen gespielt. Hoffe in Altstetten nimmt man die Quali etwas seriöser.

    Diese 4 Spiele / Niederlagen waren nun nicht Ansatzweise mit den Niederlagen in der Quali u.a. gegen Ajoie zu vergleichen und reflektieren sie auch nicht ansatzweise.

    Dieser ZSC tut weh

    Vom 1:2 zum 3:2 in den letzten zwei Minuten. Im Traumfinal gegen Favorit und Titelverteidiger Zug liegen alle Vorteile schon nach Spiel 1 bei den Lions.

    Marco Keller
    Marco Keller
    Publiziert heute um 09:30 Uhr

    Und wieder fanden sie einen Weg zum Sieg: Die ZSC Lions holen sich mit dem 3:2 in Zug das frühe Break im Playoff-Final.  Und wieder fanden sie einen Weg zum Sieg: Die ZSC Lions holen sich mit dem 3:2 in Zug das frühe Break im Playoff-Final. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

    Der Musikverantwortliche in der ZSC-Garderobe ordnete den Sieg klar ein. Wenige Minuten nach Spielende dröhnte «Another One Bites the Dust» von Queen aus der Garderobe, und wenn die Zuger dies ein paar Dutzend Meter weiter gehört hätten, sie hätten kaum widersprochen. Die Niederlage musste sich aus ihrer Sicht anfühlen wie ein kleiner sportlicher Tod. In den letzten 90 Sekunden im ersten Playoff-Finalspiel noch zwei Tore kassieren und letztlich 2:3 verlieren? Geht gar nicht für einen Meister, der noch dazu seit zwölf Playoff-Spielen ungeschlagen war.

    Nun, es ging doch, und das lag auch an Chris Baltisberger. Als Rikard Grönborg Goalie Jakub Kovar beim Stand von 1:2 in der 59. Minute durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, machte der Vorkämpfer das, was er in solchen Situationen gern tut: Er platzierte sich vor dem Zuger Tor und lenkte den Distanzschuss von Christian Marti noch wunderbar ab, unhaltbar für Leonardo Genoni. «Der Trainer sagte mir, ich solle vors Tor, und ich bin vors Tor gestanden», sagte Baltisberger, «wir haben das schon oft geübt. Marti schoss super, und cool, dass er im Finalspiel reinging.»

    Der 50:50-Poker ging für den Meister nicht auf

    Kurz danach war für «Balti» noch Zittern angesagt. Die Zuger nahmen eine Coaches Challenge wegen Goaliebehinderung und «ich bibbere immer, wenn die Schiedsrichter rausgehen. Der eine oder andere Treffer wurde auch schon aberkannt. Cool, dass nun meine Position stimmte.» Eigentlich hatten die Zuger eine andere Situation challengen wollen, einige Sekunden vorher, als der Puck gemäss den meisten Beobachtern das Spielfeld kurz verlassen hatte und im Netz oberhalb des Plexiglases landete. Genoni und Grégory Hofmann hoben sofort die Hand, die Refs sahen aber nichts, und die Zuger fanden dann keine Bilder, welche die Situation einwandfrei belegten.

    Auf Anraten seines Assistenten oben auf der Tribüne optierte Dan Tangnes schliesslich für die Intervention wegen Goaliebehinderung, die jedoch erfolglos war. «Das sind immer 50:50-Entscheide. Ich habe ihn aber gefällt», sagte der Zuger Trainer und stellte sich so vor seinen Mitarbeiter.

    Zitat
    «Das ist Playoff. Das ist Hockey. Darum lieben wir diesen Sport.»
    Chris Baltisberger

    Das Pokerspiel ging nicht auf. Die Folge: Eine Zweiminutenstrafe und schliesslich Justin Azevedos Siegtreffer zwei Sekunden vor Spielende, kurz nachdem Dario Simion am mirakulös reagierenden Jakub Kovar gescheitert war. Baltisberger hielt es kaum auf der Bank, und auch Minuten danach war die Freude noch allgegenwärtig: «Ich bin herumgehüpft wie ein kleines Kind. Das war ein grosser Sieg dank unglaublicher Moral von uns. Die letzten zwei Minuten waren wahnsinnig. Das ist Playoff. Das ist Hockey. Darum lieben wir diesen Sport.» Und eine Bemerkung konnte er sich – zu Recht – nicht verkneifen: «Diese Niederlage tut ihnen schon etwas mehr weh als eine normale.»

    Schon das dritte grosse Comeback

    Es ist nicht das erste Mal in diesen Wochen, dass die ZSC Lions Charakter zeigen. Auch Spiel 6 gegen Biel und Spiel 3 gegen Fribourg-Gottéron drehten sie nach schon fast kompromittierender Situation. Nichts mehr zu sehen von den launischen Diven gewisser Teile der Qualifikation, vielmehr eine Einheit von A wie Aeschlimann bis W wie Weber. «Wir haben einen Prozess durchgemacht, das schweisst unglaublich zusammen», sagt Baltisberger. «Jetzt haben wir Selbstvertrauen und wissen, wie man spielen muss.» Auch Coach Rikard Grönborg freute sich über die neuerliche Charakterleistung: «Wir haben im Playoff jetzt schon oft Widerstandskraft bewiesen und halten uns an das, was wir abgemacht haben.»

    Natürlich, perfekt war auch in Zug nicht alles. Nach einem ausgezeichneten ersten Drittel, nach dem die Zürcher mit dem 0:0 eher schlecht bedient gewesen waren, mussten sie dem EVZ zunehmend das Spieldiktat überlassen. «Wir machten zwei Fehler, sie schossen zwei Tore, das müssen wir abstellen», erklärte Baltisberger. Sie hätten etwas die Geduld verloren, bemängelte Grönborg, und begonnen, hinter dem Tor die Gegner zu verfolgen, anstatt die Position zu halten. «Es ist aber auch menschlich. Wir spielen den Playoff-Final gegen ein sehr gutes Team, und es steht enorm viel auf dem Spiel.» Das Positive überwog aber: Trotz der wundersamen Wende war der Sieg alles andere als gestohlen. Damit ist Akt 2 am Mittwoch im Hallenstadion so richtig lanciert. Baltisberger formuliert es umgangssprachlich: «Das wird extrem geil.»

    Als Rikard Grönborg schliesslich auf dem Weg durch die Katakomben zum Bus war, hatte der DJ das Genre gewechselt. Abba war jetzt in der ZSC-Garderobe angesagt. Nein, die schwedische Pop-Kultband sei nicht seine Lieblingsband, bestätigte der Fan härterer Klänge dieser Zeitung: «Vielleicht, als ich in der achten Klasse war.» Er lachte. Der musikalische Fauxpas seiner Jungs konnte seine Zufriedenheit nicht trüben.

    Fribourg mit dem Rücken zur Wand muss kommen. Wir müssen verhindern das sie in den Flow kommen wie nach dem 2:1 im letzten Spiel.

    Wobei ich sagen muss, dass ich sowas wie nach dem 2:1 von Gotteron glaube noch kaum je gesehen habe, auch bei Gotteron-Feuerwehr nicht. Da sind sämtliche Spieler wie mit Adrenalinspritzen auf 150% gelaufen und haben Chaos pur bei uns verursacht, obwohl wir uns eigentlich gut gewehrt haben. In der Halle sah das für mich schon aussergewähnlich aus, wie die alle da Gas gegeben haben.

    So oder anders sollten wir weiter über 4 Linien Druck machen, sie werden immer müder werden... Anfangsfurioso überstehen und dann kommt das gut.

    Diese ZSC-Sturmlinie treibt die Gegner in die Verzweiflung

    Im Viertelfinal fast out, sind die Lions nun auf Finalkurs. Auch, weil jetzt alle Spieler die Defensive priorisieren.

    Marco Keller
    Marco Keller
    Publiziert heute um 16:32 Uhr

    Es war wie vor Corona. In jenen guten, alten Zeiten, als erfolgreiche ZSC Lions im Playoff das Hallenstadion jeweils in die grösste Festhütte Zürichs verwandelt hatten. Daran erinnerten sie am Sonntagabend. Als Marcus Krüger das 3:2-Siegtor in der Verlängerung erzielte, bebte die Arena – noch Minuten nach Ehrung der besten Spieler wurden die Lions gefeiert. «Es ist im Hallenstadion nicht oft so, aber darum umso schöner, wenn so viele Leute kommen und so Stimmung machen wie heute», bilanzierte Reto Schäppi.

    Zum vierten Mal im Playoff hatten die Lions mindestens eine Zusatzschicht einlegen müssen. Zum dritten Mal verliessen sie das Eis dabei als Sieger, zum zweiten Mal innert 48 Stunden gegen Gottéron. Die Energiereserven hätten den Ausschlag gegeben, befand Schäppi: «Wir hatten etwas mehr Saft als sie. Wir investieren viel und spielen aggressiv. Bei ihnen werden viele Verteidiger forciert, und das wirkt sich dann in der Verlängerung aus.»

    Zitat
    «Wir müssen eine Lösung finden, damit wir ihnen nicht ins offene Messer laufen.»
    Reto Schäppi

    Bei allem verständlichen Jubel: Dass es überhaupt zur Overtime gekommen war, hatten sich die ZSC Lions selbst zuzuschreiben. Eine 2:0-Führung im Rücken, standen sie dem 3:0 nahe, ehe sie um die Spielmitte herum temporär den Dienst quittierten. Minutenlang ging praktisch gar nichts mehr, plötzlich waren die Freiburger klar dominierend, und niemand hätte sich aus ZSC-Sicht darüber beklagen dürfen, wenn mit einem Momentums- auch ein Führungswechsel einhergegangen wäre. «Es ist nicht das erste Mal, dass uns das passiert», ärgerte sich Schäppi, «die Gegner beginnen, ihre Spieler höher zu stellen, und wir versuchen, weiter Druck zu machen. Wir müssen eine Lösung finden, damit wir ihnen nicht ins offene Messer laufen.»

    Bei der Taktikbesprechung könnte Trainer Rikard Grönborg vereinfacht zusammengefasst auch sagen: «Schaut auf die vierte Sturmlinie, speziell in der Besetzung vom Sonntag, und schaut euch möglichst vieles von ihr ab.» Marco Pedretti, Reto Schäppi, Chris Baltisberger – bei dieser Besetzung wünscht sich jede gegnerische Sturmformation einen freien Abend. Das Trio ist gemeinsam 91 Jahre jung, und jedes Mitglied verkörpert immer jene Faktoren, welche einen grossen Teil einer erfolgreichen Playoff-Mission ausmachen. Sie spielen einfach, sehr hart, stellen immer den Teamgedanken über Individualinteressen. So konsequent, dass darob auch die gegnerischen Topstürmer verzweifeln. Schäppi fasst das Anforderungsprofil so zusammen: «Wir bringen Energie rein, spielen hart, tragen die Scheibe in die Offensivzone und wollen Bullys herausholen, damit ihre Topspieler defensiv spielen müssen.» Er schiebt nach: «Das ist uns heute gut gelungen.» Chris DiDomenico, David Desharnais und Kollegen würden dies zweifelsohne bestätigen. Nicht zu vergessen der «Bonus»: Das 2:0 durch Chris Baltisberger.

    Besonders eklatant ist die Steigerung von Schäppi selber. Der dreifache Meister mit den Lions und WM-Silbermedaillengewinner 2018 hat schwierige Jahre hinter sich, spielt in diesem Winter aber wieder viel dynamischer und aggressiver. Da der Mann mit der Erfahrung von fast 700 National-League-Partien das Eishockeyspielen nicht plötzlich verlernt hatte, sieht er die Ursache an einem anderen Ort: «Es geht mir physisch viel besser als auch schon. Ich fühle mich sehr gut, stabil und stark.»

    Aus den «Harlem Globetrotters» sind Handwerker geworden

    Stabil spielt das ganze Team. Nur gerade neun Gegentore haben die Lions in den letzten sieben Playoff-Partien kassiert – gleich viele wie in den ersten beiden Viertelfinalspielen gegen Biel. Aus den «Harlem Globetrotters on Ice» ist in Kürze eine solide Handwerkertruppe geworden, die natürlich immer noch auf aussergewöhnliche Kreativität zählen kann. «Jeder Einzelne hat die Einstellung defense first, in jedem Match, und wir sagen es uns jedes Mal von neuem», erklärt Schäppi. «Wir wollen keine Risiken eingehen an der offensiven und defensiven blauen Linie. Wir haben viel Vertrauen in unsere offensiven Qualitäten und gehen davon aus, dass dieser Bereich automatisch stimmt.»

    Zum zweiten Mal im Playoff steht es nun 2:0 – diesmal allerdings für die Lions. Die Serie gegen Biel hat gezeigt, dass ein solcher Vorsprung nur so viel wert ist, was man im nächsten Spiel daraus macht. Im Wissen, dass Gottéron auch in beiden Spielen mehr Schüsse aufs Tor brachte, insgesamt 68:54, kennt Schäppi das Erfolgsrezept für Spiel 3: «Wir dürfen nicht überheblich werden und müssen weiter an der defensiven Stabilität arbeiten und am Boxplay, das sehr gut funktioniert.» Bei Fragen zur Spielweise wende man sich vertrauensvoll an die vierte Linie.

    Ciao Thibaut, vill Glück für Zuekunft! Ha di immer gern im ZSC Dress gseh!
    #sing: Thibaut Monnet, Thibaut Monnet....

    Der Stürmer kommt auf 932 Partien in der National League
    Abseits des Scheinwerferlichts ging die grosse Karriere von Thibaut Monnet zu Ende

    Gewinner der WM-Silbermedaille, Champions-Hockey-League-Sieger und zweimaliger Schweizer Meister, das ist das Palmares von Thibaut Monnet.

    Der 40-Jährige war zuletzt noch in der Swiss League beim HC Sierre unter Vertrag, nun hat er sich entschieden, seine lange und erfolgreiche Karriere zu beenden, wie Le Nouvelliste berichtet. Monnet hat die gesamte letzte Saison aufgrund einer Gehirnerschütterung verpasst. Damit geht nun eine grosse Karriere abseits des Scheinwerferlichts zu Ende.

    Monnet spielte in der National League für den HC La Chaux-de-Fonds, den HC Fribourg-Gottéron, die SCL Tigers, den SC Bern, die ZSC Lions und den HC Ambri-Piotta. So kamen insgesamt 275 Tore und 324 Assists in 932 Partien zusammen.

    Da kommt Wehmut auf. Eine ganze Saison wegen einer Gehirnerschütterung verpasst, das ist auch für das Leben neben dem Sport kein gutes Zeichen.

    Thibaut Monnet war einer meiner Lieblingsspieler, ein super sympathischer Typ und einer der wenigen Spieler deren Namen einen "eigenen Song" bekamen. Nicht nur deswegen, aber auch deswegen, heisst unsere Sohn Thibaut. :)

    Danke Monnet für Deine Zeit bei uns :applaus: