Einen Sportchef beurteilt man einfach nicht mit Zeithorizont 15 Spiele, sondern mit Horizont drei Jahre. Natürlich kann man jede Saison mit acht Ausländern anfangen, fragt mal in Bern, wo das hinführt. Natürlich kann man bei
um Finanzspritzen fragen um übermorgen Kirill Kaprizov mit einem 9-Jahresvertrag auszustatten. Macht man aber nicht, und unsere Situation hat damit nicht im geringsten etwas zu tun. Ich bin und bleibe absolut pro SL.
- Hat 2006 beim SCB angefangen und innert zehn Jahren eine Mannschaft aufgebaut, was in sechs Titeln endete, davon drei bereits nach seiner Ära. Aber eben: Eine Mannschaft wird nicht für nächsten Frühling aufgebaut, sondern für die nächsten drei bis fünf Jahre. Darum wurde Bern ohne ihn noch drei Mal Meister, darum wurden wir trotz Bayer im Frühling auch noch Meister.
- Hat bei uns 2017 angefangen. Kann für den Kossmannschen Betriebsunfall 2018 nichts dafür. Aber hat dann wirklich aufgebaut und keine zehn Jahre später gipfelte das in drei Titeln. Und die waren nicht zufällig, sondern wir waren jetzt zwei Jahre lang einfach eine Übermacht. Mit wahnsinnig starken Ausländern.
Ich stimme zu, dass die Vertragsverlängerungen nicht alle notwendig sind. Und erst recht in der Dauer. Aber: 1) ist der Markt an fähigen Schweizer Spielern wirklich klein. Fragt mal in Zug nach, der Kläy versagt da für mich viel mehr als unser SL (und ihm laufen die Jungen davon). Und 2) waren wir vor nicht allzulanger Zeit in der Situation, dass uns ebenfalls alle davon gelaufen sind. Prassl, Miranda, Karrer, Simic, Truog. Nicht alle verlängerungswürdig, aber heute haben wir die Wahl dazu. Alle wollen verlängern. Und das ist die sehr viel bessere Situation, als wenn du niemanden mehr findest, der für dich spielen will. Fragt wieder in Bern nach.
Üblicherweise gilt ja, ein Sportchef darf drei Trainer anstellen, mit dem Dritten muss er selbst gehen. Da ist er bei drei angekommen. Serge "ich werde mit Wien und Berlin Meister, imfall" Aubin, Bananenschachtlen-Bartli und MC waren seine gescouteten Anstellungen, der Rest kurzfristige Notlösungen. Und der Dritte ist halt selbstständig gegangen.
Kurz: Pro SL. Niemand hat in den letzten 15 Jahren im Schweizer Eishockey mehr Meister produziert als er.