Die Reaktionen auf dem HCD-Pinboard sind deftig. Bis zu einem gewissen Grad verständlich, aber das Gros der Schreiber zimmert sich da auf abstruse Weise eine Realität zurecht. Einzelne sehen auch etwas über den Dorfrand von Davos hinaus, andere haben offenbar völlig vergessen, dass auch der HCD "Urgesteine" von anderswo beschäftigt. So gesehen hätten die Langnauer (von Arxens, Guggisberg, Joggi, etc.) eigentlich viel mehr Grund zum Abweinen.
Ob Zug, Davos oder Kloten, der Dünkel ist in etwa derselbe. Hier die lieben Dorfvereine, wo ein Team noch ein Team ist, dort die bösen Geldsäcke, welche nur Erfolg haben wegen des Geldes. Oder nur Misserfolg wegen des Geldes. Ist aber eigentlich egal, Hauptsache man kann "sein" Feindbild kultivieren. Und von diesen sich künstlich gebauten Emotionen "lebt" ja das Hockey auch. Ist doch für Gottéron zum Brüllen, wenn man den SCB rauskickt. Ist doch für die SCB-Fans ein Hochgenuss, wenn Marcel Jenni nach einer mit 4:0 verlorenen Serie im Interview durchblicken lässt, dass man eigentlich besser wäre als der SCB, und dieser im Prinzip nur Glück gehabt habe.
Aber zurück zum Thema:
Ob bei Ambühl wirklich nur das Geld eine Rolle gespielt hat, wie man sich in Davos nun zum Trost einredet, wäre dann noch die Frage. Ambühl wäre nicht der erste Spieler, dem das etwas spezielle "Machtgefüge" im HCD nicht mehr passt. Und deshalb statt beim HCD weiterhin den lieben Bergbauern-Buben aus dem Sertigtal zu spielen, lieber eine neue Herausforderung annimmt.
Auf jeden Fall hat der ZSC mit Ambühl und Ziegler (...wenn's denn seine Bandscheiben mitmachen...) zwei wertvolle Flügelfräsen an Land gezogen. Der nächste Brocken auf dem Transfermarkt dürfte wohl Blindenbacher werden. Da sich der "Z" und der SCB - zumindest offiziell - ein Sparprogramm verschrieben haben, wird es interessant werden. Ist am Schluss Mantegazza der lachende Dritte?