Beiträge von Mushu

    Vorfreude beginnt;
    Gehen Juli/August 3Wochen mit zuerst 4 Tage NY ...

    Wählen aber auch beim 4. Male die Variante "Rundreise". Ok; unsere Jungs sind/waren älter ...

    Zitat von larlf

    aber zum eu scho mal uf die nöchste Jahr vorbereite, mach ich's wie die andere da drin und überlahn eu de Fred: viel Spass...

    Oh jee; chum jetzt; mag nöd nahluege, aber:

    Vor 3 Jahr; häsch eus da de Fred au überlah, um eus an es GC-loses Jahr zgwönne? Oder machsch jetzt eine uf "Mümmümü "?

    Zitat von larlf

    wänn, dänn dureds wahrsch nöd so lang: also s‘hops gah ;)

    chönd ihr dänn s‘stadion glich baue lah/finanziere oder bliebed ihr im lässige durchzugsstadion?
    han mi zwenig demit befasst, das ich da bscheid wüsst....

    Also ich bliibe gern im Letzi; de Letzi isch Gschicht, de Letzi isch Kultur, de Letzi isch Heimat!! Kännsch??

    Upps; ihr händ ja kei Heimat, kei Gschicht und kei Kultur meh; wegplaniert [emoji23][emoji23][emoji23]

    Lösed eu äntli uf!!! (Schteigerigsform vo "Schtiiged äntli ab!"; mer söll sich ja Ziel setze ... [emoji56][emoji56])

    Pressekonferenz um 10.00 Uhr. Bin gespannt.

    - Rückzug der Mannschft (Konsequenz?)
    - Restspiele freiwillig vor leeren Ränge?
    - Brandrede gegen Verband und Justiz (da muss man endlich etwas machen; die Vereine können nichts dafür)?
    - leere Luft in schönen Worten?
    - ...

    Zitat von snowcat


    isch scho krass, vor wenigen tagen noch in akuter barrage gefahr, kann man nach einem sieg gegen thun tatsächlich (wieder) vom dritten platz und von europa sprechen...und das durchaus auch ohne cillo brille!


    Gesendet von iPhone mit Tapatalk

    Cooli Ihschtellig; genau so schaffed mer d'Barrage sicher no!!

    Es gilt nur de Blick nach hinne. Alles andere chan mer dänn nach em letschte Schpiil, analysiere!!

    Wie gesagt; verhalten zuversichtlich. Was mich etwas unsicher macht, ist das permanente gerede vom "System" und wie flexibel stark er dort ist. Das glaube ich auch!

    Mit einer schwedischen Nati voller gut ausgebildeter Weltklassespieler kann man sich auch auf das "System" konzentrieren. In Zürich wird er aner auf Spieler treffen, die die nötigen Basics nicht mitbringen; die kaum ein Pass spielen können, die kaum Scheiben annehmen und bei 97 von 100 Schüssen das Tor nicht treffen. Da ist der Lehrer gefragt; nicht der Taktiker ...

    (Wir kennen das ja beim FCZ dort gibt es auch ein Projekt der Flexibilität, damit sich der Gegner systemisch nicht auf den FCZ einstellen kann. Da mag das Projekt ein fantasievoller Taktiker sein. Ein Fussball-Lehrer scheint er nicht zu sein ...)

    Zitat von snowcat


    jap!

    und vor allem sollten sie ihm zuhören in der organisation. vor allem der leuenberger! bin sicher, dass alle enorm von seinem wissen in sachen ausbildung profitieren können.

    wie ein mann nach jahrelanger nati betreuung mit einem club und täglichem training klarkommt, wird sich weisrn.

    Ja; machen lassen und schauen. Seit 2006 nicht mehr an der Clubbande / im Tagesgeschäft. Und dann heisst es noch so süfisant: Ziel NHL, wohl nur Zwischenstation ...

    Bin gespannt und sogar verhalten zuversichtlich.

    Mitten ins Zürcher Herz
    von Florian Raz, Thomas Schifferle

    Auf einmal ist Neuenburg der Nabel für die Zürcher Fussballwelt. Aus Neuenburg kommt der Xamax FCS, der letzten Sommer Aufsteiger in die Super League war und gleich als erster Kandidat auf den Abstieg gehandelt wurde. Gestern spielte er in Thun, und in Zürich schauten alle ins Berner Oberland. Sie ­hatten nur eine Hoffnung: dass Xamax verliert.

    Der FCZ tat das, weil er dann trotz des 0:3 in Basel wenigstens vier Punkte Reserve auf den ­Barrageplatz behalten würde. GC, weil es dann trotz des 0:1 gegen St. Gallen nur neun Punkte Rückstand auf Xamax hätte und eine Chance wenigstens von 1 Prozent auf den Ligaerhalt.

    Aber Xamax tut den ­Zürchern keinen Gefallen, Xamax verliert nicht, es gewinnt, und das absolut verdient. 2:0 steht es am Ende, Kemal Ademi und ­Samir Ramizi, beide mit kosovarischen Wurzeln, treffen.

    Eine verrückte Meisterschaft

    Ihre Tore tun den Zürcher Clubs so richtig weh. Die Grasshoppers sind zu 99,99 Prozent abgestiegen. Soll jetzt keiner mehr ­vorrechnen, sie könnten nach Punkten noch immer zu Xamax aufschliessen. Wie soll eine Mannschaft viermal gewinnen, die seit 17 Runden sieglos ist und gegen St. Gallen eine weitere kümmerliche Leistung abgeliefert hat?

    Und der FCZ liegt noch einen Punkt vor Xamax, vor dem Barrageplatz. Und nächsten Samstag muss er nach Neuenburg. Sein einziges Glück ist, dass ­Xamax auf seinen überragenden Topskorer Raphaël Nuzzolo verzichten muss, weil er in Thun für ein Dutzendfoul verwarnt wird und darum gesperrt ist. Er sagt: «Diese Gelbe Karte nehme ich für den Sieg gern in Kauf.»

    Nuzzolo ist nicht nur eines der Gesichter dieser Mannschaft, er ist eines der ganzen Meisterschaft, die so verrückt verläuft. Zwischen dem Dritten und dem Neunten, zwischen Lugano und Xamax, liegen nur fünf Punkte. «Alle wollen, dass wir verlieren», sagt Nuzzolo, «aber wir machen Druck auf die ganze Liga.»

    In Zürich dachten sie bei GC und beim FCZ nicht im Traum daran, dass sie diese Saison in Tabellenregionen landen würden, wo Xamax erwartet wurde. Europa League hiess ihre Vision, Platz 4. Ein Leben auf grossem Fuss. Zürcher Träume halt.

    GC und der FCZ zahlen für die gleiche Schwäche: ihre fatale Verblendung.

    Je 20 Millionen geben sie aus, um in der Super League zu spielen. Den Misserfolg könnten sie auf jeden Fall auch billiger haben. Was ihnen jetzt widerfahren ist, hat mehrere Gründe: ihre Verblendung, ihre miserable Transferpolitik und ihre Fehleinschätzung des Personals.

    Bei den Grasshoppers beginnt das noch ein wenig früher als beim FCZ, vor fünf Jahren schon, als Stephan Anliker Präsident wird. Mit seinem Namen steht er für ihren Zerfall. Er steht für den fatalen Hang bei GC, aufs falsche Personal zu setzen. Das beginnt beim CEO (Manuel Huber), geht weiter über die diversen Sportchefs (Rapic, Thoma, Huber, Walther) und Trainer (Bern­egger, Yakin, Fink und Stipic) bis zu den Spielern.

    Was die Spieler betrifft, ist die Liste fast ein Buch lang. Wer das aktuelle Kader anschaut, der kann nur den Kopf darüber schütteln, was sich Mathias Walther und Thorsten Fink bei seiner Zusammenstellung gedacht haben. Im Dezember zum Beispiel sagte Fink noch, ein, zwei Spieler würden sie noch holen, nicht mehr. Und was passierte? Sechs kamen, aber alle sechs sind Fehlgriffe, ­angefangen bei den teuersten: ­Yoric Ravet und Caiuby.

    Sie kamen von den Ersatz­bänken der Bundesliga mit der Vorstellung, bei GC um vordere Plätze zu spielen. Xamax dagegen holte aus Basel Geoffroy Serey Dié. Der ist kein filigraner Fussballer, aber ein zu allem entschlossener Arbeiter. Das stellt er auch in Thun eindrücklich unter Beweis. Serey Dié bringt das ­Realitätsdenken zum Ausdruck, das bei Xamax vorherrscht. ­Daran kann nicht einmal mehr Präsident Binggeli etwas ändern, der sich aus dem Schatten von Trainer Stéphane Henchoz lösen will und sich zunehmend als Selbstdarsteller gefällt.

    Bei GC müssen nun Stephan Rietiker als Präsident und Uli Forte als Trainer die Scherben aufkehren. Die Schuldigen dagegen lassen es sich gut gehen. Walther postet Bilder aus Istanbul, während GC leidet, Fink kassiert selbst nach seiner Entlassung 44'000 Franken im Monat.

    Der FCZ lebte von zwei Siegen

    Und der FCZ? Ach, dieser FCZ! Er hat sich bei den Transfers genauso verkalkuliert wie GC. Spätestens im Winter hätte er darauf reagieren müssen, dass er nach den Abgängen von Raphael Dwamena und Michael Frey im letzten Sommer keine Stürmer hat, die zu seinen Plänen passen.

    Er holte Spieler, ja, aber für die U-21, weil er da angeblich unterbesetzt war. Dafür gibt er Victor Palsson ab. Und macht Kevin ­Rüegg zum Nachfolger des Isländers als Captain. Sportchef Thomas Bickel sagt, dieser Entscheid verkörpere die Philosophie des FCZ. Rüegg allerdings ist überfordert mit der Aufgabe, mit seinen 20 Jahren ist er alles, nur keine Führungsfigur, kein Palsson. Nicht jeder ist in diesem ­Alter ein Matthijs de Ligt.

    Je schlechter die Resultate geworden sind, desto mehr haben Präsident Ancillo Canepa und Trainer Ludovic Magnin dazu ­geneigt, über die Schiedsrichter herzuziehen. Canepa nennt sie «dünnhäutig», ausgerechnet er, Magnin bezeichnet sie einmal gar als «Betrüger». Sie können damit trotzdem nicht von den eigenen Versäumnissen ablenken.

    Lange haben sie von zwei ­Siegen gelebt: von jenem vor einem Jahr im Cupfinal gegen YB und jenem im Oktober in der Europa League gegen Leverkusen. Magnin nutzte das, um sich als Trainer für grosse Spiele zu inszenieren. Inzwischen ist er nur noch ein Trainer für Niederlagen, acht sind es allein in der Rückrunde. Der Vielredner kann ebenso wenig ausblenden, dass unter ihm kein Spieler besser geworden ist. Canepa gibt seinem Trainer trotzdem eine Jobgarantie, selbst im Fall eines Absturzes in die Challenge League.

    Am Samstag also spielt der FCZ bei Xamax. Wozu der FCZ aktuell taugt, hat Magnins Assistent René van Eck nach dem 0:3 in Basel perfekt zusammengefasst: vorne nichts, hinten nichts und dazwischen Löcher wie ein Edamer Käse.

    Zitat von snowcat

    jetzt ist es ulli forte tatsächlich gelungen, 2x mit niederhasli abzusteigen. dass letzte mal nur am grünen tisch gerettet.

    fairerweise muss man aber sagen, dass er beide male erst kam, als der scherbenhaufen schon angerichtet war!

    Was man aber auch sagen darf; Fortes No-Name-Vorgänger muss sich statistisch nicht verstecken; obwohl "man" ihm den Klassenerhalt nicht zutraute ...

    Zitat von snowcat

    egal was xamax heute macht...

    ...wir haben noch xamax, thun, luzern und san gallen. zwei davon zu hause. wenn wir das nicht packen sind wir mehr als selber schuld!

    da aber hinter basel und yb alle gleich schlecht drauf sind, bin ich zuversichtlicher als noch vor 2 wochen. 4 punkte gegen xamax und san gallen dürften reichen.

    Ja, unser Restprogramm spricht schon eher für uns. Aber wir sind die einzigen ohne Trainer; oK; dafür mit einem Projekt ...

    Meine Gefühle für nächsten Samstag sind nicht gut. Dann könnte es noch überall massiv "räble"!! Aber nachher Thun, Luzern und SG; alles Teams, die ähnlich schlecht "laufen". Und da müssten die Heimspiele helfen ...

    Aber nervaufreibend.

    Zitat von Sevi


    das stimmt schon, mann muss aber auch locker flockig mit 20 Punkten Vorsprung durchmarschieren wie der FCZ dazumals... 1 Punkt Vorsprung reicht auch. Und Rietiker will im B angeblich auch mit einem Budget von 18-19 Mio arbeiten, da sollte mit den richtigen Leuten in der Führungsetage der Aufstieg klappen in den nächsten 1-2 Jahren.

    Hauptproblem:
    Bei uns zahlte der Präsi mit seinem Held für das Unterfangen.

    Bei GC wird der Präsi entschädigt für sein Amt ...

    Zitat von Larry

    Winti kann nicht aufsteigen, die Schützi erfüllt die Auflagen nicht. Sie haben sich für die Lizenz beworben wurde aber abgelehnt. Es gibt Lausanne oder einen A Club und Aarau, aber mit Heusler/Heitz wird das schon klappen und Geld wird auch genügend da sein. Falls man nicht erster wird kann man auch als zweiter aufsteigen! Denke in 1-2 Jahren sind sie wieder oben.

    Das Mandat Heusler/Heitz soll im Juni 2019 mit der Anstellung eines Sportchefs enden ...

    Sonntag 21. April 2019 10:50
    «Was sind das für Menschen, die einem den Tod wünschen?»

    Der Spitzenschiedsrichter Alain Bieri erhielt in diesem Frühjahr eine Morddrohung – im Interview erklärt er, wie er damit umgeht. Und ob er solche Nachrichten überhaupt liest.

    21.04.19 vonPeter M. Birrer, Thomas Schifferle

    Sind Sie ein guter Schiedsrichter?
    Wenn ich das Gefühl hätte, dass ich nicht gut bin, könnte ich wahrscheinlich keine Spiele auf diesem Niveau leiten. Aber ich glaube, dass ich das zu Recht darf – auch wenn ich nicht behaupte, dass ich ein überragender Schiedsrichter bin.

    Wieso nicht überragend?
    Das wäre ich wohl erst, wenn ich international mehr Erfolg hätte.

    Wann haben Sie das letzte Mal etwas Positives über sich gehört oder gelesen?
    Ich bemühe mich aus Selbstschutz, möglichst wenig über mich zu lesen, ob positive Dinge oder negative. Und es liegt in der Natur unseres Jobs: Wenn wir gute Arbeit abgeliefert haben, liest man darüber selten etwas. Aber ich habe auch gar nicht die Erwartung, viel ­Gutes über mich zu lesen.

    Anfang März ging nach einem Match ein Schreiben bei Ihnen ein, das Sie als Morddrohung verstanden. Was machte das mit Ihnen?
    Ich fragte mich: Muss ich das ernst nehmen? Wer ist das? Was sind das für Menschen, die einem den Tod wünschen? Wo leben wir da? ­Solche Gedanken begleiteten mich tagelang, und sie sind auch jetzt noch präsent. Ich reichte Strafanzeige ein, weil die Person, die so etwas macht, wissen muss, dass nichts eine solche Aktion legitimiert.

    Was ist mit dieser Person passiert?
    Das Verfahren läuft noch. Es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas erlebe. Vor ein paar Jahren drohte mir jemand, wenn ich das nächste Mal nach St. Gallen käme, würde mir etwas passieren… Ich ging zur Polizei, der Täter wurde eruiert. Er entschuldigte sich, ich stellte die Bedingung, dass all ­seine Einträge in den Foren gegen mich gelöscht werden und er 200 Franken einer gemeinnützigen Institution spenden muss. Dann zog ich die Anzeige zurück. Die Person muss lernen, dass eine solche Attacke nicht zu dulden ist. Viele der Mails, die wir bekommen, beinhalten irgendwelche Beleidigungen. Diese Post wird schnell entsorgt.

    Lesen Sie alles?
    Gezwungenermassen. Was im Maileingang auftaucht, lese ich.

    Wie viele Mails erhalten Sie nach einem Match?
    Manchmal keine, manchmal zehn.

    Und dann lesen Sie zehnmal, dass Sie nichts können…
    ...das wäre noch eine harmlose Form. Aber diese Menschen wissen nicht nur, was der Schiedsrichter verkehrt gemacht hat, sie wissen auch, welche Spieler der ­Trainer aufstellen muss, welches System das richtige ist – sie wissen alles. Für mich sind das Wutbürger, die grundsätzlich Frust ­haben. Und einer muss dafür den Kopf hinhalten.

    Zwischen dem 17. Februar und dem 10. März leiteten Sie vier Spiele, in Basel, Lugano, Aarau und Thun, und nach jedem gab es Diskussionen wegen strittiger Entscheide. Schlugen Sie da erst recht keine Zeitung auf?
    Ich lese grundsätzlich keine Berichte von Partien, die ich leitete.

    Die Fernsehzusammenfassungen werden Sie geschaut haben…
    ...ja…

    ...und da kamen Sie nicht speziell gut weg.
    Die Berichterstattung im Fernsehen empfinde ich als relativ neutral, sie ist kaum einmal sehr kritisch. Es werden Dinge infrage gestellt, aber ich muss ja auch sagen: In den Partien, die Sie ansprechen, gab es Szenen, die man kritisch ­beleuchten darf.

    Im welschen Fernsehen fiel in einer Sendung der Satz: «Bieri pfeift manchmal falsch und oft für die Gleichen.» Das heisst zugespitzt: Sie leisten sich Fehler – und sind parteiisch.
    Wenn man mir Absicht unterstellt, entbehrt das jeder Grundlage. Derartige Kommentare sind völlig unfair und so abstrus, dass ich mir solche Beiträge nicht anschaue.

    Sie werden sicher darüber informiert. Gehen solche Spitzen spurlos an Ihnen vorbei?
    Nein, weil mich ein Gefühl von Ungerechtigkeit befällt. Ich behaupte ja nicht, fehlerfrei zu sein, um Gottes willen, ich hatte zwei, drei Entscheide, die ich mithilfe des Video Assistant Referees (VAR) anders gefällt hätte. Aber noch gibt es den nicht, noch muss ich innert kürzester Zeit entscheiden. Wenn man kritisiert, dass ich in einer Situation falsch gelegen habe, ist das kein Problem.

    Haben Sie ein Beispiel?
    Bei Thun - Zürich verzichtete ich nach einer Intervention von Goalie Guillaume Faivre gegen Benjamin Kololli auf einen Penaltypfiff – unter dem Strich ist es ein Foul. Ich muss danach keine Ausrede ­suchen. Fehler, Punkt!

    Wenn Sie in der ersten Halbzeit eine strittige Aktion hatten, schauen Sie in der Pause die Bilder an?
    Das kommt vor.

    Blockiert es Sie nicht, wenn Sie wissen, dass Sie allenfalls einen gravierenden Fehler gemacht haben?
    Mir ist es wohler, wenn ich sofort Bescheid weiss. Sonst studiere ich möglicherweise länger darüber nach, ob ich hätte pfeifen müssen oder nicht. Manchmal versuchen Trainer oder Spieler in der Pause weiszumachen: klarer Fall, wir haben eben die Bilder gesehen. Dann schaue ich mir die besagte Sequenz selber an und komme zum Schluss: Klar ist hier gar nichts.

    Wenn Zürichs Präsident Ancillo Canepa auf der Tribüne von Skandal redet, dass Sie Faivres Foul an Kololli nicht erkannten, wenn Trainer Ludovic Magnin bemerkt, er sehe das aus 500 Metern Entfernung: Was geht Ihnen da durch den Kopf?
    Das ist Polemik. Die Herren haben doch keine Erfahrung als Schiedsrichter, sie wissen nicht, wie das ist, einen solchen Entscheid mit ganz neutraler Optik zu treffen. Aber vielleicht meinen sie, es gehöre zur Unterhaltung in diesem Geschäft.

    Können Sie darüber lachen?
    Nein. Eigentlich ist es ein Zeichen von mangelndem Respekt unserer Arbeit gegenüber. Selber noch kein Spiel gepfiffen und dann behaupten, man sehe etwas aus 500 Metern Distanz… Das ist dasselbe, wie wenn ich mir erlauben würde, nach einem haltbaren Treffer zu sagen: Diesen Ball hätte sogar ich abgewehrt – obwohl ich noch nie in meinem Leben Goalie war. Ich masse es mir nicht an, die Arbeit eines Präsidenten, eines Trainers, eines Sportchefs, eines Spielers zu beurteilen. Gleichzeitig ist das Umgekehrte normal.

    Offenbar wird das toleriert.
    Ich kenne es nicht anders. Ein Trainer sagte mir einmal: «Ich darf reklamieren.» Ich sagte: «Nein, Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus.» Wenn mir jemand sagen will, ich hätte einen Fehler gemacht, geht das auch sachlich, unpolemisch und abseits der Öffentlichkeit. Ich finde, wir Player in diesem Business sollten uns mehr als Partner sehen, weniger als Gegner. Sehr oft ist es ein Ablenken von den eigenen Problemen, wenn man auf den Schiedsrichter losgeht. Schade.

    Als Sie in Basel einen Penalty gegen Sion pfiffen, hat Ihnen der Walliser Präsident Christian Constantin ins Gesicht gesagt, Sie seien ein Betrüger…
    ...hat er, ja...

    ...und er erhält dafür 500 Franken Busse. Ist das eine angemessene Sanktion?
    Es ist nicht mein Job, das zu beurteilen. Wie viel 500 Franken für Herrn Constantin sind, will ich nicht weiter kommentieren. Es gibt Dinge, die gehören sich einfach nicht für einen Präsidenten.

    Was geht in Ihnen vor, wenn sich Constantin vor Ihnen aufbaut?
    Es beeindruckt mich nicht besonders. Auch deshalb, weil mir bewusst war, dass Herr Constantin die Szene nicht völlig neutral angeschaut hat. (Sion-Goalie Fickentscher hatte zuerst den Ball gespielt, aber danach deutlich Bua getroffen.) Er sagte mir auch noch, der FC Sion würde nicht mehr zur zweiten Halbzeit antreten und heimfahren.

    Ja?
    Ich nahm es zur Kenntnis. Es half sicher, dass ich ein relativ ruhiger Mensch bin. Ich darf mich nicht einschüchtern lassen. Obwohl: Was danach medial passierte, war schon massiv. Aus diesem Penaltypfiff einen Skandal zu machen, das ist unverständlich. Die Journalisten, die solche Schlagzeilen ­machen, müssen sich bewusst sein, was sie damit auslösen.

    Nämlich?
    Dass sie die Stimmung unnötig aufheizen. Vielleicht verkaufen sie ein paar Zeitungen mehr, ist ja schön für sie. Aber sie tragen auch noch eine andere Verantwortung.

    Wenn Sie in einem Stadion verhöhnt und beleidigt werden…
    ...prallt das an mir ab.

    Früher riefen die Zuschauer noch, wenn sie unzufrieden waren: «Schiedsrichter ans Telefon!» Irgendwann hiess es: «Hängt sie auf, die schwarze Sau!»
    Die Sprache ist rauer geworden, aber das ist ein gesellschaftliches Phänomen. Und die sozialen ­Medien, die Möglichkeit, Kommentare abzugeben und anonym zu bleiben – das alles kommt ­erschwerend hinzu.

    Kamen Sie – gerade in diesem Frühjahr – nie an den Punkt, an dem Sie dachten: Schluss, ich habe genug?
    Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte mir nie Gedanken darüber gemacht. Will und brauche ich das noch?

    Was hat Sie motiviert, nicht aufzuhören?
    Ich will den Leuten, die mich angreifen und verunglimpfen, nicht Recht geben. Ich lasse mich nicht zum Rücktritt drängen.

    Woher nehmen Sie die mentale Stärke?
    Ich bin seit 25 Jahren Schiedsrichter, und wenn man einen 5.-Liga-Match an einem Sonntagmorgen leitet, gehts manchmal noch anders zu und her. Nur kann man am Montag über seine Leistung nichts lesen. Man lernt in dieser Funktion, man sammelt Erfahrungen Und ich habe ein gutes Umfeld, Freunde, die mich unterstützen, die sagen: «Du hast 180 Partien in der Super League geleitet. Du kannst unmöglich eine Pfeife sein, sonst hätten sie dich längst aus dem Verkehr gezogen.»

    Wieso sind Sie gerne Schiedsrichter?
    Weil trotz allem bis 80 Prozent der Spiele ohne grössere Probleme über die Bühne gehen. Und weil man dafür viel Anerkennung bekommt. Vielleicht nicht von der Fankurve, aber das erwarte ich auch nicht, weil die Wahrnehmung der Fans von ihren Emotionen geprägt ist. Aber viele Leute, die das neutral und gelassen anschauen, finden es eine beeindruckende Leistung, ein Spiel zu leiten und dem Druck standzuhalten.

    Haben Sie sich schon über die eigene Leistung geärgert?
    Es gibt Momente, in denen ich im Nachhinein denke: Gottfriedstutz, wieso habe ich das nicht gesehen? Andererseits muss ich alle zehn ­Sekunden einen Entscheid fällen. Das macht pro Spiel über 500 Entscheide. Ich kann unmöglich alles genau sehen. Vieles hat mit Erfahrung, mit Bauchgefühl zu tun, auf das ich mich auch einmal verlassen kann. Aber wenn es dann eine Häufung von Spielen mit kniffligen Entscheiden gibt, fängt man an zu zweifeln: Kann ich mich noch auf mein Gefühl verlassen? Diese Verunsicherung, die ärgert mich.

    Welche Spieler sind für Sie im Umgang schwierig?
    Tendenziell sind es eher die Älteren, jene mit ausgeprägter Persönlichkeit, die gerne kommunizieren und die jeder Trainer gerne in seiner Mannschaft hat. Die Jungen, die aus den Academys kommen, halten sich mehrheitlich zurück.

    Georges Bregy soll früher manchmal schon nach 30 Sekunden zum Schiedsrichter gesagt haben: «Du pfeifst heute wieder einen Mist zusammen.»
    (lacht) Und dann gibt es jene, die im zweiten Meisterschaftsspiel ­sagen: «Die ganze Saison schon immer gegen uns...» Das sind Standardsprüche, über die man schmunzeln kann und soll.

    Ist es eine Kunst, weghören zu können?
    Ja.

    Gibt es nie einen Konter von Ihnen?
    Doch. Als Schiedsrichter dürfen wir nicht zu dünnhäutig sein. Es wird verlangt, dass wir einstecken können, das ist auch okay. Aber dann sollten wir auch einmal reagieren dürfen. Früher machte ich das nie, heute kommt es zwischendurch vor.

    In welcher Form?
    Als einmal ein Ersatzspieler eingewechselt wurde und nach einer Minute schon reklamierte, sagte ich ihm: «Du darfst das nächste Mal etwas sagen, wenn du von ­Anfang an spielst.» Das ist ja nicht unanständig.

    Zitat von Der Weise

    Ich will eigentlich nix schönreden, aber wenn seit Wochen jede Entscheidung auf dem Platz gegen dich gefällt wird, habe ich ein gewisses Verständnis für die Situation, es entschuldigt das Verhalten nicht, ist aber erklärbar. Kommt dazu dass sehr oft die gleiche Peron involviert ist...
    Man muss sich nicht immer alles gefallen lassen! Würd mich einfach mal interessieren aus welchem Grund der Basler mit Gelb belohnt wurde, denn gesehen haben sie es ja.

    Und jetzt sind wir beim Huhn und beim Ei ...

    Eine intelligente Person würde erkennen, dass die Situation nicht befriedigend ist, und verändert werden muss. Gleichzeitig würde sie erkennen, dass die Veränderung bei ihr beginnt!!