Beiträge von Larry

    Unglaublich! Wieder das Trio Grande! Jeden Stutz sind die drei wert! Alle Statistiken waren auch am Schluss gegen uns, aber eine alte Wahrheit schlug wieder einmal zu: Wer sie nicht macht der kriegt sie!

    Grande Malgin! :geil:

    Jetzt am Sechseläuten (!) den Pott zum letzten mal (!) ins Hallenstadion holen!

    Besser könnte es gar nicht sein!

    PS: MySports alles ok, ich bin Andreas Hänni Fan geworden! :applaus:

    unser letztes Powerplay war lächerlich....

    PP Nr. 2 war schwach! Der Falsche Block auf dem Eis vertrödelte praktisch die ganze Zeit, für den ersten Block blieben noch 30 Sekunden. PP Nr. 3 mit dem richtigen Block leider nicht viel besser.

    Vorteil: Es steht nur 1:0

    Schiris pfeifen kleinlich, sollten mehr laufen lassen! Kein Fingerspitzengefühl als wir schon in Unterzahl waren und sie uns in eine 5:3 Situation schickten wo prompt das Tor fiel. Auch Andreas Hänni meinte es ist Playoff und das wird normalerweise nicht gepfiffen.

    Eishockey: Playoff-Final EV Zug - ZSC Lions

    Der ZSC überzeugt – und hat doch eine Sorge

    Die Zürcher führen vor dem dritten Spiel in Zug bereits 2:0. Geht es in diesem Stil weiter – oder kehrt der Favorit zurück? Was bislang auffiel.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp
    Publiziert heute um 11:00 Uhr

    Enges Duell: ZSC-Stürmer Denis Malgin wird vom Zuger Topskorer Jan Kovar bedrängt.


    Enges Duell: ZSC-Stürmer Denis Malgin wird vom Zuger Topskorer Jan Kovar bedrängt. Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)


    Das ZSC-Powerplay


    Statistik-Nerds mögen monieren, dass zwei Spiele eine viel zu kleine Stichprobengrösse sind, doch der ZSC hat im Final bislang aus sieben Powerplays drei Tore erzielt. Und es geht ja nicht bloss um die Tore. Die Lions zelebrieren ihr Überzahlspiel bisweilen, zumindest dann, wenn die erste Formation auf dem Eis steht.

    Dann wird entlang der blauen Linie gezaubert, Maxim Noreau, Sven Andrighetto und Denis Malgin sind die Steuermänner, die exzellent schiessen und passen können und damit für den Gegner äusserst unberechenbar sind. Ein Denis Hollenstein hat hier «bloss» den Part des zentralen Stürmers, der den Puck ablenken und hin und wieder zum magischen Trio zurückspielen soll. Marco Pedretti schliesslich übernimmt die «Drecksarbeit», er soll Zug-Goalie Leonardo Genoni die Sicht nehmen. Volume 90%


    Die 1. Powerplay-Formation der Lions ist schwer zu lesen: Mit Maxim Noreau (#56) auf der blauen Linie, Linksschütze Sven Andrighetto (Topskorer) auf der rechten, sowie Rechtsschütze Denis Malgin (#62) auf der linken Seite verfügen die Zürcher über drei Spieler, die genauso gute Direktschützen wie auch Passeure sind. Video: Mysports

    Und ja, das mag dann und wann zu verspielt wirken, Kunst um der Kunst willen. So wie die folgenden 30 Sekunden ungeschnittenen Katz-und-Maus-Spiels. Aber versetzen Sie sich kurz in die Haut der Zuger. Zum Beispiel in jene von Topskorer Jan Kovar oder Verteidiger Dominik Schlumpf: Nein, das kann keinen Spass machen. Volume 90%


    Aus Spiel wird Gefahr: Mit Denis Hollenstein (#91) ist ein ebenfalls exzellenter Stürmer bereit für Ablenker vor dem Tor. Video: Mysports

    Und dann gibt es ja noch die 2. Formation, die ZSC-Coach Rikard Grönborg fast gleich oft aufs Eis schickt. Im Vergleich zu Malgin und Co mag ihr Spiel wie Hausmannskost wirken, torgefährlich sind sie dennoch, aber auf ganz andere Weise. Justin Azevedo und Marcus Krüger ziehen die Fäden hinter dem Tor, gesucht wird der Direktpass auf Simon Bodenmann und Dominic Diem im Slot oder Patrick Geering an der blauen Linie. Das Zuger Boxplay muss also mit mehreren Varianten zweier unterschiedlicher Formationen zurechtkommen. Mehr Variabilität geht nicht. Volume 90%


    Varianten der 2. Powerplay-Formation: Hier ziehen Marcus Krüger (#16) und Justin Azevedo (#51) hinter dem Tor die Fäden, die Gefahr kommt aus dem Slot durch Simon Bodenmann (#26). Video: Mysports

    Wie gut ist bislang eigentlich Zugs Powerplay im Final? Das wissen wir nicht so genau, da der EVZ erst zweimal überhaupt in Überzahl spielen konnte. Das ZSC-Boxplay war davor im Playoff vor allem gegen Gottéron stark, noch besser ist natürlich, wenn man fast keine Strafen kassiert …


    Die neue Unberechenbarkeit bei 5-gegen-5


    Wir haben es hier während der Regular Season immer wieder moniert: Der ZSC hätte die Spieler und damit die Möglichkeit, die Gegner auch mit schnellen Gegenstössen zu ärgern. Mit langen Pässen und schnellen Abschlüssen. Schnelle Gegenstösse? Das waren bei den Lions bislang meist Rushes ihres flinksten Stürmers Malgin. Aber Rikard Grönborg bevorzugt nun einmal die Scheibenkontrolle. Und ein Coach, der im Final mit 2:0 vorne liegt, hat immer recht.

    Doch was wir plötzlich bereits in den Serien gegen Biel und Fribourg sahen, findet im Final seine Fortsetzung. Nicht, dass die Zürcher plötzlich auf diese langen Pässe im Spielaufbau setzen würden, doch der EVZ muss sich dennoch vorsehen, denn immer wieder wird auch diese Variante nun eingestreut: Volume 90%


    Langer Pass, schneller Abschluss: Normalerweise nicht die Priorität im ZSC-Spiel, nun gegen Zug dennoch mehrfach gesehen. Video: Mysports

    Das Siegestor Malgins in Spiel 2 hatte genau so einen Spielzug als Ursprung. Christian Marti lancierte Hollenstein mit einem langen Pass, dieser schoss zwar nicht schnell, setzte aber mit seinem Rückpass auf Torschütze Malgin den ganzen EVZ-Block schachmatt. Volume 90%


    Das entscheidende Tor in Spiel 2: Verteidiger Christian Marti spielt den langen Pass, Denis Hollenstein wird zum Vorbereiter des Treffers von Denis Malgin. Video: Mysports


    Ihn bekommt der ZSC nicht in den Griff


    Einmal mehr ist er plötzlich Zugs vorderster Spieler: EVZ-Verteidiger Christian Djoos wird von ZSC-Abwehrspieler Yannick Weber und Goalie Jakub Kovar beäugt.


    Einmal mehr ist er plötzlich Zugs vorderster Spieler: EVZ-Verteidiger Christian Djoos wird von ZSC-Abwehrspieler Yannick Weber und Goalie Jakub Kovar beäugt. Foto: Christian Merz (Keystone)

    Wenn eine Serie derart eng ist wie dieser Final, können wir natürlich nicht nur den ZSC loben. Der EVZ verlor 2:3 (nach 2:0-Führung) und 1:2 (nach 1:0), könnte also genauso gut 2:0 in Führung liegen. Ja, er ist bei normalem 5-gegen-5-Hockey sogar gefährlicher als der ZSC, kreiert mehr Torchancen, die er aber bislang noch und noch ungenutzt lässt.

    Ein Grund für die vielen Zuger Torchancen: Kein anderes NL-Team integriert bei Gegenstössen seine Verteidiger so effizient in den Angriff. Alle beteiligen sich, selbst Haudegen wie Claudio Cadonau. Doch vor allem ein Zuger Abwehrspieler bereitet den Zürchern diesbezüglich Kopfschmerzen: Christian Djoos. Der Schwede findet immer wieder Wege vors ZSC-Tor. Mit etwas Abschlussglück und ohne die überragende Leistung von ZSC-Goalie Jakub Kovar hätte sich Djoos problemlos zum Topskorer der ersten beiden Spiele machen können.

    Djoos spielt schlau und variantenreich. Er ist gefährlich, wenn er zu seinen Sprints ansetzt: Volume 90%


    Christian Djoos, der Sprinter: Er startet zuhinterst und kommt zuvorderst zum Abschluss. Video: Mysports

    Er kann auch Roman Josi imitieren, wenn er die Rolle des Scheibenträgers übernimmt: Volume 90%


    Christian Djoos macht den Roman Josi: Von ganz hinten nach ganz vorne, hier aber als Puckverteiler. Video: Mysports

    Und er hat auch das feine Gespür, wann er nach Druckphasen in der ZSC-Zone vors Tor stechen muss: Volume 90%


    Christian Djoos, die «Schlange»: Auch nach einer Druckphase in der ZSC-Zone weiss der Schwede, wann er zubeissen respektive vors Tor stechen muss. Video: Mysports

    All das hier war nur eine Auswahl von Djoos’ Offensivaktionen. Lange kann das so nicht gut gehen für den ZSC, er muss für Djoos eine Lösung finden, am besten schon in Spiel 3.


    Was tun die Trainer?


    Die Coachs im Final: Der eine (Rikard Grönborg) lacht mit seinem überragenden Goalie (Jakub Kovar) …


    Die Coachs im Final: Der eine (Rikard Grönborg) lacht mit seinem überragenden Goalie (Jakub Kovar) … Foto: Walter Bieri (Keystone)


    1 / 2

    Es wurde da und dort auch ein «Eis-Schach» zwischen den Skandinaviern Rikard Grönborg (ZSC) und Dan Tangnes (Zug) befürchtet. Bislang vorwiegend zu Unrecht. Zwei kleine Müsterchen gab es dennoch: Tangnes griff in Spiel 1, als er als Heim-Coach das Recht des letzten Wechsels hatte, in einem Fall tatsächlich zum «Line-Matching», also dem taktischen Stilmittel, die immer gleiche Formation auf eine bestimmte gegnerische Linie zu setzen. Und so verbrachte Zugs Defensiv-Center Anton Lander 14 seiner 18 Shifts bei 5-gegen-5 gegen die Zürcher Toplinie Andrighetto/Malgin/Hollenstein. Wiederholt sich das am Samstag in Spiel 3?

    Grönborg seinerseits hielt am Mittwoch in Zürich in Game 2 nichts von solchen Spielchen. Eines liess er sich aber nicht nehmen: Azevedo und Krüger, die beiden wohl besten Bullyspieler der Liga, hat er nicht nur in einer Linie vereint. Er brachte sie in Spiel 2 kaum mit fliegenden Wechseln aufs Eis, sondern fast nur nach Spielunterbrüchen, dafür exzessiv. Damit sie Bullys spielen (und gewinnen) können: Vor allem Krüger dominiert mit bislang 74 Prozent gewonnener Anspiele – als gut gelten bereits 55 …

    Sehen wir Änderungen in Spiel 3? Angesichts der Torflaute würde sich bei Zug der erstmalige Einsatz von Flügelstürmer Carl Klingberg anbieten. Doch welchen anderen Import würde Tangnes dann rausnehmen? Da sein Topskorer und Captain Jan Kovar wohl genauso gesetzt ist wie die beiden Verteidiger Djoos und Niklas Hansson, würde es wohl Lander treffen. Ohne ihn würde Tangnes dann aber jener defensive Stürmer fehlen, den er in Spiel 1 auf die Malgin-Linie ansetzte. Was also wird der EVZ-Coach tun? Die Antwort gibt es am Samstag um 20 Uhr.

    Bin auch gespannt wie sie's heute vor dem Gästeblock organisieren wollen, so ein "kleines Public Viewing". Wenn 20 Leute kommen, kein Problem. Wenn 80 Leute kommen wird's schon schwieriger. Bei 150? So von wegen Gruppendynamik. Und auch interessant zu sehen wird sein, in welcher Form das vorher mit den Clubverantwortlichen und der Zuger Polizei vorbesprochen wurde dann und umgesetzt wird.

    Kann mir nicht vorstellen das dies nicht mit Zug abgesprochen wurde. Falls nicht könnte das schnell zu Ende sein.

    Der ZSC-Trainer Rikard Grönborg sagt: «Er (Malgin) ist definitiv gut genug, um in der NHL zu spielen. Er hat alles. Das Tempo, die Technik, die Spielintelligenz. Es geht nur darum, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.

    Bei Toronto und den Panthers waren zu viele gute Spieler im Weg um eine Top 6 Position zu besetzen, aber in einem Team aus den hinteren Regionen würde ich ihn schon wieder in der NHL sehen. Werden wir Meister und er Playoff Topskorer könnte das wieder eine Türe öffnen, in dem Fall auch für Grönborg.

    der zürcher geldadel, welcher gcn nahe steht, auch langsam aber sicher ausstirbt.

    Das Geld wird vererbt und die Kinder deren sind normalerweise auch GC Fans bzw. Sympathisanten. Sie halten sich aber im Moment im Hintergrund, solange irgendwer zahlt. Die Frage ist was passiert wenn niemand mehr bezahlt, kommen sie dann aus der Deckung und retten GC? Auf jeden Fall dürfte das neue Stadion (das kommt auf jeden Fall, man muss einfach durch alle Instanzen) GC neuen Schub geben, denn viele GC Fans gehen partout nicht in den Letzi. Aber ja, gross ist die Fanbase nicht, war sie noch nie bzw. schon lange nicht mehr.

    Sündhaft teure Versuchungen – gelungene Investments beflügeln die ZSC Lions in der Finalserie gegen den EV Zug

    Die erste ZSC-Offensivlinie mit Denis Malgin, Sven Andrighetto und Denis Hollenstein macht im Play-off-Final bis jetzt den Unterschied aus. Nicht überall in der Liga sind die teuersten Spieler aber auch die besten.

    Nicola Berger (NZZ)


    Der ZSC-Stürmer Sven Andrighetto feiert am Mittwoch (20. 4.) sein Tor zum 1:1 im zweiten Spiel des Play-off-Finals gegen den EV Zug.

    Der ZSC-Stürmer Sven Andrighetto feiert am Mittwoch (20. 4.) sein Tor zum 1:1 im zweiten Spiel des Play-off-Finals gegen den EV Zug.

    Christian Merz / Keystone

    Die Investitionsfreudigkeit im Schweizer Eishockey ist ungebrochen, auch eine Pandemie konnte sie nicht stoppen. Manager ziehen ihren Verwaltungsräten oder Mäzenen Geld aus der Tasche, um auf dem Transfermarkt Prestigeerfolge zu realisieren – und sei es nur, um den eigenen Job zu sichern.

    Es gibt Verträge, bei denen schon bei der Unterzeichnung klar ist, dass sie problematisch sind. Der Stürmer Benjamin Baumgartner ist so ein Fall; er wechselte 2021 von Davos nach Lausanne, verdiente dort im ersten Jahr 450 000 Franken und wird in der nächsten Saison noch 50 000 mehr erhalten.

    Baumgartner, 22, produzierte in dieser Saison nur 15 Skorerpunkte, war unterdessen der 13. Stürmer; sein Vertrag führt eine Liste von Übereinkünften mit spektakulär schlechten Preis-Leistungs-Verhältnissen an. Auf ihr stehen auch Spieler wie Yannick Herren (bei Gottéron mit einem Lohn von einer halben Million Franken, zuletzt an Lugano weitergereicht), Gilles Senn (in Davos nur Ersatzgoalie), Calle Andersson und Vincent Praplan (beide für den gescheiterten SC Bern tätig).

    Denis Malgin musste den Umweg über Lausanne nehmen

    Es ist ohnehin eine Definitionsfrage, ob sich die Aufwendungen rechnen. Ob das nur dann der Fall ist, wenn das ultimative Ziel erreicht wird: der Meistertitel. Aber eigentlich ist die Rechnung einfach: In einem Kollektiv müssen die teuersten Spieler die besten sein.

    Bei den ZSC Lions ist das zurzeit der Fall. Das ist vielleicht der Hauptgrund dafür, dass den Zürchern nur noch zwei Siege zum zehnten Meistertitel der Klubgeschichte fehlen. Die Stürmer Sven Andrighetto, Denis Malgin und Denis Hollenstein bilden die womöglich teuerste Sturmlinie, welche das Schweizer Eishockey je gesehen hat. Und sie ist im bisherigen Play-off die produktivste: Andrighetto ist mit 15 Skorerpunkten ligaweit der beste Skorer, Malgin (14) und Hollenstein (8) gehören ebenfalls zu den Top Ten.

    Sie waren alle Prestigetransfers des ZSC, der auf dem Transfermarkt die Muskeln spielen liess und sich finanziell streckte. Hollenstein warben die Zürcher 2018 vom Kantonsrivalen Kloten ab, Andrighetto kehrte 2020 von einem unbefriedigenden Abenteuer in Russland zurück, Malgin unterschrieb erst kurz vor dem Start der laufenden Saison in Zürich.

    Malgin, 25, ist so etwas wie der Königstransfer. Er hat den ZSC auf ein neues Level gehoben – und die Abhängigkeit des Teams von Andrighetto reduziert. Malgin spielte schon bei den Junioren im ZSC, ehe er 2016 nach Nordamerika wechselte und den Sprung in die NHL schaffte. 2020 fanden die Toronto Maple Leafs keine Verwendung mehr für ihn, worauf er leihweise in die Schweiz zurückkehrte.

    Malgin schloss sich allerdings zunächst Lausanne an, dem Klub, der von Petr Svoboda gemanagt wird. Svoboda ist jener Mann, der in Nordamerika Malgins Agent war. Der Wechsel in die Waadt kam vor allem deshalb zustande, weil es für Malgin in Zürich noch keinen Platz gab. Lange war damals unklar, wann die NHL-Saison beginnen würde, und dem Sportchef Sven Leuenberger war seinerzeit das Risiko zu gross, neben Marco Rossi (heute Minnesota Wild) und Pius Suter (Detroit Red Wings) einen dritten Stürmer aufzunehmen, der nur temporär zur Verfügung steht.

    Leuenberger sagt: «Die Kommunikation war offen und ehrlich. Wir blieben im regen Austausch und haben ihm klar signalisiert, dass wir ihn für 2021 gerne verpflichten würden.» Der Transfer wurde zwar Tatsache, er entwickelte sich jedoch zu einer Geduldsprobe. Weil lange nicht klar war, ob sich Malgin sogar eine weitere Chance in der NHL bieten würde. 192 Partien hat der Künstler in dieser Liga schon bestritten, und es ist nicht ausgeschlossen, dass er sein Palmarès dort irgendwann erweitern kann.

    Der ZSC-Trainer Rikard Grönborg sagt: «Er ist definitiv gut genug, um in der NHL zu spielen. Er hat alles. Das Tempo, die Technik, die Spielintelligenz. Es geht nur darum, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Ich habe in meiner Karriere schon Weltklasse-Spieler coachen dürfen. Er befindet sich in dieser Kategorie.» Denis Malgin erlebt ein Hoch im ZSC-Dress. Dabei hatte er bei seiner Rückkehr in die Schweiz zuerst bei Lausanne anheuern müssen.

    Denis Malgin erlebt ein Hoch im ZSC-Dress. Dabei hatte er bei seiner Rückkehr in die Schweiz zuerst bei Lausanne anheuern müssen.

    Christian Merz / Keystone

    Malgins Vertrag im ZSC ist bis ins Jahr 2025 gültig, aber vor einem Abgang schützt das den Klub nicht. Leuenberger sagt: «Natürlich hoffen wir, dass er bleibt. Der Faktor Spass ist nicht zu unterschätzen. Es ist wahrscheinlich erfüllender, hier mit einer sehr wichtigen Rolle 20 Minuten pro Spiel zu kriegen, als irgendwo mit 7 Minuten Eiszeit zu versauern.»

    Ein kraftvoller Mix: hier der hyperehrgeizige Andrighetto, da der Stoiker Hollenstein, dort der sensible Künstler Malgin

    Die Spielfreude ist Malgin, dem zurzeit besten und kreativsten Spieler der Liga, anzumerken; sie ist Teil seines Charmes, seiner Unwiderstehlichkeit. Mit den Linienkollegen Andrighetto und Hollenstein harmoniert er prächtig – zumal gemessen am Umstand, dass Grönborg sie erst in der Viertelfinalserie gegen Biel vereinte, in der Stunde der Not, als der ZSC vor dem vorzeitigen Ausscheiden stand.

    Grönborg sagt: «Wir brauchten eine offensive Linie, die uns tragen kann. Da haben wir das versucht. Und es hat schnell funktioniert. Sie ergänzen sich gut. Malgin mit seinem Speed, Andrighetto mit seiner Klasse und Hollenstein mit seiner Schusskraft. Es hilft, dass alle drei über sehr viel Qualität verfügen.» Hollenstein sagt: «Wir haben uns schnell gefunden und wissen genau, wo der andere steht.»

    Vielleicht sind es auch die gegensätzlichen Persönlichkeiten, die diesen Mix so kraftvoll machen: hier der hyperehrgeizige Andrighetto, da der Stoiker Hollenstein, dort der sensible Künstler Malgin. Andrighetto sagt: «Wir verstehen uns auf und neben dem Eis sehr gut. Und es war nicht schlecht, dass wir gegen Biel das Messer am Hals hatten. Das hat uns noch enger zusammengeschweisst.»

    Der erste Block hat auch in den ersten zwei Partien der Finalserie gegen Zug den Unterschied ausgemacht. Als der ZSC im ersten Vergleich ein 0:2 in ein 3:2 verwandelte, stand Andrighetto mit zwei Assists am Ursprung der Wende. Und beim hart erkämpften 2:1-Sieg vom Mittwoch im Hallenstadion hiessen die Torschützen Malgin und Andrighetto.

    Die Zürcher Traumfabrik befeuert die Phantasie der Konkurrenz

    Salopp gesagt: Die teuersten Profis des ZSC sind bis jetzt besser und produktiver als diejenigen des EVZ, bei dem Grégory Hofmann noch keine Entfaltung gefunden hat und der Goalie Leonardo Genoni nicht so unüberwindbar wirkt wie auch schon. Die Investitionen in Hofmann und Genoni, die teuersten Zuger Profis der Klubgeschichte, haben sich für den EVZ mit dem Titel von 2021, dem ersten nach 23 Jahren, dennoch bereits gelohnt – unabhängig vom Ausgang dieser Finalserie.

    In Zürich hoffen sie, dass sich über Malgin und Andrighetto in wenigen Tagen selbiges sagen lässt. Und der Rest der Liga hofft, dass die nächste sündhaft teure Transferversuchung 2023 Rendite in Form eines Titels abwirft. Die Zürcher Traumfabrik um Malgin und Andrighetto befeuert auch die Phantasie der Konkurrenz.

    INTERVIEW

    Der FCZ-Captain Yanick Brecher sagt: «Ich hätte überhaupt kein Problem damit, mein ganzes Fussballerleben im FC Zürich zu verbringen»

    Der FC Zürich wird bald den 13. Meistertitel der Vereinsgeschichte feiern. Sein Goalie Yanick Brecher spricht darüber, wie er sich als Führungsspieler entwickelt hat. Und warum seine Frau im Haushalt in Geldfragen die Expertin ist.

    Fabian Ruch (NZZ)


    Wie Yanick Brecher erzählt, haben sie beim FCZ einen Spruch, der sie gern trainieren lässt – auch wenn es schneit.

    Wie Yanick Brecher erzählt, haben sie beim FCZ einen Spruch, der sie gern trainieren lässt – auch wenn es schneit.

    Michael Buholzer / Keystone

    Wann dachten Sie erstmals: In dieser Saison kann der FC Zürich tatsächlich Meister werden?

    Das ist nicht so lange her, ein paar Wochen vielleicht. Wir hatten zwar auch in der Winterpause einen grossen Vorsprung, aber ich erwartete ebenfalls, dass der FC Basel und vor allem YB schon noch zur Siegesserie ansetzen würden.

    Bis vor einer Woche wurde beim FCZ fast übertrieben defensiv kommuniziert, wenn es um meisterliche Ambitionen ging. War das auch eine Art Spielchen des Vereins?

    Überhaupt nicht. Wir wollten unsere Lockerheit behalten und keinen Druck aufbauen, weil wir dann etwas zu verlieren gehabt hätten. Es gab auch keinen speziellen Workshop, keine geheimen Zettel, nichts. Wir fokussierten uns immer auf die nächste Aufgabe. Uns begleitet ein Spruch durch die Saison, da geht es darum, dass man sich den Erfolg verdienen muss. Hört sich banal an, aber wenn man sich das jeden Tag in Erinnerung ruft, hilft das schon, geerdet zu bleiben und auch dann mit Leidenschaft zu trainieren, wenn es schneit oder man sich einmal nicht besonders wohlfühlt.

    Vor einem Jahr gaben Sie in einer mal wieder schwierigen Phase für den FCZ Interviews, in denen Sie von «tiefer Krise» und «dummen Gegentoren» sprachen. Und davon, dass diese Leistungen in der Super League nicht genügen würden. Inwiefern hat sich Ihre Rolle als Captain in den letzten zwölf Monaten verändert?

    Die Rückrunde vor einem Jahr war extrem nervenaufreibend. Diese Zeit war sehr intensiv, die grosse Leere nach den vielen Niederlagen vermisse ich überhaupt nicht. Aber wir haben damals auch profitiert, weil wir gesehen haben, dass es Veränderungen braucht. Vor einem Jahr versuchte ich, die Mitspieler zu pushen und zu motivieren, wir mussten ständig Brände löschen, das raubte uns viel Energie. Diesmal geht es mehr darum, dass wir demütig bleiben, uns nicht ausruhen, trotz Vorsprung konzentriert sind. Und was angenehmer ist: Gespräche mit Journalisten. Yanick Brecher im Januar 2020, als die Zeiten für den FCZ noch schwieriger waren.

    Yanick Brecher im Januar 2020, als die Zeiten für den FCZ noch schwieriger waren.

    Karin Hofer / NZZ

    Im letzten Sommer prophezeiten wir dem FCZ eine komplizierte Saison und erwarteten Ihren Verein zwischen Rang 7 und 9. Wie waren Ihre Erwartungen?

    Nicht viel anders. Wenige Tage vor dem Saisonstart bestritten wir am gleichen Tag zwei Testspiele. Jene Mannschaft, in der ich war, verlor gegen Xamax 1:4, wir bekamen richtig eins aufs Dach. Da machten wir uns schon Gedanken, auch wenn man Testspiele nicht überbewerten sollte. Wenn wir danach nicht ideal in die Saison gestartet wären, hätte es auch anders herauskommen können. So läuft das manchmal im Fussball.

    Und warum lief es so grandios für den FCZ?

    Für mich gibt es zwei Punkte, die zentral sind. Einerseits der Trainer André Breitenreiter mit seiner Philosophie und seiner Persönlichkeit. Dem Trainerstab ist es gelungen, quasi jeden Spieler besser und selbstbewusster zu machen. Anderseits stimmt die Zusammenstellung der Mannschaft. Keiner stellt sich quer, selbst wenn wir starke, international erfahrene Fussballer haben, die auf der Bank oder sogar auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Der Teamgeist ist exzellent, und das ist wirklich keine Floskel, weil ich das noch nie in dieser Form erlebt habe.

    Was zeichnet den Trainer aus?

    Ich wusste am Anfang auch nicht viel mehr, als dass ein deutscher Trainer mit Erfahrung in der Bundesliga in die Schweiz kommt. Für mich war klar gewesen, dass sich viel ändern muss, damit es nicht eine weitere unbefriedigende Saison gibt. André Breitenreiter war vom ersten Tag an sehr offen, sehr transparent, er hat frischen Wind ins Team gebracht, die Vergangenheit interessierte ihn nicht. Schon am zweiten Tag führte ich ein längeres Gespräch mit ihm. Und abgesehen von seinen unbestrittenen fachlichen Qualitäten ist es eine Gabe von ihm, wie umsichtig er die Mannschaft führt und allen Spielern ihre Wichtigkeit für den Erfolg aufzeigen kann.

    Es gibt widersprüchliche Aussagen darüber, wann der Trainer den Spielern das erste Mal gesagt haben soll, dass in dieser Saison viel möglich sei für den FCZ.

    Den genauen Zeitpunkt weiss ich nicht mehr, aber es war wirklich sehr früh. Das irritierte mich damals schon ein wenig. Doch der Trainer war in den letzten Jahren nicht dabei gewesen, er hatte keine Steine im Rucksack. Er sagte uns, dass wir etwas Schönes erreichen könnten, wenn wir hart arbeiten und unsere Spielidee stark umsetzen würden.

    Der Ball rollte in dieser Saison oft für den FCZ. Wie sehr spürt man als Spieler, dass man einen Lauf hat?

    Es gab in dieser Saison viele Spiele, die wir in den letzten Jahren vermutlich nicht gewonnen hätten. In den engen Begegnungen setzten wir uns meistens durch, das Momentum kippte auf unsere Seite. Ich denke beispielsweise an die zwei Heimsiege gegen YB. Diese kamen aber nicht aus heiterem Himmel, wir erarbeiteten uns dieses Glück, unser Selbstvertrauen stieg enorm. Manchmal stand ich auf dem Rasen und spürte regelrecht, dass wir in der Schlussphase noch ein Tor erzielen würden.

    Stimmt es eigentlich, dass Sie als Jugendlicher in der Südkurve standen?

    Das kam vor. Ich wuchs in der Region auf, mein Götti nahm mich früh an Spiele in den Letzigrund mit. Den letzten Meistertitel des FC Zürich 2009 erlebte ich in der Südkurve, weil meine besten zwei Freunde glühende FCZ-Fans waren. Ich spielte damals schon beim FC Zürich im Nachwuchs. Für mich war der Gewinn der Meisterschaft ein Ansporn, weil ich sah, was man in diesem Verein erreichen kann.

    Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa sagte 2015, Sie seien das grösste Goalietalent der Schweiz. Es dauerte dann ein paar Jahre, bis Sie durchstarteten. Sie wurden einmal an den FC Wil ausgeliehen, 2016 warf sie ein Kreuzbandriss zurück. Damals sprach sich der heutige Nationaltrainer Murat Yakin im Challenge-League-Verein Schaffhausen gegen Ihre leihweise Verpflichtung aus. Wie haben Sie diese Rückschläge verarbeitet?

    Ich hörte als Kind oft, dass ich irgendwann Stammgoalie beim FC Zürich sein werde. Das war mein Ziel. So wie es mein Ziel war, einmal in der Bundesliga zu spielen. Ich war jedoch nie ein Träumer, selbst wenn ich früh und dann jahrelang für die Schweizer Nachwuchsauswahlen nominiert wurde. Ich verstand Murat Yakin damals, ich war noch nicht fit genug, durfte dann beim FCZ in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln. Für viele Fussballer bricht nach einem Kreuzbandriss die Welt zusammen, aber meine gute Mentalität war immer eine Stärke von mir. Ich verschwende keine Energie mit Dingen, die ich nicht verändern kann, diese Einstellung hilft mir. Mir ist aber auch klar, dass sich das heute locker sagen lässt, weil ich ein gestandener Spieler in meinem Herzensverein bin.

    Und vielleicht klappt es mit einem Engagement in der Bundesliga ja doch noch.

    Das sehe ich total entspannt. Ich werde im Mai 29, habe mir hier etwas aufgebaut, mein Vertrag läuft bis 2023. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, mein ganzes Fussballerleben im FC Zürich zu verbringen. Dann hätte ich auch nicht das Gefühl, etwas verpasst oder zu wenig herausgeholt zu haben. Mit seinen Paraden in dieser Saison hat Yanick Brecher Anteil am Höhenflug des FC Zürich.

    Mit seinen Paraden in dieser Saison hat Yanick Brecher Anteil am Höhenflug des FC Zürich.

    Manuel Geisser / Imago

    In einem Zeitungsporträt über Sie vor zehn Jahren hiess es, Sie seien eher introvertiert. Was hat Sie auf Ihrem Weg zur Leaderfigur geprägt?

    Ich bin immer noch ein eher ruhiger Typ. Darüber sprach ich kürzlich auch mit unserer Klubbesitzerin Heliane Canepa. Sie sagte, ich sei grundsätzlich noch der gleiche Mensch wie vor ein paar Jahren, sei aber an meinen Aufgaben gewachsen und hätte mich entwickelt. Es tönt vielleicht kitschig, aber ich war nie ein in Anführungszeichen normaler Fussballer, selbst wenn ich schon im Alter von 17 Jahren den ersten Profivertrag unterschrieb. Die vierjährige Berufslehre als Polymechaniker war wertvoll, weil ich sah, dass es auch eine Welt abseits des Fussballs gibt.

    Bei Ihnen zu Hause stehen also nicht zwei Ferraris in der Garage . . .

    . . . nein, nein . . .

    Kürzlich erfuhren wir im SRF-Dokumentarfilm «Frauen und Geld», dass sich Ihre Frau als Betriebsökonomin, Bloggerin und selbständige Finanzberaterin in Ihrem Haushalt ums Geld kümmert.

    Das hat viele Leute erstaunt, die Reaktionen waren durchwegs positiv. Ich kenne die Klischees über Fussballer und über Spielerfrauen, die nur teure Kleider shoppen sollen. Es war gut, sah man auch einmal ein anderes Rollenbild, meine Frau ist Expertin in finanziellen Angelegenheiten. Mir ist wichtig, dass wir vernünftig leben und unseren beiden Kindern ein Vorbild sind. Fussballer ist man vielleicht von 18 bis 35, das zweite Berufsleben dauert deutlich länger. Darüber mache ich mir längst viele Gedanken.

    In welche Richtung soll es gehen?

    Das finde ich gerade heraus. Ideal wäre ein Wirtschaftsstudium, das sich vereinbaren lässt mit meiner Karriere als Profi. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, später in der Privatwirtschaft zu arbeiten und meine Leaderqualitäten und meine Persönlichkeit in einer Führungsrolle einzubringen.

    Sie erwähnten vorhin Ihre zwei kleinen Kinder. Man hört, es gebe beim FCZ im Team einen regelrechten Baby-Boom. Ist es eigentlich besser, wenn nicht zu viele Junggesellen in einem Team sind?

    Das ist Ansichtssache. Wir haben sicher weniger Spieler, die zwei Tage vor einer Begegnung noch an Partys gehen. Wobei: Der Schlaf mit kleinen Kindern ist auch nicht immer ungestört. (lacht)

    inanzbericht der Swiss Football League

    Keiner hat mehr Geld als die Young Boys

    Der abgelöste Meister macht einen Gewinn von 14,8 Millionen Franken. Der FCZ wird in finanzieller Sicht nicht nur von YB abgehängt.

    Niklas Helbling
    Niklas Helbling
    Publiziert heute um 19:25 Uhr

    Die Champions-League-Abende sorgten in Bern für gefüllte Kassen.


    Die Champions-League-Abende sorgten in Bern für gefüllte Kassen. Foto: Christian Pfander

    Die Young Boys und Lugano spielen in derselben Liga. Und doch liegen finanziell gesehen Welten zwischen ihnen, das zeigen die Finanzzahlen, die die Swiss Football League veröffentlicht hat. YB erwirtschaftete in seinem letzten Geschäftsjahr 75,5, Lugano dagegen 7,3 Millionen Franken. Basel kommt auf 50,2 Mio, der FCZ auf 21,3. Der grosse Vorteil von YB sind seine Einnahmen aus der Champions League von 32,2 Mio. Franken.

    Das Geschäftsjahr 2021 endete für die einen Clubs am 30. Juni, für die anderen am 31. Dezember. Wer eine Lizenz für die Europacup-Wettbewerbe der Saison 2022/23 beantragt, ist reglementarisch verpflichtet, die letzten geprüften Finanzinformation zu veröffentlichen. Das schreibt die Liga. Offensichtlich suchten die Grasshoppers als Aufsteiger nicht um diese Lizenz nach. Darum fehlen von ihnen die Angaben.

    Nach seinen vier Meisterjahren weist YB ein Eigenkapital von 18,2 Mio. aus. Das von Basel dagegen ist auf 2,4 Mio. geschrumpft, während der FC Zürich 160’000 Franken ausweist. Die grössten Ausgaben verursacht bei allen Clubs das Personal. Bei YB und Basel betragen sie rund 37 Mio., beim FCZ 15,4 Mio., während der FC Lugano seinen Angestellten 9,9 Mio. Franken zahlt und damit mehr ausgibt, als er überhaupt aus seinem Betrieb einnimmt.


    Nur dank Ineos und Rolex


    Allein diese Zahlen zeigen, wie weit entfernt der aktuelle Leader der Challenge League finanziell von der Super League ist. Der FC Winterthur kommt auf ein Budget von 6 Mio., die Hälfte davon sind als Lohnkosten veranschlagt. Die 3 Mio. sind dreimal weniger, als nur schon in Lugano oder auch Lausanne bezahlt wird.

    Bei den Einnahmen weist YB 10,6 Mio. aus Sponsoring und Werbung aus. Auf ähnlich viel kommt Lausanne, was allerdings nur an den Zuwendungen von Ineos liegen kann. Servette meldet bei dieser Position gerade einmal 1,7 Mio. Dafür sind es bei den «sonstigen betrieblichen Erträgen» gleich 12,9 Mio., dahinter verstecken sich die Zahlungen der Hans-Wilsdorf-Stiftung, die der verstorbene Gründer von Rolex gegründet hat und das finanzielle Rückgrat der Genfer ist.


    Die Transfers von Basel


    Die zehn Clubs nahmen aus Transfers total 30,8 Mio. ein und gaben dafür 39,5 Mio. aus. Der FCB war mit 13,9 Mio. am spendabelsten, was am grossen Umbruch unter Hauptaktionär David Degen lag. Der FCZ verbuchte Einnahmen von 1,5 und Ausgaben von 3,4 Mio. Franken.

    YB erwirtschaftete in seinem Geschäftsjahr einen Gewinn von 14,8 Mio., der FCB dagegen einen Verlust von 15,8 Mio., macht eine Differenz von 30,6 Mio. Der FCZ kommt auf ein Plus von 56’000 Franken. Das ist nicht viel, aber noch immer viel besser als das Minus von Lugano. Das beträgt 6,3 Mio. Franken.

    We regret to announce the passing of Guy Lafleur at the age of 70 following a battle with lung cancer.

    The Flower played parts of 17 NHL seasons with the Montreal Canadiens, New York Rangers and Quebec Nordiques, recording 560 goals and 793 assists in 1,126 games.

    He won the Stanley Cup with the Habs in 1973, 1976, 1977, 1978 and 1979, the Hart Trophy in 1977 and 1978, the Conn Smythe in 1977, the Art Ross in 1976, 1977 and 1978, the Lester B. Pearson Award in 1976, 1977, and 1978 and was inducted into the Hockey Hall of Fame in 1988.

    Internationally he represented Team Canada 🇨🇦 on three occasions winning the Canada Cup in 1977.

    Play-off-Final: Kann der EV Zug in der Stunde der Not gegen die ZSC Lions den Versuchungen widerstehen?

    Der Meister und Qualifikationssieger Zug steht nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel gegen die ZSC Lions mit dem Rücken zur Wand. Die Protagonisten predigen Geduld. Aber können sie sich auch an diese Maxime halten?

    Nicola Berger (NZZ)


    Demonstrative, stoische Gelassenheit: der EVZ-Trainer Dan Tangnes.

    Demonstrative, stoische Gelassenheit: der EVZ-Trainer Dan Tangnes.

    Samuel Golay / Keystone/TI-Press

    Oscar Wilde ist einmal zu dem Schluss gekommen, der Mensch sei ein Wesen, das immer dann die Ruhe verliere, wenn von ihm verlangt werde, nach den Gesetzen der Vernunft zu handeln. Die Weisheit des irischen Schriftstellers teilen sie im EV Zug, denn dort sind Umsicht und Wissenschaftshörigkeit die obersten Gebote, seit Hans-Peter Strebel 2015 die Präsidentschaft übernommen hat. Der Milliardär Strebel gibt vor, sich nicht von Emotionen leiten zu lassen, sondern mit kühlem Kopf das Richtige zu tun. Er hat ETH-Wissenschafter eingestellt, welche der Trainingslehre, Ernährung und Regeneration ein wissenschaftliches Fundament zu Grunde legen mit dem Ziel, das Element Zufall zu minimieren.

    Strebels Maxime hat den EVZ weit gebracht, 2021 zum ersten Meistertitel nach 23 Jahren beispielsweise. Aber es ist eine Sache, sich in der Stunde des Erfolgs eine noble Gelassenheit zu bewahren. Die Frage ist, ob es den Zugern auch jetzt gelingt, in dieser Play-off-Finalserie gegen die ZSC Lions, in der sie am Mittwoch im zweiten Vergleich die zweite Niederlage erlitten. Alle Vorteile liegen jetzt auf Zürcher Seite; die Dynamik der Serie hat sich radikal verändert, seit der EVZ am Montag im Schlussdrittel eine 2:0-Führung verspielte.

    Die Worte von Dan Tangnes dienen der Imprägnierung

    Zugs Trainer Dan Tangnes sagt, sein Team stehe vor einer grossen Prüfung, gerade was die mentale Stärke betreffe. Auch er wird mit Sorge konstatiert haben, dass die Nerven zu flattern beginnen, beim sonst oft fehlerfreien Torhüter Leonardo Genoni beispielsweise, der im Hallenstadion einen sehr haltbaren Treffer kassierte. Tangnes bemühte sich deshalb um fast demonstrative, staatsmännische Ruhe, er sagte: «Unser Weg ist nun ein bisschen weiter. Aber wir verfügen über gute Schuhe.» Der Norweger wirkte so, als wolle er das Zuger Schuhwerk mit seinen Worten zusätzlich imprägnieren.

    Der Stürmer Reto Suri sagte derweil, es gebe keinen Grund, die Spielweise zu verändern, denn: «Es ist die ausgeglichene, harte Serie, die wir erwartet haben. Wir erarbeiten uns genügend Chancen und hätten auch gewinnen können. Es sind wahnsinnig kleine Margen, die den Unterschied ausmachen.»

    Der ZSC sät Zweifel in den Köpfen der Zuger

    Das ist fraglos richtig. Wer zwei Mal mit nur einem Tor Unterschied verliert, muss sich keine grundsätzlichen Fragen stellen. Aber der ZSC hat am Mittwoch mit dem achten Sieg in Serie etwas in den Zuger Köpfen platziert, was dort länger keinen Platz mehr gefunden hat: Zweifel. Man kann den schönsten Schlafrhythmus, die beste Ernährung und das am cleversten ausgetüftelte Trainingsprogramm haben: Wenn man im Play-off einmal das Momentum verliert, ist es wahnsinnig schwer, seiner wieder habhaft zu werden.

    Nun ist Eishockey ein physisch intensiver, rasanter Kontaktsport. Das macht den Reiz gross, sich der Brechstange zu bedienen, um das Steuer herumzureissen. Da Emotionen statt kühle Effizienz, hier eine Abkürzung wählen, weil die Geduld abhandenkommt. Es ist ein gefährliches Spiel für den EVZ, körperliche Härte ist keine Stärke dieses Teams, schon gar nicht gegen ein Kollektiv wie den ZSC, bei dem Spieler wie Christian Marti oder Chris Baltisberger kräftig austeilen können. Es wäre ratsam, weiterhin spielerische Lösungen zu suchen, die Nerven nicht zu verlieren. Aber wie sagte schon Oscar Wilde: «Ich kann allem widerstehen, nur nicht der Versuchung.»