Noch zu Sven Leuenberger: Es stimmt, dass er in Bern auch in Dauerkritik stand, nur gehört(e) das etwas zum Programm. Der Objektivität zuliebe muss man allerdings anmerken, dass er vor allem zu Beginn seiner Sportchef-Karriere Fehler machte beim Zusammenstellen der Mannschaft. Er schätzte vermutlich die Regelverschärfungen falsch ein und stellte eine wahre "Elfentanz-Truppe" zusammen. Und so dominierten Dubé / Gamache mit Rüthemann zusammen die Quali fast im Alleingang und spielten rekordverdächtige Vorsprünge heraus, um dann aber in den Play-off's regelmässig zu versagen. Bis Lüthi dann notgedrungen das Budget genehmigte, um vom Elfentanz- zurück zum Play-off Hockey zu kommen. Mit einem finanziellen Effort wurde dann die Basis für den Titel mit Larry Huras gelegt, und diese Basis - mit der einen oder anderen Ergänzung - trug den SCB über 10 Jahre mit 5 Titeln bis 2019. Kurz und gut, Leuenberger brauchte seine "Lehrjahre", machte dann allerdings keinen schlechten Job. Bei einem anderen Klub wäre er wegen seines "Anfängerfehlers", bzw. weil das Geld für die Korrektur gefehlt hätte, vermutlich entsorgt worden. Angesichts der seither gestiegenen Kosten würde eine solche kurzfristige Korrektur aber heute in Bern auch nicht mehr drinliegen.
Was SL gut gemacht hat in Bern war, dass er ein Auge für "Charakterspieler" hatte - die waren zwar nicht gerade Virtuosen, aber wenn es hart auf hart ging, konnte man sich auf sie verlassen. Man hatte vom Können her nie die besten Spieler, aber diese ergänzten sich dafür optimal. In Zürich habe ich etwas den Eindruck, dass die Möglichkeiten bei der Mannschaftszusammenstellung evtl. fast "zuviel" sind und einen Sportchef zu einem talentmässigen "Overkill" - oder müsste man eher sagen "Over-Skill" - verführen. Mit der Konsequenz, dass das vor Talent strotzende Team die PS nicht auf die Rennstrecke bringt, mit den bekannten, hier schon zur Genüge analysierten Folgen.