Beiträge von Larry

    Corona-Kater im Schweizer Eishockey

    Diese Clubs leiden am meisten unter der tiefen Impfquote

    Leidenschaft in Ambri und Freiburg, abgekühlte Liebe in Lausanne, Status quo bei Meister Zug: So entwickeln sich die Zuschauerzahlen im Jahr 1 nach der Corona-Saison.

    Philipp RindlisbacherKristian KappSimon GrafReto Kirchhofer
    Reto Kirchhofer, Simon Graf, Kristian Kapp, Philipp Rindlisbacher

    Dank gesteigerter Kapazität im grünen Bereich: Ambri und Gottéron beim ersten Saisonspiel in der neuen Gottardo-Arena.


    Dank gesteigerter Kapazität im grünen Bereich: Ambri und Gottéron beim ersten Saisonspiel in der neuen Gottardo-Arena. Foto: Keystone

    Das Beste kam am Anfang. In der ersten Meisterschaftswoche lud Ambri zur Premiere in der neuen Gottardo-Arena: 6775 Fans waren Teil des Festspiels – ausverkauft. Die Zahl entspricht der Postleitzahl des Dorfs. Ambri besiegte Gottéron 6:2. Das hiesige Eishockey hatte seine Emotionen wieder.

    Bald zwei Monate ist das her. Einzig Gottéron und Langnau haben ihre Eishalle seither ebenfalls mindestens einmal komplett gefüllt. Für gewöhnlich prägen Lücken auf den Rängen das Bild. Zutritt erhält nur, wer ein Zertifikat vorweisen kann.

    Die National-League-Clubs spüren die Folgen von Corona punkto Zuschauer in unterschiedlichem Ausmass, wie die Erhebung der Monate September und Oktober (ohne Aufsteiger Ajoie) zeigt. Zwei Clubs verzeichnen im Vergleich zum Spätherbst 2019 gar einen deutlichen Aufschwung: Ambri und Freiburg. Allerdings basiert der Anstieg auf einer Kapazitätssteigerung: Beide Teams spielen in einer neuen respektive sanierten Halle mit grösserem Fassungsvermögen.


    Vorsicht in Lausanne, Warten in Davos

    Freiburg und Lausanne trennen 50 Kilometer Luftlinie – in der Zuschauerentwicklung aber sind es Welten. Die Lausanner liegen am anderen Ende der Skala. Ihr Schnitt ist um 29 Prozent gesunken, bei keinem Club fällt der Schwund heftiger aus. Auch beim LHC spielt die Halle eine Rolle: Die Vaudoise-Arena wurde 2019 eröffnet, entsprechend gross war die Euphorie und überproportional der Andrang dazumal im Herbst.


    CEO Chris Wolf nennt einen weiteren Faktor für den krassen Rückgang: Der Kanton Waadt sei einer der am stärksten von Covid betroffenen Kantone gewesen – entsprechend vorsichtig handelten die Leute. «Wir haben die Abonnenten, die auf ihre Saisonkarte verzichten, nach Gründen gefragt: Fast die Hälfte der Leute gab Corona als Grund an, dass sie sich nicht sicher fühlen, oder sie sind mit dem Zertifikatssystem nicht einverstanden.» Betreffend den finanziellen Schaden sei es zu früh für eine Bilanz.

    Ebenfalls eine hohe Einbusse verzeichnet Davos (minus 21 Prozent). Aus Fankreisen ist zu vernehmen, dass ein beträchtlicher Teil explizit der 3-G-Regelung wegen den Spielen fernbleibt. Viele HCD-Anhänger kommen aus dem Prättigau – das Tal hat eine der tiefsten Impfquoten.

    Der Umstand, dass die Tests mittlerweile kostenpflichtig sind, koste Davos rund 300 Zuschauer pro Match, sagt Geschäftsführer Marc Gianola. Er hofft auf Dezember: «Dannzumal werden wegen der Touristen statt 12’000 Leuten mit einer Impfquote von rund 50 Prozent um die 40’000 Menschen mit einer 75-Prozent-Impfquote in Davos sein.» Der HCD gilt als Ausnahmefall; ein gewichtiger Teil der Einnahmen basiert auf Tagestickets.

    Bern und Zürich über den Erwartungen

    Traditionell viele Abobesitzer zählen die Schwergewichte aus Bern und Zürich. Beide verzeichnen einen leichten Rückgang bei den Saisonkarten. Mit gut 13’000 verkauften Tickets pro Spiel liegt der SCB aber über den eigenen Erwartungen. «Wir hatten mit durchschnittlich 1000 Zuschauern weniger gerechnet», sagt der operative Leiter Rolf Bachmann. «Es gilt, dankbar zu sein, dass trotz der Umstände so viele Leute ein Abo gekauft haben.»

    Auch Stefan Wälchli, Bereichsleiter Spielbetrieb und Ticketing beim ZSC, hatte einen «gravierenderen Rückgang» erwartet. Die Zürcher haben 6650 Saisonabos verkauft (2019: 7350) – wobei es anzumerken gilt, dass bei der Sitzplatzwahl in der neuen Swiss-Life-Arena eine Vorzugsbehandlung erhält, wer bereits jetzt eine Saisonkarte hat.

    Dass die Covid-Tests mittlerweile kosten, hat auf das Zuschaueraufkommen in Zürich und Bern kaum Einfluss. Das Testzentrum beim Hallenstadion war mit knapp 20 Besuchern bereits äusserst tief frequentiert gewesen, ehe die Tests überhaupt kostenpflichtig wurden. Mittlerweile ist es vor Spielen nicht mehr geöffnet. Geringer Rückgang bei den Saisonabonnenten, gestiegene Zahl der «No Shows»: ZSC-Fans im Hallenstadion.


    Geringer Rückgang bei den Saisonabonnenten, gestiegene Zahl der «No Shows»: ZSC-Fans im Hallenstadion. Foto: Keystone

    Überschaubarer Rückgang beim Verkauf der Saisonkarten, unüberschaubare Lücken auf den Rängen: Wie passt das zusammen? Die Antwort liefert der EV Zug. Gemessen an den Zahlen kennt der Meister keinen Corona-Kater. Doch Geschäftsführer Patrick Lengwiler sagt: «Die No-Show-Rate ist wesentlich höher als in anderen Jahren.» Der Anteil der nicht genutzten Tickets stieg in Zug von 20 auf bis zu 35 Prozent, die Konkurrenz erwähnt ebenfalls steigende «No Shows». Bei den ZSC Lions liegt die Rate bei gewissen Spielen bei über 40 Prozent, auch wenn das niemand offiziell bestätigt.

    Wie alle NL-Clubs gibt der EVZ bei der offiziellen Zuschauerzahl die verkauften Tickets an. Gegen Bern waren trotz 7000 verkaufter Tickets aber nur 5000 Leute in der Bossard-Arena. Ein EVZ-Abo ist ein kostbares Gut, pro Jahr geben nur ein paar Dutzend Leute ihres frei. «Weshalb die Leute trotz Ticket fernbleiben? Da gibt es unterschiedliche Rückmeldungen», sagt Lengwiler. «Einige sind einfach vorsichtig, andere stören sich an den Massnahmen.»

    Kehren die Fans zurück?

    Was die Clubs verbindet: In der Gastronomie ist der Pro-Kopf-Umsatz gestiegen. Der Gesamtumsatz fällt dennoch bedeutend tiefer aus, was in direktem Zusammenhang mit den hohen No-Show-Raten steht.

    Die Ausnahme bildet Langnau: Wer ein Ticket hat, geht im Emmental grösstenteils auch ans Spiel. Allerdings war der Anhang beim Abo-Kauf zurückhaltend, der Bezug der Saisonkarten sank um 19 Prozent auf 3600. Bleibt der Schnitt unter 5000 Besuchern pro Spiel, erwartet die Tigers gemäss Geschäftsführer Simon Laager ein tiefrotes Minus im sechsstelligen Bereich.


    Das Fazit von ZSC-CEO Peter Zahner: «Rund ein Drittel der Bevölkerung ist ungeimpft. Angesichts davon fällt der Zuschauerrückgang eher geringer aus als befürchtet. Die Leute sehnen sich nach Normalität.» Und doch spricht auch Langnaus Simon Laager für die anderen Clubs, wenn er sagt: «Nicht nur der kurzzeitige Rückgang macht uns Sorgen, sondern auch, dass wir einen Teil der Abwesenden auf Dauer verlieren.»

    Entscheid im ordentlichen Verfahren: Fünf Spielsperren und Busse gegen Fabrice Herzog vom EV Zug.

    Fabrice Herzog vom EV Zug wird wegen eines Crosschecks gegen Mauro Dufner von Fribourg-Gottéron in der 42. Minute des Meisterschaftsspiels der National League vom 30. Oktober 2021 für fünf Spiele gesperrt und mit CHF 7’700.- gebüsst (inkl. Verfahrenskosten). Eine Spielsperre hat Herzog bereits verbüsst.

    Lächerlich!

    Seit der Saison 2015/16 ist es das achte Mal, dass Fabrice Herzog wegen eines Fouls gesperrt wird.. Zum sechsten Mal lautet das Verdikt Check gegen Kopf oder Nacken. In seiner Karriere kommt der Thurgauer schon auf 27 Spielsperren und hat schon über 25'000 Franken Bussgeld angesammelt. (watson)

    Heute ist mir der Matchbericht eines Spiels aus der NLB Saison 78/79 in die Hände gefallen: ZSC – Fleurier 15:2 vor……350 Zuschauern! Grund: Es war die zweitletzte Runde am 12.2.79 und Davos stand schon als Aufsteiger fest. Beim Hinspiel in Fleurier am 21.10.78 das wir 16:4 gewannen war ich sogar vor Ort an der Grenze zu Frankreich. In der NLB waren damals 16 Teams, davon 8 Teams die heute in der NLA spielen: Davos (Aufsteiger), Zug, ZSC, Lugano, Fribourg, Servette, Rapperswil, Ambri. Die NLA bestand nur aus 8 Teams: SCB (Meister), Biel, Langnau, Kloten, Lausanne, Arosa, La Chaux-de-Fonds, Sierre (Absteiger). Eine weitere Saison in der wir den Aufstieg verpassten, lange 7 Jahre in der NLB bis wir unter Spielertrainer Kent Ruhnke 80/81 wieder aufstiegen. Die Zeit war geprägt durch stetig leere Kassen beim ZSC und viele Unzulänglichkeiten. Heute stehen gleich zwei Milliardäre (Frey und Spuhler) an der Spitze des ZSC. Wer damals nicht dabei war kann sich das gar nicht vorstellen.:oldie:

    Unterschied zum Fussball Stadion:

    Zahner hat sich für das Stadion zerrissen! Er hat allfällige Widerstände mit zig Gesprächen aus der Welt geschafft und es wurden todsicher auch Kompromisse gemacht.

    Fussballstadion: Bei GC geben sich die Leute die Klinke in die Hand, wer sollte da schon zuständig sein. Und Canepa macht halt auch praktisch nichts! Er wartet ab bis ein neues Stadion parat geschissen da steht. Dabei müsste man längst das Gespräch suchen mit Verhinderer wie Knauss. Von ihm werden wir schon bald hören wenn die Baubewilligung erteilt wird und die Einsprachefrist läuft!

    Zahners Kampf ums neue ZSC-Stadion

    «Wir liessen nicht zu, dass es ein SVP-Projekt wurde»

    Der Bau des Eishockeystadions in Altstetten schreitet voran. Dass Peter Zahner das Projekt durchbrachte, ist die grösste Leistung des Geschäftsführers der ZSC Lions.

    Simon Graf
    Simon Graf

    Im Rohbau steht die Swiss Life Arena schon: Luftaufnahme der neuen ZSC-Heimat Ende Oktober.


    Im Rohbau steht die Swiss Life Arena schon: Luftaufnahme der neuen ZSC-Heimat Ende Oktober. Foto: Sven Thomann (Blick/Freshfocus)

    Wenn Peter Zahner dieser Tage durch die Swiss Life Arena führt wie am Sonntag den Council des Internationalen Eishockeyverbands mit dem neuen Präsidenten Luc Tardif, kommt ihm manchmal kurz jene Begegnung mit Simon Schenk im Jahr 2009 in Erinnerung. Sein Vor-Vorgänger als Geschäftsführer der ZSC Lions überreichte ihm einen Stapel Papier mit allen Stadionprojekten, die die Zürcher verfolgt hatten. Rund 15 an der Zahl. Mit einem Augenzwinkern sagte Schenk: «Viel Spass!» Zahner schaute ihn an und fragte: «Was willst du mir damit sagen?» Schenk gab zurück: «Peter, das kommt nie!»

    Dass es Zahner schaffte, dieses Projekt in Zürich durchzubringen, ist sein Meisterstück. Im Rohbau steht die imposante Arena, nun geht es um den Innenausbau, die technischen Geräte und so weiter. «Wir sind auf Kurs», sagt Zahner. Im August 2022 wird die Arena eröffnet, auch wenn es dem ZSC-CEO dieser Tage manchmal so vorkommt, als passiere kaum etwas. Denn die Veränderungen sind nun nicht mehr so sichtbar.


    Seine Sicht auf die Ämter der Stadt Zürich und die Politik habe sich durch den Weg zum Stadion grundlegend geändert, sagt Zahner. «Vorher hatte ich immer das Gefühl gehabt, dass alles so schwerfällig sei, die Beamten Dienst nach Vorschrift machten. Ich erlebte es nun ganz anders: Da gibt es sehr viele gute Mitarbeiter, die auch in der Privatwirtschaft eine sehr gute Karriere machen würden. Und bei der Stadt Zürich gab man uns von Beginn weg das Gefühl: Man hilft uns, man nimmt uns ernst.» Da war das Stadion erst ein Modell: FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger und Peter Zahner im September 2015.


    Da war das Stadion erst ein Modell: FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger und Peter Zahner im September 2015. Foto: Walter Bieri (Keystone)

    Der Schlüssel war die Abstimmung im Gemeinderat der Stadt Zürich am 15. Juni 2016. Zahner führte mit über 80 der 125 Ratsmitglieder ein persönliches Gespräch, manchmal mehrere. «Ich redete viel mehr mit den Gegnern und den Kritischen als den Befürwortern», sagt er. «Ich war monatelang wie ein Getriebener. Ich wusste: Wenn das Stadion nicht kommt, müssen wir unseren Betrieb redimensionieren.»

    Seine Überzeugungsarbeit wirkte: Mit 93 Ja- zu 19 Nein-Stimmen winkte der Gemeinderat das Projekt durch. Im September 2016 sagte auch das Zürcher Stimmvolk Ja. Zentral sei gewesen, dass das Stadionprojekt nicht verpolitisiert worden sei, sagt Zahner. «Wir liessen nicht zu, dass es ein SVP-Projekt wurde. Wir konnten es immer politisch neutral halten. Ich war nie in einer Partei. Mich konnte man nicht in eine Ecke drängen. Und unser Verwaltungsrat liess mich arbeiten, äusserte sich nie in der Öffentlichkeit.» Kommende Saison die neue Heimstätte der ZSC Lions: Eis wurde noch keines verlegt, aber auch drinnen geht es an den Feinschliff.


    Kommende Saison die neue Heimstätte der ZSC Lions: Eis wurde noch keines verlegt, aber auch drinnen geht es an den Feinschliff. Bild: Dominique Meienberg

    Vom Unternehmer bis zur Hausfrau

    Er habe in jener Zeit die Politik der Stadt Zürich mit all ihren Facetten kennen gelernt. Und wie breit die Palette der Politiker sei mit Bürgern aller Couleur, vom Bankdirektor über den selbstständigen Unternehmer bis zur alleinerziehenden Mutter. Ist an ihm ein Politiker verloren gegangen? Zahner sagt: «Ich merkte, ich hätte in der Politik reüssieren können. Aber ich merkte auch, wie schwerfällig die Politik sein kann und wie sehr man als Politiker gefangen ist in einem Parteiprogramm.»

    Als Politiker müsse man, so hat er erfahren, «sehr stark sein im Einstecken und im Abhaken. Das ist nicht meine grösste Stärke. Dinge, die nicht funktionieren, belasten mich. Und auch Angriffe auf der persönlichen Ebene, wie sie in der Politik gang und gäbe sind.» Aber er wolle seinen Abstecher in diese Welt nicht missen.

    Peter Zahner im Porträt

    Als der ZSC-Macher den Besenstiel durch die WC-Tür bohrte

    Seine Jugend als einer von fünf Brüdern erklärt die Erfolgsgeschichte des Peter Zahner (60). Vor allem der jüngste Bruder Beat, der mit dem Downsyndrom geboren wurde, hat ihn geprägt.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    Stolzer Hausherr: Peter Zahner in der Swiss Life Arena, die im August 2022 eingeweiht wird.


    Stolzer Hausherr: Peter Zahner in der Swiss Life Arena, die im August 2022 eingeweiht wird. Foto: Dominique Meienberg

    Wenn im Schweizer Eishockey die grossen Themen verhandelt werden, ist Peter Zahner nicht weit. Sachlich, aber mit Nachdruck vertritt er seine Standpunkte. Er liebt die Debatte, blüht bei Widerspruch erst richtig auf und lässt sich nicht einschüchtern, wenn er mit seiner Position allein steht. Wie im letzten Winter, als elf von zwölf National-League-Clubs eine massive Erhöhung der spielberechtigten Ausländer anstrebten. Zuletzt setzte sich Zahner durch, es gab keine Revolution, sondern nur eine sanfte Reform.

    Doch wer ist der 60-Jährige, der in Aarau neben dem Brügglifeld aufwuchs und selbst kein begnadeter Hockeycrack war? Zahner gibt selten Persönliches preis, an diesem herbstlich-sonnigen Tag Ende Oktober ist das für einmal anders. Und wer seine Geschichte kennt, versteht besser, wie er so erfolgreich werden konnte.

    Peter ist der vierte von fünf Brüdern, Jahrgang 1961, nach Armin (1955), Ruedi (1957) und Markus (1959). 1968 kommt Beat dazu – er wird mit dem Downsyndrom geboren. «Meine Mutter war schon 43, und damals gab es diese Methoden zur Früherkennung noch nicht», sagt Zahner. Zum Glück, könnte man auch sagen, denn der jüngere Bruder prägt und bereichert das Leben der älteren.

    Zahner zeigt auf dem Handy ein Video, wie sie im September 2018 zum 50. Geburtstag von Beat alle zusammen nach Rom gereist waren. Als sie dachten, genug erlebt zu haben, erhob Beat Einspruch: «Halt, den Papst haben wir noch nicht gesehen!» Heute gebe der keine Audienz, sagten die Brüder. Beat war enttäuscht. Immerhin spazierten sie noch zusammen zum Petersplatz. Beat war in seinem Element, saugte die Atmosphäre an der prominenten Stätte auf, salutierte wie die Schweizergardisten. Die neue ZSC-Heimstätte in Zürich Altstetten ist ab der Saison 2022/23 in Betrieb.


    Die neue ZSC-Heimstätte in Zürich Altstetten ist ab der Saison 2022/23 in Betrieb. Bild: Sven Thomann (Blick/freshfocus)

    Sein jüngerer Bruder sei fasziniert von der Kirche, erzählt Zahner. «Wenn er am Wochenende bei uns ist, schaut er am Fernsehen immer eine Stunde Gottesdienst.» Zum Vater hatte der Jüngste eine besonders enge Beziehung gehabt. Bevor dieser 2007 starb, bat er seine vier älteren Söhne, sie sollten sich um Beat kümmern. «Wir versprachen es ihm», sagt Zahner. «Ich bin stolz, dass wir es bis heute tun.»

    Er erstellt jeweils auf neun Monate den Plan, wer von den vier Brüdern wann das Wochenende mit Beat verbringt. Dieser lebt in einem Arbeits- und Wohnheim in Oberentfelden bei Aarau. «Wir holen ihn dann jeweils am Samstagmorgen ab und bringen ihn am Sonntagabend zurück», so Zahner. «Im Jahr ist er an fünf, sechs Wochenenden bei uns. Wenn wir ein Heimspiel haben, nehme ich ihn ins Stadion mit. Wir gehen Minigolf spielen, an die Chilbi, und jedes Mal spielen wir zwei, drei Stunden ‹Eile mit Weile›.»


    Versprechen halten, gemeinsam etwas erreichen, das sind wichtige Werte für Zahner. Und: sich durchsetzen. Das lernte er mit drei älteren Brüdern schon früh. «Wenn einer sauer war auf den anderen, lief er ihm hinterher. Ich schloss mich mehrmals im Badezimmer ein und harrte bis zu zwei Stunden aus, bis ich sicher war, dass er nicht mehr vor der Tür stand», erzählt er. «Umgekehrt jagte ich auch den anderen nach. Einmal durchbohrte ich mit dem Besenstiel die Badezimmertür. Ich deckte das Loch mit einem Abziehbild ab, damit es mein Vater nicht merkte.» Irgendwann fand er es heraus. Er hatte keine Freude. Vor einem der Bullaugen des neuen Stadions: Peter Zahner.


    Vor einem der Bullaugen des neuen Stadions: Peter Zahner. Foto: Dominique Meienberg

    Die Eltern führten einen Quartierladen, der Vater war Käser und Milchmann. «Wenn du aus einer mittelständischen Arbeiterfamilie kommst, hast du nie viel Geld», sagt Zahner. «Das hat mich geprägt. Ich habe stets etwas dazuverdient, lieferte Einkäufe aus oder sammelte an Fussballspielen und Festen mit Velo und Anhänger die Flaschen ein und kassierte das Pfand.»


    In den fünfwöchigen Sommerferien ging er jeweils auf Milchtour mit dem Vater. Um Viertel nach fünf Uhr morgens ging es los, wurden Milch, Käse, Joghurt oder Eier ausgeliefert. «Wir Kinder machten jeweils per Ende Monat die Abrechnung im Milchbüchlein.» Dann lag der geschuldete Betrag im Milchkasten der Kunden zur Abholung. Zahner erzählt: «Als ich in den Sommerferien aufstand, pfiffen die Vögel. Alle meine Kollegen schliefen noch tief. Um elf Uhr war ich fertig, und um halb zwölf Uhr war ich in der Badi. Als die Kollegen verschlafen dazukamen, war ich schon sechs Stunden unterwegs gewesen.» Zahner lernte schon früh, mit Geld umzugehen. Und: früher aufzustehen als die anderen.

    Schon als kleiner Bub habe er in seinem Hinterkopf gewusst, dass er im Sport eine Rolle spielen werde, sagt er. «Aber ich wusste nicht welche.» Er spielte auch Fussball wie seine Brüder. Ruedi spielte sogar in der Nationalliga A mit dem FC Aarau, später beim FCZ und dem FCB. Peter war FCZ- und GC-Fan, «je nachdem, wer gerade das schönere Leibchen hatte». Er entschied sich aber fürs Eishockey und schaffte es bis in die 1. Liga, ehe mit 20 eine schlimme Knieverletzung seine Aktivkarriere beendete.

    Der fatale Bandensturz

    Der Gegenspieler checkte ihn im Basler Sankt Margarethenpark vier Meter vor der Bande, als er dem Puck nachjagte. Zahner prallte mit dem linken Knie in die Bande. Die Folge war ein Totalschaden, mit Blaulicht wurde er ins Spital gefahren. «Ich ging fast drauf vor Schmerzen. Hätte ich nicht einen Schienbeinschoner angehabt, der das Bein fixiert, der Bruch wäre noch viel schlimmer gewesen.»

    Damals spielte er für den SC Reinach mit Spieler-Trainer Arno Del Curto. Die beiden wurden gute Freunde, verbrachten viel Freizeit zusammen, gingen gemeinsam Skifahren oder pilgerten nach Davos, um sich auf der Stehrampe Spengler-Cup-Spiele anzuschauen. Der Engadiner, manchmal etwas chaotisch, verhalf Zahner zum Einstieg in die Trainerkarriere. Del Curto hatte ein Terminchaos und konnte nicht ans Ochsner-Hockeycamp nach Engelberg, wo er als Trainer vorgesehen war. Also bat er Zahner, einzuspringen.

    Fast Kloten-Headcoach

    Dieser machte seine Sache neben Koryphäen wie Pavel Wohl, Pavel Richter oder Felix Hollenstein gut, lernte Kloten-Präsident Jürg Ochsner kennen und wurde beim EHC später Trainer der Elitejunioren und Assistent in der ersten Mannschaft. Nachdem er im November 1991 als Assistent des neuen Trainers Ingvar «Putte» Carlsson eingesprungen war, hatte er auf die Saison 1992/93 sogar ein Angebot als Cheftrainer. Damals beim Eishockeyverband tätig, sagte er nach reiflicher Überlegung ab.

    Immer, wenn er Felix Hollenstein sehe, würden sie darüber reden, sagt Zahner schmunzelnd. «Fige sagt jeweils: Mit uns wärst du Meister geworden.» Die Klotener hatten ein exzellentes Team, holten von 1993 bis 1996 vier Titel in Serie. Bedauert Zahner, dass er absagte? Er überlegt kurz. «Nein. Natürlich wäre es reizvoll gewesen, zu erfahren, was passiert wäre. Aber wo sind die Schweizer Trainer heute? Der Einzige, der so richtig Karriere gemacht hat, ist Arno.» Und Zahner hat abseits des Eises tiefe Spuren hinterlassen.

    Warum Spielsperren im Schweizer Hockey quasi wirkungslos sind

    https://www.watson.ch/sport/eismeist…irkungslos-sind

    "Dieses Arbeitsrecht verbietet nicht nur automatische Lohnabzüge, auch längere Sperren sind illegal: Bei einer Sperre von mehr als 15 Partien wird es bereits kritisch. Dann geht es nicht mehr um Spielregeln, in die sich zivile Gerichte normalerweise nicht einmischen. Dann geht es um ein widerrechtliches Arbeitsverbot. Populistische Forderungen nach langen Sperren, womöglich für eine ganze Saison, sind juristisch im Profisport nicht durchsetzbar. "

    denn wir könn(t)en ein Spitzenteam sein.

    Sind wir ja! Wenn wir 3. werden am Schluss ist alles ok! Unser Budget ist massiv kleiner als das von YB und FCB. Falls der FCB Cabral verliert in der Weihnachtspause (was ich hoffe!) könnte es dort einen Rückschlag geben (was ich hoffe!). Bei YB fällt der Goalie länger aus, ausserdem spielen sie oft nicht so wie gewohnt. Aber beide Clubs werden sicher nicht abstürzen. Mit Glück könnten wir ev. den FCB überholen wenn der Fall Cabral eintritt, aber mehr liegt mit dem Budget eigentlich nicht drin.

    Im Moment macht der FCZ Freude, dank Breitenreiter und seinem Spektakel Fussball!

    Wenn die Jungen bei GCK spielen haben sie viel mehr Eiszeit als beim ZSC. Ich habe es mit dem Beispiel der Panthers gezeigt, ich bin der Meinung der ZSC macht es gut. Die Spieler müssen sich aufdrängen! Und Geduld haben! Spieler sind auch oft nicht dankbar sondern wandern auch dann ab wenn sie eine Zukunft beim ZSC hätten, alles kleine ICH-AG's. Am Schluss zählt für mich das Logo vorne nicht der Name hinten auf dem Shirt.

    Mit Guebey willst Du also einen Jungen gegen einen anderen Jungen tauschen?!

    Im besten Fall könnte man pro Spiel je einen der genannten Jungen einsetzen, ich vermute der eine oder andere kommt schon noch zum Einsatz, es wird Verletzungen geben.

    Warum man Schäppi oder Phil Balti auf die Tribüne setzen soll erschliesst sich mir nicht, und Noreau als zweitbester Skorer wird sicher nicht dort landen.

    Im Sektor C wird das Zertifikat kontrolliert, aber sonst wird (im Gegensatz zum Hallenstadion) nichts kontrolliert! Man könnte problemlos z.B. eine Waffe rein bringen!

    Mal ein Beispiel wie sich ein Junger in der NHL hochdienen muss:

    Owen Tippett (Jg. 99) wurde 2017 von den Panthers in der ersten Runde (!) als #10 overall gedrafted.

    Er durfte 2017/18 sieben Spiele für die Panthers machen und fünf für das AHL Team , die restliche Saison verbrachte er im Juniorenteam in der Ontario Hockey League.

    2018/19 spielte er die ganze Saison in der OHL, 2019/20 die ganze Saison in der AHL, und dies als Erstrundendraft!

    Erst seit 2020/21 spielt er nur für die Panthers in der NHL.

    Neben Tippett spielen noch die 01er Spencer Knight (G) und Anton Lundell (C) bei den Panthers, der Rest ist älter.

    Vergleich ZSC: Guebey ist auch ein 99er, Sopa ist ein 2000er und Meier gar ein 02er!

    Ich denke es braucht sich keiner zu beschweren wir würden zu wenig Junge bringen!