Beiträge von Larry

    :shock::shock::shock:

    Wow! Bin sprachlos.

    Danke für drei Meistertitel!:applaus:

    PS: Wir brauchen einen guten Goalie hinter Waeber.......

    Bob Hartley hat auf der ZSC FB Seite bereits reagiert

    Assan Ceesay, der neue FCZ-Goalgetter: Als Kind spielte er barfuss auf staubigen Strassen und nannten sie ihn «Spaghetti», heute ist er ein Nationalheld

    Einst war er im FC Zürich das Sinnbild der Krise, jetzt ist Ceesay die Symbolfigur des Höhenflugs. Der schnelle Angreifer aus Gambia erfüllt mit drei Jahren Verspätung die hohen Erwartungen. Eine Aufsteigergeschichte mit Rückschlägen.

    Fabian Ruch (NZZ)


    Assan Ceesay wird als Kind wegen seiner langen, dünnen Beine «Spaghetti» gerufen.

    Assan Ceesay wird als Kind wegen seiner langen, dünnen Beine «Spaghetti» gerufen.

    Karin Hofer / NZZ

    Vielleicht müsste Assan Ceesay unter die Buchautoren gehen. Sein Werk wäre ein Ratgeber, eine Lebenshilfe, gespickt mit Motivationssprüchen. Wer sich mit dem Stürmer des FC Zürich unterhält, ist zunächst irritiert, bald fasziniert, irgendwann erstaunt, wie oft Ceesay Sätze wie aus dem Poesiealbum verwendet. Einmal sagt er: «Egal, wie oft du fällst, du musst immer wieder aufstehen und dich deiner Herausforderung stellen.»

    Ceesays Biografie ist ein Mutmacher für zweifelnde Menschen, weil man feststellt, wie sehr es sich lohnt, an seinen Überzeugungen festzuhalten. Mit ein paar Jahren Verspätung hat Ceesay das Versprechen eingelöst, im FC Zürich ein Torjäger zu sein. Bis im Sommer 2021 gelangen ihm in 66 Super-League-Spielen für den FCZ nur sechs Tore, in der letzten Saison waren es zwei in 32 Partien. Die Bilanz nach elf Einsätzen in dieser Saison: neun Tore, fünf Assists. Seine Verwandlung ist spektakulär.

    Es gab Assan Ceesay, der Bälle verstolperte, eine Chance nach der anderen vergab, unglücklich und mit hängenden Schultern das Sinnbild der FCZ-Krise war. Und es gibt Assan Ceesay, der explosiv, flink und torgefährlich ist, mit seinem starken linken Fuss aufregende Tore erzielt, die Symbolfigur des FCZ-Höhenflugs ist.

    Der erste Monatslohn: 30 Franken

    Die Aufsteigergeschichte Ceesays beginnt in Banjul, der Hauptstadt Gambias. Die Familie lebt bescheiden, die Mutter führt einen kleinen Shop, der Vater ist Schneider. «Wir litten nie Hunger», sagt Ceesay. «Und wenn du genug zu essen hast, ist das schon einmal gut.» Jeden Tag kickt er als Bub stundenlang barfuss auf den staubigen Strassen, für Fussballschuhe fehlt das Geld. Immer wieder muss die Mutter mit ihm zum Arzt gehen oder sogar ins Spital, weil die Haut an den Füssen tief aufgerissen ist, Nägel abgebrochen sind, Infektionen drohen.

    Ceesay wird wegen seiner langen, dünnen Beine «Spaghetti» gerufen. Als er dreizehn ist, stirbt der Vater, die Zeiten sind kompliziert. Es sind jene Jahre, die sich in seinem melancholischen Blick abbilden. In einen Fussballklub geht er erst mit fünfzehn, längst hat er sich zum Ziel gesetzt, Profi zu werden.

    Als 17-Jähriger erhält Ceesay einen Vertrag in der ersten Mannschaft des Gamtel FC. Der Monatslohn: umgerechnet rund 30 Franken. Bald wird Ceesay Torschützenkönig, mit zwanzig zieht er weiter ins Nachbarland Senegal zu Casa Sports. Die Bühnen werden grösser, «Spaghetti» schiesst weiter Tore, an Weihnachten 2015 hat er Angebote für Probetrainings bei Anderlecht und Ajaccio – sowie eine konkrete Offerte des FC Lugano. Und so landet er Anfang 2016 im Tessin. Es ist kalt, es ist ungemütlich, der erste Schnee, die Einsamkeit, die fremde Kultur.

    Slapstick und Spott

    Assan Ceesay wirkt verletzlich, schüchtern, scheut den Augenkontakt, erzählt manchmal zögerlich von seinem Werdegang. Aber er sagt: «Ich bin mental sehr gefestigt. Wenn du in Gambia als Kind nicht stark bist, wirst du auf der Strasse schlecht behandelt, man nimmt dir alles weg.» Der FCZ-Sportchef Marinko Jurendic beschreibt Ceesay als sensiblen Menschen mit feinem Charakter und hoher Sozialkompetenz. Er hat den Spieler als Stürmertrainer erlebt und schätzt dessen ausgeprägten Eifer. «Natürlich fehlte ihm in den schwierigen Phasen etwas die Lockerheit. Aber er hat immer an sich geglaubt.»

    So ist das auch im Tessin. Ceesay spielt im Team Ticino U 21 in der 2. Liga Interregional, danach leihweise beim FC Chiasso in der Challenge League, schliesslich beim FC Lugano in der Super League. Er steigt auf, er fällt auf, die Tempoläufe, der linke Fuss, der harte Schuss. 2018 verliert der FCZ mit Michael Frey und Raphael Dwamena gleich zwei starke Stürmer, kurz vor Transferschluss im Sommer wechselt Ceesay für rund zwei Millionen Franken nach Zürich.

    Thomas Bickel, der damalige Sportchef, hat in Ceesay etwas gesehen, was anderen womöglich verborgen geblieben ist. «Assan attackiert die Tiefe des Raumes mit seiner Schnelligkeit ausgezeichnet», sagt Bickel. «Er bringt vieles mit, um ein starker Stürmer zu sein.»

    Die Erwartungen an Ceesay in Zürich sind riesig. Als er nach ein paar Monaten im Derby gegen GC eines seiner wenigen Tore erzielt, rutscht er beim Torjubel aus und fliegt in eine Werbebande. Auch auf dem Rasen sind Slapstickszenen in Erinnerung geblieben, etwa als Ceesay das leere Tor verfehlte. Er spürte den Spott, hörte die Kritik. Fallen. Aufstehen. Sich der Herausforderung stellen. Der 27-jährige Gambier Assan Ceesay wirkt verletzlich, schüchtern und spricht Sätze wie aus dem Poesiealbum.

    Der 27-jährige Gambier Assan Ceesay wirkt verletzlich, schüchtern und spricht Sätze wie aus dem Poesiealbum.

    Karin Hofer / NZZ

    Ende 2019 scheint es für Ceesay dennoch keine Zukunft im FC Zürich zu geben. Er wird für ein halbes Jahr an den VfL Osnabrück ausgeliehen und erzielt in der 2. Bundesliga nur ein Tor. Danach findet der FCZ keinen Abnehmer mehr für Ceesay. Nicht im Sommer 2020, schon gar nicht im Sommer 2021. Der neue Trainer André Breitenreiter möchte sich in der Vorbereitung ein Bild von allen Spielern machen. Und wenige Tage vor dem Saisonstart sagt er im Gespräch mit der NZZ, er sehe enorm viel Potenzial bei Ceesay. «Hätte er letzte Saison seine Chancen verwertet und 20, 25 Tore geschossen, wäre er sehr viel Geld wert.»

    Nationalheld in Gambia

    Der frühere Stürmer Breitenreiter spricht regelmässig mit Ceesay, der Trainer setzt auf ein 3-5-2-System, in dem sich der Gambier wohl fühlt. «Unsere Spielidee mit gradlinigen, schnellen Angriffen kommt Assan sehr entgegen», sagt er.

    Thomas Bickel wiederum verspürt keine Genugtuung, weil sich sein teurer Transfer nach drei Jahren doch nicht als Flop herausgestellt hat. Er sagt: «Die Qualitäten von Assan waren immer da. Aber sie waren nicht ausgereift, er hat sich gut weiterentwickelt und profitiert nun davon, dass es dem ganzen Team besser läuft.» So sieht es auch der Präsident Ancillo Canepa: «Die Kritik an Ceesay war manchmal ungerecht. Was er kann, zeigt er in einer funktionierenden Mannschaft.»

    Und so hat der FC Zürich auf einmal ein Problem, das man sich vor ein paar Monaten nicht hätte vorstellen können. Der Vertrag Ceesays läuft Ende Saison aus, es droht ein ablösefreier Abgang. Der FCZ steht in Kontakt mit Ceesays italienischem Berater Massimo Grillo; einen Verkauf im Winter schliesst der Sportchef Jurendic aus. Ceesay sagt, er verspüre Dankbarkeit gegenüber dem Verein, wie jeder Fussballer möchte aber auch er einmal in einer Topliga spielen.

    An die Zukunft verschwendet der 27-Jährige dennoch nicht zu viele Gedanken. Er sagt, das Glück müsse man sich immer wieder verdienen – auch im Nationalteam, für das er in zwanzig Länderspielen elf Tore geschossen hat. Gambia, das kleine Land mit etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern, nimmt im Januar erstmals am Afrika-Cup teil – dank Ceesays Tor beim 1:0-Sieg gegen Angola.

    Spätestens seit jenem Tor ist Ceesay ein Nationalheld. Er sagt, es sei wunderbar, könne er den Leuten in der Heimat beweisen, was man mit Willen und harter Arbeit erreichen könne. In Banjul unterstützt Ceesay nicht nur seine Familie mit Geld, er finanziert auch Projekte in Schulen, Sportvereinen und wohltätigen Organisationen. «Es gibt nichts Schöneres, als anderen Menschen zu helfen», sagt er. Es ist ein Satz wie aus dem Poesiealbum.

    Mit einem Sieg in die Natipause. Die ersten 6 der Tabelle haben alle gewonnen. Wir sind noch nicht dort wo wir sein wollen, mal schauen wie es nach der Pause weiter geht.

    Grönborg braucht Punkte und Siege, da kannst du keine Junioren einbauen, würde ich auch nicht machen.

    Für heute: So weit, so gut.

    Fabrice Herzog zum achten Mal gesperrt – nur wenn die Sanktionen teuer werden, werden sie auch wirkungsvoll

    Das Schweizer Eishockey hat sich dem Schutz seiner Spieler verschrieben. Doch noch schützt es seine Täter besser als deren Oper.

    Daniel Germann


    Fabrice Herzog wird für fünf Spiele gesperrt und muss eine Busse von 7700 Franken zahlen; es dürfte ihn kaum schmerzen.

    Fabrice Herzog wird für fünf Spiele gesperrt und muss eine Busse von 7700 Franken zahlen; es dürfte ihn kaum schmerzen.

    Imago

    Karl Knopf, der Einzelrichter der Eishockey-Nationalliga, hat den Zuger Stürmer Fabrice Herzog am Donnerstag wegen eines Crosschecks in den Nacken des Freiburgers Mauro Dufner für fünf Spiele gesperrt. Er bezeichnet das Verhalten als «rücksichtslos». Strafverschärfend war, dass Herzog ein Wiederholungstäter ist. In der Urteilsbegründung steht: «Die Sperren der letzten Saison erfolgten wegen Attacken gegen den Kopf/Nackenbereich. Und auch die vorliegende Attacke erfolgte gegen den Kopf/Nacken. Dem Beschuldigten mangelt es offensichtlich am Respekt im Allgemeinen und für den Kopf seiner Gegenspieler im Speziellen.»

    Ein langes Sündenregister

    Herzog ist 26 Jahre alt und spielt seit neun Jahren in der National League. In 368 Partien sammelte er 300 Strafminuten. Die Sperre ist die achte seit der Saison 15/16. Am vergangenen 14. Februar streckte er noch im Dress des HC Davos Eric Blum mit einem Check gegen den Kopf nieder. Der Berner Verteidiger leidet seither an den Folgen einer Gehirnerschütterung und hat nicht mehr gespielt. Ob er jemals auf das Eis zurückkehren wird, ist fraglich.

    Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen die jüngste Sperre gegen Fabrice Herzog zustande gekommen ist. Reto Kläy ist der Sportchef von seinem neuen Arbeitgeber Zug. Er sagt: «Es wäre falsch, Fabrice nun zum Opfer zu machen. Doch wir müssen uns auch für unsere Spieler einsetzen. Es geht nicht, dass man sie an den Pranger stellt.»

    Kläy gehört zu den gemässigten Stimmen im Schweizer Eishockey. Er hütet sich davor, Stimmung gegen das Strafmass zu machen. Der EV Zug prüft, ob er gegen die Sperre Rekurs einlegen will. Die Frage, die sich dem Klub in diesem Zusammenhang stellt: Wieweit und vor allem in welcher Form darf und soll die Vorgeschichte eines Spielers Einfluss auf das Strafmass nehmen?

    Eishockey ist ein harter Sport, in dem die Emotionen öfters überkochen. Am Dienstag streckte der Lausanner Mark Barberio den Zuger Lino Martschini mit einem Check gegen den Kopf nieder. Wie Herzog ist auch er ein Wiederholungstäter. Er kam straffrei davon.

    Ähnlich wie die Schiedsrichter befindet sich auch die Verbandsjustiz unter einem ständigen Rechtfertigungsdruck. Irgendjemand ist immer unzufrieden über das Recht, das sie gesprochen hat. Zu hart, zu lasch. Befeuert vom medialen Interesse, in dem die Liga steht, kann kaum ein Einzelrichter wirklich objektiv einen Entscheid fällen. Des Volkes Zorn nimmt das Urteil meist vorweg.

    Hat Herzog Dufner gefoult? Ja. Wurde er zu Recht bestraft? Absolut. Sind fünf Spielsperren korrekt? Gemessen an vergleichbaren Vergehen liegen sie zumindest im oberen Bereich des Vertretbaren. Der Einzelrichter schreibt in der Urteilsbegründung, zwei Spielsperren wären dem Foul angemessen gewesen. Den Rest erhielt Herzog, weil er offensichtlich ein Unverbesserlicher ist.

    Zusätzlich zu den fünf Spielsperren muss Herzog eine Busse in der Höhe von 7700 Franken bezahlen – Verfahrenskosten eingeschlossen. Bei einem Salär von geschätzt 300 000 bis 400 000 Franken kostet die ihn ein Lächeln.

    Schmerzhaft würde die Sanktion für ihn erst dann, wenn er für die Dauer seiner Sperre keinen Lohn mehr erhalten würde, wie das in der nordamerikanischen National Hockey League der Fall ist. Raffi Torres von den San Jose Sharks wurde in der Saison 2015/2016 wegen eines Checks gegen den Kopf eines Gegenspielers von der Liga für 41 Partien gesperrt. Neben der halben Saison kostete ihn das 440 860 Dollar Lohn, die er deshalb nicht ausbezahlt erhielt.

    Kein verlässliches Präjudiz

    In der Schweiz sind solche Sanktionen nicht möglich, weil sie gegen das Arbeitsrecht verstossen. So zumindest lautet die gängige Argumentation. Reto Steinmann ist Strafrechtler und ehemaliger Einzelrichter der National League. Er sagt: «Wie stichhaltig das ist, könnte man erst abschliessend beurteilen, wenn sich ein ziviles Gericht mit der Frage beschäftigt hätte. Meines Wissens war das bisher noch nicht der Fall.»

    Steinmann sieht durchaus Ansatzpunkte, mit denen die Klubs die Spieler zur Verantwortung ziehen könnten. Das Arbeitsrecht bietet dem Arbeitnehmer nämlich nicht nur Schutz, es schreibt ihm auch eine Sorgfaltspflicht vor. Herzog verletzt diese mit seinen wiederholten Sperren immer wieder.

    Mehr als die fünf Partien Pause würde Herzog und all die anderen Wiederholungstäter eine empfindliche Lohneinbusse treffen. Doch kein Klub hat bisher die Konfrontation mit einem seiner Spieler gesucht, um den finanziellen Schaden, der ihm durch dessen Sperre entsteht, wieder einzufordern.

    Klubs und Liga haben sich dem Schutz ihrer Spieler verschrieben. Besonders sanktioniert werden sollen Attacken gegen den Kopf. Es gibt eine Kampagne inklusive eines griffigen Slogans: «Respect the head.» Wie Herzogs Beispiel zeigt, ist ihr Erfolg überschaubar.

    Die Rekordsperre im Schweizer Eishockey stammt aus dem Frühjahr 2012. Der Berner Verteidiger Johann Morant streckte im Play-off-Final den Zürcher Cyrill Bühler nieder. Morant wurde für 14 Partien gesperrt. Er spielt heute für die ZSC Lions. Man holte ihn, weil er einzuschüchtern versteht.

    Und nun im Ernst: Lugano in der Resega ist nicht ganz so einfach zu schlagen.

    Sie haben sogar gegen Servette in der Resega verloren. Sie sind in der Rangliste nach Heimspielen auch nur auf Platz 9. In dem Zustand im Moment muss man einen Sieg fordern, sowieso ist der ZSC bis jetzt einiges schuldig geblieben und sollte endlich in die Spur kommen!

    Lugano ist noch viel weniger dort wo sie sein möchten als der ZSC. Schlegel ist nach wie vor verletzt und sie haben keinen adäquaten Ersatz was sich rächt.

    Unter diesen Umständen ist ein Sieg schon fast Pflicht.

    TV guck.

    Corona-Kater im Schweizer Eishockey

    Diese Clubs leiden am meisten unter der tiefen Impfquote

    Leidenschaft in Ambri und Freiburg, abgekühlte Liebe in Lausanne, Status quo bei Meister Zug: So entwickeln sich die Zuschauerzahlen im Jahr 1 nach der Corona-Saison.

    Philipp RindlisbacherKristian KappSimon GrafReto Kirchhofer
    Reto Kirchhofer, Simon Graf, Kristian Kapp, Philipp Rindlisbacher

    Dank gesteigerter Kapazität im grünen Bereich: Ambri und Gottéron beim ersten Saisonspiel in der neuen Gottardo-Arena.


    Dank gesteigerter Kapazität im grünen Bereich: Ambri und Gottéron beim ersten Saisonspiel in der neuen Gottardo-Arena. Foto: Keystone

    Das Beste kam am Anfang. In der ersten Meisterschaftswoche lud Ambri zur Premiere in der neuen Gottardo-Arena: 6775 Fans waren Teil des Festspiels – ausverkauft. Die Zahl entspricht der Postleitzahl des Dorfs. Ambri besiegte Gottéron 6:2. Das hiesige Eishockey hatte seine Emotionen wieder.

    Bald zwei Monate ist das her. Einzig Gottéron und Langnau haben ihre Eishalle seither ebenfalls mindestens einmal komplett gefüllt. Für gewöhnlich prägen Lücken auf den Rängen das Bild. Zutritt erhält nur, wer ein Zertifikat vorweisen kann.

    Die National-League-Clubs spüren die Folgen von Corona punkto Zuschauer in unterschiedlichem Ausmass, wie die Erhebung der Monate September und Oktober (ohne Aufsteiger Ajoie) zeigt. Zwei Clubs verzeichnen im Vergleich zum Spätherbst 2019 gar einen deutlichen Aufschwung: Ambri und Freiburg. Allerdings basiert der Anstieg auf einer Kapazitätssteigerung: Beide Teams spielen in einer neuen respektive sanierten Halle mit grösserem Fassungsvermögen.


    Vorsicht in Lausanne, Warten in Davos

    Freiburg und Lausanne trennen 50 Kilometer Luftlinie – in der Zuschauerentwicklung aber sind es Welten. Die Lausanner liegen am anderen Ende der Skala. Ihr Schnitt ist um 29 Prozent gesunken, bei keinem Club fällt der Schwund heftiger aus. Auch beim LHC spielt die Halle eine Rolle: Die Vaudoise-Arena wurde 2019 eröffnet, entsprechend gross war die Euphorie und überproportional der Andrang dazumal im Herbst.


    CEO Chris Wolf nennt einen weiteren Faktor für den krassen Rückgang: Der Kanton Waadt sei einer der am stärksten von Covid betroffenen Kantone gewesen – entsprechend vorsichtig handelten die Leute. «Wir haben die Abonnenten, die auf ihre Saisonkarte verzichten, nach Gründen gefragt: Fast die Hälfte der Leute gab Corona als Grund an, dass sie sich nicht sicher fühlen, oder sie sind mit dem Zertifikatssystem nicht einverstanden.» Betreffend den finanziellen Schaden sei es zu früh für eine Bilanz.

    Ebenfalls eine hohe Einbusse verzeichnet Davos (minus 21 Prozent). Aus Fankreisen ist zu vernehmen, dass ein beträchtlicher Teil explizit der 3-G-Regelung wegen den Spielen fernbleibt. Viele HCD-Anhänger kommen aus dem Prättigau – das Tal hat eine der tiefsten Impfquoten.

    Der Umstand, dass die Tests mittlerweile kostenpflichtig sind, koste Davos rund 300 Zuschauer pro Match, sagt Geschäftsführer Marc Gianola. Er hofft auf Dezember: «Dannzumal werden wegen der Touristen statt 12’000 Leuten mit einer Impfquote von rund 50 Prozent um die 40’000 Menschen mit einer 75-Prozent-Impfquote in Davos sein.» Der HCD gilt als Ausnahmefall; ein gewichtiger Teil der Einnahmen basiert auf Tagestickets.

    Bern und Zürich über den Erwartungen

    Traditionell viele Abobesitzer zählen die Schwergewichte aus Bern und Zürich. Beide verzeichnen einen leichten Rückgang bei den Saisonkarten. Mit gut 13’000 verkauften Tickets pro Spiel liegt der SCB aber über den eigenen Erwartungen. «Wir hatten mit durchschnittlich 1000 Zuschauern weniger gerechnet», sagt der operative Leiter Rolf Bachmann. «Es gilt, dankbar zu sein, dass trotz der Umstände so viele Leute ein Abo gekauft haben.»

    Auch Stefan Wälchli, Bereichsleiter Spielbetrieb und Ticketing beim ZSC, hatte einen «gravierenderen Rückgang» erwartet. Die Zürcher haben 6650 Saisonabos verkauft (2019: 7350) – wobei es anzumerken gilt, dass bei der Sitzplatzwahl in der neuen Swiss-Life-Arena eine Vorzugsbehandlung erhält, wer bereits jetzt eine Saisonkarte hat.

    Dass die Covid-Tests mittlerweile kosten, hat auf das Zuschaueraufkommen in Zürich und Bern kaum Einfluss. Das Testzentrum beim Hallenstadion war mit knapp 20 Besuchern bereits äusserst tief frequentiert gewesen, ehe die Tests überhaupt kostenpflichtig wurden. Mittlerweile ist es vor Spielen nicht mehr geöffnet. Geringer Rückgang bei den Saisonabonnenten, gestiegene Zahl der «No Shows»: ZSC-Fans im Hallenstadion.


    Geringer Rückgang bei den Saisonabonnenten, gestiegene Zahl der «No Shows»: ZSC-Fans im Hallenstadion. Foto: Keystone

    Überschaubarer Rückgang beim Verkauf der Saisonkarten, unüberschaubare Lücken auf den Rängen: Wie passt das zusammen? Die Antwort liefert der EV Zug. Gemessen an den Zahlen kennt der Meister keinen Corona-Kater. Doch Geschäftsführer Patrick Lengwiler sagt: «Die No-Show-Rate ist wesentlich höher als in anderen Jahren.» Der Anteil der nicht genutzten Tickets stieg in Zug von 20 auf bis zu 35 Prozent, die Konkurrenz erwähnt ebenfalls steigende «No Shows». Bei den ZSC Lions liegt die Rate bei gewissen Spielen bei über 40 Prozent, auch wenn das niemand offiziell bestätigt.

    Wie alle NL-Clubs gibt der EVZ bei der offiziellen Zuschauerzahl die verkauften Tickets an. Gegen Bern waren trotz 7000 verkaufter Tickets aber nur 5000 Leute in der Bossard-Arena. Ein EVZ-Abo ist ein kostbares Gut, pro Jahr geben nur ein paar Dutzend Leute ihres frei. «Weshalb die Leute trotz Ticket fernbleiben? Da gibt es unterschiedliche Rückmeldungen», sagt Lengwiler. «Einige sind einfach vorsichtig, andere stören sich an den Massnahmen.»

    Kehren die Fans zurück?

    Was die Clubs verbindet: In der Gastronomie ist der Pro-Kopf-Umsatz gestiegen. Der Gesamtumsatz fällt dennoch bedeutend tiefer aus, was in direktem Zusammenhang mit den hohen No-Show-Raten steht.

    Die Ausnahme bildet Langnau: Wer ein Ticket hat, geht im Emmental grösstenteils auch ans Spiel. Allerdings war der Anhang beim Abo-Kauf zurückhaltend, der Bezug der Saisonkarten sank um 19 Prozent auf 3600. Bleibt der Schnitt unter 5000 Besuchern pro Spiel, erwartet die Tigers gemäss Geschäftsführer Simon Laager ein tiefrotes Minus im sechsstelligen Bereich.


    Das Fazit von ZSC-CEO Peter Zahner: «Rund ein Drittel der Bevölkerung ist ungeimpft. Angesichts davon fällt der Zuschauerrückgang eher geringer aus als befürchtet. Die Leute sehnen sich nach Normalität.» Und doch spricht auch Langnaus Simon Laager für die anderen Clubs, wenn er sagt: «Nicht nur der kurzzeitige Rückgang macht uns Sorgen, sondern auch, dass wir einen Teil der Abwesenden auf Dauer verlieren.»

    Entscheid im ordentlichen Verfahren: Fünf Spielsperren und Busse gegen Fabrice Herzog vom EV Zug.

    Fabrice Herzog vom EV Zug wird wegen eines Crosschecks gegen Mauro Dufner von Fribourg-Gottéron in der 42. Minute des Meisterschaftsspiels der National League vom 30. Oktober 2021 für fünf Spiele gesperrt und mit CHF 7’700.- gebüsst (inkl. Verfahrenskosten). Eine Spielsperre hat Herzog bereits verbüsst.

    Lächerlich!

    Seit der Saison 2015/16 ist es das achte Mal, dass Fabrice Herzog wegen eines Fouls gesperrt wird.. Zum sechsten Mal lautet das Verdikt Check gegen Kopf oder Nacken. In seiner Karriere kommt der Thurgauer schon auf 27 Spielsperren und hat schon über 25'000 Franken Bussgeld angesammelt. (watson)

    Heute ist mir der Matchbericht eines Spiels aus der NLB Saison 78/79 in die Hände gefallen: ZSC – Fleurier 15:2 vor……350 Zuschauern! Grund: Es war die zweitletzte Runde am 12.2.79 und Davos stand schon als Aufsteiger fest. Beim Hinspiel in Fleurier am 21.10.78 das wir 16:4 gewannen war ich sogar vor Ort an der Grenze zu Frankreich. In der NLB waren damals 16 Teams, davon 8 Teams die heute in der NLA spielen: Davos (Aufsteiger), Zug, ZSC, Lugano, Fribourg, Servette, Rapperswil, Ambri. Die NLA bestand nur aus 8 Teams: SCB (Meister), Biel, Langnau, Kloten, Lausanne, Arosa, La Chaux-de-Fonds, Sierre (Absteiger). Eine weitere Saison in der wir den Aufstieg verpassten, lange 7 Jahre in der NLB bis wir unter Spielertrainer Kent Ruhnke 80/81 wieder aufstiegen. Die Zeit war geprägt durch stetig leere Kassen beim ZSC und viele Unzulänglichkeiten. Heute stehen gleich zwei Milliardäre (Frey und Spuhler) an der Spitze des ZSC. Wer damals nicht dabei war kann sich das gar nicht vorstellen.:oldie:

    Unterschied zum Fussball Stadion:

    Zahner hat sich für das Stadion zerrissen! Er hat allfällige Widerstände mit zig Gesprächen aus der Welt geschafft und es wurden todsicher auch Kompromisse gemacht.

    Fussballstadion: Bei GC geben sich die Leute die Klinke in die Hand, wer sollte da schon zuständig sein. Und Canepa macht halt auch praktisch nichts! Er wartet ab bis ein neues Stadion parat geschissen da steht. Dabei müsste man längst das Gespräch suchen mit Verhinderer wie Knauss. Von ihm werden wir schon bald hören wenn die Baubewilligung erteilt wird und die Einsprachefrist läuft!

    Zahners Kampf ums neue ZSC-Stadion

    «Wir liessen nicht zu, dass es ein SVP-Projekt wurde»

    Der Bau des Eishockeystadions in Altstetten schreitet voran. Dass Peter Zahner das Projekt durchbrachte, ist die grösste Leistung des Geschäftsführers der ZSC Lions.

    Simon Graf
    Simon Graf

    Im Rohbau steht die Swiss Life Arena schon: Luftaufnahme der neuen ZSC-Heimat Ende Oktober.


    Im Rohbau steht die Swiss Life Arena schon: Luftaufnahme der neuen ZSC-Heimat Ende Oktober. Foto: Sven Thomann (Blick/Freshfocus)

    Wenn Peter Zahner dieser Tage durch die Swiss Life Arena führt wie am Sonntag den Council des Internationalen Eishockeyverbands mit dem neuen Präsidenten Luc Tardif, kommt ihm manchmal kurz jene Begegnung mit Simon Schenk im Jahr 2009 in Erinnerung. Sein Vor-Vorgänger als Geschäftsführer der ZSC Lions überreichte ihm einen Stapel Papier mit allen Stadionprojekten, die die Zürcher verfolgt hatten. Rund 15 an der Zahl. Mit einem Augenzwinkern sagte Schenk: «Viel Spass!» Zahner schaute ihn an und fragte: «Was willst du mir damit sagen?» Schenk gab zurück: «Peter, das kommt nie!»

    Dass es Zahner schaffte, dieses Projekt in Zürich durchzubringen, ist sein Meisterstück. Im Rohbau steht die imposante Arena, nun geht es um den Innenausbau, die technischen Geräte und so weiter. «Wir sind auf Kurs», sagt Zahner. Im August 2022 wird die Arena eröffnet, auch wenn es dem ZSC-CEO dieser Tage manchmal so vorkommt, als passiere kaum etwas. Denn die Veränderungen sind nun nicht mehr so sichtbar.


    Seine Sicht auf die Ämter der Stadt Zürich und die Politik habe sich durch den Weg zum Stadion grundlegend geändert, sagt Zahner. «Vorher hatte ich immer das Gefühl gehabt, dass alles so schwerfällig sei, die Beamten Dienst nach Vorschrift machten. Ich erlebte es nun ganz anders: Da gibt es sehr viele gute Mitarbeiter, die auch in der Privatwirtschaft eine sehr gute Karriere machen würden. Und bei der Stadt Zürich gab man uns von Beginn weg das Gefühl: Man hilft uns, man nimmt uns ernst.» Da war das Stadion erst ein Modell: FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger und Peter Zahner im September 2015.


    Da war das Stadion erst ein Modell: FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger und Peter Zahner im September 2015. Foto: Walter Bieri (Keystone)

    Der Schlüssel war die Abstimmung im Gemeinderat der Stadt Zürich am 15. Juni 2016. Zahner führte mit über 80 der 125 Ratsmitglieder ein persönliches Gespräch, manchmal mehrere. «Ich redete viel mehr mit den Gegnern und den Kritischen als den Befürwortern», sagt er. «Ich war monatelang wie ein Getriebener. Ich wusste: Wenn das Stadion nicht kommt, müssen wir unseren Betrieb redimensionieren.»

    Seine Überzeugungsarbeit wirkte: Mit 93 Ja- zu 19 Nein-Stimmen winkte der Gemeinderat das Projekt durch. Im September 2016 sagte auch das Zürcher Stimmvolk Ja. Zentral sei gewesen, dass das Stadionprojekt nicht verpolitisiert worden sei, sagt Zahner. «Wir liessen nicht zu, dass es ein SVP-Projekt wurde. Wir konnten es immer politisch neutral halten. Ich war nie in einer Partei. Mich konnte man nicht in eine Ecke drängen. Und unser Verwaltungsrat liess mich arbeiten, äusserte sich nie in der Öffentlichkeit.» Kommende Saison die neue Heimstätte der ZSC Lions: Eis wurde noch keines verlegt, aber auch drinnen geht es an den Feinschliff.


    Kommende Saison die neue Heimstätte der ZSC Lions: Eis wurde noch keines verlegt, aber auch drinnen geht es an den Feinschliff. Bild: Dominique Meienberg

    Vom Unternehmer bis zur Hausfrau

    Er habe in jener Zeit die Politik der Stadt Zürich mit all ihren Facetten kennen gelernt. Und wie breit die Palette der Politiker sei mit Bürgern aller Couleur, vom Bankdirektor über den selbstständigen Unternehmer bis zur alleinerziehenden Mutter. Ist an ihm ein Politiker verloren gegangen? Zahner sagt: «Ich merkte, ich hätte in der Politik reüssieren können. Aber ich merkte auch, wie schwerfällig die Politik sein kann und wie sehr man als Politiker gefangen ist in einem Parteiprogramm.»

    Als Politiker müsse man, so hat er erfahren, «sehr stark sein im Einstecken und im Abhaken. Das ist nicht meine grösste Stärke. Dinge, die nicht funktionieren, belasten mich. Und auch Angriffe auf der persönlichen Ebene, wie sie in der Politik gang und gäbe sind.» Aber er wolle seinen Abstecher in diese Welt nicht missen.

    Peter Zahner im Porträt

    Als der ZSC-Macher den Besenstiel durch die WC-Tür bohrte

    Seine Jugend als einer von fünf Brüdern erklärt die Erfolgsgeschichte des Peter Zahner (60). Vor allem der jüngste Bruder Beat, der mit dem Downsyndrom geboren wurde, hat ihn geprägt.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    Stolzer Hausherr: Peter Zahner in der Swiss Life Arena, die im August 2022 eingeweiht wird.


    Stolzer Hausherr: Peter Zahner in der Swiss Life Arena, die im August 2022 eingeweiht wird. Foto: Dominique Meienberg

    Wenn im Schweizer Eishockey die grossen Themen verhandelt werden, ist Peter Zahner nicht weit. Sachlich, aber mit Nachdruck vertritt er seine Standpunkte. Er liebt die Debatte, blüht bei Widerspruch erst richtig auf und lässt sich nicht einschüchtern, wenn er mit seiner Position allein steht. Wie im letzten Winter, als elf von zwölf National-League-Clubs eine massive Erhöhung der spielberechtigten Ausländer anstrebten. Zuletzt setzte sich Zahner durch, es gab keine Revolution, sondern nur eine sanfte Reform.

    Doch wer ist der 60-Jährige, der in Aarau neben dem Brügglifeld aufwuchs und selbst kein begnadeter Hockeycrack war? Zahner gibt selten Persönliches preis, an diesem herbstlich-sonnigen Tag Ende Oktober ist das für einmal anders. Und wer seine Geschichte kennt, versteht besser, wie er so erfolgreich werden konnte.

    Peter ist der vierte von fünf Brüdern, Jahrgang 1961, nach Armin (1955), Ruedi (1957) und Markus (1959). 1968 kommt Beat dazu – er wird mit dem Downsyndrom geboren. «Meine Mutter war schon 43, und damals gab es diese Methoden zur Früherkennung noch nicht», sagt Zahner. Zum Glück, könnte man auch sagen, denn der jüngere Bruder prägt und bereichert das Leben der älteren.

    Zahner zeigt auf dem Handy ein Video, wie sie im September 2018 zum 50. Geburtstag von Beat alle zusammen nach Rom gereist waren. Als sie dachten, genug erlebt zu haben, erhob Beat Einspruch: «Halt, den Papst haben wir noch nicht gesehen!» Heute gebe der keine Audienz, sagten die Brüder. Beat war enttäuscht. Immerhin spazierten sie noch zusammen zum Petersplatz. Beat war in seinem Element, saugte die Atmosphäre an der prominenten Stätte auf, salutierte wie die Schweizergardisten. Die neue ZSC-Heimstätte in Zürich Altstetten ist ab der Saison 2022/23 in Betrieb.


    Die neue ZSC-Heimstätte in Zürich Altstetten ist ab der Saison 2022/23 in Betrieb. Bild: Sven Thomann (Blick/freshfocus)

    Sein jüngerer Bruder sei fasziniert von der Kirche, erzählt Zahner. «Wenn er am Wochenende bei uns ist, schaut er am Fernsehen immer eine Stunde Gottesdienst.» Zum Vater hatte der Jüngste eine besonders enge Beziehung gehabt. Bevor dieser 2007 starb, bat er seine vier älteren Söhne, sie sollten sich um Beat kümmern. «Wir versprachen es ihm», sagt Zahner. «Ich bin stolz, dass wir es bis heute tun.»

    Er erstellt jeweils auf neun Monate den Plan, wer von den vier Brüdern wann das Wochenende mit Beat verbringt. Dieser lebt in einem Arbeits- und Wohnheim in Oberentfelden bei Aarau. «Wir holen ihn dann jeweils am Samstagmorgen ab und bringen ihn am Sonntagabend zurück», so Zahner. «Im Jahr ist er an fünf, sechs Wochenenden bei uns. Wenn wir ein Heimspiel haben, nehme ich ihn ins Stadion mit. Wir gehen Minigolf spielen, an die Chilbi, und jedes Mal spielen wir zwei, drei Stunden ‹Eile mit Weile›.»


    Versprechen halten, gemeinsam etwas erreichen, das sind wichtige Werte für Zahner. Und: sich durchsetzen. Das lernte er mit drei älteren Brüdern schon früh. «Wenn einer sauer war auf den anderen, lief er ihm hinterher. Ich schloss mich mehrmals im Badezimmer ein und harrte bis zu zwei Stunden aus, bis ich sicher war, dass er nicht mehr vor der Tür stand», erzählt er. «Umgekehrt jagte ich auch den anderen nach. Einmal durchbohrte ich mit dem Besenstiel die Badezimmertür. Ich deckte das Loch mit einem Abziehbild ab, damit es mein Vater nicht merkte.» Irgendwann fand er es heraus. Er hatte keine Freude. Vor einem der Bullaugen des neuen Stadions: Peter Zahner.


    Vor einem der Bullaugen des neuen Stadions: Peter Zahner. Foto: Dominique Meienberg

    Die Eltern führten einen Quartierladen, der Vater war Käser und Milchmann. «Wenn du aus einer mittelständischen Arbeiterfamilie kommst, hast du nie viel Geld», sagt Zahner. «Das hat mich geprägt. Ich habe stets etwas dazuverdient, lieferte Einkäufe aus oder sammelte an Fussballspielen und Festen mit Velo und Anhänger die Flaschen ein und kassierte das Pfand.»


    In den fünfwöchigen Sommerferien ging er jeweils auf Milchtour mit dem Vater. Um Viertel nach fünf Uhr morgens ging es los, wurden Milch, Käse, Joghurt oder Eier ausgeliefert. «Wir Kinder machten jeweils per Ende Monat die Abrechnung im Milchbüchlein.» Dann lag der geschuldete Betrag im Milchkasten der Kunden zur Abholung. Zahner erzählt: «Als ich in den Sommerferien aufstand, pfiffen die Vögel. Alle meine Kollegen schliefen noch tief. Um elf Uhr war ich fertig, und um halb zwölf Uhr war ich in der Badi. Als die Kollegen verschlafen dazukamen, war ich schon sechs Stunden unterwegs gewesen.» Zahner lernte schon früh, mit Geld umzugehen. Und: früher aufzustehen als die anderen.

    Schon als kleiner Bub habe er in seinem Hinterkopf gewusst, dass er im Sport eine Rolle spielen werde, sagt er. «Aber ich wusste nicht welche.» Er spielte auch Fussball wie seine Brüder. Ruedi spielte sogar in der Nationalliga A mit dem FC Aarau, später beim FCZ und dem FCB. Peter war FCZ- und GC-Fan, «je nachdem, wer gerade das schönere Leibchen hatte». Er entschied sich aber fürs Eishockey und schaffte es bis in die 1. Liga, ehe mit 20 eine schlimme Knieverletzung seine Aktivkarriere beendete.

    Der fatale Bandensturz

    Der Gegenspieler checkte ihn im Basler Sankt Margarethenpark vier Meter vor der Bande, als er dem Puck nachjagte. Zahner prallte mit dem linken Knie in die Bande. Die Folge war ein Totalschaden, mit Blaulicht wurde er ins Spital gefahren. «Ich ging fast drauf vor Schmerzen. Hätte ich nicht einen Schienbeinschoner angehabt, der das Bein fixiert, der Bruch wäre noch viel schlimmer gewesen.»

    Damals spielte er für den SC Reinach mit Spieler-Trainer Arno Del Curto. Die beiden wurden gute Freunde, verbrachten viel Freizeit zusammen, gingen gemeinsam Skifahren oder pilgerten nach Davos, um sich auf der Stehrampe Spengler-Cup-Spiele anzuschauen. Der Engadiner, manchmal etwas chaotisch, verhalf Zahner zum Einstieg in die Trainerkarriere. Del Curto hatte ein Terminchaos und konnte nicht ans Ochsner-Hockeycamp nach Engelberg, wo er als Trainer vorgesehen war. Also bat er Zahner, einzuspringen.

    Fast Kloten-Headcoach

    Dieser machte seine Sache neben Koryphäen wie Pavel Wohl, Pavel Richter oder Felix Hollenstein gut, lernte Kloten-Präsident Jürg Ochsner kennen und wurde beim EHC später Trainer der Elitejunioren und Assistent in der ersten Mannschaft. Nachdem er im November 1991 als Assistent des neuen Trainers Ingvar «Putte» Carlsson eingesprungen war, hatte er auf die Saison 1992/93 sogar ein Angebot als Cheftrainer. Damals beim Eishockeyverband tätig, sagte er nach reiflicher Überlegung ab.

    Immer, wenn er Felix Hollenstein sehe, würden sie darüber reden, sagt Zahner schmunzelnd. «Fige sagt jeweils: Mit uns wärst du Meister geworden.» Die Klotener hatten ein exzellentes Team, holten von 1993 bis 1996 vier Titel in Serie. Bedauert Zahner, dass er absagte? Er überlegt kurz. «Nein. Natürlich wäre es reizvoll gewesen, zu erfahren, was passiert wäre. Aber wo sind die Schweizer Trainer heute? Der Einzige, der so richtig Karriere gemacht hat, ist Arno.» Und Zahner hat abseits des Eises tiefe Spuren hinterlassen.

    Warum Spielsperren im Schweizer Hockey quasi wirkungslos sind

    https://www.watson.ch/sport/eismeist…irkungslos-sind

    "Dieses Arbeitsrecht verbietet nicht nur automatische Lohnabzüge, auch längere Sperren sind illegal: Bei einer Sperre von mehr als 15 Partien wird es bereits kritisch. Dann geht es nicht mehr um Spielregeln, in die sich zivile Gerichte normalerweise nicht einmischen. Dann geht es um ein widerrechtliches Arbeitsverbot. Populistische Forderungen nach langen Sperren, womöglich für eine ganze Saison, sind juristisch im Profisport nicht durchsetzbar. "

    denn wir könn(t)en ein Spitzenteam sein.

    Sind wir ja! Wenn wir 3. werden am Schluss ist alles ok! Unser Budget ist massiv kleiner als das von YB und FCB. Falls der FCB Cabral verliert in der Weihnachtspause (was ich hoffe!) könnte es dort einen Rückschlag geben (was ich hoffe!). Bei YB fällt der Goalie länger aus, ausserdem spielen sie oft nicht so wie gewohnt. Aber beide Clubs werden sicher nicht abstürzen. Mit Glück könnten wir ev. den FCB überholen wenn der Fall Cabral eintritt, aber mehr liegt mit dem Budget eigentlich nicht drin.

    Im Moment macht der FCZ Freude, dank Breitenreiter und seinem Spektakel Fussball!

    Wenn die Jungen bei GCK spielen haben sie viel mehr Eiszeit als beim ZSC. Ich habe es mit dem Beispiel der Panthers gezeigt, ich bin der Meinung der ZSC macht es gut. Die Spieler müssen sich aufdrängen! Und Geduld haben! Spieler sind auch oft nicht dankbar sondern wandern auch dann ab wenn sie eine Zukunft beim ZSC hätten, alles kleine ICH-AG's. Am Schluss zählt für mich das Logo vorne nicht der Name hinten auf dem Shirt.