Beiträge von Larry

    Nach dem Derby GC - FCZ

    Die Gewalt aus der Südkurve hilft ihren ärgsten Gegnern

    Der Angriff aus der FCZ-Kurve geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem sowieso schon an mehr Repression gedacht wird: zum Beispiel an das generelle Verbot von Auswärtsfans.

    Florian Raz
    Florian Raz (TA)

    Ein Steilpass für Hardliner: Angriff aus der FCZ-Kurve auf den GC-Fansektor.


    Ein Steilpass für Hardliner: Angriff aus der FCZ-Kurve auf den GC-Fansektor. Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)

    Was ist das für eine gewaltige selbst beigefügte Niederlage. Herbeigeführt von vielleicht einhundert jungen Männern, angetrieben von irgendwelchen machoiden Gewaltfantasien.

    Da fürchten die organisierten Fans in den Kurven monatelang, die Prüfung des Covid-Zertifikats vor den Schweizer Fussballstadien könnte zu personalisierten Tickets führen. Und dann schafft es eine Gruppe aus der Zürcher Südkurve mit ihrer Attacke gegen den GC-Fansektor, dass genau dieses Thema aber so etwas von brühwarm wieder auf den Tisch kommen wird.

    Und da wird noch viel mehr kommen. Bundesrätin Viola Amherd empfindet Gewalt in Fussballstadien als ein akutes Problem, das gelöst gehört. Wer sich bei der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz schon nur danach erkundigt, wie viele runde Tische, Aktionsgruppen und interne Papiere es derzeit zum Thema Fangewalt gibt, wird auf später vertröstet.

    Das Verbot von Auswärtsfans

    Klar ist, dass die Polizei die Kosten reduzieren will, die rund um Fussballspiele entstehen. Und dabei wird mit Blick auf die Fankurven auch die Frage gestellt: Braucht es das noch, oder kann das weg?

    Spruchreif ist nichts. Aber Szenarien werden schon seit längerer Zeit gewälzt. Personalisierte Tickets, Sitzplatzpflicht im ganzen Stadion oder gar das schweizweite Verbot von Auswärtsfans – für all das gibt es Fürsprecher in der Politik und bei der Polizei.

    Wobei sich die Polizeikommandanten bewusst sind, dass solche rigorosen Massnahmen lang anhaltende und im schlimmsten Fall gewalttätige Proteste von Kurvenfans im ganzen Land zur Folge haben dürften.

    Ein Jahr Gewalt für mehr Ruhe danach?

    Es gibt polizeiintern sogar Stimmen, die sich dafür aussprechen, durch ein «Tal der Tränen» zu gehen, um später mehr Ruhe zu haben. Sie wären bereit, ein Jahr lang deutlich mehr Polizeieinsätze rund um Stadien zu riskieren. Weil sie davon ausgehen, dass sie dafür danach viel weniger Arbeit hätten.

    Diese Hardliner bekommen durch die Bilder aus dem Letzigrund Auftrieb. Da nützt es nichts, wenn die Clubs darauf verweisen können, dass Gewalt innerhalb von Stadien die krasse Ausnahme darstellt. Und dass Massnahmen gegen eine gewaltbereite Minderheit immer auch eine grosse, friedliche Mehrheit mittreffen.

    Für die Vereine und die Liga ist die Gewalt vom Samstag eine mittlere Katastrophe. Sie haben gerade beim FC Sion gesehen, wozu mehr Repression führen kann: Der FC Sion hat wegen Sitzplatzpflicht und personalisierter Tickets wochenlang vor halbierter Zuschauerzahl gespielt. Das können sich die meisten Clubs in der Schweiz nicht leisten.


    Die Wut in den anderen Städten

    In anderen Schweizer Fankurven ist die Wut auf die Südkurve gerade gross. Weil der Samstag alle Ziele sabotiert, die die organisierten Fans verfolgen: viel Freiraum, wenig Repression, die Einsicht, dass Fankultur positiv und kreativ sein kann.

    Auch in der Südkurve selber gibt es Menschen, die wissen, wie sehr der Samstag der eigenen Sache geschadet hat. Es wäre darum im ureigenen Interesse der Kurve, sich nicht weiter mit den Gewalttätern in ihren Reihen zu solidarisieren. Weil nur so gezielt jene bestraft werden können, die randaliert haben.

    Gelingt dieser Akt der Selbstregulierung nicht, wird wohl an der Repressionsschraube gedreht. Und das trifft dann alle, die gern in ein Stadion gehen.

    Zuschauereinbruch im Schweizer Eishockey: 9 von 13 National-League-Klubs verlieren Publikum

    Gerade der SC Bern, dessen Anziehungskraft normalerweise europaweit Massstäbe setzt, leidet unter einem markanten Zuschauerrückgang. Dieser beeinträchtigt seine ohnehin geschwächte Konkurrenzfähigkeit zusätzlich.

    Daniel Germann (NZZ)


    Die Corona-Pandemie setzt den hiesigen Eishockeyklubs zu: In den Stadien bleiben viele Plätze leer.

    Die Corona-Pandemie setzt den hiesigen Eishockeyklubs zu: In den Stadien bleiben viele Plätze leer.

    Andreas Haas / Imago

    Es gab im Schweizer Eishockey bis vor kurzem Fakten, die unumstösslich waren – beispielsweise, dass der HC Davos dem SC Bern das Stadion füllt. Wann immer die beiden wohl populärsten Klubs des Landes in Bern aufeinandertrafen, waren mehr als 17 000 Plätze in der Postfinance-Arena besetzt.

    Doch dann kam Corona – und seither ist nichts, wie es ehedem war. Der SCB ist kein Spitzenklub mehr und bringt sein Stadion nicht mehr voll. Am Samstag sahen laut offiziellen Angaben nur 13 541 Zuschauer die 3:6-Niederlage der Berner gegen die Bündner. In Tat und Wahrheit dürften noch weit weniger Zuschauer im Stadion gewesen sein.

    Bis zum Ausbruch der Pandemie war der SCB 18 Jahre lang in Folge der Publikumskrösus im europäischen Klub-Eishockey gewesen. Der Durchschnitt lag bei mehr als 16 000 Zuschauern, die Stadionauslastung bei 95 Prozent. Nun, da die Zuschauer nach einer Saison wieder in die Stadien zurückgekehrt sind, sind die Lücken unübersehbar.

    3 Millionen Franken Verlust

    Bis zu dieser Saison stoppte der SCB den Verkauf von Jahreskarten jeweils nach 13 000 abgesetzten Tickets, um überhaupt noch Billette an der Tageskasse zu haben. Nun liegt das Minus bei den verkauften Saisonabonnements gemäss dem CEO Marc Lüthi bei ungefähr 7,5 Prozent. Er hat deshalb für diese Saison Mindereinnahmen in der Höhe von 3 Millionen Franken budgetiert, die auch Auswirkungen auf das Geschehen auf dem Eis haben.

    «Bisher stehen wir finanziell leicht besser da als befürchtet», sagt Lüthi. Doch mehr als 14 141 Zuschauer, wie im zweiten Heimspiel gegen den EHC Biel, sind noch nie in die Arena gekommen. Lüthi sagt, meist seien rund 15 Prozent weniger Zuschauer im Stadion als ausgewiesen. «Ich weiss von mehreren Leuten, die ihre Saisonkarte erneut gelöst haben, vorerst aber auf einen Stadionbesuch verzichten.»

    In Bern beträgt das Minus im Vergleich zur letzten normalen Saison pro Match fast 2500 Zuschauer. Neben der Pandemie dämpft der sportliche Misserfolg die Lust, ins Stadion zu gehen. Nach fünf Meistertiteln in den letzten elf Jahren kämpft der Klub bereits zum dritten Mal in Folge um die Play-off-Qualifikation.

    Doch die Berner stehen mit ihrem Zuschauerverlust nicht allein da. Bei 9 der 13 National-League-Klubs ist der Zuschauerdurchschnitt tiefer als in der letzten Saison vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie (siehe Grafik). Der EV Zug profitiert vom Meister-, der HC Ajoie vom Aufsteigerbonus. Wirklich mehr Zuschauer haben nur der HC Ambri-Piotta und Fribourg-Gottéron, Klubs, die in neuen Stadien spielen.

    Neun National-League-Klubs verlieren Zuschauer

    Lausanne, Genf/Servette und die ZSC Lions haben einen ähnlich grossen Zuschauereinbruch wie der SCB zu verkraften. Die SCL Tigers setzten rund 1000 Saisonkarten weniger ab. Die Menschen haben entweder Angst oder wollen sich nicht impfen lassen. Akzentuiert wird die Situation, seit die Ungeimpften die Kosten für den Corona-Test selber übernehmen müssen.

    Gerade für Klubs wie Bern und Langnau, die ohne generösen Gönner im Hintergrund auskommen müssen, ist die Lage angespannt. Peter Jakob, der Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers, sagt, man habe das Budget aus diesem Grund auf diese Saison hin zurückgefahren und Rückstellungen gemacht. «Schon 100 Zuschauer weniger pro Match machen auf die gesamte Saison hochgerechnet Mindereinnahmen von rund 100 000 Franken aus. Es geht dabei nicht nur um die fehlenden Ticketeinnahmen, sondern auch um Ausfälle in der Gastronomie.»

    «Sportklubs sind privilegiert»

    Doch die finanzielle Situation ist nicht mehr mit jener vor einem Jahr zu vergleichen, als Klubs wie die SCL Tigers oder der SCB um die Existenz kämpften. Jakob sagt, dank der Solidarität der Zuschauer und der Sponsoren, aber vor allem dank der A-fonds-perdu-Hilfe des Bundes sei momentan kein Sportklub unmittelbar vom Konkurs bedroht. «Man muss es offen sagen: Wir sind privilegiert.»

    Die Verschiebung der Partie Davos - Zug vom vergangenen Dienstag aber hat allen vor Augen geführt, dass die Pandemie auch im Schweizer Eishockey nicht ausgestanden ist. Unsicherheit bleibt – nicht nur bei den Klubs, auch bei ihrem Anhang.

    Vor ziemlich genau einem Jahr schloss der Bund wegen der stark ansteigenden Fallzahlen die Stadien wieder. Ein ähnliches Szenario ist in diesem Herbst wohl auszuschliessen. Ein erneuter Lockdown würde von der Bevölkerung kaum mehr mitgetragen.

    Doch vollständig normalisieren werden sich die Zuschauerzahlen in den Stadien wahrscheinlich erst dann, wenn der Bundesrat die Zertifikatspflicht aufhebt. Anders als im Fussball hat der Anhang im Eishockey diese Massnahme ohne grösseres Murren hingenommen – wer sich dem Diktat nicht unterziehen wollte, blieb einfach zu Hause.

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    Mein Senf: Wir waren seit dem Aufstieg 1989 immer die Nummer 2 hinter dem SCB, aktuell hat uns Fribourg überholt!:shock::roll:

    Die Bucs vernichten die Bears! 8)Da kann ich zur Halbzeit getrost pennen gehen!

    Brady mit dem nächsten Rekord für die Geschichtsbücher: 600 TD Pässe!:shock:

    Lustig: Der Ball für die Hall of Fame musste von einem Fan zurück erbettelt werden!:mrgreen:

    Seit Mahomes von den Bucs im Super Bowl vernichtet wurde bringt er kein Bein mehr vor das andere! Eine weitere totale Pleite!

    Gute Nacht!:sleeping:

    und die, die in der Kurve applaudierten und gröhlten kannst du auch nicht negieren. Eine solche Aktion ist "gegen die Kurve" nicht möglich; sondern nur, wenn "die Kurve" das akzeptiert.

    Fakt.

    Schon traurig wenn du 12 jährigen Jungs empfehlen musst alle Fanutensilien verschwinden zu lassen, weil alles angegangen wurde was nach GC aussieht. Und das ist keine Polemik.

    Gehe schon lange nur noch neutral an die Spiele. Bekannte von mir (Er, Sie, Sohn damals Teenager ist GC Fan) wurden vor Jahren schon auf dem Weg zum Stadion in eine Schlägerei verwickelt. Klar das die NIE mehr an ein Spiel gehen! Und es auch jedem erzählen!

    Und irgendwann am Samstagabend stellte man sich vor, wie diese anregende Begegnung wohl in einem schmucken Fussballstadion rübergekommen wäre. In einer Arena wie dem geplanten Neubau in Zürich. 18 000 Plätze, vermutlich ausverkauft, steile Tribünen, es wäre eng, hitzig, intensiv. Und es hätte keine Leichtathletikbahn, die den zugigen Letzigrund ultimativ in einen Unort des Fussballs verwandelt. Man darf sich jedenfalls auf die Zürcher Derbys in der Rückrunde freuen. Womöglich hat man sich beim FCZ bis dahin über neue Ziele unterhalten. Vorerst tritt er am kommenden Samstag im Letzigrund gegen den FC Basel zum Spitzenkampf an. In einer Fussballstadt müsste das Stadion ausverkauft sein. (NZZ)

    Die NFL Saison 2021 - am 7. Spieltag überträgt ran Football zwei Partien live auf ProSieben MAXX. Zudem gibt es ein weiteres Spiel auf ran.de zu sehen. Die Übertragungen in der Übersicht: - 18:00 Uhr: #ranNFLsüchtig live auf ProSieben MAXX und ran.de - 19:00 Uhr: Kansas City Chiefs at Tennessee Titans live auf ProSieben MAXX und ran.de - 19:00 Uhr: Washington Football Team at Green Bay Packers live auf ran.de - 22:25 Uhr: Chicago Bears at Tampa Bay Buccaneers live auf ProSieben MAXX und ran.de

    8)

    Verfolgt jemand die Playoffs in der MLB?

    Baseball mag ja während dieser schier endlosen Saison oft langweilig sein aber wenn man sich jetzt in den PO's die Zusammenfassungen anschaut ist das einfach nur Spektakel pur!

    Sein Vertrag läuft bis Ende Saison 24/25. Sind wir bis dann mit ihm nicht Meister kann man ihn auch ziehen lassen.

    Soll übrigens keine Kritik an Waeber sein, er entwickelt sich gut! Ob er auch ein Meister Goalie wird das wird die Zukunft weisen!

    DAS wird die entscheidende Frage sein, welche der Sportchef beantworten muss:

    Traut man Waeber zu ein "Meister-Goali" zu werden/sein?

    Grönborg gebe ich noch diese und nächste Saison. Ist er bis dann nicht Meister muss er weg. Der ZSC kann sich mit diesem Aufwand und diesen Ansprüchen keine jahrelange Titelflaute leisten. Das gleiche gilt eigentlich auch für Waeber. Wobei man Waeber nicht schicken muss aber ev. ein paar Jahre hinter einem ausländischen Top Goalie parkieren. Er ist noch jung, kann sich noch entwickeln.

    Toller Abend, erbärmlicher Schluss!

    Ja war super bis eben....

    Ich war am gehen als die Typen ganz normal via Eingang Osttribüne reingekommen sind. Kein Sicherheitsdienst da, keine Bullen! Absolut amateurhaft wie immer im Letzigrund, ob FCZ oder GC! Der FCZ braucht sich nicht zu wundern will seit Jahren keine namhafte Firma Werbung auf der Brust machen!

    Jedes Team braucht zwei gute Goalies, ob NLA oder NHL!

    Grönborg hat Waeber zur Nummer 1 gemacht und davon wird er nicht abrücken.

    Für uns (und ihn!) gut ist Luki wieder zurück!

    Ob man mit Waeber auch Meister werden kann wird die Zukunft zeigen!

    Vor dem Derby: FCZler und GCler erzählen

    «Einmal sagte Köbi Kuhn zu mir: ‹Ich dachte, du seist besser›»

    Am Samstag kommt es zum zweiten Zürcher Derby der Saison. Fünf FCZ- und fünf GC-Figuren über die Bedeutung, den schlimmsten Gegenspieler und die liebste Erinnerung.

    Christian ZürcherMarcel Rohner
    Marcel Rohner, Christian Zürcher (TA)

    Raimondo Ponte

    GC-Mittelfeldspieler von 1974 bis 1980 und 1982 bis 1988

    Bestritt in den 70er- und 80er-Jahren rund 400 Spiele für die Grasshoppers: Raimondo Ponte, hier im April 1987.


    Bestritt in den 70er- und 80er-Jahren rund 400 Spiele für die Grasshoppers: Raimondo Ponte, hier im April 1987. Foto: Studhalter (Keystone)

    Was ist Ihre schönste Derby-Erinnerung?

    Am besten war schon das 7:1 auf dem Hardturm. René Botteron hat das Tor für den FCZ aber nur gemacht, weil er unserem Goalie durch die Beine traf. Daran kann ich mich gut erinnern, es hatte immer viele Zuschauer. Im Letzigrund hörte man sie kaum, im Hardturm aber waren sie so nah, denen konnte man noch Grüezi sagen. Du konntest gegen den Tabellenletzten verlieren, aber nicht im Derby.


    Wer war Ihr schlimmster Gegenspieler?

    Köbi Kuhn, der wollte mich ständig verunsichern. Er sagte einmal: «Ich dachte, du seist besser.» Und ich antwortete: «Ich dachte, du läufst mehr.» Solche Sprüche gab es damals noch eher. Und es war auch so, dass man ab und zu mal bei einem FCZ-Spieler zum Essen war, aber in der Woche vor dem Derby redete man mit keinem von ihnen. Das war praktisch verboten.

    Was passierte nach einer Niederlage gegen den FCZ?

    Diese Schmach danach … da konnte man sich nicht mehr zeigen. Das können Sie mir glauben, nach einer Niederlage ging ich nicht in die Stadt. Nach einem Sieg dafür erhobenen Hauptes, da lief man auch gerne etwas langsamer, damit einen jeder sah und einem noch etwas zurufen konnte.

    Giuseppe Mazzarelli

    FCZ-Verteidiger von 1990 bis 1996, bei GC von 1997 bis 1999

    Spielte lange für den FCZ und wechselte danach über die Gleise: Giuseppe Mazzarelli (rechts) im Juli 1997.


    Spielte lange für den FCZ und wechselte danach über die Gleise: Giuseppe Mazzarelli (rechts) im Juli 1997. Foto: Patrick Aviolat (Keystone)

    Sie haben mit dem FCZ zwischen 1990 und 1995 kein einziges Spiel gegen GC gewonnen. Wie war das?

    Das war schlimm, wir haben uns immer viel vorgenommen, wollten für Herrn Hotz gewinnen und sind nachher immer hinterhergerannt. Es hat einfach nie gereicht, Christian Gross hat sie immer super eingestellt. Sie waren einfach besser. Urs Fischer war nach den Spielen stinkhässig und hat alles kurz und klein geschlagen.

    Wer war der schlimmste gegnerische Spieler?

    Giovane Elber, mit Abstand. Der war abgebrüht, der hat alles gerochen.

    Sie spielten später auch für GC – wie war das?

    Damals war das eine Sünde. Es war schwierig, es gab Drohbriefe, den Wechsel über die Gleise hat man mir nie verziehen. Wobei ich Jahre später fast zurückgekehrt wäre, Lucien Favre wollte mich, ich war im Probetraining, doch nach meinen Depressionen kam ich nicht mehr auf mein einstiges Niveau.

    Zoltan Kadar

    Zweimal GC-Interimstrainer, zwischen 2017 und 2019 FCZ-Assistenztrainer, heute GC-Nachwuchschef

    Der Assistent und einer seiner Chefs: Zoltan Kadar und Pierluigi Tami freuen sich über ein GC-Tor gegen YB.


    Der Assistent und einer seiner Chefs: Zoltan Kadar und Pierluigi Tami freuen sich über ein GC-Tor gegen YB. Foto: Patrick B. Kraemer (Keystone)

    Was ist Ihre schönste Derby-Erinnerung?

    In der Saison 2014/15 gewann der FCZ immer, sie haben uns vernichtet, viermal in der Meisterschaft, einmal im Cup. In der neuen Saison haben sie eine Choreo gemacht mit einer Hand, die fünf Finger zeigte. Und dann haben wir genau 5:0 gewonnen, das war sensationell.

    Welcher war der schlimmste Gegenspieler beim FCZ?

    Ganz klar David da Costa. Kein überragender Goalie, aber einer mit überragenden Leaderqualitäten. Schade, dass solche Spielertypen heute am Aussterben sind.

    Warum ist die Bedeutung des Derbys nicht mehr dieselbe wie früher?

    Früher gab es mehr Identifikationsfiguren. Wir hatten Spieler wie Hajrovic, Toko, Salatic als Captain, und sie neben Da Costa noch die Koch-Brüder oder Schönbächler. Vor allem Hajrovic und Da Costa konnten sich nicht riechen. Im Letzigrund hatten die FCZ-Spieler immer die hintere Garderobe, wenn sie zuerst rausgingen, klopften sie im Vorbeigehen wie verrückt an unsere Türen.

    Ancillo Canepa

    Seit 2006 FCZ-Präsident

    Führt den FCZ nun seit 15 Jahren: Ancillo Canepa,


    Führt den FCZ nun seit 15 Jahren: Ancillo Canepa, Foto: Tom Egli

    Was ist Ihre beste Derby-Erinnerung?

    Es gab viele schöne Momente. Aber 2007 ist für mich in allerbester Erinnerung geblieben. Anlässlich der Stadioneröffnung schoss Yassine Chikhaoui in seinem ersten Derby, nach einem genialen Dribbling, bereits nach einer Minute das 1:0. Wir gewannen 4:0.

    Gibt es etwas, das Sie nur im Vorfeld der Derbys tun?

    Ich gehe mit meinen Hunden im Wald spazieren und stelle mir bildlich vor, wie ich nach dem Spiel glücklich und zufrieden nach Hause gehe.

    Welchen GC-Spieler haben Sie am meisten gefürchtet?

    Veroljub Salatic. Er war der Denker und Lenker im Mittelfeld und emotional immer megaheiss auf die Derbys.

    Georg Margreitter

    Weitgereister GC-Verteidiger

    Erstes Zürcher Derby und gleich Torschütze: Georg Margreitter (Nr. 33) und Kollegen feiern das 1:0 gegen den FCZ, der das Spiel danach noch drehte.


    Erstes Zürcher Derby und gleich Torschütze: Georg Margreitter (Nr. 33) und Kollegen feiern das 1:0 gegen den FCZ, der das Spiel danach noch drehte. Foto: Benjamin Soland (Freshfocus/Blick)

    Was ist die Bedeutung eines Derbys?

    In ein Derby wird immer sehr viel projiziert und interpretiert. Die Fans hängen jahrzehntelang an diesem Verein – was den Fussball angeht, ist er ihre einzige grosse Liebe. Es wäre jetzt als Spieler, der drei Monate hier ist, unfair zu sagen, wie wichtig und bedeutungsvoll das Derby für mich ist. Trotzdem spürt jeder Spieler, dass das Derby etwas Besonderes ist.

    Was sind Ihre Derby-Erfahrungen aus dem Ausland?

    Ich hatte das Glück, dass ich fast immer in Städten spielte, in denen es Derbys gab. In Nürnberg, aber auch in Wien, das liegt schon länger zurück, war es immer sehr brisant. Und in Kopenhagen waren jeweils 40’000 im Stadion, die zurückhaltende skandinavische Mentalität setzte an diesem Tag aus.

    Wie war das erste Derby-Erlebnis in der Schweiz?

    Es ist megageil, wenn man in einem solchen Spiel ein Tor machen kann. Leider hatte es nicht lange Bestand. Aber das Rundherum war genial – wir Spieler sind wegen Corona ja auch etwas ausgehungert, was Zuschauer und Akustik im Stadion betrifft. Das war das erste Spiel, in dem es wieder richtig abging.

    Michael Lütscher

    FCZ-Biograf (und Fan)

    Was war Ihr bester Derby-Moment?

    Am präsentesten habe ich Cédric Brunners Tor in der 92. Minute im Cuphalbfinal 2018. Seit Jahren ging es wieder einmal um sehr viel im Derby. Ich spürte das auch an mir, ich war vor dem Spiel sehr angespannt und beim Tor, da sprang ich auf und schrie. Nach dem Spiel begegnete ich dann meinen GC-Freunden mit einem Lächeln auf den Stockzähnen.

    Wie hat sich die Bedeutung des Derbys verändert?

    In den 70er- und frühen 80er-Jahren ging es bei Derbys häufig auch um den Meistertitel. Heute ist das bekanntlich anders, von daher ist die Bedeutung eher gesunken. Ebenso spielten früher die Spieler jahrelang für ihre Clubs. Das Derby war quasi die Revanche des letzten Derbys, bis in jeden einzelnen Zweikampf war diese Rivalität zu spüren. Heute wechseln die Spieler viel häufiger den Verein, das verändert natürlich auch die Rivalität.

    Wie wird man FCZ-Fan?

    Es gibt ja drei Arten, weshalb man Fan werden kann. Wegen der Familie, über Freunde, oder wegen des Erfolgs. Ich wuchs in Küsnacht auf, Goldküste, GC-Gebiet. Mein bester Freund war aber FCZ-Fan, er begeisterte mich in der Saison 1973/74, was einfach war, weil der FCZ damals überlegen Meister wurde. Seitdem bin ich für den FCZ.

    Manuel Burkart

    Comedian und GC-Fan

    Damals wie heute ein GC-Fan: Divertimento-Comedian Manuel Burkart.


    Damals wie heute ein GC-Fan: Divertimento-Comedian Manuel Burkart. Foto: zvg

    Was sind Ihre Erinnerungen ans Derby?

    Ich ging prinzipiell nicht gerne an Derbys, weil ich es nervlich nicht verkraftete, wenn die Hoppers als Verlierer vom Platz gingen. In den Nullerjahren konnte man als GC-Supporter relativ siegessicher ins Stadion zotteln. Danach hats ja für viele Jahre gekehrt, und momentan, sagen wir es mal so, ist ein Derby für mein Nervenkostüm noch nicht geniessbar (lacht).

    Wie war es, als GC zwischen 1986 und 1996 fast immer gewann?

    Es war ein heroisches Gefühl. Da war ich so um die zehn Jahre alt und ein kleiner Furz im Hexenkessel Hardturm. Es war auch beängstigend, diesen lauten Fangesängen und Trommeln ausgeliefert zu sein. Bier floss in Mengen, und ich vergesse das Bild nie, wie ein langhaariger, schlaksiger Hardrocker johlend, hackedicht und Bier verschüttend die breiten Beton-Stufen im Fanblock hinunterstolperte und gegen das Gitter knallte.

    Wer war der schlimmste Gegenspieler?

    Das war wohl Alhassane Keita, der hat ein paar Jahre lang alles in Grund und Boden geschossen im FCZ-Sturm.

    Tinguely dä Chnächt

    Rapper und FCZ-Fan

    Supportet den FCZ und die AC Milan: der Zürcher Rapper Tinguely dä Chnächt.


    Supportet den FCZ und die AC Milan: der Zürcher Rapper Tinguely dä Chnächt. Foto: Samuel Schalch (Tamedia)

    Was wäre der perfekte ­Derbysong?

    Ich weiss nicht, ob es noch ein Derby-Lied braucht. Ich glaube, es gibt schon sehr viele FCZ-Songs – auch, weil die Kurve ziemlich viele gute Rapper und Produzenten hat.

    Würden Sie mit einem GC-Spieler ein Bier trinken?

    Ich kenne die aktuellen Spieler nicht so gut. Von den früheren Spielern auf ein Wasser mit Kubi ist vielleicht noch interessant, der hat eine Vergangenheit in ­italienischen Ligen. Beim FCZ vielleicht mit Schönbi. Der soll ein easy Typ sein und Musik mögen.

    Was sagt das Derby über

    die Stadt Zürich aus?

    Dass Fussball nicht die höchste Priorität hat. Da braucht es – wie einst – mindestens ein Weisses Ballett und ­einen Cristiano Ronaldo, um das Stadion zu füllen.

    Noah Loosli

    Einst GC-Junior, seit Sommer 2021 zurück im Verein

    Verliess die Grasshoppers 2018 und kam nach dem Aufstieg wieder zurück: GC-Bub Noah Loosli.


    Verliess die Grasshoppers 2018 und kam nach dem Aufstieg wieder zurück: GC-Bub Noah Loosli. Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)

    Wie gross ist die Bedeutung des Derbys im Juniorenalter?

    Es war alles anders als in anderen Spielen. Das wird einem schon früh auf den Weg gegeben, es ist schon mit 11 oder 12 das Spiel, das du auf keinen Fall verlieren willst. Und wir haben die Siege schon damals mehr gefeiert als andere, mal mit einem Teamfoto in der Kabine oder einer Cola für die Spieler.

    Was zeichnet das Derby aus?

    Es liegt mehr Intensität in der Luft, die Stimmung ist anders. Es ist nicht so, dass man die anderen Spiele nicht ernst nimmt, aber beim Derby ist es halt einfach ein Stück mehr. Dazu gehören natürlich auch Provokationen. Wenn man ein Derby gewinnt, lässt man gerne mal einen Spruch fallen.

    Schmerzt eine Niederlage gegen den FCZ mehr als andere?

    Ja. Definitiv.

    André Breitenreiter

    Seit Sommer 2021 FCZ-Trainer

    Erstes Derby, erster Sieg: André Breitenreiter Ende August mit seinen Assistenten Alain Nef (links) und Darius Scholtysik (rechts) vor der Zürcher Südkurve.


    Erstes Derby, erster Sieg: André Breitenreiter Ende August mit seinen Assistenten Alain Nef (links) und Darius Scholtysik (rechts) vor der Zürcher Südkurve. Foto: Andy Müller (Freshfocus)

    Was haben Sie im ersten Derby gelernt?

    Dass wir beim Training in der Brunau beobachtet werden. Bereits Sekunden nach Anpfiff wusste ich, dass sie auf unsere Spielzüge vorbereitet waren. Das soll nicht wieder passieren. Wir haben in Varianten trainiert.

    Was war Ihre prägendste Derbyerinnerung?

    Das Derby Hannover – Braunschweig als Trainer. Hannover ist meine Heimatstadt, wir spielten gegen einen direkten Rivalen im Aufstiegsrennen und gewannen erstmals seit 19 Jahren. Das war sehr emotional.

    Wie unterscheidet sich das Zürcher Derby von jenen in Deutschland?

    Natürlich ist Schalke gegen Dortmund eine Nummer grösser, und auch HSV gegen St. Pauli ist speziell, beide Spiele habe ich erlebt. Bezüglich Emotionen steht es den deutschen Derbys aber in nichts nach. Das hat man nach Ceesays spätem Siegtreffer deutlich gesehen.

    Launisches Starensemble

    Jetzt muss der ZSC-Trainer die Schraube anziehen

    Kein Team ist so gut besetzt wie das von Rikard Grönborg, trotzdem kommt es nicht vom Fleck. Was läuft falsch?

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp (TA)

    Gefordert: Die ZSC-Trainercrew mit Headcoach Rikard Grönborg und seinem Assistenten Peter Popovic.


    Gefordert: Die ZSC-Trainercrew mit Headcoach Rikard Grönborg und seinem Assistenten Peter Popovic. Foto: Walter Bieri (Keystone)

    Brauchte es wieder das Messer am Hals? Oder einfach das grösste Sorgenteam als Gegner? Der ZSC stoppte am Dienstag mit einem 7:5 gegen Genf zumindest den Negativtrend mit vier Niederlagen in fünf Spielen. Und er deutete auch an, was für ein Potenzial in ihm steckt, das Startdrittel war phasenweise begeisternd.

    8 Siege nach 15 Spielen lautet die Bilanz. Das ist nicht das, was vom ZSC erwartet werden kann. Nicht nach all den Transferoffensiven. Nach dem letztjährigen Coup mit Sven Andrighetto kamen nun Yannick Weber und Denis Malgin. Und die Zürcher setzen neben Meister Zug als einziges Teams fünf Importspieler ein, da sie dies wegen eines unter Vertrag stehenden, doch in die NHL abgewanderten Schweizers tun dürfen. Niemand hat eine Breite wie der ZSC.

    Es irritiert darum, wie harmlos die Mannschaft immer wieder spielt: 4 Tore bei den letzten vier Niederlagen, nur 16 in den 8 Spielen vor diesem 7:5. Eine Mannschaft, die mindestens ein halbes Dutzend weitere richtig gute und spielintelligente Stürmer im Kader weiss und die auch in den hinteren Reihen überdurchschnittlich besetzt ist.

    Vieles greift zu kurz

    Wo liegt das Problem? Ist Headcoach Rikard Grönborg zu sehr Taktiker und zwingt die Kreativität in ein starres Korsett? Im Gegenteil, gerade offensiv gibt es Freiheiten, die die Spieler eher zu sehr als zu wenig ausnutzen, und sie neigen zur Verspielt- und Puckverliebtheit. Dann wird gekurvt und gedribbelt und ein wichtiger Grundsatz vergessen: Der Puck ist schneller als der Spieler. Die Lions spielen einen ihrer Trümpfe zu wenig aus: das Tempo ihrer Stürmer. Der Beweis durch die Analytics, dass der ZSC seine grosse Stärke, das Tempo, zu wenig nutzt. Der ZSC ist nur die Nummer 10 der Liga, wenn es um kreierte Torgefahr nach Gegenstössen geht. Pro Spiel generieren die Zürcher nur 1,01 expected Goals (zu erwartende Tore) nach Kontern. Die blaue Spalte in der Mitte zeigt zudem, dass die Zürcher Torchancen nur in 41,2 Prozent der Fälle nach Kontern erfolgen – Ligatiefstwert.


    Der Beweis durch die Analytics, dass der ZSC seine grosse Stärke, das Tempo, zu wenig nutzt. Der ZSC ist nur die Nummer 10 der Liga, wenn es um kreierte Torgefahr nach Gegenstössen geht. Pro Spiel generieren die Zürcher nur 1,01 expected Goals (zu erwartende Tore) nach Kontern. Die blaue Spalte in der Mitte zeigt zudem, dass die Zürcher Torchancen nur in 41,2 Prozent der Fälle nach Kontern erfolgen – Ligatiefstwert. Grafik: 49ing

    Expected Goals – was ist das?

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    Vereinfacht erklärt, wird die Expected-Goals-Zahl wie folgt berechnet: Für jeden Schussversuch während des Spiels wird ein Wert addiert, welcher der Wahrscheinlichkeit eines Tors mit eben diesem Schussversuch entspricht. Die Totalzahl entspricht dann der Anzahl der zu erwartenden Tore. Berücksichtigt werden Schussposition, Art des Schusses (Vorhand, Backhand, Direktabnahme etc.), Verhalten des Gegners (steht einer in der Nähe und stört beim Schuss? Steht einer zwischen Schuss und Tor? Wird dem Goalie die Sicht verdeckt?) und einiges mehr. (kk)

    Kreativ wie kein anderes Team sind die Lions zudem im Powerplay. Sie verfügen über zwei Linien in Überzahl, die bei jedem Gegner die Nummer 1 wäre. Und sie können innerhalb der beiden Linien zwischen mehreren taktischen Formationen variieren, sind für die Gegner schwierig auszurechnen.

    Haben die Lions also schlicht zu viele gute Spieler, die sich gegenseitig den Platz zur Entfaltung nehmen? Auch das ist zu kurz gegriffen. Denn sonst hätte der ZSC in der Champions League die schwerste Gruppe mit Frölunda, IFK Helsinki und Mlada Boleslav nicht so gut gemeistert. Vielleicht spielte da halt auch das eine Rolle: dass mehrfach arrivierte Spieler verletzt oder gesperrt fehlten und unspektakuläre «Arbeiter» einspringen mussten. Oder dass die dauernden Puckbesitz gewohnten Zürcher plötzlich auch mal dominiert wurden und ihr Spiel darum anpassen mussten. Diskussion nach einer Niederlage: Die ZSC-Verteidiger Maxim Noreau (rechts) und Yannick Weber.


    Diskussion nach einer Niederlage: Die ZSC-Verteidiger Maxim Noreau (rechts) und Yannick Weber. Foto: Patrick B. Kraemer (Keystone)

    Ist sich gar ein Teil der Mannschaft zu oft zu schade für die kleinen Spiele? Langnau ist nicht Frölunda. Wenn Grönborg zuletzt betonte, dass das Team vermehrt vors Tor müsse, statt schön rundherum zu spielen, dann klingt das zwar wie die Schallplatte mit Sprung, trifft eine Problemzone dennoch. Letzten Samstag gegen Biel kamen die Zürcher kaum zu Schüssen im Slot. Eigentlich inakzeptabel. Der Wandel zwischen dem Biel- und dem Genf-Match: Gegen Biel gab es kaum Zürcher Schüsse aus dem «Slot», dem Raum unmittelbar vor dem Tor bis hinunter zum Ende des Bullykreises. Schon viel besser …


    Der Wandel zwischen dem Biel- und dem Genf-Match: Gegen Biel gab es kaum Zürcher Schüsse aus dem «Slot», dem Raum unmittelbar vor dem Tor bis hinunter zum Ende des Bullykreises. Schon viel besser … Grafik: sihf.ch



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    «Star-Team» ist nicht gleich «Star-Team»

    Man könnte nun meinen, Grönborg als zweifacher Weltmeister-Headcoach wisse, welche Knöpfe es bei Star-Teams zu drücken gilt. Aber: In seinen Gold-Teams wimmelte es von Spielern, die auch in ihren Clubs unbestrittene Leaderfiguren waren. Bei den Lions ist das etwas komplizierter.

    Man erwartet zum Beispiel bei Nordamerika-Rückkehrern automatisch Spieler, die klare Führungsrollen einnehmen. Doch zumindest auf dem Eis hatten in der NHL weder Malgin noch Andrighetto oder Weber solche inne, ihre Eiszeiten entsprachen dort zumeist jenen von Drittlinien-Spielern.

    Welche ZSC-Spieler können mit ihrem Auftreten und Verhalten in diffizilen Situationen als echte Leader bezeichnet werden? Neben Denis Hollenstein vor allem Patrick Geering und Marcus Krüger, die aber auf dem Eis beide stabilisierende und eher defensive Rollen haben. Routinier Weber ist daran, in diese Aufgabe hineinzuwachsen, auch er ist aber Verteidiger. Klare Offensivspieler, die das Team mitreissen, wenn es nicht läuft, müssen sich noch outen. Ein Kandidat: Roe.

    Allein mit guten Defensiv-Analytics lässt sich kaum ein ZSC-Fan begeistern. Nicht bei der vorhandenen Qualität im Team.

    Dass die Lions sich erst in eine Minikrise, aber nicht in ein richtiges Schlamassel manövriert haben, verdanken sie ihrer grundsätzlich intakten Spielstruktur. Dies belegen auch die nüchternen Analytics, laut denen seit Saisonbeginn Leader Fribourg, Ambri und eben die Lions am wenigsten Torchancen zulassen. Doch allein damit lässt sich kaum ein ZSC-Fan begeistern. Nicht bei der vorhandenen Qualität im Team. Die defensive Struktur stimmt: Pro Spiel lassen die ZSC Lions bei 5-gegen-5-Hockey nur 1,70 «expected Goals against» (zu erwartende Gegentore)  zu, das ist die Nummer 2 der Liga.


    Die defensive Struktur stimmt: Pro Spiel lassen die ZSC Lions bei 5-gegen-5-Hockey nur 1,70 «expected Goals against» (zu erwartende Gegentore) zu, das ist die Nummer 2 der Liga. Grafik: 49ing

    Wer also wird den Karren aus dem Dreck ziehen? Hier muss der Coach schnell Lösungen finden. Ein Weiterdümpeln Richtung Playoff mit dem Denken, dass es dann schon gut komme, kann sich ein Team wie der ZSC in Zeiten, in denen um jeden Zuschauer gekämpft werden muss, nicht leisten. Grönborg muss dazu vielleicht auch kurzfristig vom «schwedischen Denken», der damit verbundenen Freiheit für die Spieler und dem Appellieren an ihre Selbstverantwortung wegkommen.

    Bis jetzt hatte keiner der leblosen Auftritte wirklich Konsequenzen, die Eiszeiten und Rollen der Spieler blieben immer ähnlich. Auch wenn es nicht die spielerische Brillanz der Stars hat: An Personal, das Druck machen könnte, mangelt es in einer Organisation mit einem Farmteam nicht.

    Im Käfig zu Ambri

    Blackstar on Tour!8)Finde die Idee alle Stadien zu besuchen super!

    Ein altes Mitglied dieses Forums der schon länger in NYC arbeitet (nicht Rangersfan) möchte das in der NHL machen bevor er in die CH zurück kehrt und ist auf gutem Weg. Die Stadien in Florida fehlen ihm u.a. noch.