So lief das Spiel: Wenn das grösste Spektakel vor dem Spiel stattfindet, bedeutet dies einiges – umso mehr, wenn fürs Spektakel zwei zuständig sind, die gar nicht mehr spielen: Severin Blindenbacher und Roman Wick. Die zurückgetretenen langjährigen ZSC-Grössen wurden mit einer kleinen Zeremonie feierlich verabschiedet – danach musste das Publikum Geduld aufbringen.
Die von den Schweden Rikard Grönborg und Johan Lundskog trainierten Teams aus Zürich und Bern liessen eine Art Schachspiel auf Schlittschuhen aufführen: Taktisch hochstehend und spannend, nur auf die Tore musste man lange warten. Der SCB hatte das richtige Rezept, er leistete heftige Gegenwehr, wollte den Zürchern nicht das kleinste bisschen Platz oder Zeit lassen, weil diese ihm sonst um die Ohren kurven würden.
So kam es, dass es den Spielern gleich erging wie den Fans beim traditionellen Torwandschiessen in der zweiten Pause: Keiner traf. Bis zur 45. Minute, als Gregory Sciaroni für den SCB die Führung gelang. Das war bitter für die Lions, die zuvor hochkarätige Chancen vergeben hatten. Und es ging bitter weiter. Bern liess nicht nach und brachte den Sieg ins Trockene. Das Team mag in der Tabelle weit hinter den Lions platziert sein, doch am Samstag hatten die Berner einen entscheidenden Vorteil: Sie waren kompakter, ihr Team-Effort besser. Und die Lions blieben ihrem Ruf vieles schuldig. Wie eine Woche zuvor in Freiburg blieben sie 60 Minuten lang ohne Torerfolg – für ein, vor allem im Angriff, derart gut besetztes Team erstaunlich bis unerklärlich wenig. (Ulrich Pickel, Zürich)

