«Das war unser schlechtester Play-off-Match»: Frust bei den ZSC Lions nach dem 1:4 in Genf
Weil die ZSC Lions bei Genf/Servette mit 1:4 verlieren, könnte ihre Saison bereits am Donnerstag zu Ende sein. Der Sportchef Sven Leuenberger findet nach dem schwachen Auftritt in Genf klare Worte. Der Trainer Rikard Grönborg wollte den in Genf ausgewechselten Torhüter Ludovic Waeber für das dritte Duell noch nicht zur Nummer 1 erklären.
Nicola Berger (NZZ)
Der Termindruck ist hoch, im Schweizer Eishockey, am 14. Mai muss die Saison zu gespielt sein. Und als eine direkte Konsequenz dieser Hatz läuft nun den ZSC Lions die Zeit davon. Zwei Niederlagen innert 48 Stunden haben dafür gesorgt, dass die Saison des im Oktober als turmhoher Favorit in die Qualifikation gestarteten Ligaprimus bereits am Donnerstag enden könnte. Weil die Halbfinalserie auf Best-of-Five verkürzt wurde, muss der ZSC nun drei Mal in Folge gewinnen, um Genf/Servette noch zu eliminieren. Das ist möglich, die Zürcher verfügen über genügend Talent für einen solchen Coup. Doch beim 1:4 in Les Vernets enttäuschte das Kollektiv so sehr, dass der ZSC-Sportchef Sven Leuenberger deutliche Worte fand. Er sagte: «Das war unser schlechtester Play-off-Match. Wir haben dem Gegner bei jedem Tor ein Geschenk gemacht. Wenn du in den Play-offs vier Geschenke machst, gewinnst du nicht viele Spiele. So reicht es nicht.»
Zu jenen Akteuren, denen nicht die allerbeste Darbietung gelang, gehörte der Torhüter Ludovic Waeber. Waeber, 24, spielt sein erstes Play-off, er tut das bisher sehr ordentlich, aber am Dienstag war sein Gegenüber Daniel Manzato eine Klasse besser. Der ZSC-Coach Rikard Grönborg ersetzte Waeber in der 44. Minute nach dem vierten Gegentor durch Lukas Flüeler - und man fragt sich, ob der Schwede am Donnerstag Flüeler den Vorzug geben könnte. Flüeler, 32, der vierfache Meistergoalie hat seine Rolle als Backup in diesen Play-offs mustergültig ausgefüllt, praktisch jede Parade Waebers bejubelt er, in dem er freudig ans Plexisglas hämmert. Ob es nun, in der Stunde der Not, zu seinem Comeback auf dem Eis kommt? Grönborg hielt sich das in Genf offen, er sagte, man evaluiere die Aufstellung ohnehin von Spiel zu Spiel neu.
Wenig optimistisch klang Grönborg, was allfällige Rückkehrer betrifft. In Genf hatte der ZSC zwar wieder auf Maxim Noreau und Denis Hollenstein antreten können, Grönborg musste aber auch abermals den GCK-Lions-Angreifer Ryan Hayes aufstellen. Mit Fredrik Pettersson, Teemu Rautiainen und Marcus Krüger fehlen drei Ausländer; Grönborg sagte, er rechne nicht damit, dass sich das bis Donnerstag ändere. Er sagte aber auch: «Es geht nicht darum, wer fehlt. Die Spieler, die dabei sind, müssen es besser machen. Wir müssen noch entschlossener werden.» Ein Spiel bleibt den Zürchern, um die Vorgaben ihres Trainers umzusetzen. Gelingt es nicht, endet nach der ungenügenden Qualifikation auch das Play-off für den ZSC enttäuschend.