Beiträge von Larry

    Nachwuchsflaute auf Eis

    So gross ist das Junioren-Problem im Schweizer Eishockey

    Junge Spieler erhalten in der National League kaum Eiszeit – nicht einmal jetzt, da es keinen Absteiger gibt. Wie soll das erst mit mehr Ausländern werden?


    Kristian Kapp (TA)

    Die Clubs der National League debattieren derzeit eifrig über Reformen, die vor allem eines bringen sollen: tiefere Spielerlöhne. Eine der wichtigsten Massnahmen soll die Erhöhung der Anzahl erlaubter Ausländer pro Spiel und Team von vier auf bis zu zehn werden.

    Die Clubs betonen, dass die Junioren und ihre Förderung weiterhin wichtig bleiben würden. Bloss: Die aktuellen Zahlen lassen daran zweifeln. Denn die Statistik der Eiszeiten zeigt: Die Clubs setzen Junioren schon jetzt kaum ein. Mit bloss vier Ausländern. In der Corona-Saison, in der es keine Absteiger gibt.


    Aber schauen wir es uns im Detail an und werfen dabei auch einen Blick auf zwei andere Meisterschaften. Auf die SHL und Schweden, Europas Vorzeigenation in der Ausbildung von Nachwuchsspielern. Und auf die DEL und Deutschland, ein Land, dessen Eishockey in der Schweiz in den letzten Jahren auch ein wenig belächelt wurde – warum auch immer.

    Das sind die Kriterien

    Beginnen wir mit der Schweiz, Stichtag aller folgenden Statistiken war Sonntag, der 17. Januar. Als «Junioren» definieren wir alle Spieler mit Geburtsjahr 2001 und jünger, das waren auch die Jahrgänge an der letzten U-20-WM, an der die Schweiz mit null Punkten und 5:20 Toren so schlecht abschnitt wie noch nie seit dem Aufstieg in die A-Gruppe 2009.

    Um den Fokus zu erweitern, nehmen wir in einem zweiten Schritt auch noch die 2000er-Jahrgänge dazu. Das sind die Jüngsten, die nicht mehr als Junioren gelten.

    In die Übersicht nehmen wir generell nur Spieler, die für das jeweilige Land auch in der Nationalmannschaft spielen könnten. Für die Schweiz bedeutet dies: keine Österreicher wie Benjamin Baumgartner (Davos) oder Marco Rossi (ZSC) und keine Tschechen wie Frantisek Rehak (Lakers). Oder für die Schweden: kein Moritz Seider (Rögle), dem deutschen Topskorer unter den Junioren in der SHL.

    Und, da es um Eiszeit und auch Special Teams wie Powerplay und Penalty Killing gehen wird, beschränken wir uns auf die Feldspieler.

    Und da zeigt sich Folgendes: Schweizer Spieler der Jahrgänge 2001 und jünger werden in der National League kaum eingesetzt. In 152 Partien standen zwar 26 Spieler auf einem Matchblatt. Regelmässig eingesetzt wurden nur drei: Ambris Verteidiger Rocco Pezzullo (19 Spiele) sowie mit je 16 Spielen die Stürmer Simon Knak (Davos) und Patrick Petrini (SCL Tigers). Auf Platz 4 folgt Biels Elvis Schläpfer, der in 8 Spielen durchschnittlich 6:14 Minuten auf dem Eis stand.

    Zählen wir alle Eiszeiten der 26 eingesetzten Junioren zusammen, kommen wir auf folgenden Durchschnitt: Pro Team und Partie stehen Junioren nur 2:42 Minuten auf dem Eis. Nicht falsch verstehen: Das ist nicht pro Junior, sondern pro Team. Absurd klein ist die Zahl, wenn wir uns nur auf die Special Teams beschränken. Pro Team und Partie dürfen Junioren im Durchschnitt gerade einmal für 13 Sekunden aufs Eis – Petrini ist der Einzige mit regelmässigen Einsätzen im Powerplay.

    All diese Zahlen sind auch darum so tief, weil gleich vier Teams bislang keinen Schweizer Junioren eingesetzt haben und den Liga-Durchschnitt entsprechend nach unten ziehen: Servette, Lausanne, die Lakers sowie die ZSC Lions.

    Von Ambri bis Zug: Wer gibt den Junioren Eiszeit?


    Mit den 2000ern sieht es besser aus – aber nur ein bisschen …

    Damit nicht der Eindruck entsteht, die National League sei eine Liga für Veteranen, schauen wir nun auch noch auf die 2000er-Jahrgänge. Immerhin finden sich da mit Jeremi Gerber, Mika Henauer (beide Bern), Valentin Nussbaumer (Biel, neu Davos), Yanick Stampfli, Gilian Kohler (beide Biel), Oliver Heinen, Davyd Barandun (beide Davos), Stéphane Patry (Genf), Sandro Schmid, David Aebischer (beide Fribourg), Keijo Weibel (Langnau), Gian-Marco Wetter (Lakers), Nico Gross (Zug) 13 Spieler, die mehr oder weniger als Stammkräfte bezeichnet werden können. Und mit Tim Berni (ZSC) und vor allem Janis Moser (Biel) zwei Verteidiger, die richtig gute Rollen innehaben.

    Aufmerksame Leser haben festgestellt: Lausanne kommt auch bei den 2000er-Jahrgängern nicht vor. Jüngste LHC-Spieler mit Eiszeit sind Ken Jäger und Guillaume Maillard, beide Jahrgang 1998.

    Wenn man die 2000er dazuzählt


    Und das sind die Eiszeiten in der NL, wenn man als Kriterium «Jahrgang 2000 und jünger» nimmt: Pro Spiel und Team 16:26 Minuten. Davon Special Teams: 1:48 Minuten. Das tönt schon besser, ist aber immer noch bescheiden. Doch wie ist es im Vergleich mit Deutschland und Schweden?


    Deutschland: Fast dreimal mehr Eiszeit für Junioren

    Beginnen wir mit der DEL, in der acht Runden gespielt sind, und bleiben vorerst bei den Junioren, also den Jahrgängen 2001 und jünger: 7:11 Minuten lautet die Zahl und ist damit deutlich höher als in der Schweiz. Und das, obwohl in den 14 DEL-Teams bislang 171 Ausländer eingesetzt wurden. In der Schweiz waren es inklusive «Lizenz-Schweizern» bislang 90 Ausländer in 12 Clubs. In den Special Teams kommen die deutschen DEL-Junioren nur marginal mehr zum Einsatz als in der NL: 21 Sekunden pro Team und pro Spiel.

    Nehmen wir die 2000er-Jahrgänge dazu, sieht die Schweiz sogar leicht besser aus. Dies, weil in der DEL bislang nur elf 20-Jährige überhaupt zum Einsatz kamen – die Saison ist im Gegensatz zur NL noch jung, das ist für die DEL bei diesem Vergleich eher ein Nachteil. Die Zahlen der DEL, wenn wir «Jahrgang 2000 und jünger» als Kriterium nehmen: 12:10 Minuten pro Team und pro Spiel, 0:46 Minuten davon Special Teams.

    Schweden: Eine andere Welt

    Schauen wir nun auf Schweden. In der SHL haben die Teams zwischen 27 und 34 Spiele absolviert, das ist näher bei der NL (19 bis 27 Spiele). Auch die Anzahl eingesetzter Ausländer ist ähnlich: 91 in 14 Teams.

    Bleiben wir vorerst bei den Junioren: 83 Schweden mit Jahrgang 2001 oder jünger standen bislang auf einem Matchblatt. Pro Team und pro Partie lassen die SHL-Clubs ihre Junioren 16:28 Minuten aufs Eis, also sechsmal länger als in der Schweiz. Krasser ist der Vergleich bei den Special Teams: 1:40 Minuten lautet die SHL-Zahl, das ist fast achtmal mehr als in der NL.

    In der SHL sind 20 Junioren bereits mehr oder weniger Stammspieler, 14 davon kommen in den Special Teams regelmässig zum Einsatz.

    Man ahnt es: Addieren wir nun auch die Zahlen der 2000er-Jahrgänge, wird der Unterschied gigantisch. 29 Schweden kommen dann nämlich dazu, 22 davon stehen pro Partie 10 Minuten oder länger auf dem Eis, 18 werden regelmässig in den Special Teams eingesetzt. 12 Spieler sind bereits Leistungsträger mit knapp 15 Minuten pro Spiel oder mehr.

    Die Zahlen mit dem Kriterium «Jahrgang 2000 oder jünger» in der SHL: 34:58 Minuten Eiszeit pro Team und Partie, davon 3:52 Minuten in den Special Teams.

    Das sind beeindruckende Zahlen und sprechen auch für die Qualität der Spieler. Trotz deutlich mehr eingesetzten jungen Spielern wird in der SHL auf höherem Niveau gespielt, das beweisen auch die Resultate in der Champions Hockey League seit Jahren.

    Ja, aber …

    Natürlich: Es lassen sich aus der Sicht der Clubs viele «Aber» einstreuen. Aus Zug zum Beispiel könnte der berechtigte Einwand kommen, dass mit Tobias Geisser, Livio Stadler, Sven Leuenberger, Yannick Zehnder und Calvin Thürkauf fünf «Eigene» mit den Jahrgängen 1997 bis 1999 nun Stammspieler sind, «junge Spieler» (ein dehnbarer Begriff …) also nicht grundsätzlich verschmäht werden.

    Und es werden sich landesweit problemlos Meinungen finden, die ebenso zu Recht darauf hinweisen, dass die Qualität der Junioren in der SHL und die Ausbildung in Schweden generell derart höher respektive besser sind, dass ein 1:1-Vergleich schlicht unfair sei.

    Das ist gut und recht. Allerdings gilt auch das: Junge Schweizer wollen auch darum in die Juniorligen Kanadas oder Schwedens, weil sie in der NL keine Perspektiven auf regelmässige Einsätze sehen. Das ist ein Punkt, den die Schweizer Clubs beachten müssen, wenn sie die Ausländerbeschränkung erhöhen möchten und gleichzeitig von den «weiterhin wichtigen Junioren» sprechen.

    Darum zum Schluss nochmals diese beiden Zahlen, die zu denken geben müssen: In der «Corona-Saison» 2020/21 stehen in der NL pro Club und Partie im Schnitt während nur 2:41 Minuten Spieler im Juniorenalter auf dem Eis. Und während nur 13 Sekunden in den Special Teams.

    Warum? Die ist doch mehr oder weniger durch (10-2 Stimmen) und es geht ja um Änderungen für in 2 Jahren, oder?

    Nein sie haben nur mal festgelegt das es diese und nächste Saison keinen Absteiger gibt aber einen Aufsteiger wenn der will. Der Rest ist nach wie vor in der Schwebe. Das mit den Ausländern wurde noch nicht bestimmt. Ob SCB und HCD immer noch Hand in Hand dafür sind? Der EVZ? Druck aus Fan Kreisen? Man darf gespannt sein!

    Kommentar zu Raffainers Abwerbung

    Was für eine Doppelmoral des SC Bern!

    Als Treiber der Ligareformen beschwören die Berner das Wohl aller. Nun jagen sie dem HC Davos den Sportchef ab. Das zeigt: Solidarität ist nur eine Floskel.


    MEINUNG

    Simon Graf (TA)

    Der erfolgsgewohnte Berner CEO Marc Lüthi hatte sich in eine verzwickte Situation manövriert. Er brauchte dringend sportliches Know-how für seinen kriselnden SCB, doch er wollte Sportchefin Florence Schelling nicht brüskieren. Schliesslich hatten die Berner im vergangenen Frühjahr weltweit Schlagzeilen und Lob geerntet, weil sie den Mut hatten, eine Frau in diese Position zu hieven. Und das Zusammenspiel mit Chris McSorley, einem Kanadier alter Schule, mit dessen Engagement die Berner liebäugelten, wäre für Schelling wohl eher schwierig geworden.


    Mit der Verpflichtung von Raeto Raffainer, der die nötige Sensibilität für diese Situation mitbringt, ist Lüthi nun der Befreiungsschlag gelungen. Schelling bleibt in Amt und Würden, Lüthi wahrt sein Gesicht, für Raffainer wurde eine neue Position geschaffen (Chief Sport Officer). Bald ist er Schellings neuer Chef. Der Engadiner, der den Davoser Assistenzcoach Johan Lundskog nach Bern mitnehmen wird, hat sich innert Kürze zu einem der profiliertesten Techniker im Schweizer Eishockey entwickelt. Zuerst bewährte er sich als Direktor des Schweizer Nationalteams in einer schwierigen Zeit, danach orchestrierte er den Neuaufbau beim HC Davos nach der Ära Arno Del Curtos.

    Nach eineinhalb Jahren zieht Raffainer nun weiter – und hinterlässt beim Rekordmeister eine klaffende Lücke. Denn der 39-Jährige ist nicht nur fachlich sehr kompetent, sondern auch ein guter Kommunikator. Er war das Gesicht des neuen HCD, zumal er aus St. Moritz stammt und Bündner Dialekt spricht. Doch Raffainer ist eben auch ein Karrierist, und als der SC Bern anklopfte, witterte er die Chance, die nächste Sprosse zu erklimmen. Es ist attraktiver, bei einem Grossclub zu wirken, der vor 17’000 Zuschauern spielt, wenn nicht gerade eine Pandemie ist, als in den Bergen, wo die Corona-Krise noch lange nachhallen wird.

    Dieser fliegende Wechsel – Raffainer dürfte die Saison in Davos trotz sechs Monaten Kündigungsfrist nicht abschliessen – zeigt, wie das Schweizer Eishockey funktioniert: Jeder versucht, für sich den grössten Vorteil herauszuholen, ohne Rücksicht auf Verluste des anderen. Das ist nicht neu, aber in Zeiten, da Solidarität und das Gesamtwohl der Liga beschworen werden, doch wieder einmal erwähnenswert. Zumal der SC Bern der Treiber der geplanten Ligareform ist, bei der die angestrebte Ausländererhöhung hohe Wellen schlägt.


    2018 wurde die von Lüthi propagierte Anhebung von vier auf sechs Ausländer mit 9:3 Stimmen abgelehnt, nun hat sein Vorschlag, der viel weiter geht, eine grosse Mehrheit in der neu gegründeten National League gefunden. Das Reformpaket umfasst so viele Punkte, dass man leicht den Überblick verliert – was wohl nicht ganz unbeabsichtigt ist. Jeder scheint darin etwas zu finden, von dem er sich künftig Vorteile verspricht.


    Der Treiber des Schweizer Eishockeys ist nicht Solidarität, sondern Konkurrenz. Auf wie neben dem Eis. Man will den anderen übertreffen, austricksen, sucht Schlupflöcher. Das ist auch okay so, entspricht auch unserer föderalistischen Struktur. Ein kollektives Miteinander, wie das im schwedischen Eishockey gelebt wird, ist hier schlicht nicht denkbar. Die Schweizer Rivalitäten schaffen auch Interesse bei Zuschauern und Sponsoren, steigern das Niveau – und als unerwünschten Nebeneffekt eben auch die Spielerlöhne.

    Dieses Gegeneinander hat sich über Jahre bewährt. Und nun reden plötzlich alle von Solidarität und Miteinander und begründen damit eine umfassende Ligareform. Das ist sehr gefährlich. Im alten System hatte sich das gegenseitige Wetteifern eingespielt, eben mit dem bekannten Nachteil der Lohntreiberei. Doch wenn die Rahmenbedingungen plötzlich grundlegend verändert werden, wird auch innerhalb dieser wieder jeder alle erdenklichen Möglichkeiten ausloten, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Das birgt neue Gefahren, deren Folgen nicht abzuschätzen sind.

    Suche nach Schlupflöchern

    Wenn acht oder zehn Ausländer auf dem Matchblatt erlaubt sind, wird sicher ein Club, der sich unbedingt einmal einen Meistertitel kaufen möchte, diese Kontingente ausschöpfen. Dann müssten andere nachziehen. Würde das ein Financial Fairplay verhindern? Auch da wird es Schlupflöcher geben. Und lohnt sich Nachwuchsförderung dann überhaupt noch?

    Der Fall SCB versus HCD, die in der Sache der Ligareform auf der gleichen Seite und profilierte Wortführer sind, zeigt, wie viel von der Floskel der Solidarität zu halten ist. Im Interview sagt Marc Lüthi: «Ach, Davos hat zuvor dem Verband den Sportchef auch ausgespannt. Solche Sachen gehören in unserem Geschäft dazu.» Das ist entwaffnend ehrlich. Es soll nur niemand mehr behaupten, man strebe die Ligareform zum Wohle der anderen an

    Ist halt manchmal ein bisschen Langweilig ja.

    Likes auf Facebook nach dem letzten Sieg:

    ZSC (41'000 Follower): 77 nach dem Sieg gegen Fribourg

    EVZ (20'000 Follower): 438 nach dem Sieg gegen Genf

    Kloten (14'500 Follower): 300 nach dem Sieg gegen Winterthur

    Es ist offensichtlich das es bei uns extrem am Einschlafen ist.....die Gründe sind mir allerdings nicht klar!:nixwiss:

    https://youtu.be/qt7QkbltuvE

    Hier erklärt er sich während 10 Minuten gegenüber Mysports. Nach 4 Minuten wusste ich, er kommt um sich mit Lüthi und Schelling im Faustkampf zu messen. Gefühlte 10 Mal wird Sparringpartner erwähnt. Klingt nach einem coolen Job Profil

    Ich höre immer "neue Position" :mrgreen: natürlich eine gute Sache für Raffainer, er hat den HCD in kurzer Zeit wieder gut aufgestellt. Der Mann kann schon etwas und er hat nun halt die Chance gepackt beim grossen SCB zu wirken, dort kann er ja nur gewinnen so wie die am Boden liegen. Geht schnell (und erfolgreich) voran die Karriere!

    WILL man überhaupt auf Teufel komm raus diese "spezielle/unsichere" Saison Meister werden oder baut man im Hintergrund am neuen Team in der neuen Halle an einem starken Team wo man dann so richtig Geld für Spieler auf den Tisch knallt.

    Ich bin definitiv für "Top-Team" in der neue Halle!

    Also vorher kommt noch eine (hoffentlich) "normale" Saison in der Halle! Da sollte man schon auch vorne dabei sein, die Saisonkarten verkaufen sich dann auch besser! Das letzte mal als wir mit vielen neuen Leuten in die neue Halle gezogen sind ging es ziemlich in die Hose und wir sind sogar fast abgestiegen.....

    War leider nix mit warm up, die untersten Reihen sind gesperrt und abgedeckt, man kann nicht runter gehen!

    Kurashev mit seinem ersten NHL Goal, leider nicht Pius!

    5:4 Sieg nach OT, haben es fast vertändelt! Bisschen ZSC like!

    War schön nach den Toren wieder "Sweetness" von Jimmy Eat World zu hören!8)

    Als Rookie kannst du dir das eh nicht erlauben. Aber generell sind die Sport Stars unnahbar geworden, aalglatt. Es fehlen "Typen" wie Schrepfer beim ZSC oder Fredy Chassot beim FCZ. Heute leider kaum noch möglich. Jedes Wort bei jedem Interview wird abgewogen, da war der Müller bei Bayern kürzlich wieder mal die Ausnahme. :mrgreen:

    ZSC-Bilanz zur Saisonhälfte

    Wer gefiel, wer versagte? Die Noten für die ZSC-Cracks

    Von Musterknabe Geering bis zu Kummerbube Pettersson – so haben sich die Zürcher Eishockeyaner in den ersten Monaten geschlagen.


    Simon Graf (TA)

    Rang 2 nach Punkten und mit 1,92 der drittbeste Punkteschnitt hinter Zug (2,33) und Lausanne (2) – die ZSC Lions sind nach 26 von 52 Spielen auf Kurs. Doch so richtig begeistert haben sie selten, was sich auch in ihren Schulnoten widerspiegelt. 4,54 ist ihr Klassenschnitt, gemessen an den hohen Erwartungen. Das sind die Zwischenzeugnisse der Zürcher:


    Goalies (2):

    Lukas Flüeler, Note 4-5

    Es ist noch nicht die Saison Flüelers. Nach einem Fehlstart wurde er zwischendurch als Nummer 1 verdrängt, dann verletzte er sich auch noch. Von zehn Spielen hat er nur die Hälfte gewonnen. Doch er ist erfahren genug, um sich davon nicht verunsichern zu lassen.

    Ludovic Waeber, Note 5

    Der Freiburger hat sich zur valablen Alternative zu Flüeler entwickelt, gewann seine ersten fünf Starts und 11 von 16 Spielen. Und nach einer Baisse fing er sich schnell wieder. Mit 24 erstmals in der Fremde, hat der athletisch starke Goalie seine Chance gepackt.

    Verteidiger (7):

    Phil Baltisberger, Note 4-5

    Der jüngere Baltisberger weiss, was er kann und was nicht – und spielt entsprechend. Meist ein sicherer Wert in der Defensive, immer engagiert in den Zweikämpfen. Und dass er zusammen mit Geering die beste Plus-Minus-Bilanz (+10) hat, ist auch bemerkenswert.

    Tim Berni, Note 3-4

    Columbus stattete ihn mit einem Dreijahresvertrag aus, lieh ihn für diese Saison aber an die Zürcher aus. Da kämpft er in seiner dritten National-League-Saison unglücklich, wirkt oft zu ungestüm. Dabei hätte er alles, um zumindest in der Schweiz ein Topverteidiger zu werden.

    Patrick Geering, Note 5-6

    Dem Captain scheint die längere Wettkampfpause wegen des Coronavirus gutgetan zu haben. Er startete für einmal völlig unversehrt in die Saison und überzeugt sowohl defensiv wie auch offensiv mit zwölf Punkten. Zudem hat er jüngst den Slapshot für sich entdeckt.

    Christian Marti, Note 5

    Der Hüne ist an der Seite von ­Noreau aufgeblüht, traut sich auch offensiv mehr zu. So stürmt er zuweilen mit dem Puck am Stock kraftvoll nach vorne. Auch seine Patzer in der Defensive hat er minimiert. Spielt er so weiter, könnte das Nationalteam wieder zum Thema werden.

    Johann Morant, Note 4-5

    Der Franzose ist nicht der Yves Saint Laurent auf Schweizer Eis, sondern einer der eckigsten Verteidiger. Anfangs bekam er kaum Einsatzzeit, doch mit seinem kämpferischen Stil und dem wuchtigen Schuss hat er sich den Respekt der Coaches erkämpft.


    Maxim Noreau, Note 5

    Der Offensivverteidiger ist mit 22:35 Minuten Eiszeit pro Spiel der Marathonmann des Teams und hat trotzdem eine tiefe Fehlerquote. Nur mit dem Toreschiessen klappt es nicht so recht: Nur einer seiner 78 Schüsse fand den Weg ins Tor, eine magere Erfolgsquote von 1,28 Prozent.

    Dario Trutmann, Note 4

    Eine der Entdeckungen des letzten Winters, konnte er seine starken Leistungen nicht ganz bestätigen. Führte er die ZSC Lions zur Saisonmitte 2019/20 mit einer +14-Bilanz an, steht er aktuell bei minus 6. Der Zuger ist ein solider Allrounder fürs dritte Backpaar und dürfte beim ZSC bleiben.

    Stürmer (15):

    Sven Andrighetto, Note 5

    Der versierte Flügel brauchte seine Zeit, um richtig in der National League anzukommen. Die Coaches gestanden sie ihm zu, beliessen ihn in der Toplinie, und inzwischen wird er immer besser: In den letzten 10 Spielen schoss er 7 Tore. Doch er hat noch Luft nach oben.

    Chris Baltisberger, Note 5

    So bitter kann Sport sein: Der Powerflügel überzeugte im Paradesturm und war mit neun Treffern der zweitbeste Torschütze, dann erlitt er am 8. Januar gegen Biel eine Unterschenkelfraktur und fällt für den Rest der Saison aus. Nicht nur seine Tore fehlen den ZSC Lions.

    Simon Bodenmann, Note 4

    Nach einer Gehirnerschütterung startete der emsige Flügel verspätet und mit Rückstand in die Saison. Noch fehlt die Selbstverständlichkeit des vergangenen Winters, läuft er dem Spiel oft hinterher. Das Gute ist: Er hat noch genügend Partien, um sich in Form zu spielen.

    Dominik Diem, Note 4-5

    Der Filigrantechniker spielt auch in seiner zweiten ZSC-Saison seit der Rückkehr nicht die Rolle wie in Biel und punktet nur spärlich. Letztes Jahr fragten wir: «Kann er eine offensiv orientierte Linie als Center führen und zusammenhalten?» Wir harren noch der Antwort.

    Denis Hollenstein: Note 5-6

    In den ersten Saisonmonaten sahen wir den besten Denis Hollenstein überhaupt: dynamisch, zweikampfstark und treffsicher. Mit 14 Toren ist er die Nummer 3 der Liga hinter Nättinen (16) und Mottet (15). Doch jüngst ist er etwas ins Stocken geraten.

    Marcus Krüger, Note 5

    Der Jungvater beweist seinen Wert fürs Team, ist schlau, stark in den Zweikämpfen, im Boxplay und am Bully und ein Mann für die wichtigen Momente. Wurde er in seiner ersten ZSC-Saison von Verletzungen gebremst, kann er sich nun immer mehr entfalten.

    Marco Pedretti, Note 4-5

    Der kräftige Flügel durfte sich zuletzt zweimal im Paradesturm als Baltisberger-Ersatz versuchen – mit bescheidenem Erfolg. Ihm fehlt für diese Aufgabe die Dynamik. Aber er ist ein wertvoller Arbeiter im Boxplay und im dritten oder vierten Sturm und spielt körperbetont.

    Fredrik Pettersson, Note 3-4

    Sein Direktschuss zählt immer noch zu den besten in der Liga, doch inzwischen hat sich der Schwede zum reinen Powerplay-Spezialisten entwickelt: Alle seine sieben Tore schoss er in Überzahl. Er müht sich auch bei 5 gegen 5 ab, bisher erfolglos. Da muss mehr kommen.

    Raphael Prassl, Note 4

    Der laufstarke Jungcenter ist in der Hierarchie abgerutscht, wobei sein angekündigter Wechsel zum HC Davos sicher nicht geholfen hat. Auch im Boxplay kommt er kaum mehr zum Einsatz. Viel kann man ihm nicht vorwerfen. In den Bergen dürfte er wieder aufblühen.

    Garrett Roe, Note 5

    Inzwischen stellt sich die Frage: Profitierte letzten Winter Suter mehr von Roe oder umgekehrt? Jedenfalls tritt der Amerikaner ohne Suter nicht mehr so dominant auf und punktet auch nicht mehr so fleissig. Doch die Qualitäten des flinken Centers sind unbestritten.


    Reto Schäppi, Note 4

    Mit seiner Erfahrung und seiner Zweikampfstärke ist er immer noch wertvoll, doch seine Rolle ist in den vergangenen Jahren zusehends geschrumpft. Sein Vertrag läuft aus, und es ist nicht undenkbar, dass der Ur-ZSCler seine Karriere anderswo nochmals neu lanciert.

    Justin Sigrist, Note 5

    Von der Gruppe der jungen Stürmer hat er sich durchgesetzt und im Team etabliert: Er ist sehr smart, mit guter Übersicht gesegnet, erstaunlich zweikampfstark und immer selbstbewusster. Und inzwischen schiesst er auch Tore: Mit seinen sieben Treffern ist er gleichauf mit Pettersson.

    Axel Simic, Note 4

    Anders als Sigrist, der kompletter ist, konnte der Romand die Coaches nicht von sich überzeugen. Weil er gut schiesst, geben sie ihm im Powerplay ab und zu eine Chance, sonst spielt er nicht regelmässig. Wie Prassl wechselt er in die Davoser Höhenluft.

    Pius Suter, Note 5

    Der letztjährige Topskorer wurde in dieser Zeitung als Miraculix bezeichnet, weil die ZSC Lions mit ihm alle neun Spiele in Meisterschaft und Cup gewannen. Inzwischen führt er die erste Linie Chicagos mit Patrick Kane an – allerdings ist er da nach drei Spielen noch sieglos.

    Roman Wick, Note 4-5

    Der Künstler, der bei den ZSC Lions dreimal 20 oder mehr Tore schoss, ist zur Hälfte der Qualifikation bei mickrigen zwei Assists angelangt. Er hat das Vertrauen verloren, Tore zu schiessen. Trotzdem honorieren wir seinen Elan im Boxplay und im vierten Sturm.

    Nicht bewertet:

    Axel Andersson, Luca Capaul, Willy Riedi, Kaj Suter.