Beiträge von Larry

    die kiosk ag rund um herrn dellsberger (hiess der glaubs), hat den scb saniert....

    ...,mit Lüthi als Geschäftsführer!

    Seit 1998 ist Marc Lüthi Geschäftsführer der SC Bern Eishockey AG und seit 2012 deren Delegierter des Verwaltungsrates. Seit 2016 ist er Präsident der Alliance of European Hockey Clubs E.H.C. Diese Organisation vereinigt die europäischen Profi-Hockeyclubs.

    Durch eine strike Finanzpolitik und die Erweiterung der Geschäftsfelder im Gastrobereich führte Lüthi die Firma aus Schulden in Höhe mehrerer Millionen Schweizer Franken in die finanzielle Stabilität.

    NZZ:

    Als Lüthi 1998 einstieg, war die SCB-Welt noch stockdunkel. Machtkämpfe, Millionenschulden, Sanierungsbestrebungen - und ein miserabler Ruf. Die Geschichte begann, als Lüthi im darniederliegenden SCB vorsprach, weil seine Marketingagentur IMS als Gläubiger wissen wollte, wie und ob es überhaupt weitergehe. Man bot ihm in der Not nicht Geld, aber die Stelle als Geschäftsführer an. Lüthi sagte zu («Sonst wären wir alle sang- und klanglos im Boden verschwunden») und suchte fortan Partner für den SCB. Er blitzte ab und erduldete laut eigenen Angaben «grosse Ängste». Erst die persönlichen Kontakte zu Reto Hartmann, dem früheren CEO des Konsumgüterkonzerns Valora, öffneten schliesslich die Tür.

    Hoffnungsloser Krisenfall

    Die Valora zögerte und stieg ein. Lüthi, der damalige Sportchef Rolf Bachmann, heute im SCB Leiter Kommerz, und ein Anwalt mussten allerdings für 300 000 Franken geradestehen. Damit sicherte sich die Valora ab. Hätte sie sich (doch noch) vom SCB distanziert, hätten Lüthi und Bachmann Probleme erhalten. Beide hätten damals nicht 100 000 Franken gehabt, wie sie heute versichern. Neun Jahre später beweist der rentable SCB, dass der professionelle Teamsport nicht nur ein Schlund ist, in dem die Millionen verschwinden. Der Wandel vom hoffnungslosen Krisenfall zum Zirkus wird weitherum auf einen Namen reduziert: Marc Lüthi.

    Wie bitte? Als Lüthi 1998 beim SCB einstieg war dieser faktisch Pleite, hatte Schulden von mehreren Millionen Franken! Lüthi hat den SCB saniert und das Standbein Gastro aufgebaut. Sämtliche Titel seit 1998 gehen auf seine Kappe!

    Urs Fischer im Interview

    Sie nennen ihn auch mal Mourinho

    Der Trainer ist mit Union im Hoch, gibt sich aber höchst bescheiden. Weil er sich schlecht verkaufen kann. Das geht aus einem neuen Buch hervor. Was sagt er?


    Moritz Marthaler, Christian Zürcher (TA)

    Urs Fischer ist die Antithese eines Stars, spröde, knorrig, sehr bodenständig. Um Köpenick aber, bei Union Berlin, gilt er als Held, als grösster Stern des Vereins. Das erstaunt erst (spröde, knorrig, sehr bodenständig), wird aber bald plausibel, wenn man das Buch «Wir werden ewig leben» des Journalisten Christoph Biermann liest.

    Ein Jahr lang hatte der Deutsche unbeschränkten Zugang zum Club. Er hat in der Kabine den Spielbesprechungen gelauscht. Er sass im Trainerbüro und hat mit Fischer nach Siegen Rum getrunken. Er war während der Corona-Krise in der Vorstandssitzung und lernte von Präsident Dirk Zingler den Grundsatz: «Bist du nicht flüssig, bist du überflüssig.» Liquidität ist das Wichtigste.

    Urs Fischer kommt in diesem Buch gut weg. Sehr gut sogar. Der 54-Jährige ist darin ein moderner Trainer, ein Taktik-Nerd, der sich selbst nie so bezeichnen würde. Er delegiert und vertraut in ausserordentlichem Mass seinen Athletik-, Taktik- und Co-Trainern. Seine Spielbesprechungen folgen einem Plan, einer Storyline, die er seinen Spielern eine Woche lang einimpft. Und Fischer hat eine vorzügliche Menschenführung. Hart, aber fair. Er kann einem Spieler sagen, dass er einen «Dachschaden» habe – und ihn trotzdem mögen.

    Rafal Gikiewicz, bis im Sommer Goalie bei Union Berlin, fasst das vielleicht am besten zusammen. Er sagt: «Ohne ihn ist diese Mannschaft null. Wenn du ihm ins Gesicht schaust, ist er im ersten Moment nicht so sympathisch. Aber er ist ein super Mensch. (...) Er ist der Architekt, im Spiel ohne Ball ist er so gut wie Guardiola oder Mourinho.»

    Urs Fischer, Sie werden in Berlin ziemlich geschätzt. Und nun ist dieses Buch erschienen: Es ist ein Kompliment an Ihre Arbeit.

    Das Buch ist ein Kompliment an alle in diesem Verein. Alles muss funktionieren, damit wir diese Leistungen erbringen können, nicht nur der Trainer. Ich bin als solcher halt eher exponiert. Es braucht so viel unter der Woche, das passen muss. Jeder trägt seinen Teil dazu bei.

    Jeder Bundesliga-Sportchef, der dieses Buch liest, wird Sie doch auf seinen Zettel nehmen.

    (lacht laut) Das weiss ich nicht, ob das jeder denkt. Aber ja, das Buch ist wirklich toll, weil es Einblicke gibt, die man sonst nicht bekommt. Meine Befürchtung war ja, dass eine Art Kamera-Effekt eintritt. Verstellen sich die Spieler, verstelle ich mich selber? Das hat nicht stattgefunden. Ich bin jetzt am Lesen und erhalte dabei eine ganz andere Sichtweise. Das hilft mir in meiner Entwicklung.

    Ein dominierendes Thema im Buch sind Ihre Spielanalysen, sie funktionieren vorzüglich. Sie sagen aber auch: Ein Viertel der Mannschaft kapiert sie nicht, ein weiteres Viertel interessiert sich nicht dafür. Im Ernst?

    Ach, ich war doch selber lange genug Spieler, um zu wissen, dass das so läuft. Aber es hat sich schon etwas getan. Bei uns legte man die VHS-Kassette ein, und dann wurde einfach das Spiel noch einmal geschaut, über die vollen 90 Minuten. Heute hält man normalerweise zwei bis drei Analysen. Sie sollten nicht länger als 20 bis 25 Minuten dauern.

    Können Sie als Trainer etwas aus dem Buch für sich mitnehmen?

    Interessanterweise hat genau dieser Teil des Buchs bei uns etwas ausgelöst: die Spielanalysen. Man wird daran erinnert, dass nicht immer alle alles verstehen. Also muss man nachfragen, nochmals erklären, individualisieren. Es nützt nichts, wenn du denkst, dass deine Spieler dich verstehen.

    Fischers Prägung als Spieler bleibt ihm auch als Trainer erhalten. Ein Arbeiter, ein «Chrampfer», einer, der den einfachen Fussball pflegt. Selbst als er mit dem FC Basel Meistertitel und Cupsieg holt, bleibt der Ruf an ihm haften.

    In Biermanns Buch bekommt der Zürcher eine neue Facette. Fischer weiss stets, welchen Fussball er spielen lassen muss, welches Spiel seiner Mannschaft liegt. Nach dem missratenen Saisonstart im Sommer 2019 erkennt Fischer, was das Problem ist – und ändert das System. Plötzlich läuft es. Biermann ist beeindruckt.


    Doch auch in Deutschland ist Fischer noch immer für viele der nette Schweizer mit dem lustigen Akzent. Sein Co-Trainer Markus Hoffmann sagt: «Er will und kann sich nicht verkaufen. Er will so bleiben, wie er ist.» Er ist das Gegenteil von eloquent, über seine Vorzüge spricht er nicht. Hoffmann frustriert das manchmal, weil er mitbekommt, wie Fischers Einfluss unterbewertet wird.

    Als Sie nach Deutschland kamen, wurden Sie unterschätzt. Vielleicht noch immer.

    (grinst)

    Stört Sie das?

    Glauben Sie nicht auch, dass das ein Kompliment sein könnte? Im Fussball ist es nicht unbedingt ein Nachteil, wenn man unterschätzt wird.

    Das Buch trägt dazu bei, dass das nun weniger passiert. Ist das gut oder schlecht?

    Darüber mache ich mir keine Gedanken. Diese Frage stellt sich nicht für mich.

    Unter Ihnen hatte Union lange den Ruf, simplen Fussball zu spielen. Tut das weh?

    Ich glaube, wir waren sehr erfolgreich in unserer ersten Bundesligasaison. Und schauen Sie sich Bayern München an, die spielen bei Bedarf auch mit langen Bällen hinter die Abwehr. Zu Beginn haben wir vielleicht öfter so gespielt, klar. Aber es half uns, stabiler zu werden und letzten Endes unsere Ziele zu erreichen.

    Das Buch lesen natürlich auch Gegner. Haben Sie Angst, dass sich Ihr Stil abnutzt?

    Ich denke, das tut er so oder so. Aber nicht nur mein Stil, sondern auch der von unserem Trainerteam. Je länger man zusammenarbeitet, umso mehr Abnutzung bringt das mit sich. Wir müssen uns ständig entwickeln und gleichzeitig gewissen Grundsätzen treu bleiben. Sonst wirkst du unter anderem nicht mehr authentisch.

    Noch funktioniert er, der Stil Fischer. Sehr gut sogar. 16 Punkte hat Union in neun Runden gesammelt, einzig in der ersten Runde verloren, nur die Bayern haben mehr Tore erzielt. Es ist ein leichtfüssiger Auftakt in eine Saison, von der man sich unter Aufsteigern erzählt, dass sie noch viel schwieriger sei als die erste in einer neuen Liga.

    Was den Verein Union Berlin aber wirklich trägt, sind seine Mitglieder. Der Club definiert sich stärker als andere über das Erlebnis Stadionbesuch, was in der aktuellen Krise die Gefahr eines Identitätsverlusts mit sich bringt. Gegen Sitzplätze wehrt man sich erfolgreich, noch immer bestehen drei Viertel des Stadions An der Alten Försterei aus Stehplätzen. Im Stadion soll gejubelt werden, Musik nach einem Tor gibt es nicht.

    Urs Fischer hat das erkannt. Er tritt in den Dialog, auf einem Podium zur Saisoneröffnung, bei einem Schwatz im Trainingslager. Und obwohl ihm so ziemlich alles zu gelingen scheint in Berlin, obwohl er, zumindest von der Klassierung her, sogar auf Europacupkurs ist mit dem langjährigen Zweitligaverein, ist sein Vertrag vorläufig nur bis nächsten Sommer gültig.

    Die Fans werden noch monatelang nicht ins Stadion kommen können. Wie haben Sie sich darauf eingestellt?

    Gar nicht! Ich habe höchstens gelernt, damit klarzukommen.

    Trotz allem Erfolg erhalten Sie bei Union recht knappe Zeithorizonte. Dank dem Aufstieg hat sich Ihr Vertrag verlängert, ist jetzt bis nächsten Sommer gültig. Wie empfinden Sie das?

    Das ist Teil des Geschäfts. Das löst jetzt bei mir nicht viel aus. Als ich hier unterschrieben habe, habe ich einen Zweijahresvertrag mit Option unterschrieben. Das war doch fürs Erste ganz gut, man hat sich ein wenig abtasten können.

    Also könnte man jetzt erneut verlängern.

    Für mich stimmt es so, wie es jetzt ist. Über alles Weitere werden wir uns rechtzeitig unterhalten.

    Und was entgegnen Sie Leuten, die Sie fragen, ob Sie jetzt in den Europacup wollen?

    Ich kann mich mit dieser Frage abfinden. Man kann sie mir hundertmal stellen, muss jedoch hundertmal mit der Antwort rechnen, dass sie mich nicht interessiert.

    Fischer ist ein Typ. Einer aber, der sehr ungern über sich spricht. Und was ebenfalls aus dem Buch herausgeht: Fischer raucht ziemlich viel. Er ist darob beim Lesen selbst erschrocken.

    Neuansetzung ZSC Lions vs. SCL Tigers❗️

    Der Berner Kantonsarzt hat für den EHC Biel nach 2 positiven Testergebnissen eine Quarantäne bis und mit 7. Dezember angeordnet. Damit müssen die nächsten drei Spiele des EHC Biels gegen den HC Lugano (Mittwoch, 2. Dezember), Fribourg-Gottéron (Freitag, 4. Dezember) und die ZSC Lions (Dienstag, 8. Dezember) verschoben werden. Anstelle der Partie ZSC Lions vs. EHC Biel wird am Dienstag, 8. Dezember, neu das Spiel ZSC Lions vs. SCL Tigers angesetzt, das ursprünglich am Mittwoch, 2. Dezember geplant war.

    Wann das Spiel der ZSC Lions gegen den EHC Biel nachgeholt wird, ist noch nicht bekannt.

    Zukunftsplanung im Schweizer Eishockey: Im Moment herrscht politisches Schweigen

    Bestätigte Transfers sind derzeit selten wie nie zuvor. Man bleibt ruhig, bis mehr Klarheit herrscht bezüglich Bundeshilfen und der Liga-Reform. So wie es aussieht, wird aber auch ein privilegierter Klub wie die ZSC Lions nicht darum herumkommen, die Kosten zu senken.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Geisterspiele, Lohnverzicht, Darlehen des Bundes, A-fonds-perdu-Beiträge. Unter nie da gewesenen Rahmenbedingungen findet derzeit die Zukunftsplanung in der National League statt. Gleichzeitig laufen im Hintergrund die Diskussionen um die Liga-Reform. Wie kann man das Eishockey aus der unaufhörlich steigenden Kostenspirale befreien und auf ein nachhaltig verträgliches Fundament stellen? Auf der Agenda stehen Themen wie die Aufhebung der Ausländerbeschränkung oder ein Financial-Fairplay-Konstrukt, die auf 2022 hin eingeführt werden könnten.

    «Es ist wie eine Gleichung, bei der es keine festen Werte gibt», so beschreibt der Zürcher Sportchef Sven Leuenberger die Situation. Sportchefs planen mittelfristig, sie entscheiden heute, ohne zu wissen, was morgen gelten wird. Gespannt warten jetzt alle, was genau es mit den vom Bundesrat in Aussicht gestellten A-fonds-perdu-Beiträgen (sprich: Subventionen) auf sich haben soll. Das Geschäft wird in der Wintersession im Parlament behandelt. Deshalb sagt Leuenberger, angefragt über den Stand der Dinge in der ZSC-Personalpolitik: «Es ist jetzt nicht die Zeit, irgendwelche Transfers zu melden.» In der Liga herrscht politisches Schweigen, darauf hat man sich geeinigt. Während der Ruf nach Staatshilfe durchs Bundeshaus hallt, will sich niemand dem Vorwurf aussetzen, weiterhin Lohntreiberei zu praktizieren. Der Betrieb geht trotzdem weiter. Er muss. Verträge laufen aus, Spieler und Klubs wollen und brauchen Klarheit. Deshalb sagt Leuenberger auch: «Mit dem einen oder anderen Leistungsträger konnten wir intern schon eine Lösung finden. Wir sind sicher nicht unter Druck.»

    Simic verlässt die Zürcher in Richtung Davos

    Wer Walter Frey, Peter Spuhler und Rolf Dörig im Rücken hat, kann die Sache in der Tat entspannt angehen. Andererseits bleiben die Ansprüche in Zürich sehr hoch. Und Leuenberger lässt keinen Zweifel offen: In diesen Zeiten müssen auch die privilegierten ZSC Lions die Kosten senken, ob mit oder ohne Financial Fairplay. Konkret geht es um zehn Verträge, die Ende Saison auslaufen. Zwei Fälle sind schon klar: Der Langzeitverletzte Severin Blindenbacher (37 Jahre alt) sowie Roman Wick (34) beenden ihre Karrieren. Da wird Lohnsumme frei. Klar ist auch, dass Axel Simic nach Davos wechselt. Er verspricht sich im Bündnerland eine wichtigere Rolle. Der Transfer des 21-Jährigen wird weder vom HCD noch vom ZSC offiziell bestätigt. Aber er ist Tatsache. In der Liga bekannt ist momentan erst ein einziger namhafter Wechsel, jener von Inti Pestoni von Bern zurück nach Ambri – der selbstverordnete Maulkorb in der National League funktioniert ziemlich gut.

    Die weiteren Zürcher mit auslaufenden Verträgen sind: Dario Trutmann, Dominik Diem, Raphael Prassl, Reto Schäppi sowie die Ausländer Marcus Krüger, Fredrik Pettersson und Garrett Roe. Man muss kein Prophet sein, um erahnen zu können, dass Roe zu den Leistungsträgern gehört, mit denen schon eine Lösung gefunden wurde. Seit er in Zürich spielt, gibt es keine Sorgen mehr. Und mit 32 Jahren hat der Amerikaner noch ein paar gute Jahre vor sich. Roe dirigiert den ersten Sturm neben Sven Andrighetto und Chris Baltisberger. Ohne seine Übersicht verliefe weder Andrighettos Rückkehr in die Schweiz so erfolgreich, noch würde Baltisberger so stark aufspielen wie nie zuvor.

    Etwas mehr Jugend wird nicht schaden

    Mit Pius Suter, Tim Berni und Marco Rossi stehen noch drei Spieler im Kader, mit denen der Klub nächste Saison nicht rechnen kann, da sie NHL-Verträge besitzen und ihre Zukunft dort sehen. Auch dies spielt Lohnsumme frei. Zweifellos aber wird das Kader nicht mehr ganz so luxuriös besetzt sein. Spieler mit WM-Erfahrung wird man im vierten Block wohl nicht mehr sehen. Man werde mehr auf den eigenen Nachwuchs setzen, verspricht der Sportchef. Das muss nicht nur eine Notlösung sein. Im Gegenteil. Die Zürcher waren in den letzten Jahren immer am besten, wenn sie etwas Mut bewiesen in Bezug auf ihre Talente. Und in dieser Hinsicht gibt es durchaus Handlungsbedarf. Denn dass ein vielversprechender 21-Jähriger wie Simic anderswo mehr Entfaltungsmöglichkeiten sieht, ist zwar nachvollziehbar. Trotzdem ist sein Wegzug für die ZSC Lions kein gutes Zeichen.

    De Ghetto muess das alles wie gseit no bewiese. Ich glaube eifach, dass mer de Suter nöd nur nach de Scorer-Pünkt bewerte söll und chan. Sicher de wichtigscht Faktor - ja. Aber er hät ebe au suscht enormi Qualitäte wo jede Spieler näbed ihm besser macht.

    Sehe ich auch so, siehe den Artikel oben den ich eben gepostet habe. Wie schon gesagt: Ghetto wird hier wohl etwas überschätzt, aber man muss ihm Zeit geben.

    ZSC-Coach Rikard Grönborg

    «Wir sind sehr privilegiert. Da jammere ich sicher nicht»

    Das 5:1 in Lugano war der sechste ZSC-Sieg in Serie. Rikard Grönborg spricht über die Quarantäne, Rückkehrer

    Pius Suter, Geisterspiele und Thanksgiving.


    Simon Graf (TA)

    Die Quarantäne hat den ZSC Lions nicht geschadet, im Gegenteil: Inzwischen haben sie sechsmal in Serie gewonnen. Woher kommt dieser Aufschwung?

    Wir spielten schon vor der Quarantäne ein paarmal sehr gut, nahmen Schwung auf. Als wir dann in Quarantäne mussten, waren wir enttäuscht. Zumal wir nicht einmal trainieren durften wie andere Teams. So hatten wir einen Kaltstart, mussten wir nach nur einem Training gleich zwei Spiele absolvieren. Wir waren noch etwas aus dem Takt, haben uns aber in Genf trotzdem zum Sieg gekämpft. Mit viel Charakter. Und dann auch gegen die Lakers. Ich liebe den Charakter meines Teams. Und nach diesen zwei Spielen sind wir in Schwung gekommen, haben wir auch gute Kombinationen in den Linien gefunden und bewegten wir den Puck zuletzt exzellent. Wenn wir so spielen wie in Lugano, wird es schwer für unsere Gegner, mitzukommen.

    0:4 zum Saisonstart, 3:2 nach Verlängerung im Cup, nun 5:1. Wird die Formkurve der ZSC Lions abgebildet durch die drei Lugano-Spiele?

    Ich betrachte es nicht so, ich schaue auf die tägliche Arbeit. Aber ich gehe mit Ihnen überein, dass wir in die richtige Richtung gehen. Doch das Lugano-Spiel nützt uns am Montag nichts mehr, dann müssen wir im Cup gegen Langenthal wieder unsere Leistung bringen. Wichtig ist jetzt einfach, dass wir so viele Spiele wie möglich gut spielen, Punkte hamstern.

    Welchen Einfluss hatte die Rückkehr Pius Suters?

    Natürlich hat sie geholfen, schliesslich ist er der MVP der Liga. Und Suter kam im richtigen Zeitpunkt für uns. Er passt perfekt zur Spielart, die wir pflegen wollen. Zu unserem Tempospiel, dem schnellen Passspiel. Er bewegt den Puck exzellent, ist immer anspielbar. Und das Tempo, mit dem er durch die Mittelzone braust, ist eindrücklich. Ich liebe seine Cleverness, seine Hockey-Instinkte. Er ist so vielseitig, ich kann ihn auch im Boxplay einsetzen.

    Wird er sich in der NHL durchsetzen?

    Ich habe ein gutes Gefühl. Weil er eben so smart ist. Und er ist aus Juniorenzeiten ja schon ans kleinere Eisfeld gewohnt. Da ist es noch wichtiger, dass man innert Kürze die richtigen Entscheidungen trifft. Das Spiel ist unheimlich schnell geworden in der NHL, aber es ist nicht mehr so körperbetont. Das kommt Pius sicher entgegen.

    Immer wieder werden Spiele wegen des Coronavirus verschoben. In der Meisterschaft spielt Ihr Team erst am Samstag wieder. Wie gehen Sie mit dem ständigen Stop-and-go um?

    Jeder muss da durch. Unser Fokus ist, einfach Tag für Tag zu nehmen. Wir sind sehr privilegiert, dass wir in diesen Zeiten den Sport ausüben dürfen, den wir so lieben. Da jammere ich sicher nicht. Für mich als Coach ist die Herausforderung, den Plan ständig anzupassen. Aber das macht mich nur noch besser. Ich liebe Challenges.

    Es scheint, als habe sich das Team daran gewöhnt, ohne Zuschauer zu spielen.

    Die Spieler wuchsen ja so auf. Als sie jung waren, waren auch nur ihre Mama, ihr Papa und die Grosseltern auf der Tribüne. Und wenn der Puck einmal eingeworfen ist, sind sie sowieso aufs Spiel fokussiert. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Wir vermissen die Fans. Sehr sogar. Doch es ist an uns, das Beste aus dieser Situation zu machen. Wir sind es allen – den Fans, die uns zu Hause am Fernsehen verfolgen, unseren Sponsoren, der ganzen Hockey-Community in der Schweiz – schuldig, dass wir unser Bestes tun, damit irgendwann wieder Normalität einkehren kann.

    Die Spieler können nun keine Emotionen schöpfen aus dem Publikum. Müssen Sie als Coach lauter sein, um sie anzustacheln?

    Nein. Die Jungs sind Profis. Sie bereiten sich vor wie immer, ich muss sie nicht anbrüllen, damit sie auf Touren kommen. Sie sind sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewusst. Sie sind sehr motiviert, wollen in dieser schwierigen Zeit Gutes bewirken.

    Wie verbrachten Sie die Quarantäne?

    Ich war zehn Tage zu Hause, habe viel Eishockey geschaut, Bücher gelesen und Podcasts gehört. Mich faszinieren Biografien. Gerade habe ich jene über Brian Burke gelesen, der so lange General Manager in verschiedenen NHL-Organisationen war. Wie er hinter die Kulissen blickt, was da alles abging, ist sehr faszinierend. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für die NHL interessiert. Bei den Podcasts höre ich am liebsten solche über Leadership. Sonst verbringe ich jeweils viel Zeit mit der Familie, wenn ich zu Hause bin, schaue mir mit den Girls auch einmal Kinderfilme an. Darauf musste ich jetzt verzichten, weil ich mich von der Familie separieren musste. Wenn ich Kontakt hatte, dann nur mit Maske. Zum Glück sind wir alle negativ getestet worden.

    Ihre Frau Dawnie ist ja Amerikanerin. Haben Sie Thanksgiving gefeiert?

    Ich bin gerade daran, den Truthahn auszustopfen. An Traditionen sollte man festhalten. Wir haben nur einen kleinen Truthahn gefunden, etwa fünf Kilo. Normalerweise haben wir einen doppelt so grossen. Eine befreundete US-Familie kommt vorbei, wir feiern gemeinsam.

    So bleiben die NHL-Schweizer fit

    Bloss nicht in Quarantäne geraten!

    Die NHL-Profis warten sehnlichst auf Infos, wann es wieder losgeht – derweil schwitzen und tüfteln sie in der Heimat. Ein Augenschein bei drei Spielern.


    Kristian Kapp, Simon Graf (TA)

    Es ist ein Treffen in der kleinen Garderobe in der Eishalle in Wetzikon, wie es zuletzt häufig vorkam. Nino Niederreiter zieht sich gerade fürs gemeinsame Training mit Jonas Siegenthaler um, als dieser reinkommt. «Und, was gehört?», fragt Niederreiter. «Nein. Weisst du schon mehr?», antwortet Siegenthaler. Man könnte es als neuen Running Gag unter den NHL-Spielern bezeichnen, die in ihrer Heimat auf Neuigkeiten aus Nordamerika warten.

    Wann geht es endlich wieder los? Am 1. Januar? Mitte Januar? Erst im Februar? Wann starten überhaupt die Vorbereitungs-Camps? Wann soll man wieder nach Nordamerika fliegen? Niederreiter und Siegenthaler gehen aufs Eis, sie treffen sich regelmässig hier, um mit Skill-Coach Benoît Pont zu arbeiten.



    Er habe darüber nachgedacht, mit Schweizer Teams zu trainieren statt (fast) allein, sagt Niederreiter. Zum Beispiel mit Davos, so, wie im Sommer vor dem NHL-Playoff: «Ich fürchtete aber, dass es in den Teams zu Corona-Fällen kommen könnte und ich deswegen in Quarantäne müsste. So, wie das auch Jonas bei den GCK Lions passierte. Oder Nico Hischier jetzt gerade mit Bern.» Und so reserviert er sich lieber selber Eis und pendelt hin und her zwischen Wetzikon und seiner Heimat in Chur, wo er mit Marco Pargätzi aufs Eis geht, seinem früheren Nachwuchstrainer in Davos.


     

    Die lange Pause zwischen den beiden Saisons, die aktuellen Fahrten hin und her, sie geben Niederreiter auch Zeit, über die letzte Saison nachzudenken. Sie war eine ernüchternde für den Bündner Stürmer. Mit den ambitionierten Carolina Hurricanes bedeutete schon die erste Hauptrunde des Playoff Endstation. Und Niederreiter rotierte am Ende nur noch zwischen der dritten und vierten Linie, einmal war er sogar überzählig. Als er im Januar 2019 zu Carolina stiess, stürmte er noch in der Top-Formation.

    Niederreiter hat darum in der Vorbereitung vieles verändert. Mit Fitnesstrainer Michael Bont arbeitete er daran, leichter und agiler zu werden, auch mit Yoga-Sessions. «Die Zeiten der grossen, schweren Spieler gehen in der NHL langsam zu Ende», sagt Niederreiter, letzte Saison bei 1,88 Meter Grösse als 99 Kilogramm schwerer Spieler geführt. Für bessere Wendigkeit hat er kleinere Kufen am Schlittschuh montiert. Und erstmals überhaupt veränderte er die Biegung an seinem Stock. Die extremere Krümmung soll bei seinen Kerndisziplinen helfen: dem Handgelenk-Schuss und dem Abdecken des Pucks beim Zweikampf entlang der Banden.

    In einem anderen Bereich, im vielleicht wichtigsten, hilft Materialwechsel aber nichts: im Kopf. In einem Zoom-Call mit Trainer Rod Brind’Amour erhielt der Schweizer als Feedback jenen Ratschlag, den er schon mehr als gut kennt: «Setz dich nicht immer so unter Druck!» Sogar «Big Boss» Tom Dundon, ein seltener Statistik-Fanatiker unter den Teambesitzern in der NHL, rief den Schweizer an, um über gute Analytics-Werte in dessen Spiel zu diskutieren, ihm damit Mut zu machen.

    Niederreiter kennt das Geschäft, er weiss, dass dies am Ende nur Worte sind. Und dennoch will er sich auch an ihnen hochziehen: «Ich bin nicht der Spieler mit dem übergrossen Selbstvertrauen in solchen Situationen. Es sollte mir eigentlich immer bewusst sein, dass ich schon über 600-mal in der NHL gespielt habe, ich muss also nicht immer Angst um meinen Platz haben.» Aber so sei er, so denke er: «Ich fühle mich nie sicher, ich denke, dass ich mir immer alles erkämpfen muss.»

    Nico Hischier: In Quarantäne beim SCB

    Niederreiter hat es erwähnt: Bloss nicht in Quarantäne wegen des Teams, bei dem er trainiert. So wie Nico Hischier gerade. Der Stürmer der New Jersey Devils erzählt am Telefon, wie er gerade zu Hause im Elternhaus in Naters auf den 30. November warte. So lange ist der SCB, bei dem er die Vorbereitung für die NHL-Saison absolviert, ausser Gefecht gesetzt – und mit ihm auch Hischier.

    Und so trainiert der 21-Jährige zu Hause im Wallis, so gut es geht, mit ein paar kleinen Gewichten, mit dem eigenen Körpergewicht und mit Stock und Puck – Dribbling geht auch im Zimmer. Seine Gedanken sind die gleichen wie bei Siegenthaler und Niederreiter: Wann gehts wieder los? Er habe sich bereits damit befasst, Mitte Dezember in die USA zu fliegen. Es gebe aber noch offene Fragen. Zum Beispiel, ob der US-Bundesstaat New Jersey demnächst erneut in einen Lockdown geht.

    Mit dem Trainer hat auch Hischier telefoniert, er hatte seinen künftigen Chef am Apparat: Die Devils haben mit Lindy Ruff einen neuen Coach verpflichtet. Es sei ein kurzes Kennenlernen gewesen, nicht mehr, sagt Hischier. «Über die kommende Saison haben wir noch nicht gesprochen.» Auch nicht über das neu vakante Captain-Amt bei den Devils, das bei ihren Fans bereits rege diskutiert wird. «Ich habe auch schon daran gedacht, dass ich ein Kandidat sein könnte», sagt Hischier. «Aber es ist noch zu früh, um darüber zu reden. Ich müsste zuerst die Meinung der Organisation und der Mitspieler hören.»


    Hischier spielt für eines von bloss sieben der 31 NHL-Teams, die in der speziellen Corona-Saison kein Playoff spielen konnten. Zuletzt bestritt er am 10. März ein Spiel. Das Kribbeln ist also besonders gross, vor allem, wenn er zuletzt in Bern im Stadion sass oder am Fernseher Spiele des HC Davos schaute, für den sein Bruder Luca spielt.

    Ein Engagement bei einem Club in Europa wird Hischier von den Devils untersagt; um endlich wieder spielen zu können, bleibt ihm also nichts anderes übrig, als zu warten. Er hofft, dass sich bald etwas tut: «Ich denke, dass die NHL nun auch unter Druck steht, etwas zu machen, die Spieler bald über die nächsten Schritte zu informieren. Die NBA zum Beispiel hat nun auch den Start festgelegt.»


    Jonas Siegenthaler: Selbstdisziplin ist gefragt

    Und damit zurück nach Wetzikon, wo ein über 90 Minuten langes Spezialtraining Ponts mit den beiden Schweizer NHL-Spielern zu Ende geht. Pont hat Statistiken Siegenthalers aus der letzten Saison hervorgesucht, er sorgt damit für Erstaunen in der Garderobe. Der Zürcher spielte bei den Washington Capitals mit Abstand am häufigsten in Unterzahl, gehörte auch ligaweit zu den Schwerstarbeitern im Penaltykilling. Dennoch steht für Siegenthaler eine wegweisende NHL-Saison an.

    Er ist mit 23 der jüngste Stammverteidiger bei den Capitals, und diese scheinen immer noch nicht recht zu wissen, ob sie langfristig auf ihn setzen wollen. Dabei spielte er vergangene Saison bei den Capitals durch (71 Spiele), kam anfangs sogar zu über 20 Minuten Eiszeit pro Partie und trat meist sehr solide auf. Im Oktober einigte man sich nun auf einen neuen Einjahres-Vertrag für 800’000 Dollar.



    «Es war ein Hin und Her», sagt Siegenthaler. «Die Capitals konnten nicht mehr viel ausgeben, wir sind ihnen entgegengekommen. Jetzt muss ich mich beweisen, nach diesem Jahr möchte ich etwas Langfristiges unterschreiben.» Entsprechend wichtig ist für den 1,95-Meter-Hünen, dass er topfit ins Camp einrückt.

    Es ist für ihn schon das zweite «Sommertraining» in diesem Jahr – die NHL-Saison wurde ja Mitte März unterbrochen und erst ab August fertiggespielt. Da ist viel Selbstdisziplin gefragt. «Es gibt Tage, an denen es nicht so einfach ist», sagt der NHL-Zweitrundenpick von 2015. «Alles ist dir selber überlassen. Niemand weckt dich morgens und pusht dich. Du musst die Motivation schon selber finden.»


    Siegenthaler hätte sich auch vorstellen können, übergangsweise bei den ZSC Lions zu spielen. Doch er hat Verständnis dafür, dass diese abwinkten: «Es wäre komisch, wenn ich jemanden verdrängen würde, der auf einen Teil des Lohns verzichtet.» So trainiert er von Montag bis Freitag meist zweimal täglich: morgens mit Fitnesstrainer Alex Brooker mit Hauptfokus Oberkörper, nachmittags auf dem Eis, oft mit Niederreiter in Wetzikon.

    Eine Woche lang war auch Roman Josi dabei. Da konnte er diesen zu dessen langjährigem Coach Peter Laviolette befragen. Denn nicht nur Hischier hat einen neuen Cheftrainer, sondern auch Siegenthaler. Er wird Laviolette, der die Capitals wieder auf Kurs bringen soll, von sich überzeugen müssen.

    Bucs vs Chiefs 24:27

    Es wurde noch spannend aber leider war nach wieder mal schwachem Start (0:17) der Rückstand nicht mehr aufzuholen.

    Brady mit 2 INT's, Mahomes mit einem Fumble.

    Reto Baumgartner, FCB Präsi:

    Trauen Sie der aktuellen FCB-Mannschaft den Meistertitel zu?
    Ja, unbedingt. Ich glaube, mit diesem Kader muss man nicht nur vorne dabei sein, sondern auch Meister werden.

    :rofl:

    Von was träumt der Nachts?:gruebel:


    fuessball, hockey & nfl luegi glich wänn immer möglich

    NFL immer und mit Begeisterung! CH: ZSC & FCZ verfolge ich, schaue die Zusammenfassung. Aber dies ist nun die 10. Saison in der ich 6 Monate weg bin.....Begeisterung lässt nach und wird sicher auch nicht mehr besser!

    Unser ECHL Team Florida Everblades wird mit Publikum spielen, wir haben mal für 8 Spiele Tickets gekauft, am 12.12. gehts los! Besser als nichts, aber ich vermisse es zu den Panthers Spielen zu gehen, ich hoffe immer noch sie machen keine Bubble!

    Nun spielt der ZSC auch wie ein Leader

    Die Zürcher deklassieren müde Luganesi 5:1 und behaupten sich auf Rang 1. Gleich viermal treffen sie durch die Beine ihres Ex-Goalies Niklas Schlegel.


    Simon Graf (TA)

    Ein politisch unkorrekter Scherz über Eishockeygoalies, den der dreifache Meistercoach Kent Ruhnke einmal erzählte, geht so: Treffen sich zwei Goalies in einer Bar. Fragt der eine: «Wie geht es dir?» – «Es geht so», gibt der andere zurück. «Ich bin frustriert, wollte mir eigentlich das Leben nehmen, weil ich immer so viele Tore durch die Beine kassiere.» – «Und was ist passiert?» Seufzend sagt der andere: «Es hat nicht geklappt. Ich wollte mich unter den Zug werfen, doch er ist mir zwischen den Beinen hindurchgefahren.»


    Tore durch die Beine sind besonders ärgerlich für Eishockeygoalies. Doch die Beine rechtzeitig zuzubringen, ist nicht immer einfach. Luganos Niklas Schlegel machte diese bittere Erfahrung gegen den Ex-Club ZSC Lions in der Startphase gleich dreimal: Zuerst erwischten ihn in der dritten Minute Hollenstein aus der Kurzdistanz und Prassl per Ablenker innert 35 Sekunden gleich zweimal zwischen den Beinen, dann stürmte Krüger (7.) alleine auf ihn zu und bezwang ihn auf gleiche Weise. 0:3 nach sieben Minuten, das war für die Luganesi gegen frische Zürcher eine zu grosse Hypothek.


    Letztlich unterlagen die Tessiner 1:5, wobei anzumerken ist, dass das fünfte ZSC-Tor durch Hollenstein ebenfalls durch die Beine Schlegels passierte. Für die Bianconeri und insbesondere Schlegel, der exzellent in die Saison gestartet war, waren die letzten beiden Partien ein herber Rückschlag: Am Freitag das 4:6 beim EHC Biel, das in dieser Saison ja noch keine Macht ist; nun waren sie chancenlos gegen ihre Rivalen aus Oerlikon.


    Es war bereits das dritte Saisonduell der beiden Clubs in der Cornèr Arena, und die Entwicklung der Resultate widerspiegelt die Formkurve der beiden Teams. Zum Saisonauftakt siegte Lugano 4:0, im Cup-Achtelfinal setzten sich die Zürcher 3:2 in der Verlängerung durch, nun waren sie in allen Belangen überlegen. Es war inklusive Cup ihr sechster Sieg in Serie, womit sie ihre Leaderposition behaupteten. Nach Punkten pro Spiel sind sie mit 1,93 allerdings erst die Nummer 3, hinter Lausanne (2,33) und dem EV Zug (2,2).


    Der Suter-Faktor

    Den Aufschwung des ZSC könnte man auch an der Rückkehr des letztjährigen Topskorers Suter festmachen. Seit er wieder für die Zürcher spielt, haben diese nur noch gewonnen. Und die Linie mit Suter, Hollenstein und Bodenmann gab gegen Lugano auch den Takt an, schoss drei von fünf Toren. Bei der Breite im Zürcher Sturm fällt es kaum ins Gewicht, dass Andrighetto partout nicht mehr trifft, Wick noch immer auf sein erstes Tor wartet und Pettersson immer noch um seine Form kämpft. Sie werden dann aber gebraucht, wenn Suter aufbricht in die NHL.

    Dachte, ich hätte Zahner diese Woche in einem Interview gehört, dass die Clubs ein Agreement eingegangen wären, derzeit keine Transfers zu tätigen, sondern nur mit ihren eigenen Spielern bei auslaufenden Verträgen zu verhandeln.

    Lausanne ist ausgeschert und danach hat man es bleiben lassen:

    die CEOs entschieden sich dann gegen ein Transfer-Embargo, ganz nach dem Motto: Entweder machen alle mit, oder man lässt es bleiben.


    wie ich schon erwähnte, ich glaube nicht, dass der fcz mittelfristig mit rizzo glücklich wird. jedenfalls nicht, solange canepa da ist, der immer noch vom favreschen fussball träumt! kurzfristig ist rizzo eine superlösung, weil bescheiden und pragmatisch. aber genau über diese arttribute wird er mittelfristig stolpern!

    Sehe ich (leider) genau so! Das Unwort beim FC Canepa: Spektakel!

    Stilbruch beim FCZ

    Das ist der neue FC Zürich

    Seit der Entlassung von Ludovic Magnin ist der Zürcher Club ein anderer: sportlich wie atmosphärisch. Trotzdem bleibt unklar, wohin dieser Verein will.


    Thomas Schifferle, Christian Zürcher (TA)

    Letzthin trat Ancillo Canepa bei SRF in einem Podcast auf. Er referierte darüber, was in einem Club alles abläuft. Manchmal ärgere er sich, wenn in den Zeitungen aufgrund fehlenden Insiderwissens nur die halbe Wahrheit berücksichtigt werde. Eine Bitte habe er darum an die Journalisten: «Noch mehr recherchieren und die betroffene Person fragen: Du, hör mal, was ist tatsächlich gewesen?»

    Canepa muss es ernst gewesen sein, als er das sagte, dieser Wunsch nach mehr Transparenz und Wahrheit. Die Aussage erstaunt doch sehr, sie verwundert sogar. Denn die Realität sieht meist anders aus. Kein Präsident macht es mehr von seiner Tagesform abhängig, ob er erreichbar ist oder nicht. Keiner macht einen grösseren Bogen um seine Kritiker. Und so bleibt es in diesen Tagen ziemlich im Vagen, wohin sich der FCZ sportlich entwickeln will; was da genau abläuft im und um den FC Zürich. Klar ist bloss: Es ändert sich gerade einiges. Fussballerisch und auch atmosphärisch.

    Der Bruch mit dem Sohn

    Noch einen Tag vor dem Start in diese Saison sagte Canepa über seinen Trainer Ludovic Magnin: «Wir sind mit Ludovic sehr zufrieden.» Zwei Wochen und zwei Niederlagen später war die Zufriedenheit verflogen. Canepa stellte den Trainer frei. Er lehnte es danach ab, sich öffentlich zu erklären. Mit einiger Verzögerung, Mitte November, legte er im «SonntagsBlick» offen, wie sehr ihm das Klein-Klein-Spiel aus der Abwehr heraus missfällt. Das Fehlerrisiko sei extrem hoch, sagte er, und darum sei dieses Spiel für ihn unerklärlich.

    Häufig war es eine Übung, vergleichbar mit dem Versuch, den Kopf in den Rachen eines Löwen zu stecken. Geht oft nicht gut aus.

    Er erwähnte Magnins Namen in diesem Zusammenhang zwar nicht, er machte auch so klar, von wem er redete. Magnin war ein Freund dieses Fussballs. Das sah in den besten Fällen schön und tollkühn aus, häufig aber war es eine Übung, vergleichbar mit dem Versuch, den Kopf in den Rachen eines Löwen zu stecken. Das geht oft nicht gut aus. Es gehört aber auch zur Familie Canepa, dass sie Familienmitgliedern gegenüber höchst loyal ist und einen Sohn der Familie wie Magnin beschützt. Canepa hat seine Abneigung gegen diese Art von Fussball stets gut für sich behalten können.

    Statt Magnin sitzt nun Massimo Rizzo da, wenn der FCZ in der Saalsporthalle zur Pressekonferenz vor einem Spiel lädt. Magnin war oft der launige Erzähler, der viel aus seinem Leben zu berichten hatte und so laut lachte, dass sich Menschen aus 50 Meter Entfernung umdrehten. Wo Magnin war, gab es Unterhaltung.


    «Bitte nicht!»

    Rizzo ist anders. An diesem Freitag sagt er immer wieder: «Sonntag, 4 Uhr, St. Gallen.» (Das Spiel wurde später verschoben.) Nächster Termin, nächster Match, nächster Gegner – nur das will er im Kopf und vor Augen haben. So dachte er schon als Trainer der U-18. Er verweigert sich, vom grossen Bild zu reden, er mag nicht perspektivisch denken. «Kann ich nicht, will ich nicht», sagt er.

    Was traut er dem FCZ zu? «Die Mannschaft hat extrem Potenzial und Qualitäten.» Aber wo würde er sie von ihrer Stärke her ansiedeln? Hinter YB, auf Augenhöhe mit Basel? «Bitte nicht! Wir spielen gegen St. Gallen.» Wo will er mit der Mannschaft hin? «Den nächsten Match gut bestreiten.» Pingpong mit Rizzo besteht aus kurzen Ballwechseln. Und klingt wahnsinnig pragmatisch.

    Mit ihm ist beim FCZ der Stilbruch da – in vielerlei Hinsicht. Das muss nicht einmal schlecht sein. Magnin erhielt von Canepa noch im Januar einen neuen Zweijahresvertrag, obwohl er intern Gegner hatte. Bei Rizzo macht es der Präsident anders. Er hat ihn zuerst nur auf Zusehen hin aus dem Nachwuchs nach oben geholt, und obschon die Tendenzen zur Besserung sichtbar sind, ist er defensiv geblieben. Der Trainer soll jetzt einmal bis Weihnachten arbeiten, dann wird weitergeschaut. Dieses Vorgehen ist sicherlich auch der wirtschaftlichen Situation geschuldet. Vor allem zeigt es, dass der FCZ dem Boden wieder etwas näher gekommen ist.

    Sportchef Marinko Jurendic ist seit vier Monaten im Amt, er hat den Club analysiert und bleibt gerne in Deckung – als Figur, aber auch bei Interviews. Der Sportchef spricht von einem Auftrag, den er bekommen habe. Er möchte das Profil als Ausbildungsverein schärfen und die Ambition nationale Spitze verfolgen. Das klang beim FCZ auch schon offensiver, spitziger.

    Jurendics Bestandesaufnahme fällt kurz aus: «Alles bestens.» Er sagt über das Thema Fortschritt: «Er ist da. Wir haben uns defensiv stabilisiert und eine gute Balance gefunden.» Jurendic erzählt, dass er in den vergangenen Spielen «positiven, erfrischenden und attraktiven Fussball» gesehen habe. Wirklich?

    Tatsächlich hängt es davon ab, wie und von wo man den FCZ betrachtet. Auf das 4-4-2-System angesprochen und die grosse Bedachtheit auf Sicherheit, korrigiert Jurendic sofort: «Halt, wir spielen im 4-2-3-1-System.» Und fügt dann an: «Zumindest wenn wir angreifen. In der Defensive wird daraus ein 4-4-2.» Jurendic wähnt den FCZ offenbar vor allem in der Offensive, das neutrale Auge sieht den Club in diesen Tagen allerdings meist mit Verteidigen beschäftigt. Die Mannschaft versucht in erster Linie den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Rizzo, der Pragmatische, sagt, dass das Beste zuerst einmal das Einfache sei. «Defensiv gut organisiert sein, als Einheit auftreten.» Die Frage ist dabei: Wie lange genügt das einem Club, der zuletzt immer das Gegenteil wollte?

    Was ist die Vision von Canepa? Lässt sich aus erwähnten Gründen nicht beantworten.

    Als Urs Fischer noch Trainer war, kam aus einem Verwaltungsrat die Forderung nach mehr Spektakel. Das war im März 2012 und Fischer bald nicht mehr Trainer. Urs Meier hatte am Ende ähnliche Probleme – und das fehlende Spektakel wurde auch Uli Forte zum Verhängnis. Es kam mit Magnin viel Spektakel, manchmal mehr an der Seitenlinie als auf dem Platz.

    Wohin soll es also gehen mit dem FCZ? Rizzo mag darüber nicht nachdenken, sein Horizont ist vertraglich auf Ende Jahr beschränkt. Jurendic weicht aus und sagt dann: «Am Ende wäre es sicher schön, wenn es immer attraktiv daherkommt. Wichtig ist aber vor allem, erfolgreich zu sein.» Was ist die Vision von Canepa? Das lässt sich aus erwähnten Gründen nicht beantworten.

    Druck oder kein Druck?

    Die ersten Resultate des neuen Stils stimmen einmal: 4:1 in Vaduz, 1:0 gegen Basel, 2:0 gegen Luzern und 2:2 bei Sion. «Dafür braucht es auch Wettkampfglück», sagt Rizzo, «das hatten wir, und die Mannschaft hat Selbstvertrauen bekommen.» Für drei Siege in der Meisterschaft benötigte Magnin in diesem Jahr 21 Anläufe. Canepa will Rizzo ohne Druck arbeiten lassen, darum vorerst nur eine Beschäftigung bis zu den Festtagen.

    Frage an Rizzo: Spüren Sie deshalb wirklich weniger Druck? «Sie sehen, dass ich am Lachen bin», antwortet er, «was soll ich jetzt sagen? Soll ich wieder eine langweilige Antwort geben? Es ändert nichts an meiner Art und Weise, weil es nicht weiterhilft. Der Druck ist genau gleich.» Würde da auch ein Fünfjahresvertrag nichts bewirken? «Was würde das ändern? Ich muss ja trotzdem mit der Mannschaft schauen, dass es einen guten Auftritt gibt.»