Beiträge von Larry

    Borussia Dortmund entlässt den Trainer Lucien Favre – es ist das Ende einer Zweckbeziehung

    Lucien Favre ist nicht länger BVB-Coach. Der Zeitpunkt der Entlassung mag überraschen, die Gründe für die Trennung sind allerdings nachvollziehbar.

    Stefan Osterhaus, Berlin (NZZ)

    Nun ist es zu Ende, das dritte Bundesliga-Engagement des Fussballtrainers Lucien Favre. Am Sonntag, am Tag nach der 1:5-Niederlage im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, vollzog Borussia Dortmund die Trennung. Warme Worte begleiteten den Trainer; für die Stilnote war Hans-Joachim Watzke, der Klubchef, zuständig. Für zweieinhalb Jahre «hervorragende Arbeit» dankte der Sauerländer: «Als Fachmann und als Mensch ist Lucien Favre über jeden Zweifel erhaben.»

    In der Erklärung des Sportchefs Michael Zorc überwog dagegen Skepsis. Gewiss sei dem BVB der Entscheid, Favre zu entlassen, schwergefallen: «Gleichwohl sind wir der Meinung, dass das Erreichen unserer Saisonziele aufgrund der zuletzt negativen Entwicklung in der gegenwärtigen Konstellation stark gefährdet ist und wir deshalb handeln müssen.»

    Zwar mag Favres Entlassung so kurz nach einer Niederlage selbst Insider überraschen. Doch unbegründet ist sie nicht. In elf Saisonspielen in der Liga hat der BVB bereits viermal verloren, gegen den Abstiegskandidaten aus Köln ebenso wie gegen den Aufsteiger aus Stuttgart. Zum einen war die von Zorc skizzierte Tendenz deutlich genug, zum anderen ist die Konkurrenz zahlreicher als in den Jahren zuvor. Nicht nur Bayern und Leipzig, sondern auch Gladbach und Leverkusen drängen in die Champions League.

    Harte Kritik aus dem Team

    Er sei überzeugt gewesen, erneut eine erfolgreiche Saison zu spielen, so lässt sich Favre in einer Mitteilung zitieren: «Ich finde es sehr schade, dass sich unsere Wege hier trennen.» Eine Verabschiedung von der Mannschaft hat es nicht gegeben. Dass Favre danach der Sinn gestanden hätte, ist nach den Reaktionen seiner Leader allerdings zu bezweifeln. Marco Reus, der Captain, nahm die Entlassung Favres vorweg, indem er das Team nach dem Desaster gegen Stuttgart für nicht titeltauglich erklärte: «Jeder weiss, dass wir eine Mannschaft sind, die nicht gut verteidigen kann. Das muss man so klar sagen. Wenn wir die nächsten drei Spiele so spielen, holen wir nichts mehr.»

    Mats Hummels, dem als Innenverteidiger die Organisation ebenjener Defensive obliegt, formulierte die Kritik an Favres System auf Sky ebenso drastisch. Er sprach der Spielidee schlicht die Sinnhaftigkeit ab: «Es geht darum, Automatismen zu haben und sinnvollen Fussball zu spielen. Sinnvoll heisst: Risiken da, wo es angebracht ist, und nur da, wo es einen Ertrag gibt, wenn es klappt.» Stattdessen versuche das Team «immer, klein-klein durch enge Räume durchzuspielen. Das klappt in den seltensten Fällen. Es war einfach zu viel Geschnicke.»

    Eine solche Fundamentalkritik hat Seltenheitswert. Sie stellt dem Trainer ein ungenügendes Zeugnis aus. Erfolgreich, so Hummels, ist die Mannschaft nicht wegen der Idee, das Spiel zu organisieren, sondern allein der Geistesblitze der meist jungen Individualisten wegen: «Oft können wir das irgendwie kaschieren, durch individuelle Klasse etwa.»

    «Geschnicke»: das Sich-Verlieren in Details, das unablässige Tüfteln, das das grosse Ganze aus dem Blick geraten lässt. Dabei galt doch gerade Favre als ein Trainer, der sich glänzend darauf versteht, einem Team eine Idee zu vermitteln. An jeder seiner Stationen wurde diese Fähigkeit des Trainers gepriesen, der zudem nicht zu Unrecht im Ruf stand, grössten Wert auf eine solide Defensive zu legen. Auch in Dortmund stellten sich in seinem ersten Jahr bald Effekte ein. Nicht die Bayern, sondern die Borussia spielte den besten Fussball in der Bundesliga – und zwar bis zu jenem Zeitpunkt, als es darum ging, Ansprüche auf den Titel zu formulieren.

    Nun aber sind die Ansprüche in Dortmund nicht eben gering. Sich als Konkurrent der Bayern zu begreifen, bedeutet auch: bald einmal wieder den Titel zu gewinnen. Hierzu unternimmt die Borussia allerhand Anstrengungen. Das Scouting-System gilt nicht nur in Deutschland als vorbildlich. Immer wieder erspähen die Dortmunder früh brillante Talente.

    Nur zweiter Sieger

    In dieser Saison konnte der 18-jährige Giovanni Reyna ebenso auf sich aufmerksam machen wie der ein Jahr jüngere Jude Bellingham. Ein anderer aus dem Kreis der Hochbegabten ist längst eine feste Grösse: der Norweger Erling Haaland. Es lässt sich also durchaus behaupten, dass der BVB alles Erdenkliche tat, um Favre das bestmögliche Team zur Verfügung zu stellen für einen Titelkampf, der zwar ambitioniert, aber sicher nicht aussichtslos ist.

    Favre hingegen gab immer wieder recht unmissverständlich zu verstehen, dass er zwar ein passables Kader habe, die Borussia mit ihrem Personal aber dennoch bloss zweiter Sieger sein könne. Das kann auch als ein Affront gegenüber dem Management begriffen werden, das seine Anstrengungen nicht gewürdigt sah. Der einzige Trainer in der Liga, der bessere Voraussetzungen vorfindet als Favre, ist Hansi Flick in München.

    Favres Scheitern in der Bundesliga folgt einem Muster: Er ist zwar – wie in Berlin und Gladbach – in der Lage, binnen kurzer Zeit ein Team voranzubringen. In den wegweisenden Momenten allerdings fehlen dem Coach die richtigen Worte. Den entscheidenden Schritt Richtung Titel vermochte er in Dortmund nicht zu tun. Der Hinweis, dass das Team nicht die Qualität dafür habe, ist gleichsam ein Alibi: Wer wollte bestreiten, dass die Bayern ein Kader von aussergewöhnlicher Klasse haben? Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Borussia ihre Titelchancen nicht in Matches gegen direkte Konkurrenten einbüsste. Es war vor allem der Alltag, in dem jene Punkte verloren wurden, die die Meisterschaft kosteten. So lässt sich trefflich darüber spekulieren, ob Favre am Ende nicht eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ausgesprochen hat.

    Ambivalent wie das Verhältnis des Trainers zu seinem Personal war auch jenes zur Klubspitze. Schon in seiner ersten Saison, als Favre den Bayern um neun Punkte enteilte, diese aber Meister wurden, war die Enttäuschung in Dortmund gross; eine Entlassung galt als nicht unwahrscheinlich. Die Begeisterung, die der zeitweilig dynamische Stil des Teams hervorrief, wurde immer wieder kontrastiert durch Niederlagen gegen Abstiegskandidaten.

    Im Schatten Klopps

    Die Beziehung zur Klubführung korrespondierte mit den bisweilen erratischen Auftritten des Teams. Im Oktober 2019 brachte es der Klubchef Watzke fertig, seine Biografie vor BVB-Fans zusammen mit der Überfigur des Dortmunder Gegenwartsfussballs zu präsentieren: Jürgen Klopp. Die folkloristisch-sentimentale Art, mit der Watzke den zweimaligen Meistercoach idealisierte, hatte manche Irritationen hervorgerufen. Favre schwieg dazu in der Öffentlichkeit.

    Allerdings bemerkten die Dortmunder offenbar, was sie damit angerichtet hatten – und schwenkten um. Rückhalt für ihren betreuungsintensiven Strategen liessen sie seitdem nicht mehr vermissen. Wann immer Favre Gefahr lief, falsch verstanden zu werden: Er konnte sich auf den BVB verlassen. Und noch am Tag des Debakels gegen Stuttgart war in den «Ruhr-Nachrichten» zu lesen, dass der Klub mit dem Trainer Ende Januar über eine Vertragsverlängerung reden wolle.

    Der Überzeugung, dass beide Parteien ideal zusammenpassen, dürfte dies weniger entsprochen haben als der Einsicht, dass eben keine passendere Lösung verfügbar ist als der fachlich hochangesehene Trainer, der schon im Augenblick der Vertragsunterzeichnung vor allem eines war: nicht der Wunschkandidat, sondern der am besten verfügbare Trainer. Nun soll Favres Assistent Edin Terzic das Team übernehmen, zunächst bis zum Saisonende. Wie weit man mit einer solchen Lösung kommen kann, hat in der letzten Saison Bayern München mit dem früheren Co-Trainer Hansi Flick gezeigt.

    Schweizer Eishockey vor dem Umbruch

    Neue Ausländerregel: Was dafür und was dagegen spricht

    Es ist ein hoch emotionales Thema: Schon ab 2022/23 sollen in der höchsten Schweizer Eishockeyliga pro Team zehn statt vier Ausländer eingesetzt werden dürfen.


    Kristian Kapp, Philipp Muschg (TA)

    Es dürfte erst im Frühling definitiv beschlossen werden. Und im Raum steht auch eine schrittweise Erhöhung. Aber es zeichnet sich dennoch ab, dass schon ab der Saison 2022/23 in der National League zehn statt vier Ausländer pro Partie eingesetzt werden dürfen. Das sportliche Niveau dürfte besser werden. Aber diese Lockerung birgt auch viele Gefahren. Und die Clubs wollen sie nicht aus sportlicher Sicht. Sie erhoffen sich, nicht zuletzt wegen der Krise mit dem Coronavirus, tiefere Spielerlöhne. Vor allem die gut verdienenden Schweizer in den hinteren Reihen sollen zur Kasse gebeten werden und durch billigere und mindestens so gute, wenn nicht gar bessere Imports ersetzt werden. Ist das bloss Wunschdenken oder tatsächlich umsetzbar? Die Diskussionen rund um dieses Thema sind teilweise hochemotional, es geht im Extremfall auch um gut 70 Arbeitsplätze von Schweizer Spielern in der National League.


    Was den Fans nicht passt

    Es brodelt im Publikum, und keiner merkt es. «Wenn wir jetzt ins Stadion dürften, könnten wir unsere Meinung mit Choreos kundtun», sagt der Fan-Delegierte eines grossen Schweizer Clubs. «Und ich gehe davon aus, dass alle Fans in der Schweiz sich untereinander abgesprochen und Spruchbänder gemacht hätten.» In diesen Worten steckt Sprengkraft. Denn die geplante Ausländerregelung verstärkt bei den Fans die Furcht, dass ihr geliebtes Eishockey nie mehr sein wird, was es einmal war. Dass nach dem Virus nun die Clubbosse gefährden, was den eigenen Verein so besonders macht.

    «Man kann doch nicht Ausländer einem eigenen Junior vor die Nase setzen», formuliert es ein Saisonkartenbesitzer, «das macht die Identifikation mit dem Club schwieriger.» Dass er jüngst gebeten wurde, auf die Rückerstattung seines Abos zu verzichten, verstärkt das Gefühl der Isolation. «Ich finde schon, dass die Fans in dieser Sache ein Wort mitreden sollten.» Geschehen ist das bisher allerdings nicht, Clubs und Liga diskutieren ihre Reformpläne im ganz kleinen Kreis. Umso stärker das Echo, wenn bruchstückhaft doch etwas nach aussen dringt. Zehn Ausländer, diese Zahl macht Angst: 2,5-mal so viele wie bisher, die halbe Mannschaft.

    Wer dafür ist

    Marc Lüthi war stets die starke Stimme der Befürworter. Nun möchte er sich nicht mehr zum Thema äussern. Was er sagt: «Es geht um ein Paket, welches geschnürt wird. Dieses sollte man als Ganzes betrachten – es geht jetzt nicht um einzelne Themen und Bestandteile. Letztlich soll derjenige sprechen, der das Päckli verantwortet: der Ligachef.» Der angesprochene Ligadirektor will sich aber erst zum Reformprojekt äussern, wenn die À-fonds-perdu-Beiträge für die Proficlubs vom Parlament abgesegnet sind. Seine Clubs hat Denis Vaucher derweil gut im Griff: Wie Lüthi mögen die zahlreichen Befürworter von Davos über Zug bis Langnau nicht explizit über die neue Ausländer-Regelung sprechen, sondern verweisen auf den laufenden Prozess und aufs Gesamtprojekt, das auch im Detail noch zu bestimmende Faktoren wie Aufstockung, geschlossene Liga oder Lohnobergrenzen enthält.


    Wer dagegen ist

    Die ZSC Lions sind interessanterweise derzeit der einzige NL-Club, der gegen die Aufstockung Position bezieht. «Wir wissen aber, dass wir wahrscheinlich einen Mehrheitsbeschluss akzeptieren werden müssen», sagt CEO Peter Zahner. Der Grund für die Ablehnung der Lions: «Wir haben eine tolle, ausgeglichene Liga, ein gutes Produkt, den höchsten Zuschauerschnitt in Europa.» Dass die Spielerlöhne mit mehr Ausländern sinken können, glaubt zwar auch Zahner: «In der Theorie, unter dem Aspekt der Vernunft.» Er habe aber die Befürchtung, dass die Unvernunft eben dennoch zu gross wäre und die Clubs zu viel Geld ausgeben für die Ausländer. «Dann, wenn du das Gefühl hast, du brauchst doch die Besten. Und die kosten dann halt entsprechend.»

    Warum selbst «Kleine» dafür sind

    Diese Frage lässt sich relativ leicht beantworten: Weil für sie das Reformprojekt als Ganzes so existenziell ist, dass sie sich nicht alleine auf der Ausländerbegrenzung verzetteln wollen. Ambri in der Leventina, die SCL Tigers im Emmental: Nicht nur diese NL-Clubs sind längst keine lokalen Sportvereine mehr, sondern kulturell und wirtschaftlich bedeutende Unternehmen ihrer Region. Falls bei der Ligareform zum Beispiel der Abstieg abgeschafft und das sogenannte Financial Fairplay eingeführt würde, wäre das für die Stabilität dieser Sport-Unternehmen und damit Hunderte Arbeitsplätze von ungleich höherem Wert als die Anzahl Ausländer auf dem Matchblatt. Auch würde niemand gezwungen, das 10er-Kontingent auszuschöpfen. Zudem: Die SCL Tigers spielen bereits aktuell mit sechs statt vier Ausländern – dank ihrer «Lizenz-Schweizer».

    Und was passiert mit den «Lizenz-Schweizern»?

    Wer als Junior eine bestimmte Anzahl Saisons in der Schweiz spielte, gilt als «Lizenz-Schweizer» und zählt nicht zum Ausländerkontingent. Gerade für grenznahe Clubs ist und war diese Regelung schon bei der Nachwuchsrekrutierung ein wichtiger Faktor. Nun soll sie abgeschafft werden, ohne dass es deswegen bei Clubs oder Spielern zu Härtefällen kommt. Dass nur der Pass entscheidet, dürfte dennoch bloss für Leistungsträger unter den Lizenz-Schweizern wie den Österreichern Benjamin Baumgartner (Davos) und Dominic Zwerger (Ambri) oder die Letten Ronalds Kenins (Lausanne) und Ivars Punnenovs (Lettland, SCL Tigers) kein Nachteil sein. Ebenso abgeschafft würde die erst gerade eingeführte Möglichkeit, plötzliche NHL-Abgänger durch einen zusätzlichen Ausländer zu ersetzen.

    Was die Zahlen sagen

    Es lohnt sich, an dieser Stelle kurz den Durchschnittslohn in der National League zu erwähnen: 215’000 Franken pro Jahr, verteilt auf 524 Angestellte. Diese Zahlen sind öffentlich, weil das Bundesamt für Sport sie bei der Swiss Ice Hockey Federation einforderte im Rahmen der parlamentarischen Beratungen zu den À-fonds-perdu-Zahlungen für den Profisport. Und diese Zahlen zeigen das Problem im hiesigen Eishockey: Die Clubs sind unübersehbar nicht in der Lage, ihre Ausgaben zu bremsen. Jetzt, wo wegen Corona plötzlich die Einnahmen fehlen, sind die Folgen gravierend, werden Auswege gesucht. Das «Financial Fairplay» mit einer weichen Lohnobergrenze und Bussen bei ihrer Überschreitung erscheint dabei weit praxisnaher als die Aufstockung der Ausländer. Denn eines haben die Clubs in der Vergangenheit wahrlich bewiesen: dass Geld, das ausgegeben werden kann, auch ausgegeben wird. Ob für vier, sechs oder zehn Ausländer.


    Der Clinch innerhalb der Clubs

    Pikant: Treiber der neuen Regelung sind vor allem die CEOs und Präsidenten. Viele Sportchefs, GMs und Junioren-Verantwortliche sehen die Aufstockung nicht gerne. Ironisches Beispiel ist der HC Davos: Sportchef Raeto Raffainer weibelte früher als Nationalmannschafts-Direktor schon gegen eine Aufstockung, nun arbeitet er bei jenem Club, der zusammen mit dem SCB und Lausanne bei einer ersten Abstimmung vor zwei Jahren der einzige Befürworter war. Auch beim Sportchef des EV Zug zeigt sich dieser Zwiespalt. «Darüber, ob die Zahl richtig ist, kann man streiten», sagt Reto Kläy. Er betont, dass sein Club weiter auf den Nachwuchs setzen will, und gelobt: «Wir haben keinerlei Interesse daran, dass diese Massnahmen dem Schweizer Hockey schaden.» Andererseits glaubt er, «dass Veränderungen immer auch Chancen bedeuten können». Und musste eine schmerzhafte Lektion lernen: «Man hat in dieser Krise gemerkt, dass die Wirtschaftlichkeit das höchste Gut ist, sie steht über allem.»

    Die Nationalmannschaft

    Denke er aus der Sicht künftiger Schweizer Spieler, seien zehn Importspieler ein haarsträubender Gedanke, sagt Patrick Fischer. Der Nationaltrainer denkt weiter: «Vielleicht sind es ja zunächst zehn, und irgendwann gibt es dann keine Beschränkung mehr.» Fischer sieht eine Motivation für junge Spieler gefährdet: «Es wird schwieriger, in die 1. Mannschaft eines NL-Teams zu kommen.» Er hat aber auch eine Gegenargumentation parat: «In der Schweiz wächst der Spieler in einem Umfeld auf, in dem es nicht so viel Konkurrenz gibt wie in anderen Ländern. Grösserer Konkurrenzkampf kann zu besseren Leistungen anspornen. Die Liga könnte mit mehr Ausländern besser werden – aber auf Kosten von vielen Schweizer Spielern.» Auf die Nationalmannschaft habe eine Aufstockung vorerst keinen Einfluss, sagt Fischer. Mit einem Einwand: «Auf der Goalieposition könnte sie Folgen haben.»

    Die Sorgen-Position Goalie

    Die Frage geht an Peter Mettler, bis letzte Saison Torhüter-Coach im Nationalteam, nun beim HC Davos tätig: Wie viele Nummer-1-Positionen wären mit zehn Imports heute sicher für Schweizer, die nicht Leonardo Genoni, Reto Berra oder Tobias Stephan heissen? Die Antwort: «Gute Frage.» Mettler hat zwei Standpunkte. Einer beinhaltet auch Kritik an Schweizer Goalies: «Die beeindruckenden Wege von Elvis Merzlikins und Ivars Punnenovs (beide Lizenz-Schweizer aus Lettland, die Red.) bewirkten nicht, dass die Schweizer noch härter an sich arbeiteten. Wir können solche Challenges nicht immer gut annehmen.» Der andere beinhaltet Sorgen, auch, was die möglichen Folgen für die Nationalmannschaft betrifft: «Werden wir die Geduld haben und Goalies wie Wüthrich, Hollenstein oder Aeschlimann weiterhin Plätze geben?» Er wolle die Situation aber auch als Chance sehen, sagt Mettler: «Wenn der Platz durch Ausländer bedroht wird, muss der Schweizer härter arbeiten, um in der Liga zu bleiben.» Als Beispiel nennt er Gilles Senn und dessen Kampf in der Organisation der New Jersey Devils: «Gilles verliess seine Komfortzone, er könnte in der Schweiz mehr verdienen. Das ist eine Frage der Persönlichkeit, das machen nicht alle.»

    Wen die Schweiz nervös macht

    Die Schweiz dürfte andere Märkte nervös machen. Rund 60 bis 70 neue Ausländer-Plätze in der NL? Das könnte vor allem die schwedische SHL und die finnische Liiga treffen. Die Schweden haben die Breite, um das einigermassen aufzufangen, in Finnland stellt sich hingegen schon die eine oder andere bange Frage. Die allerbesten Spieler verlieren beide Länder sowieso schon in einer Grosszahl nach Nordamerika oder in die KHL. Alleine in der NHL spielten letzte Saison 113 Schweden und 49 Finnen. Nun wird die in der Schweiz eh schon begehrte «Mittelschicht» der beiden Länder noch intensiver durch die Vorzüge in unserer Liga in die NL gelockt.

    Gibt noch nicht viele Berichte darüber, aber die der SDA in der NZZ bringt es zum Teil auf den Punkt wo er gut war und wo eben nicht. Die Presse hatte er eigentlich nie hinter sich. Gibt aber schon noch andere Punkte die gegen ihn sprechen: Aufstellungen, Taktik, er musste sich auch schon von den eigenen Spielern (Bürki) kritisieren lassen wegen seiner Angsthasentaktik. Ich hätte ihn auch entlassen, so läuft nun mal das Business.

    Borussia Dortmund entlässt den Trainer Lucien Favre

    Zu viel des Schlechten: Lucien Favre muss nach der 1:5-Heimniederlage gegen den Aufsteiger Stuttgart seinen Posten räumen.


    (sda) Lucien Favre ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund. Der BVB stellt den 63-jährigen Waadtländer einen Tag nach der 1:5-Schlappe in der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart frei.

    Der blutleere Auftritt am Samstag gegen den Aufsteiger brachte das Fass zum Überlaufen und veranlasste den Vereinschef Hans-Joachim Watzke zum Handeln. Die BVB-Verantwortlichen stellten den Schweizer am Sonntag per sofort frei, womit sich die angedachten Gespräche über eine mögliche Fortsetzung der Zusammenarbeit über das Ende des im nächsten Sommer auslaufenden Vertrages erübrigen.

    Das 1:5 gegen Stuttgart war das dritte sieglose Spiel der Dortmunder in der Bundesliga in Folge. Watzke sprach von einem «schwarzen Tag», für Captain Marco Reus war es ein «beschämender Auftritt». Favre nannte das Debakel eine «Katastrophe». Bereits bei der 1:2-Niederlage vor zwei Wochen gegen Köln und beim 1:1 vor einer Woche in Frankfurt war die Mannschaft unter den eigenen Ansprüchen geblieben, der Rückstand der fünftklassierten Dortmunder auf den Titelverteidiger Bayern München beträgt nach elf Runden fünf Punkte.

    Trotz der jüngsten Krise liest sich Favres Bilanz seiner gut zweijährigen Schaffenszeit in Dortmund positiv. Sowohl 2019 als auch 2020 führte er den BVB in der Bundesliga souverän auf Platz 2 hinter Bayern München, das derzeit beste Team Europas, mit dem besten Punkteschnitt eines Dortmund-Trainers in der BVB-Historie. In der Champions League erreichte der BVB mit Favre jeweils die Achtelfinals, in denen er im vergangenen Frühjahr am späteren Finalisten Paris Saint-Germain knapp scheiterte. Die am Mittwoch zu Ende gegangene Gruppenphase schlossen die Dortmunder auf Platz 1 ab.

    Unter Favre wurde die Borussia zur europäischen Top-Adresse für Ausnahmetalente. Jadon Sancho entwickelte sich zu einem der meist umworbenen Spieler, ehe der Engländer in diesem Herbst in ein Leistungsloch fiel. Der derzeit verletzte Norweger Erling Haaland gilt bereits jetzt als der Mittelstürmer der Zukunft, beim BVB erzielte er im Durchschnitt mehr als einen Treffer pro Spiel. Auch der von Favre geförderte Amerikaner Giovanni Reyna und der erst vor wenigen Wochen 16 Jahre alt gewordene Youssoufa Moukoko dürften dem BVB dereinst Millionen einbringen. Der Engländer Jude Bellingham oder der Brasilianer Reinier sind weitere vielversprechende Talente, die dem exzellenten Ruf Favres als Ausbildner gefolgt sind.

    Trotz der guten Arbeit geriet Favre im Ruhrpott bereits früh in die mediale Kritik. Auslöser war die erste Saison unter dem Romand, als der BVB einen zwischenzeitlichen Vorsprung von neun Punkten auf Bayern München noch aus der Hand gab. Zudem zogen die Dortmunder in den Direktduellen mit dem Rekordmeister fast immer den Kürzeren; vier von fünf Partien gegen die Bayern mit Favre verlor der BVB, zwei davon sehr deutlich. Auch deswegen flachte das mediale Getöse um Favre nie ab, obwohl das Dortmunder Kader qualitativ deutlich schwächer besetzt ist als dasjenige der Bayern.

    Vor seinem Wechsel nach Dortmund im Sommer 2018 trainierte Favre den Ligue-1-Klub Nizza. In der Bundesliga war der ehemalige Meistertrainer des FC Zürich bereits bei Hertha Berlin und Borussia Mönchengladbach tätig.

    Eine Vision ist aber auch nicht, der NHL nachzueifern... Wir haben bei uns in der Schweiz glücklicherweise ein gutes Arbeitsrecht und nicht Hire&Fire Politik bzw. modernen Sklavenhandel wie in den USA, wo die Spieler wie Ware zu einem anderen Club gegen ihren Willen verschoben werden können!

    Bullshit! In der NHL haben die Spieler im Gegensatz zur Schweiz eine Gewerkschaft die ihre Rechte vertritt (NHLPA). Die handelt mit der NHL die Spielregeln aus. Der Spieler kann sich No Trade Klauseln in seinen Vertrag schreiben lassen, etc. pp.

    Muss keiner in der NHL spielen! Ist freiwillig!

    Habe gerade in unseren lokalen News gelesen das die Preds, deren Affiliate die Florida Everblades sind, gewisse Spieler dort platzieren wollen solange die AHL nicht spielt. Werde am SA mal den Roster studieren. Die Spiele hier können also nur besser werden!8)

    So, heute Abend endlich wieder mal Hockey Live im Stadion mit Fans!:geil:8)

    Im Kader der Everblades fünf Spieler die mal durch den NHL Draft gegangen sind, aber nie dort gespielt haben. Zwei Spieler gehören Nashville und sind noch für ein Jahr dort unter Vertrag: Harper (925'000$) und Novak (817'000$). Schöne Zahlen für Leute die nie NHL gespielt haben! Mal schauen was die so drauf haben!

    Würde mich mal wunder nehmen wer denn ausser Bern und Davos wirklich dafür ist? Ganz sicher nicht Zug mit seiner Academy und der OYM Hütte! Und die anderen Teams kann ich mir auch nicht vorstellen! Denke die haben sich einfach noch nicht negativ geäussert im Gegensatz zum ZSC. Meine Prognose: Kommt nicht!

    Ich kann mir gut vorstellen dass dann die NHL Teams diese Spieler wieder nach Europa ausleihen wollen, quasi als Ersatz AHL.

    Habe gerade in unseren lokalen News gelesen das die Preds, deren Affiliate die Florida Everblades sind, gewisse Spieler dort platzieren wollen solange die AHL nicht spielt. Werde am SA mal den Roster studieren. Die Spiele hier können also nur besser werden!8)

    Die Clubs wie Zug (Academy), Ambri & Lugano (Ticino Rockets) aber auch alle anderen Teams betreiben einen immensen Aufwand beim Nachwuchs, niemand will das abschaffen!

    All diese Leute in diesen Vereinen werden sonst hier immer als die grossen Experten dargestellt und jetzt plötzlich sind alle Idioten?

    Nur in Fan Foren und bei ein paar Journalisten wird es derart verrissen, wohl auch weil die alle nicht wirklich wissen was die Clubs genau planen.

    Keep calm!

    Wenn dafür der Unsinn mit den Lizenz-Schweizern abgeschafft wird, ist die Veränderung nicht derart gross, wie das gewisse Leute darstellen.

    Sehe ich auch so! Glaubt man eigentlich bei allen Clubs die das befürworten (also alle ausser dem ZSC) wären nur Vollidioten am Ruder?

    Ich sehe das ganz entspannt!

    On this day in 1987, Ron Hextall made history by becoming the first goaltender to shoot and score a goal in an NHL game.

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    Ari Sulander became the first goaltender in history to score a (empty net) goal in the Swiss NLA (2002-12-17, Ambri-Piotta vs. ZSC Lions 4:6).

    Corona-Ausbruch bei den ZSC Lions: Ein Gegner zum Verzweifeln

    Ein Klub scheut keinen Aufwand, um das Virus in Schach zu halten – und wird doch von einer Welle überrollt. Mit 13 positiv Getesteten mussten die Zürcher in die zweite Quarantäne dieser Saison. Das frustriert den Mannschaftsarzt.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Die Meldung erstaunt: Als sich die ZSC Lions im November erstmals in Quarantäne begaben, waren vier Spieler positiv auf Covid-19 getestet worden. Diesmal nun spricht der Klub von dreizehn Fällen. Zwölf Spieler plus der Trainer Rikard Grönborg. Alle scheinen glimpflich davongekommen zu sein, sie hatten nur milde oder zum Teil gar keine Symptome. Wie aber konnte ein Klub, der keine Mühen scheut, dieses Virus abzuwehren, auf einmal zu einem regelrechten Corona-Cluster werden?

    Gibt es ein Risiko auf dem Eis?

    Zwei Tage nach dem Spiel Lugano - ZSC Lions (28. November) gingen die Tessiner mit diversen positiv Getesteten in Quarantäne. Am selben Tag spielten die Zürcher den Cup-Viertelfinal in Langenthal. Der Schwede Marcus Krüger fehlte, weil er sich krank fühlte. Am Tag nach dem Cup-Match fühlten sich weitere Spieler unwohl, dann kam die Quarantäne. Die Vermutung liegt nahe, dass das Virus während des Spiels in Lugano übertragen wurde. Was bei dieser Argumentation aber stutzig macht, ist der Umstand, dass es so auch die Langenthaler hätte erwischen müssen. Sie seien von den Lions sofort informiert worden, sagt der Sportchef Sven Leuenberger. Doch Langenthal blieb von einer Quarantäne verschont.

    Gery Büsser steht vor einem Rätsel. Er ist der langjährige ZSC-Mannschaftsarzt, Chefarzt Sportmedizin und Leiter des Swiss Olympic Medical Center an der Zürcher Schulthess-Klinik sowie Teil der Corona-Task-Force des Schweizer Eishockeys: «Man weiss nicht, wie die Übertragungen geschehen konnten. Es ist so schwierig, dies nachzuweisen. Wir machen wirklich viel, aber wir müssen alle nochmals über die Bücher.» Übertragungen auf dem Eis gelten als eher unwahrscheinlich, weil die Kontakte zeitlich sehr kurz sind. Aber unwahrscheinlich heisst nicht unmöglich. Ein Risiko ist die Spielerbank. Von der Netto-Spielzeit von 60 Minuten verbringen die Spieler dort 40 Minuten und mehr, die Unterbrechungen nicht eingerechnet. Die Zürcher haben extra mobile Plexiglaswände aufgestellt, eine Idee Büssers. Die zusätzliche Barriere soll die Ausbreitung des Virus behindern.

    Im Bus herrscht Maskenpflicht, er ist doppelstöckig, mit topmoderner Klimaanlage. Auch im Trainingszentrum, genannt Olymp, sind die Regeln streng. Die Garderobe verteilt sich auf drei Räume. Jeder verhalte sich so, als ob er hochinfektiös wäre, erläutert Büsser. Dazu sind 20 UV-Strahler in den Garderoben, im Kraftraum und im Trainer-Büro aufgestellt worden, die Viren abtöten. Die gemeinsamen Essen vor und nach den Spielen finden nicht mehr statt. Die meisten Spieler lassen sich ihre Mahlzeiten einpacken. Im Privatleben gilt für die Spieler, die Kontakte auf das Minimum zu reduzieren. «Und das tun sie auch», sagt Büsser. «Das ist nicht einfach, es sind junge Leute.»

    Der Zürcher Arzt macht kein Hehl aus seiner Gemütslage: «Ich bin schon frustriert, das muss ich sagen. Man meint, man macht so viel. Und alle ziehen mit. Aber ich glaube auch nicht, dass wir einen Systemfehler haben. Es ist einfach Covid. Punkt. Es verhält sich so unberechenbar, wie wir es nicht mögen. Wir wollen ja gerne alles kontrollieren.»

    Aufgeben ist keine Option

    Wenn selbst umfangreiche Schutzmassnahmen einen Massenausbruch des Virus nicht verhindern, wäre es dann nicht am besten, den ganzen Aufwand zu vergessen und eine Durchseuchung der Mannschaft einfach zuzulassen? Schliesslich handelt es sich um gesunde, junge und durchtrainierte Leute. Büsser winkt ab. «Das würde ich nicht empfehlen. Da wäre ich als Arzt fehl am Platz. Es gibt auch schwere Fälle. Man muss wissen: Wenn jemand drei, vier Wochen mit dieser Krankheit kämpft, dann ist die Saison praktisch vorbei. Man kommt nicht mehr an das beste Leistungsniveau heran. Man darf Covid nicht unterschätzen. Es kann jeden auf die Intensivstation holen. Wirklich jeden.»

    Aufgeben ist für Büsser keine Option: «Jetzt, kurze Zeit vor einer möglichen Impfung, müde zu werden, wäre verheerend.» So bleibt den ZSC Lions nichts übrig, als zu überlegen, wo sie ihr Verhalten verbessern können. Und der Massenausbruch hat letztlich auch eine positive Seite. 16 Spieler und der Trainer sind bisher vom Virus heimgesucht worden. Damit sind die Zürcher schon ziemlich durchseucht, ohne bisher erkennbar gravierende Folgen. Beim nächsten Mal wird es sie wohl weniger hart treffen.

    Und das nächste Mal wird kommen. Ein Eishockeyteam besteht mit Trainern und Staff-Mitgliedern aus rund 30 Personen. Auch mit begrenzten Kontakten in den Familien und Freundeskreisen kommt täglich einiges an Risikopotenzial auf engem Raum zusammen. Solange die Fallzahlen im Land hoch bleiben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Virus dieses Team wieder in eine Quarantäne zwingt. Oder ein anderes.

    lässig dass hüt Rundi isch & ich han im sihf am Namittag irgendwie nüt devo gseh...

    Gäll!:mrgreen:

    Han schnell wele im Blick CL Resultat checke und gseh das no paar Hockey Spiel git:shock:Daffos schiint würklich sackschwach si...da hilft au de:oldie:nöd

    Was auch noch interessant ist dass einige Teams erwaegen Spiele outdoors zu halten, entweder in Baseball oder Soccer Stadien. Die Idee ist dass in Outdoor Stadien frueher Zuschauer erlaubt sein werden als Indoor.

    Ist von Staat zu Staat unterschiedlich! In Florida können sie wenn sie wollen, die Everblades könnten das Stadion füllen, lassen aber nur eine gewisse Zahl rein. Die Bucs lassen immer knapp 16'000 pro Spiel rein. Die 49ers spielen nun in Arizona da es bei ihnen generell verboten ist zu spielen.....bin gespannt ob Tampa und die Panthers vor Publikum spielen können!