Heimpremiere der ZSC Lions
Ein Abend unter Maskierten
Die Eishockeyaner machen den Anfang punkto Grossveranstaltungen im Kanton Zürich. Auch Sicherheitsdirektor Mario Fehr nimmt einen Augenschein unter 5000 im Hallenstadion.
Simon Graf (TA)
«ID, Ticket, QR-Code, alles dabei?», fragt eine jugendliche Sicherheitskraft den Reporter, der sich dem Hallenstadion nähert. Es ist 18.30 Uhr, über eine Stunde vor Matchbeginn, jetzt heisst es: Maske auf! Nicht nur im Stadion, auch rundherum ist sie Pflicht. Wer sie vergessen hat, kann eine Chirurgenmaske für einen Franken kaufen. Via Lautsprecher werden die Wartenden immer wieder an die Maskenpflicht erinnert. «Über die Nase, über den Mund, dann bleibst du gesund», kalauert der Speaker.
Vor dem Stadion herrscht eine friedliche Atmosphäre, auch als die Schlange vor den Eingängen gegen 19 Uhr länger wird. Und die Aerosole wehen im Wind. Auch Sicherheitsdirektor Mario Fehr hat sich unters Volk gemischt. Zusammen mit Bruno Keller, dem Kommandanten der Kantonspolizei, nimmt er einen Augenschein beim ersten Zürcher Grossanlass seit Aufhebung der 1000er-Beschränkung.
Fehr ist angetan von der Disziplin vor dem Eingang.«Deshalb kann das bei uns funktionieren», sagt er. «Die Leute halten sich an die Vorgaben.» Es hilft, dass in Zürich seit über einem Monat auch Maskenpflicht in den Geschäften herrscht, man sich daran gewöhnt hat. Fehr trägt eine ZSC-Stoffmaske, die er als Willkommensgeschenk erhalten hat. Diese ist der Renner im Fanshop, kostet zwölf Franken pro Stück.
Bereitet es dem Sicherheitsdirektor angesichts einer solchen Massenveranstaltung nicht Sorgen, dass die Fälle zuletzt so angestiegen sind in Zürich? «Das 14-Tage-Mittel ist 65. Das ist nicht hoch. Wir hatten jüngst einfach einen Anstieg der Fälle wegen eines Ausbruchs in einem Club und in einer Asylunterkunft.» An den Lions und dem Hallenstadion ist es nun, dafür zu sorgen, dass es beim Hockeyspiel nicht zu einem Cluster kommt.
Anders als in Bern wird den Zuschauern hier vor dem Eingang nicht das Fieber gemessen. Aber Spotter schauen, ob jemand offensichtliche Covid-19-Symptome aufweist – und würden diesen dann zum Stadionarzt zur Kontrolle schicken. Im Foyer, wo sonst verpflegt und diskutiert wird, wurden alle Tische weggeräumt. Hier darf man nichts abstellen und nicht verweilen. Und wer einmal im Stadion ist, kann den ganzen Abend nicht mehr hinaus, um Luft zu schnappen. Wer die Arena einmal verlassen hat, kommt nicht mehr rein.
Als die ZSC Lions um 19.43 Uhr aufs Eis laufen, werden sie mit viel Geklatsche empfangen. Die Eishockeyfans werden zum Theaterpublikum. Erst als die Löwen ab dem Mitteldrittel ihres zweiten Spiels in der Saison ankommen, wird es lauter. Immer öfter hört man das zischende «Zett Ess Cee». Das Publikum verteilt sich gut über die ganze Halle, die Logen hoch oben sind fast alle leer. Eine Firma kann es sich momentan nicht leisten, Kunden an ein Event einzuladen, bei dem das Risiko einer Covid-19-Ansteckung besteht.
Der Stadionspeaker bedankt sich bei 7243 Zuschauern. Knapp 5000 dürften tatsächlich im Stadion sein. Zahlreiche Saisonkarten-Besitzer wollten einmal abwarten. Die Maskendisziplin ist aber gut, und die Sicherheitsleute schauen genau hin. Ein junger Fan, der stets an seinem
knabbert und die Maske immer wieder hoch und runter schiebt, sieht plötzlich zwei Zweimeter-Männer neben sich. Sie nehmen ihn mit in den Umgang, um zu erklären, dass das so nicht geht. Ein paar Minuten später kehrt er zurück und vermittelt seinen Kollegen gestenreich, was ihm mitgeteilt wurde.
Vorwitzige Radioreporter
Auch der Reporter des Radio Freiburg und dessen Experte Paul-André Cadieux werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Maske auch während des Kommentierens nicht nach unten schieben dürfen. Sie gehorchen. Eine Chirurgenmaske dämpft ihren Enthusiasmus nicht. Selbst in der 59. Minute, als die Partie längst entschieden ist, beben ihre Stimmen bei Angriffen Gottérons.
Grössere Zwischenfälle bleiben aus, auf wie neben dem Eis. Als ZSC-Coach Rikard Grönborg später zum Interview erscheint, nun mit Maske, spürt man, wie gut ihm dieser Abend getan hat. Nicht primär wegen des 5:2 gegen Fribourg, sondern weil er eine behutsame Annäherung an die Normalität war. «Natürlich ist es ungewohnt, dass alle Leute Masken tragen. Aber es war wunderschön zu sehen, wie sie da waren, ihre Energie zu spüren», sagt er. Und auch wenn es hinter der Maske nur schwer zu erkennen ist: Der Schwede hat nasse Auge
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Mein Senf: Die Scharia Wächter nerven und ich bin mir nicht sicher ob in Zukunft mehr Leute kommen, denke eher weniger! Man muss schon ein Hard Core Fan sein unter diesen Bedingungen. Just my two cents.