Beiträge von Larry

    Was ich bei uns in der SLA nicht stimmig finde, ist die Tatsache, dass Du mit einem Studenten/Lehrling/AHV/IV Ticket reinkommst, auch wenn Du nicht in diese Kategorie fällst. Es gibt anscheinend keinerlei Kontrolle beim Eingang (habe noch nie eine gesehen, bzw. davon gehört).

    Ich kann mir vorstellen, dass es beim Bezug einer SK anders aussieht und man das belegen muss, anschliessend ist aber Tür und Tor geöffnet für Betrug. Finde ich als "Vollzahler" nicht fair.

    Die AHV SK macht einen anderen Ton beim Abbuchen so das die am Eingang darauf aufmerksam werden. Habe sie schon an jüngere weitergegeben und die wurden dann prompt abgelehnt.

    Vancouver wird die PO's zu 99% verpassen, aber Pius spielt um einen neuen Vertrag, und Tore helfen da.

    Scheinbar will Vancouver nicht mehr Kohle für Pius aufwerfen, aber er wird wohl einen neuen Vertrag kriegen, wo auch immer.

    How Much Would It Cost The Canucks To Re-Sign Pius Suter?
    Once the season is complete, a big talking points surrounding the Vancouver Canucks will be the re-sign price of pending free agent Pius Suter. The 28-year-old…
    thehockeynews.com

    Die ZSC Lions gewinnen zurzeit alles – weil sie beim Nachwuchs Phantastisches leisten

    Niemand im Schweizer Eishockey bildet mehr Profispieler aus als die ZSC Lions, auf allen Nachwuchsstufen sind sie Meister. Im Play-off-Halbfinal gegen Davos ernten die Zürcher nun die Früchte ihrer Ausbildungsarbeit.


    Nicola Berger, Zürich (NZZ)


    Auch den Stürmerstar Sven Andrighetto haben die ZSC Lions selbst ausgebildet.

    Es ist Frühling in Zürich, und eigentlich gäbe es für die Touristen ein besseres Fotosujet als die Kirschblüten beim Landesmuseum und an der Gasometerstrasse. Denn wenig gedeiht derzeit so prächtig wie die Organisation der ZSC Lions, die gerade im Begriff ist, Geschichte zu schreiben. Und sich in Zürich zumindest sportlich als Nummer 1 unter den Profiklubs zu etablieren.


    Am Sonntag krönte sich die U-20-Equipe vor 5300 Zuschauern in Biel zum Champion. Es war der vierte Titel für die ZSC/GCK-Organisation, ihre Teams triumphierten von der U-15 bis zur U-20 auf allen Stufen. Schon jetzt ist die Saison 2024/25 für den ZSC geschichtsträchtig – eine vergleichbare Dominanz hat es im Schweizer Eishockey noch nie gegeben.


    Sie hat System. Und muss für die ZSC-Chefetage besonders süss schmecken, nachdem der Klub zwischen 2019 und 2023 auffallend wenig aus seinen üppigen Möglichkeiten gemacht hatte. Nachdem der ZSC 2023 im Play-off-Halbfinal von Biel vorgeführt worden war – 0:4 Siege –, versuchte der CEO Peter Zahner die Gemüter mit der Erwähnung zu beruhigen, dass unter anderem doch die U-17 Dritte geworden sei. Von solchen Verrenkungen ist der ZSC heute weit weg. Mit dem hoch verdienten zehnten Meistertitel von 2024 sind der Stolz und die Selbstsicherheit in die Organisation zurückgekehrt.

    43 in der National League beschäftigte Profis haben in der ZSC-Organisation gelernt

    Das Fanionteam könnte mit einem Doublegewinn auch im Profibereich eine Saison für die Ewigkeit abliefern. Im Februar triumphierte der ZSC in der Champions Hockey League. Und in der National League fehlen nach dem ungefährdeten 3:0 in der fünften Partie der Play-off-Halbfinalserie gegen Davos vom Dienstagabend nur noch fünf Siege zum zweiten Meistertitel in Folge.

    Es sind zwei Dinge, die untrennbar miteinander verbunden sind: die gigantische Nachwuchsabteilung mit über 1000 Junioren und Juniorinnen – und die Meriten auf höchster Stufe, wo es dem ZSC an nichts fehlt, weder an Geld noch Qualität.

    Aus dem jetzigen Kader haben die Zürcher 14 Spieler selbst ausgebildet, unter ihnen Stars wie Sven Andrighetto, Denis Malgin und Dean Kukan. Generell bildet niemand so viele Profispieler aus wie der ZSC: 29 ehemalige ZSC-Junioren stehen bei anderen NL-Klubs unter Vertrag. Ebenso viele sind es in der Swiss League.

    Mit Kevin Fiala, Philipp Kurashev, Jonas Siegenthaler und Pius Suter hat es ein Quartett in die NHL geschafft. Ein Sextett ist im übrigen Ausland aktiv, zwischen Schweden und Ungarn. Für alle bei anderen Schweizer Klubs unter Vertrag stehenden Akteure kassiert der ZSC Ausbildungsentschädigungen in Form von Lizenzgebühren.

    Die enorme Fülle an Spielern kostet den ZSC auch einiges. Mit den GCK Lions unterhält er als mittlerweile wieder einziger NL-Klub ein eigenes Farmteam. Der Klubbesitzer, Präsident und Mäzen Walter Frey kommt für die Kosten von knapp 3 Millionen Franken pro Saison auf, anders wäre das Budget nicht zu stemmen. Es ist nicht wenig Geld, aber der ZSC zehrt in diesen Tagen einmal mehr von Freys Investment: Am Dienstag war es der Stürmer Willy Riedi, der den Siegtreffer erzielte. Riedi, 26, absolvierte über hundert Partien in der Swiss League; bei GCK konnte er über Jahre in Ruhe reifen, ehe er zum ZSC aufstieg.

    Es gibt viele dieser Beispiele, und das in der Anonymität von Küsnacht agierende Farmteam ist auch ein Spielerreservoir von unschätzbarem Wert; es unterfüttert das Zürcher Luxuskader. Die Kadertiefe des ZSC ist unerreicht; mit Beförderungen aus Küsnacht wurden etwa die langfristigen Ausfälle der Stammkräfte Dario Trutmann und Denis Hollenstein kompensiert. Der ZSC-Sportchef Sven Leuenberger sagt: «GCK ist der Schlüssel für den Erfolg unseres Konstrukts.»

    Die ZSC-Fans haben derzeit viel zu jubeln, schon jetzt ist die Saison 2024/25 geschichtsträchtig – eine vergleichbare Dominanz hat es im Schweizer Eishockey noch nie gegeben.

    Der Cheftrainer Marco Bayer sammelt fleissig Argumente für eine Weiterbeschäftigung

    Für das Votum für den erfahrenen Manager spricht nicht zuletzt der Umstand, dass auch der gegenwärtige Coach die Pyramide hochgezogen wurde: Als im Dezember der Trainer Marc Crawford aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, rotierte der ZSC einfach den GCK-Trainer Marco Bayer nach Altstetten.

    Es gab Kritiker, die Bayer absprachen, über genügend Format für diesen Prestigejob zu verfügen. Jetzt fehlt ihm noch ein Sieg zum Finaleinzug. Gepaart mit dem Triumph in der Champions Hockey League, sind das nicht die schlechtesten Argumente für eine Weiterbeschäftigung Bayers.

    Im ZSC stimmen die Perspektiven nicht nur für ihn. Leuenberger spricht davon, dass die derzeitigen U-15- und U-17-Jahrgänge «aussergewöhnlich gut» seien. Selbstverständlich ist das keine Garantie dafür, dass in fünf, sechs, sieben Jahren am Flughafen Zürich der nächste NHL-Export von seiner Familie mit weissen Taschentüchern in Richtung Übersee verabschiedet wird. Oder dass daraus der nächste Mathias Seger erwächst.

    Aber die nächste Generation befindet sich auf dem Weg. Und der ZSC wird auch dann gewillt sein, im Kader der ersten Mannschaft Platz zu schaffen, um sein Kollektiv zu erneuern. «Das Ziel ist, dass wir stets um die zehn intern ausgebildete Spieler im Team haben. Wenn wir uns zwischen zwei qualitativ gleichwertigen Jungs entscheiden müssen, wird unsere Wahl immer auf den eigenen Spieler fallen», sagt Leuenberger.

    Der ZSC operiert seit vielen Jahren mit dieser Politik, dieser Maxime. Aber selten hat es rund um das ZSC-Biotop so farbenfroh geblüht wie in diesem milden Zürcher Frühling.

    Gretzky: 894 G / 1963 A / 2857 P

    Ovi: 894 G / 724 A / 1618 P

    Ausserdem wurden die 46 G / 64 A aus seiner einen Saison in der WHA (u.a. Oilers) nicht gezählt obwohl die Oilers in die NHL gewechselt haben.

    Aber welche 16-18 Teams sollen das denn sein?

    Die Teams die unten sind haben das Geld gar nicht für die NL!

    Visp hat es im Prinzip nicht, Basel hat es nicht (darum Verzicht auf Aufstieg), Olten hat aufgegeben, Langenthal ist lieber abgestiegen.

    Die NL ist zwei Teams zu gross aber diese Dummheit wird man nicht mehr korrigieren können, zuviele Teams würden aus Angst vor einem Abstieg Nein stimmen.

    Ein paar Jahre noch und die Teams in der SL sind finanziell erledigt, dann wird es eine grosse Amateurliga werden ev. mit zwei Gruppen wo der Nachwuchs für die NL ausgebildet wird.

    Und das ist gut so!

    Auch einer meiner Lieblinge.

    Meinst du wirklich, er ist (derzeit) reif für NHL? Ich habe den Eindruck, er ist "zu leicht" und in der CH auch "zu wenig dominant". So kommt er doch in NA nicht an; oder?

    Er ist nur 178 / 5'10", bei den Panthers ist nur Neuzuzug Brad Marchand mit 5'9" kleiner, aber der ist der Giftzwerg in Person.

    Ich sehe das wie bei Malgin schon als Problem, doch.

    Der Zwergenaufstand in der NHL ist längst beendet, die NHL ist eine Copycat Liga, seit Vegas und die Panthers mit physischem Spiel Erfolg hatten wird wieder vermehrt auf grosse Spieler gesetzt.

    Ob's Rohrer wirklich in der NHL schafft? Wird auf jeden Fall spannend. Noch sehe ich ihn nicht in einem NHL Team. Das habe ich aber bei Siegenthaler auch gedacht, also ist meine Meinung da nix Wert.

    Larry, wie siehst du das?

    Sehe es wie SL: Wird schwer! Er ist wie Malgin einer der in den Linien 1-2 spielen müsste was aber im aufstrebenden Montreal sehr schwierig werden wird. Falls dies nicht klappt müsste er es machen wie Pius der sich erfolgreich zum 3-4 Linien Spieler gewandelt hat.

    Ich werde ihn vermissen! Einer meiner Lieblingsspieler beim ZSC!

    Anderseits werden wir vermutlich in 10 Jahren zurückschauen und sagen - so ein Team werden wir nie mehr haben, eine goldene Generation. Wegen dem Ukraine Krieg die besten Ausländer, die wir je hatten, 4 Schweizer, die aus der NHL zurückkamen, davon 3 im absolut besten Hockeyalter. Dazu mit Rohrer noch einer, der früher oder später in der NHL landet. Gut möglich, dass wir vorher und nachher nie mehr so ein gutes Team haben. Von dem her kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass wir in 3 Jahren und 1 Monat zurückschauen, und sehen, dass wir 4 der letzten 5 Meistertitel geholt haben und mit der goldenen Generation eine kleine temporäre Dynastie aufgebaut haben.

    Sehe das gleich. Der Final gegen Lausanne war das beste Hockey das die Schweiz je gesehen hat, und das sagt einer der seit Jahren jedes Spiel der besten Mannschaft auf dem Planeten verfolgt hier in Florida. Ziel muss sein nicht nur alle paar Jahre mal Meister zu werden wie bis anhin sondern 3-4 Titel in Folge, eine Dynastie. Nur das hatten wir noch nicht. Alles andere, auch der CHL Titel, sind bloss Wiederholungen.

    Ja, Visp wäre mindestens mal von der Infrastruktur her sicher eine Bereicherung für die Liga. Auch Auswärtsspiele nach Visp wären nicht zu verachten...

    Aber finanziell und sportlich würde ein Aufstieg in die NLA dann doch einiges mit sich bringen. Ob dies in Visp konstant möglich wäre, ist eine andere Sache und für mich eher schwer vorstellbar.

    Nun, zuerst muss jetzt mal gespielt werden und dann schauen wir mal. An Ajoie wird Visp nicht so leicht vorbeikommen.

    Visp....da war ich mit dem ZSC mal zu NLB Zeiten.....war noch ne offene Eisbahn damals......die Anreise im Winter mit Autoverlad eine Weltreise!

    Fand, dass Davos uns diese Saison bisher nicht so gut lag. Wir hatten jeweils Mühe. Wird eine sehr harte Serie werden!

    3 von 4 Spielen verloren, und Daffos ist heiss gelaufen.

    Als der Z 5 Minuten vor Schluss plötzlich musste da haben sie (doch noch) geliefert.

    Ob das auch gegen Daffos klappt?

    Man wird sehen!:nixwiss:

    ich bin eigentlich "pro Zumbi", denke aber, dass wir damit ein falsches Signal senden, wenn Hrubi draussen bleibt. So à la Arroganz und wir nehmen sie nicht mehr ernst.. Deshalb Hrubi drinlassen und Grant eine Pause gönnen.

    Kein vernünftiger Coach wechselt ohne Not in den PO's den Goalie.

    Genie oder Grössenwahnsinniger? FCZ-Sportchef Milos Malenovic ist die umstrittenste Figur im Schweizer Fussball

    Er war ein hochbegabtes Kind, ein mächtiger Spielerberater und hat bei mehreren Klubs für Unruhe gesorgt. Der 40-Jährige gilt als schnell und brillant, aber auch als manipulativ und skrupellos.

    Fabian Ruch (NZZ)

    Diese Geschichte hat eine lange Vorgeschichte. Am 2. Oktober 2023 wurde Milos Malenovic als Sportchef des FC Zürich vorgestellt – nachdem er bereits mehrere Monate parallel zu seiner Arbeit als Spieleragent ein Beratermandat im Klub ausgeübt hatte. Bald eineinhalb Jahre später ist beim FCZ nichts mehr, wie es war.

    Milos Malenovic hat den Betrieb auf den Kopf gestellt, es gab über fünfzig personelle Wechsel. In Dutzenden von Gesprächen mit Direktbetroffenen kristallisiert sich das Bild eines Mannes heraus, der direkt, zuweilen radikal und immer sehr von sich überzeugt seinen Weg geht.

    Der FC Zürich ist heute der FC Malenovic. Der 40-Jährige hat in der Vergangenheit die Entwicklung bei mehreren Vereinen beeinflusst. Die Muster glichen sich: Malenovic gewinnt in einem führungsschwachen Klub an Einfluss, es gibt Unruhe, Malenovic zieht weiter. So war das bei Ajax Amsterdam, bei GC, beim FC Biel.

    Wie wird es beim FCZ?

    Beim FC Zürich ist Malenovic als Sportchef erstmals offiziell an der Klubmacht. Von einem «Klima der Angst» im Betrieb berichteten unabhängig voneinander in den letzten Monaten viele interne Quellen. Sie sprachen davon, wie dominant Malenovic in stundenlangen Sitzungen auftrete, sie beschrieben Lügen, falsche Versprechen und Einschüchterungen. Als er zu seiner ersten Sitzung mit allen Angestellten im Nachwuchsbetrieb erschien, sollen seine ersten Worte gewesen sein: «Wem es nicht passt, der kann gehen. Ich habe über fünfzig Bewerbungen.» Auch langjährige, verdienstvolle und beliebte Mitarbeiter wie Heinz Russheim, Leiter der FCZ Academy, oder Klublegenden wie Daniel Gygax verliessen den Verein, Letzterer nach sieben Jahren als Jugendtrainer.

    Niemand will öffentlich reden

    Die Insider, frühere und heutige Angestellte, erzählten beispielsweise, wie der Sportchef alle Aufstellungen bis hinunter in die U 15 diktiere, wie er Trainings leite und Trainer massregle, alle Details bestimme und Menschen austausche, als seien sie Schachfiguren. Es sind nicht ein, zwei Geschichten von ein, zwei Personen, es sind zehn, zwanzig Geschichten von zehn, zwanzig Personen, stets bezeugt von mindestens zwei Quellen. Öffentlich reden möchte auch jetzt niemand darüber. Das Fussballgeschäft ist klein, man kennt sich, es bestehen Abhängigkeiten, manche stehen dem Sportchef nahe, andere haben Angst.

    Und die Frage an Milos Malenovic lautet: «Gehen Sie wirklich so rücksichtslos vor?»

    Milos Malenovic sitzt in einer Zigarrenlounge in einem edlen Hotel im Zürcher Seefeld. Über drei Stunden dauert das Gespräch mit ihm. Malenovic ist freundlich und jovial, schnell und scharfsinnig. Er spricht von seinen Kindern, von seiner Frau, über seine Erziehung, und man muss aufmerksam sein, um mithalten zu können.


    Er ist ein faszinierender Erzähler und ein brillanter Verkäufer – und er ist bereit, zu jedem Vorwurf Stellung zu nehmen. Ruhig, souverän. Er sagt: «Unsere Entwicklung stimmt. Wir haben viele Bereiche neu und professionell aufgestellt.» Dabei sei es doch normal, dass Menschen unzufrieden seien, die nicht mehr beim FCZ arbeiten dürften. «Im Fussball wird viel hintenrum gesprochen. Das muss man aushalten können.» Er sagt, dass alle die Chance erhalten hätten, sich zu beweisen. «Wer unsere Philosophie nicht mitträgt oder nicht leistungsbereit ist, hat aber bei uns keine Zukunft.»

    Malenovic vermittelt den Eindruck, dass er die grossen Linien zeichne und auch verantwortlich für den Nachwuchs sei. Er kennt sich schliesslich im internationalen Fussball aus und will den FCZ Schritt für Schritt in einen Klub wie Ajax Amsterdam verwandeln: Ausbildung von Talenten, Ablösesumme generieren, wachsen, Titel gewinnen. Dabei müsse einer entscheiden, und er lässt keine Zweifel offen, dass er über genügend Kompetenz verfügt, um auch Trainings zu leiten, Einwechselspieler in der Super League zu instruieren, Trainer zu coachen, in allen relevanten Fragen das letzte Wort zu haben. Trainerdiplom? Hat Malenovic nicht. Braucht er nicht.

    Genie? Oder Grössenwahn?

    Im Sessel der Zigarrenlounge gibt Malenovic einem das Gefühl, im Moment gerade der wichtigste Mensch in seinem Leben zu sein. Obwohl danach auf seinem Smartphone derart viele Anrufe und Nachrichten auf eine Antwort warten, dass einem schwindlig werden kann. Er ist charmant, neugierig, schlagfertig, hat sich vorbereitet, ist alles andere als herablassend.

    Menschen, die mit dem Spielerberater Malenovic zusammengearbeitet haben, erzählen von dessen Schnelligkeit und Geradlinigkeit, von Intelligenz und Raffinement, von Fleiss und harter Arbeit, aber auch vom manipulativen Charakter und davon, wie geschickt Malenovic darin sei, Schwächen und Unsicherheiten auszunutzen und sich der Situation anzupassen. Er sei gefährlich brillant. Und grenzenlos ehrgeizig.

    Ein Wunderkind mit Ambitionen

    Nachdem seine Karriere als Spieler wegen Verletzungen mit 26 Jahren zu Ende gegangen war, baute Malenovic die erfolgreiche Spieleragentur Soccer Mondial auf. Er spricht von 300 Tagen, die er teilweise pro Jahr auf Reisen gewesen sei. Am Morgen in Madrid, am Mittag in London, am Abend in Moskau. Und umgekehrt.

    Wenn man mit Malenovic geredet hat, kann es sein, dass man ziemlich beeindruckt ist. So lässt sich unter anderem erklären, warum die FCZ-Besitzer Heliane und Ancillo Canepa ihren Klub bei Malenovic in besten Händen sehen und bei jeder Gelegenheit betonen, wie grossartig die Arbeit des Sportchefs sei. Sie vertrauen ihm total. Und Malenovic, sagen seine Kritiker, sorge dafür, dass nur er engen Kontakt zu den Canepas habe, es erinnere sie an die Enkeltrick-Masche – selbst der Verwaltungsrat sei über vieles nicht informiert.

    Halten zusammen: Milos Malenovic (l.) und der FCZ-Präsident Ancillo Canepa.

    Zum Beispiel letztmals beim Transfer des ehemaligen französischen Nationalspielers Benjamin Mendy. Die üble Vorgeschichte des Fussballers wurde nicht überprüft, obwohl einmal googeln gereicht hätte, um zu erkennen, dass dieser Transfer für riesigen Ärger sorgen wird. In Malenovics Augen ist Mendy geläutert, nachdem der Fussballer mangels Beweisen vor Gericht von mehreren Vergewaltigungsvorwürfen hatte freigesprochen werden müssen.

    Ein Gerücht hält sich hartnäckig: Es soll mindestens eine mündliche Absprache geben zwischen den Canepas und Malenovic, wonach der FCZ irgendwann an den Sportchef verkauft werde. Die Beteiligten dementieren das mit Vehemenz. Malenovic sagt, er habe einen Vierjahresvertrag als Sportchef unterschrieben. Dabei setzt er stark auf Datenanalyse, arbeitet modern, ist ausgezeichnet vernetzt, installiert Fachkräfte mit Vergangenheit in Amsterdam oder Salzburg. Und wenn er einem ausführlich erklärt, wie seine Philosophie genau aussieht, hört sich das smart an. Es läuft sportlich nicht perfekt, aber die Ausrichtung ist erkennbar. Der FCZ will Talente wie Junior Ligue fördern, die Achse wird besetzt durch Führungsspieler wie Steven Zuber, einen früheren Fussballer von GC.

    Milos Malenovic scheut das Risiko nicht, das fällt in der beschaulichen Schweiz auf. Er hat aber auch eine einnehmende Seite. Wenn er sich wohlfühlt, spricht er gerne über sein Leben, die Kindheit, über den strengen Vater, der ihm eigentlich nie das Gefühl gegeben habe, am Ziel zu sein. Disziplin sei sehr wichtig gewesen, kulturell bedingt auch, harte Arbeit, gute Schulnoten.

    Malenovic war ein hochbegabtes Kind, mit drei Jahren begann er Akkordeon zu spielen, der Fussball war seine Liebe, Schach die Leidenschaft. Er wollte, er musste überall der Beste sein, und er war oft der Beste, im Fussball, in der Musik, im Schach. Aber der Vater war nicht zufrieden. Selbst als Malenovic als Wunderkind des Akkordeons galt und einen Anlass mit weltweiter Ausstrahlung gewann. Er hätte ein Weltklasse-Akkordeonspieler werden können, aber er wollte ein Weltklasse-Fussballer sein.

    Fleiss, Cleverness, Ehrgeiz – das zeichnet Malenovic aus

    Malenovic sagt, er gehe mit allen Menschen respektvoll um. Dabei gibt es nicht nur diese Geschichte, die vom Internetportal Nau.ch publik gemacht wurde: Malenovic habe Giacomo Koloto an dessen 16. Geburtstag übel beschimpft, weil der FCZ-Jugendspieler zum FC Basel wechsle. Er sei ausgerastet und habe dem Jungen vor die Füsse gespuckt. Malenovic dementierte heftig, der Artikel verschwand von der Website – und ist heute online nicht mehr zu finden.

    Ist es dieser Anspruch, unbedingt der Beste zu sein, der Malenovic antreibt und es ihm nicht erlaubt, zu verlieren (und sei es nur einen jungen FCZ-Spieler an den FC Basel) oder ein konsensorientierter Mensch zu sein? Als Fussballer war er talentiert, Schweizer Nachwuchs-Nationalspieler, er war zielstrebig und spielintelligent, doch Verletzungen beendeten seine Karriere als Stürmer. Danach setzte er sich sehr jung als Berater durch – und gerade in diesem undurchsichtigen Geschäft hatte niemand auf ihn gewartet. Malenovic schaffte es. Er war die Nummer eins in der Schweiz. Er hatte es allen bewiesen.

    Warum sollte Milos Malenovic all das aufgeben, die Millionen, den Ruhm, die Reisen, und als Sportchef in der kleinen Fussball-Schweiz arbeiten – wenn er nicht die Zusicherung hätte, den FCZ einmal übernehmen zu können? Malenovic spricht von seinen kleinen Kindern, für die er mehr Zeit habe, wenn er nicht ständig im Ausland sei. Wobei er, das unterstreichen selbst Kritiker, immer noch sehr hart arbeitet.

    Fleiss, Cleverness, Ehrgeiz – diese Eigenschaften ziehen sich durch die Karriere von Milos Malenovic. Die renommierte niederländische Zeitung «NRC» beschrieb vor zwei Jahren in einer Geschichte über acht Seiten, wie Malenovic bei Ajax Amsterdam im Sommer 2022 ein Machtvakuum ausgenutzt und den Klub in Schwierigkeiten gebracht habe. Titel: «Wie Ajax in einen permanenten Zustand des Krisenmanagements geriet.» Untertitel: «Während des letzten Sommers lag die Transferpolitik von Ajax teilweise in den Händen eines umstrittenen Fussballagenten. Der Verein hatte nicht immer Einblick in die von ihm getroffenen Vereinbarungen.»

    Drei Klubs, dreimal Ärger

    Milos Malenovic war im Sommer 2022 der Berater des Ajax-Starspielers Dusan Tadic und des Ajax-Trainers Alfred Schreuder. Der Sportchef Marc Overmars, eine Klublegende, musste beim Amsterdamer Eliteklub gehen, weil er sich Frauen gegenüber ungebührlich verhalten hatte. Ajax versank im Durcheinander – da trat Malenovic aufs Parkett. Er tauchte gemäss «NRC» immer häufiger im Ajax-Trainingszentrum auf, überzeugte die Verantwortlichen und erhielt ein Mandat des orientierungslosen Klubs, um im Transfersommer im Namen von Ajax Gespräche zu führen und Deals zu machen – wobei er gleichzeitig als Berater mit seiner Agentur aktiv war. Ein Autor des Artikels sagt, diese Zusammenarbeit mit Malenovic habe Ajax richtig durchgeschüttelt.


    Oder GC: Dort begann Malenovic, ein früherer Grasshoppers-Junior, 2012 seine Karriere als Berater. Mit dem Captain Veroljub Salatic, seinem Klienten und Freund. Malenovic warb mit Unterstützung Salatics viele GC-Spieler ab. «NRC» konnte Dokumente einsehen, wonach Malenovic während sieben Jahren an mindestens 19 GC-Transfers beteiligt war und angeblich 6,6 Millionen Euro verdiente, wobei seine Provision in einigen Fällen mehr als 30 Prozent betrug – in der Branche sind 5 bis 10 Prozent üblich. «NRC» sprach mit vier ehemaligen GC-Führungskräften, zwei davon wurden dahingehend zitiert, dass Malenovic ein Intrigant sei, der GC Millionen Franken gekostet habe. Die zwei anderen sagten, der Einfluss des Beraters sei eine Folge der schwachen Klubführung gewesen.

    Malenovics Zeit bei GC endete im Streit, der Trainer Michael Skibbe warf Salatic hinaus. Die Grasshoppers warfen Salatic und Malenovic laut «NRC» einen «totalen Mangel an Loyalität» vor und forderten Malenovic auf, «seine Handlungen, die darauf abzielen, die Autorität des Trainers und des Vorstands zu untergraben», sofort einzustellen. Im Jahr 2020, nach einem Konflikt mit dem Verwaltungsrat, kündigte GC an, «jede Zusammenarbeit mit Malenovic zu beenden».

    Schliesslich der FC Biel: Malenovic erwarb sich 2015 das Vertrauen des Präsidenten Carlo Häfeli, der vom Europacup träumte. Der Zürcher Häfeli arbeitete eng mit Malenovic zusammen, und das «Bieler Tagblatt» beschrieb damals, wie sich der Berater im Klub bald wie ein Sportchef aufführte, viele seiner Spieler wie Antonio Marchesano beim damaligen Challenge-League-Klub unterbrachte, für den Verein Verhandlungen führte, unter anderem mit YB. Nach ein paar Monaten lag der FC Biel wirtschaftlich am Boden, er verlor die Lizenz. Jahre später wurde Häfeli wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Malenovic sagte damals, er habe dem Klub nur helfen wollen mit seinen Beziehungen.

    Viele Gerüchte – Malenovic lacht darüber

    Milos Malenovic ist einer, der auch einmal Grenzen ritzt, sie überschreitet, damit spielt. Wie im Fall Mendy. Damit ist er nicht allein im Fussball. Es kursieren einige Geschichten aus Malenovics Vergangenheit, die einem Mafiafilm entstammen könnten. Muss man das alles ernst nehmen? Die Fussballbranche ist schwatzhaft, Malenovic hat Neider, in gewissen Ländern sind die Regeln anders.

    Aber diese Geschichten können Eindruck hinterlassen und einschüchternd wirken.

    Um Malenovic ranken sich viele Gerüchte. Gegenwärtig wird erzählt, er habe sich mit seinem alten Kompagnon und Spielerberater Veroljub Salatic zerstritten, gleichzeitig wird behauptet, er arbeite immer noch eng mit früheren Mitstreitern zusammen und halte dort die Fäden zusammen. Kolportiert wird auch, Malenovic plane angesichts der Turbulenzen beim FCZ schon wieder den Ausstieg, seine ausländischen Investoren seien abgesprungen, er wolle zu Ajax Amsterdam wechseln.

    Malenovic lacht, wenn er diese Geschichten hört. Er sagt: «Die Arbeit beim FCZ hat doch gerade erst richtig begonnen.» Und es sei ihm ohnehin egal, was andere von ihm denken und über ihn sagen würden. So tritt er auf. Einerseits. Gleichzeitig wird er als eitel beschrieben, er lechze nach Anerkennung, heisst es. Kürzlich setzte er an einer Pressekonferenz zur umfassenden Medienschelte an, weil ihm die negative Berichterstattung nicht passt. Malenovic sagte unter anderem, er sei daran beteiligt gewesen, dass André Breitenreiter, der FCZ-Meistertrainer von 2022, damals nach Zürich gewechselt sei. Menschen, die das beurteilen können, schmunzeln darüber.

    In solchen Momenten ist Milos Malenovic wie ein Neureicher, der in der Elite ankommen will. Es geht immer um Resultate, Erfolg, Belohnung. Und vermutlich hat er lange davon geträumt, einen Fussballklub zu dirigieren. Nun will er den FCZ in die Zukunft führen, sportlich und wirtschaftlich. Im letzten Geschäftsjahr mussten die Canepas 7,5 Millionen Franken Verlust decken.

    Zerstörung oder Krönung des Canepa-Lebenswerks?

    Nach den vielen personellen Wechseln im Klub scheint Malenovic alles und alle im Griff zu haben. Der Captain und Torhüter Yanick Brecher sagte kürzlich im «Blick»: «Ich bin schon lange dabei und habe sehr viel erlebt beim FCZ – aber was in diesem Jahr unter Milos Malenovic im Verein passiert ist, gab es so in dieser Form noch nie. Überspitzt gesagt, werden wir jetzt erst richtig professionell.»

    Für Heliane und Ancillo Canepa sind es Aussagen, die beweisen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Sie haben sich oft lange für ihre Angestellten eingesetzt, was löblich ist – aber sie mussten auch schon feststellen, dass sie sich bei der Auswahl ihres Führungspersonals getäuscht haben.

    Der frühere Geschäftsführer Nick Gast etwa war im Unternehmen sehr unbeliebt, wurde aber von den Canepas geschützt, bis es wirklich nicht mehr ging, weil sogar die Fans mit Spruchbändern protestierten. In der Südkurve ist man derzeit gespalten, wie man mit der herausfordernden Entwicklung umgehen soll. Etwa mit den Zuzügen von Mendy und Zuber, die bei vielen Anhängern umstritten sind, oder den zahlreichen Wechseln im Betrieb.

    Irgendwann werden Heliane und Ancillo Canepa ihren geliebten Klub in jüngere Hände geben wollen und müssen. Wenn es mit Malenovic als Sportchef nicht klappt, stehen sie wieder vor einem «Change-Management», Imageschaden inklusive. Ein früherer Mitarbeiter des FCZ, dem Verein als Fan immer noch sehr verbunden, sagt, er habe Angst, dass die Canepas gerade ihr Lebenswerk zerstörten. Wenn man Milos Malenovic richtig verstanden hat, wird er das Lebenswerk der Canepas krönen.