Beiträge von Larry

    Blindenbacher: Es gibt ja die Initiative des Sponsorenclubs Club 21, der einmal im Jahr Ehemalige einlädt. Ich fand: Wenn wir von Oerlikon nach Altstetten ziehen, muss etwas passieren mit den Ehemaligen. Man kann nicht nur ihre Bilder an die Wand malen. Also suchte ich das Gespräch mit den Verantwortlichen des Club 21 und der ZSC Lions. Ich schrieb ein Konzept, schickte es Andri, Seger und Bühler. Ich definierte fünf Kriterien, die Spieler müssen drei davon erfüllen, damit sie in dieses Netzwerk aufgenommen werden. Wir haben mit dem ZSC abgemacht, dass sie uns für ein Qualifikationsspiel und nun für ein Viertelfinalspiel Tickets geben, damit wir uns am Match treffen können.

    Wie viele sind dabei?

    Blindenbacher: Ich glaube 48. Es reicht zurück bis 2000. Und dann haben wir noch acht verdiente Spieler aus der Steinzeit dazugenommen. Ich bin überzeugt, dass das megaviel Potenzial hat und für den ZSC auch vermarktungstechnisch wertvoll sein kann. Die Vergangenheit ist die Seele des Clubs.

    :applaus:

    Gute Sportchefs habe nur Ambri und Rappi (gemäss Forum). Weil beide aus den Möglichkeiten das Maximum herausholen.

    Vor allem Ambri….. :suff:

    Die zwei Pfeifen in Ambri haben es also tatsächlich geschafft sogar die Pre-Playoffs zu verpassen! Die Totalversager aus der Mario-Botta-Protzarena wo die Bratwurst 12 Stutz (!) kostet!

    Aber KZ hat schon ihre Absolution geschrieben.

    Für unsere GC Fans (Mushu Abschnitt Kilchsberger lesen!):

    Wenn die Grasshoppers trotz Krise immer ein Teil des Lebens sind – Andy Egli, Ciriaco Sforza und Roman Kilchsperger erzählen

    GC leidet unter der eigenen Geschichte. Heute steckt der Klub im Abstiegskampf, er hat keinen Präsidenten, und es herrscht Unklarheit, wie es mit den chinesischen Besitzern weitergeht. Was sagen zwei frühere Helden und ein prominenter Fan dazu?

    Stephan Ramming, Fabian Ruch04.03.2023, 05.00 Uhr (NZZ)


    Auf dem Weg zum Meistertitel 1984: Andy Egli (rechts) im Zweikampf mit dem Basler Martin Andermatt, im Hintergrund Kurt Jara.

    Auf dem Weg zum Meistertitel 1984: Andy Egli (rechts) im Zweikampf mit dem Basler Martin Andermatt, im Hintergrund Kurt Jara.

    Paolo Foschini / RDB / Getty

    Bei GC bleibt unklar, wohin die Reise gehen soll. Bill Pan, der Abgesandte aus der chinesischen Fosun-Zentrale, ist noch immer daran, sich in Zürich zuhanden der Besitzer ein Bild davon zu machen, was der zurückgetretene Statthalter Sky Sun hinterlassen hat. Der Vizepräsident András Gurovits wirkt bei Pan darauf ein, dass im Verein künftig «mehr Swissness, mehr Zürich, mehr GC» installiert wird.



    Spiel


    Stummschalten aufheben

    Wie die Besitzer reagieren, ist offen. Ein Präsident aus Zürich? Mehr Autonomie in der Operativen? Mehr Geld für Transfers? Oder doch ein Verkauf? Das Team schlittert zurzeit in Richtung Tabellenende.

    Doch die GC-Geschichte ist gross. Das zeigen Gespräche mit den ehemaligen Spielern Andy Egli und Ciriaco Sforza (der später auch Trainer war) und mit Roman Kilchsperger, einem bekannten GC-Fan.

    Andy Egli: Erinnerungen an violette Nötli

    Eine von acht Titelfeiern mit GC: Andy Egli, 1989.

    Eine von acht Titelfeiern mit GC: Andy Egli, 1989.

    Paolo Foschini / RDB / Getty

    In den erfolgreichen GC-Zeiten in den achtziger Jahren war Andy Egli eine Symbolfigur für die grossen, arroganten, reichen Grasshoppers, diesen «Bonzenklub», der in weiten Teilen der Schweiz als unbeliebt galt. Ausgerechnet Egli, Typ Gewerkschafter, sozialisiert in einem linken Haushalt, der im Leben immer wieder auffiel mit rebellischen Aktionen gegen das «Establishment», wie er es ausdrückt. Wer sich mit Egli länger über den Grasshopper-Club unterhält, spürt heute noch seine Ambivalenz jenem Klub gegenüber, mit dem er viermal Meister und viermal Cup-Sieger wurde.

    Im Alter von 20 Jahren stiess Egli 1978 vom viertklassigen FC Amriswil zu GC. Erstes Jahr: Stürmer. Zweites Jahr: Mittelfeldspieler. Drittes Jahr: Verteidiger – bis ans Karriereende. Egli war 1978 beim grossen Sieg gegen Real Madrid im Meistercup dabei (als Flügel!), verdiente in der ersten Saison 300 Franken Grundlohn im Monat, mit Prämien waren es rund 2000 Franken. Wenn Egli von den schönen Jahren bei GC erzählt, tut er das anschaulich.

    Er beschreibt, wie die Fans im Hardturmstadion keine zwei Meter von der Seitenlinie entfernt gestanden seien. Aber zur Wahrheit gehöre, dass es an den Spielen oft nur 4200, vielleicht einmal 5700 Besucher gehabt habe. «Vieles wird im Nachhinein verklärt», sagt Egli. Was aber stimme: «Der Hardturm gab der GC-Familie eine Heimat. Wir waren stolz, im Gegensatz zum FCZ ein richtiges Fussballstadion besessen zu haben.»

    Das Elitäre, das der Grasshopper-Club ausstrahlte, faszinierte und irritierte Egli zugleich. Was er an Auswärtsspielen an Beschimpfungen und Beleidigungen gehört habe, sei extrem gewesen, sagt Egli, es habe ihn aber motiviert. «Sorgen hatte der Klub kaum, es gab immer genug Geldgeber.» Im legendären «Donnerstag-Club» mit seinen vermögenden Mitgliedern sei jeweils ein Körbli herumgereicht worden, damit jeder ein paar violette Nötli habe hineinwerfen können. «Mit den Tausendernoten konnte wieder irgendetwas finanziert werden.»

    Im Mai wird Egli pensioniert. Er ist immer noch agil und in mehrere Projekte involviert; etwa als Scout für eine Spielerberatungsagentur, als Organisator von Legendenspielen für die früheren Nationalspieler oder als Trainerassistent der 4.-Liga-Frauen des FC Breitenrain. Nach seinem Abgang bei GC als Spieler sei er nur einmal für eine Tätigkeit im Klub angefragt worden, sagt er. Doch damals wollte er den Vertrag als Trainer des FC Luzern erfüllen.

    Egli kann anstrengend sein, das weiss er. Als er sich einmal bei GC angeboten habe, sei ihm vom damaligen Sportchef Erich Vogel beschieden worden, es gebe keine Verwendung für ihn. Noch immer verfolgt Egli GC, am letzten Sonntag war er bei der 0:1-Niederlage in Luzern im Stadion. Er sagt: «Es ist schade, was aus GC geworden ist.» Leider sei das Konstrukt des Klubs schief und die Identifikation der Fussballer mit dem Verein tief. Egli meint, es sei höchste Zeit, dass Legenden wie Ricardo Cabanas ins Management integriert würden.

    Ciriaco Sforza: Er sieht eine «Baustelle»

    Auf dem Weg zum Meistertitel: Ciriaco Sforza (Mitte) setzt sich 1991 gegen einen Xamax-Spieler durch.

    Auf dem Weg zum Meistertitel: Ciriaco Sforza (Mitte) setzt sich 1991 gegen einen Xamax-Spieler durch.

    Keystone

    Ciriaco Sforza ist auf einem Waldspaziergang, als er das Telefon abnimmt. Er sagt: «Kein Problem, ich rede gerne über GC.» Der Zufall will es, dass Sforza gerade den 53. Geburtstag feiert, sein Hund begleitet ihn. In den Jahren 2009 bis 2011 war Sforza Trainer der Grasshoppers, vor allem aber startete er 1986 seine Profikarriere als GC-Spieler – eine Laufbahn, die ihn nach Kaiserslautern brachte, zum FC Bayern München, zu Inter Mailand. Und er wurde Captain der Schweizer Nationalmannschaft.

    «Ich wusste, dass ich zum Topklub des Landes wechsle», sagt Sforza über jene Zeit, als er im zarten Alter von 16 Jahren vom FC Wohlen in den Hardturm kam. «GC war der Schweizer Spitzenverein schlechthin, man kannte damals vielleicht noch den FC Zürich, aber GC war die Topadresse.» Die Aufmerksamkeit der Medien und des Publikums habe er sofort gespürt, als er in Zürich angekommen sei.

    Sforza traf auf Nationalspieler wie Andy Egli, Raimondo Ponte, Marcel Koller oder Charly In-Albon, auf ausländische Stars wie Kurt Jara oder Viorel Moldovan. «Ich hatte Respekt vor all den Namen», sagt Sforza, «vor allem aber gab es eine Klarheit, worum es geht und was das Ziel ist im Klub: gewinnen.» Der damalige Präsident Karl Oberholzer habe das verkörpert. Sforza sagt über ihn: «Nur schon die Art und Weise, wie er an seinem Schreibtisch sass, strahlte das GC-Selbstverständnis aus.»

    Der Hardturm als Heimat der Grasshoppers habe eine wichtige Rolle gespielt. «Wir waren immer auch im Training in unserer Kabine im Stadion. Es war eng, das hat uns zusammengeschweisst», sagt Sforza. Wenn sie nicht im Förrlibuck trainierten, waren sie im Hardturm. Das habe viel zur Identifikation mit GC beigetragen, sagt Sforza. 1988 wurde er Cup-Sieger, 1991 Meister. Das fehlende Stadion sei keine Entschuldigung für die heutigen Schwierigkeiten von GC, findet Sforza, aber im Letzigrund fühle man sich «als Grasshopper immer etwas verloren und heimatlos».

    Sforza kann das beurteilen aus seiner Zeit als GC-Trainer. Die erste Saison beendete er im 3. Rang. «Wir hatten nicht viel Geld, aber alle im Klub wussten, was das Ziel ist: neben drei oder vier erfahrenen Spielern Junge ausbilden.» Namen wie Steven Zuber, Haris Seferovic, Izet Hajrovic oder Yann Sommer stehen für diese Philosophie. Sforza sagt, wenn alle am gleichen Strick zögen und die gleiche Sprache sprächen, dann sei Erfolg möglich. Das sei momentan nicht der Fall. «Wenn ich von aussen auf GC schaue, sehe ich eine Baustelle.» Sforza ist seit dem Engagement im FC Basel ohne Klub, zurzeit arbeitet er als TV-Experte.

    Er will nicht missverstanden werden und sagt: «Ob die Investoren aus China, aus der Schweiz oder anderswoher kommen, spielt keine grosse Rolle. Aber man muss nach innen und nach aussen klar kommunizieren, was die Philosophie ist und was man eigentlich will.»

    Der Spaziergang durch den Wald ist zu Ende. Sforza freut sich auf das kleine Geburtstagsfest mit der Familie.

    Roman Kilchsperger: Teddybär und Rüeblikuchen

    Mit dem Teddybären in den Hardturm: Roman Kilchsperger TV- und Radiomoderator.

    Mit dem Teddybären in den Hardturm: Roman Kilchsperger TV- und Radiomoderator.

    Walter Bieri / Keystone

    Roman Kilchsperger ist zuerst gar nicht begeistert, als er gefragt wird, ob man sich mit ihm über GC unterhalten dürfe. Er könne nichts mehr anfangen mit diesen «Nostalgie-Storys aus dem alten Hardturm-Kafi».

    Kilchsperger redet dann doch über seinen Herzensklub und darüber, wie er hineingeboren worden sei in die Faszination GC. Darüber, wie er mit dem Vater und dem Bruder an die Auswärtsspiele gefahren sei, nach St. Gallen, Sitten, Genf. Das Auto geschmückt mit sieben, acht Schals, die im Fahrtwind flatterten. Über den 2:0-Sieg gegen Real Madrid 1978 im Meistercup-Achtelfinal sagt Kilchsperger, es komme ihm vor, als sei es gestern gewesen, zwei Tore von Claudio Sulser. «Ich war acht Jahre alt, lag mit dem GC-Bären im Bett und hörte dem Radioreporter Mario Santi zu.»

    Als Bub habe er seinen Teddybären auch an die GC-Heimspiele mitgenommen, er sei im Hardturm hinter dem Tor von Roger Berbig gestanden – der Cervelat für 2 Franken 50, der Gestank der alten Pissoirwand in der Nase. Und je länger Kilchsperger von den Erlebnissen des kleinen Roman erzählt, umso mehr realisiert der 52-Jährige, wie viel ihm der Grasshopper-Club bedeutet. Und vor allem: wie viel Zeit er für ihn investiert hat. Fünf Jahre lang, bis 1990, sei er an den Auswärtsspielen sogar Reiseleiter für die GC-Fanklubs gewesen.

    Mittlerweile hat Kilchsperger zwei Teenagersöhne. Sie sind selbstverständlich GC-Sympathisanten, aber abgestumpft nach all den schwierigen Zeiten. Roman Kilchsperger sagt: «Wir gehen an die Spiele, oft auch auswärts, doch die Erwartungen sind gering.» Ab und zu moderiere er einen Anlass für den Klub, etwa die Weihnachtsfeier des «Donnerstag-Clubs».

    Mehrmals wurde der Radio- und TV-Moderator als Präsident des Vereins gehandelt. Zu Gesprächen sei es aber nie gekommen, sagt Kilchsperger. Er wolle sich auch gar nicht bewerben. Aber helfen würde es schon, wenn der Klubpräsident den chinesischen Investoren zeigen könnte, wo das Grossmünster steht.

    Ja, die Chinesen! Kilchsperger sagt, ihm sei egal, wer das Team finanziere, ob die Familie Canepa, die Chinesen oder sonst wer. Und der Letzigrund sei «zum Kotzen», da könne man nicht freiwillig hingehen. Aber er sei nach wie vor Fan des Klubs. Jetzt ist der redegewandte Kilchsperger in Fahrt – und äussert diesen unkonventionellen Vorschlag: «Eine Fusion von FCZ und GC wäre die einzig vernünftige Lösung für die Fussballstadt Zürich.» Er sei grosszügig bezüglich des Klubnamens. Ihm sei einfach wichtig, dass der «Heugümper» im Wappen zu sehen sei.

    Für Kilchsperger ist klar: «GC wird immer ein Teil meines Lebens sein.» Das merke er als Fussball-Liebhaber stets, wenn wie am letzten Sonntag Topspiele aus der Bundesliga oder der Premier League am TV liefen, er aber lieber die Partie von GC schaue – obwohl man ja habe davon ausgehen können, dass der FC Luzern gewinne.

    Früher sei es anders gewesen – und damit zu den «Nostalgie-Storys aus dem alten Hardturm-Kafi». Früher, erzählt Kilchsperger, sei er vor den GC-Heimspielen ins Kafi im Stadion gegangen, habe einen feinen Rüeblikuchen gegessen, mit den Kumpels Sprüche und einen Jass geklopft. Und man habe das Spiel geschaut und gewusst: «Heute gewinnen wir sowieso.»

    Ich glaube Du überschätzt die Kosten für die CHL. Netto wird es nicht mehr als 200k-300k kosten, sonst wären schon längst mehr Teams nicht mehr angetreten. Nicht alle haben Onkel Walti in der Hinterhand, der 500k+ zahlen würden. Und soweit ich weiss hat noch kein Team freiwillig auf die CHL verzichtet, weder aus der Schweiz noch aus anderen Ländern.

    Und mit der SLA sind nicht nur die Tickets massiv teurer geworden, ein Grossteil des Konsums geht direkt in die ZSC Tasche. Einfach so kurz über den Daumen.

    Ich wäre sehr überrascht, wenn wir 2023 keine schwarzen Zahlen schreiben würden, mit oder ohne CHL. Aber das wissen wir dann in ca. einem Jahr.

    CHL: Wenn man dabei ist 50.- auf die SK rauf, spült 400'000 in die Kasse plus die Konsumationen, die Zuschauerzahl dürfte dann massiv höher sein.

    Bin auch gespannt auf die Zahlen nach der Saison, speziell was die Gastro abwirft. Da man ja eine Firma damit beschäftigt hat wird es nicht so viel sein wie viele glauben.

    Ich will nichtbesuchte spiele meiner SK in den verkauf geben können und wenn das ticket weg geht will ich 60% des preises gutgeschrieben haben und 40% darf der Z behalten für die Abwicklung! Win-Win-Win!!

    Läuft genau so im US Sport. Ich kann es selber nutzen, verkaufen oder einem Kollegen schicken.

    Aber ich bin gespannt auf den Eindruck den Anatoli bei Larry und company hinterlassen hat. :P

    Keinen grossen! Hab jeden Ausländer gesehen seit 1971, in Erinnerung bleiben halt jene mit denen man Erfolg hatte oder die einem persönlich gefallen haben.

    Wo fange ich an, wo höre ich auf?

    Von den "Bösen" klar Klein, mit dem hatten wir Erfolg, mit allen anderen nicht.

    Kann jemand bitte den Artikel posten? Hab kein Abo leider

    Verrücktes Familienleben

    Sie organisieren ihre Woche mit sechs Kalendern

    Der Sport prägt den Alltag der Familie Gasser, deren drei Kinder in der ZSC-Lions-Organisation spielen. Was das alles kostet – und wann es für die Mädchen kompliziert wird.

    Annick Vogt
    Annick Vogt
    Publiziert heute um 11:30 Uhr

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    Sind alle in der Organisation der ZSC Lions aktiv: Sophie, Michael, Victor, Ula und Gloria (von links).


    Sind alle in der Organisation der ZSC Lions aktiv: Sophie, Michael, Victor, Ula und Gloria (von links). Foto: Silas Zindel

    Dieser Abend im Februar ist etwas Besonderes: Für einmal hat kein Mitglied der fünfköpfigen Familie Gasser Training. Und doch treffen sich alle für den Fototermin in der Kebo, der Kunsteisbahn Oerlikon, die gleich bei ihnen um die Ecke steht. Sie sind da in ihrem Element.

    Innert weniger Minuten haben sie ihre Ausrüstung angezogen. Bei der 13-jährigen Sophie sitzt jeder Handgriff, Victor (10) und Gloria (7) brauchen noch etwas Hilfe. Den Weg von der Garderobe zur Eisfläche kennen sie gut. Als sich die schwere Stahltür hinter ihnen schliesst, ist die Kälte der Eishalle schon zu spüren.

    Das Leben der Familie Gasser dreht sich um Eishockey. Alle drei Kinder spielen in der Organisation der ZSC Lions. Vater Michael ist Assistenztrainer bei den U-11/U-9, Mutter Ursula, die alle nur «Ula» nennen, ist Betreuerin.


    Trainings an sechs verschiedenen Orten


    Für ihre Leidenschaft braucht die Familie zwei Dinge: eine gute Organisation und viel Flexibilität. Pro Woche stehen pro Kind bis zu drei Trainings an – auch für die Jüngste. Diese sind frühmorgens, nach der Schule oder spätabends. Kürzer als eine Stunde sind sie nie. «Das würde sich nicht lohnen», sagt Ula.

    Das Training findet an sechs verschiedenen Orten statt – in der Swiss-Life-Arena, im Heuried, in Oerlikon, Wallisellen, Dübendorf und Bäretswil. Ohne ihre zwei Autos, die Unterstützung einer Grossmutter und Planung in sechs Kalendern geht es nicht. Die Trainingspläne erhält die Familie ein paar Wochen im Voraus, mit kurzfristigen Änderungen muss sie immer rechnen. Selten haben alle hintereinander am gleichen Ort Training. Und besonders aufwendig wird es, wenn ein Kind am Freitagabend nach Bäretswil ins Zürcher Oberland muss und eines quer durch die Stadt ins Heuried. Beim Anziehen der Ausrüstung brauchen die beiden jüngsten Kinder noch Hilfe.


    Beim Anziehen der Ausrüstung brauchen die beiden jüngsten Kinder noch Hilfe. Foto: Silas Zindel

    In der Eishalle laufen die drei Kinder ungeduldig auf und ab. Die Eismaschine fährt noch ihre Runden. Immer wieder schauen sie zu ihrem Vater auf dem Eis. «In jedem Training fragen sie: ‹Wann dürfen wir endlich aufs Eis? Dürfen wir jetzt aufs Eis? Jetzt?›», sagt er, «Es ist wie bei den Gladiatoren, wenn man die Türen aufmacht und alle rauskommen.»

    Vater Michael gibt die Eisfläche in der Kebo schliesslich frei. Obwohl die zwei Kleinsten nach Clubregeln noch nicht über die Bande hüpfen dürften, tun sie es ihrer älteren Schwester gleich. Gloria hat sichtlich Mühe. Ihr Wille ist aber grösser. Sie kämpft sich über die Bande und landet auf allen vieren auf dem Eis. Ula lächelt nur und schüttelt den Kopf.


    Dank dem Sport zu mehr Selbstvertrauen


    Michael stammt aus Bern, selbst hat er nie Eishockey gespielt. Er wusste aber, dass er «irgendwann etwas damit zu tun haben will». Nach dem Umzug nach Oerlikon wurde er durch die Nähe zum Hallenstadion Fan der ZSC Lions. Mutter Ula kommt ursprünglich aus Polen, 2005 zog sie in die Schweiz. Während des gemeinsamen Doktorats in Naturwissenschaften an der ETH in Zürich lernten sie sich kennen.

    WEITER NACH DER WERBUNG

    Der Erste, den es als Spieler zum Eishockey zog, war Victor. Als er vier Jahre alt war, begann er. Die Älteste zieht wenig später siebenjährig nach. «Sophie musste anfangen, um sich besser durchzusetzen und zu zeigen: ‹Ich bin auch hier›», sagt Michael. Die Eltern wollten also, dass sie mit dem Eishockey beginnt. Sophie besuchte für ein Jahr die Hockeyschule und war sofort begeistert. «Mir gefällt Hockey, weil ich schnelle Entscheidungen fällen muss. Und ich mag das Tempo», sagt sie. Dass Gloria ebenfalls mit Eishockey beginnen würde, war für alle klar. Auch sie ging mit vier Jahren erstmals zur Hockeyschule.

    Heute bestreitet Gloria wie ihre beiden Geschwister an den Wochenenden Spiele. Während sie und Victor im Verlauf der Saison hockeyfreie Wochenenden haben, ist Sophie an jedem unterwegs. Familienausflüge zu fünft und gemeinsame Abende unter der Woche sind selten. Wenn sie es doch schaffen, gehen sie zu den Heimspielen der 1. Mannschaft der ZSC Lions – alle besitzen eine Saisonkarte.


    Manchmal leidet der Schlaf


    Da die Trainingszeiten ausserhalb der Schulzeit lägen, liessen sich die Schule und das Eishockey «sehr gut» vereinbaren, sagt Michael. Ab und zu springt die Schweizer Grossmutter ein, Sophie darf teilweise allein mit dem ÖV ins Training. Manchmal leidet aber der Schlaf unter dem Programm. Vom Training in Bäretswil ist sie nicht vor 23 Uhr zu Hause. «Und am nächsten Tag klingelt mein Wecker um 6 Uhr für die Schule», sagt Sophie und fügt schmunzelnd an, dass sie aber erst um halb 7 aufstehe.

    Die Kinder lernen und erledigen ihre Hausaufgaben dann, wann immer sie Zeit dafür haben. Gloria hat ihre auch schon in der Garderobe gemacht. «Aber nur einmal», präzisiert Ula. An der Bande warten die drei Kinder ungeduldig auf die Freigabe ihres Vaters.




    An der Bande warten die drei Kinder ungeduldig auf die Freigabe ihres Vaters. Foto: Silas Zindel

    Als alle drei Kinder mit ihrem Vater auf dem Eis sind, ruft Ula Gloria auf Englisch zu sich. Wenn sie zu fünft miteinander sprechen, ist es eine Mischung aus Schweizerdeutsch und Englisch. Im Hintergrund schiesst Victor aus jedem Winkel aufs Tor. Michael versucht derweil, seiner ältesten Tochter den Puck wegzunehmen. Der Fototermin hat sich in eine kurze Eiseinheit verwandelt.

    Sophie spielt derzeit bei der U-15 und ist in ihrer Stärkeklasse eines von zwei Mädchen neben 20 Knaben. Wo sie nächstes Jahr spielt, ist noch unklar. Bis zur U-17 trainieren und spielen Mädchen und Buben noch zusammen. «Sie sind immer ein wenig ‹Outsider›», sagt Ula, «im Lager sind sie zum Beispiel in einem anderen Gebäude. Oder es gibt Probleme mit der Garderobe.»

    Zu kleine, unbeheizte Garderoben und Container-Duschen sind für Sophie normal. Teilweise fehlt es komplett an Mädchengarderoben – wie in der Swiss-Life-Arena. Sie muss jedes Mal schauen, wo sie sich umziehen kann. «Die Mädchen ziehen sich in einer von zwei Schiedsrichtergarderoben um, die über eine Dusche miteinander verbunden sind», sagt Michael.

    Weil die Mädchen oft vom Rest ihres Teams getrennt sind, weiss ihr Trainer manchmal nicht, wo sie sind. Auch sonst sind die beiden meistens für sich und machen Übungen zusammen. «Ab der U-13 sehen wir, dass der Fokus auf den Jungs liegt, die potenziell einmal in der 1. Mannschaft spielen können», sagt Michael, «mit dem Mädchen- beziehungsweise Fraueneishockey lässt sich leider kein Geld verdienen.»


    Parkbussen gehören dazu


    Nach dem Fototermin läuft in der Garderobe ein kleiner Wettbewerb, wer sich von den drei Kindern am schnellsten umziehen kann. «Das ist immer so», sagt Ula und lacht. Während Victor und Gloria beim Anziehen der Ausrüstung noch Hilfe benötigten, sind sie jetzt einigermassen selbstständig. Ohne die Hilfe ihrer älteren Schwester hätte Gloria aber nicht gewonnen. Die drei Kinder sind auf dem Eis in ihrem Element.


    Die drei Kinder sind auf dem Eis in ihrem Element. Foto: Silas Zindel

    Die Ausrüstung kauft die Familie selbst. Pro Saison und Kind kostet das rund 500 Franken. Insgesamt geben Gassers pro Saison und Kind etwa 3000 Franken aus. Der grösste Teil mit gegen 2000 Franken setzt sich aus dem Clubbeitrag, dem Skateathon, zwei Lagern und Tagesturnieren zusammen. Die Beiträge von Victor und Gloria fallen dank Familienrabatt etwas tiefer aus. Die übrigen Kosten setzen sich aus Hotelkosten, Parktickets und -bussen sowie Benzinkosten zusammen.

    WEITER NACH DER WERBUNG

    «Die Kosten dafür können wir nur ungefähr kalkulieren. Auch der zeitliche Aufwand ist schwierig abzuschätzen», sagt Michael. Sophie besucht zusätzlich noch die vom nationalen Eishockeyverband durchgeführten Stützpunkttrainings für Mädchen. Die Teilnahmegebühr dafür beträgt jedes Mal 50 Franken. Wie viel die Familie insgesamt für den Sport ausgegeben hat, hat sie noch nie ausgerechnet.

    Draussen vor dem Haupteingang der Kebo schultert Vater Michael seine Ausrüstung, Victor und Sophie ziehen ihre Taschen mit ihren Stöcken. Ula und Gloria sind bereits vorausgegangen, zu Hause wartet Hündin Laura auf ihr Nachtessen. Zu Hause angekommen, verstauen die drei ihre Taschen im Wäschekeller. Victor muss jetzt noch für eine Französischprüfung lernen.

    Die SLA ist eine Betonwüste! Hatte es im umgebauten (!) Hallenstadion zu viele Elemente die gedämpft haben (z.B. Stoffsitze, früher Holzbänke!) hat es in der SLA vermutlich zu wenig. Könnte bzw. kann man aber nachrüsten, für das gibt es Spezialisten.

    Es bestätigt sich halt immer wieder, da planen und bauen Leute die keine Ahnung der Nutzung haben. Wie viele Hockeygarderoben habe ich schon besucht, welche einfach nicht für Hockeyspieler geeignet waren. Wie viele Turnhallen habe ich genutzt wo der Architekt wohl bei der Konzeption keine Sau bezüglich der häufigsten Nutzung gefragt hat.

    Mir kommt da immer wieder die Galle hoch, echt. Kann das nicht verstehen und finde es schade um das verlochte Geld und der umständlichen Nutzung des Objektes.

    Bin gelernter Bauzeichner. Stimmt, kommt daher das immer wieder Architekten / Firmen beauftragt werden die noch nie so was erstellt haben.

    Da wird dann jedes mal etwas "neu erfunden".

    aber zum glück wird normale musik gespielt. und nicht wie früher in der nhl üblich diese dämliche orgel! der nervfaktor dieser orgelmusik ist wirklich unglaublich bis unschlagbar hoch! ||

    Larry: gibts immer noch stadien in der nhl die diesen seich spielen (lassen)?

    Die Orgel wird (wo vorhanden) nur sehr selten eingesetzt, hat halt Tradition. Meist wird wie überall Musik gespielt.

    Ihr seit ja grausam ewiggestrige Steinzeitmenschen! Keine Musik bei den Unterbrüchen? Wirklich? So wie 1971?