ZSC Lions - Kloten Flyers 2:3 n. P.
Kloten gewinnt das Derby
Im vierten Zürcher Derby der Saison setzt sich mit Kloten erstmals die Auswärtsmannschaft durch. Zweimal gleichen die Klotener im ausverkauften Hallenstadion eine Zürcher Führung aus und triumphieren schliesslich im Penaltyschiessen.
(si) Die beiden Teams lieferten sich ein spannendes Derby, und anders als auch schon in dieser Saison kam zur Geltung, dass sich die beiden Mannschaften nicht unbedingt mögen. Die ZSC Lions lagen während 39 Minuten in Führung (1:0 und 2:1) und erspielten sich womöglich auch die etwas besseren Torchancen, dennoch setzte sich am Ende Kloten nicht unverdientermassen durch.
Die Flyers kämpften engagierter, schossen einmal mehr aufs Tor (42:41) und verfügten im Finish über die stärkeren Nerven. Tommi Santala und Romano Lemm verwerteten für Kloten die Penaltys; bei den ZSC Lions reüssierte wieder einmal in einem Penaltyschiessen keiner. Kloten siegte im Hallenstadion erstmals wieder seit dem 20. September 2011 (damals 5:0).
«Es ist natürlich schwierig, ein Penaltyschiessen zu gewinnen, wenn wir nicht einen einzigen Penalty verwerten können», fasste Luca Cunti von den ZSC Lions die Penalty-Tristesse zusammen. Der Zürcher SC musste diese Saison schon sieben Mal in die Overtime und sechs Mal in ein Penaltyschiessen. Gewonnen hat er nach der regulären Spielzeit aber noch nie.
Die Kloten Flyers siegten auswärts ohne Felix Hollenstein. Der Headcoach verabschiedete sich eine Stunde vor dem Spiel krankheitshalber. Er wurde von den Flyers nach Hause zurückchauffiert. An Stelle von Hollenstein coachten Kimmo Rintanen (Chef) und der Sportchef André Rötheli das Team.
Bei Kloten hütete erstmals der von Lugano ausgeliehene Emmentaler Michael Flückiger für den am Fuss verletzten Martin Gerber das Tor. Flückiger kassierte zwar schon nach vier Minuten das erste Gegentor, parierte danach aber 39 Schüsse und drei Penaltys und avancierte bei seinem Saison-Debüt zum Matchwinner.
Bemerkenswert war ausserdem, dass das Hallenstadion erstmals seit über elf Jahren (seit dem 19. Oktober 2002) in einem Qualifikationsspiel ausverkauft war, dass Matthias Seger, Ronalds Kenins (beide ZSC) und Marcel Jenni (Kloten) nach Verletzungspausen erstmals wieder mittun konnten, und dass Roman Wick im siebenten Spiel hintereinander ein Tor erzielte (das 2:1).
Telegramm
ZSC Lions - Kloten 2:3 (1:0, 1:1, 0:1, 0:0) n.P.
Hallenstadion. – 11 200 Zuschauer (ausverkauft). – SR Mandioni/Rochette, Bürgi/Tscherrig. – Tore: 5. Ryan Keller (Bergeron) 1:0. 33. Dupont (Ausschluss Blindenbacher) 1:1 (Eigentor Geering). 40. (39:26) Wick (Cunti, Bastl/Ausschluss Simon Bodenmann) 2:1. 51. Romano Lemm (Liniger/Ausschluss Daniel Schnyder) 2:2. – Penaltyschiessen: Peter Mueller -, Patrik Bärtschi -; Santala 0:1, Shannon -; Simon Bodenmann -, Wick -; Romano Lemm 0:2, Chris Baltisberger -. – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 5mal 2 Minuten gegen Kloten. – PostFinance-Topskorer: Wick; Peter Mueller.
ZSC Lions: Flüeler; Bergeron, Geering; Blindenbacher, Seger; Stoffel, Daniel Schnyder; Hächler; Nilsson, Shannon, Wick; Ryan Keller, Shannon, Kenins; Patrik Bärtschi, Trachsler, Bastl; Chris Baltisberger, Dan Fritsche, Schäppi; Künzle.
Kloten: Michael Flückiger; Dupont, von Gunten; Blum, Schelling; Stoop, Vandermeer; Gian-Andrea Randegger; Peter Mueller, Santala, Bieber; Simon Bodenmann, Liniger, Stancescu; Bühler, Romano Lemm, Herren; Steinmann, Jenni, Leone; Aurelio Lemm.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne McCarthy, Kloten ohne Martin Gerber, Félicien Du Bois (alle verletzt), Jonas Müller und Trainer Felix Hollenstein (beide krank). – Pfostenschuss Nilsson (38.). – ZSC Lions letzte drei Sekunden ohne Torhüter. (NZZ)