Die nächste vermeidbare Niederlage
Der FCZ verlor auch das Rückspiel gegen Liberec 1:2 und ist in der Europa League ausgeschieden.
Von Peter Bühler, Zürich
Urs Meier hatte es in den letzten Tagen unaufhörlich und gebetsmühlenartig wiederholt. Der FCZ sei bei seinen letzten drei Niederlagen in der Super und auf dem Weg in die Europa League gegen Luzern, Slovan Liberec und YB nicht ein einziges Mal unterlegen gewesen; er habe keines dieser Spiele auf zwingende Weise verloren. Und auch nach dem 1:2 im Rückspiel gegen Slovan Liberec konnte der Trainer nur betonen: «Der FCZ war die bessere Mannschaft, aber er war zu naiv und hat deswegen verloren.»
Die Zürcher waren schon im Hinspiel in Nordböhmen lange überlegen gewesen und hatten Spiel und Gegner beherrscht. Aber zum Ende hatten sie wegen der schlechten Chancenauswertung und zwei Unachtsamkeiten in der Abwehr doch 1:2 verloren. Und es kam zu einer Duplizität der Ereignisse im mit 5915 Zuschauern dünn besetzten Letzigrund. Der FCZ spielte lange Zeit gut. Seine Mannschaft müsse mit Ruhe und Geduld das 1:0 anstreben, das vielleicht schon entscheidend sein könne, hatte Meier verlangt. Und der Trainer wurde von seiner Mannschaft nicht lange auf die Folter gespannt. Das 1:0 fiel bereits in der Startphase – gut 16 Minuten waren gespielt, als Meiers Vorgabe erfüllt war: Nach einem Foul an Gavranovic hob Pedro Henrique den Ball in den Strafraum, und Chermiti lenkte ihn mit dem Kopf in die Torecke.
Chermiti scheiterte am Pfosten
Der FCZ führte also früh 1:0; er wäre nach dem 1:2 im Hinspiel mit diesem Resultat für das Playoff zur Europa League qualifiziert gewesen. Die Zürcher gaben sich aber mit diesem Zwischenstand nicht zufrieden, sie spielten weiter konsequent nach vorne, sie suchten den zweiten Treffer, dem sie noch vor der Pause zweimal sehr nahe kamen: Zunächst setzte Chermiti eine Flanke Schönbächlers von rechts an den Pfosten, danach scheiterte Schönbächler nach einem Fehler von Kovac allein vor Slovans Torhüter Kovar. Der FCZ zeigte eine sehr ansehnliche erste Halbzeit; er dominierte den Gegner, spielte hoch konzentriert und liess in der Abwehr nichts zu. Einziger Makel war wieder einmal die fehlende Effizienz im Abschluss. Der FCZ hätte nach 45 Minuten gemessen an Spielanteilen und Chancen nicht 1:0, sondern 3:0 führen müssen.
Aber es fehlte die Konsequenz, er blieb vor dem Tor zu harmlos. Das wusste auch Meier: «Die Partie hätte nach der ersten Halbzeit entschieden sein müssen; wir hätten bereits zur Pause die Qualifikation gesichert haben müssen.» Der FCZ hatte lange vieles richtig gemacht, nur war sein Vorteil zu karg, das Resultat barg Gefahren. Doch auch nach dem Wechsel deutete nichts, gar nichts auf eine Wende zugunsten der Tschechen hin. Pedro Henrique und Gavranovic vergaben die nächsten Zürcher Chancen, das 2:0 schien nur eine Frage der Zeit zu sein.
«Die Enttäuschung ist riesig»
Es fiel nicht, dafür gelang den Tschechen mit der ersten gelungenen Aktion nach einer guten Stunde der Ausgleich, fünf Minuten vor Schluss durch Ribalka sogar das 2:1. Der FCZ war geschlagen. Und Meier konnte nur noch feststellen: «Die Enttäuschung ist riesig.» Es liegt nun an ihm, nach der vierten Niederlage in Folge und innert zwölf Tagen die Mannschaft aufzurichten und den Absturz in die Krise zu verhindern. Das wird schwer genug. Der nächste Gegner heisst Basel. Das ist der Meister und der einzige Schweizer Teilnehmer am Playoff zur Champions League.
© Tages Anzeiger
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