Beiträge von Larry

    Zitat von Mushu


    Für eine viel zu weiche Romand-Loser-Truppe machen die das aber gar nicht so schlecht; oder?

    Ja falls sie das durchziehen könnten sie tatsächlich Meister werden! :evil:

    Falls.....! :twisted:

    ZSC Lions - Fribourg-Gottéron 1:2


    Ein Stich ins Herz

    Die ZSC Lions verlieren gegen Freiburg 1:2 in der Verlängerung. Der Meister findet weiterhin keinen Weg, gegen ein offensiv wie defensiv abgeklärtes Gottéron zu gewinnen. Die Lions liegen in der Halbfinalserie 0:2 zurück.

    Ulrich Pickel, Zürich (NZZ)

    Die ZSC Lions sind noch immer auf der Suche nach dem Rezept, wie der HC Fribourg-Gottéron zu überwinden ist. Das 1:2 in der Verlängerung war die zehnte Niederlage gegen die Westschweizer in Serie. Und in der Halbfinalserie liegen die Zürcher nun 0:2 zurück. Waren sie beim 2:3 in Spiel 1 trotz dem knappen Resultat noch die klar unterlegene Mannschaft gewesen, nützte ihnen in Spiel 2 auch eine deutlich bessere Performance nichts.

    Viel Taktik, viel Spannung

    Die ZSC Lions erwischten sogar den deutlich besseren Start. Nach 36 Sekunden hatten sie bereits zwei Torschüsse abgegeben. Dafür hatten sie am Dienstag etwa eine gefühlte halbe Stunde benötigt. Im gleichen Stil ging es weiter, nach weniger als zwei Minuten verpasste Monnet das 1:0, kurz danach erging es Schäppi gleich. Für die Gäste hatte Jeannin eine Möglichkeit, doch zum Erfolg kam keiner.

    Als Fazit aus den ersten zwanzig Minuten blieb: Die Zürcher waren aktiver, besser und hatten mehr Chancen. An die anfängliche Freiburger Dominanz in Spiel 1 kamen sie aber nicht ansatzweise heran. Dies lag quasi in der Natur der Sache, hatte es doch mit der unterschiedlichen taktischen Ausrichtung der beiden Teams zu tun: Die Freiburger betreiben eine Art Pressing, sie verlagern mit allen fünf Spielern das Geschehen konsequent und möglichst weit nach vorne. Wenn sie, vor allem bei Heimspielen, auch noch mit zwei Mann Forechecking betreiben, sind Spektakel und Torchancen en masse garantiert, aber nicht unbedingt Stabilität.

    Demgegenüber gehen die ZSC Lions nur mit einem Mann ins Forechecking. Dies sorgt für mehr Stabilität nach hinten, gleichzeitig aber auch für Flexibilität, indem je nach Gelegenheit rasch auch ein zweiter Stürmer nach vorne aufrücken kann. Da die Freiburger auswärts ihr Pressing in der Regel weniger aggressiv betreiben und die Zürcher gleichzeitig nicht mit Mann und Maus den Angriff suchen, überraschte es folglich nicht, dass das Spiel nicht gleich viel Spektakel bot wie am Dienstag. Dafür fehlte die Spannung umso weniger – und dies bis zum Schluss. Die Lions blieben tonangebend. Nach knapp 27 Minuten kamen sie zur verdienten Führung: Bärtschi lenkte einen Schuss Segers gekonnt ab. Danach kam die beste Phase der ZSC Lions. Sie machten alles richtig, liessen die Scheibe und den Gegner gleichermassen laufen und sorgten ständig für Gefahr. Doch aus alledem resultierte kein zweites Tor mehr. Die nicht ausgenützte Überlegenheit sollte sich bald rächen.

    Anstelle der Vorentscheidung, die das 2:0 zweifellos gewesen wäre, kam die Ernüchterung, und dies erst noch zu einem psychologisch denkbar ungünstigen Moment: 21 Sekunden vor Ablauf des Mitteldrittels konnte der ZSC-Goalie Flüeler einen Schuss Sprungers nicht kontrollieren, Hasani schob zum 1:1 ein. Danach herrschten weiterhin Taktik und Spannung, aber wenig Spektakel. Und den Gästen war anzusehen, dass der Treffer genau die Moralspritze gewesen war, die sie gebraucht hatten.

    Und wieder trifft Bykow

    Sie war stark genug, um schliesslich sogar die Entscheidung zu erzwingen: Bykow jubelte nach gut vier Minuten der Verlängerung, doch das Spiel lief zunächst weiter. Die Konsultation der TV-Bilder brachte dann die Bestätigung – 2:1. Bykows Treffer kam für die Zürcher einem Stich ins Herz gleich. Er hatte schon am Dienstag das siegbringende Tor geschossen. Für die Gäste war dies der krönende Abschluss eines sehr abgeklärten Auftritts. Gottéron kann nicht nur die Offensive forcieren, sondern beherrscht auch das defensive Spiel, falls nötig. Das macht die weiteren Aussichten für die ZSC Lions nicht günstiger.

    Ein jäher Aufprall im Halbfinal

    Die ZSC Lions verloren gegen Gottéron wegen eines völlig verpatzten Startdrittels 2:3.

    Von Simon Graf, Freiburg


    Man ist immer nur so gut wie sein letztes Spiel, besagt eine alte Sportweisheit. Das gilt besonders im Eishockey-Playoff. Am Samstag durften sich die ZSC Lions noch feiern lassen für ihre heroische Wende im Viertelfinal gegen Davos und ihren beinahe perfekten Auftritt in Spiel 7. Gestern mussten sie schon wieder bereit sein für den Halbfinal-Auftakt gegen den Qualifikationssieger. Sie waren es nicht, zumindest nicht in den ersten 20 Minuten, und müssen so nun bereits wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Sie unterlagen einem stürmischen Gottéron 2:3 – wegen eines 0:2 im Startdrittels, das sie nicht zum ersten Mal in diesem Stadion verschliefen.

    Vielleicht muss sich Coach Marc Crawford etwas Spezielles einfallen lassen, damit die Zürcher an der Saane von Beginn weg konzentriert dabei sind. In Ambri bat Seger seine Kollegen in diesem Winter einmal zu einem Jogging in der Natur – es wirkte. Das erste Drittel sah gestern jedenfalls aus wie ein Wettrennen zwischen einem Ferrari und einem Deux Chevaux. Die ersten Angriffswellen überstanden die Zürcher noch schadlos, in der 5. Minute fand dann aber ein Aufsetzer Kwiatkowskis den Weg an Flüeler vorbei. Und in der 15. Minute profitierte Jeannin im Powerplay von der Verrwirrung in der Zürcher Defensive, nachdem erneut Kwiatkowski den Puck von der blauen Linie aufs Tor gebracht hatte.

    Ambühl der stärkste Zürcher

    Mit dem 0:2 war der Meister nach 20 Minuten sogar noch gut bedient. 15:4 lautete das Schussverhältnis im ersten Abschnitt, es gelang den ZSC Lions kaum einmal, sich aus der eigenen Zone zu befreien. Doch Crawford dürfte in der ersten Pause die richtigen Worte gefunden haben. Sein Team dominierte den Mittelabschnitt und verkürzte durch Ambühl (31.), den stärksten Zürcher an diesem Abend. Der Ausgleich fiel aber nicht, und ein unglücklicher Wechsel in der 44. Minute führte zum 3:1 Bykows, das die Partie entschied. Blindenbacher (58.) gelang in der Schlussphase zwar noch das 2:3 per Shorthander dank freundlicher Unterstützung von Conz, zu mehr reichte es aber nicht mehr.

    Crawford nahm sich nach der Partie eine gute Viertelstunde, ehe er sich mit gefasster Miene den Journalisten stellte. Der Kanadier monierte, dass das Freiburger Führungstor aus einer Offsideposition entstanden sei – der Puck habe das Drittel vor Kwiatkowskis Schuss bereits verlassen gehabt. «Normalerweise wird so etwas nicht übersehen», merkte er an. Aber er gestand ein, dass Gottéron im Startdrittel schlicht besser gewesen sei. «Im zweiten Abschnitt war es umgekehrt, und mit einem dummen Fehler brachten wir uns dann um unsere Chancen.» Der ZSC-Coach resümierte: «Aber man kann wohl sagen, dass bei uns nicht genug Spieler gut waren, damit wir diese Partie gewinnen konnten.»

    Dem kann man zustimmen. Crawford bekam zu viel Durchschnitt, und das reicht nicht gegen dieses hochmotivierte Gottéron. Die Romands scheinen nach der unerwartet zähen Serie gegen Biel von einer Last befreit und können ein horrendes Tempo anschlagen – zumindest zu Hause. Allerdings gelingt es ihnen nicht, dieses über 60 Minuten hochzuhalten. So beeindruckend Fribourg anfangs aussah, dieses Team muss hart arbeiten, um die Balance zwischen Defensive und Offensive zu halten. Die ZSC Lions tun gut daran, sich nicht von Gottéron blenden zu lassen. Sie sind offensiv ähnlich stark und dürften physisch sogar leichte Vorteile haben. Nur müssen sie, um diese auszuspielen, ihre Beine bewegen.

    0:12 lautet nun ihre Playoff-Bilanz gegen Gottéron, und die Zürcher haben gegen diesen Gegner ihre letzten neun Spiele verloren. Doch dass Statistiken schnell zur Makulatur werden können, bewiesen die ZSC Lions mit ihrem gewonnenen Spiel 7 gegen Davos. Fribourg ist zum Auftakt der Serie davongesprintet. Doch eine Playoff-Serie ist kein 100-Meter-Lauf, sondern ein Marathon.

    © Tages Anzeiger

    Fribourg-Gottéron - ZSC Lions 3:2

    Ernüchterung

    Die ZSC Lions verlieren den Auftakt des Play-off-Halbfinals in Freiburg 2:3. Der HC Fribourg-Gottéron setzt mit dem 3:2-Sieg ein starkes Zeichen. Die Zürcher sind vor allem mit dem anfänglichen Sturmlauf des Qualifikationssiegers überfordert und kommen zu spät ins Spiel.

    Ulrich Pickel, Freiburg (NZZ)

    Will der Meister ZSC Lions wieder in den Play-off-Final vorstossen, braucht er gegen den HC Fribourg-Gottéron zumindest einen Auswärtssieg. Nimmt man das 3:2 zum Auftakt der Halbfinalserie in Freiburg zum Massstab, so gilt allerdings: leichter gesagt, als getan. Einstweilen bleibt der Qualifikationssieger im eigenen Stadion für die Gäste aus Zürich eine zu hohe Hürde.

    Conz ohne Beschäftigung

    Sie waren phasenweise gar meilenweit von einem Erfolgserlebnis entfernt. Was zum Beispiel während des ersten Drittels im Kopf des Gottéron-Keepers Conz vor sich gegangen sein mag, dürfte für immer sein Geheimnis bleiben. Zeit für allerlei Gedanken hatte er auf jeden Fall genug. Seine Kollegen in Abwehr und Angriff waren derart erfolgreich bei der Arbeit, dass die Scheibe meistens weit weg von seinem Gehäuse blieb – so weit, dass er bei all dem Mangel an Arbeitsmöglichkeiten nur aufpassen musste, nicht ins Frösteln zu geraten. Diese Gefahr bestand am anderen Ende des Eisfelds bei Flüeler nicht. Er hatte schon nach fünf Minuten genug geschwitzt, um mehr als ein T-Shirt völlig durchnässen zu können.

    Was war geschehen? Genau das, was die Gäste um jeden Preis hatten vermeiden wollen. Was auch immer ihr Rezept gewesen sein mag, die seit dem 16. Oktober 2009 dauernde Niederlagen-Serie in Freiburg zu durchbrechen und dem erwarteten Angriffswirbel der Hausherren Paroli zu bieten: Es funktionierte von A bis Z nicht. All die im Vorfeld des Spiels ausgesprochenen guten Vorsätze, die Bemühungen, sich in der Defensive möglichst lange schadlos zu halten, waren so schnell weggeblasen, wie wenn eine Sturmböe durch einen sorgsam zusammengewischten Laubhaufen fegt. In der fünften Minute fand ein von Kwiatkowski abgefeuerter Aufsetzer den Weg an Flüeler vorbei, zehn Minuten später behielt Jeannin in Überzahl im Gewühl vor Flüeler als Einziger die Übersicht – 2:0. In der Wucht des ersten Freiburger Ansturms wurden die ZSC Lions gleichsam in den eigenen ungeniessbaren Erinnerungen an all die Niederlagen in den letzten Jahren weichgekocht. Die erste Sirene muss ihnen wie ein Signal der Erlösung vorgekommen sein. Sie hatten ein Drittel zum Vergessen erlebt und waren mit dem Zweitorerückstand erst noch gut bedient.

    Immerhin schien das Pausengetränk gut geschmeckt zu haben. Die Zürcher waren deutlich aktiver und konnten das Geschehen zunehmend ausgeglichen gestalten. Und als es den Gästen nach dreissig Minuten gelang, Conz ein erstes Mal zu überwinden, kam sogar so etwas wie Spannung auf. Ambühl hatte ein Zuspiel von Seger zum 2:1 abgelenkt. Doch die Einheimischen hatten nach ihrer Anfangsoffensive das Pulver nicht verschossen: Bykow profitierte mit dem 3:1 in der 44. Minute davon, dass man ihm etwas Zeit und Platz liess. Damit war das Spiel entschieden. Zwar kamen die Zürcher mit einem Shorthander kurz vor Schluss noch einmal zurück, aber für mehr reichte die Zeit nicht.

    Auch wenn das knappe Resultat anderes suggerieren mag: Spiel 1 des Halbfinals war für die ZSC Lions eine Ernüchterung. Sie können sich nur daran aufrichten, wenigstens gut auf den miserablen Start reagiert zu haben – und vielleicht daran, dass Spiel 2 am Donnerstag im Hallenstadion stattfindet.

    Zitat von Caro


    3-1 kam zu einem denkbar schlechtem zeitpunkt, aber man hatte genügend ansätze, um tore zu schiessen. schade, kommt das 3-2 so spät, hätte nochmal sehr eng werden können für fribourg.

    auch immer herzig, wie billeter betonte, dass das publikum ihr team so unterstützt. ä-hä, also in unserer druckphase im zweiten drittel hat man genau gar nichts gehört. auch sonst nur durchschnitt

    Erstes Drittel total nicht bereit, warum auch immer!

    Zweites Drittel gut gespielt.

    Leider im dritten Drittel zuwenig Druck gemacht und das 3:1 kassiert, 3:2 kommt leider zu spät.

    Es steht 0:1, nicht mehr, nicht weniger!

    Vorwärts schauen!

    Verdiente Wende gegen den HCD

    Die ZSC Lions frischer und besser

    Der 4:3-Erfolg im Viertelfinal ist für die ZSC Lions Lohn für ihre Innovationsfreude in der Personalpolitik. Beim HCD hingegen ist von einem Umbruch noch nicht viel zu sehen gewesen.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Mit dem Messer am Hals lässt es sich offenbar leben. Nach vier Spielen lagen die ZSC Lions gegen den HC Davos 1:3 zurück. Erst von da an fanden sie die Ingredienzen, die im Play-off über Sieg oder Elend entscheiden: Leidenschaft und Disziplin. Dass eine solche Steigerung – wie im letztjährigen Final – innert Wochenfrist gelang, war weder voraussehbar noch selbstverständlich.

    Auch auf diese Saison hin hatten die Zürcher ihr Glück im Wandel gesucht. Die Meistermannschaft wurde ungewöhnlich stark umgebaut und weiter verjüngt. Acht Spieler standen am Samstag beim entscheidenden 2:0 auf dem Matchblatt, die im letzten Jahr nicht dabei waren: vier der sieben Verteidiger (Lashoff, Maurer sowie die Teenager Hächler und Phil Baltisberger) und alle Ausländer.

    Lehtonen erwischt die Kurve

    Die Lions und ihre Ausländer: Auch da kam schliesslich der Wert des Wandels zum Vorschein, wenn auch mit teilweise erheblicher Verzögerung. Ohne Fehl und Tadel blieb stets nur der smarte Spielmacher Shannon. Der verlässliche McCarthy verletzte sich im ersten Spiel und fehlt der Abwehr noch immer. Wann er zurückkehrt, ist noch unklar. Lashoff hat sich Schritt für Schritt vom Sorgenkind zur soliden Kraft in der Verteidigung gemausert. Gerade noch rechtzeitig erwischte Lehtonen die Kurve. Je ein Tor in den letzten drei Spielen rechtfertigten die Verpflichtung des finnischen Flügels im Januar.

    Mit der Top-4-Placierung nach der Qualifikation und dem Erreichen des Halbfinals hat der Meister nun die beiden offiziellen Saisonziele erreicht und den Preis für seine Innovationsfreudigkeit erhalten. Die Gruppe scheint nach dem überstandenen zweiwöchigen Stahlbad des Viertelfinals mit seinen sieben Spielen bereit für die nächste hohe Hürde, den Qualifikationssieger Gottéron. Seinen Teil zum Erfolg trug auch der Coach Crawford bei, indem er auch das Unkonventionelle nicht scheute. Die ZSC Lions schafften die Wende mit nur drei Ausländern, was die Qualität im Kader unterstreicht. Seinen Landsmann Tremblay von den GCK Lions liess der Kanadier in den Spielen zwei und drei antreten, danach sass der Ersatz für McCarthy nur noch auf der Tribüne. «Jetzt sollen jene zum Zug kommen, die schon während der ganzen Qualifikation für uns Einsatz zeigten», begründet Crawford seine Wahl.

    Und was bleibt vom HCD? In Sachen Selbsterneuerung verkörperte er das Gegenteil der Lions. Kontinuität war lange das Markenzeichen des Erfolgs. Aus ihr ist Stagnation geworden, auf hohem Niveau zwar, aber nicht mehr ganz auf Augenhöhe mit den Besten, wie schon beim 0:4 im Viertelfinal gegen den ZSC vor Jahresfrist klar wurde. Seither ist oft von Umbruch die Rede. Davon war freilich noch nicht viel zu sehen. Das Gerüst bildeten die seit Jahr und Tag gleichen Gesichter: Reto von Arx, Marha, Rizzi, Sykora, Taticek.

    ZSC frischer und besser

    Es herrscht Handlungsbedarf, erste Bewegungen sind auch erkennbar. Mit dem Rückkehrer Ambühl und dem jungen Klotener Walser stehen zwei neue Verstärkungen bereits fest. Marha und Sykora werden Davos verlassen, eventuell auch Taticek. Mehr Mut zum Wandel à la ZSC kann dem HCD nur gut tun. Er hat den Halbfinal nicht des Pechs oder gar der Ungunst der Referees wegen verpasst. In der Mehrzahl der gespielten 21 Drittel waren die Zürcher einfach etwas frischer und besser.

    ZSC - Davos 2:0

    Der Meister rettet sich

    NZZ am Sonntag


    Ulrich Pickel, Zürich

    Manchmal wiederholt sich die Geschichte eben doch. Wie im letzten Final gegen den SCB haben die ZSC Lions eine bereits verloren geglaubte Serie umgedreht und stehen als strahlende Sieger da. Vor einer Woche lagen sie 1:3 gegen den HCD im Hintertreffen. Nun stehen sie im Halbfinal.

    Das 2:0 war auch ein Sieg gegen die Statistik. Noch nie hatte der HCD ein siebentes Spiel verloren. Achtmal hatte er den finalen Test zuvor mit Bravour bestanden. Und auch diesmal gab es Grund zum Optimismus: Reto von Arx spielte wieder. Seine Halswirbel-Stauchung war so weit ausgeheilt, dass er von den Ärzten grünes Licht erhielt. Damit war einmal mehr auch der Beweis erbracht, dass die Play-offs ebenso die Zeit grosser Dramen wie medizinischer Wunderheilungen sind.

    Auf dem Eis hielt das siebente Duell zwischen den mit zusammen neun Titeln erfolgreichsten Teams (HCD fünf, ZSC vier) seit der Jahrtausendwende weitgehend, was es versprochen hatte. Die ZSC Lions hatten optisch zunächst leichte Vorteile, doch der HCD kompensierte dies, indem er jedes Mal brandgefährlich vor dem Tor auftauchte. Mit der Zeit entwickelte sich ein mitreissender Schlagabtausch. Nach der ersten Pause gelang es den Gästen zunehmend, den Druck zu erhöhen. Dabei gingen die Spieler ausgesprochen fair zur Sache. Erst in der 32. Minute kam zum Vorschein, dass sich viel angestaut hatte. Die Emotionen entluden sich in einer kurzen Keilerei zwischen dem Zürcher Hächler und Wieser, was in einem Powerplay für das Heimteam mündete. Und dort schlug der ZSC kaltblütig zu: Lehtonen lenkte einen Schuss Shannons zum 1:0 ab – auf den Rängen im mit 11 200 Zuschauern erstmals in diesen Play-offs ausverkauften Hallenstadion entlud sich die Hochspannung in einem frenetischen Jubelschrei der Erleichterung.

    Der Treffer brachte die Lions wieder besser ins Spiel, das immer mehr die Merkmale eines zähen Abnützungskampfs erhielt. Als Sinnbild für die Zürcher Entschlossenheit stand ausgerechnet einer, der sonst weit mehr für seine Kunst und nicht als Hobler an der Bande bekannt ist: Wick kämpfte mit Joggi so lange verbissen um die Scheibe, bis er sie in die Mitte spielen konnte, wo Ambühl drei Sekunden vor der zweiten Sirene für den zweiten Schrei der Erlösung sorgte: 2:0.

    Aus Sicht des HC Davos hätte dies zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt geschehen können. Er war im zweiten Drittel deutlich besser als im Startabschnitt aufgetreten, kassierte aber die letztlich entscheidenden beiden Rückschläge. Was dann kam, war nichts mehr für schwache Nerven. Der HCD rannte an mit allem, was er hatte, lief aber jedes Mal ins Leere und zunehmend auch in die Ratlosigkeit. Auch zwei Powerplays kurz vor Schluss brachten nichts mehr ein. Auf der anderen Seite vergab Wick einen Penalty, der die Nerven schon knapp fünf Minuten vor Schluss hätte beruhigen können. Am Ende hielten die Zürcher stand. Sie zeigten eine beeindruckend kompakte Leistung mit einem Goalie Flüeler, von dem in jeder Situation jene stoische Ruhe ausging, die den Vorderleuten Vertrauen einflösst.

    Was den Unterschied machte: Der HCD zeigte eine starke Leistung, dem ZSC aber gelang das beste Spiel dieser Viertelfinalserie. Der Meister stellte seine Klasse unter Beweis, er hat sich den Halbfinal mit drei Siegen in Folge redlich verdient. Die Abwesenheit des gesperrten Blindenbacher fiel ebenso wenig ins Gewicht wie der Umstand, dass die Zürcher nur mit drei Ausländern spielten. Sie hatten dies schon in den beiden Partien zuvor so gehalten. Nun folgt am Dienstag der Halbfinal gegen den Qualifikationssieger Fribourg-Gottéron. Die Davoser Serie der Ungeschlagenheit in Entscheidungsspielen ist gerissen, zum zweiten Mal in Folge sind die ZSC Lions für den HCD Endstation im Viertelfinal. Für die Zürcher aber lebt der Traum von der Titelverteidigung weiter.

    Zitat von snowcat


    um ein verschärftes konkordat durchzupeitschen werden die medien instrumentalisiert, welche bis auf wenige ausnahmen, dankbar mitmachen. am schluss glaubt jeder bürger - nein, nicht jeder, hauptsächlich diejenigen welche nie ein fussballspiel besuchen…- dass es dieses konkordat tatsächlich braucht.

    Genau, und darum wird es auch kommen.

    Ein stolzer Meister erzwingt Spiel 7

    Die ZSC Lions schlugen den HC Davos mit einem couragierten Auftritt und zwei Powerplaytoren 3:2.

    Von Simon Graf, Davos


    Es ging wieder einmal um Zentimeter. Sykora traf in der 55. Minute mit seinem wuchtigen Schuss im Powerplay nur die Latte. Bürgler scheiterte kurz vor Schluss, Arno Del Curto hatte Genoni aus dem Tor genommen, aus der Nahdistanz am überragenden Flüeler. Wäre das 3:3 gefallen, es wäre für die ZSC Lions, die im Finish fast nur noch verteidigten, wohl schwierig gewesen, die Kontrolle nochmals an sich zu reissen. Doch es fiel nicht. Fortuna scheint sich auf die Seite der Zürcher geschlagen zu haben, die mit ihrem zweiten Sieg in Davos ein siebtes Spiel um den Halbfinaleinzug erzwangen. Und morgen Samstag dürfte das Hallenstadion dann endlich auch ausverkauft sein. Denn wenn grosse Spiele anstehen, interessieren sich in Zürich plötzlich grössere Kreise fürs Eishockey.

    Natürlich verdienten sich die ZSC Lions das Glück, das sie am Schluss beanspruchten, auch mit einem couragierten Auftritt. Sie hatten Chancen, um die Partie schon früher zu entscheiden, waren zwei Drittel lang überlegen. Doch Del Curto dürfte in der zweiten Pause, als sein Team 1:3 zurücklag, die richtigen Worte gefunden haben. Plötzlich machte der HCD wieder Tempo – so wie man sich das von ihm gewöhnt ist, und in der 54. Minute lenkte Grossmann den Puck zum 2:3 an Flüeler vorbei. Kenins schoss den Bündner Verteidiger an und handelte sich wenig später eine Strafe wegen Haltens ein. Während dieses Powerplays verpassten die Davoser zahlreiche gute Gelegenheiten zum Ausgleich nur knapp. Der Lette mit Schweizer Lizenz dürfte auf der Strafbank keinen Moment stillgesessen haben.

    Die ZSC Lions verschafften sich mit dem 3:2-Sieg die Chance, als zehntes Team nach einem 1:3-Rückstand eine Serie zu gewinnen. Und natürlich kommen gute Erinnerungen auf an den letztjährigen Final, als dies gegen den SCB gelang. Die Ausgangslage ist insofern anders, als das siebte Spiel nun in Zürich stattfindet. Der Davoser Stadionspeaker versuchte den enttäuschten HCD-Fans Mut zu machen, indem er darauf verwies, dass die Bündner noch nie ein Spiel 7 verloren hätten. Das stimmt. Siebenmal siegten sie bislang – allerdings war stets Ambühl dabei. Und der Noch-ZSC-Stürmer hat in siebten Spielen mit 8:0 sogar noch eine bessere Bilanz als sein Stammclub. Die Frage ist also: Welche Serie reisst morgen?

    «Ich glaube nicht an das Momentum», sagte HCD-Verteidiger Grossmann. «Am Samstag gibt es wieder ein ganz anderes Spiel. Die beiden Teams sind ebenbürtig, das hat man bisher ja gesehen. Es kann alles passieren.» Sein Team müsse wieder so spielen wie im Schlussabschnitt, fand Grossmann. Die Davoser Passivität der ersten zwei Drittel konnte er sich auch nicht recht erklären, wahrscheinlich habe sie auch mit den vielen Strafen zu tun gehabt. Der Aargauer machte den Schiedsrichtern aber keinen Vorwurf: «Ich habe nicht alle Szenen genau gesehen. Aber 90 Prozent der Strafen waren sicher gerechtfertigt», sagte er. «Wenn wir uns solch dumme Aktionen leisten, Nachschlagen oder Einhaken, wenn wir zu spät sind, dann rächt sich das halt.»

    Der wohl beste Mann auf dem Eis war Rückkehrer Blindenbacher, der in der eigenen Zone jeden Zweikampf gewann und für die nötige Stabilität sorgte. Der Abwehrspieler wurde von Einzelrichter Reto Steinmann für seinen Faustschlag gegen Reto von Arx zwar für zwei Spiele gesperrt, von denen er noch eines absitzen muss. Aber die ZSC Lions erreichten mit ihrem Rekurs aufschiebende Wirkung. Ob Blindenbacher auch am Samstag spielt, ist noch offen. Jedenfalls zeigte er gestern nicht zum ersten Mal, dass ihn solch spezielle Situationen anspornen.

    © Tages Anzeiger