Beiträge von Larry

    Ancillo Canepa Der Präsident des FC Zürich hat kein Glück, und ohne Glück zeigen sich seine Schwächen. Von Thomas Schifferle

    Am Tiefpunkt


    Der FC Zürich hatte zwanzig Jahre lang Sven Hotz. Er war der Präsident mit den langen Koteletten und dem langen Atem. Die Niederlagen, auch die schwersten, ertrug er stilvoll. Die Fans liebten ihn und seine Fehler. Im Ärger auf die Spieler konnte er sagen: «Ich würde sie am liebsten ungespitzt in den Boden hauen.» Am nächsten Tag gab er ihnen trotzdem bessere Verträge.

    Sven Hotz war der FCZ. Und der FCZ unter ihm auch Folklore. Hotz ging auf dem Höhepunkt: mit dem Meistertitel 2006, dem ersten nach 25 Jahren.

    Ancillo Canepa übernahm, erfolgreich als Wirtschaftsprüfer, im Herzen immer Fussballer. Er redete sofort von der Champions League als Ziel.

    Canepa ist ein Vollblutpräsident, und eigentlich wäre er nur eines lieber als das: Spieler. Sein Talent als Dribbler aber reichte nie, um ihn über Rüti hinaus bekannt zu machen.

    Sechs Jahre trägt er inzwischen die Verantwortung für den FCZ. Unter ihm gab es zwei Meistertitel und die Qualifikation für die Champions League. Er schwebte im Erfolg, und als vor einem Jahr der FC Bayern Europacupgegner war, genoss er die grosse Oper an der Seite der Bosse aus München.

    Canepa hat seine Emotionen immer gelebt. An einem Tag möchte er die Fans der Kurve am liebsten mit kaltem Wasser abspritzen, am nächsten erklärt er sie zu den Besten in Europa. Er lebt zwischen den Extremen. Nur fast nie in der Mitte davon.

    Als Präsident arbeitet er vollamtlich für den Verein, er bekommt dafür kein Geld, er zahlt nur. Was nach der perfekten Lösung klingt, hat auch seine dunklen Seiten. Canepa ist immer und überall dabei, 24 Stunden am Tag, er lässt eigentlich nie los. Wer so ist wie er, setzt sich schnell dem Vorwurf der Besserwisserei aus.

    Ein Einzelkämpfer

    Der Ehrgeiz treibt ihn an, und mit jedem Erfolg steigen seine Erwartungen. Das Problem im Fussball ist, dass der Erfolg seine Kinder frisst. Spieler zieht es weg, zu grösseren Clubs, zu besseren Verträgen. Sie müssen ersetzt werden, und ihre Nachfolger garantieren zuerst einmal nur eines: Kosten. Transfers sind oft wie Roulette. Hannu Tihinen war für den FCZ der Hauptgewinn, Ludovic Magnin ein Reinfall. Die Grenze zwischen Triumph und Scheitern ist oft unendlich schmal. Nun steht Canepa am Tiefpunkt seines Schaffens. «Ich bin doch nicht Obama», sagt er diesen Dienstag, angeblich überrascht über das Interesse der Medien nach der Entlassung von Trainer Rolf Fringer. Doch ein Profi wie Obama hätte kaum einen so schwachen Auftritt hingelegt wie Canepa.

    Der FCZ-Präsident sitzt allein vor den Medien. Was er so will. Und es passt zu seiner Situation. Er ist Einzelkämpfer geworden, Verwaltungsräte ziehen sich zurück, der Sportchef freut sich auf seine Zukunft in Bern. Canepa ist ein Präsident ohne Glück, und ohne Glück zeigen sich die Schwächen seiner Leidenschaft, wie letzte Woche. Als er vor die Mannschaft tritt, natürlich allein, will er sie an ihre Pflichten erinnern. Was als Ansprache geplant ist, wird zur Anklage der Spieler gegen den Trainer. Canepa opfert Fringer wenige Tage später unter fadenscheinigen Vorwürfen.

    Im «Tages-Anzeiger» sagt er, dass er nur sich selbst vertraue. Deutlicher lässt sich das Misstrauen den Mitarbeitern gegenüber nicht formulieren. Selbstkritik könnte Canepa jetzt helfen, aus seiner tiefen Formkrise zu finden. Sie gehörte bislang aber nicht zu seinen Stärken.

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    Zitat von snowcat


    und sich als gcn in zürich derart zu präsentieren ist definitiv eines davon.

    Sorry Roli aber schliifts?

    GCZ, so der Name dieses Clubs, ist länger in der Stadt als der FCZ, zudem bekanntlich der Rekordmeister.

    Dieses GCN getue, nur weil die ihren Campus in Niederhasli haben, ist lächerlich, lustig ist es schon lange nicht mehr.

    Unsere "Fans" gehen mir länger je mehr total auf den Sack, noch mehr als unser "Präsident"!

    Kommentar Von Ueli Kägi

    Die schweren Fehler des Präsidenten


    Es hätte alles besser werden sollen im Sommer, als der FC Zürich nach einem Jahr der Krise mit neuem Trainer in die neue Saison ging. Es ist nichts besser geworden. Der Club dreht sich nicht einmal im Kreis. Er gerät in immer grössere Schwierigkeiten.

    Nach der vorzeitigen Trennung von Meistertrainer Bernard Challandes im April 2010 führte Urs Fischer die Mannschaft aus der sportlichen Krise auf Schlussrang 2, bevor der Club ins nächste Tief rutschte. Nach Fischers Ende im März dieses Jahres brachte Rolf Fringer die inzwischen stark veränderte Mannschaft auch zwischenzeitlich nicht mehr in Schwung.

    Das kann am Trainer liegen – einem Trainer allerdings, der in St. Gallen und Luzern zumindest in den ersten Monaten sehr erfolgreich gearbeitet hat. Das kann aber auch an den Umständen im Club liegen. Die jüngste FCZ-Vergangenheit mit drei verbrauchten Trainern und vielen Krisen sind Anzeichen dafür, dass dieser Club tiefer liegende Probleme hat.

    Der FCZ schleppt auch nach dem ausgerufenen personellen Neubeginn Altlasten herum. Verlassen haben den Verein zuletzt vor allem Stammspieler wie Margairaz, Djuric, Mehmedi, Rodriguez, Aegerter oder Alphonse, aber abgesehen von Magnin nicht Unruhestifter wie der dauerverletzte Chikhaoui, der unzuverlässige Chermiti, Ersatzgoalie Guatelli, der zu Fringer illoyale Captain Beda.

    Es fehlen in diesem Team die Leader, die Wachrüttler, die Vorbilder – schlicht die Typen. Und an der Spitze hat der FCZ mit Ancillo Canepa wohl einen finanzstarken und engagierten Chef. Er hat mit ihm aber auch einen Präsidenten, der mit seiner Emotionalität zur Belastung zu werden droht. In der letzten Woche hat Canepa den Spielern hinter Fringers Rücken Gehör verschafft und damit den Trainer desavouiert, wie es ein Präsident nie tun darf. Seine Spieler sind ihm – auch aus wirtschaftlichen Überlegungen – offenbar wichtiger als sein Führungspersonal. Die zeitlichen Abläufe von Fringers Entlassung lassen auch vermuten, dass Canepa den Entscheid im Alleingang gefällt hat. Solange sich an seinem Verhalten nichts Grundlegendes ändert, wird es für den FCZ schwierig, zum Erfolg zurückzufinden.

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    Zitat von snowcat


    und alle erfolge mit favre zu erklären, greift zu wenig weit.

    Ist aber eine Tatsache dass der Erfolg bereits vor Canepa da war, und wie viel Anteil dass Favre an den Transfers von Bickel hatte kann niemand genau sagen, aber er dürfte hoch sein.

    Wenn die beiden so gut sind wie Du meinst sollte es ja absolut kein Problem sein, den FCZ schnell wieder zum Meister zu machen! :floet:

    Bin nicht per se für Greber aber viele seiner Vorwürfe an Canepa treffen halt IMHO genau ins Schwarze!

    20 Minuten:

    Drei Nachfolger werden gehandelt

    Dass Meier keine Dauerlösung sein kann, ist heute schon klar. Zu gering ist der Leistungsausweis des Nachwuchsmannes. Wer folgt auf Fringer? Drei Namen werden gehandelt:

    1. René Weiler: Der 39-Jährige macht beim FC Aarau einen hervorragenden Job, ist daran die Rüebliländer zurück in die Super League zu führen. Problem: Er gilt als Mann von Gregor Greber. Der Finanzfachmann hat einen Machtkampf gegen Canepa verloren, ist seit einigen Tagen Ex-Verwaltungsrat beim FCZ.

    Roli: Chasch demfall vergässe, weil Greber Mann

    2. Marco Schällibaum: Hat gemeinsam mit Sportchef Fredy Bickel und Assistenztrainer Harry Gämperle bei YB sehr erfolgreich gearbeitet. Problem: Das ist ein paar Jahre her.

    Neiii, de Gc Schälli, bitte nöd!

    3. Christian Gross: Ist nach seiner Entlassung bei YB auf Jobsuche. Problem: Der Höngger ist sehr teuer im Unterhalt.

    Zitat von Mushu


    War zu erwarten, löst aber kaum (bzw. nicht) die Probleme, die wir haben;

    - weiterhin haben wir kein Geld für "richtige" Transfers;
    - weiterhin haben wir keine Charakteren im Team und ein Koch muss Captain sein;
    - weiterhin haben wir teure Diven, die es nicht verdienen zu spielen und trotzdem "Stimmung" machen;
    - usw.

    Sollte nicht doch noch jemand in der Winterpause das grosse Portmonnaie öffnen, ist der Nachfolger die chancenlose arme Sau, welche eher früher als später gegangen wird.

    Es war, ist (und bleibt wohl) eine trostlose Sache FCZ-Fan zu sein ...

    Stimmt, und wer ist dafür verantwortlich?

    Mir kommen spontan zwei Namen in den Sinn! :roll:


    Das Siegerteam ist gekürt

    26.11.2012

    Die Jury hat das Team des renommierten Architekturbüros Caruso St. John Architects aus Zürich/London einstimmig zum Sieger gekürt. Die ZSC Lions und Volero Zürich werden der Öffentlichkeit ihr gemeinsames Projekt Ende April 2013 vorstellen.

    Im Auftrag der Bauherrschaft ZSC Lions und Volero Zürich hat das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich (AHB) unter dem Vorsitz der Bereichsleiterin, Ursula Müller, einen internationalen Architekturwettbewerb durchgeführt. Nachdem am Präselektionsverfahren aus 71 Bewerbungen 12 Teams zur Teilnahme am anonymen Wettbewerb eingeladen wurden, hat die 15-köpfige Jury am vergangenen Freitag einen Sieger erkoren. Die komplexe Ausgangslage mit zwei Sportarten unter einem Dach, das umfangreichen Raumprogramm und die begrenzten Platzverhältnisse auf dem Areal "Untere Isleren" in Zürich-Altstetten stellte eine grosse Herausforderung für die teilnehmenden Teams dar. Das Gewinnerprojekt von Caruso St. John Architects in Zusammenarbeit mit antón & ghiggi landschaft architektur GmbH, Zürich, Conzett Bronzini Gartmann AG, Chur, enerpeak salzmann ag, Baden,und Kalt+Halbeisen Ingenieurbüro AG, Zürich, wird in den kommenden Monaten noch überarbeitet.

    Nach Abschluss dieser von der Jury begleiteten Überarbeitung wird der Jurybericht erstellt. Ende April 2013 werden sämtliche Projekte mit Bildern und Plänen der Öffentlichkeit präsentiert. Finanziert wurde der Wettbewerb vollumfänglich durch die ZSC Lions und Volero Zürich.

    Das bekannte Architekturbüro Caruso St. John Architects hat grosse Erfahrung mit komplexen Bauvorhaben und hat sich einen Namen gemacht mit der Bremer Landesbank, der Hotelfachschule Lille und dem Kunstmuseum in Nottingham. Zu ihren aktuellen Bauprojekten in Zürich gehört das Büro- und Wohngebäude auf dem Baufeld E in der Europaallee, das sie in Zusammenarbeit mit Bosshard Vaquer Architekten für die SBB erstellen. Adam Caruso und Peter St. John sind in der Schweiz auch in der Lehre bekannt, so hatten sie Gastprofessuren an der ETH Zürich und der Accademia de l'architettura von Mendrisio inne. Seit 2011 ist Adam Caruso Professor für Architektur und Konstruktion an der ETH Zürich.

    (ZSC HP)

    Die ZSC Lions auf Identitätssuche

    Zu talentiert, um unter den Strich zu fallen, aber zu wenig kämpferisch – der Meister scheint besser, als er ist.

    Von Simon Graf


    Wahrscheinlich kam Marc Crawford das 1:6 gegen den HCD gerade gelegen, um sich gegen den schleichenden Niedergang seines Teams aufzulehnen. Derart in Rage wie am Samstag hatte sich der Kanadier in Zürich jedenfalls noch nie präsentiert. Und auch am Tag danach, als er wieder mit ruhigerer Stimme sprach, war seine Botschaft dieselbe: Eine solche Leistung könne er nicht akzeptieren. «Was ich den Spielern sagte, haben sie als Junioren sicher schon unzählige Male von ihrem Moskito-Coach zu hören bekommen: Wer Erfolg haben will, muss hart arbeiten. Härter als sein Gegner.» Doch sein Team sei gegen die Davoser, was die Arbeitseinstellung betraf, nicht einmal in der gleichen Stratosphäre gewesen.

    So schlimm war es, nüchtern beurteilt, nicht. Es war einfach ein Abend, an dem alles gegen die Zürcher lief. Und an dem sie sich aufgaben, als sie keine Möglichkeit mehr sahen zu einer Wende. Trotzdem tat Crawford gut daran, Alarm zu schlagen. Denn sein Team ist seit Ende Oktober vom Weg abgekommen. Von den letzten zehn Spielen hat es sechs verloren und gerade noch deren zwei in 60 Minuten gewonnen. Und das allein mit den Verletzungen von Spielern wie Ambühl, Cunti oder zuletzt Blindenbacher und Wick zu erklären, würde zu kurz greifen. Andere Mannschaften wie der HCD müssen mit noch viel mehr Absenzen auskommen.

    Die trügerische Tabelle

    Gute Coachs spüren, wann es Zeit ist, ein Zeichen zu setzen. Die ZSC Lions liegen zwar immer noch auf Rang 2, doch das ist wegen ihrer mehr absolvierten Spiele trügerisch. So viel besser als vor einem Jahr stehen sie nicht da. Sie haben nach 27 Spielen nur sieben Punkte mehr als damals, was gut zwei Siegen mehr entspricht. Unter Bob Hartley wurde das Team damals harsch kritisiert. So schrieb der «Tages-Anzeiger»: «Die Mannschaft kommt einem vor wie ein fleissiger Schüler, der viel lernt, aber trotzdem nie über eine 4–5 als Note hinauskommt.» Doch die Zürcher waren, wie sich herausstellen sollte, auf dem richtigen Weg.

    Die ZSC Lions Ausgabe 2012/13 haben deutlich mehr Unterhaltungswert. Weil sie im Sturm mit den Zuzügen von Wick, Shannon und Trachsler nochmals besser wurden und sie Crawford von den taktischen Fesseln Hartleys befreit hat. Doch ihnen ist die Identität eines Arbeiterteams, die im Playoff zu ihrem grossen Trumpf wurde, abhandengekommen.

    Weil sie schlicht zu talentiert sind, um ums Playoff bangen zu müssen, fehlt ihnen oft die nötige Entschlossenheit. Und den direkten Weg aufs Tor hat ihnen auch Brown noch nicht weisen können. Der Kings-Captain wirkt bislang wie ein Fremdkörper, braucht Zeit, um seine Spritzigkeit zu finden, und scheint verunsichert, was im Schweizer Eishockey erlaubt ist und was nicht.

    Dazu kommt, dass bei den ZSC Lions das Talent eher einseitig verteilt ist. Der Sturm ist so gut besetzt, dass Schäppi und Cunti meist in der vierten Linie zubringen müssen. Zwei Spieler, die man sich auch im Nationalteam vorstellen könnte. In der Abwehr hingegen genügen derzeit nur Seger und Geering höheren Ansprüchen. Blindenbacher, der wohl in Zürich bleiben dürfte, war meist verletzt. Schnyder, Stoffel und Maurer erledigen ihren Job im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut. Lashoff genügt den Anforderungen an einen Ausländer nicht. Falls der Lockout die ganze Saison dauert, dürfte er durch einen NHL-Verteidiger ersetzt werden. Aber das kann sich noch hinziehen.

    Es ist noch nicht zu spät

    Der Meister hat seine Identität noch nicht gefunden. Aber zu spät ist es dafür noch nicht. Vorausgesetzt, dass man sich bewusst ist, dass es nicht damit getan ist, wie in den vergangenen Wochen relativ sorglos durch die Qualifikation zu gleiten. Sonst droht im Playoff ein böses Erwachen. Und deshalb kann das eine oder andere deutliche Wort Crawfords auch nicht schaden.

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    Analyse Der FCZ ist in einer schweren Krise und die Mannschaft in zwei Lager gespalten. Von Peter Bühler

    Fringers Entlassung wird zum Thema

    Die Frage wurde gestellt, weil das in solchen Situationen immer der Fall ist: «Rolf Fringer, fürchten Sie um Ihren Job?» Mit der ihm eigenen Gelassenheit antwortete der FCZ-Trainer, der seit 25 Jahren im Geschäft ist und die Mechanismen des Fussballs kennt: «Damit beschäftige ich mich nicht, sondern einzig mit dem Problem, wie ich mit der Mannschaft aus dem Loch finde.» Es war Samstagabend, Viertel nach zehn Uhr. Tiefe Nacht im Letzigrund – für die Zürcher im wahrsten Sinne des Wortes. Sie waren dem Tabellenletzten Servette 0:2 unterlegen. Eine Woche zuvor hatte der FCZ am gleichen Ort gegen den Zweitletzten Luzern ebenfalls 0:2 verloren.

    Die Heimbilanz von Fringer ist bedenklich. Er hat in neun Spielen sieben Punkte gewonnen, aus den letzten sechs Partien im eigenen Stadion resultierte nur ein Zähler. Mit seinen insgesamt 17 Punkten befindet sich der Club zwar noch im breiten

    Mittelfeld der Tabelle, der Abstand zu Servette und dem letzten Platz beträgt aber nur noch deren sieben. Die Genfer empfangen am kommenden Sonntag den FC Thun, der FCZ trifft im Derby auf GC. Für den FCZ könnte es schon sehr bald heissen: Willkommen im Abstiegskampf!

    Verunsichert, leblos und fad

    Fringer wurde auf diese Saison hin verpflichtet, um frischen und mutigen Fussball spielen zu lassen und die Mannschaft für den Europacup zu qualifizieren. Der FCZ ist von beiden Zielen meilenweit entfernt. Die Mannschaft ist völlig verunsichert, sie wirkt leblos, müde und fad, sie spielt kompliziert und durchsichtig, gelangt so gut wie nie in den Abschluss. Gegen Luzern wie auch gegen Servette kam sie nicht zu einer einzigen Torchance aus dem Spiel heraus. Dafür lud sie in der Defensive die Gegner mit stümperhaften Eigenfehlern zum Toreschiessen ein: Goalie Da Costa hatte gegen Luzern gepatzt, gegen Servette leitete Verteidiger Glarner die Niederlage mit einem dilettantischen Rückpass ein.

    Sehr vieles stimmt nicht bei diesem FCZ. Er ist keine Einheit, kein Team, er besteht aus elf Einzelkämpfern. Viele von ihnen sind zwar einstige oder sogar aktuelle Nationalspieler, aber sie sind keine Persönlichkeiten, die vorangehen, kämpfen und dagegen halten, wenn eine Partie nicht so verläuft, wie sie sich das vorstellen. Der FCZ ist nicht im Gleichgewicht und nicht besonders gut zusammengestellt. Er hat im zentralen Mittelfeld zu viele ähnliche Spielertypen wie Buff, Kajevic, Kukuruzovic und neuerdings wieder Gajic. Sie alle haben den Ball am liebsten in den Füssen. Und der FCZ hat zu viele Zentrumsstürmer wie Gavranovic, Drmic, Jahovic und Chermiti, die immer in die Mitte drängen und sich gegenseitig den Raum nehmen, weil sie unbedingt ihr Tor erzielen wollen.

    Wahrscheinlich ist das Potenzial der Mannschaft von den Verantwortlichen zu Saisonbeginn falsch eingeschätzt beziehungsweise überschätzt worden. Die letzte Verantwortung für die ungenügenden Ergebnisse trägt – neben den Spielern natürlich – der Trainer. Fringer hatte im Frühling zwei Monate Zeit, um sich von der Tribüne herab ein Bild vom FCZ zu machen. Gewiss wurde ihm nicht jeder Transferwunsch erfüllt, aber seine Bilanz mit nur einem gewonnenen Punkt pro Spiel ist dürftig. Sein Vorgänger Urs Fischer erreichte letzte Saison in den 24 Partien bis zu seiner Entlassung im März einen Schnitt von 1,2 Punkten. Die Zürcher sind keinen Schritt weitergekommen.

    Falls Fringer auch das Derby verlieren und der FCZ in seinem letzten Spiel vor der Winterpause im Cup am Erstligisten Köniz scheitern sollte, ist er nicht mehr zu halten. Das ist klar.

    Einiges deutet aber darauf hin, dass es schon vor diesen Partien zur Trennung kommen könnte. Die Mannschaft ist tief gespalten, in eine Pro-Fringer-Fraktion mit Da Costa und Kukeli als Wortführern und in eine Anti-FringerGruppe mit Beda, Guatelli und Chermiti. Letztere sollen sich bei Präsident Ancillo Canepa massiv über den Trainer beschwert haben. Und Canepa selber hat sich schon öfter darüber aufgehalten, dass der Trainer mit unbedachten Äusserungen seinen Spielern Alibis für ungenügende Leistungen verschaffte – wie zuletzt am Samstagabend, als Fringer behauptete, die Wirren in der Clubleitung hätten sich nachteilig auf die Mannschaft ausgewirkt.

    Clubleitung entscheidet heute

    Die Luft ist dünn geworden für Fringer. Heute Nachmittag tagt die Geschäftsleitung des Clubs, und auf den Abend soll eine ausserordentliche Sitzung des Verwaltungsrats anberaumt sein. Klar ist, dass die Trainerfrage diskutiert und vielleicht auch schon gegen Fringer entschieden wird. Ob Fringer nun aber entlassen wird oder (auf Zusehen) weiterarbeiten darf: Der Druck wird auch für Canepa und Sportchef Fredy Bickel grösser werden. Fringer war im März ihr Wunschtrainer gewesen – und nur acht Monate später ist er mehr oder weniger gescheitert. Canepa muss dies nicht so sehr kümmern: Er hat seine Position im Verwaltungsrat mit der Bereitschaft, den Jahresverlust (geschätzte fünf Millionen Franken) abzudecken, nachhaltig gestärkt. Bickel aber hat mit Fringer die erfolglose Mannschaft zusammengestellt und die sportliche Misere mitverschuldet.

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    Canepas Preis für vereitelten Putsch

    Von Peter Bühler

    Der Präsident geht gestärkt aus dem Machtkampf in der FCZ-Führung hervor, aber er wird sich finanziell noch mehr engagieren müssen.

    Rolf Fringer will es nicht als Entschuldigung für schlechte sportliche Leistungen verstanden wissen, aber der FCZTrainer stellt doch unmissverständlich fest: «Die jüngsten Wirren in der Clubleitung haben für Unruhe im ganzen Verein gesorgt und auch die Arbeit der Mannschaft negativ beeinflusst.» Die seit Wochen andauernden Missstimmungen im Verwaltungsrat waren den Spielern nicht verborgen geblieben, weil immer wieder Indiskretionen aus dem Führungsgremium nach aussen drangen.

    Zu Beginn dieser Woche kam es schliesslich zum Eklat: Vizepräsident Gregor Greber trat zurück und schied aus dem Verwaltungsrat aus (TA vom Mittwoch). Greber hatte seine Ambitionen auf das Präsidentenamt nie nachhaltig dementiert und zuletzt sämtliches Vertrauen verloren, das ihm Canepa lange entgegengebracht hatte.

    Missgunst und Misstrauen

    So stellte Greber im Verwaltungsrat nicht nur den von Canepa gestützten Sportchef Fredy Bickel permanent infrage, er soll in Kooperation mit dem im Mai neu gewählten Verwaltungsrat George Tzionas hinter dem Rücken des Präsidenten bereits nach Alternativen für Bickel und Fringer sowie dessen Trainerstab gesucht haben. Tzionas indes dementiert eine Beteiligung.

    Grebers Kandidat für das Amt des Sportchefs war offenbar der frühere FCZSpieler Franco Di Jorio; als Nachfolger von Fringer dachte Greber an den heutigen Aarau-Trainer René Weiler; und für die U-21, die gegenwärtig von Urs Meier trainiert wird, war Adrian Allenspach vom Erstligisten Tuggen vorgesehen. Wenn es nach Greber gegangen wäre, hätten die neuen Leute schon ab der Rückrunde für den FCZ arbeiten sollen.

    Es kam nicht dazu. Canepa widersetzte sich entschlossen dem Ansinnen seines Stellvertreters, nachdem er von dessen Putschplänen erfahren hatte. Darauf stellte Greber sein Amt per sofort zur Verfügung. Canepa sagt: «Ich bin enttäuscht von Gregor Greber, er hat mein Vertrauen zutiefst missbraucht.»

    Dies ist die menschliche Komponente, dazu kommt aber vor allem die finanzielle. Greber, ein aufstrebender Mann aus der Finanzbranche, ist einer der Geldgeber, die in Aussicht stellten, sich an der gegenwärtig laufenden Kapitalerhöhung von rund 3 Millionen Franken massgeblich zu beteiligen. Sein Beitrag entfällt – und die finanziellen Probleme des Clubs werden dadurch gewiss nicht geringer.

    Eine Budgetreduktion droht

    Es ist davon auszugehen, dass der FCZ in diesem Jahr ohne Europacup-Beteiligung einen hohen Verlust einfahren wird. Insider sprechen von einem Minus in der Grössenordnung mehrerer Millionen Franken. Canepa mag vor der Publikation des Geschäftsberichts im Frühling keine Zahlen kommentieren. Er sagt nur: «Die Liquidität ist garantiert, und die finanzielle Situation bringen wir unter Kontrolle.» Canepa, der bald vierzig Prozent der Aktien hält, wird sich finanziell noch stärker verpflichten müssen und gezwungen sein, das Millionenloch mit einem Griff in die private Kasse zu stopfen. Das ist der Preis, den er für den vereitelten Putsch zu bezahlen hat.

    Klar ist, dass der FCZ sein Budget von gut 20 Millionen Franken künftig kaum mehr wird finanzieren können – zumindest, bis das neue Stadion steht. Es zeichnet sich deshalb ab, dass er ohne neue Investoren seinen Aufwand reduzieren muss. Canepa mag nichts dramatisieren, er erklärt für den Moment einzig: «Wichtig ist, dass der Verein endlich zur Ruhe kommt.» Dazu können auch Fringer und die Spieler ihren Teil beitragen. Mit einem Sieg heute gegen Servette.

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    Interessant:

    "I am disgusted. We have to push Fehr to the wall to get the deal. Time is against us. We lost (a quarter of the) season, it is $425 million. Who will give it back to us? Mr. Fehr?" Hamrlik was quoted as saying.

    "There should be voting between players. Four questions—YES or NO—then count it. If half of players say let's play, then they should sign new CBA. If there is no season he should leave and we will find someone new. Time is our enemy."

    “I agree 100 percent with Hammer,” Neuvirth told TVA Nova Sport of the Czech Republic. “This lockout is not about majority of players, I think. It is about several superstars with big contracts.”

    http://aol.sportingnews.com/nhl/story/2012…pa-gary-bettman

    Was dem künftigen Sportchef allerdings fehlt: Erfahrung in genau jenem Job, den er bei den Flyers übernehmen soll – wie das zuletzt bei so vielen in Kloten der Fall war. Rötheli weiss um dieses Manko, gelobt aber rasche Besserung: «Ich habe einen unheimlichen Willen.»

    (Tagi)

    TV-Fussball Geschrei statt Kommentar, Fehler am Laufmeter und permanente Eigeninszenierung bietet das Schweizer Fernsehen. Von René Staubli

    Auswechseln!

    «Oben Weltklasse, unten Kreisklasse» – so schätzten Fachleute in den 80erJahren die Fähigkeiten des deutschen Mittelstürmers Horst Hrubesch ein. Er brachte mit den Füssen nur wenig zustande, dafür schoss er mit dem Kopf tolle Tore im Dutzend.

    «Am Mikrofon Kreisklasse» – das ist das Fazit nach den TV-Übertragungen dieser Woche aus der Champions League. Mit Juventus Turin gegen Chelsea und Manchester City gegen Real Madrid sah man zwar spannende Spiele, doch die Kommentare des TV-Trios Sascha Ruefer, Beni Thurnheer und Matthias Hüppi waren ungeniessbar.

    Bei Ruefer verfestigt sich mit jeder Partie der Eindruck, dass er besser Schauspieler geworden wäre. Für ihn ist Fussball 90 Minuten Drama, von Abgeklärtheit keine Spur. Er schreit mehr, als dass er kommentiert und neigt zur bescheidenen Pointe. Seine saloppe Art wird zum Ärgernis, wenn er – wie am Dienstag geschehen – der Juve nur zwei Punkte für den Sieg zuspricht statt drei. Oder wenn er die Zuschauer darauf hinweist, dass Roberto Di Matteo «nach fünf Siegen in Serie» um seinen Posten als Trainer bangen müsse; natürlich hatte Chelsea fünfmal verloren.

    Dass der Abend so anstrengend verlief, war aber auch das Verdienst von Matthias Hüppi im Studio. Er scheint sich als Pausen-Conférencier an der Spielweise des FC Barcelona zu orientieren: Unter 80 Prozent Ballbesitz macht er es nicht. Seinem Studiogast Gürkan Sermeter gönnte er jedenfalls nur ein paar Gesprächsbrocken und eifriges Kopfnicken.

    In die Jahre gekommen

    Den Vogel schoss aber Beni Thurnheer ab. Er konnte sich 90 Minuten lang nicht entscheiden, ob die Mannschaft von Manchester City auf dem Platz stand oder jene von Manchester United. Als der orange gekleidete RealGoalie Iker Casillas mit einer Parade den Ausgleich verhinderte, lobte Thurnheer den blau gekleideten CityTorwart Joe Hart für die grosse Tat. Den 28 Jahre alten Stürmer Carlos Tévez sah der 63-Jährige «in die Jahre gekommen», und beim Stand von 1:1 sprach Thurnheer vom Bemühen der Engländer, den Ausgleich zu erzielen.

    Wenn ein paar treue Zuschauer nicht wegzappten, dann wegen Rainer Maria Salzgeber, Raphael Wicky und Gilbert Gress. Als Team sind die drei kompetent und unterhaltsam. Sie müssen nicht ausgewechselt werden.

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