Beiträge von Larry

    Canepa stärkt seine Macht

    Der FCZ-Präsident und sein Vorgänger Sven Hotz halten nach der Kapitalerhöhung die Aktienmehrheit am Club. Das stützt auch den kritisierten Sportchef Fredy Bickel.

    Von Peter Bühler

    Am Dienstagabend las Fredy Bickel im Kaufleuten an der Vernissage zum Buch «Bin gleich zurück. Komisches aus dem Leben von Beat Schlatter» aus einem Kapitel vor, das der Zürcher Kabarettist über den FCZ verfasst und ihm gewidmet hat. Tags darauf nahm er in der Innenstadt an einem Podiumsgespräch zum Thema Unternehmungsführung teil, zu der eine renommierte Wirtschaftszeitschrift eingeladen hatte. Die Abwechslung tat dem Sportchef gut, der Alltag ist für ihn derzeit nicht immer leicht. Die von anonymen Kritikern vor zehn Tagen in der NZZ gemachten Vorhaltungen, er sei ausgebrannt und seine Transferbilanz sei katastrophal, haben ihm zugesetzt. Bickel sagt: «Mit mir kann jeder reden, mir kann doch jeder persönlich ins Gesicht sagen, was er von mir hält.»

    Am Sonntag legte der Boulevard nach. Der «SonntagsBlick» titelte: «FCZ vor Revolution: Canepa vor Rücktritt – Bickel vor Rauswurf». Dass diese Story von Leuten im FCZ-Umfeld sowie sogar aus dem inneren Zirkel des Vereins befeuert war, welche die Führung destabilisieren wollen, scheint inzwischen klar. Bickel mag sich dazu nicht äussern, weil er nicht weiter Öl ins Feuer giessen will. Er sagt nur: «Ich bleibe ruhig, arbeite weiter und mache meinen Job nach bestem Wissen und Gewissen.»

    Das Problem mit dem Saisonziel

    Dass über seine Person diskutiert wird, nachdem er nicht bei allen Transfers eine glückliche Hand gehabt hat (Magnin, Ramazotti), kann Bickel akzeptieren – selbst wenn dabei vergessen werden sollte, dass ihm in jüngster Zeit ziemlich enge finanzielle Grenzen gesetzt waren. Gleichzeitig ist sich der Sportchef sicher, in den letzten Monaten gemeinsam mit dem Präsidenten sportlich die Weichen in die richtige Richtung gestellt zu haben. Er ist von der Qualität der rundum erneuerten Mannschaft und des neuen Trainers Rolf Fringer überzeugt, er denkt, es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich positivere Ergebnisse einstellen werden.

    Gerade Bickel und Fringer waren es ja gewesen, die zu Saisonbeginn vor zu hohen Zielsetzungen gewarnt hatten. Die Qualifikation für die Europa League, gleichbedeutend mit dem vierten Rang in der Meisterschaft, sollte es trotzdem sein. Die Realität sieht anders aus: Der FCZ ist Achter, der Rückstand auf den Vierten Basel beträgt schon acht Punkte. Diese sportliche Situation passt nicht zum Selbstverständnis eines Grossclubs, für den viele inner- und ausserhalb des Clubs den FCZ trotz reduzierten Budgets auf rund 20 Millionen Franken noch immer halten. Und: Misserfolge führen immer zu Kritik, das ist logisch.

    Die Vorbehalte gegen Bickel

    Zu denken geben muss der Führung allerdings, wenn die Kritik von Leuten geäussert wird, welche Medien dafür nutzen, gleichzeitig aber anonym bleiben wollen – was dann im Endeffekt zu Formulierungen führt wie «Hinter vorgehaltener Hand wird Bickel vorgeworfen …» oder «Gerüchten zufolge soll Bickel ...»

    Bickel war in seinen neun Jahren beim FCZ zwar an drei Meisterschaften und einem Cupsieg beteiligt, der letzte Titel aber geht auf das Jahr 2009 zurück. Er spürt sehr wohl, dass seine Position bei einflussreichen und zahlungskräftigen Mitgliedern des Verwaltungsrats wie Gregor Greber, Hans Ziegler oder George Tzionas nicht mehr unbestritten ist. Sie werfen ihm vor, seine Transfers aus dem Bauch heraus, mitunter ein wenig chaotisch und nicht nach einem strikten Businessplan zu tätigen; vor allem aber haben sie ihm nicht verziehen, dass er als Angestellter des Vereins die vom Verwaltungsrat im letzten März einstimmig beschlossene Entlassung von Trainer Urs Fischer öffentlich nicht mitgetragen hat. Sie hielten Bickels Verhalten für illoyal – gemäss dem Sprichwort: «Beiss nicht in die Hand, die dich füttert.»

    Bickel war jahrelang einer der erfolgreichsten Sportchefs im Schweizer Fussball. Mit den Misserfolgen ist er angreifbar geworden, genauso Präsident Ancillo Canepa. Doch zur vom Boulevardblatt angekündigten Revolution kommt es nicht. Bickel hat den festen Willen, seinen bis 2014 laufenden Vertrag beim FCZ zu erfüllen, und Canepa erklärt: «Ein Rauswurf von Bickel ist absolut kein Thema.» Er hält seine schützende Hand über den Sportchef – und denkt selber nicht im Entferntesten daran zurückzutreten. Die Wahl des FCZ-Präsidenten findet im Dreijahresrhythmus statt, das nächste Mal im kommenden Mai. «Ich mache sicher weiter», sagt Canepa, «es gibt beim FCZ noch viel zu tun.»

    An seinem Willen hat auch die immer wiederkehrende Kritik nicht geändert, er sei mit den Millioneneinnahmen aus der Champions League zu wenig sorgsam umgegangen, habe sie, statt ins Kerngeschäft Fussball und in die Profimannschaft zu investieren, in einem aufgeblähten Mitarbeiterapparat, im FCZMuseum, einer aufwendigen FCZ-Chronik und im FCZ-TV verbraten. Er sieht das schlicht anders.

    Die Solidarität von Hotz

    Um seine Wiederwahl wird er kaum fürchten müssen, auch wenn Vizepräsident Greber hartnäckig Ambitionen auf das höchste Amt nachgesagt werden. Greber selbst erklärt, er sei grundsätzlich ein ambitionierter Typ: «Aber es steht nicht auf meiner Agenda, ob und allenfalls wann ich überhaupt FCZ-Präsident werden möchte.» Canepa findet gut, wenn sich einer wie Greber mit Herzblut für den Club einsetzt. Nur: Nach der im Moment laufenden Kapitalerhöhung von 1,4 auf 4,2 Millionen Franken, mit der einerseits die Liquidität garantiert und anderseits die Kapitalbasis gestärkt werden soll, dürfte über ein Drittel des Aktienkapitals in Canepas Händen sein, und er damit grösster Aktionär. Weil sich auch der frühere Präsident Sven Hotz bereit erklärt hat, in grösserem Umfang Aktien zu zeichnen, werden er und Canepa zusammen die Aktienmehrheit haben. Hotz, heute Ehrenpräsident, sagt: «Ich habe Canepa zu meinem Nachfolger vorgeschlagen, also bin ich mit ihm auch in schwierigeren Zeiten solidarisch. Und den FCZ lasse ich ohnehin nie im Stich.»

    Canepas Blick auf 2017

    Canepas Fernziel ist es, dereinst mit dem FCZ ins neue Stadion auf dem HardturmAreal einzuziehen. 2017 soll die Arena bezugsbereit sein. «Vielleicht bin ich ja in fünf Jahren noch immer Präsident», sagt er. Kurzfristig hofft er, die Finanzen im Lot zu halten und wenn immer möglich am Jahresende schwarze Zahlen auszuweisen. Das könnte möglich werden, weil der Clubanteil der Transfererlöse aus den lukrativen Spielerverkäufen im Jahr 2012 (Rodriguez, Mehmedi, Djuric, Alphonse, Margairaz, Nikci) in die laufende Rechnungsperiode fliesst.

    Der Präsident ist um Gelassenheit bemüht. Er betont, dass der achtköpfige Verwaltungsrat sehr gut zusammenarbeite, er sich nicht vorstellen könne, dass Informationen aus der Führung nach aussen getragen worden seien. Er sagt: «Es ziehen alle am gleichen Strick.» Aber auch in die gleiche Richtung?

    Klar ist: Die Zusammensetzung des VR mit vielen Fachleuten aus der Wirtschafts- und Finanzbranche, die nicht alle über fussballspezifische Fachkompetenz verfügen, birgt Gefahren und Konfliktpotenzial. Und: Zur Ruhe werden der FCZ und seine Führung erst kommen, wenn die Mannschaft wieder gewinnt.

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    Eine kleine Zürcher Revanche an Thornton

    Die ZSC Lions feierten mit dem 2:1 gegen Davos ihren vierten Sieg in Serie – und kontrollierten dabei den NHL-Spielmacher.

    Von Simon Graf, Zürich


    Als Joe Thornton und Rick Nash bei ihrem NLA-Debüt mit einem 9:2 über die Lakers die Liga erschütterten und höchste Erwartungen an die Lockout-Gäste schürten, dachten sie vielleicht, es gehe in diesem Takt weiter. Doch seitdem hat der HCD in vier Spielen gerade noch sechs Tore erzielt und zuletzt dreimal verloren. Doch Thornton wirkte nach dem 1:2 im Hallenstadion nicht besorgt, zeigte sich wie gewohnt strahlend. Auf die Frage eines Zürcher Reporters, ob er langsam nervös werde, lachte er nur und fragte zurück: «Und sie? Sind sie nervös?» Wer wie Thornton gewöhnt ist, einen ganzen NHL-Verein auf seinen Schultern zu tragen (seit er im Winter 2005/06 zu den San Jose Sharks transferiert wurde), sind diese ein Topteam, lässt sich so schnell nicht beunruhigen.

    Eine leichte Unruhe durchströmte allerdings ZSC-Trainer Marc Crawford, als Thornton in der Schlussminute den Puck auf seinem Stock hatte. «Ich habe schon oft erlebt, dass etwas Gutes für sein Team passierte, wenn er den Puck führte», erzählte Crawford, der in der NHL bei Los Angeles und Dallas oft gegen diesen gecoacht hatte. Thornton spielte zurück zu Schneeberger, der schoss direkt, doch Seger blockte den Puck. Und wenig später stand der vierte Zürcher Sieg in Serie fest.

    Segers Solo zum Siegtor

    Crawford lobte seinen Captain für jene Szene überschwänglich, er hätte aber auch noch eine andere erwähnen können: Wie Seger in der 23. Minute durch die Davoser Abwehr spazierte und zum 2:1 ins Lattenkreuz traf. Es war das Highlight und das Siegtor an diesem kämpferisch betonten Abend gewesen. Der ZSCErfolg ging in Ordnung, und er wurde von den über 9000 Zuschauern besonders gefeiert, weil er gegen die Davoser zustande gekommen war. Und gegen Thornton, die dominierende Figur des Finals 2005, den die Zürcher verloren.

    Der 33-Jährige stach diesmal nicht heraus wie gewohnt, so dass der Medienchef des Internationalen Eishockeyverbands nach zwei Dritteln sogar tweetete, er sei «unsichtbar». Das war ein etwas zu hartes Urteil, zumal Thornton erstmals beim HCD auf seiner gewohnten Centerposition spielte und sich mit seinen jungen Flügeln Sciaroni und Steinmann erst noch finden muss. Er spielte immerhin einige sehenswerte Pässe und dürfte, wenn am Samstag Nash zurückkehrt, wohl auch wieder punkten.

    Die Davoser werden, wenn Nash, Sykora und Forster wieder fit sind, bald wieder nach oben klettern. Thornton, der bei seinem letzten Schweizer Gastspiel wenig angetan gewesen war vom Zürcher «Stadiönli», lobte übrigens das Hallenstadion. Es sei schön geworden und nicht zu vergleichen mit der Arena, «in der etwa 50 Leute Platz fanden». Nach fünf Heimspielen können sich die ZSC Lions in dieser Saison über einen guten Besuch freuen, mit einem Schnitt von 8456 Zuschauern liegen sie bislang klar über jenem des Vorjahrs (7589). Der Spielplan beschert ihnen im Oktober aber noch sechs weitere Auftritte auf eigenem Eis – und diese Ballung von Heimspielen wird ihren treuen Anhang auf die Probe stellen.

    Keine Spur von Meisterblues

    Zuerst haben sie aber einmal eine Woche Pause. Die sei wohlverdient, fand Crawford, der gut gelaunt war angesichts der jüngsten Erfolgsserie. Noch läuft nicht alles wie geplant, gestern war das Powerplay ein Schwachpunkt, und die neuen Nordamerikaner Lashoff und Brulé haben noch nicht überzeugt. Doch die Mannschaft demonstriert eine beeindruckende Breite über vier Linien. Und Flüeler hat mit dem Selbstvertrauen eines Meistergoalies zuletzt in vier Spielen nur vier Tore zugelassen. Von einem Meisterblues ist bei den Zürchern jedenfalls nichts zu spüren.

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    Mein Senf:

    Wieder beste Unterhaltung im gut gefüllten Hallenstadion! :cool:

    Dürfte eine gefreute Saison für die ZSC Fans werden!

    Ortstermin Am Abschiedsspiel für Ari Sulander im Hallenstadion

    Letzter Auftritt für «The Wall»

    Von Werner Schweizer, Zürich

    Fast 8000 Zuschauer verabschiedeten GoalieLegende Ari Sulander von den ZSC Lions. Seine 31 hängt nun unter dem Hallendach.

    Im Hallenstadion wurde am Samstag zum letzten Mal «The Wall» (Die Wand) aufgeführt, nicht von Pink Floyd, sondern von Ari Sulander. Die Anhänger des Clubs rollten vor dem Abschiedsspiel des finnischen Torhüters von den ZSC Lions ein fast 60 Meter langes Transparent mit einer Backsteinmauer aus, darüber prangte ein Bild von Sulo Superman. Diese Choreografie war nur ein Stein in der liebevoll und professionell gestalteten Gala, die im Zeichen des 43-jährigen Meistergoalies stand.

    Es folgte der Match der Sulo All Stars, die der Finne aus ehemaligen Teamkollegen wie Andreas Zehnder ausgewählt hatte, gegen die Swiss Legends. Eine ganze Reihe von grossen Namen des Schweizer Eishockeys erwies Sulander die Ehre. Die meisten von ihnen sind heute als Trainer, Sportchefs und Agenten tätig. Renato Tosio deutete an, dass er einst im SCB-Tor eine ähnlich stabile Wand wie der Gefeierte gewesen war. Dass die All Stars bei grosszügiger Arbitrierung der Altschiedsrichter Vögtlin und Marti locker 7:2 gewannen, war keine Überraschung. Immerhin wirkten bei den Zürchern zwei aktuelle Nationalligaspieler der GCK Lions mit, der langjährige Weggefährte Claudio Micheli (42) und Sohn Santtu Sulander (19), der im Gegensatz zum Vater einen breiten Zürcher Dialekt spricht. Sulander entlockte das zweite Gegentor durch Manuele Celio gar ein Schmunzeln. Solches war in den 14 Jahren der Zürcher Karriere beim Ehrgeizigen undenkbar gewesen. Die Klotener Fraktion um Felix Hollenstein hatte den Kasten Sulanders wie so oft in früheren Zeiten intensiv, aber fast erfolglos bestürmt.

    Der wichtigste Transfer

    Dann hatte «The Wall» den letzten Puck gehalten. Die Mauer ist wie viele vor ihr Geschichte. Sulander wurde mit Ovationen und Sprechchören der gegen 8000 Zuschauer an diesem Nachmittag überhäuft. Nach der Ehrenrunde erhielt er die ZSC-Ehrennadel. Die offizielle Ehrung fand vor dem abendlichen Match der ZSC Lions gegen Ambri statt. TASportredaktor Simon Graf, der die Karriere journalistisch begleitet hatte, hielt die Laudatio. Dann wurde das Banner mit der Nummer 31 und einem Porträt des Finnen als erstes unters Hallendach gezogen. Das zeigt, wie bedeutend die Leistungen Sulanders für den Club waren. Darauf wiesen am Samstag auch die Kollegen und ehemaligen Gegner hin. Für Simon Schenk, der den finnischen Weltmeister 1998 nach einer missratenen ersten Saison der Lions verpflichtet hatte, war es der wichtigste Transfer überhaupt.

    Sulander gab der Mannschaft mit seiner Klasse, Sicherheit und unerschütterlichen Ruhe erst die Stabilität für ein Spitzenteam. Auf der DVD mit den Meilensteinen der Erfolge, die der Club in den Verkauf bringt, kann sich der ZSC-Fan noch mal oder wiederholt die zuweilen fast unmöglichen Paraden zum Beispiel im siebten Finalspiel in Lugano 2001 zu Gemüte führen. Die abgewehrten Penaltys im sechsten Finalspiel vor dem Meistertitel 2008 gegen Servette. Die überragende Performance im Final der einmaligen Champions Hockey League 2009 gegen Magnitogorsk, damals allerdings im Exil der Diners Club Arena. Sulander war wahrscheinlich auch der Beste seines Fachs mit dem Stock. Vor zehn Jahren schoss er als bisher einziger A-Goalie beim 6:4 in Ambri ein Tor.

    Stiller Geniesser

    Er war ein Mann der Tat und nicht des Wortes, fasste Micheli zusammen. Die Zurückhaltung prägte den Wortkargen. Bei den ZSC Lions vollendete er seine Mauer.

    Der Fondue-Liebhaber hatte für seinen Abschied die finnische Freundin und Freunde aus der ersten Heimat, dazu die ZSC-Kollegen und Legenden eingeladen. Man tafelte im Backstage-Restaurant der Arena, die der Goalie bei Dienstantritt vor 14 Jahren noch als rauchiges Stadion mit Holzbänken und eingebauter Rennbahn erlebt hatte. Er wiederholte am Ende der Feier, was er schon im Laufe des Tages gesagt hatte: Die ZSC Lions waren ein wichtiger Abschnitt in seinem Leben, an den er sich immer gerne erinnern wird. Jeder Überschwang ist ihm fremd geblieben.

    Sulander lebt heute wieder in Helsinki und lässt sich zum Goalietrainer ausbilden.

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    FC Zürich Die anhaltende Sieglosigkeit erzeugt Spannungen rund um den Verein. Von Ueli Kägi

    Die gestreute Unruhe

    (Mitarbeit: ths.)


    Der FCZ hatte das 0:1 gegen GC und das 0:2 gegen St. Gallen. Nun erkämpfte er sich bei Sion ein 2:2. Der Punkt allerdings genügt nicht, um die Spannung zu lösen, die den Club derzeit plagt.

    Am Mittwoch letzter Woche stellte die NZZ die Arbeit von Fredy Bickel infrage und stellte fest, der Sportchef sei im Umfeld «so umstritten wie noch nie zuvor». Es kamen in der Geschichte Kritiker zu Wort, die den Sportchef als «ausgebrannt» bezeichneten und seine Transferbilanz «katastrophal» nannten.

    Diese Kritiker wurden angelockt von der Erfolglosigkeit, sie treten ohne Namen auf, als Heckenschützen quasi, und sie spielen auch im «SonntagsBlick» von gestern ihre Rolle in einem Artikel mit der Schlagzeile: «Canepa vor Rücktritt. Bickel vor Rauswurf.» Im Text heisst es, Bickel werde wohl zum Abschied gedrängt oder gehe von sich aus. Gerüchten zufolge habe er sich bereits mit Luzerner Verantwortlichen getroffen, GC sei ebenfalls eine Option. Daneben werde auch die Leistung Canepas von FCZ-Verwaltungsräten kritisch hinterfragt.

    «Diese Geschichte entbehrt jeder Grundlage!», ruft Ancillo Canepa ins Telefon. Und: «Weder denke ich an einen Rücktritt, noch ist ein Rauswurf von Fredy Bickel geplant.» Es herrsche Ruhe. «Im Fussball ist es gelegentlich so, dass die Resultate nicht stimmen. Der Bau eines neuen Teams geht manchmal schneller, manchmal weniger schnell – wie jetzt bei uns.»

    Es ist gerade diese Erfolglosigkeit, mit welcher der FCZ das Spielfeld für Spekulationen bietet. Seit neun Jahren ist Fredy Bickel Sportchef des FCZ. Er will sich «der Kritik stellen», sagt aber auch: «Wir dürfen nicht vergessen, wie viele Erfolge wir in der Vergangenheit gefeiert haben.» Er glaubt, dass die Clubführung gerade seit dem im Winter eingeleiteten Neubeginn gut gearbeitet habe, spricht vom Sparkurs und glaubt trotzdem an die Möglichkeiten des Vereins. Zu den Zuzügen steht er «100 Prozent». In der Mannschaft sieht er «unheimliches Potenzial», nur Zeit brauche sie eben. Vehement bestreitet Bickel, jüngst mit Luzern oder GC gesprochen zu haben: «Mein Verein ist der FCZ. Ich will hier weitermachen.»

    Bickel fragt sich, ob die Artikel orchestriert sind und wer im FCZUmfeld ein Interesse haben könnte, Stimmung gegen die Vereinsführung zu machen. Antworten hat er bislang nicht gefunden. Auf die Spekulation, dass es der frühere Verwaltungsrat und im Zwist mit Canepa ausgeschiedene René Strittmatter sein könnte, wie manche im Clubumfeld glauben, mag er nicht eingehen.

    Acht Personen sitzen im FCZ-Verwaltungsrat. Neben Canepa sind Gregor Greber (er soll Präsidiumsambitionen hegen) und Finanzspezialist Hans Ziegler die starken Figuren. Canepa, der gemäss interner Absprache als Einziger aus dem VR öffentlich reden soll, hält es für ausgeschlossen, «dass irgendwelche Informationen von der Führung nach aussen drangen». Sie alle würden die gleichen Interessen verfolgen.

    Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass in der VR-Zusammensetzung Konfliktpotential steckt. Als der FCZ Trainer Fischer entliess, tat er das gegen Bickels Willen und auf Druck von Greber und Ziegler. Jetzt hat der Club wieder Unruhe. Vielleicht gar eine hausgemachte. Und sie wird nicht kleiner werden, wenn nicht bald die dauerhafte Wende zu besseren Resultaten gelingt.

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    Zitat von snowcat


    die nachfolger, die ja scheinbar bereit stehen, müssten dann aber als investoren auftreten. alles andere wäre ein nullrundenspiel und würde den fcz dahin bringen, wo niederhasli die letzten 10 jahre war: präsidenten, trainer und strategien würden im halbjahresrhythmus wechseln!

    Logisch!

    Der Fehler von Canepa ist, dass er den Sonnenkönig spielt, obwohl er nicht die Macht im Laden hat.

    Kommt halt bei den anderen nicht gut an.

    Ich denke, die Zeit von Canepa/Bickel ist abgelaufen.

    Von den neuen erwarte ich dann aber, dass sie den Griff nach hinten rechts machen!

    Zitat von Caro

    en würdige abschied für en ganz grosse!! :fleht: :fleht:

    s'kader vo de sulo all stars hät vil schöni erinnerige zruggbracht (della, schrepfer und müller harmonieret immer no). sehr schön han ich au d'laudatio vom simon graf gfunde.

    und natürlich grosse respekt ad macher vo de choreo, ganz grosses kino gsi!!

    en rundum glunge abig gsi.

    7'500 Fans scho am Namittag :cool:

    Sulo, Zesi, Schrepfer, Rössli, etc. pp. :cool:

    Choreo :cool:

    Laudatio Simon Graf :cool:

    Und mit em Alston händ nachher i de Bar öppe ei Million Lüüt es Föteli fürs Facebook welle mache :cool:

    PS: Guete Ahlass gsi, viel Lüüt troffe & Party wie nach eme PO Match :cool:

    Es gibt gute Gründe, um einen NHL Spieler zu verpflichen, oder eben auch nicht!

    Ich bin hin- und hergerissen, muss aber sagen, so schlecht ist der Entscheid von Salis & Co. nicht.

    Bis jetzt haben die Boys von drüben, mit Ausnahme vom ersten HCD Spiel, noch keine Stricke zerrissen, aber ich mag all die Geschichten in den Medien, unsere Liga steht etwas mehr im Scheinwerferlicht.

    Wenn der Spuk dann im Dez/Jan wieder vorbei ist könnte es da und dort schon noch zum Hangover kommen.

    ZSC Lions

    Ein Shutout nach Nasenbluten

    Von Silvan Schweizer, Rapperswil-Jona

    Goalie Flüeler hielt alle 35 Schüsse und war Sinnbild für die Zürcher Coolness.

    Vor zwei Wochen hatten die ZSC Lions gegen die Lakers im Schlussdrittel noch fahrlässig einen 2:0-Vorsprung verspielt. Diesmal führten sie zu diesem Zeitpunkt gar 3:0, und diesmal kam ihr Sieg nie mehr in Gefahr. Das hatte viel damit zu tun, dass sie nun nicht mehr blindlings nach vorne stürmten, sondern ihre Angriffe ruhig planten. Es war vor allem aber auch das Verdienst ihres Goalies Lukas Flüeler. Er parierte alle 35 Schüsse, die auf sein Tor kamen, viele davon aus idealer Position in Zürcher Unterzahl. «Bei Vollbestand waren wir das bessere Team», fand der 23-Jährige, «aber die Lakers sind ein starkes Team im Powerplay. Das macht sie so gefährlich.» Flüeler war der Ruhepol der Defensive, der seine Gelassenheit auch auf die Mitspieler übertragen konnte. Selbst starkes Nasenbluten, das ihn beim Einspielen und ohne Fremdeinwirkung ereilte und irgendwann gar einen Trikotwechsel nötig machte, brachte ihn nicht aus der Ruhe. «Er war dann gut, wenn er gut sein musste», lautete das nüchterne Lob von Marc Crawford zum ersten Saisonshutout Flüelers. Oder auch: «Mit dem Goalie wird auch unser Boxplay besser.»

    Cunti plötzlich 13. Stürmer

    Der ZSC-Trainer hatte seine Linien umgestellt. Brulé spielte erstmals als Center zwischen Tambellini und Ambühl, Bärtschi durfte mit Shannon und Wick stürmen. «Brulé wird nach seiner Verletzung immer stärker, er hilft uns bei den Bullys und in den Zweikämpfen. Und Bärtschi verdiente sich eine Beförderung», erklärte Crawford. Leidtragender der Rochaden war Cunti, der als 13. Stürmer zu viel weniger Eiszeit kam, als er gewohnt ist. «Er ist sich immer noch am Entwickeln. Und ich wollte ihn einmal mit den anderen Jungen laufen lassen, sie reden viel mehr untereinander und finden sich so auf dem Eis auch rasch», sagte Crawford. Cunti selbst schien etwas überrascht über seine Degradierung: «Vielleicht hat ihm nicht gefallen, was ich bisher gezeigt habe. Ich bin zufrieden mit meinen Leistungen, wenn man bedenkt, dass ich im Sommer lange verletzt war», sagte der letztjährige Aufsteiger. «Aber es ist klar: Ich muss alles dafür tun, um wieder einen Platz in den vorderen Reihen zu erkämpfen.»

    Ein starkes Zeichen gelang ihm gestern schon nach acht Minuten, als er in seinem zweiten Einsatz eine Vorlage von Kenins zu seinem ersten Saisontor verwertete. Es war der Beginn einer abgeklärten Leistung der Zürcher.


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    Zitat von Simms

    Ich han s Gfühl, dass niemals 500 meh chömed pro Spiel. Im erste Spiel viellicht, nachher no 50-100.

    http://www.zsz.ch/artikel_90999.html

    Hab gelesen dass Rappi mit Gilmour pro Spiel 500 Leute mehr hatte:

    Während Gilmours Zeit am Obersee kamen gemäss Rogenmoser im Schnitt 500 Zuschauer mehr ins Stadion. So habe der Klub ein Plus von rund 100000 Franken erwirtschaftet. «Ich weiss nicht, wie viel es diesmal wird, aber ich rechne nicht mit einem Verlust», sagt Rogenmoser.

    http://www.zsz.ch/artikel_88928.html

    Bim "Gegner" häds es paar "Reizfigure" drunder! :twisted:

    Zitat von Messier

    Ups....de Spezza tribt Rappi aber gröber is finanzielle Eländ.....Bericht und Interwiev im 20 Minute.
    Jetzt isch mir au klar, warum mir eus das nöd chönd leischte

    Im Print Tagi ist ein grosser Bericht mit Interview:

    Bei den Senators würde er in diesem Winter 8 Millionen Dollar verdienen, hier spielt er für Kost und Logis. Die Lakers müssen daneben nur für die Versicherung aufkommen, die monatlich 32 000 Franken kostet.

    Das ist nicht mehr als ein guter Schweizer im Monat kostet.

    Ein guter, kein Topspieler, der kostet doppelt so viel!

    Fringer war bei jedem Spiel auf der Tribüne dabei, er konnte sich seine Meinung zum FCZ machen.

    Aber egal, ich fordere sicher nicht den Kopf von Fringer, der hat jetzt Zeit bis Ende Saison.

    Wenn er die nächste verbockt, ja dann....

    Zitat von snowcat


    einen transfer muss der fcz aber unbedingt noch tätigen, soll es mittelfristig gut kommen: einen verteidiger wie tihinen.

    Einen? :roll:

    Heute ein sehr guter Artikel über Forte im Print Tagi, ein (wichtiger!) Ausschnitt:

    Als GC im April rief, war er bereit, um durchzustarten. Was ihn erwartete, traf ihn nicht unvorbereitet. Rund 20-mal hatte er die Mannschaft zuvor spielen sehen, im Stadion, am Fernsehen, oft dachte er sich: «Leck mich, was ist da los?» Gleich bei Arbeitsbeginn stellte er klar: «Wir brauchen eine Achse, welche die Mannschaft stabilisiert.»

    Von hinten nach vorne wurde aufgebaut: Stéphane Grichting und Milan Vilotic für die Abwehr, Veroljub Salatic fürs defensive, Shkelzen Gashi fürs offensive Mittelfeld und Nassim Ben Khalifa für den Angriff. Die Mannschaft brauchte wieder «Chefs», sagt Forte: «Spieler mit Topeinstellung, Herzblut, Vorbildfunktion, Spieler, die in den Wind hinaus stehen.»

    Fringer hatte diese Zeit auch, passiert ist nichts!

    Der mögliche Grund könnte die leere Kasse sein....