Beiträge von Larry

    Auch in der NHL stehen die Playoffs vor der Türe.

    Bei Pens-Flyers und Rangers-Bruins wurde schon mal der Tarif durchgegeben.

    Die Panthers zeigten auswärts beim Powerhouse Detroit defensiv eine tadellose Leistung und holten sich einen Punkt.

    Erstmals seit 2000 (!) sind die PO's in Reichweite und erstmals seit der Gründung des Clubs 1993 kann sogar die Division gewonnen werden!

    Zwei Punkte morgen im Heimspiel und die PO's sind sicher! :cool:

    Zitat von Der Weise

    Meine lieben Freunde, bevor dass er vergessen wird:

    WAYNE SMALL !!!!!

    oder: Don Gelowitz und nicht zu vergessen die Polnische Katze; Andrzey Tcakz

    #7 Wayne Small :cool:

    und mit dene Liibli:

    Zitat von Vladi19

    Fast - der Inlandbund ist mir zu FDP-lastig... Wenn wir den Inhalt ausblenden und nur die sprachliche Qualität betrachten, dann gebe ich dir Recht.

    Bin schon lange am studieren ob ich nicht den Tagi gegen die NZZ tauschen soll.

    Ich würde mir viel Ärger beim lesen ersparen! :razz:

    Spricht nur noch die Tradition für den Tagi......

    Pittis, Roche, Vigier – die Abwesenden

    (sg.)

    Die Verletztenlisten der Finalisten sind kurz, aber prominent besetzt. Den Zürchern fehlt Domenico Pittis, der sich im zweiten Halbfinalspiel am Knie verletzte, dem SCB mit Travis Roche sein kreativster Verteidiger. Der Kanadier, der die Hälfte der Qualifikation verpasste, laboriert seit Längerem an einer Knieverletzung. Er hält sich aber sporadisch auf dem Eis fit und könnte «notfalls» mit schmerzstillenden Spritzen eingreifen.

    Ebenfalls nur Zuschauer ist Jean-Pierre Vigier, der beim Titel 2010 noch eine Schlüsselfigur war. Der 35-Jährige ist fit, aber nur noch zweite Wahl. Er würde zur Option, wenn der SCB in Rückstand geraten würde. Bei Pittis ist die Situation undurchsichtig. Der ehrgeizige Kanadier unternimmt alles für ein Comeback, besuchte auch einen Spezialisten in den USA und unternahm zuletzt wieder erste Versuche auf dem Eis. Zum Finalstart sind aber Einsätze unrealistisch.

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    Der SCB als Favorit der Buchmacher

    (sg.)


    Die Trainer schieben sich gegenseitig die Favoritenrolle zu, doch das Verdikt der Buchmacher ist eindeutig: Der SCB wird Meister. Wer auf die Berner setzt und recht bekommt, erhält bei den OnlineWettanbietern Interwetten und Bwin nur das 1,6-, respektive 1,65-fache zurück. Die ZSC Lions werden mit einer Meisterquote von 2,1 angeboten. Vor dem Halbfinal hatte sie bei den Zürchern noch 3,7 (Interwetten) respektive 6 (Bwin) betragen.

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    Playoff-Final ab morgen

    In sieben Spielen zum Zuschauerrekord

    (sg.)


    Erstmals in der Playoff-Ära wird der Final in den beiden grössten Schweizer Stadien ausgetragen. Was die Möglichkeit eines Zuschauerrekords eröffnet. Es ist davon auszugehen, dass alle Spiele in Bern (Kapazität 17 131) und Zürich (11 200) ausverkauft sein werden. Um die Bestmarke zu übertreffen, sind sieben Finalpartien nötig – dann wäre ein Total von 102 124 Besuchern möglich. Den Rekord stellten vor zwei Jahren Bern und Servette auf, in einem Final über sieben Spiele und mit stets vollen Arenen: 90 130 Zuschauer strömten damals in die PostfinanceArena und die Patinoire Les Vernets. Am zweitmeisten Publikum zog der Final 2007 Davos - Bern an (76 619), am drittmeisten jener von 2001 zwischen Lugano und den ZSC Lions (64 546). Das alte Hallenstadion fasste damals 11 500.

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    Die Schlacht von Bern und ihre Folgen

    Dass Gates Orlando 1997 im letzten Playoff-Duell zwischen dem SCB und dem ZSC den Bernern den Weg freiprügelte, nützte mittelfristig auch den Zürchern.

    Von Simon Graf

    15 Jahre liegt die letzte Playoff-Serie zwischen SCB und ZSC zurück, doch in der Köpfen der meisten Beteiligten ist sie immer noch lebhaft präsent. Weil es ein aussergewöhnliches Duell war. Ein spannendes, emotionales, brutales – und folgenschweres. Der SCB räumte sich, angeführt von Gates Orlando, nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Gewalt den Weg zum Titel frei. Für die Zürcher waren es die letzten Spiele als ZSC. Einen Monat später wurde der Zusammenschluss mit der GC-Eishockeysektion beschlossen. Bernd Böhme, der damalige ZSC-Präsident, ist überzeugt: «Wenn wir jenen Viertelfinal gewonnen hätten, wären wir in der Eigenständigkeit geblieben.»

    Aber von Anfang an: Böhme hatte die Spieler zwei Tage vor Playoff-Start zum Abendessen ins «Pöstli» nach Volketswil geladen. Das Team hatten gegen Ende der Qualifikation Zerfallstendenzen gezeigt, war gegen Rapperswil 3:8 untergegangen. Und der junge Michel Zeiter hatte danach ins Mikrofon gebrüllt: Egal, wie im Playoff der Gegner heisse, der ZSC sei 1:100-Aussenseiter. «Alle dachten, ich würde eine Standpauke halten», erinnert sich Böhme. «Aber das Gegenteil war der Fall. Ich schwor das Team an jenem Abend aufs Playoff ein.» Es nützte. Der ZSC überraschte den Qualifikationssieger im halb leeren Allmendstadion, siegte auch dank zwei Toren Zeiters 5:3. Und zwei Tage später verschafften sich erstaunlich disziplinierte Zürcher mit einem 3:1 zwei Halbfinal-Pucks.

    Orlando brachial und genial

    Doch dann folgte der denkwürdige Samstagabend im Bärengraben, wo man inzwischen auch gemerkt hatte, dass das Playoff begonnen hatte. «Was da abging, war kriminell», ärgert sich Alpo Suhonen, der an der ZSC-Bande stand, noch heute. Der SCB riss die Kontrolle brachial an sich. «Manchmal kann eine einzige Szene eine Serie in eine andere Richtung lenken», sagt der damalige Berner Verteidiger und heutige Sportchef Sven Leuenberger. «Ich erinnere mich noch gut, wie Orlando beim Stand von 0:0 Zeiter im Backchecking von den Füssen holte. Der Schiedsrichter hätte mindestens zwei Minuten pfeifen müssen. Doch er liess es laufen.»

    Es entwickelte sich ein erbitterter Kampf, zu dem selbst der sonst unzimperliche Edgar Salis sagt: «Ich fühlte mich wie im Alten Rom. Pro Einsatz gab es zwei, drei schmutzige Fouls.» Die Zürcher liessen sich anstecken, trugen ihren Teil zu dieser Eisschlacht bei. Man konnte es auch anders ausdrücken: Sie tappten in die Falle. Der SCB siegte in einer Partie mit mehreren Schlägereien und 152 Strafminuten 7:2. Und das Bemerkenswerteste war: Orlando kam ohne Strafe davon. Salis, damals in eine Rauferei mit dem Italokanadier verwickelt, sagt bewundernd: «Für mich ist er der beste Ausländer, der je in der Schweiz gespielt hat. Er hatte eine einmalige Mischung aus Leadership, Torgefährlichkeit, Brachialität und Genialität.»

    Für Schiedsrichter Danny Kurmann war jenes Spiel eine traumatische Erfahrung: «Es war ein ganz krasser PlayoffMatch. Ich war total überfordert. Von Anfang an waren Provokationen drin. Die versteckten Fouls konnte man im 3-Mann-System gar nicht alle sehen.» Anstelle Kurmanns leitete Vincent Moreno die nächsten beiden zahmen Spiele, die der SCB jeweils 5:2 gewann.

    Böhme ärgerte sich nicht nur über Kurmann, sondern auch über Suhonen: «Sein Coaching kostete uns die Serie. Das habe ich ihm nie verziehen. Bryan Lefley forcierte Orlando bis zum Umfallen, und Suhonen brachte gegen ihn immer wieder Morger. Doch dazu musste er alle unsere Linien durcheinanderwirbeln.» Für Zeiter ist klar: «Der SCB kehrte die Serie mit den Schlägereien und Provokationen in Spiel 3.»

    Die Berner, dadurch gestählt, jene heiklen Momente überstanden zu haben, gaben danach auf dem Weg zum Titel nur noch zwei Spiele ab. «Auch wenn wir gegen den ZSC 0:2 zurücklagen, so hatte ich nie das Gefühl, dass wir ausscheiden könnten», sagt Leuenberger. «Jene Mannschaft war gezielt für den Meistertitel aufgebaut worden. Wir waren mit Lefley auf einer Mission. Erstmals seit Bill Gilligan hatten wir wieder einen Trainer, an den wir glaubten. Und durch Orlando brachte er seine Philosophie in die Mannschaft.» Der inzwischen 49-Jährige Orlando wirkte nach seiner Aktivkarriere als Coach, wegen Herzproblemen musste er in den letzten Jahren kürzertreten.

    «Der ZSC wäre noch der ZSC»

    Derweil der SCB 1997 zum Titel stürmte, rumorte es beim ZSC. Schon bald wurde bekannt, dass Böhme eine Salärkürzung durchsetzen wollte. Und zwei Wochen nach dem Scheitern des Volksklubs verpasste GC in Herisau abermals den Aufstieg. Walter Frey und Peter Spuhler kontaktierten Ernst Meier, den Präsidenten der Gönnervereinigung Club 21, um für einen Zusammenschluss zu sondieren. «Hätten wir den Halbfinal erreicht, wir wären finanziell viel besser dagestanden», bedauert Böhme. «Dann hätten wir unsere Schulden fast abbauen können. Und dann wäre der ZSC noch heute der ZSC.»

    Meier, der Böhmes Nachfolger wurde, ist anderer Meinung: «Die Agonie des alten ZSC wäre wohl verlängert worden. Aber irgendwann wäre es passiert.» Aus der Distanz betrachtet, nützte jene wilde Viertelfinalserie beiden Clubs. Der SCB fand zurück zum Erfolg, für die Zürcher begünstigte sie eine neue Ära, die nach einigen Geburtswehen und dem Missverständnis Hans Zach nur drei Jahre später im ersten Titel seit 1961 gipfelte.

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    Der weiche Kern des Schleifers

    ZSC-Coach Bob Hartley hat Prinzipien – und Gefühle

    VON SIMON GRAF


    ZÜRICH Bob Hartley erzählt gerne aus seinem bewegten Leben. Wie kurz vor seinem 18. Geburtstag sein Vater starb und ihm der Chef der Papierfabrik, für welche dieser gearbeitet hatte, dessen Job anbot. Wie er acht Jahre lang am Fliessband stand und wie sehr ihn das geprägt hat. Wie er mit 26 aus Zufall zum Coaching kam und aus ihm, der als Goalietrainer eines Juniorenteams begann, ein Stanley-Cup-Sieger wurde. Er sagt: «Alles, was ich habe, verdanke ich dem Eishockey. Auch meine Frau. Ich traf sie, als ich 16 war. Mein damaliger Coach ist nun mein Schwager.»

    Hartley heiratete mit 19 und wurde bald Vater. Seine Kinder Christine und Steve sind inzwischen 30 und 26 und leben in Atlanta und Halifax. Der Kanadier spricht, wenn es um die ZSC Lions geht, oft von einer Familie. Für die Routiniers sei er wie der grosse Bruder, sagt er schmunzelnd. Für die Jungen vielleicht schon so etwas wie ein Vater. Ein strenger Vater. So schickte er Neuling Ronalds Kenins einmal nach Hause, als dieser bei den Linienläufen abgekürzt hatte. Hartley mag Prinzipien und setzt diese durch.

    Er sei wie ein alter, sturer Koch in einem Restaurant, erläuterte der 51-Jährige jüngst. «Ich habe mein Rezeptbuch und halte mich daran. Ich weiss nach all diesen Jahren, was funktioniert und was nicht.» Nicht nur auf dem Eis legt er Wert auf Details. Das Buffet an Matchtagen muss immer Lachs und Fleisch beinhalten, aber auf keinen Fall Truthahn. An Auswärtsspiele werden Hometrainer mitgenommen, weil die Vorbereitung so sein soll wie zu Hause. Und als ihm einmal die Garderobe in Davos zu wenig sauber erschien, wischte er sie eigenhändig.

    Die traumatische Erfahrung in Atlanta mit dem Tod Dan Snyders

    Die Sympathien der Spieler flogen ihm, dem Mann mit der harten Hand, der immer fordert, in Zürich nicht auf Anhieb zu. Aber indem er vorlebt, was er predigt, verschaffte er sich den Respekt des Teams. Spätestens um sechs Uhr steht er an Arbeitstagen auf, er ist immer der Erste in der Eishalle. Und hinter seiner etwas steifen Fassade versteckt sich durchaus ein Mann mit Gefühlen. Kürzlich sprach er über Dan Snyder, der in Atlanta nach einem Autounfall sein Leben verlor. Täglich besuchte er seinen Spieler im Spital, als er im Koma lag, redete auf Wunsch der Eltern auf ihn ein.

    Als sich leichte Besserung abzeichnete, besuchte Hartley ein Baseballspiel der Braves, um sich abzulenken. Während des dritten Innings rief ihn Snyders Mutter an – ihr Sohn war verstorben. Auch deshalb reagiere er so heftig, wenn er auf dem Eis gefährliche Angriffe sehe, erklärt Hartley. Und er sagt: «Am Tag, an dem ein Spieler meines Teams oder des Gegners im Rollstuhl landet, ist es für mich vorbei.»

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    Einmal mehr ein super Artikel der NZZ, der Fringer und Canepa/Bickel nicht im besten Licht erscheinen lassen.

    Alle drei, oder doch zumindest zwei, haben die letzte Karte gespielt....

    Hier noch die SoZ:


    Ein Sportchef unter Beobachtung

    Rolf Fringer wird neuer FCZ-Trainer. Es ist auch für Fredy Bickel wichtig, dass er Erfolg hat

    VON UELI KÄGI

    ZÜRICH Eigentlich ist er noch gar nicht da. Irgendwie aber schon. Rolf Fringer hat beim FCZ am Donnerstag einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Er übernimmt die Mannschaft erst im Sommer, hat aber bereits gestern zu seinen Spielern gesprochen. Hat ihnen gesagt, was für ein Trainer er ist. Und was für Spieler er haben will. Er wird in den kommenden Tagen und Wochen manchmal auch im Training als Gast auftauchen. Er wird auch auf der Tribüne sitzen bei den Spielen und weiss schon, dass er damit Druck auslöst. Das tut er ganz bewusst.

    Sportchef Bickel: «Ich trage eine grosse Mitverantwortung»

    Rolf Fringer will sehen und spüren, wer auch im Sommer noch zum FCZ gehören soll und wer den Club besser verlässt. Zwei Zuzüge sieht die Clubführung ohnehin vor. Mehr Veränderungen sind möglich, wenn die auslaufenden Verträge mit Aegerter und Barmettler nicht verlängert werden. Wenn der FCZ die Option für Stürmer Ramazotti nicht nutzt oder Spieler mit laufenden Verträgen abgibt, weil Fringer sie abgeben will.

    Der 55-Jährige wäre frei gewesen für einen sofortigen Einstieg beim FCZ. Das wollte er so wenig wie die Clubführung. Vor zwei Jahren hatten Präsident Canepa und Sportchef Bickel den damaligen U-21-Trainer Urs Fischer während der Krisenwochen des Frühlings und nach einem 0:4 gegen GC zum Super-LeagueTrainer befördert. Im Rückblick sagt Fredy Bickel, es sei nicht richtig gewesen, wie Fischer damals habe starten müssen.

    Der saubere Neuanfang ist auch für Bickel wesentlich. Fringer war zwar ebenso Wunschkandidat von Canepa. Der Sportchef aber weiss, dass vor allem er unter besonderer Beobachtung steht. Der FCZ hat zuletzt zwei Trainer vorzeitig freigestellt und handelte auch bei Spielertransfers nicht mehr so glücklich wie in früheren Jahren. «Es ist nicht ganz unwichtig für mich, dass Fringer erfolgreich arbeitet», sagt Bickel, «ich trage beim Entscheid, ihn als Trainer zu verpflichten, eine grosse Mitverantwortung.»

    Fringer ist für Bickel der Chef, der Freude und Spass vermittelt. Der selbst schon Titel gewonnen hat. Der Vertrauen und Sicherheit gibt. Der Verkrampfungen löst. Der im Vergleich mit Fischer wohl auch einen besseren Draht zu den vermeintlichen tunesischen Schlüsselspielern Chikhaoui und Chermiti findet. Und deshalb ist für ihn Fringer der ideale Trainer von verunsicherten oder gesättigten Spielern, wie er sie zuletzt beim FCZ gesehen hat.

    Die Vereinsführung liess sich nicht abschrecken von Fringers Kurven in St. Gallen und Luzern. In beiden Clubs war er schnell erfolgreich gewesen, in beiden Clubs folgten aber bald auch der sportliche Absturz und die Entlassung. Gerade die Freistellung vor elf Monaten schreibt Bickel den Umständen beim FC Luzern zu. Selbst in Zürich habe sich damals schon ein halbes Jahr vorher herumgesprochen, dass Murat Yakin neuer Trainer werde und Fringer gehen müsse. Für den FCZ war es auch nicht erstes Ziel, den Vertrag mit Fringer über vorerst nur ein Jahr abzuschliessen.

    Stürmen, Boden finden und das Minimalziel Europacup

    Ein Club kann nur auf Dauer erfolgreich sein, wenn die Kompetenzen richtig verteilt sind – so sagt das Fringer. Er ist überzeugt, dass dies beim FCZ der Fall ist. Und er ist überzeugt von sich und seinen Qualitäten. Er findet es «nicht mehr als recht», dass er eine nächste Chance erhält. Er fühlt sich «ausgeruht, heiss, frei im Kopf». Er will auch in Zürich frechen, angriffigen Fussball spielen lassen. Er warnt aber davor, gleich wieder vom Meistertitel zu sprechen.

    Fringer stellt sich vor, dass die Mannschaft in der nächsten Saison um die Europacupplätze mitspielt und danach wieder an Rang 1 denken kann. Das ist im Sinn von Bickel, der sich zuerst einmal wünscht, dass die Mannschaft «wieder Boden findet» und sich für den Europacup qualifiziert. «Das muss es einfach sein.»

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    Die NZZ hat IMHO den besten Artikel, Zitat:

    Als Fringer am Freitagnachmittag als neuer FCZ-Trainer vorgestellt wird, sagt er: «Es ist nichts als recht, dass ich wieder eine Chance bekomme. Ich bin überzeugt, dass ich das Vertrauen rechtfertigen werde.»
    Und man spürt: Hier fühlt sich jemand bestätigt, der schon immer eingenommen war von sich und seinen Fähigkeiten. Auch wenn es Zeiten gab, als nur Fringer selber seine Begabung noch sah. Als die Gefahr bestand, vor allem als Verlierer, Opfer und immer wieder Scheiternder wahrgenommen zu werden.

    ...

    Solche persönlichen Zuneigungen waren beim FCZ schon immer wichtiger als anderswo. Aber die Berufung Fringers ist auch ein Ausdruck davon, wie sehr man sich bei der Wahl Urs Fischers getäuscht hat. Denn das Anforderungsprofil, das der FCZ für den neuen Trainer entworfen hatte, liest sich wie die Antithese zu Fischer

    Als FCZ Fan muss man nun mit Fringer leben und hoffen dass er Erfolg hat.

    Aber was ist Erfolg beim FCZ Marke 2012/2013?

    Werden noch Transfers gemacht im Sommer?

    Platz 3 hinter FCB und YB wäre sicher ein Erfolg.

    Ob es möglich ist? Wir werden sehen!

    Kommentar

    Fringer und die starken Männer

    Von Peter Bühler


    Es ist die derzeit bestmögliche Variante für den FC Zürich, mit Rolf Fringer einen Neubeginn zu lancieren. Fragwürdig ist höchstens, weshalb der neue Trainer seine Arbeit nicht sofort, sondern erst im Sommer aufnimmt. Vernünftig ist, dass der Club einen Ausbildner gewählt hat, der den Schweizer Fussball kennt. Und es ist nachvollziehbar, dass die Vereinsführung um Präsident Ancillo Canepa und Sportchef Fredy Bickel nach dem unerfahrenen Urs Fischer einem Mann mit Routine die Verantwortung übergibt. Canepa wollte einen Trainer, der weiss, wie man Meister wird. Davon gibt es in der Schweiz nicht viele und noch weniger, die ohne Anstellung sind. Sonst hätten Christian Gross (YB) und Marcel Koller (Nationalteam Österreich) erste Kandidaten sein müssen.

    Fringer war verfügbar. Dem FCZ ist zu wünschen, dass er nicht vergessen hat, wie man Titel holt. Zweimal gewann er die Meisterschaft, 1993 mit Aarau und fünf Jahre später mit den Grasshoppers. Das ist lange her. Mit dem Rauswurf bei GC im Winter 1998 erlitt seine Karriere, die ihn zuvor bis in die Bundesliga und ins Amt des Schweizer Nationaltrainers geführt hatte, einen Knick. Er machte Abstecher zu weniger bedeutenden Vereinen im Ausland, nach der Rückkehr in die Schweiz folgten unvollendete Jobs bei St. Gallen und Luzern. Bei beiden Clubs war er zunächst sehr erfolgreich, den Beweis, sie langfristig und nachhaltig an der Spitze zu etablieren, konnte er nicht erbringen und wurde entlassen.

    Beim FCZ bekommt der 55-Jährige eine neue Chance, vielleicht seine letzte im Schweizer Spitzenfussball. Es wird für ihn nicht einfach, sie zu nutzen. Das Kader ist klar schwächer als beim Amtsantritt von Fischer vor gut zwei Jahren und ist vor allem in dieser Winterpause weiter ausgedünnt worden. Fringer wird deshalb schnell auf dringend nötige Korrekturen für die neue Saison drängen.

    Auch für Canepa und Bickel ist es eine Trainerwahl von besonderer Tragweite. Nach dem letztlich missglückten Versuch mit Fischer stehen sie in der Kritik. Ihre Position im Verein hat wegen der Dissonanzen bei seiner Entlassung gelitten. Die beiden starken Männer beim FCZ brauchen dringend Erfolge.

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    Glaube nicht dass Fetscherin überhaupt zum Zug kommt.

    Im Hintergrund wollen Leute den Club übernehmen und Fetscherin gleich entsorgen.

    Es fragt sich jetzt nur noch wie gross ist das Loch in der Kasse und wieviele Spieler sind noch an Bord wenn Bircher geht.

    Scheisst mich an.....

    Versuche was positives zu finden:

    - in Luzern hätten sie ihn wohl besser behalten, aber in den letzten 14 Jahren war er eben trotzdem z.T. extrem erfolglos.

    - falls das in die Hose geht soll Bickel gleich mit ihm gehen!

    GC und Kloten am Boden.....vor 15-20 Jahren wäre ich durch die Strassen getanzt! :geil:

    Bei GC habe ich schon länger nur noch Mitleid, bei Kloten ist es mir eigentlich einfach egal was passiert.

    Ich würde die Derbys vermissen, vor allem jenes gegen GC.

    Ich glaube, beide kommen wieder auf die Beine, wobei bei Kloten doch ein (grosses) Fragezeichen steht.

    Das Kraftwerk aus den Bergen

    Der Davoser Andres Ambühl kennt den Weg zur Meisterschaft. Im Playoff reisst er seine ZSC-Kollegen mit.

    Von Simon Graf, Zürich

    Vielleicht hatte sich der Vater von Andres Ambühl gewünscht, dass sein einziger Sohn neben drei Töchtern einmal den Hof im Sertigtal übernähme. Doch dann hätte er ihn, als er sieben war, nicht an ein Spiel der Davoser Elitejunioren mitnehmen sollen – und ihn auf den Gedanken bringen, es mit Eishockey zu versuchen. «Als ich als kleiner Bub zu Hause aushalf, wollte ich zuerst schon Bauer werden», blickt Ambühl zurück. Vor allem im Sommer, wenn die 27 Hektaren Land gemäht werden mussten und es galt, das Heu einzubringen, gab es einiges zu tun. Und natürlich habe er, frühmorgens, auch Kühe gemolken, erzählt er. Der Bergbauernhof ist ein Milchbetrieb mit 14, 15 Kühen und Jungvieh. «Nicht riesig», sagt Ambühl. «Aber für die Berge ganz okay.»

    Doch dann eröffnete sich ihm die neue, reizvolle Welt des Eishockeys im gut 15 Autominuten entfernten Davos. Im ersten Jahr habe er, der sich zuvor noch nie aufs Eis gewagt hatte, noch grosse Mühe mit dem Schlittschuhlaufen gehabt, erinnert sich Ambühl. «Aber dann ging es immer besser, und ich merkte, wie es Spass macht, im Angriff etwas zu bewegen.» Die kindliche Freude am Spiel ist ihm heute noch anzusehen, wenn er dem Puck nachjagt. «Jeder muss für sich das finden, was für ihn passt», sagt Ambühl. «So sehen das auch meine Eltern. Ich spürte nie Druck, auf dem Bauernhof einsteigen zu müssen.»

    «Geschadet hat es keinem»

    Seine Herkunft sei Ambühl durchaus noch anzumerken, ist Bob Hartley überzeugt. Er meint das als Kompliment. Bauern verkörpern für ihn die Arbeitseinstellung, die ihm vorschwebt. Und der 28-jährige Ambühl hat seine Einschätzung bestätigt. Nie würde der Center eine Miene verziehen, wenn der Coach zu seinen Sprintübungen bittet. «Es macht keinen Spass, wenn die Trainings nur abgespult werden», sagt er. «Es nützt einem mehr, wenn man gefordert wird. Das habe ich schon bei Arno Del Curto erfahren. Wir hatten immer harte, intensive Einheiten. Und wenn man sieht, was der HCD in den letzten Jahren erreicht hat, muss man sagen: Geschadet hat es keinem.»

    Nach seinem vierten Titel mit den Davosern suchte Ambühl 2009 sein Glück in Nordamerika. Es war kein erfreuliches Jahr für ihn in einer fremden Welt, er durfte auch im Farmteam keine Schlüsselrolle spielen. Sein Transfer in die Organisation der New York Rangers entpuppte sich als Missverständnis. Doch er bereut ihn nicht, bezeichnet jenen Winter als wertvolle Erfahrung, vor allem neben dem Eis. Er sieht das Leben pragmatisch, man könnte ihn auch als bodenständig beschreiben. Was er nicht ändern kann, darüber zerbricht er sich nicht den Kopf. Auch, als der HCD im vergangenen Jahr wieder Meister wurde, haderte er nicht mit seinem Wechsel zum ZSC. «Ich freute mich für meine Davoser Kollegen», sagt er. «Schliesslich kenne ich sie ja gut.»

    Die Entscheidung für die Zürcher und gegen den HCD nach seiner Rückkehr aus Übersee war nicht einfach. «Ich war lange oben gewesen, und es verbindet mich viel mit Davos», sagt er. Natürlich habe er sich auch mit seinen Eltern unterhalten, bevor er sich festgelegt habe.

    Die Vielfalt der Grossstadt

    Inzwischen hat er die Annehmlichkeiten einer Grossstadt schätzen gelernt: «Wenn man hier etwas Spezielles unternehmen will, bowlen oder GokartFahren, muss man nicht ein, zwei Stunden fahren.» Doch manchmal vermisst er die Berglandschaft des Sertig, die schon den Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner inspirierte. «Die Berge, der blaue Himmel, die Sonne, der Schnee, das tut mir gut», sagt er. Aber in diesen Frühlingstagen, da der von den Bündnern viel kritisierte Hochnebel weg ist, gefällt es ihm im Unterland ganz gut.

    Abgesehen von den fehlenden Bergen unterscheide sich sein Leben in Zürich nicht gross von jenem in Davos, hält er fest. «Ich bin eher der gemütliche Typ, der gerne zu Hause ist», sagt er. «Ich muss nicht die ganze Zeit etwas unternehmen. Das ist mir zu stressig.»

    Ein scharfer Kontrast dazu ist der Spieler Ambühl, der nie stillsteht und umso besser ist, je intensiver das Geschehen. Bei Konditionstests schneide er jeweils durchschnittlich ab, gesteht er. Aber wenn ein Puck im Spiel ist, ist er nicht mehr zu stoppen. Das dürften Petr Sykora oder Damien Brunner, die verhinderten Topskorer, denen er in den ersten zwei Runden den Strom abstellte, widerwillig bestätigen.

    Der typische grosse Bruder

    Als älterer Bruder dreier Schwestern, von denen nur noch die Jüngste zu Hause lebt, lernte Ambühl schon früh, Verantwortung zu übernehmen. «Als ich jünger war, schaute ich zu meinen Geschwistern», erzählt er schmunzelnd. «Der typische grosse Bruder halt.» Und er fügt an: «Die Familie ist für mich sehr wichtig. Denn du weisst: Diesen Menschen kannst du vertrauen. Ob du es gut oder schlecht hast, die Familie ist immer für dich da.»

    Ausserhalb des ihm bekannten Kreises ist er unkompliziert, aber eher zurückhaltend: «Wenn ich die Menschen noch nicht gut kenne, bin ich etwas ruhiger. Dann höre ich zuerst einmal, was die anderen sagen. Und ich bin nicht der, der in der Garderobe grosse Reden schwingt.» Ambühl schreitet vielmehr mit Taten voran, reisst seine Kollegen mit seiner Spielfreude und Intensität mit. Sein Vater, der schon seit langem die Saisonkarte des HC Davos besitzt, dürfte froh sein, dass sein einziger Sohn aufbrach, um das Schweizer Eishockey zu erobern.

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    FCZ: Es kann nur Rolf Fringer sein

    Von Peter Bühler


    Der 55-jährige Adliswiler hat als Trainer grosse Erfahrung und weiss, wie man Titel gewinnt. Das gefällt dem Präsidenten Ancillo Canepa.

    Für Fredy Bickel war Rolf Fringer vermutlich von Beginn weg Kandidat Nummer 1 für die Nachfolge des am 12. März entlassenen Trainers Urs Fischer. Der FCZ-Sportchef kennt und schätzt den in Adliswil aufgewachsenen Österreicher seit gemeinsamen Zeiten bei den Grasshoppers in den späten 90er-Jahren. Zusammen wurden sie bei GC 1998 Meister, Fringer als Trainer, Bickel als Medienchef und Assistent des damaligen Sportchefs Erich Vogel.

    GC gewann jenen Titel, seinen 25. der Clubgeschichte, hoch überlegen mit 16 Punkten Vorsprung. Im Dezember 1998 wurde Fringer nach schweren Differenzen mit Vogel entlassen. Sehr zum Missfallen von Bickel und obwohl die Mannschaft in der Winterpause auf Platz 2 stand. Bickel und Fringer haben seither immer Kontakt gehalten.

    Canepas Ansage

    Es versteht sich von selbst, dass ein erfahrener Sportchef wie Bickel bei der Auswahl eines Trainers nicht nur einen Kandidaten portiert, sondern über mehrere Optionen verfügt. Seit Montag haben Bickel und Präsident Ancillo Canepa eine Liste mit über 50 Anwärtern auf wenige Namen zusammengestrichen. Neben Fringer blieben Murat Yakin, der bei Luzern unter Vertrag steht, sowie der bei St. Gallen vor einem Jahr entlassene Uli Forte als valable Kandidaten übrig. Von den beiden 37-jährigen Trainertalenten halten Bickel wie Canepa viel – ihre Wahl dürfte dennoch auf Fringer fallen.

    Canepa hatte kurz nach der Entlassung des auf höchstem Niveau wenig erfahrenen Fischer bemerkt, dass er sich als Nachfolger einen Trainer wünsche, der routiniert sei, eine positive Ausstrahlung habe, gut kommuniziere und junge Spieler fördere. Vor allem aber müsse der neue Mann in seiner Trainerkarriere schon etwas erreicht haben und wissen, wie man Titel gewinnt.

    Meister mit Aarau und GC

    Von den drei Spitzenkandidaten verfügt einzig Fringer über grosse Erfahrung im Spitzenfussball, auch auf internationalem Niveau. Er arbeitete bei den Grasshoppers, die damals noch ein Grossclub und eine Macht waren, zuvor hatte er in der Bundesliga beim VfB Stuttgart und als Schweizer Nationaltrainer gewirkt. Und vor allem: Fringer war im Gegensatz zu Yakin und Forte schon zweimal Schweizer Meister, 1993 mit Aarau und fünf Jahre später mit GC. Er weiss also, wie man Titel gewinnt. Das gefällt Canepa. Alles deutet deshalb darauf hin, dass der neue FCZ-Trainer nur Rolf Fringer heissen kann.

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    :kotz:

    GC-Analyse André Dosé ersetzt Roland Leutwiler als Präsident – doch ist er auch besser? Von Thomas Schifferle

    Verzweiflungstat auf der Grossbaustelle

    In der Not und Krise reifen manchmal die seltsamsten Einfälle. Die Grasshoppers liefern dafür das neueste Beispiel: Sie befördern aus dem Nichts heraus André Dosé zu ihrem neuen Verwaltungsratspräsidenten.

    Dosé ist der Name zum nächsten und auch verzweifelten Anlauf des Vereins aus Niederhasli, den Weg zu altem Glanz oder zumindest zu neuer Glaubwürdigkeit zu finden. Dosé ist nicht berühmt als Fussballfachmann, im Gegenteil, und doch passt er mit seiner Geschichte zu diesem GC: Der Rekordmeister ist diese Saison so gegroundet, wie es die Swissair mit dem darauf in der Not eingesetzten Chef Dosé im Herbst 2001 war.

    Morgen Samstag wird er sich der Öffentlichkeit vorstellen, vier Stunden vor dem Meisterschaftsspiel gegen Sion. Geld im neuen Amt verdient er nicht, zumindest ist das nicht vorgesehen. Entscheidender in seinem Fall ist aber, ob er wirklich ein Krisenmanager ist oder bei GC nur sein Bedürfnis nach Öffentlichkeit auslebt.

    Gegenüber Radio 24 hat Dosé gestern gesagt, er spiele noch immer bei den Veteranen Fussball. Und dass Fussball schon immer seine Leidenschaft gewesen sei. Für GC ist zu hoffen, dass er mehr zu bieten hat als ein paar Belanglosigkeiten.

    Leutwilers und Sutters Einsicht

    Dosé wechselt zu einem Verein, der sportlich, führungs- und imagemässig am Boden liegt. Aufbauarbeit ist gefordert nach dem kurzen Zwischenspiel unter Roland Leutwiler, der von sich aus gemerkt hat, dass er als Präsident am falschen Ort war. Bevor er sich selbst zurückzog, kam er einer letzten Pflicht nach und teilte CEO Marcel Meier die Kündigung mit. Auf diese Trennung hatten die Owner gedrängt, denen der Club gehört. Und weil der frühere Nationalspieler Alain Sutter merkte, dass er von den Entscheidungsfindungen ausgeschlossen wurde, reichte er gestern Morgen seinen Rücktritt als Vizepräsident ein.

    Leutwiler war ein schwacher Präsident, als Führungskraft nicht spürbar – nicht öffentlich und, was noch fataler war, schon gar nicht intern. Meier war ein CEO ohne Leistungsausweis; Sutter würde dieser Einschätzung widersprechen, er hätte sich nie von ihm getrennt, aber Meier galt bei den entscheidenden Kräften der Owner als Blender, als Produzent von Worthülsen.

    Präsident und CEO hatten im vergangenen Herbst die Idee, den FC Winterthur innert vier Jahren schrittweise zu übernehmen. Meier stellte sich deshalb auch bei FCW-Präsident Hannes W. Keller vor und tat das auf eine selbstgefällige Art, die Keller, der erfolgreiche Unternehmer, noch heute als Beleidigung empfindet. Meiers letzter Akt war auch sein zweifelhaftester: Aus Spargründen sprach er gegen zwölf Mitarbeiter vom Campus vorsorgliche Kündigungen aus.

    Kein CEO, kein Coach, kein Team

    Sutter wiederum, für sein 60-ProzentMandat mit rund 120 000 Franken entschädigt, verlor den Rückhalt bei den Besitzern, weil er gerade diesem Meier zu nahe war. Er nun vermutet hinter der neuesten Entwicklung einen radikalen Kurswechsel: weg von der von Leutwiler beschworenen House-ofTalent-Strategie zu einer Strategie der Investitionen, weg also vom bedingungslosen Setzen auf die hauseigene Jugend hin zur Bereitschaft, das Budget deutlich zu erhöhen. «Dieses Umdenken wäre für einen Erfolgsverein wie GC das einzig Richtige», sagt er. Und schiebt nach, das sei seine Spekulation.

    Er irrt, zumindest nach Aussagen aus Owner-Kreisen. Da ist kein Investitionsschub geplant, kein Erkaufen von Erfolg, wie es einst zu diesem Verein gehörte. Wünschenswert wären frische Mittel einzig, um die aktuelle Strategie besser umsetzen zu können.

    Die Owner bestimmen, was im Verein passiert. Und dieser Verein ist eine riesige Baustelle. Der Verwaltungsrat besteht noch aus drei Leuten, weil aus Solidarität zu Leutwiler auch Daniel Schweizer zurücktrat. Es gibt keinen CEO und keinen Sportchef, es braucht einen neuen Trainer und nicht zuletzt eine neue Mannschaft.

    Stephan Anliker, Owner und Verwaltungsrat, Architekt und Präsident des Eishockey-B-Meisters Langenthal, führt nun eine Arbeitsgruppe (neudeutsch Taskforce), welche die Aufgaben des CEO übernimmt. Dazu gehört Thomas Gulich, der schon jetzt Arbeiten für den Verwaltungsrat erledigt hat. Gulich war einst selbst Präsident von GC, vor allem ein überforderter. Dass er jetzt wieder im Dunstkreis auftaucht, verleitet zu einem Eindruck: Den Leuten bei GC fällt nichts Neues und Besseres ein.

    Die Zeit mit Ciriaco Sforza als Trainer hat gezeigt, wie schädlich es für den Verein ist, keinen vollamtlichen – und fachkundigen Sportchef zu haben. Die Transfers unter Sforza sind, abgesehen von ein paar Ausnahmen wie Innocent Emeghara, Roman Bürki und Amir Abrashi ein Desaster. Sie sind ebenso Ausdruck fehlender Geldmittel wie der Inkompetenz.

    Yakin als Wunschtrainer

    Ein Sportchef, wie es ihn zuletzt bis Sommer 2009 mit Erich Vogel gab, ist nun trotzdem nicht erwünscht. Die Gedanken der Owner gehen dahin, eine Kommission zu bilden – bestehend aus Leuten mit GC-Vergangenheit. Erste Namen kursieren, von Peter Meier, Marcel Cornioley, Heinz Hermann. Es wäre eine fatale Lösung, weil sie nur eine halbe Lösung ist. Sie dokumentiert auch das Dilemma, dass es in der Schweiz an fähigen Sportchefs fehlt.

    Im Hintergrund schwirrt der Name eines alten Geistes herum, von Erich Vogel. Dank seiner Nähe zu Owner und Verwaltungsrat Heinz Spross ist sein Kontakt zu GC nie abgebrochen. Sein Rat soll jetzt wieder gefragt sein – wenn auch nicht in offizieller Funktion. Auch und gerade das ist eine dieser Dissonanzen, die den proklamierten Neuanfang bei GC stören. Vogel hat zuletzt kaum einen Stadionbesuch ausgelassen, ohne über alle und alles bei GC zu lästern.

    Der Trainer ist bis im Sommer noch Sforza (TA vom 17. 3.). Für die alte Führung war klar, dass er dann gehen muss. «Definitiv», wie Sutter weiterhin festhält. Es gibt jetzt keinen Grund, daran etwas zu ändern. Sforza hat bei GC genug Chancen gehabt, sich als Trainer zu beweisen, und sie alle nicht genutzt. Er hat es bis heute nicht gelernt, mit Spielern verlässlich umzugehen. Von ein paar Ausnahmen abgesehen hat er sie nicht weitergebracht. Sforza macht unter dem Einfluss eines Mentaltrainers den Eindruck, als lebe er in einer anderen Welt. Er weiss um sein nahendes Ende. Sonst hätte er nicht selbst versucht, sich beim FC Zürich ins Gespräch zu bringen. Murat Yakin gilt als einer der Wunschkandidaten für seine Nachfolge bei GC.

    Da ist noch die Mannschaft, schlecht zusammengestellt und betreut, überschätzt und überfordert. Es braucht keinen Smiljanic und De Ridder mehr, beide mit einer halben Million Franken masslos überbezahlt. Es braucht wieder Spieler, die nach Qualität und Konzept ausgewählt werden.

    Und da sind schliesslich auch die finanziellen Probleme, die GC drücken. Der Campus bleibt eine schwere Belastung. GC sei «eine Restrukturierungsaufgabe», sagt Dosé. Schonungsvoller lässt sich das nicht ausdrücken.

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