Der ZSC ist im Playoff, hat aber Flüeler verloren
Von Etienne Wuillemin, Zürich
Sollte sich Bob Hartley freuen? Oder doch sorgen? 4:1 besiegten seine ZSC Lions die Rapperswil-Jona Lakers. Sie qualifizierten sich damit für das Playoff. Aber: Torhüter Lukas Flüeler zog sich nach einem Zusammenprall mit Pavel Brendl eine Leistenzerrung zu und überliess seinen Platz ab dem zweiten Drittel Ari Sulander.
«Unser Arzt kam in der ersten Pause zu mir und sagte, wir sollten nichts riskieren», erklärte Hartley nach dem Spiel. Wirklich ernsthaft scheint die Verletzung von Flüeler indes nicht zu sein. «Ich hüte mich vor Prognosen, die dann doch falsch sind – aber ich denke, es ist nichts Gravierendes», sagte Hartley.
Sulander könnte am Wochenende bei Fribourg und zu Hause gegen Servette also zu einem letzten Tanz kommen. «Am Morgen vor dem Spiel gegen die Lakers dachte ich bereits darüber nach, ob es für Ari am Wochenende noch eine Einsatzmöglichkeit gibt – manchmal überholen einen die Pläne, bevor man sie umsetzen will», fügte Hartley an.
Sulander, der 43-jährige Altmeister, genoss seinen Auftritt im Hallenstadion sichtlich. Er musste sich nur von Reto Suri zum zwischenzeitlichen 1:1 geschlagen geben, zeigte einige gute Paraden und sagte danach: «Jedes Spiel könnte mein letztes sein, ich geniesse darum jeden Moment auf dem Eis im ZSC-Shirt.»
Hartley und die Hochzeit
Es war wenig los im Hallenstadion vor immerhin 7151 Zuschauern – und das muss den Lions zu denken geben. Ihr Auftritt gegen die keineswegs überragenden Lakers war lange ungenügend. Zwar gelang Bastl die frühe Führung, danach fehlte aber die Entschlossenheit, um nachzulegen. Das Powerplay war wie immer: miserabel. Den Lakers gelang in Unterzahl gar der Ausgleich.
Erst Bühler, nach schöner Vorarbeit von Schommer und Cunti, sowie Pittis gelangen gut acht Minuten vor Schluss innert 32 Sekunden die Tore, welche den Sieg und das Playoff sicherten. Pittis – noch einer der Besseren – sagte nach dem Spiel: «Wir haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Nur das ist wichtig.»
Hartley wählte das grosse Bild, um seine Gefühlslage zu beschreiben. Er sei stolz auf sein Team, das auf dem langen und harten Weg der Qualifikation eine gute Entwicklung gezeigt habe. «Schaut euch zum Beispiel Thibaut Monnet an. Im Vergleich zum Saisonstart ist das ein anderer Spieler.» Der Walliser zeigt tatsächlich Aufwärtstendenzen. Speziell erwähnte Hartley noch einmal die Siege zuletzt gegen Zug und im Derby gegen Kloten. Er wollte dies allerdings nicht als eine Wunschliste fürs Playoff verstanden haben. «Zuerst sollte man wissen, wen man heiratet, bevor man die Einladungen zur Hochzeit verschickt.» Und auch, dass sich HCD-Trainer Arno del Curto vor einem motivierten ZSC fürchtet, lässt Hartley kalt.
Was passiert mit Brendl?
Auf der anderen Seite war Lakers-Trainer Harry Rogenmoser frustriert. «Wir haben gut gekämpft – schade, dass wir zum Schluss auseinanderbrachen.» Er sieht sein Team dennoch auf einem Steigerungslauf in Richtung Topform zum Playout-Start.
Das gilt kaum für Pavel Brendl. Der Tscheche war erneut ein Ärgernis. Es wäre nur logisch, wenn er bald überzählig sein sollte. Rogenmoser hat die Hoffnung indes noch nicht verloren: «Ich bin überzeugt, dass er uns noch helfen kann in den wichtigen Momenten.»
ZSC Lions - Lakers 4:1 (1:0, 0:1, 3:0) Hallenstadion. – 7151 Zuschauer. – SR: Massy/Küng, Kaderli/Wüst. – Tore: 12. Bastl (Pittis, Tambellini) 1:0. 32. Suri (Geyer, Büsser/Ausschluss Grauwiler!) 1:1. 52. (51:30) Bühler (Cunti, Schommer) 2:1. 53. (52:02) Pittis (Tambellini) 3:1. 59. Pittis (Monnet, Bastl) 4:1 (ins leere Tor).
ZSC Lions: Flüeler; (21. Sulander); Murphy, Seger; Gobbi, Geering; Stoffel, Schnyder; Bastl, Pittis, Monnet; Kolnik, Cunti, Tambellini; Schommer, Ambühl, Bühler; Ryser, Schäppi,Ziegler; Lakers: Müller; Büsser, Geyer; Keller, Walser; Marzan, Geiger; Brendl, Reid, Suri; Lemm, Roest, Murray; Berger, Burkhalter, Neukom; Thibaudeau, Grauwiler, Rizzello; Thöny; Mezulis; Bemerkungen: ZSC ohne Blindenbacher, McCarthy, Camperchioli (verletzt), Kenins, Bärtschi (geschont) und Down (überzählig). Lakers ohne Welti, Maurer, Hürlimann, Siren, Gmür, Riesen, Manzato (verletzt), Camenzind (krank), Niinimaa (überzählig) und Wichser (Vertragliche Abmachung). – 57:59: Time-out Lakers, danach bis 58:29 ohne Torhüter.
Letzte zwei Runden der Qualifikation: Freitag und Samstag. – Playoff-Start am 1. März
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