Beiträge von Larry

    Zuger Offensive gestoppt

    Der EVZ verzweifelte erneut an Flüeler und fiel auf Rang 2 zurück

    VON SIMON GRAF

    ZUG Der EVZ ist im Fernduell gegen den HCD um den Qualifikationssieg wieder auf Rang 2 zurückgefallen. Doch Doug Shedden mochte sich nach der dritten Niederlage gegen die ZSC Lions nicht in Rage reden: «Ich kann meinen Spielern keinen grossen Vorwurf machen. Die Zürcher sind nun mal ein gutes Team. Und Flüeler scheint gegen uns immer seine besten Leistungen zu ziehen.» In drei Saisonduellen gegen das offensive stärkste Team der Liga – beim 5:6 zum Saisonauftakt war Sulander im Tor gewesen – gestand der ZSC-Goalie nur vier Tore zu. Beim gestrigen 2:1 liess er sich nur von Brunner (52.)

    Zug - ZSC 1:2 n.P.

    nach einem unglücklichen Abpraller bezwingen und im Penaltyschiessen von keinem mehr.

    Bei den verpatzten Zuger Versuchen bestätigte sich, dass es sich empfiehlt, mit Tempo aufs Tor zu fahren. Holden kam als Letzter so langsam, dass es für Flüeler ein Leichtes war, ihm den Puck mit dem Stock wegzustechen. Als Einziger traf Kolnik, mit den schnellen Händen des Goalgetters. Und so hatte es sich für ZSC-Coach Bob Hartley bereits gelohnt, dass er den Slowaken endlich eingesetzt hatte. Der ehemalige NLA-Topskorer, der am 24. Januar in Biel kurzfristig eingesprungen war, deutete seine Qualitäten bei seinem zweiten Auftritt im ZSC-Dress an. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. «Man sieht, dass er ein Offensivspieler ist», lobte ihn Hartley. «Er will den Puck, und er hat die nötige Ruhe, wenn er ihn hat.»

    Vielleicht ist Kolnik das Puzzleteil, das der ZSC-Offensive zu mehr Spielfreude und Unberechenbarkeit verhilft. Fit scheint er nach zwei Monaten Aufbau in Genf und Zürich inzwischen zu sein, jetzt fehlt ihm noch die Spielpraxis. Vier Gelegenheiten gibt es dazu noch bis zum Playoff. Und dort werden die ZSC Lions, das zeichnet sich immer mehr ab, dabei sein. Der Vorsprung auf das nun neuntplatzierte Biel wuchs auf fünf Punkte an, mit einem Heimsieg heute gegen den HCD wären die Zürcher definitiv qualifiziert. Allerdings liegt ihr letzter Erfolg gegen die eingespielten Bündner schon eine Weile zurück – er datiert vom 7. Dezember 2010. Seitdem hat der HCD sieben Duelle in Serie gewonnen.

    Er hoffe heute auf einen ZSCSieg, betonte Shedden, der im Emmental gastiert. Der EVZ hat das leichtere Restprogramm als die Davoser, und sein Coach sagt: «Natürlich würden wir die Regular Season gerne gewinnen. Wieso sollten immer die Davoser vorne sein, wieso nicht einmal wir?» Shedden schielt aber auch nach unten auf die möglichen Viertelfinalgegner. Und die Lions, das gibt er offen zu, wären ihm da nicht so lieb. Nur vier von zwölf möglichen Punkten hat der EVZ gegen sie gewonnen, und Shedden erinnert: «Nur gegen den ZSC und Ambri liegen wir in der Saisonserie zurück.» Die Zürcher seien bestimmt kein Team für Rang 6 oder 7, «sie haben ein ziemlich beeindruckendes Line-up. Keine Ahnung, wieso sie da unten sind.» Die ZSC Lions wiederum dürften eine Serie gegen Davos vermeiden wollen. Es steht ein spannender Qualifikationsfinish an.

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    Zitat von Brave New World


    Nei isch dä RVA nöd. Diä 4 Blöck werdet meistens öppe glich viel Ihgsetzt. Mängisch spieltets nume mit 3 Center und 5 Flügelpaar. Häts au scho paar mal gäh. I spiel wos viel Specialteams giht und wenig 5 gege 6 gspielt wird, däänn werdet diä stärchere Spieler viel forciert.

    Ich rede nicht von jetzt!

    Was willst du forcieren wenn du an der Spitze der Tabelle stehst?

    Im Fall von Davos rede ich von vergangenen Playoffs, und da was es so.

    Wenn du hinten stehst wie der Z hast du das ganze Jahr Playoffs.....

    Zug oder Fribourg wären natürlich wünschenswert, vor allem Zug, gegen die wir drei von vier Begegnungen gewonnen haben.

    Davos müsste Platz 1 aufs Spiel setzen, um Wunschgegner ZSC zu bekommen, will heissen:

    Im Final hätte man ev. keinen Heimvorteil, aber nur, wenn der erste im Final steht!

    Arno traue ich alles zu, vor allem weil er "es" schon mal gemacht hat....beim ZSC!

    So oder so sehe ich nur eine ganz kleine Chance, das Team ist nicht ausgeglichen, auf gute Spiele folgen Abstürze, ich brauche das ja nicht zu erklären.

    Wie es auch rauskommt: Falls wir Meister werden werde ich das verpassen, denn ich habe keinen vorzeitigen Samen...äh....Rückflug gebucht.

    Ausserdem kommt dann noch Besuch von der Pinnwand. :cool:

    Zwei Punkte aus Zug, beim Leader - mehr als ich erwartet hatte!

    Kolnik hat mit seinem Penalty den zweiten Punkt geholt.

    Ev. erzählt noch einer der vor Ort war etwas, im Live Ticker wurde er sonst nie erwähnt, was nicht viel heissen will.

    5 Punkte auf Biel - 2 Punkte aus den letzten vier Spielen, machbar!

    «Ich dachte: Das darf nicht wahr sein»

    Der Amerikaner Dave Ritchie (73) war einer der erfolgreichsten American-Football-Trainer Kanadas, ehe er vor einem Jahr die Zurich Renegades übernahm. Er staunt, wenn seine Spieler in die Ferien fahren.

    Mit Dave Ritchie sprach David Wiederkehr, Kloten

    Mister Ritchie, sind Schweizer gute Footballspieler?

    Wenn wir von der Nationalliga A sprechen, sind meine Schweizer Spieler so gut wie andere in dieser Liga. Und das ist nicht selbstverständlich: Als ich vor einem Jahr hierherkam, war das Team im Umbruch, viele frühere Spieler hatten ihren Rücktritt erklärt. Ich hatte also 23, 24 junge Männer um mich herum, die noch gar nie Football gespielt haben. Die vorher noch nicht einmal ein Footballspiel live gesehen haben.

    Das muss eine neue Erfahrung für Sie gewesen sein.

    Und was für eine! Sie hat mein Coaching sehr verändert.

    Inwiefern?

    Ich bin hier nicht einfach Trainer, ich bin Lehrer. Ich musste Spielern eine fast fremde Sportart beibringen.

    Mussten Sie also Ihre Art umstellen, ein Team zu trainieren?

    Das sollte man nicht tun. Ich bin jetzt in meinem sechsten Jahrzehnt als Trainer, und die Spieler sind immer noch gleich. Sie wollen Disziplin, sie wollen Ehrlichkeit, sie wollen wie Männer behandelt werden. Was aber neu war: In Kanada hatte ich sieben Assistenztrainer. Hier einen. Ich dachte erst: Das darf doch nicht wahr sein.

    Was sind weitere Unterschiede?

    Ein Schweizer Spieler setzt seine Prioritäten nicht so, wie ich das gewohnt war: Er arbeitet oder studiert – dann geht er in die Ferien. Wenn jemand an einem USCollege Football spielt, studiert er zwar nebenbei, aber er arbeitet nicht auch noch – das ist Studenten mit Stipendien gar nicht erlaubt. Und erst recht nicht geht er in die Ferien. Als ich nach Zürich kam, war ich zum ersten Mal als Trainer mit Absenzlisten konfrontiert. So etwas kannte ich nicht. Zuerst fragte ich mich: Wie kann ein Spieler mitten in der Vorbereitung in die Ferien fahren?

    Wie gingen Sie damit um?

    Nun, ich habe mich daran gewöhnt. Meine Aufgabe ist es, den Spielern meine Erfahrungen weiterzugeben. Wer nicht dabei ist, ist halt nicht dabei.

    Was für ein Trainer sind Sie?

    Ich bin immer einer, zu dem die Spieler kommen können, wenn sie ein Problem haben. Meine Tür steht immer offen. Und ich habe nie einen Spieler vor versammelter Mannschaft zusammengestaucht. Wenn jemand einen Fehler gemacht hat, lasse ich es ihn einfach wissen, ohne grosses Aufsehen.

    Sie warten auf die Aufnahme in die Hall of Fame der Canadian Football League, waren 2001 Trainer des Jahres, gewannen dreimal den Grey Cup, den Final der CFL. Wie kommt ein Trainer Ihrer Reputation dazu, in die Schweiz zu wechseln?

    Im Januar 2008 ging ich in Rente, und meine Frau und ich hatten eigentlich im Sinn, dass wir uns nun ganz unseren Kindern und Enkeln widmen würden. Aber ich mochte die Rente nicht, mir wurde langweilig. Und über einen Freund ergaben sich zufällig Kontakte zu den Renegades.

    Sie unterzeichneten einen Einjahresvertrag mit der Option auf ein weiteres. Wann war Ihnen klar, dass Sie zurückkehren würden für eine zweite Saison?

    In dem Moment, als ich in Kloten das Flugzeug bestieg. Mir gefällt es hier, meiner Frau gefällt es hier, und nachdem wir mit den Renegades letzte Saison das Playoff verpassten, gibt es im neuen Jahr ja noch etwas zu erledigen.

    Das Playoff erreichen?

    Genau, das ist das erste Ziel. Dann wollen wir in der Swiss Bowl spielen. Und wenn wir erst im Endspiel sind, wollen wir es natürlich auch gewinnen.

    Obwohl Serienmeister Calanda Broncos in den vergangenen Jahren kaum zu bezwingen war?

    Man muss sich hohe Ziele stecken. Natürlich, es muss ein vernünftiges und erreichbares Ziel sein. Aber ich bin Amerikaner, so denken wir. Ich will gewinnen, egal wobei ich mitmache. Und diese Haltung werde ich auch meinen Spielern beibringen: Wir wollen ganz nach oben, denn nur zuoberst auf dem Berg ist das Wasser so richtig gut.

    Und hoffen, dass sie Sie verstehen.

    Oh, das werden sie, keine Angst. Und falls jemand zu wenig gut Englisch kann, um zu verstehen, haben wir Übersetzer (lacht). Ob wir aber auch genug Talent haben, um Schweizer Meister zu werden, das wird erst die Zeit zeigen.

    In Kanada waren Sie ausverkaufte Stadien gewohnt, hier kommen vielleicht 200 Zuschauer. Frustriert Sie das nicht?

    Nein, das tut es nicht. Als ich 1952 in der Highschool begonnen hatte, Football zu spielen, kamen 3000 Zuschauer, später im College waren es 35 000, in Kanada bis zu 65 000 – und als ich nach der Karriere mit meinem Enkel David im Garten spielte, sah gar niemand zu. Jetzt sind es eben 200. Ich habe alles erlebt und alles gesehen, und ich bin glücklich damit.

    Ist 2012 Ihr letztes Jahr als Footballtrainer?

    Ich mag die Rente nicht, wirklich nicht. Und sie tut Menschen wie mir auch nicht gut. Bear Bryant war ein sehr erfolgreicher College-Coach. Mit 65 Jahren ging er in Rente, mit 65 Jahren und einem Monat war er tot. Oder Joe Paterno. 85 Jahre war er alt, als er im vergangenen November an der Universität von Pennsylvania entlassen wurde. Im Januar starb er. Was sagt uns das? Solange ich etwas zu tun habe, verschont mich der Sensenmann.

    Sind Sie derart rastlos?

    Die Woche hat 7 Tage, der Tag 24 Stunden. Was soll ich denn sonst in dieser Zeit tun? Schlafen?

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    Lol, war auch schon bei einem Spiel der Renegades :haare: der QB kann nicht werfen, der WR kann nicht fangen, bleibt noch der RB, rennen kann der ja....ist ein reines Laufspiel.

    Ari Sulander

    Persönlich

    Geboren am 6. Januar 1969 in Helsinki, verheiratet, Söhne Santtu (18) und Samu (14)

    Erfolge

    4 x Meister mit Jokerit Helsinki (92, 94, 96, 97) 3 x Meister mit den ZSC Lions (00, 01, 08) Sieger Champions Hockey League (2008/09) Victoria-Cup-Champion 2009 Olympiabronze 98, WM-Gold 95, Silber 98, 99

    Auszeichnungen

    1993/94 Playoff-MVP SM-Liiga 1997/98 bester WM-Goalie 1998/99 & 2007/08 bester NLA-Goalie 2008/09 MVP Champions League

    Statistik

    640 NLA-Spiele, 1670 Gegentore, 27 Assists, 35 Shutouts
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    «Als es geschafft war, erdrückten mich die Fans fast»

    Von Simon Graf, Zürich

    Niemand hat die Geschichte der ZSC Lions so erfolgreich geprägt wie Ari Sulander. Nun steht der 43-Jährige vor seinen letzten Zürcher Wochen und blickt anhand von sechs Bildern zurück auf die intensivsten Momente – und voraus in sein neues Leben.

    Als Ari Sulander im Frühling 1998 bei den ZSC Lions unterschrieb, sagte er, er wolle sich nicht langweilen. Das musste er nicht. Der Finne bekam viel Arbeit, löste sie mit Bravour und führte die Zürcher zu neuen Höhen. Er war der beste Transfer der Klubgeschichte und so dauerhaft, dass es lange nicht gelang, seinen Nachfolger aufzubauen. In diesem Winter hat sich Lukas Flüeler nun durchgesetzt, der 43-Jährige Sulander wurde zum Statisten. Auch deshalb entschied er sich, seine Karriere nach dieser Saison zu beenden. Am Dienstag wurde er beim 0:4 gegen Lugano in der Endphase eingewechselt. Ob es sein letztes Spiel im ZSC-Dress war, wird sich weisen.
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    Fondue, Jassen und viele, viele Regeln

    «Als ich 1998 hierherkam, dachte ich, ich würde drei, vier Jahre bleiben. Und ich wäre wohl schon glücklich gewesen, wenn man mir gesagt hätte, ich würde bis 35 spielen. Damals war ich 29. Doch ich fühlte mich stets wohl hier, das Teamleben war angenehm und ich hatte Glück, dass ich von grösseren Verletzungen verschont blieb. So wurden es 14 Jahre, und inzwischen habe ich ja auch den Schweizer Pass.

    Einen Kulturschock hatte ich nicht, als ich hierherkam. Und Kari Martikainen, der schon einige Jahre in der Schweiz war, erklärte mir, wie alles läuft. Einiges funktioniert hier schon anders als in Finnland. Alles klappt, aber es braucht Zeit. Wenn man hier ein Sofa bestellt, muss man eine Woche warten, bis es geliefert wird. Bei uns zu Hause werden die Dinge schneller ausgeführt. Und als ich erstmals zur Bank ging, um Einzahlungen zu erledigen, drückten sie mir einen Stoss Papier in die Hände. In Finnland hatte ich schon E-Banking gehabt.

    Zudem gibt es hier mehr ungeschriebene Regeln. Man darf den Rasen nicht am Sonntag mähen oder über Mittag staubsaugen. In Finnland macht das jeder so, wie es für ihn passt. Alle fahren am Wochenende weg ins Sommerhaus, kommen am Sonntagabend zurück und schneiden dann noch den Rasen. Das stört niemanden.

    Der Schweizer Nationalsport

    Aber ich denke schon, dass die Schweiz auf mich abgefärbt hat. So habe ich das Jassen lieb gewonnen. Schon bei Jokerit Helsinki hatte ich im Bus Karten gespielt. Deshalb wollte ich es lernen. Ich setzte mich daneben, wenn die Kollegen jassten, und erkundigte mich nach den Regeln. Und wenn einer fehlte, sprang ich ein. Wir spielen Coiffeur. Mir gefällt das Spiel, weil es immer wieder andere Konstellationen gibt.

    Früher war Claudio Micheli mein Partner, jetzt spiele ich mit Seger gegen Patrik Bärtschi und Thomas Ziegler. Dieses Jahr läuft es nicht so gut, wir sind am Verlieren. Aber übers Ganze gesehen bin ich im Plus. Im ersten Jahr musste ich viel bezahlen, aber so lernte ich es. Wir spielen um Geld, damit jeder konzentriert bei der Sache ist. Aber nicht um grosse Beträge. Auch das Schweizer Essen habe ich gern bekommen. Am Anfang war ich gegenüber dem vielen Käse etwas skeptisch. Doch inzwischen liebe ich Fondue. Und ich werde es sicher auch nach Finnland mitnehmen.

    Einen der Vorzüge der Schweiz durfte ich aber nie testen: die Skigebiete. Weil Skifahren als gefährlicher Sport gilt, war es mir vertraglich verboten. Wenn die Saison vorüber ist, reise ich sofort nach Lappland, nach Levi, wo die Weltcuprennen stattfinden, und verbringe dort ein paar Tage auf der Piste.

    Zuerst wohnte ich in Kloten, dann eineinhalb Jahre in Maur, ehe ich auf die Forch zügelte. Mir gefällt es hier. Es ist ruhig, in der Natur, in der Nähe der Stadt und der International School von Zumikon, die meine Söhne besuchten. Ende April, wenn der Umzug ansteht, gibt es viel zu tun. Mein älterer Sohn Santtu bleibt ja hier, und er darf nehmen, was er braucht. Ein Sofa, den Fernseher, ein Pult. Den Rest lasse ich nach Finnland spedieren. Ich habe eine Wohnung auf der Insel Lauttasaari ausserhalb von Helsinki. Meerblick inklusive.»
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    Die schönste und traurigste Stunde

    «Der erste Titel war für mich der emotionellste. Weil Zürich so lange darauf gewartet hatte. Und weil es mein erster Titel mit meinem neuen Team war. An Viertel- und Halbfinal erinnere ich mich kaum mehr, aber die Finalserie gegen Lugano ist noch sehr präsent. Das Gefühl nach dem letzten Tor war unglaublich. Alle sprangen aufs Eis, und Zesi Zehnder musste sie zurückschicken, weil ja noch neun Sekunden zu spielen waren. Als es geschafft war, erdrückten mich die Fans fast. Ich sagte zu Kari Martikainen, der mir gegenüberstand: ‹Ich kann mich nicht mehr bewegen.›

    Danach haben wir zwei, drei Tage durchgefeiert. Michel Zeiter und Vjeran Ivankovic zogen nicht einmal Schlittschuhe aus, bevor sie ins Niederdorf weiterzogen. Das Management hatte mir den Transfer zum ZSC mit dem Versprechen erleichtert, hier wolle man ein Siegerteam aufbauen. Und es hielt Wort. Schon im zweiten Jahr waren wir so weit. Der Teamgeist war von Beginn weg gut. Doch die erste Saison wurde stark getrübt durch den Tod von Chad Silver.

    Als Chad Silver nicht mehr kam

    Ich war an jenem Vormittag nicht im Training, sondern in der Therapie am Kreuzplatz wegen Problemen mit den Adduktoren. Mathias Seger rief mich an und sagte, ich müsse sofort zur Halle kommen, wir hätten ein Meeting. Er tönte nicht gut. Ich fragte: ‹Was ist los?› Und er antwortete: ‹Chad ist tot.› Ich konnte es nicht glauben. Silver war ein ganz feiner Mensch gewesen. Als ich anfangs noch kein Auto hatte, fuhr er mich manchmal nach Hause, obschon er am anderen Ende der Stadt wohnte und einen grossen Umweg machen musste.»
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    Wasser auf der Lunge und Penaltys

    Der Weg zum Titel von 2008 war verrückt. Was noch kaum jemand weiss: Ich hätte das Playoff beinahe verpasst. Denn eine Woche vor dem Start hatte ich 1½ Liter Wasser auf der Lunge. Ich war beunruhigt gewesen, weil ich nicht mehr richtig atmen konnte, und mit Ultraschall stellte man das Wasser fest. Keine Ahnung, woher es kam. Zum Glück verlief die Punktion gut. Komplikationen hätten für mich das Saisonende bedeutet. Die anderen Spieler wussten nicht, dass ich im Spital gewesen war. Wir wollten sie nicht verunsichern.

    Meist sind es Details, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Wäre Domenico Pittis in Spiel 5 in Genf nicht der späte Ausgleich gelungen, wir hätten die Serie verloren. Die letzten beiden Spiele gewannen wir ja im Penaltyschiessen. Obschon wir von Rang 6 aus gestartet waren, hatte ich vor dem Playoff ein gutes Gefühl. Schon in der ersten Saison mit Harry Kreis hatten wir im Januar und im Februar eine starke Aufwärtstendenz gezeigt. Doch dann fiel ich im Viertelfinal gegen Davos nach einer 3:1-Führung mit Adduktorenproblemen aus. Für Spiel 7 versuchte mich Gery Büsser fitzuspritzen. Tags zuvor im Training hatte es geklappt. Doch in Davos verfehlte er die richtige Stelle, und ich konnte mich kaum mehr bewegen.

    Ich bedauerte, dass Harry Kreis gehen musste. Er ist einer der besten Coaches, die ich je hatte. Ihn zeichnete sein Gefühl für die Mannschaft aus, er merkte sofort, wenn etwas nicht stimmte. Und er nahm den Input der Spieler auf.»
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    Der Triumphzug durch Europa

    «Nach unserem Sieg in der Champions League rief mich Seger heran und liess mich als Erster den Pokal stemmen. Eine nette Geste. In jenem Wettbewerb sah man wohl den besten ZSC überhaupt. Von den acht Spielen war nur eines nicht so gut – jenes in Prag. Doch dort zeigte ich eine der stärksten Leistungen meiner Karriere. 52:22 Schüsse hiess es damals für Slavia, doch wird konterten die Prager am Schluss aus und gewannen 5:1. Dass wir die Champions League gewinnen könnten, hatten wir uns nicht einmal erträumt. Vor dem ersten Spiel in Linköping waren wir alle unsicher, was uns erwarten würde. Wir gewannen 7:2, und danach lief es einfach.

    Europa zu bereisen, war eine spannende Abwechslung zum Meisterschaftsalltag. Und die Trips waren stets gut organisiert, meist hatten wir ein eigenes Flugzeug. Natürlich bleibt mir meine Party zum 40. Geburtstag in Erinnerung nach dem Spiel gegen Espoo. Ich hatte in Helsinkis Innenstadt einen Raum in einem Nightclub gemietet, wo wir unseren Finaleinzug feierten.

    Von der Bedeutung her stelle ich die Champions League auf die gleiche Stufe wie den ersten Titel mit dem ZSC. Umso höher war danach die Fallhöhe in der Meisterschaft. Wir waren mental leer, schieden im Viertelfinal gegen Fribourg 0:4 aus. So schlecht spielten wir nicht, aber wir waren nicht mehr hungrig. Der letzte Effort fehlte.»
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    Die Monate auf der Ersatzbank

    «Natürlich tut es weh, monatelang nicht spielen zu können. Am Anfang hiess es: Wer gewinnt, der spielt. Doch dann war ich plötzlich nur noch Ersatz. Als ich kurz vor Weihnachten gegen Fribourg zum Zug kam, war dies mein erstes Spiel seit zweieinhalb Monaten. Das ist nicht einfach. Ich hatte schon erwartet, ab und zu ein Spiel zu bekommen. So sollte es auch sein, finde ich. Aber das ist die Entscheidung der Coaches. Daran kann ich nichts ändern. Und man weiss ja nie, was passiert. Vielleicht braucht man mich plötzlich noch. Vielleicht hat Lukas Flüeler ein schlechtes Spiel, ich komme rein und spiele bis den Rest der Saison. Ich bin jedenfalls bereit, fühle mich fit.

    Flüeler weiss nun, was zu tun ist

    Mit Flüeler verstehe ich mich gut. Am Anfang hatte er fast zu viel Respekt vor mir. Jetzt weiss er, was er zu tun hat, um die Nummer 1 zu sein. Er hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Er ist ein grosser Goalie und hatte anfangs grosse Mühe, sich seitwärts zu bewegen. Daran haben wir gearbeitet. Er ist ein moderner Torhüter geworden und bewegt sich nun viel besser, hat in diesem Bereich aber noch Steigerungspotenzial.

    Ich wurde unlängst gefragt, ob ich meine Karriere fortgesetzt hätte, wenn die Rollen im Tor vertauscht wären. Ich sagte: ‹Wahrscheinlich schon. Dann hätte ich wohl noch eine Saison gespielt.› Ich machte mir Gedanken darüber, ob ich noch zu einem anderen Klub wechseln sollte. Aber irgendwie hat mich das nicht gereizt. Ich sagte mir: Ich bin 43 und will noch etwas anderes anfangen mit meinem Leben. Zumal mir die Aussicht darauf, ein weiteres Sommertraining über mich ergehen zu lassen, wenig verlockend schien.

    Man sagt zwar, Eishockeyprofis hätten ein schönes Leben. Aber richtig gehen lassen darf man sich nie. Nun freue ich mich darauf, den Sommer richtig zu geniessen. Und im Januar 2013 will ich in die Ferien nach Thailand. Was meine Zukunft als Goaliecoach betrifft, will ich es langsam angehen. Jukka Ropponen wird mich nun einführen. Ganz aufhören mit dem Eishockey werde ich nicht. Zum Spass werde ich in Helsinki weiterspielen. Ehemalige Jokerit-Spieler wie Petri Varis und Juha Lind treffen sich in der Hartwall Areena einmal pro Woche. Da werde ich mich anschliessen, um meine Form nicht ganz zu verlieren. Zumal es in Zürich ja vielleicht noch ein Abschiedsspiel für mich gibt.»
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    Der nächste Sulander beim ZSC?

    «Als mich Simon Schenk fragte, ob ich für GC spielen wolle, sagte ich: ‹Ja, aber ich möchte gern einmal mit Santtu spielen.› Daran habe er auch schon gedacht, gab Schenk zurück. Und so kam es im Dezember dazu. So viele Anrufe von Journalisten wie vor jenem Spiel gegen Thurgau hatte ich während meiner ganzen Karriere nie gehabt. Auch das Schweizer Fernsehen kam vorbei. Wir gewannen 2:0, Santtu stürmte in der vierten Linie und machte einen guten Job. Seine Entwicklung macht mich stolz. Inzwischen ist er ja in der U-19. Ich war dabei, als er mit den Schweizern gegen Finnland spielte. Das war schon witzig.

    Santtu bleibt in der Schweiz

    Santtu spricht perfekt Schweizerdeutsch und ausgezeichnet Englisch. Finnisch ist inzwischen seine dritte Sprache. Natürlich hat er keinen Akzent, aber manchmal fehlen ihm da die Worte. Er wird in der Schweiz bleiben und mit ein paar anderen jungen Spielern zusammenziehen. Ich sehe da kein Problem, er wird bald 19 und ist unabhängig. Ich musste ihn schon jetzt nicht mehr antreiben. Er ist selber verantwortlich für seine Karriere. Ich hoffe, dass er nächste Saison in der U-20 und bei GC spielen kann. Er hat Übersicht und kann skoren, aber er muss noch etwas kräftiger und aggressiver werden. Manchmal ist er noch zu verspielt. Doch er hat nun Jahr für Jahr Fortschritte gemacht.

    Ich würde mich schon freuen, wenn dereinst wieder ein Sulander für die ZSC Lions spielen würde. Aber man weiss nie, was passiert. Eine Verletzung, und schon sieht alles anders aus. Inzwischen hat Santtu die Schule abgeschlossen. Aber ich habe ihm ans Herz gelegt, neben dem Eishockey noch etwas für den Kopf zu tun. Zumal ich überzeugt bin, dass ihm Studieren liegen würde. Er hat immer gute Noten gehabt.

    Mein jüngerer Sohn Samu wird im Sommer 15 und lebt inzwischen wieder in Finnland. Auch er spielte anfangs Eishockey, doch er hat bald aufgehört. Am liebsten geht er Snowboarden. Und er kommt bald vorbei, vielleicht finden wir Zeit, um kurz in die Berge zu gehen. Natürlich werde ich Santtu im nächsten Winter besuchen kommen. Und meine ehemaligen Teamkollegen. Vielleicht spiele ich mit bei der ZSC-Golftrophy im August. Bald habe ich ja Zeit, an meinem Handicap zu feilen. Eine Rückkehr zum ZSC schliesse ich nicht aus. Aber ich will mein neues Leben langsam angehen. Ich wollte nicht sofort als Goaliecoach bei einem Klub anheuern.»

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    :sad:

    Mein Senf: Interessant seine hohe Meinung von Kreis und die Bedeutung der CL, die ja für einige hier nichts Wert ist!

    Tschau Sulo, danke für ALLES!

    Hmpf...

    Ja habe das dritte Drittel noch geguckt.

    Stand 1:0 für die Panthers, das wären dann 6 Punkte auf die Caps gewesen.

    Leider viel zu viele Strafen und noch etwas Pech beim 1:2, das vom Verteidiger unhaltbar abgefälscht wurde.

    Ich hoffe weiter auf Playoffs vor meiner Haustüre!

    "Zu denken geben müsste den Nationalliga-Verantwortlichen die Zuschauerzahl. Sogar wenn man einbedenkt, dass es um sehr wenig ging, sind 2637 Fans in einem Tessiner Derby eine Zahl, welche die Alarmsirenen ertönen lassen muss. Ganz klar ist damit, dass die heissblütigen Supporter diese Massierung an Vergleichen der beiden historischen Rivalen nicht goutieren."

    blick.ch

    Zitat von virus


    Mer därft aber erwarte, dass di 1. Linie sich mit dä 1. Linie vom Gägner chan mässe, di 2. Linie mit dä 2. vom Gägner und so wiiter.

    Genau so! :nick:

    PS: De ander Coach reagiert i de meischte Fäll druf, wänn umstellsch, will also heisse:
    Die andere forciered dänn au gwüssi Lüt.... :razz:

    Sie werden eine Reaktion zeigen, das nehme ich doch an.

    Aber ob das zu einem Sieg in Zug reicht?

    Ob man Davos endlich schlagen kann?

    Servette kann max. 73 Punkte machen, der Z braucht also aus 5 Spielen, davon gegen Rappi, die schwächelnden Fribourger und zu Hause gegen Genf 6 Punkte, um ganz sicher dabei zu sein.

    Sollte, nein, muss machbar sein!

    Zitat von virus


    Sone Forcierig vo einzel Persone zeiged doch eifach, dass sTeam nöd gnueg guet isch.

    Das isch Quatsch.

    Es git nirgends es Team wo all vier Linie glich guet sind!

    Und sie händ au nirgend gliich viel Iszit.

    Au bim beschte NHL Team gits es Gfäll, und au dört werded d Schlüsselspieler forciert.

    Es isch eifach da uf dere Siite (und nur da!) so e "Urban Legend".

    Es isch ja nöd so dass die andere Linie nie spieled.

    Und lueg ebe grad mal Davos ah mit em RvA!

    Ich han amigs s Gfühl de seg dauernd uf em Iis, und wenns eng wird, speziell i de PO's, dänn isch er au dauernd uf em Is.

    En Tambellini spielt nöd meh als anderi Usländer i de CH!

    <Klugscheissermodus an>

    In der NHL natürlich schon, für jederman zum Nachvollziehen:

    http://www.nhl.com/ice/playerstat…iewName=summary

    Wenn Du da TOI anschaust siehst Du dass

    - Dan Girardi von den Rangers 27:08 (!) pro Spiel auf dem Eis steht!

    - Nino Niederreiter (NYI) dagegen nur 9:12

    Gehst Du weiter findest Du jeden Spieler von Rang und Namen, die werden alle forciert!

    Komisch, nicht?

    Und es hat nichts mit den Werbepausen in der NHL zu tun, die werden bei 82 Spielen und Road Trips durch vier Zeitzonen mehr als nur kompensiert.

    Bei uns gibt es leider offiziell keine solche Stats, und ich vermute dass es nicht mal Intern welche gibt (Sandro?).

    Aber es ist nun mal Tatsache:

    Leistungsträger spielen PP und BP, und das sind meist die Spieler von Block 1 und 2.

    Kommt es zu vielen Strafen ist alleine DAS der Grund, warum diese forciert werden.

    Ich meine, ich bringe weder in Über- noch Unterzahl die vierte Linie, wenn es nicht sein muss...

    Auf der NHL Statistik sieht man, dass die ersten Plätze alle durch Verteidiger belegt werden.

    Als Pavel Bure noch bei den Panthers spielte, war er Ende Saison als Stürmer derjenige, welcher am meisten Eiszeit hatte - weil er es so wollte!

    Während einem seiner Einsätze wechselten seine beiden Mitspieler, er blieb auf dem Eis!

    Spielte jedes PP und jedes BP, habe ihn mehrmals Live gesehen.

    Es gibt viele Spieler die wechseln den Club, um zu mehr Eiszeit zu kommen, es ist also im Interesse der Spieler, forciert zu werden!

    Und wie gesagt: Davon wird keiner Müde! :rofl:

    <Klugscheissermodus aus>

    :wink:

    Zitat von larlf


    will dänn die forcierte spieler wohl wieder ab mitti spiel müed sie werdet

    Das isch totale Quatsch, und nur wills da immer wieder gschriebe wird, wirds nöd wahrer!

    De Streit häds letschti gseit:

    Es isch normal dass die guete Spieler forciert werded, es isch richtig!

    En Spieler wo es guets Summertraining gmacht häd (das händ oisi ja jetzt) chasch i dere Löli Liga mit 50 Spiel und kei Reise gar nöd überfordere!

    Jede ander Club forciert au sini Schlüsselspieler!

    Jede!

    Zitat von Maurizio

    Dä Wolf ghört in Wald, dä Meili isch besser :welle:

    De Maurizio wird Chloote Fan: :jump:


    Kloten Flyers Berger geht, Meili kommt

    (ewu)

    Patrick von Guntens Rückkehr von Västra Frölunda zu den Flyers zeichnet sich immer mehr ab. Dieser Transfer hat Folgen für das Kader: Sven Berger muss Kloten verlassen – trotz eines weiterlaufenden Vertrags bis Ende der Saison 2013/14. Wohin Berger wechselt, ist noch offen. Naheliegend wäre jedoch eine Rückkehr zu den Lakers, von wo er im letzten Sommer zu den Flyers stiess. Neben Berger verlassen auch die Verteidiger Winkler (Lakers) und Westcott die Flyers. Will Präsident Bircher das Budget nicht überziehen, muss die nächste Saison mit drei Ausländern in Angriff genommen werden.

    Bewegung kommt auch in die Frage, wer Nachfolger von Ersatztorhüter Flückiger (zu Lugano) wird. GCK-Torhüter Lukas Meili steht kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags. Die ZSC Lions geben ihrerseits Tim Wolf, dem zweiten Torhüter des Partnerteams in der NLB, ab nächster Saison eine Chance als Back-up von Lukas Flüeler.

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    Zitat von Caro


    ja, finde ich in ordnung. da spannen die fangruppierungen der verschiedenen clubs zusammen, nur so macht ein boykott sinn und nur so wird man etwas erreichen.

    Glaube ich nicht, ich glaube eher das:

    Die Frage darf dabei gestellt werden, ob sich die Zuger Verantwortlichen dafür wirklich bestraft fühlen, oder durch das Fernbleiben von Gästefans eher ein Ziel ihrer Sicherheitsvorschriften erreichen.

    Zitat von ZSColin


    War Jim Koleff mal bei uns? Wow, habe ich gar nicht gewusst ........!!

    "Seine technischen Dienste waren gefragt in Zug, Bern, Lugano, Langnau und als Berater bei den ZSC Lions."

    PS: Mir sind wieder grausam Off Topic....