Die Kurnikowa der NHL, Kandidat Diaz und Streits Herkulesaufgabe
Simon Graf
Heute startet die NHL-Saison mit den Schweizern Hiller, Sbisa (Anaheim), Diaz, Weber (Montreal), Streit und Niederreiter (Islanders).
Ein Rating der 30 Teams.
Western Conference
1) Vancouver: Zwei verpasste Meisterpucks sind schwer zu verdauen. Doch die Canucks haben zu viel spielerische Klasse für einen Absturz.
2) San Jose: 2-mal im Halbfinal, zuletzt auch dank Thornton. Mit Burns ist ein weiterer Topverteidiger gekommen. Die Sharks sind mehr als ein Geheimtipp.
3) Chicago: Der Meisterblues traf die Blackhawks letzte Saison wuchtig. Doch sie haben immer noch ein Topteam und mit Carcillo wieder einen Bösewicht.
4) Los Angeles: Nach Jahren des Aufbaus haben die Kings ein Team, das um den Cup spielen kann. Das verspricht spannende Derbys in Kalifornien.
5) Detroit: Jahr für Jahr beweisen die alten Männer Detroits den Skeptikern das Gegenteil. Doch wenn das Alter nicht das Problem ist, dann Goalie Howard.
6) Anaheim: Wenn Hiller nicht mehr von der Gesundheit gestoppt wird, zählen die Ducks mit Perry, Getzlaf, Ryan und Selänne zu den Topteams des Westens.
7) St. Louis: Das Team ist gespickt mit jungen Spielern mit Starpotenzial – also gut genug fürs Playoff, aber zu wenig gut, um ein Titelkandidat zu sein.
Nashville: Im 12. Jahr gewannen die Predators erstmals eine Playoff-Serie. Doch Ende Winter drohen die Abgänge von Goalie Rinne und Verteidiger Weber.
9) Columbus: Seit 2000 dabei, haben die Blue Jackets noch kein Playoff-Spiel gewonnen. Das sollen die Zuzüge Carter und Wisniewski ändern.
10) Minnesota: Die Sharks-Stürmer Heatley und Setoguchi sollen den Funken in der Offensive zünden. Doch die Verteidigung hat kein NHL-Format.
11) Colorado: Der tiefe Fall von 95 auf 68 Punkte überraschte. Ebenso unerwartet kam, dass sich die Avs teuer Goalie Warlamow ertauschten, statt Vokoun zu holen.
12) Edmonton: Die Gefahr, dass die jungen Oilers das Playoff erreichen und so verhindern, dass Ralph Krueger Deutschland an der WM führt, ist gering.
13) Phoenix: Ein Team, bei dem der 39-jährige Ryan Whitney als bester Skorer eingeschätzt wird, kann niemandem Angst machen.
14) Calgary: Jarome Iginla hat im Sturm nicht viel Unterstützung. Wenn sich Sven Bärtschi beeilt, könnte er bald einmal mit ihm spielen.
15) Dallas: Die Stars sind seit September bankrott und werden in Bälde versteigert. Die Frage: Wer soll eine solch heruntergewirtschaftete Franchise kaufen?
Eastern Conference
1) Washington: Die Capitals sind zur Anna Kurnikowa der NHL geworden: Sie sehen gut aus, aber sie gewinnen nichts. Das könnte Stargoalie Vokoun ändern.
2) Boston: Der Kern der Champions ist noch jung, die Goalies (Thomas, Rask) sind exzellent. Doch seit 1998 (Detroit) gelang keine Titelverteidigung mehr.
3) Philadelphia: Wenn Teemu Selänne mit 40 mehr als 1 Punkt pro Spiel skort, kann dies NHL-Rückkehrer Jagr, der fünffache Topskorer, mit 39 alleweil.
4) Buffalo: Milliardär Terry Pegula kaufte sich die Sabres für 189 Millionen und zahlte für die Zuzüge Ehrhoff und Leino viel. Jetzt erwartet er auf dem Eis etwas zurück.
5) Pittsburgh: Ohne Sidney Crosby sind die Penguins nur Mittelmass. Und wann er nach seinen Gehirnerschütterungen zurückkehrt, steht immer noch in den Sternen.
6) Tampa Bay: Zuletzt nach drei Jahren zurück im Playoff und da dank potenter Offensive im Halbfinal. Doch Goalieveteran Roloson (42) ist kein Hasek.
7) New Jersey: Ilja Kowaltschuk vermochte die Devils im ersten Jahr seines 100-Millionen-Vertrags nicht ins Playoff zu schiessen. Doch er versprach Besserung.
Montreal: Diaz könnte bei den Canadiens die Überraschung in der Abwehr werden, der letzte Saison schwer verunglückte Pacioretti im Sturm.
9) Carolina: Obschon Skinner, der Neuling des Jahres, alle Erwartungen übertraf, verpassten die Hurricanes das Playoff. Es wird erneut ein Kampf bis zum letzten Tag.
10) New York Rangers: Wer vom EV Zug 8:4 gedemütigt wird, kann wohl nicht ernsthaft vom Stanley-Cup träumen. Trotz Henrik Lundqvist.
11) Winnipeg: Dank dem Umzug von Atlanta hat die Stadt erstmals seit 1996 NHL-Eishockey. Wenn sich die Euphorie aufs Team überträgt, ist mit den Jets zu rechnen.
12) New York Islanders: Das Team ist so gut besetzt wie nie, seit Mark Streit 2008 hier eintraf. Doch ohne Topgoalie ist das Playoff eine Herkulesaufgabe.
13) Toronto: Die Leafs wollten als neuen Starcenter Brad Richards und bekamen den fragilen Tim Connolly. Coach Ron Wilsons Job ist gefährdet.
14) Ottawa: Rundblad. Zibanejad. Cowen. Filatow. Da Costa. Puempel. Silfverberg. Die Zukunft der Senators sieht gut aus. Die Gegenwart weniger.
15) Florida: Positiv ausgedrückt befinden sich die Panthers im Umbruch. Doch die Wahrheit ist: Mit Goalie Vokoun haben sie den letzten Topspieler verloren.
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Meinungen?
6. Tampa Bay: Zuletzt nach drei Jahren zurück im Playoff und da dank potenter Offensive im Halbfinal. Doch Goalieveteran Roloson (42) ist kein Hasek.
Ich meine: Wär mer nöd a Boston gschiitered, wer weiss was no passiert wär. Und de Roloson häd i dere Serie super gspielt. Tampa also echli underrated?