ABPFIFF
Die Fassade von Spadaro
Fredy Wettstein
Romano Spadaro stand bei den Grasshoppers auch einmal für einen Neubeginn. Wie viele in den vergangenen Jahren. Aber keiner tat es laut und so grossspurig wie er. Einen Tagi-Journalisten, der ein Porträt über ihn schrieb, empfing er einmal so: «Ich bin der Spadaro, und der Spadaro ist, wie er ist. Er braucht keine Fassade.»
Spadaro sagte in seiner Zeit als GC-Präsident Sätze wie diesen: «Wenn der FCZ mein Orientierungspunkt wäre, könnte ich gleich die Koffer packen. Mich beschäftigt etwas ganz anderes. Wir wollen mit GC unter die 32 besten Teams in Europa kommen.» Als die Grasshopper Fussball AG gegründet wurde: «Das ist eine historische Stunde.» Und posaunte: «Wir haben Kontakte zu englischen Gruppierungen, die in verschiedensten Bereichen tätig sind. Sie sind sehr interessiert an GC, seit sie gesehen haben, wie wir das ganze Konstrukt der Aktiengesellschaft aufgebaut haben.» Für ihn war klar: «Erfolg ist jetzt planbar.» Er wollte das Budget, um Europa zu erobern, von 15 auf 40 Millionen Franken erhöhen. Von einer Finanzkrise sprach er nie, höchstens davon, dass GC «manchmal Liquiditätsprobleme» habe.
1999 musste Spadaro bei GC gehen, er hinterliess beim Klub mindestens 18 Millionen Franken Schulden und sagte: «Ich gehe mit einem sehr guten Gewissen.»
Heute ist Romano Spadaro wieder ein Thema. 2006 wurde er in den Verwaltungsrat der Kloten Flyers gewählt. Mit ihm komme «ein Stück Hoffnung in den Klub zurück», schrieb der «SonntagsBlick» damals. Letzten Dezember trat Spadaro zurück, und inzwischen ist der Grund dafür bekannt: Die Klotener verklagen ihren ehemaligen Verwaltungsrat, weil er gemeinsam mit dem Deutschen Volker Eckel, äh, pardon: Volker Flick Aktien im Wert von 1,225 Millionen Franken gezeichnet hat, das Geld aber bis heute nicht überwiesen worden ist. «Das Geld fliesst bald», verspricht Spadaro. Wer aber zahlen soll, ist umstritten: Flick übernimmt den Betrag, behauptet Spadaro; wer wie viel zahle, müssten sie erst noch aushandeln, sagt Flick. Wenn sich Aufschneider zusammentun, wird es manchmal kompliziert.
Spadaro war auch Mitglied des GC-Sponsorenklubs Blue Label. Er versprach auch hier manches, bis er aber seinen Jahresbeitrag von 50 000 Franken endlich überwies, musste er beinahe betrieben werden. «Ich denke langfristig und geniesse kurzfristig», sagte Spadaro einmal, und er sei nicht ein Mensch, der Wasser predige und Wein trinke.
Spadaro hat vieles gepredigt. Er ist charismatisch, zeigt sich gerne weltgewandt, kann charmant sein. Und viele haben ihm geglaubt. Immer wieder. Sie sind selber schuld.
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@Brave, chasch en ja wieder verteidige :roll: