Beiträge von Larry

    Auch deshalb, gerade auch für die Jungen, müssen zu Beginn zwingend möglichst viele Punkte her.

    Richtig! Marc Crawfort konnte Junge bringen weil wir mit zig Punkten Vorsprung an der Spitze standen.

    Gelingt der Start wieder nicht wie letztes Jahr verstehe ich Gröni wenn er um der Punkte willen auf die bewährten Kräfte setzt. Er geht auch um seine Zukunft!

    ZSC-Neuzuzug Lucas Wallmark

    Das Zeichen gegen Putins Krieg war ihm eine Million wert

    Als Russland die Ukraine überfiel, wollte der Schwede nur noch eines: weg aus Moskau. Nun bereichert er den ZSC, weil er viel mehr ist als nur ein begnadeter Eishockeystürmer.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp (TA)
    Publiziert heute um 20:10 Uhr

    «Mir sind Züri» statt Russland: Lucas Wallmark steht bis 2025 beim ZSC unter Vertrag.


    «Mir sind Züri» statt Russland: Lucas Wallmark steht bis 2025 beim ZSC unter Vertrag. Foto: Sabina Bobst

    Lucas Wallmark war erst gerade zurück in Moskau von den Olympischen Spielen in Peking. Doch dann, am 24. Februar, als Russland die Ukraine überfiel, wollte er nur noch eines: wieder weg. Für immer. Eishockey spielte für ihn keine Rolle mehr. Auch nicht, dass sein Club ZSKA in ein paar Tagen als einer der Favoriten ins Playoff starten würde.

    «Es gingen mir nur noch alle möglichen Dinge durch den Kopf, so kannst du dich auch nicht mehr auf deinen Sport fokussieren», sagt Wallmark. «Natürlich war ich nur zum Eishockeyspielen dort. Doch ich wollte kein Teil dieses Ganzen sein, ich fühlte mich nicht mehr glücklich.»

    Zitat
    «Was in der Ukraine passiert, ist so traurig. Ich wollte in keiner Weise mehr irgendetwas damit zu tun haben.»
    Lucas Wallmark, Stürmer ZSC Lions

    Es war natürlich bloss ein kleiner Nebenaspekt des Krieges. Doch plötzlich stand ausserhalb Russlands auch die ganze Liga im Fokus als Propagandavehikel Wladimir Putins – und damit auch alle im Playoff involvierten Spieler. Wallmarks Situation mit seinem Arbeitgeber erhielt noch eine weitere symbolische, aber unangenehme Dimension: ZSKA Moskau, das ist mit 32 Titeln nicht nur der frühere Rekordmeister der Sowjetunion, es ist auch der ehemalige Armeeclub der UdSSR mit dem Kult-Jersey und dem grossen roten Stern auf der Brust.


    Der Vorwurf aus der Heimat an die Verbliebenen


    Wallmark wurde beim Club vorstellig, mithilfe seines Agenten verhandelte er die Auflösung seines Vertrags, der auch noch für 2022/23 gültig gewesen wäre. Es ging um eine Millionensumme. «Ich musste dennoch nicht nachdenken», sagt der Schwede. «Was in der Ukraine passiert, ist so traurig. All die Sorgen der Leute kann man nicht vergleichen mit mir und wo ich Eishockey spiele. Ich wollte in keiner Weise mehr irgendetwas damit zu tun haben.»

    Nach zwei Playoff-Spielen war man sich einig: ZSKA liess ihn ziehen. «Der Club zeigte Verständnis für meine Situation, dafür bin ich dankbar.» Wallmark hatte zwar einen «Komplizen» unter den Teamkollegen: Joakim Nordström, der mittlerweile in Davos spielt, verliess ZSKA zusammen mit ihm. Es war aber Wallmark, der schon bald öffentlich über seine Geschichte sprach und sich als einer der ersten Eishockeyspieler gegen ein Engagement in der KHL stellte.

    Das ist bis heute nicht selbstverständlich. Wallmark und Nordström verliessen Russland, diverse skandinavische Spieler (wie auch viele Nordamerikaner) blieben in der KHL, spielten die Saison zu Ende. Finnen und Schweden bekamen den Druck aus der Heimat zu spüren: Wie kann man nur? Es gibt aber auch Spieler, die sich gegen solche Vorwürfe wehren. Man hörte zum Beispiel aus Minsk, dass auf die Dinamo-Spieler massiver Druck ausgeübt worden sei und sie auch nach dem Saisonende für Trainings zum Bleiben gezwungen worden seien. Im mittlerweile eher berüchtigten Kult-Jersey des früheren Sowjet-Armeeclubs: Lucas Wallmark feiert am 29. September 2021 als Spieler von ZSKA Moskau einen Treffer gegen Sibir Nowosibirsk.


    Im mittlerweile eher berüchtigten Kult-Jersey des früheren Sowjet-Armeeclubs: Lucas Wallmark feiert am 29. September 2021 als Spieler von ZSKA Moskau einen Treffer gegen Sibir Nowosibirsk. Foto: Sergey Guneev (Imago Images)

    Mikko Lehtonen, wie Wallmark ebenfalls neu beim ZSC, sagt es so: «Es war nicht überall gleich. Bei SKA war es fast unmöglich, einfach so zu gehen.» Der finnische Verteidiger blieb bei seinem Team aus St. Petersburg, er verlor den Playoff-Final gegen ZSKA – Wallmark verzichtete also nebst viel Geld auch auf Meisterehren.

    WEITER NACH DER WERBUNG

    Und Wallmark machte sich wohl auch nicht nur Freunde in der Eishockeyszene mit seiner klaren und öffentlichen Meinung zum Abgang. In der kürzlich gestarteten neuen KHL-Saison finden sich nach wie vor knapp 100 Spieler, die nicht aus Russland oder anderen früheren Sowjetstaaten stammen – darunter zwar nur noch sechs Schweden und ein Finne, dafür aber 44 Kanadier. Erhält Wallmark darum auch negative Reaktionen? «Ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht», sagt er. «Jeder denkt da anders, aber für mich persönlich war meine Entscheidung die beste.» Der Saisonstart naht: Lucas Wallmark im Abschlusstraining des ZSC vor dem ersten NL-Spiel in Rapperswil-Jona am Mittwoch.


    Der Saisonstart naht: Lucas Wallmark im Abschlusstraining des ZSC vor dem ersten NL-Spiel in Rapperswil-Jona am Mittwoch. Foto: Sabina Bobst

    Wallmark gilt in Schweden nun als jener Spieler, der als Erster seine Stimme gegen Russland erhob. Dabei ist er gar kein Lautsprecher. Seine Geschichte erzählt er in Zürich vor dem Saisonstart der ZSC Lions mit ruhiger und sanfter Stimme. Und für einen Eishockeyspieler ist er auch keine imposante Erscheinung. Mit seinen 1,80 Metern und 80 Kilogramm verkörpert er in diesem physischen Sport höchstens Durchschnitt.

    Dass er sich von 2016 bis 2021 dennoch fünf Jahre lang im rauen nordamerikanischen Eishockey festsetzen konnte, lag an seiner bemerkenswerten Spielintelligenz – in seiner schwedischen Heimat nennen sie den Mittelstürmer auch den «Hockey-Denker». Gedanken, das hat sein Abgang aus Moskau gezeigt, macht sich der 27-Jährige auch über das Geschehen ausserhalb des Eishockey-Rinks.


    Die Vorzüge der Schweiz


    Seither ist mehr als ein halbes Jahr vergangen. Wallmark hat in der Zwischenzeit bei den ZSC Lions einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Natürlich war eine Rückkehr in die KHL kein Thema mehr für ihn – wie auch für Lehtonen nicht. Nun ist all das Vergangenheit, Wallmark lebt in Zürich, gemeinsam mit Ehefrau Matilda und Mops Lovis. Als er in Moskau spielte, wohnte er allein.

    Er erlebt auch andere Vorzüge in der Schweiz. Nach jedem Auswärtsspiel im eigenen Bett schlafen statt im Hotel oder im Flugzeug? Das konnte er weder in Nordamerika oder Russland noch früher in Schweden, wo er im hohen Norden in Skelleftea und Lulea spielte und darum alle Gegner weit weg waren.

    Der ZSC hat Wallmark als Leader geholt, er soll seinen nach Schweden zurückgekehrten Landsmann Marcus Krüger ersetzen – auf dem Eis, aber auch in der Kabine. Dass dies keine leere Phrase ist, hat er bewiesen: «Auch ich erhebe meine Stimme in der Garderobe.» Er sei immer jemand gewesen, der seine Meinung preisgebe. «Ich will auch, dass sich alle Teamkollegen an den Diskussionen beteiligen, dass sich dann auch jeder gut fühlt. Das war in jeder erfolgreichen Mannschaft, in der ich spielte, der Fall.»

    Die ZSC Lions haben zwar keinen Lautsprecher geholt. Aber einen Spielmacher und Leader, auf den alle hören werden.

    Ein französischer Künstler und ein Goalie, der für einen guten Zweck hext: Die ZSC Lions haben interessante Spieler verpflichtet

    Der Abgang von Denis Malgin in die NHL schmerzt den ZSC. Doch der Sportchef Sven Leuenberger hat vier aufregende Ausländer verpflichten können. Auch dank ihnen gehören die Zürcher abermals zu den Titelfavoriten.

    Nicola Berger13.09.2022, 16.30 Uhr (NZZ)


    Neue Attraktion im ZSC: der Franzose Alexandre Texier, hier im Januar 2022 noch im Tenu der Columbus Blue Jackets.

    Neue Attraktion im ZSC: der Franzose Alexandre Texier, hier im Januar 2022 noch im Tenu der Columbus Blue Jackets.

    Matt Slocum / AP

    Wenn die ZSC Lions am Mittwoch in Rapperswil-Jona gegen die Lakers in die Saison starten, ist das für sie ein Vorgeschmack auf die kommenden Wochen. Weil in der neuen Swiss-Life-Arena in Altstetten noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sind, bestreitet der ZSC die ersten acht Partien allesamt auswärts. Die Heimpremiere findet am 18. Oktober gegen Gottéron statt.

    Auch am Kader wurde fleissig gewerkelt. Der ZSC steigt mit einem neuen Schweizer Abwehrchef aus der NHL (Dean Kukan) und vier neuen Ausländern in die Saison. Das Quartett besteht aus dem tschechischen Torhüter Simon Hrubec, dem finnischen Verteidiger Mikko Lehtonen, dem schwedischen Stürmer Lucas Wallmark sowie dem französischen Angreifer Alexandre Texier.

    Die Ende August finalisierte Verpflichtung von Texier, 23, ist ein Coup. Der Franzose hat sich in den letzten drei Jahren bei Columbus etabliert (123 Spiele / 49 Skorerpunkte) und wäre dort auch weiterhin als Stammkraft eingeplant gewesen. Doch nach zwei Todesfällen in der Familie drängte der läuferisch starke Flügelstürmer auf einen leihweisen Wechsel nach Europa; die Heimatstadt Grenoble ist von Zürich aus in knapp viereinhalb Autostunden zu erreichen.

    Die neue Nummer 1 des ZSC stoppt Pucks für einen guten Zweck

    Bei den übrigen Zuzügen handelt es sich um Spieler, die aufgrund des russischen Angriffskriegs ihre Verträge in der KHL auflösten. Der Goalie Hrubec ersetzt die aus familiären Gründen in die Heimat zurückgekehrte Nummer 1 Jakub Kovar. Hrubec, 31, gewann 2021 mit Omsk den Titel, er gilt als sehr fleissig und hat seine Bestleistungen oft in den Play-offs abgerufen. Hrubec unterschrieb mit dem ZSC einen Zweijahresvertrag.

    Die erste Torhüterausrüstung hatte sich Hrubec als Knirps finanziert, indem er die geliebte Playstation verkaufte. Sein Vater Stanislav hatte ihm diese einst unter ungeklärten Umständen von der Arbeit mitgebracht – er war zu diesem Zeitpunkt als Grenzbeamter tätig. Weil sich niemand anderes als Goalietrainer fand, nahm sich der Vater der Aufgabe an. Heute ist er Torhütertrainer beim tschechischen Erstligisten Ceske Budejovice. Sein Sohn hat derweil die Organisation «Saves help» ins Leben gerufen, bei welcher Eishockey- und Fussballgoalies für jede Parade einen fixen Betrag für einen guten Zweck spenden. Im Fussballbereich wird Hrubec dabei unter anderem vom früheren Weltklassegoalie Petr Cech unterstützt.

    Operationen bei Sven Andrighetto

    Das ausländische Personal ist von allererster Güte, auch deshalb gehört der ZSC trotz dem Abgang des wichtigsten Einzelspielers, Denis Malgin, zum NHL-Klub Toronto Maple Leafs zu den Titelfavoriten. Ohne Malgin dürfte es in der Offensive mehr Varianz geben – und zudem dürfte wieder mehr Verantwortung auf den Schultern von Sven Andrighetto liegen.

    Andrighetto, 29, war 2020/21 der beste Schweizer Stürmer der Liga. Im letzten Winter war der Zürcher noch immer produktiv, doch ihn handicapierten Verletzungen. Er musste sich an der Hüfte und der Nase operieren lassen. Die Nase brach in der Play-off-Halbfinalserie gegen Gottéron, zum dritten Mal in den letzten vier Jahren. Andrighetto sagt: «Der verlorene Final war bitter. Aber ich habe die Enttäuschung als Motivation genommen und im Sommer sehr hart gearbeitet.»

    In der Vorbereitung gewann der ZSC acht von neun Partien, die einzige Niederlage kassierte er in der Champions Hockey League in Katowice (1:2 nach Verlängerung). Die Qualifikation für die K.-o.-Phase schaffte das Team trotzdem souverän. Die Rapperswil-Jona Lakers dagegen, das Überraschungsteam der letzten Saison, scheiterten vorzeitig. Vor dem Saisonauftakt spiegelt das die Stärkeverhältnisse durchaus präzise.

    INTERVIEW

    «Ich bin ein schlechter Verlierer»: Der ZSC-Coach Rikard Grönborg und die getrockneten Tränen

    Nach dem historischen Scheitern im Play-off-Final gegen den EV Zug verfolgen die ZSC Lions in neuer Zusammensetzung alte Ziele. Der Trainer Rikard Grönborg will im vierten Anlauf den ersten Meistertitel holen.

    Nicola Berger, Altstetten13.09.2022, 16.30 Uhr (NZZ)


    Steht vor seiner vierten Saison als ZSC-Coach: Rikard Grönborg.

    Steht vor seiner vierten Saison als ZSC-Coach: Rikard Grönborg.

    Walter Bieri / Keystone

    Rikard Grönborg, wie lange dauerte es, bis die Niederlage im Play-off-Final gegen den EV Zug verdaut war?

    Eigentlich dachte ich schon in der Kabine in Zug an die nächste Saison. Nur so überlebt man in diesem Business. Man muss nach vorne schauen. Aber klar, es war bitter. Ich hatte mir den Titel so sehr gewünscht. Nicht für mich, sondern für dieses Team. Diese Jungs hatten alles gegeben, sie hätten es verdient gehabt. Es gab viele Tränen in der Kabine. Das geht einem schon nahe.

    Der ZSC hat als erstes Team im Final einen 3:0-Vorsprung aus der Hand gegeben. Schmerzt das zusätzlich?

    Mich nicht. Mir ist es egal, ob wir in vier oder in sieben Spielen verlieren. Und wenn wir ehrlich sind: Die 3:0-Führung war schmeichelhaft. Dafür hatten wir in den Spielen 5 und 6 viel Pech. Am Ausgang ändert es nichts. Ich muss auch sagen: Auch wenn wir den Titel geholt hätten, wäre ich nicht vollkommen zufrieden gewesen. Als Trainer bist du das nie. Es könnte immer besser sein.

    Der ZSC stellt regelmässig das teuerste Team der Liga, hat in den letzten acht Jahren aber nur einen Titel geholt. Das ist eine ziemlich dürftige Ausbeute.

    Sie stellen das sehr verkürzt dar. Es ist wirklich nicht so, dass den anderen Teams in dieser Liga keine Ressourcen zur Verfügung stünden. Die Parität in der Liga ist hoch, es gibt sieben, acht, neun Meisterkandidaten. Es ist kein Selbstläufer. Zum Glück, es wäre ja langweilig, wenn wir die Rangliste schon vor der Saison nach Budget erstellen könnten.

    Aber müsste die Ausbeute angesichts der Möglichkeiten dieses Klubs nicht besser sein?

    Ich kann nur über meine drei Jahre hier reden. In der ersten Saison gewannen wir die Qualifikation, dann wurden die Play-offs abgesagt. Im zweiten Jahr war Genf/Servette im Halbfinal das bessere Team, aber uns fehlten verletzungsbedingt mehr als zehn Spieler. 2022 waren wir einen Sieg vom Titel entfernt. Natürlich bin ich nicht zufrieden damit, dass wir mit leeren Händen dastehen. Aber es wäre unfair, alles schlechtzureden. In Schweden wurde ich früher «Silber-Grönborg» genannt, weil ich einige Finalspiele verloren habe. Aber dann holte ich auch viermal Gold. Es geht nicht immer alles auf Knopfdruck. Schauen Sie in die NHL, nach Tampa Bay oder Colorado. Das sind Mannschaften, die in den Play-offs Enttäuschungen durchleben mussten, ehe sie Meister wurden. Die Niederlagen haben sie stärker gemacht. Daran orientieren wir uns.

    2021 verlor der ZSC als klarer Favorit den Cup-Final gegen den SC Bern. Man hat Sie kaum je so verärgert erlebt wie damals, Sie verliessen das Eis ohne Handshake. Wie kam das?

    Ich bin ein schlechter Verlierer, dazu stehe ich. Ich hasse Niederlagen, manchmal reagiere ich da sehr emotional. Der Cup hat nicht die gleiche Bedeutung wie die Meisterschaft, aber wir wollten diesen Titel. Das war kein guter Abend.

    Fühlen Sie sich manchmal über Gebühr kritisiert? Missverstanden?

    Eigentlich nicht. Aber ich lese auch nicht, was geschrieben wird. Ganz grundsätzlich finde ich, dass die Bedeutung des Trainers überschätzt wird. Es ist nicht eine Person, die alles ausmacht, weder im Erfolg noch im Misserfolg. Aber ich weiss auch, wie das Geschäft läuft. Kritik gehört dazu, und am Ende gibt es einen Schuldigen, der ausgetauscht wird, so wie bei Konzernen der CEO. Und es ist gut, wenn jeder eine Meinung hat. Das bedeutet, dass sich die Menschen für uns interessieren. Wäre es anders, hätten wir alle keinen Job mehr.

    Ihnen wird zum Beispiel vorgeworfen, dass unter Ihnen zu wenig Spieler Fortschritte gemacht hätten. Und dass Sie zu wenig Nachwuchskräfte einbauten.

    Pius Suter und Denis Malgin spielten bei uns so stark, dass sie dann in die NHL wechselten. Tim Berni spielt in Nordamerika. Das sollte man nicht vergessen. Es ist nicht so, dass bei uns Spieler versauert sind, die dann anderswo wie Raketen eingeschlagen haben. Oder vergesse ich jemanden?

    Der ZSC leistet sich mit den GCK Lions ein ziemlich teures Farmteam. Es ist kaum das Ziel dieses Konstrukts, dass jemand wie der Amerikaner Ryan Hayes jungen Spielern vorgezogen wird, wenn es darum geht, bei Verletzungen das ZSC-Kader aufzufüllen.

    Da bin ich grundsätzlich einverstanden. Aber die jungen Spieler müssen auch bereit sein für die National League, sonst tut man ihnen keinen Gefallen. Wir haben nun mit Silvan Landolt, Nicolas Baechler, Joel Henry, Livio Truog, Liekit Reichle und Marlon Graf eine Gruppe an Talenten definiert, die ihre Chance erhalten werden. Und im Gegensatz zum Vorjahr bin ich guter Dinge, dass sie dafür bereit sind. Physisch, mental, taktisch. Ich bin der Erste, der gerne Talente einsetzt. Aber es muss schon Sinn ergeben. Sie müssen sich ihren Platz verdienen. In der neuen Heimat: Rikard Grönborg leitet sein Team bei einem Training in der Swiss-Life-Arena an.

    In der neuen Heimat: Rikard Grönborg leitet sein Team bei einem Training in der Swiss-Life-Arena an.

    Ennio Leanza / Keystone

    Sie arbeiteten im schwedischen Verband viele Jahre im Nachwuchs. Das dürfte zu einer gewissen Erwartungshaltung in diesem Bereich geführt haben.

    Das verstehe ich. Ich glaube auch, dass wir im ersten Jahr vieles angestossen haben. Wir implementierten ein Playbook, das vorsieht, dass GCK das gleiche System spielt wie wir. Ich gebe mein Wissen gerne weiter, meine Türe steht für alle Trainer in unserer Organisation immer offen. Die Pandemie machte uns das Leben in den letzten zwei Jahren schwer, es gab so viele Einschränkungen. Ich hoffe, dass wir in diesem Winter wieder mehr machen können.

    Läuft in der Schweiz in Sachen Nachwuchsförderung grundsätzlich etwas falsch? Die Junioren in Finnland und Schweden beispielsweise scheinen schneller weiter entwickelt zu sein.

    Ich würde mir dieses Fazit nicht anmassen. Ich kann nur sagen, dass wir in Schweden einen Weg gefunden haben, bei dem man zwar auf dem Eis gegeneinander kämpft. Daneben aber verfolgen alle die gleichen Interessen, sämtliche Klubs und der Verband. Diese Solidarität ist hier vielleicht noch weniger ausgeprägt.

    Es überrascht, dass der ZSC gerade seine neue, schmucke, mondäne Arena bezieht. Und sein Farmteam nicht davon profitiert, sondern erst in Oerlikon und dann wieder in Küsnacht trainieren muss. Wieso nutzt man die Synergien nicht?

    Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich weiss, dass die Tradition und der Standort Küsnacht bei GCK wichtig sind.

    Die offizielle Zielsetzung des ZSC lautet Halbfinalqualifikation. Ist das nicht eine arg tief gelegte Latte?

    Der Klub hat schon seine Gründe dafür, welche Ziele er vorgibt. Wir in der Garderobe haben unsere eigenen Ziele. Jeder will Meister werden, alles andere wäre gelogen.

    Welche Rolle spielt der Einzug in die neue Arena?

    Er sorgt für zusätzliche Würze. Als ZSC hat man immer Druck, das liegt in der Natur dieser Organisation. Aber natürlich wollen wir den Fans im neuen Zuhause etwas bieten.

    Gibt es Dinge, die Sie retrospektiv anders machen würden? Die Abhängigkeit von der Linie um Denis Malgin und Sven Andrighetto war im Final gross.

    Wir waren gegen Zug zu eindimensional, das stimmt. Aber wir verloren die Serie in den Special Teams. Da war Zug einfach besser, das muss man anerkennen.

    Der Sportchef Sven Leuenberger wünschte sich im Sommer Anpassungen am System.

    Wir sassen drei Wochen nach dem Final zusammen und hatten ein sehr offenes Gespräch. Es ist richtig, dass wir gewisse Dinge auf diese Saison hin angepasst haben. Das liegt aber auch daran, dass wir diverse Mutationen im Kader hatten.

    Malgin ist in die NHL weitergezogen, dafür hat der ZSC mit Dean Kukan, Alexandre Texier oder Mikko Lehtonen starke neue Spieler verpflichtet. Ist dieses Team besser als das der Vorsaison?

    Ich bin kein Freund von solchen Vergleichen. Natürlich vermissen wir Malgin, aber ich freue mich aufrichtig für ihn, dass er diese Chance erhalten hat. Er hat alle Anlagen, um sich in der NHL durchzusetzen. Und ich bin sehr glücklich über unsere Transfers. Texier ist wahnsinnig dynamisch, er wird uns viel Freude bereiten. Die Spielstärke von Kukan und Lehtonen wird ein grosses Plus für uns sein. Lehtonen wurde an der WM zum besten Verteidiger des Turniers gewählt, das ist kein Zufall. Für mich ist er der beste Verteidiger ausserhalb der NHL.

    Der ZSC hat mit Simon Hrubec einen ausländischen Torhüter verpflichtet, auch Lugano, Ambri-Piotta und Biel verwenden eine Lizenz für die Goalieposition. Fallen in dieser Saison weniger Tore?

    Da fällt mir eine Prognose schwer. Ich habe oft gehört, dass es nicht alle gut finden, dass weniger Teams auf Schweizer Goalies setzen. Aber die Wahrheit ist auch: Die Schweizer müssen besser werden, auch in der Nachwuchsförderung. Ich denke, dass die Goalies mittelfristig vom Konkurrenzkampf profitieren werden. Wer sich durchsetzt, wird richtig gut. Generell werden die Qualität und das Niveau in der Liga steigen, die Fans dürfen sich freuen.

    Ihr Vertrag läuft zum Saisonende aus. Wünschen Sie sich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit?

    Wir haben bis jetzt keine Gespräche geführt. Alles, was ich sagen kann, ist: Ich mache diesen Job sehr gerne, meine Familie und ich fühlen uns in Zürich wahnsinnig wohl. Ich bin stolz, Teil der ZSC-Familie zu sein. Und ich hoffe, dass ich das auch dann noch sein werde, wenn ich irgendwann nicht mehr hier arbeite. So lange ich hier bin, werde ich alles dafür tun, dass wir Erfolg haben. Ich arbeite hart für diesen Klub. Meine Tage wären sehr viel kürzer, wäre mir alles egal.

    Im Dezember taten Sie sich schwer damit, ein Bekenntnis zum ZSC abzugeben. Damals stand im Raum, ob Sie Ihre Ausstiegsklausel für die NHL nutzen würden.

    Das wurde missverstanden. Ich bin glücklich hier, ich will nicht weg. Vielleicht hätte ich das klarer ausdrücken müssen. Aber: Es sagt doch alles, dass ich immer noch hier bin. Es gab Angebote aus verschiedenen Ligen. Doch ich habe in meiner Trainerkarriere bis jetzt jeden Vertrag erfüllt. Und bin auch nie entlassen worden. Ich hoffe, dass das so bleibt.


    https://www.blick.ch/schweiz/zueric…id17807283.html

    Muss es doch noch kurz posten. Hatte bekannte und den grösseren meiner Jungs im Zug. Elendes Gesindel. Sorry. Geht gar nicht.

    Eine S-Bahn mit Kids und alten Leuten. Hooligans 2022. Secondo Gesindel ohne Ehre.

    Nach Ausschreitungen in Urdorf

    Polizei verhaftet sechs FCZ-Fans, die GC-Anhänger angegriffen haben

    Am 20. August hatten Anhänger des FCZ in einem Zug in Wettswil am Albis GC-Fans angegriffen und dabei fünf Personen verletzt. Jetzt hat die Kantonspolizei sechs Verdächtige verhaftet.

    lop/ant (TA)
    Publiziert heute um 16:05 Uhr

    GC-Fans bei einem Spiel im Letzigrund-Stadion (Symbolbild)


    GC-Fans bei einem Spiel im Letzigrund-Stadion (Symbolbild) Foto: Keystone

    Die Kantonspolizei Zürich hat sechs Anhänger des FC Zürich verhaftet. Die Schweizer sind zwischen 18 und 26 Jahre alt und werden verdächtigt, an Ausschreitungen gegen GC-Fans beteiligt gewesen zu sein, wie Kapo und Staatsanwaltschaft mitteilen. Ihnen werden strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, Sachbeschädigungen, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie weitere strafbare Handlungen vorgeworfen.


    Nach Cup-Spiel in Wettswil am AlbisFCZ-Anhänger attackieren GC-Fans im Zug

    FCZ-Fans hatten im Anschluss an ein Fussballspiel am 20. August in einem Zug im Bereich des Bahnhofs Weihermatt in Urdorf die Notbremse gezogen und Anhänger des Grasshopper Clubs Zürich angegriffen. Fünf Personen wurden dabei verletzt und es entstand ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Franken.


    Mit Unterstützung der Stadtpolizei Zürich hätten die sechs Personen identifiziert und vergangene Woche verhaftet werden können, schreibt die Polizei weiter. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen die sechs Beschuldigten eröffnet.

    Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen im Fall noch nicht abgeschlossen und bittet Personen, die

    Angaben zum Vorfall oder zu weiteren möglichen Tätern machen können, sich mit ihr und Verbindung zu setzen Tel.: 058 648 48 48.

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    Ich staune! Der Rechtsstaat scheint doch noch ein bisschen zu funktionieren.......

    Relativ klar sind die letzten drei und der Qualisieger plus/minus. Dann kommt das grosse Kaffeesatzlesen

    Ja. Kann mir nicht vorstellen das es einen Meister gibt der nicht ein "Z" im Namen hat. Schlusslichter dürften auch klar sein. Dazwischen ist vieles möglich. Für mich Rappi letzte Saison zu gut, Biel ist massiv überaltert, warum Ambri besser sein soll erschliesst sich mir nicht. Der SCB sicher besser, der Rest in etwa gleich. Fribourgs wohl letzte Chance für viele Jahre, aber auch dort massive Überalterung. Habe zur Sicherheit noch Geld überwiesen nach New Orleans, damit eine Voodoo Queen meinen Fluch von 1980 am lodern hält, bis jetzt hat das ja gut geklappt! :twisted:

    Die Vorschau von Klaus Z. von hinten:

    4. Fribourg

    5. Davos

    6. Servette

    7. Lugano

    8. Ambri

    9. Biel

    10. Rappi

    11. Lausanne

    12. Kloten

    13. Ajoie

    14. Langnau

    KZ setzt den SCB scheinbar auf Platz 3! Nun ja, für Druck in Bern ist gesorgt! :suff:

    Die Eismeister-Vorschau – Gottéron hat alles Mögliche für den Titel getan … wie 2013
    Der watson-Eismeister blickt auf die neue National-League-Saison voraus, die am 14. September beginnt. Heute die elfte von 14 Prognosen – Fribourg-Gottéron.
    www.watson.ch