Auch für einen der besten Schweizer Torhüter aller Zeiten nicht
Tobias Stephan als bestes Beispiel dafür, dass Sport nun mal nicht gerecht ist
In der National League ging mit der Niederlage des Lausanne HC gegen den EV Zug in der letzten Runde der Regular Season eine grosse Karriere zu Ende. Tobias Stephan entschied sich, vom Profisport zurückzutreten.
Wie es so oft geschieht, ging auch die Karriere von Tobias Stephan nicht nach Wunsch zu Ende. Der über 20 Jahre aktive Torhüter musste sich aufgrund einer Unterkörperverletzung operieren lassen und kehrte danach nicht mehr aufs Eis zurück. So ist die 4:5-Niederlage am 9. Dezember des letzten Jahres seine letzte Partie auf Profi-Ebene. Der Lausanne HC verpasste bekanntlich die Pre-Playoffs, weil die Waadtländer im letzten Regular-Season-Spiel gegen den EV Zug verloren hatte.
Frühe Erfolge für Tobias Stephan
Für den Kloten-Junior begann die Karriere schon nach Mass. Mit der U18-Nationalmannschaft konnte er 2001 die WM-Silbermedaille gewinnen und wurde im Jahr darauf von den Dallas Stars im NHL-Draft an 34. Stelle gezogen. Im selben Jahr absolvierte er 37 National-League-Einsätze für den EHC Chur und wurde zum Youngster of the Year gewählt.
In der Saison 2005/06 absolvierte Stephan seine vierte Spielzeit mit dem EHC Kloten und schaffte es mit den Flughafenstädter bis ins Playoff-Halbfinale. Dort bedeutete der spätere Meister Lugano Endstation. Danach wechselte der Schlussmann in die NHL und war der vierte Schweizer nach Pauli Jaks, David Aebischer und Martin Gerber, der in der besten Eishockeyliga der Welt eingesetzt wurde. Insgesamt kam er zwischen 2006 und 2009 auf elf Einsätze für die Dallas Stars.
Tobias Stephan: Der ewige Zweite
Dieser Zwischentitel ist durchaus etwas hart ausgedrückt, aber in einigen Momenten in seiner Karriere trifft dieser Titel so durchaus zu. Es begann ja eigentlich schon bei der Silbermedaille an der U18-Weltmeisterschaft, wobei dieses Edelmetall damals als grosse Überraschung galt und die Freude über die Finalniederlage hinwegtröstete.
Seine Zeit in der A-Nationalmannschaft war für seine Qualitäten eigentlich auch eher kurz. Stephan war an den Weltmeisterschaften 2003, 2010, 2011 und 2012 mit von der Partie. Allerdings agierte er nur an der WM 2011 als Stammtorhüter. Ansonsten war er immer als Nummer zwei oder Nummer drei dabei. Zudem nahm der Schlussmann dreimal an Olympischen Winterspielen teil, kommt aber auf keinen Einsatz. Diese Statistiken werden ihm definitiv nicht gerecht.
Ebenso wenig die drei Playoff-Finals, die Tobias Stephan mit dem Genève-Servette HC (gegen Bern) und dem EV Zug (zweimal gegen Bern) verloren hat. Zum Ende dieser Serie an zweiten Plätzen noch der wohl unglücklichste Punkt von allen. Tobias Stephan hat in der höchsten Schweizer Eishockeyliga 905 Partien absolviert. Ihm fehlten am Ende nur zwei Spiele, um den Rekord von Reto Pavoni zu egalisieren. Die Verletzung verhinderte ihm aber diese Anerkennung.
So stehen als Auszeichnungen unter dem Strich einzig, dass er sowohl zum Youngster of the Year als auch zum Torhüter des Jahres gewählt wurde. Die zweite Auszeichnung erhielt er nach der Saison 2009/10, als er die Grenats in den Playoff-Final führte. Dass Stephan lieber einmal einen Titel in die Höhe gestemmt hätte, versteht sich von selbst. Es zeigt einfach einmal mehr der Fakt, dass Sport nun mal nicht gerecht ist. Denn als einer der besten Schweizer Torhüter aller Zeiten hätte Tobias Stephan definitiv mehr verdient.