Der ZSC ist reif für die Pause
Beim 2:5 gegen Biel waren die Zürcher in allen Belangen ungenügend. Führend sind sie nur noch auf dem Papier.
An Sonntagnachmittagen steht bei Heimspielen der ZSC Lions nicht für alle das sportliche Geschehen im Vordergrund. Die «Lion Kids», registrierte Jungfans bis 16, die Gratiseintritt geniessen, beschäftigen sich auch mit dem Löwen-Maskottchen oder den Laufwegen der Glacéverkäufer. Das war für die vermeintlichen Löwen auf dem Eis auch besser so. Denn was sie beim 2:5 gegen den Tabellenletzten Biel zeigten, war in allen Belangen ungenügend. Sie bekundeten grossen Mühe beim Spielaufbau, liessen jegliche Entschlossenheit vermissen, bewegten ihre Beine zu wenig und hatten für einmal auch keinen Rückhalt im Tor.
«Die Pause kommt zum richtigen Zeitpunkt», stellte Edgar Salis danach nüchtern fest. Die Auftritte im Derby (1:3) und gegen Biel bezeichnete der Sportchef als «katastrophal». Und er führte weiter aus: «Mehrere Schlüsselspieler sind bei uns weit von ihrer Bestform entfernt. Und zwar nicht ein, zwei, sondern sechs, sieben.» Diese Meinung teilt Coach Marc Crawford. Der Kanadier, der sonst vor Schiedsrichterkritik nicht zurückschreckt, mochte sich nicht einmal gross darüber auslassen, dass vor dem Bieler Toren zum 2:1 und 3:1 Keller und Seger umgerissen worden waren. Er wollte nicht, dass dies noch aus Ausrede verstanden werden würde.
Biels Steinegger-Effekt
Der einen Ärger, war der anderen Freude: Die Bieler feierten ihren ersten Dreipunkte-Sieg seit dem 23. Oktober ausgelassen. Ans Playoff ist im Seeland zwar nicht mehr zu denken, aber jedes Lebenszeichen gibt Mut. Im zweiten Spiel mit Sportchef Martin Steinegger als Assistenzcoach und folglich für die Verteidiger zuständig, feierten die Bieler ihren ersten Sieg. Die Erfahrung, die Steinegger hineinbringe, sei sehr wertvoll, sagte Chefcoach Kevin Schläpfer, um anzufügen, dass dies nicht als Kritik gedacht sei an seine vorigen Assistenten Thomas Zamboni und Marco Streit. «Aber wenn einer über 200 Länderspiele gemacht hat, bringen ihm die Spieler einfach mehr Respekt entgegen.»
Schläpfer betonte, dass es nun darum gehe, das Selbstvertrauen behutsam wieder aufzubauen. Und dabei sei es tunlichst zu vermeiden, auf die Tabelle zu schauen. Auch den ZSC Lions sei es empfohlen, sich nicht allzu sehr an der Rangliste zu orientieren. Sie sind zwar immer noch Leader, haben aber bis zu vier Spiele mehr bestritten als die Konkurrenten. Und Verfolger HC Davos braust im Schnellzugstempo heran. Derweil bei den Bündnern die Formkurve klar nach oben zeigt, ist bei den ZSC Lions zuletzt nur schwer eine Tendenz auszumachen. Und wenn, sicher keine positive. Gute und schlechte Spiele wechseln sich scheinbar beliebig ab.
Und in absehbarer Zukunft wird es für die Zürcher nicht einfacher. Denn nicht nur Matthews ist während der U-20-WM in Helsinki abwesend, sondern auch Siegenthaler, Karrer, Suter, Malgin und Dominik Diem, der gestern sein zweites ZSC-Spiel bestritt.
Matthews bis zum 7. Januar weg
Selbst für die Lions mit ihrer breit abgestützten Organisation wird es vor Weihnachten und Anfang Jahr schwierig, genug Spieler zusammenzubringen. Matthews, der gegen Biel für die raren offensiven Glanzpunkte besorgt war, verpasst vier Meisterschaftsspiele und den Cup-Halbfinal gegen Bern. Und weil er bereits heute ins Trainingscamp des US-Teams nach Boston abreist, auch das traditionelle ZSC-Weihnachtsessen auf dem Landgut von Walter Frey. Dort könnten diesmal auch kritische Worte fallen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(http://www.tagesanzeiger.ch/sport/hockey/d…/story/19497072)
sind wenigstens nöd allei mit de Beurteilig vo de letschte 2 Spiel + Form vo de Spieler.