Beiträge von snowcat

    woz vom 26.03.2020:

    Willkommener Sündenbock

    Das Coronavirus ist nicht der einzige Grund, warum Staaten derzeit die Wirtschaft mit Billionenbeträgen zu retten versuchen. Bedeutender ist der in den letzten Jahren angehäufte globale Schuldenberg. Entscheidend ist nun, dass die Rettung unter klaren Bedingungen geschieht. Von Yves Wegelin

    Wer schuld an den kra­chenden Börsen und der anlau­fenden Wirt­schafts­krise ist, die laut Pro­gnosen die schwerste seit dem letzten Welt­krieg werden könnte, ist klar: das Coro­na­virus und die staat­li­chen Mass­nahmen, um es zu stoppen. Das ist die Bot­schaft, die Wirt­schafts­ver­treter­Innen zurzeit auch hier­zu­lande ver­breiten. So können sie nach dem Staat rufen, ohne den Vorwurf um die Ohren gehauen zu bekommen, dass ein Jahr­zehnt nach der grossen Finanz­krise schon wieder Gross­kon­zerne mit Mil­li­arden gerettet und welt­weit Mil­lionen Men­schen ihren Job ver­lieren werden.

    Ja, das Virus ist einer der Gründe für die aktu­elle Situa­tion: Wegen der ver­ord­neten Mass­nahmen können viele Firmen nicht mehr pro­du­zieren. Zudem bleiben ihre Kund­Innen weg, wodurch die Ein­nahmen weg­bre­chen. Doch das Virus ist nicht der einzige Grund: Es ist gleich­zeitig der Aus­löser einer Wirt­schafts­krise, die sich über Jahre anbahnte und die die Welt ohnehin irgend­wann heim­ge­sucht hätte.

    Dies zeigt sich am Anstieg des glo­balen Schul­den­bergs, in dem sich auch die soziale Ungleich­heit spie­gelt – die Schuld des einen ist zugleich immer das Ver­mögen eines anderen. Seit die Schulden die Welt 2008 in eine Wirt­schafts­krise stürzten, sind sie gemäss der Bank für inter­na­tio­nalen Zah­lungs­aus­gleich (BIZ) weiter von 180 auf 221 Prozent des glo­balen Brut­to­in­land­s­pro­dukts (BIP) geklet­tert. Es sind Schulden von ein­fa­chen Leuten, Firmen und Staaten. Mit Schulden wurden auch Aktien gekauft und die Börsen ange­heizt. Der Kurs glo­baler Aktien, die der MSCI-Index nach­zeichnet, ist von 750 auf über 2400 Punkte geschossen. Ein Irrsinn. Der Inter­na­tio­nale Wäh­rungs­fonds (IWF) warnt seit Jahren, dass der Schul­den­berg irgend­wann ein­stürzen könnte, wobei er die ganze Welt­wirt­schaft unter sich begraben würde.

    Die Fabrikation der Krise

    Wie es dazu kam, ist schnell zusam­men­ge­fasst: Als 2008 Leute in den USA oder Spanien die Zinsen ihrer Hypo­thek nicht mehr zahlen konnten, über­nahmen die Staaten die Schulden. Denn die Schuld war gleich­zeitig das Ver­mögen von Banken, Pen­si­ons­kassen und Ver­mö­gens­ver­wal­tern. Die Staaten ver­schul­deten sich dafür wie­derum selbst bei den Banken. Als Länder wie Irland ihre Schulden selber nicht mehr stemmen konnten, nahmen sol­ven­tere Staaten Schulden an ihrer Stelle auf. Kurz: Die Regie­rungen stützten die Schulden, um die ent­spre­chenden Ver­mögen zu schützen.

    Sie ent­schieden sich damit gegen eine Abschrei­bung von Schulden – was Mil­li­arden von oben nach unten umver­teilt hätte. Statt­dessen wurden unter dem Druck von Steu­er­oasen wie der Schweiz welt­weit die Unter­neh­mens­steuern weiter gesenkt, die Sozi­al­aus­gaben gekürzt und die Arbeits­märkte dere­gu­liert. Das würde Dynamik in die Wirt­schaft bringen, so die Wette. Mit dem Ziel, dass die Leute und die Staaten ihre Zinsen wieder schul­tern und einen Teil ihrer Schulden zurück­zahlen können.

    Eine zehn­jäh­rige Irr­fahrt. Die Spar­po­litik drohte zum Ein­bruch der Wirt­schafts­nach­frage zu führen. Und so pumpen die Zen­tral­banken seit Jahren immer und immer mehr Geld in die Welt­wirt­schaft, damit sich ein­fache Leute und Staaten weiter billig ver­schulden und damit die Wirt­schaft am Brummen halten. Zum Geld gegriffen haben aber auch Firmen, die damit eigene Aktien kauften, um den Kurs in die Höhe zu jagen. Die Summe soge­nannter Lever­aged Loans ist rasant gestiegen – ris­kante Kredite an wacke­lige Unter­nehmen. 2018 stellte die BIZ fest, dass in vier­zehn unter­suchten Ländern (darunter die Schweiz) zwölf Prozent der Firmen «Zombies» sind: unren­table Unter­nehmen, die ihre Zinsen nur mit immer neuen Schulden beglei­chen können.

    Wie wärs, wenn die Kon­zerne diesmal ihre Ver­luste selber tragen würden?

    Die Spar­po­litik hat zudem den Weg für Popu­listen wie US-Präsident Donald Trump bereitet, die den sozialen Unmut in Wirt­schafts­kriegen zu ersti­cken ver­su­chen und damit die Glo­ba­li­sie­rung ins Stocken bringen. Schon Monate vor dem Aus­bruch der Coro­na­pan­demie ertönten überall War­nungen vor einer bevor­ste­henden Rezes­sion.

    Corona in Zeiten der Schuld

    Diese Schulden sind mit der Grund dafür, weshalb die Staaten so massiv ein­schreiten, um die Wirt­schaft erneut vor dem Kollaps zu retten. Ver­ant­wort­lich für diese Schulden sind jene Wirt­schafts­po­li­tiker­Innen, die mit ihrer Spar­po­litik den Schul­den­berg weiter zum Wachsen gebracht haben. Nun werden Bil­lionen locker­ge­macht, um dessen Ein­sturz zu ver­hin­dern. Das Virus dient ihnen als Sün­den­bock.

    Nachdem die Börsen welt­weit um ein Drittel ein­ge­bro­chen sind, starrt die Finan­z­welt nun nervös auf die Unter­nehmen, ob sie ihre Schulden stemmen können: Falls nicht, wird es zu einer neuen glo­balen Finanz­krise kommen. Der IWF hatte letzten Herbst gewarnt, dass in einer Wirt­schafts­krise vierzig Prozent der Unter­neh­mens­kre­dite in den wich­tigsten Volks­wirt­schaften zu Ramsch­pa­pieren ver­kommen könnten. Ent­spre­chend sind die Zinsen, die Firmen für Kredite bezahlen müssen, in den letzten Tagen welt­weit in die Höhe geschossen.

    Auch die pri­vaten Haus­halte werden Mühe
    bekommen, die Schuld­zinsen zu bezahlen. Erneut drohen welt­weit Immo­bi­li­en­blasen zu platzen. Schuld daran ist auch die Dere­gu­lie­rung der Arbeits­märkte, die Jobs auf Abruf, befris­tete Ver­träge und Schein­selbst­stän­dig­keiten geför­dert hat: Statt nun wei­terhin ihren Lohn zu erhalten, ver­lieren die Leute über Nacht ihre Exis­tenz­grund­lage und damit die Mittel, um Miete oder Hypo­thek zu bezahlen.

    Während die Credit Suisse kräftig bei den Lever­aged Loans mit­ge­mischt hat, haben andere Schweizer Banken wie die Raiff­eisen inter­na­tio­nale Rekord­summen an Hypo­theken ver­geben. Vor beidem hat die Natio­nal­bank gewarnt.

    Die Bil­lionen, die die Regie­rungen nun bereit­stellen, werden zusammen mit dem Wirt­schaft­sein­bruch auch die Staats­schulden weiter in die Höhe treiben. Bereits debat­tiert die EU, wie man sich etwa anstelle von Italien ver­schulden könnte, falls das Land seine Zinsen nicht mehr tragen kann.

    Die Gefahr ist gross, dass die Regie­rungen mit ihren Not­fall­mass­nahmen wie bereits 2008 ledig­lich die Schulden weiter stützen und die Ungleich­heit weiter befeuern. Das Geld, das die Zen­tral­banken derzeit aus allen Rohren feuern, dient dazu, die Zinsen für Men­schen, Firmen und Staaten tief zu halten. Mit den Mil­li­arden, die die Regie­rungen der USA, Deutsch­lands oder der Schweiz bereit­stellen, sollen die Schulden tat­säch­lich bezahlt werden: Falls Unter­nehmen ihre Kredite der Bank nicht mehr zurück­be­zahlen können, sollen die Steu­er­zahler­Innen den Verlust über­nehmen. Dafür werden sich die Staaten wie­derum bei den Banken ver­schulden müssen.

    Zudem über­nehmen die Staaten für die Firmen die Bezah­lung von Löhnen, damit die Leute ihre Miete an Immo­bi­li­en­be­sitzer­Innen und die Hypo­thek an die Banken bezahlen können. Kurz: Ein Jahr­zehnt nach der glo­balen Finanz­krise sind die Staaten erneut daran, Banken und andere Gläu­biger mit Mil­li­arden zu retten.

    Zeit, die Regeln festzulegen

    Bereits gibt es Stimmen, die die Locke­rung der Eigen­ka­pi­tal­vor­schriften für Banken und Steu­er­sen­kungen fordern. Und wenn die Staats­schulden weiter wachsen, wird es nicht lange gehen, bis der Ruf nach wei­teren Kür­zungen der Sozi­al­aus­gaben und einer Arbeits­markt­de­re­gu­lie­rung laut wird.

    Natür­lich, der unkon­trol­lierte Ein­sturz des Schul­den­bergs muss unbe­dingt ver­hin­dert werden. Zudem brau­chen vor allem klei­nere Betriebe, Selbst­stän­dige und jene Arbeits­kräfte, die nun unver­schuldet in die Krise schlit­tern, Hilfe. Doch wenn die Staaten nun mit Bil­lionen ein­greifen, dann sollten sie das nur unter klaren Bedin­gungen tun: Erstens müssen diesmal die Banken, Ver­mö­gens­ver­walter, Immo­bi­lie­nin­ves­to­rinnen und Gross­kon­zerne, die in den letzten Jahren Mil­li­arden an Gewinnen aus­ge­schüttet haben, ihre Ver­luste selber tragen – durch eine geord­nete Abschrei­bung der Schulden oder eine dras­ti­sche Erhö­hung der welt­weiten Steuern für Kon­zerne und Ver­mö­gende.

    Zwei­tens: Wenn CO2-Schleudern wie Ener­gie­kon­zerne, Auto­her­steller oder Air­lines wie die Swiss Geld erhalten, dann unter der Bedin­gung, dass sie sich neu erfinden oder auf mitt­lere Frist ver­schwinden. Zudem muss das Geld von Kon­junk­tur­pa­keten an Firmen fliessen, die helfen, den CO2-Ausstoss zu senken.

    In der Krise eröffne sich die Mög­lich­keit, dass sich neue Ideen durch­setzen, schrieb der rechts­li­ber­täre Ökonom Milton Friedman, dessen Ideen die Welt bis heute beherr­schen. Die Krise ist jetzt.


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    Zitat von Mushu

    Ist er Multi-Millardär? Einer der die Börse seit 30-Jahren so was von versteht, müsste dich schweinereich geworden sein ...

    (Kenne ihn wirklich nicht; aber die textliche Ausgangslage hier reizt sowas zu solchen Fragen ...

    Ja, ja; ich will ja nur provozieren [emoji6]

    Oder sollte man villeicht allgemein "Expertenaussagen" etwas kritisch hinterfragen? Lukas Bärfuss hat uns ja auch etwas mitzuteilen ...)


    er dürfte seinen reibach gemacht haben, ja! aber als anleger wird er es soweit gebracht haben wie die +/- meisten anderen anleger auch. ausser, dass er im moment mit seinem fonds sogar im plus ist! siehe gepostetes video.

    abonniere dir kenfm, cashkurs (mr dax) und ähnliches auf youtube. du wirst überrascht sein, was wir in den mainstream medien nicht zu hören/lesen bekommen...


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    Zitat von Mushu

    Scho vorher?
    2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011 usw.?
    Und jetzt isch's ihtroffe und "er häts ja immer scho gseit"?

    Känn en nöd; ghat mer eifach so dur de Chopf.

    Säge au scho sit Jahre s'Gliiche und warte nur no, bis es ihtrifft. Aber dänn ... [emoji6][emoji56][emoji56]


    siehe antwort an der weise...


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    Zitat von Der Weise

    Wenn Du 10 Jahre etwas voraussagst bekommst du irgendwann auch Recht. Aber viel wichtiger ist die Tatsache das Aussagen wie die Börse ist zu hoch usw. gänzlich falsch sind. Der Markt ist nie falsch, der Markt ist das was er ist, egal in der Hausse oder in der Baisse, der Markt und die aktuellen Kurse sind die einzige realität, egal ob man es als richtig oder falsch einschätzt!


    na ja, wenn jemand erzählt, die börsen verlieren in den nächsten jahren, ist das blabla. erfolgschance 50%. wenn jemand erzählt, dass die börsen crashen die nächsten jahre, ist das schon etwas gewagter und braucht irgendwelches wissen.

    wenn nun aber einer kommt, vom kommenden börsencrash erzählt und dabei das ganze system genau erklärt, vor allem deren schwachstellen aufzeigt und darum den crash genau begründen kann, dann ist das eine durchaus ernstzunehmende und fundierte aussage. und solche macht mr. dax dirk müller seit jahren. notabene als einer der schon seit 30 jahren an der börse tätig ist, also ein insider, kein antikapitalistischer, kommunistischer verschwörungstheoretiker!

    was läuft im moment (text aus einer privaten, mit mir befreundeten quelle):

    Bis jetzt hat es der maroden (Finanz-)Wirtschaft in insgesamt bereits über 4'500'000'000'000.— (bis Ende der ‘Corona-Krise’ werden das in dem Tempo weit über 30'000'000'000'000.-- sein) an Steuergeldern eingebracht. Ich glaube nicht, dass das derselbe Steuerzahler, dem täglich gesagt wird, dass der Staat kein Geld für die Sicherung seiner Renten hat, dies ohne Corona auch einfach so schlucken würde. Zumal es im End-Effekt ausser einer Hyperinflation rein gar nix bringen wird, da dieses Geld in der Realität vorwiegend für Aktienrückkäufe verwendet wird. Dies ist zwar vorübergehend gut für die jeweiligen Aktienkurse (siehe die Börsen dieser Woche nach den FED und EZB Ankündigungen), aber absolut verheerend für die Zeit danach, denn dann liegt dadurch lediglich eine noch weitaus höhere Verschuldung als vorher vor! Dann wird die echte Krise da sein. Erst dann! Aber dafür mit aller erdenklichen Wucht.


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    Zitat von larlf


    1h: gits irgendwo zämefassig vo dem?


    nöd das ich wüsst...

    aber er seit scho i de erschte 5 minute, dass er scho i sim buech 2018 vor em finanzcrash gwarnt hät. hät er übrigens scho vorher.


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    Zitat von snowcat


    echt jetzt? muss ich das tatsächlich noch ausdeutschen?

    also: dirk müller ist schon seit 30 jahren an der börse, ist seit 20 jahren im netz und schreibt auch schon so lange bücher. der kennt jeden mechanismus an der börse, er weiss genau was es auslöst wenn x hebel y drückt. und die zwar die langfristigen folgen, nicht die kurzfristigen, die sind ja meistens steigende aktien.

    müller ist weder ein selbsternannter guru, noch kommt er (erst) jetzt hinter dem ofen hervor gekrochen. und natürlich warnt er nicht davor, dass die börse irgendwann runter kommt. das ist tatsächlich logisch. er warnt aber schon seit bald einem jahrzehnt (oder seit 2008) davor, was passieren wird, wenn die notenbanken etc. ua. weiterhin künstliches geld generieren und in den kreislauf pumpen. er warnte vom drohenden zusammenbruch des bestehenden geld- und wirtschaftssystems. weit sind wir nicht mehr davon entfernt. wie schon mal erwähnt, der corona virus hat nur vorgezogen, was die finanzwelt in den nächsten 2-5 jahren von ganz alleine geschafft hätte.


    https://youtu.be/Gf4y0HoEkCU


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    jap, sehe (und hoffe) ich genau gleich!


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    Soll jeder glauben was er will.


    korrekt!

    erst wenn dann ein ereignis tatsächlich eintritt, wird aus dem glauben wissen. aber dann haben es sowieso alle schon immer gesagt und eben "gewusst"... :wink:

    und trotzdem bin ich froh um stimmen im internet, welche in den mainstream medien gar nicht oder nur marginal vorkommen.

    Jetzt kommen wieder die selbsternannten Gurus, welche es "seit Jahren gesehen haben"... Wenn etwas sicher war wie das Amen in der Kirche, dass die Börse irgendwann mal wider runter kommt, das hätte sogar ein Primarschüler vorhersagen können... Wenn er wirklich so ein Guru ist, wieso warnt er denn "seit Jahren"? Da lag er ja die letzten 5 Jahre komplett daneben...


    echt jetzt? muss ich das tatsächlich noch ausdeutschen?

    also: dirk müller ist schon seit 30 jahren an der börse, ist seit 20 jahren im netz und schreibt auch schon so lange bücher. der kennt jeden mechanismus an der börse, er weiss genau was es auslöst wenn x hebel y drückt. und die zwar die langfristigen folgen, nicht die kurzfristigen, die sind ja meistens steigende aktien.

    müller ist weder ein selbsternannter guru, noch kommt er (erst) jetzt hinter dem ofen hervor gekrochen. und natürlich warnt er nicht davor, dass die börse irgendwann runter kommt. das ist tatsächlich logisch. er warnt aber schon seit bald einem jahrzehnt (oder seit 2008) davor, was passieren wird, wenn die notenbanken etc. ua. weiterhin künstliches geld generieren und in den kreislauf pumpen. er warnte vom drohenden zusammenbruch des bestehenden geld- und wirtschaftssystems. weit sind wir nicht mehr davon entfernt. wie schon mal erwähnt, der corona virus hat nur vorgezogen, was die finanzwelt in den nächsten 2-5 jahren von ganz alleine geschafft hätte.

    Zitat von larlf

    snowcat:
    1. Du bisch no de schlimmer Tüpflischiesser/Besserwüsser als ich und
    2. hani öppis verpasst oder sit wänn dörf mer da drin ungestraft gäge d‘Mannschaft, etc nörgle?!?
    :mrgreen:


    1. jetzt wodseisch!
    2. jetzt wodseisch!

    :rofl:


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    danke snowcat, für de Artikel und danke, dass nöchst mal de Trump dusse lasch:
    im Artikel isch ja ok, und logisch hät die aktuell Situation und Uswürkige/Massnahme (sehr sehr viel) mit Politik z'tue, aber händ mir nöd gseit, dass mir das Thema us dem Forum weg lönd, sprich nöd explizit no uf einzelni Persone / Parteiä druf haued?


    nö, hab ich nicht, im gegenteil, guckst du:

    Sorry, aber Du, Muschu und Snowcat haben hier gegen Trump gezettert. Bei Muschu nicht das erste Mal und bei Roli schon gar nicht.

    definitiv nicht das erste und im falle trump ziemlich sicher auch nicht das letzte mal. :floet:

    ein corona fred MUSS politik beinhalten, auch wertende. sonst kannst du den ganzen fred löschen. ist ja beinahe so, als hätte man einen zsc fred, darf aber weder über präsi, noch sportchef, noch mannschaft wertend schreiben! geht ja gar nicht...:nixwiss:

    ich sage schon seit jahren, dass (rechts-) populisten sich als komplett unfähig erweisen, sobald sie in der verantwortung stehen. zu einfach ihr schwarz-weiss denk schema. opposition ist viel einfacher...

    im zusammenhang mit unfähig, einmal mehr ein trump müsterchen, welches keiner weiteren worte bedarf...

    Trump dagegen bezeichnete sich als Fan der Arznei, die gegen Malaria entwickelt worden ist. Faucis Aussage sei zwar zu 100 Prozent korrekt, aber: „Es ist ein starkes Medikament“, urteilte er. „Ich habe ein gutes Gefühl damit. Das ist alles nur ein Gefühl. Sie wissen, ich bin ein schlauer Typ. Ich habe ein gutes Gefühl. ... Sie werden das noch früh genug sehen.“
    Auf eine Nachfrage für seine Behauptung konnte Trump nur wenig konkret antworten: “Ich glaube, die Menschen werden überrascht sein. Das Medikament wird vielleicht helfen, vielleicht auch nicht. Ich habe ein gutes Gefühl”, so der US-Präsident.

    der ist auch herrlich, dt in einem einzigen abschnitt kurz und bündig zusammengefasst. mehr gibts über ihn eigentlich auch nicht zu sagen!

    Donald Trump, der wohl unfä­higste Prä­si­dent der US-Geschichte, hatte Corona erst igno­riert, lange gar keine Infor­ma­tionen zur aktu­ellen Lage ver­öf­fent­licht, danach die Gefahren her­un­ter­ge­spielt, etliche Lügen in die Welt gesetzt, dann Mass­nahmen zur Ein­däm­mung ver­hin­dert und, als es viel zu spät war, letzte Woche erst, den natio­nalen Not­stand aus­ge­rufen. «Zwei sehr grosse Worte», faselte Trump bei der Pres­se­kon­fe­renz vor dem Weissen Haus, zu der er mehrere Expert­Innen ein­ge­laden hatte, denen er vor lau­fenden Kameras – als würde er seine unend­liche Däm­lich­keit und Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit noch mal beweisen wollen – die Hände schüt­telte.


    nzz am sunntig:

    «Populisten werden jetzt entlarvt, da sie keine Antworten haben»

    Diese Krise könne man nicht einfach aussitzen, sagt Ex-Botschafter Theodor Winkler. Man müsse die Globalisierung überdenken. Interview: Gordana Mijuk

    NZZ am Sonntag: Ist die Corona-Epidemie die grösstmögliche Katastrophe, quasi der Krieg unserer Zeit?

    Theodor Winkler: Die Corona-Krise ist der grösste Schock, den unsere Welt seit dem letzten Weltkrieg erfahren hat. Sie betrifft den Menschen in allen Ländern, die gesamte Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft. Es ist eine globale Herausforderung. Und das ist das Neue daran.

    Das unsichtbare Virus hat uns im Griff. Plötzlich dreht sich alles um das Virus. Und die Wirtschaft ist lahmgelegt. Wie wird es weitergehen?

    Wir stehen erst am Anfang dieser Krise. Sie wird sich weiterentwickeln. Diese Woche wurden in Italien 793 Menschen allein an einem Tag Opfer des Virus. Es gibt dort nun insgesamt mehr Tote als in China wegen der Pandemie. Wenn bei uns die Gesundheitssysteme zusammenbrechen, werden die Bilder auch hier dramatischer. Gleichzeitig sind wir in unseren Häusern und warten ab. Diese Krise ist eigentümlich, da neben der globalen Herausforderung auch dieses Element der Hilflosigkeit vorhanden ist.

    Sind wir wirklich verdammt dazu, zu warten, bis alles vorüber ist?

    Die Situation ist kristallklar. Ohne Medikament oder Impfstoff wird sich die Epidemie ausdehnen in der Gesellschaft. Wir können zwar versuchen, mit korrektiven Massnahmen, dem Social Distancing etwa oder Reisebeschränkungen, die Geschwindigkeit zu verlangsamen und den Kapazitäten des Gesundheitswesens anzupassen. Wir können auch hoffen, dass mit der wärmeren Jahreszeit die Virulenz abnimmt. Aber ohne Gegenmittel können wir die Kette der Ansteckungen nicht durchbrechen.

    Erstaunt es Sie, dass eine Pandemie ausgebrochen ist?

    Nein. Die Globalisierung hat diese Gefahr mit sich gebracht. Sie hat das Virus zu uns und in andere Ecken rund um die Welt transportiert. Das Virus könnte in jeden einzelnen Haushalt eindringen. Die Schweiz hat hundert Jahre lang keine Pandemie mehr erlebt. Niemand hat persönliche Erfahrungen. Es ist neu für alle. Deshalb wissen wir auch nicht, wie wir uns verhalten sollen. Die Corona-Krise wird sich jedoch ins Bewusstsein einprägen, gerade auch weil wir wissen, dass eine nächste Pandemie jederzeit folgen kann – allenfalls noch tödlicher und mit einem noch höheren Infektionsgrad.

    Die Spanische Grippe ist gut hundert Jahre her. Ebola dagegen nicht, da hätte man doch Lehren ziehen können.

    Das hat man auch. Doch Ebola ist auf dem Land ausgebrochen, und man konnte es auch dort eindämmen. Besiegt ist Ebola allerdings noch nicht. Die Epidemie bricht immer wieder aus. Die Corona-Epidemie ist auf einem Markt in einer Grossstadt ausgebrochen. Dort ist sie viel schwieriger einzudämmen und zu beseitigen.

    Corona ist die erste Grossstadt-Epidemie dieser Art?

    Ja. Wir müssen aber davon ausgehen, dass dies zur Regel werden kann. Die Zahl der Menschen wird in Zukunft in den Metropolen massiv zunehmen. Lagos in Nigeria etwa wird im Jahr 2100 nicht weniger als 100 Millionen Einwohner zählen. Das ist eine neue Dimension der Bedrohung.

    Es war voraussehbar, dass die Globalisierung diese Folgen zeitigt. Sind wir selber schuld?

    Wir sind davon ausgegangen, dass wir den Gesundheitssektor mit modernen Spitälern, Instrumenten, Medikamenten und Impfungen im Griff haben. Und die Menschen werden ja auch immer älter. Corona stellt all diese Errungenschaften wieder infrage. Wir wussten von der Gefahr, aber wir glaubten, das sei wieder so eine dieser Vogelkrankheiten aus dem ländlichen Asien, die man schnell werde abwürgen können. Jetzt wütet sie in Bern, Rom und Paris. Pandemien sind jedoch nur eine von mehreren unterschätzten Bedrohungen. Der ganze Bereich der Bio-Sicherheit wurde unterschätzt und vernachlässigt.

    Zum Beispiel?

    Denken wir etwa an die Antibiotika. Wir stehen in einem Wettrennen zwischen Entwicklung von neuen Antibiotika und resistenten Bakterien, und wir sind im Begriff, das Rennen zu verlieren. Auch da müssen wir jetzt Konsequenzen ziehen und den Antibiotika-Einsatz etwa in der Landwirtschaft reduzieren. Wir haben zudem zugelassen, dass ein grosser Teil unserer Medikamente in China und Indien hergestellt wird, ohne daran zu denken, was passiert, wenn aus diesen Ländern aus welchen Gründen auch immer keine Medikamente mehr geliefert werden können. Wir sind auch von der Idee von Pflichtlagern und vorsorglichen Produktionskapazitäten in Schlüsselbereichen abgerückt. Das wird man überdenken und wohl rückgängig machen müssen.

    Auch die Schutzmasken und Schutzanzüge werden vor allem in China produziert.

    Wir werden die Schutzmasken und Anzüge künftig selbst herstellen müssen. Es wird eine saubere Analyse vorzunehmen sein, was an Material und Instrumenten benötigt wird. Wir sind gezwungen, unsere Sicherheitspolitik völlig neu zu überdenken und die Bio-Sicherheit mit einzuplanen.

    Was heisst das konkret?

    Ursprünglich war die Sicherheitspolitik militärisch ausgerichtet. Zuständig war der Kriegsminister. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Sicherheitspolitik erweitert. Man nahm die Idee auf, dass man Bedrohungen vor Ort verhindern kann, bevor sie uns erreichen. Ein Beispiel: Die Balkankriege haben auch uns betroffen. Es war folgerichtig, dass die Schweiz mit der Entsendung der Swisscoy nach Kosovo zur Verhinderung neuer Gewalt beigetragen hat. 9/11 brachte die Ausdehnung der Sicherheitspolitik auf die Bekämpfung des Terrors und die Sicherung der kritischen Infrastruktur. Danach kam die Gefahr aus der Cyberwelt und nun eben die von biologischen Bedrohungen. Es geht nicht nur darum, dass man Schutzanzüge und Masken auf Lager hat, sondern dass der ganze Sicherheitsapparat auch auf die Gefahren der Bio-Sicherheit ausgerichtet ist.

    Da wären auch die Spitäler und Ärzte dabei.

    Es braucht Führungsstäbe, in denen alle Partner des Sicherheitsverbundes tätig sind. Es braucht zivile Stellen, den Gesundheitssektor, die Kantone, den Bund und die Gemeinden. Man muss das Nachrichtenaufkommen zusammenlegen und so weiter. Es müssen Szenarien entwickelt werden, was auf uns zukommen könnte. Und es muss klar sein, wer wofür zuständig ist. Dazu gehört auch der Gesundheitsbereich. Wir haben heute zum Beispiel Militärspitalabteilungen, die aufgeboten werden. Die haben Zelte, die heute für Schussverletzungen ausgelegt sind. Wir benötigen wahrscheinlich Zelte, die für Infektionskrankheiten ausgerüstet sind. Mit Schleusen und allem, was nötig ist. Wir müssen den Schutz der Bevölkerung neu überdenken. Man kann die Schweizer Bevölkerung nicht monatelang zu Hause halten, um dann einfach so wieder zur Tagesordnung überzugehen.

    Der Gesundheitssektor wäre dann Teil des staatlichen Sicherheitssystems.

    Im Gesundheitswesen muss der zivile Lead erhalten bleiben. Aber alle Sicherheitspartner müssen wissen, welche subsidiären Beiträge von ihnen erwartet werden. Es wäre ein Fehler zu glauben, nach dem Ende der Epidemie bei uns sei alles vorüber. Als Nächstes könnte das Virus nach Afrika übergehen. Vielleicht kommt auch eine zweite Welle. Es ist nicht damit getan, die jetzige Krise einfach auszusitzen.

    Dazu werden die Schäden auch zu gross.

    Die Wirtschaft wird nicht dieselbe sein. Die kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz sind zentral bedroht. Sie sind das Rückgrat unserer Schweizer Wirtschaft. Einzelne Branchen sind existenziell bedroht: die Fluggesellschaften, die Hotellerie etwa. Diese Krise unterscheidet sich fundamental von vorherigen. In der Vergangenheit hatten wir Finanzkrisen. Das Geld ist uns damals quasi ausgegangen, die Banken gingen pleite. Das ist diesmal nicht das Problem. Die Finanzspritzen der amerikanischen Federal Reserve Bank sind völlig verpufft und führten zu einer noch grösseren Panik an den Börsen. Kapital ist in Fülle vorhanden. Zum Nulltarif. Diesmal sind wir mit einer realwirtschaftlichen Krise konfrontiert. Die Nachfrage ist komplett eingebrochen und die Angebotsseite ebenfalls.

    Was muss getan werden?

    Die Schweiz muss blitzartig gezielte Hilfe in grossem Ausmass unbürokratisch zur Verfügung stellen, um unsere Betriebe vom Absturz zu retten und Massenentlassungen zu verhindern. Wenn die KMU einmal abgestürzt sind, kommen sie nicht mehr wieder. Welche Industrien will die Schweiz haben? Diese Frage stellt sich jetzt.

    Wie viel muss der Bund aufwerfen, um die Arbeitsplätze zu schützen?

    Die USA will fast eine Billion Dollar ein­setzen. In der Schweiz ist derzeit von über 40 Milliarden Franken die Rede. Niemand weiss, wie lange die Krise dauert. Hält sie an, könnten auch 100 Milliarden Franken nicht reichen. Man muss bereit sein, zusammen mit der Nationalbank Lösungen zu finden. Es geht darum, gezielt die gefährdeten Teile der Volkswirtschaft zu unterstützen.

    Wie wird das Virus die Geopolitik verändern?

    China hatte vor dem Ausbruch der Corona-Epidemie die Ambition, Nummer eins zu werden in der Welt. Militärisch, wirtschaftlich, politisch und ideologisch. Wenn es China gelingt, als erster Staat aus der Krise hinauszutreten, wird es gestärkt sein und wieder auf Kurs. Staatschef Xi Jinping scheint ein Krisenmanagement zu machen, das erfolgreich ist. Dennoch, Chinas Probleme hören nicht mit dem Sieg über das Virus auf, denn die Märkte des Landes sind weiterhin in der Krise.

    Wie disruptiv wirkt das Virus in den USA?

    In den USA, wo Donald Trump die Wiederwahl schon in der Tasche hatte, muss man jetzt ernsthaft fragen, ob ihm das noch gelingen wird. Die Demokraten scharen sich jetzt um Joe Biden. Und Trump ist in einem Bereich gefordert, der nicht seine Stärke ist. Man spürte klar, dass er die Epidemie nicht ernst nahm, er verdrehte Tatsachen. Die grossen Wahlkampfveranstaltungen, auf denen Trump Stimmung für sich machen konnte, werden wohl nicht stattfinden. Amerikas Zukunft ist wieder offener. Es ist aber nicht klar, wer das Rennen machen wird.

    Und Europa?

    Europa ist völlig neu gefordert. Europa hat seine Grenzen nach aussen geschlossen, neue Grenzen im Innern aufgebaut. Das wird sich noch verstärken. An der griechisch-türkischen Grenze hat es seine liberale Flüchtlings- und Asylpolitik ausgesetzt. Europa, das sah man in allen Wahlen in den letzten Jahren, hatte Angst vor der grossen Migration. Nun, da die Migranten möglicherweise noch an Covid-19 erkranken, sowieso. Die EU wird deshalb kaum die so hoch gehaltene Personenfreizügigkeit, also die freie Bewegung von Arbeitnehmern, ohne jede Einschränkungsmöglichkeit durchsetzen können – weder mit Grossbritannien noch mit der Schweiz. Die Grenzen schliessen zu können, ist im Pandemiezeitalter zu wichtig.

    In der EU haben die Nationalstaaten das Ruder übernommen. Die Kommission und der Rat wirken inaktiv.

    Im Moment steht überall das nationale Krisenmanagement im Vordergrund. Das wird, weil niemand weiss, wie lange die Krise dauert, auch noch einige Zeit so bleiben. Auch der Rückbau der Beschränkungen nach der Krise dürfte von nationalen Kriterien geleitet sein und nicht von der EU koordiniert verlaufen. Dann aber wird es Zeit sein, den Scherbenhaufen zu analysieren, den das Coronavirus hinterlassen hat. Es wird zwingend nötig sein, Schengen, die Finanzspielräume der Staaten, das Flüchtlingswesen und die Migrationspolitik den neuen Realitäten anzupassen. Es ist mit einer tiefgreifenden Debatte über das Wesen der EU zu rechnen.

    Was wird die internationale Staatengemeinschaft machen?

    Es besteht ein Zwang zur Kooperation. Denn die Herausforderungen, die auf uns zukommen, sind national nicht zu lösen. Die Schweiz kann nicht eine Pandemie verhindern, sie kann sich nur wappnen. Der Zwang zu Kooperationen ist bei einer Pandemie offensichtlich. Man wird im Rahmen der WHO, der EU, der OECD und der Uno Wege suchen müssen, wie man besser vorgehen kann. Als in Afrika Ebola ausbrach, musste man das dortige Gesundheitssystem unterstützen. Die Amerikaner schickten 2000 Marinesoldaten, die Engländer und Franzosen schickten ebenfalls Truppen, die Spitäler aufbauten und sonst auch halfen. Man wird Kapazitäten in dieser Art aufbauen müssen. Die nächste Epidemie muss vor Ort bekämpft werden können, bevor sie zur Pandemie wird.

    Im Moment prägen noch immer Rivalitäten und Spannungen die Beziehung zwischen den USA und China. Trump bezeichnete das Virus mehrmals als chinesisch, und die Chinesen geben US-Militärs die Schuld am Ausbruch der Epidemie.

    Auch Iran propagiert, dass die Epidemie ein amerikanischer Bioangriff sei. Das gehört leider zum Politischer-Unfug-Potenzial. Die Rivalität zwischen China und dem Rest der Welt ist eine Konstante.

    Vor dieser Krise fühlte man sich politisch lange in der Sackgasse. Die EU kam keinen Schritt weiter, die Uno wurde quasi ausgehebelt von Grossmächten. Ist diese Krise politisch auch eine Chance?

    Die Erfahrung dieser Krise wird die Menschen, die Wähler verändern. Sie werden neue Antworten von der Politik verlangen. Antworten, die sicherstellen, dass sich die jetzige Lage nicht wiederholt. Das ist ein politischer Druck, der von der Strasse ausgeht. Das wird ähnlich wie bei der von Greta Thunberg angeführten Klimabewegung. Auch diese ging von einem konkreten Bedürfnis der Menschen aus und führte die Grünen europaweit zu Wahlsiegen. Die ­jetzige Krise wird dazu führen, dass die ­Politiker die echten Probleme angehen müssen; zielgerichtet und sofort. Die Position Trumps und seinesgleichen, Fragen zum Klima oder der Epidemie als unwichtig zu taxieren, wird an Popularität verlieren. Die Leute sehen, dass es Probleme gibt, die wir lösen müssen.

    Werden es künftig die Populisten schwerer haben?

    Die Populisten haben, wenn man das Beispiel Trump nimmt, die Existenz des Problems unterschätzt, ja eine Zeitlang gar geleugnet. Man glaubte, man käme davon und könnte dort Geld sparen. Doch die Taktik, dass man die Probleme, die man nicht haben will, wegredet, funktioniert nicht mehr. Diese Krise könnte Trump die Präsidentschaft kosten. Das wäre ein Erdbeben für die Populisten. Sie haben mit ihrer nationalen Sicht keine Lösungen für die heutigen Probleme, deshalb werden es die Populisten schwer haben, sich künftig politisch durchzusetzen. Die Populisten werden jetzt entlarvt, da sie keine Antworten haben. Die Regierungen werden nicht mehr nur Dinge sagen können, die schön tönen, sie werden Lösungen bieten müssen.

    Welchen Rat würden Sie der Bevölkerung geben?

    Wir haben etwas angestossen mit der Digitalisierung und der Globalisierung, das wir nicht loswerden. Natürlich braucht es Digitalisierung und Globalisierung. Doch wir müssen das Wachstum überdenken. Wir müssen zu einem nachhaltigeren Wachstum kommen. Und wir müssen unseren ökologischen Footprint reduzieren. Wir müssen mehr darüber nachdenken, was auf uns zukommt, und das mit unseren Fähigkeiten lösen, und zwar in Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn und der internationalen Gemeinschaft. Wir müssen aufhören zu denken, dass alles beim Alten bleibt, dass wir auf der Insel der Seligen sitzen und nichts tun müssen, weil die Probleme ohnehin nicht zu uns kommen. Sie kommen zu uns.


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    nzz am sunntig:

    Zurück in die Zukunft

    Für den Fussball, dem keine Krise etwas anhaben konnte, wird die Corona-Pandemie zur Zäsur. Im Sommer dürften die Transfersummen deutlich sinken. Von Sebastian Bräuer

    Normalerweise betonen Firmenchefs in Krisenzeiten, solide aufgestellt zu sein. Sie ver­meiden jedes Anzeichen von Panik. Sie verweisen darauf, vorgesorgt zu haben.

    Deutschlands wichtigste Fussballmanager machen seit Tagen das Gegenteil. «Geisterspiele sind unsere einzige Überlebenschance», warnt Christian Seifert, der Chef der Deutschen Fussball-Liga. «Wir müssen die Saison beenden, sonst wird es finanziell für zu viele Vereine so dramatisch, dass sich Dinge im Fussball verändern werden, an die man jetzt nicht einmal denken mag», sagt Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund.

    Die Coronavirus-Pandemie beschert dem Fussball eine plötzliche, heftige Zäsur. Jahrelang überstand der wichtigste Sport der Welt Wirtschaftskrisen unbeschadet. Unaufhaltsam ging das Wachstum weiter, immerfort gab es mehr Spiele und Turniere, höhere Ein­nahmen und Transfersummen, der Boom erstreckte sich über sämtliche Kontinente. Jetzt zeigt sich: Die Geldmaschine ist doch nicht unzerstörbar. Sobald einmal nicht gespielt werden kann, und sei es nur für wenige Wochen, beginnt das Kartenhaus zu wackeln.

    Die Aussagen der deutschen Fussballmanager waren teilweise auch taktischer Natur: Es ging darum, Druck auf den europäischen Verband Uefa zu machen, die Europameisterschaften wie am Dienstag beschlossen von 2020 auf 2021 zu verschieben. So steigen die Chancen, im Sommer die nationalen Ligen ­beenden zu können, falls die Corona-Krise rechtzeitig enden sollte. Doch unabhängig davon sind die Warnungen vor Engpässen ernst zu nehmen. Stephan Herth, der beim internationalen Sportvermarkter Infront die Fussballsparte verantwortet, sagt: «Es wird Vereine geben, die existenzielle Probleme ­bekommen. Alles hängt davon ab, wie solide sie gewirtschaftet haben. Wie viel Eigenkapital haben sie gebildet? Wie hoch sind die Rücklagen? Wenn ein Management zu knapp geplant hat, wird es eng.»

    Moment der Wahrheit

    Während einer längst vergangenen Krise schrieb der amerikanische Investor und Multimilliardär Warren Buffett seinen Anlegern einmal: «Bei Ebbe findet man heraus, wer ohne Badehose schwimmt.» Viele Branchen haben diesen schmerzlichen Moment, in dem Schwächen gnadenlos offengelegt werden, erleben müssen. Als 2000 die Dotcom-Blase platzte, traf es Internetfirmen, denen ein nachhaltiges Geschäftsmodell fehlte. In der Finanzkrise 2008 wurde grossen Teilen des Finanzsektors der Glaube zum Verhängnis, dass manche Märkte immer weiter wachsen würden. Und jetzt, 2020, geraten gewisse Geschäftspraktiken des Fussballs in den Fokus.

    Vorbildlich geführte KMU versuchen, in guten Zeiten für mehrmonatige Flauten vorzusorgen. Fussballvereine budgetieren knapper. Das weitverbreitete Credo lautet, jeden verfügbaren Euro für Spieler auszugeben, weil die Konkurrenz das Gleiche macht. Das Szenario eines wochenlangen Spielverbots in den Finanzplänen ignoriert zu haben, könnte sich jetzt bitter rächen.

    Die Beratungsfirma KPMG hat Schätzungen aufgestellt, wie hoch die Verluste in den wichtigsten Ligen ausfallen würden, falls die Saison nicht beendet wird (siehe Grafik). Die Zahlen machen deutlich, warum viele Manager für Spiele ohne Zuschauer plädieren: Sie ­verdienen mit Fernsehrechten und Werbung deutlich mehr als mit Ticketverkäufen und Gastronomie. Je grösser der Klub, desto unwichtiger sind die Einkünfte am Spieltag.

    Die drohenden Verluste sind zu relativieren. Der FC Barcelona und Real Madrid erwirtschaften pro Jahr beispielsweise jeweils Umsätze knapp unter der Milliardengrenze. Jetzt stehen in Spanien im Fall eines Saisonabbruchs 970 Millionen Euro auf dem Spiel, die von allen 20 La-Liga-Teilnehmern gemeinsam zu schultern wären. Hätten Fussballvereine ausreichende Puffer für Krisenzeiten, wäre das ohne grössere Verwerfungen möglich.

    Der Druck, die Spielzeit irgendwie zu beenden, dürfte in den nächsten Wochen gross werden. Zumal zwischen Klubs und Fernsehsendern eine gegenseitige Abhängigkeit besteht. Henning Vöpel, der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, sagt in Bezug auf Anbieter wie Sky und DAZN: «Fussball ist das Flaggschiff dieser Sender. Ohne Fussball hätten diese Sender wohl kaum eine Chance, wirtschaftlich zu überleben.»

    Vertreter der Bundesliga beklagen sich besonders lautstark über die Situation, doch andere trifft die Krise noch härter. Infront-Manager Herth sagt: «Die Mannschaften der ersten beiden Ligen in Deutschland sind grundsätzlich auf einem guten Weg. In Italiens Serie A ist die Situation schlechter.» Vor allem im Amateurbereich bestehe zudem das Risiko, dass Sponsoren ausfallen, weil sie selbst wirtschaftliche Probleme bekommen.

    Auch in der Schweiz ist die Situation angespannt. Die Super League nimmt mit Medienrechten nur 35 Millionen Franken pro Jahr ein. Ticketverkäufe sind für die Klubs relativ betrachtet wichtiger, Geisterspiele wären mit herben Einbussen verbunden. «Kleinere Ligen wie die Super League in der Schweiz trifft die Krise besonders hart, selbst bei solidem Management», sagt Herth. «Bei den dortigen Vereinen wird man nun sehr gut haushalten müssen, um eine Schieflage zu vermeiden. ­Einige werden in die Bredouille kommen.»

    Die Schere geht auseinander

    Der FC Thun stellte bereits ein Gesuch auf Kurzarbeit, der FC Sion spricht Spielern die Kündigung aus. An vielen Orten setzen Debatten über Gehaltsverzicht und Ausgleichszahlungen ein. Doch letztlich handelt es sich hier um Flickschustereien. Wie sehr sich der Fussball durch die Corona-Krise verändert, dürfte erst im Sommer zu beobachten sein.

    «Es ist zu erwarten, dass die Transfersum­men deutlich sinken», sagt Infront-Manager Herth. «Auch die Gehälter werden unter Druck kommen.» Das gelte nicht für die absoluten Topstars. Hier werde es weiterhin keinen Discount geben. Die Korrektur werde vor allem eine Stufe darunter, im mittleren Bereich der arrivierten Profis, zu beobachten sein. «Die Schere zwischen reichen und armen Klubs wird in dieser Krise noch weiter auseinander gehen», sagt Herth. «Das liegt unter anderem daran, dass kleinere Mannschaften schon bald zu Notverkäufen von Spielern gezwungen sein dürften, um finanzielle Schieflagen zu vermeiden. Ihnen bleibt keine andere Wahl, um im Budget zu bleiben.»

    So unerfreulich das unmittelbar tönt, gerade aus Schweizer Sicht bleibt längerfristig eine Hoffnung. «Der Fussball kann gestärkt aus der Krise kommen», sagt Herth. «Man wird ein paar wichtige Lektionen gelernt haben, besser für schlechte Zeiten vorsorgen und Verträge sorgfältiger formulieren.» Auch im Silicon Valley und an der Wall Street war nach den Krisen 2000 und 2008 die Zeit der grössten Exzesse zunächst einmal vorbei. Herth sagt in Bezug auf den Fussball, der seinen «unvergleichlichen Wert» stets behalten werde: «Eine Korrektur ist gesund fürs System, das jahrelang nur gewachsen ist.»

    die grafik kann ich nicht posten, hier die zahlen der vermuteten verluste, wenn nicht zu ende gespielt wird:

    england: 1120 - 1280
    spanien: 800 - 970
    deutschland: 630 - 790
    italien: 540 - 700
    frankreich: 300 - 400

    in millionen euro selbstverständlich...

    die ticket ausfälle sind tatsächlich überall „nur“ +/- 10% der gesamtsumme. also noch knapp verkraftbar. darum denk ich schon, dass ab mitte mai die saisons mit geisterspielen zu ende gespielt werden. natürlich unter strengen auflagen. jeder im stadion anwesende hat den corona test gemacht etc.

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