Beiträge von snowcat
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Zitat von Mirko
Ich glaube nicht, dass dies ein Durchzwängen ist. UPC hat vermutlich zurecht argumentiert, bei Saisonabbruch gibt es Betrag x CHF weniger. Und die Clubs haben abgewogen was finanziell den grösseren Schaden verursacht.
dürfte ziemlich genau so gewesen sein! hätte ich als upc auch gemacht! wenn ich für etwas bezahle, will ich auch eine gegenleistung dafür...dürfte darum das ganze auch null einfluss haben auf zukünftige rechte vergabe. da zählt, wie immer, wer bietet am meisten!
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ravioli gut, alles gut! s’läbe isch so eifach!

ps. das muess öppe 30 jahr her si, wo ich s‘letscht mal büchseravioli gässe han. vermuetli im militär...
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Leute! Wacht auf! Seit sorgsam! Wir haben ein Problem!!!
ach was! diese panikmache wegen ein bisschen grippe! und überhaupt, jetzt melden sich plötzlich ärzte zu wort, ärzte! was wollen die schon zu diesem thema wissen? eben!Tessiner Mediziner warnen vor Kollaps in Italien: «Macht endlich die Grenzen dicht!»
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Zitat von Rangersfan
Ich bin einfach der Meinung dass es keinen Sinn macht Spiele in der Schweiz ohne Zuschauer auszufuehren. Es hat wahrscheinlich bei Buli Spielen mehr Schweizer im Stadion als bei einem GC Heimspiel im Letzigrund.
wie gesagt, nicht mehr lange. ganz (mittel-) europa zieht nach!und ja, es geht ums gesamtbild! in diesem finde ich es ua. absolut unverständlich und unverantwortlich, die grenzen nach (bzw. vor allem von) italien nicht zu schliessen.
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Zitat von snowcat
bald nicht mehr!Gesendet von iPhone mit Tapatalk
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Zitat von Rangersfan
Heute lese ich im on-line Blick dass sie einen Wettbewerb haben bei dem man 3 Tickets und Transport von der Schweiz zum Spiel Dortmund gegen Bayern gewinnen kann.
diese tix kannst du einrahmen und aufhängen! was du mit diesen tix garantiert nicht kannst:ins stadion zum spiel!
und weiter gehts:
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nzz am sunntig:
Klubs und Fans bleiben entzweit
Eskalation statt Gespräche: In der Bundesliga geht der Streit um die Kollektivstrafe weiter. Von Stefan Osterhaus
Mitunter kommt es im Fussball zu eigenartigen Allianzen. Wer hätte vor ein paar Wochen gedacht, dass Anhänger des FC Schalke 04, des FC Bayern München, diejenigen von Borussia Dortmund und solche von Borussia Mönchengladbach das gleiche Ziel verfolgen würden? Es ist eine breite Front von Fussball-Traditionalisten, die in Deutschland die Diskussion bestimmt. Sie stehen nicht für ein Sache ein, sondern gegen eine: gegen das, was «Kollektivhaftung» heisst. Auslöser waren die Ereignisse der vergangenen Woche. Da hatten Bayern-Anhänger beim Auswärtsspiel gegen Hoffenheim ein Plakat hochgehalten, auf dem Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp als «Hurensohn» bezeichnet wurde. Das Spiel stand am Rande des Abbruchs, und am Ende interessierte so gut wie niemanden das glänzende 6:0 der Münchner.
Stattdessen waren es Hopp, der deutsche Fussballbund und dessen Umgang mit dem radikalen Teil der Anhängerschaft, die die Debatten in den folgenden Tagen prägten. Überwog anfangs noch der Eindruck, dass die Beteiligten richtig gehandelt hatten, indem sie sich in Solidarität mit Dietmar Hopp übten, so wurde die Diskussion doch bald sehr viel lebendiger. Jene Plakate, die in Hoffenheim Hopp auf unsägliche Weise schmähten, nahmen Bezug auf eine Kollektivstrafe, die Anhänger des BVB erhalten hatten: Zwei Jahre sollten sie nicht zu Auswärtsspielen reisen, sofern sich Schmähungen gegen Hopp wiederholten. Eben dies geschah am letzten Samstag, als die Dortmunder ihren Ärger gegen Hopp formulierten. Und es geschah genauso in Mönchengladbach und in Berlin auf der Tribüne von Union.
Den Klub am Reissbrett geplant
Natürlich liegt die Frage nahe, was Hopp so speziell in den Augen der Ultras macht. Dass er seinen Klub, die TSG 1899 Hoffenheim, gewissermassen am Reissbrett plante und in die Bundesliga brachte, wird ihm von Traditionalisten verübelt. Dass Hoffenheim auf die Anfeindungen der ersten Jahre nach dem Aufstieg 2008 auch reagierte, indem die Fans der Auswärtsteams im Stadion bei Bedarf mit hochfrequenten Tönen beschallt wurden, trug nicht zur Beruhigung bei, sondern verschaffte Hopp in den Kurven einen speziellen Ruf. Die Fans skandierten: «Dietmar Hopp, du Sohn einer Hupe.»
Hopp mag sich nie damit abgefunden haben, dass ihm die Anhänger sein Engagement nicht mit Beifall vergolten haben. Doch die Allianz der Ultras illustriert auch, dass es hier keineswegs nur um den Mäzen aus dem Südwesten geht, sondern um die Frage hinter den Vorgängen: Wem gehört eigentlich der Fussball? Dass diese Frage nicht einfach im Sinne von Eigentumsverhältnissen zu beantworten ist, versteht sich von selbst, und dass seit Jahren das stattfindet, was sich mit Entfremdung von Anbieter und Kundschaft nur unzureichend beschreiben lässt, ist unstrittig. Allerdings begreifen sich Fans, erst recht Ultras, nicht als Kundschaft, sondern als Pfeiler der Aufführung, die ohne sie keinen Wert mehr hat.
In der Fankurve gross geworden
Diese Perspektive mag ein wenig verengt sein. Gänzlich falsch ist sie dennoch nicht. Im Wissen darum massen sich die Ultras allerhand an. So machte einst die Münchner Fangruppierung «Schickeria» gegen Manuel Neuer mobil, als dieser 2011 von Schalke nach München wechselte. Mit Neuer, der in der Schalker Kurve gross wurde, haben die Anhänger unterdessen nicht ganz uneigennützig ihren Frieden gemacht, da Neuer zu einem grossen Torhüter reifte. In Gelsenkirchen dagegen muss er sich noch immer die Beleidigungen anhören, wie sie auch Hopp in schriftlicher Form entgegengebracht werden. Dass Neuer diese überhört, spricht dafür, dass er die Mechanismen des Spiels besser versteht als Hopp, der geradezu darauf drängt, auch von den Anhängern ausserhalb Hoffenheims akzeptiert zu werden.
Die Dinge sind verfahren. Zwar zeigt sich Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef der Bayern, entschlossen, gegen die Urheber vorzugehen. Er werde sich «nicht mehr wegducken. Auch auf die Gefahr hin, dass ich irgendwann mit Leibwächtern durch die Gegend laufen muss». Auch dürfte es kein Zufall sein, dass Plakate mit dem Konterfei des Leipzig-Geldgebers Dietrich Mateschitz in den Kurven auftauchten, dessen Projekt mehr noch als Hoffenheim in den Augen der Anhänger für den Verrat an Tradition steht.
Nun werden Sanktionen diskutiert, die Sippenhaft infrage gestellt. Doch von Gesprächsangeboten ist wenig zu hören. Wie hilflos die Klubs dem Konflikt gegenüberstehen, verdeutlicht eine Mitteilung von Bayern München. Das heutige Heimspiel gegen Augsburg sei ganz dem übergeordneten Motiv «Toleranz, Respekt, Vielfalt, Fairplay» und der Parole «Wir lieben Fussball» gewidmet.
Dass mag gut gemeint sein. Wie es aber um die Stimmung tatsächlich steht, verdeutlichte die Reaktion der «Schickeria», die mitteilte, man habe «lauthals lachen müssen», als Rummenigge angekündigt habe, sich mit Leibwächtern zu schützen: «Nun war das dramatische Narrativ der potenziellen Mörder aus der Kurve, die alle braven Akteure bedrohen und körperlich angehen, vollendet.» Und am Freitag erst erreichte der Konflikt auch die zweite Liga. Die Fans des 1. FC Nürnberg forderten «Solidarität mit allen Ultras» – und hatten noch eine weitere Botschaft: «Dietmar Hopp, du bist nicht allein. Karl-Heinz Rummenigge könnte dein Bruder sein!»
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nzz am sunntig:
Ausnahmezustand
Grossveranstaltungen sind im ganzen Land verboten – bringt das den Schweizer Sport zum Stillstand? Das Porträt einer historischen Woche
Das Coronavirus hat den Sport in dieser Woche zunehmend stillgelegt. Der Sport lebt davon, dass sich möglichst viele Menschen möglichst nahe sind, auf einer Tribüne, in einer Mannschaft. Sport ist das Gegenteil von social distancing.
Deshalb hat diese Woche eine seltene historische Dimension. Am Montag entschieden der Schweizer Fussball und das Schweizer Eishockey, ihre Meisterschaften in der spannendsten Phase zu unterbrechen. Am Dienstag erfuhr die Nationalmannschaft, dass die Uefa im Hinblick auf die Europameisterschaft mit allem rechnet – also auch mit einer Absage. Selbst für die Olympischen Spiele in Tokio, auf die sich derzeit viele Schweizer Sportler vorbereiten, gibt es inzwischen ein Szenario ohne Zuschauer. Es wäre ein Novum in der Sportgeschichte.
Selten waren die sonst so mächtigen Organisatoren des Sports so ohnmächtig wie in diesen Tagen. In der Schweiz ganz besonders. Seit der Bundesrat vor gut einer Woche ein Verbot für Veranstaltungen von über tausend Personen erlassen hat, ist der Sport in der Schweiz so stark von den Verwerfungen des Coronavirus betroffen wie nirgends sonst auf der Welt. Bundesrat Alain Berset sagte am Freitag an einer Pressekonferenz in Bern, er sei sich der «weitreichenden Konsequenzen für den Sport» bewusst. In der kommenden Woche entscheidet der Bundesrat, ob das Veranstaltungsverbot über den 15. März hinaus verlängert wird. Alle rechnen damit.
Was passiert, wenn scheinbar nichts mehr passiert?
+++ Steffi Buchli führt komplizierte Gespräche +++
Das Schweizer Eishockey ist mit am stärksten betroffen vom Coronavirus. In der letzten Runde der Qualifikation kämpfte der Meister aus Bern um den letzten Platz in den Play-offs und verfehlte ihn auf theoretisch dramatische Weise. Theoretisch, weil es still blieb in der Halle. Alle Spiele der Runde fanden ohne Publikum statt. Die Klubs verloren Geld, die Fans einen Fixpunkt.
Das war am Tag, nachdem der Bundesrat sein Veranstaltungsverbot bekanntgegeben hatte. In der Szene war man verwundert bis verständnislos. Wie bitte? Am Montag beschloss die Eishockeyliga zudem, die Play-offs, den Saisonhöhepunkt ihres Sports, aufzuschieben – mit ungewissem Ausgang. Werden die Spiele überhaupt noch stattfinden? Und werden die Klubs den Fernsehvertrag überhaupt noch erfüllen können, der ihnen jährlich so viele Millionen Franken einbringt?
Steffi Buchli leitet das Programm von MySports, dem Sender, der die exklusivsten Rechte am Schweizer Eishockey hält. Am Dienstag nahm sie an der Sendung «Club» des Schweizer Fernsehens teil, in der über die Auswirkungen des «Weltvirus» diskutiert wurde. Neben ihr sassen ein Epidemiologe, ein Medizinhistoriker, der Chefökonom der UBS. Buchli war die Vertreterin des Schweizer Sports – und in die ganz grossen Zusammenhänge geraten. Es war der Moment, in der ihre Stimmung «switchte». Sie habe gemerkt, dass da etwas komme, das wir in dieser Dimension noch nie gehabt hätten, sagt Buchli. «Es schwingt neu eine Schwere mit.»
Das erzählt sie, als sie am Donnerstagmorgen in ihrem Büro bei dem Sportsender in Erlenbach sitzt. Nach und nach treffen ihre Mitarbeiter ein. Sie sind beschäftigt, auch wenn es derzeit keine Live-Spiele im Schweizer Eishockey gibt, die Ausnahmesituation ist noch so frisch, dass sie Geschichten hergibt.
Die Fussballspiele der deutschen Bundesliga und vor allem die Partien der National League tragen den Sender, 35 Millionen Franken hat der Kabelnetzbetreiber UPC für die Eishockeyrechte bezahlt.
In diesen Tagen werden Sondersendungen produziert, neue Formate erfunden, eiligst Gesprächsrunden mit Spielern zusammengestellt. Es ist auch ein kreativer Moment, aber was passiert, wenn die Krise Alltag wird und die Play-offs abgesagt werden? «Alles, was wir jetzt machen, sind eigentlich Verlegenheitslösungen», sagt Programmchefin Buchli.
Verbände und Klubs hatten schnell erklärt, dass sie keine Geisterspiele wollen, weil sie nur Geld fressen. Sie bereiten sich nun auf einen Tag vor, von dem sie noch nichts wissen. Lukas Flüeler etwa, 31 Jahre alt, der Torhüter des Qualifikationssiegers ZSC Lions, sagt: «Wir stellen uns auf den 17. März ein. Diese Woche absolvierten wir ein Trainingslager, in dem körperlich gearbeitet wurde. Jetzt haben wir drei Tage frei. Danach geht es weiter mit Detailarbeit und der Vorbereitung auf die Play-offs. Man muss sich da wieder hineindenken.» Er sagt, er sei enttäuscht, «die Situation nervt», auch wenn er nicht jammern will, weil er weiss, dass es gerade Leute gibt, die wegen des Virus grössere Probleme haben als er. Am wichtigsten ist ihm aber, was alle Klubs und Verbände betonen: «Wir hoffen einfach alle, dass es trotzdem losgeht. Und zwar mit Zuschauern.»
Die Programmchefin Steffi Buchli hingegen sagt: «Wir – oder besser gesagt: unsere zahlenden Zuschauer – wollen im Grundsatz ein Produkt.» Wenn es dann ein anderes Produkt sei, weil die Zuschauer fehlten, sei es halt so. Sie sieht ihre Abonnenten, die nicht bekommen, wofür sie bezahlt haben, die rund 200 Festangestellten und Freelancer, die für MySports arbeiten. Sie verheimlicht nicht, dass die Gespräche mit den Ligavertretern kompliziert sind. «Jeder hat seine partikulären Interessen», sagt sie, «das macht es schwierig. Umso wichtiger ist es daher, empathisch zu sein und die andere Person zu verstehen in einem Moment, in dem es ans Eingemachte geht.»
Im Keller des Senders steht eine Art kleines Puppentheater, ein sorgsam ausstaffiertes Wohnzimmer, in dem stumm eine Familie aus Handpuppen sitzt. Dort sollte eine kleine Serie produziert werden, sie ist eine Idee von Steffi Buchli und ihrem Chefredaktor, geboren noch in der Zeit vor dem Coronavirus. Die Pilotfolge haben sie bereits gedreht. Sie heisst «Die PUCKS – Fascht ä Playoff-Familie».
Der Titel der Serie könnte sich in einem Mass bewahrheiten, wie sich Steffi Buchli das natürlich nie gewünscht hat – und auch sonst niemand im Schweizer Eishockey.
+++ Claudius Schäfer muss antworten, auch wenn er keine Antworten hat +++
Im Fussball ist die Situation vergleichbar: Die Meisterschaft in der Super League und in der Challenge League sind unterbrochen, und niemand weiss, wann es weitergeht.
Der Leader der Super League, der FC St. Gallen, ist die Mannschaft der Stunde: Fascht ä Meischter-Familie. Im letzten Spiel vor der Corona-Pause drängte sie den Meister aus Bern an den Rand einer Niederlage. Die St. Galler sind, wie man es im Sport sagt, im Flow.
Der Trainer Peter Zeidler muss deshalb versuchen, diese Spannung irgendwie hoch zu halten. Auf den Samstag setzte er ein Testspiel gegen Vaduz an – als ginge die Meisterschaft einfach weiter.
Im Training wirkte es am Freitag dennoch, als sei der FC St. Gallen zurückgefallen in eine zweite Winterpause. Peter Zeidler begrüsste die Zaungäste mit dem «Wuhan Shake», Fussinnenseite an Fussinnenseite. Die Mannschaft trainierte im Stadion. Am Spielfeldrand, auf den geheizten Ledersesseln der Ersatzbank, sassen drei Rentner, die Arme über den Bauch gefaltet. Hier kommt der Sport zum Stillstand.
Zu einem der spielbestimmenden Akteure wird in dieser Zeit der CEO der Liga, Claudius Schäfer. Er ist vielgefragt, obwohl auch er wenig Antworten hat. Die Fussballklubs wollen keine Geisterspiele, die Fernsehpartner zeigen Verständnis, Schäfer lässt jetzt mögliche Spielpläne für die dreizehn ausstehenden Runden und die Viertel- und Halbfinals im Cup entwickeln. Der Termindruck ist geringer als im Eishockey, aber ab April wird es auch für die Fussballer eng, die Meisterschaft bis Ende Mai durchzuspielen – notfalls auch ohne Zuschauer? «Das Horrorszenario», sagt Claudius Schäfer.
Ohne Zuschauereinnahmen verlieren die Vereine viel Geld, die Liquidität wird knapp, der Konkurs droht. 3300 Arbeitsplätze gibt es im Profifussball, Schäfer ist im Gespräch mit dem Eishockey, möglicherweise wollen die beiden Sportverbände den Bundesrat gemeinsam um finanzielle Hilfe bitten. Aber das sind erst Szenarien für die Zukunft, die Gegenwart ist mühselig genug.
+++ Mauro Lustrinelli ist ratlos +++
Und es gibt niemanden, der nicht mindestens von den Nebenwirkungen des Virus betroffen ist. Zum Beispiel Mauro Lustrinelli. Er ist nach dem ersten Wochenende ohne Spiele gerade ein wenig ratlos. Für den Trainer der Schweizer U-21-Nationalmannschaft beginnt eigentlich die entscheidende Phase, um das Kader für die wegweisenden EM-Qualifikationsspiele gegen Aserbaidschan und Frankreich zu bestimmen. Nun fehlt die wichtigste Informationsquelle – die Leistungen seiner Spieler. «Ich werde stattdessen Testspiele besuchen, telefonieren», sagt Lustrinelli am Dienstag. Die Angestellten des Sports wirken in diesen Tagen manchmal eher wie ihre eigenen Darsteller: Sie können nur so tun, als ob. Fast alle Spieler von Mauro Lustrinelli sind in der Schweiz beschäftigt, eine Ausnahme ist Nedim Bajrami. Bajrami schiesst am Abend für Empoli den Siegtreffer beim 3:2 gegen Cremonese in Italiens Serie B. Das ist eine kleine Nachricht. Aber eine gute. Immerhin.
+++ Danilo Wyss tritt an, egal wo +++
Im Radsport gibt es aus Italien schon lange keine guten Antworten mehr: Absage des Klassikers Mailand–Sanremo, Absage der Strade Bianche, Absage des Tirreno–Adriatico. Die schlechteste aller Nachrichten kommt aber aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort trifft das Virus den Sport direkt.
Der Schweizer Profi Danilo Wyss sagt: «Ich dachte im ersten Moment, ich muss plötzlich zur Dopingkontrolle.» So etwas schiesst Radsportlern durch den Kopf, wenn sie nachts unerwartet geweckt werden. Die UAE Tour, an der der Schweizer Profi aus dem Team NTT teilgenommen hatte, war in der Nacht auf den 28. Februar vorzeitig abgebrochen worden. Zwei Coronavirus-Verdachtsfälle hatten die Instanzen in den Arabischen Emiraten aufgeschreckt – und sie dazu veranlasst, alle Fahrer und Betreuer aus dem Schlaf zu reissen.
Wyss und seine Kollegen wurden auf Yas Island unter Quarantäne gestellt. Statt sie zur nächsten Etappe starten zu lassen, untersagten ihnen die Behörden, das Hotel Crowne Plaza zu verlassen, auch nach ersten negativen Tests. «Die Kommunikation war katastrophal», berichtet Wyss. Niemand habe sagen können, wie es weitergehe. Mal sei es den Fahrern erlaubt worden, gemeinsam zu essen, dann wurden sie wieder angewiesen, in ihren Zimmern zu bleiben. «Angst vor dem Virus hatte ich zu keinem Zeitpunkt», sagt Wyss. «Aber zwei Wochen lang in diesem Hotel zu bleiben, wäre sehr hart gewesen.» Am 1. März, nach drei Tagen Quarantäne, durfte er zurück in die Schweiz. Wyss ging es besser als den Fahrern anderer Teams, die voraussichtlich noch bis zum 14. März im Crowne Plaza bleiben müssen, weil sie sich im gleichen Stockwerk befanden wie erkrankte Personen.
Mehrere Radrennen, die in den nächsten Wochen stattfinden sollten, sind abgesagt. Wyss nimmt es gelassen. Er trainiert, als stehe der nächste Wettkampf unmittelbar bevor. Falls sein Team ihn aufbietet, wird Danilo Wyss laut eigener Aussage antreten – egal, an welchem Ort.
+++ Lena Häcki hat immer Desinfektionsmittel dabei +++
Im Biathlon finden die Wettkämpfe noch statt, aber die Schweizer Biathletin Lena Häcki hat am Freitag ein Weltcup-Rennen hinter sich, das sich nicht wie ein Weltcup-Rennen angefühlt hat. Sie erzählt am Telefon: «Nove Mesto gehört zu den Orten mit den meisten Zuschauern im Biathlon-Weltcup, da ist es schon bizarr, wenn die Tribünen leer sind und auch im Wald keine Zuschauer an der Strecke stehen. Für eine gute Leistung brauche ich jedoch eine gewisse Nervosität, ein Kribbeln im Körper.»
Unterwegs spürte Häcki die fehlenden Zuschauer weniger. Im Wald hatte es immerhin Trainer und Betreuer, die sie anfeuerten und ihr Informationen gaben.
Die Hygienemassnahmen, die in diesen Tagen ständig wiederholt werden, sind für Häcki hingegen Alltag. «Es ist wichtig, dass wir den ganzen Winter gesund bleiben, denn bei jeder Krankheit leidet die Form. Wir schütteln keine Hände, sondern begrüssen uns mit einem Fäustchen, Desinfektionsmittel haben wir immer dabei. Wird eine Kollegin krank, zieht sie in ein Einzelzimmer und isst auch nicht mit uns. Was jetzt für die breite Bevölkerung empfohlen wird, gilt für uns während der ganzen Saison.»
+++ Lukas Wernli kennt keine Berührungsängste +++
Die wichtigste Frage im Sport lautet derzeit: Sollen wir auch ohne Publikum weitermachen?
In den grossen Sportarten erübrigt sich die Frage, solange Veranstaltungen mit mehr als tausend Personen verboten bleiben. Aber wie sieht es in kleineren Sportarten aus?
Lukas Wernli leitet die Geschäfte des Handballvereins HSC Suhr-Aarau. Als er an diesem Mittwochabend in die Schachenhalle fährt, wo sein Verein das Ligaheimspiel gegen St. Otmar St. Gallen austrägt, weiss er nicht, was passieren würde: Kommen mehr Zuschauer als sonst, weil andere Veranstaltungen abgesagt sind? Oder kommen weniger Zuschauer, weil die Angst grösser ist als die Langeweile?
Am Eingang stehen zwei Männer mit einem Zähler in der Hand. 999 Zuschauer sind vom Kanton bewilligt. Neben der Toilette haben sie ein Fläschli mit Desinfektionsmittel bereitgestellt. Als das Spiel läuft, gibt Bundesrat Berset eine weitere Pressekonferenz.
Das Coronavirus betrifft aber auch den Handball indirekt stark: Der Verband hat eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: corona@handball.ch, pro Tag kommen bis zu fünfzig Nachrichten rein. Die Verunsicherung ist gross. Weil die kantonalen Bestimmungen unterschiedlich sind, gibt es in Herzogenbuchsee ein Geisterspiel, sind in Basel 200 Zuschauer zugelassen, in Zürich 800 und in Aarau 999. Lukas Wernli verliert langsam die Übersicht.
Der Handballverband muss die Konfusion zulassen. Er kann zum Beispiel nicht überall Geisterspiele verordnen, um Gleichberechtigung zu schaffen. Sonst müsste er mit Schadenersatzklagen rechnen.
In die Schachenhalle sind an diesem Abend 461 Zuschauer gekommen, halb so viele wie sonst. Die Angst ist stärker. Lukas Wernli sagt zwar, sein Sport kenne keine Berührungsängste. Die Spieler gingen sehr gelassen mit dem Coronavirus um.
In der Gesellschaft sieht es anders aus. Berührungsangst ist das Gebot der Stunde.
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Zitat von The FanAlles anzeigen
Die Verhamlosung ist meiner Meinung nach noch immer ein Problem.
Tun wir uns einen Gefallen, und stellen unsere eigenen Interessen mal hinten an, um unsere ältere Generation zu schützen und das Gesundheitssystem zu entlasten.
Es geht hier schon lange nicht mehr darum, ob Corona gefährlicher ist als Grippe. Es geht darum, dass unser Gesundheistsystem am Anschlag ist. Sollten zuviele Menschen gleichzeitig Hilfe benötigen, ernsthafte Fälle, wirds kritisch.
Das verstehen noch immer viele nicht und fühlen sich übergangen und eingeschränkt. Der Egoismus in unserer Gesellschaft macht mir Angst. Ich zb habe einen kranken Vater und mache alles, um ihn zu schützen. Wenn ich dann höre, dass Leute kein Verständnis haben für die Massnahmen des Bundes, na dann...
Und was in Italien abgeht, wow. Die haben scheinbar zu spät reagiert und jetzt scheint es nur noch so zu gehen, mit Massnahmen ala China. Das Gesundheitssystem dort, ist eben nicht so gut wie das unsrige, darum um ein x faches schwieriger, diese Sache richtig zu handeln.
Und noch was: Deutschland wird einen hohen Preis bezahlen für die lockeren Massnahmen. Das wird dann richtig lustig, wenn dann die Leute die Spitäler stürmen, da die Fallzahlen explodieren.
Und dann USA: da haben sie am wenigsten Spitalbetten pro Kopf... was da los sein kann im schlimmsten Fall, wagt man sich nicht vorzustellen.
Es gilt keine Panik zu machen, aber Verständnis zu zeigen und aufzuhören, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Ich denke, das wird uns leider noch monatelang beschäfdigen und je früher wir uns damit abfinden, desto besser.

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Zitat von Reto
Nur hät in Dütschland en Grossteil vo de Lüüt gar kei Verschtändnis für das.
bi euis ja au nöd! frög mal de larry...
a propos:
Tennisturnier von Indian Wells abgesagt – es hätte eine halbe Million Fans kommen sollen ---
https://www.watson.ch/!977443353?utm…=watson-app-ios
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Zitat von snowcat
klar ist es im moment schwer zu verstehen, wenn sie 5 meter hinter der grenze fasnacht feiern und in ausverkauften stadien fussball spielen. aber ich bin mir zu 99% sicher, dass auch diese regierung in kürze nachziehen wird!Gesendet von iPhone mit Tapatalk
nrw reagiert...https://www.waz.de/sport/fussball…d228647627.html
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wenns um nichts geht, dann gehts! scheissspiel...
https://www.fcz.ch/de/profis/news…m-testspiel-50/
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Zitat von larlf
interessant, aber trotzdem glaube ich nicht daran, dass der Virus die Leute ändert, welche Geldgeil sind.
bin zu lange auf der welt um noch so romantische vorstellungen zu haben, sprich: natürlich glaube ich auch nicht daran! die leute ändern sich erfahrungsgemäss erst dann, wenn es nicht mehr anders geht. aber diesen virus wird man früher oder später in den griff bekommen. also gehts auch (wieder) anders. die globalisierung kann auch trump nicht mehr rückgängig machen. obwohl ich bei dieser idee, sogar teilweise bei ihm bin.aber ich finde es jeweils interessant, zu allen möglichen themen, die unterschiedlichsten meinungen zu lesen. politisch gesprochen, die meinungen rechts und links der politskala.
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eine etwas andere sicht auf den corona virus, woz vom 5.3.20:
Nicht alle sind gleich verletzlich
„Alles nur Hysterie“, hört man derzeit oft, wenn es um die Coronamassnahmen des Bundes geht. Dabei birgt das Virus immerhin eine Chance: das wir wieder stärker über eine solidarische Welt nachdenken. Von Bettina Dyttrich
Ist das wirklich nötig? Die «besondere Lage», das Verbot von grossen Konzerten, Super-League-Fussball und der Fasnacht, die präventive Quarantäne für alle, die mit Erkrankten Kontakt hatten – bei einer Krankheit, die in den meisten Fällen mild verläuft? Das fragen sich in diesen Tagen nicht nur BaslerInnen. Das Wort «Hysterie» fällt oft, und für das Hamstern von Gesichtsmasken und Konservendosen passt es auch. Aber beim Einschränken von Grossveranstaltungen geht es genau um das Gegenteil der egoistischen «Ich zuerst»-Haltung: nämlich um Solidarität. Die vielen, die mit der Krankheit vermutlich gut zurechtkämen, schränken sich ein, um die Verletzlichsten zu schützen. Wenn sich so die Ausbreitung von Covid-19 verlangsamen lässt und die Spitäler darum nicht überfüllt sind, rettet das Leben.
Wir «züchten» Erreger
Noch nie in der Geschichte lebten Menschen in einer derart kontrollierten Umgebung wie heute in den reichsten Ländern. Noch nie verbrachten sie so viel Zeit in Innenräumen, Fahrzeugen und anderen menschengemachten Konstruktionen. Dass der Homo sapiens Teil der Ökosysteme ist, ist für Schweizer StadtbewohnerInnen eher Theorie als gelebte Erfahrung. Es klingt romantisch. Aber es gilt eben auch im Negativen: Jeder Körper bildet mit seinen Mikroorganismen und Viren ein Ökosystem, das sich ständig verändert (siehe WOZ Nr. 5/20). Sie sind lebenswichtig – aber manche können uns auch umbringen. Und wir beeinflussen, ja züchten unsere Erreger in eine Richtung, die zunehmend Probleme schafft. Das begann vor mehr als 10 000 Jahren: Erstmals lebten im Nahen Osten richtig viele Menschen auf engem Raum zusammen mit Ziegen, Schafen, Hunden, Ratten und anderen Tieren. Es gibt keine schriftlichen Zeugnisse über diese Zeit, aber die Folgen müssen desaströs gewesen sein: All die Krankheiten wie Grippe, Windpocken oder Masern, die heute (für fitte BewohnerInnen reicher Länder) meist nicht mehr tödlich verlaufen, waren neu. Die Menschen starben zu Tausenden – nach 1492 auch Nord- und SüdamerikanerInnen, die keine Antikörper für diese Krankheiten hatten.
Heute geht das «Züchten» von Erregern in hohem Tempo weiter: Massentierhaltung und Millionenstädte konzentrieren viel mehr Bakterien und Viren auf engem Raum. Das beschleunigt ihre Evolution enorm. Das Gleiche gilt für den viel zu breiten und sorglosen Einsatz von Antibiotika in Humanmedizin und Massentierhaltung seit dem Zweiten Weltkrieg. An multiresistenten Bakterien, gegen die Antibiotika nicht wirken, sind laut dem Medizinmagazin «The Lancet» 2015 allein in Europa 33 000 Menschen gestorben. Trotzdem will Novartis aus der Antibiotikaforschung aussteigen. Geht die Entwicklung so weiter, werden schon einfache Entzündungen und simple Operationen zum tödlichen Risiko – wie vor der Entdeckung des Penicillins.
Neue Krankheiten, Antibiotikaresistenzen, dazu noch die Klimaerhitzung: Alles zusammen macht die Menschheit viel verletzlicher, als es die Jahrzehnte des «Fortschritts» ahnen liessen. Nur: «Die Menschheit» gibt es nicht. Es trifft nicht alle gleich: Armut macht verletzlich. Das gilt für Wetterextreme genauso wie für Antibiotikaresistenzen und Covid-19. Bei einer schnellen Ausbreitung des Virus wäre auch das Schweizer Gesundheitssystem überfordert – in prekären Gesundheitssystemen sterben unweigerlich mehr Menschen. Noch gefährdeter sind die Flüchtlinge in Nordsyrien, der Türkei und Griechenland. Dass sie dringend medizinische Hilfe brauchen, ist nicht neu. Doch wenn Covid-19 dazukommt, droht sich die humanitäre Katastrophe noch zu verschärfen.Gut fürs Klima
Verletzlich ist auch die hyperglobalisierte Wirtschaft. Dass es dumm ist, lebensnotwendige Güter nur noch in einer Weltregion zu produzieren, haben inzwischen viele gemerkt. Covid-19 könnte ein Anstoss sein, dieses Wirtschaftsmodell zu überdenken – das ist angesichts der Klimaerhitzung ohnehin dringend nötig. Auch wenn man sich nicht so richtig darüber freuen kann: Dieses Virus hat in kurzer Zeit mehr für den Klimaschutz erreicht als die ganze Klimabewegung.
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