schalke 04 wird vom die matteo stabilisiert und er bringt rueh in verein, dass isch fact! aber...
s'ergebnis vom di matteo fuessball: ändlich sind im schalker spiel strukture, taktik und (zue)ordnig erkennbar. isch under em jens keller all die jahr nie de fall gsi! eimal top, eimal flop. null kontinuität. mittlerwile stimmed d'resultat und e handschrift vom trainer isch erkennbar. ABER: de fuessball isch so unansehnlich wie de chelsea fuessball under em di matteo oder inter under em josé mourinho. aber ebe, de zweck heiligt schinbar alli mittel! als schalke fan hoff ich natürlich, dass das nume e übergangsphase zur stabilisierig vo de mannschaft isch und das frühener oder spöter au s'nöd unerhebliche offensiv potential vo s04 usgspillt wird, wenn dänn die verletzte und gsperrte spiller wieder zrugg sind!
us de hütige nzz am sunntig:
Der Defensiv-Artist
Seit letztem Oktober trainiert der Schaffhauser Roberto Di Matteo den FC Schalke. Mit der Devise «Safety first» hat er das Team stabilisiert und Ruhe in das schwierige Milieu in Gelsenkirchen gebracht. Von Stefan Ostererhaus
Der junge Schalker Spieler in der Mitte macht einen ziemlich abgeklärten Eindruck. Er wirkt ruhig, aber er kann auch anders: «Der tut richtig weh, wenn der in den Zweikampf geht», sagte Horst Heldt, Schalkes Manager, über Matija Nastasic. Dieser sei, trotz seinen gerade 21 Jahren, ein kompromissloser Spieler.
Heldt hat Nastasic von Manchester City ausgeliehen - ganz offenbar ein guter Deal für den FC Schalke 04, denn der Serbe war, so Heldt, der «absolute Wunschspieler» von Trainer Roberto Di Matteo. Mit ihm eröffnen sich ganz neue Optionen: In der Defensive steht er zusammen mit dem Weltmeister Benedikt Höwedes und dem Kameruner Joel Matip auf einer Linie im Zentrum, abgeklärt wie ein Routinier. «Ich habe ihn schon lange beobachtet. Ich weiss, was er leisten kann», sagt Di Matteo über den Neuzugang.
Nastasic, obschon gerade erst angekommen, ist eine Schlüsselfigur im Schalker Spiel. Am Freitag, als mit Borussia Mönchengladbach ein Rivale um einen Champions-League-Platz 1:0 geschlagen wurde, war der Anhang zwar vor allem vom Ergebnis begeistert. Aber gegen Mönchengladbach war tatsächlich etwas zu erkennen, was Schalke in dieser Saison bisher selten unter Di Matteo, erst recht aber nicht unter dessen Vorgänger Jens Keller gezeigt hat: die Ansätze einer Handschrift.
Man kann über den kalligrafischen Eindruck streiten, den diese hinterlässt. Denn es ist ein gusseisernes Ensemble, das Di Matteo da auf den Platz gewuchtet hat. Safety first - so lautet seine Devise, kein Kollege in der Bundesliga setzt diese Maxime so konsequent um wie der Schaffhauser. Gegen den FC Bayern hatte Schalke beim 1:1 nur wenige Möglichkeiten zugelassen. Und auch die Gladbacher fanden einfach kein Mittel gegen die extrem gut strukturierten Schalker. Nicht nur im Abwehrzentrum war die Einsatzfreude gross. Defensive und Mittelfeld verstanden sich ebenfalls mühelos.
«Es war schwer, die Lücke zu finden. Sie sind hinten sehr, sehr athletisch», sagte Lucien Favre, der andere Schweizer und Coach der Borussia, nach dem Spiel. «Zu fünft, das ist sehr schwer gegen diese Mannschaft zu spielen» - zu fünft, damit meint Favre die Abwehr. Offiziell verkauft Di Matteo sein System als eines mit drei Verteidigern. Ganz ähnlich hatte es Louis van Gaal mit der niederländischen Nationalmannschaft auch getan, als er diese bei der Weltmeisterschaft im letzten Sommer in den Halbfinal geführt hatte. Tatsächlich aber ist es eine Anordnung, in der bei Bedarf fünf Verteidiger wirken. Drei Innen- und zwei Aussenverteidiger, wobei Letztere, wenn das eigene Team in der Vorwärtsbewegung ist, zu Mittelfeldspielern werden. Da Schalke sich aber nun doch etwas seltener im Angriff befindet als eine von van Gaal trainierte Mannschaft, spielt das Team einen Grossteil der Zeit mit fünf Verteidigern.
Di Matteo betont, dass die defensive Ausrichtung nur den Umständen geschuldet sei. Das hat van Gaal damals an der WM gar nicht für nötig gehalten, obwohl sein Team eine sehr überschaubare Anzahl an Klassespielern in den Reihen hatte. «Wir sind noch immer in der Not, deswegen legen wir sehr grossen Wert auf die Organisation, aber es gelingt auch immer, Tore zu erzielen», sagt Di Matteo. Tatsächlich fehlen ihm vor allem im Angriff mit den Verletzten Julian Draxler und Jefferson Farfán sowie dem gesperrten Klaas-Jan Huntelaar drei Spieler von Format. Doch es wäre geradezu sensationell, wenn Di Matteo bei gutem Personalstand anders spielen lassen würde. Es ist eine Art Mini-Chelsea, an dem er da arbeitet. Das mag manchem als ästhetischer Entwurf nicht unbedingt gefallen, es ist aber nach Jahren der Planlosigkeit auf Schalke immerhin ein erster Schritt zur Stabilisation. Zumal Di Matteo auch die rhetorische Defensive wie kaum ein anderer Bundesliga-Coach beherrscht. Kontrollierter als er ist nicht einmal Josep Guardiola, wenn er in Mikrofone spricht: «Die Meisterschaft ist noch sehr lange, aber noch nichts ist gewonnen.» So mancher Fragesteller verzweifelt an diesen Null-Aussagen, so wie sich die Angreifer an den Künsten seiner Verteidiger aufreiben. Aber auch das gehört zum Konzept des Italieners, der in Interviews womöglich noch abgebrühter wirkt als sein Team auf dem Platz.
Di Matteo scheint begriffen zu haben, dass sich ihm in Gelsenkirchen die einmalige Möglichkeit bietet, zu beweisen, dass der Champions-League-Sieg des FC Chelsea gegen den FC Bayern 2012 eben auch mit seinen Fähigkeiten als Coach und nicht nur mit der Routine und der unbändigen Siegeslust ein paar älterer Herren um Didier Drogba auf dem Fussballfeld zu tun hatte.
Dass Schalke dabei sehr bald wie ein Abbild der Londoner aus jener Zeit wirken könnte, dürfte dem Anhang egal sein. Die Aussicht, dass Di Matteo Ruhe in das schwierige Milieu bringt, wiegt für sie die nicht eben mitreissenden Auftritte mehr als nur auf.