Beiträge von snowcat

    us de hütige nzz:

    Bis Stockers Stunde schlug

    Nach dem Wechsel zu Hertha Berlin schaffte Valentin Stocker nicht sofort den Durchbruch. Er blieb ruhig. Weil er sicher war, dass seine Chance kommt. Er wusste sogar, wann genau. Von Benjamin Steffen

    Beginnen wir mit Jakob Hein. Jakob Hein arbeitet als Arzt und hat von Sport nicht viel Ahnung. Er bezeichnet sich selber als sportlich «anders begabten» Menschen, man darf wohl sagen: unbegabt. Aber Jakob Hein kennt Berlin. Er hat eine «Gebrauchsanweisung für Berlin» geschrieben, seit 1972 lebt er hier, und in diesen vielen Jahren will ihm kein Berliner untergekommen sein, «der im herkömmlichen Sinne positiv von der Stadt spricht». Das Bier ist zu warm, der Kaffee zu kalt, die Spree zu dreckig. Berlin, so der Eindruck, kann's niemandem recht machen.

    Deshalb könnten Berlin und Valentin Stocker ziemlich gut zusammenpassen.

    Stocker ist sportlich ebenfalls anders begabt, man darf wohl sagen: hochbegabt. Als Bub war er ein guter Kunstturner und ein starker Tennisspieler, aber er gab Fussball den Vorzug, kein schlechter Entscheid. In den letzten sieben Jahren gewann er mit dem FC Basel sechsmal den Meistertitel; letzte Saison verbuchte er in der Super League 13 Tore und 7 Assists. Es mochte Halbzeiten geben, in denen er fast unsichtbar war. Doch er verliess sich darauf, nicht ausgewechselt zu werden, und schlug nach der Pause zu. Bisher hat er 25 Länderspiele absolviert, aber ausserhalb Basels ist er auf etwas seltsame Art umstritten. Den einen ist er zu arrogant, den anderen zu weich; den einen ist er zu direkt, den anderen zu hinterhältig; die einen nennen ihn Grosskotz, die anderen Valentina. Ja, was nun?

    Wer ihn besser kennt, bezeichnet ihn als nachdenklich, reflektiert, schlau. Doch Stocker hat aufgehört, gegen das Image anzukämpfen, vor langer Zeit schon, obwohl er erst 25 Jahre alt ist. Er hat sich eine Gebrauchsanweisung zurechtgelegt für das Leben als Profi; darin steht, dass er unterscheiden muss zwischen sich als Menschen und sich als Fussballer - dass er nichts persönlich nehmen soll, was ihn, den Fussballer, betrifft.

    Kürzlich hätte es mal wieder Anlass gegeben für die Korrektur des öffentlichen Bildes. Im Sommer war Stocker zu Hertha Berlin gewechselt. Doch es dauerte vier Runden, bis er in der Bundesliga erstmals zum Einsatz kam. Und es dauerte sieben Runden, bis er erstmals von Anfang an spielte. In der Wahrnehmung vieler Schweizer war Stocker drauf und dran, zu versagen. Es gab Leute, die sich ins Fäustchen lachten. Und es gab Leute, die aufgeregte Sätze schrieben. «Das Drama von Stocker». Oder: «In kleinen Schritten aus der Krise?»

    Vier Jahre statt zwei Wochen

    Stocker selber wähnte sich nicht in der Krise und erlebte schon gar kein Drama. «Aber ich kann ja nicht jedem Schweizer ein anderes Bild in den Kopf hämmern. Es wurde dramatisiert, und eigentlich stört mich das. Aber ich habe begriffen, dass es so läuft. Ist halt so.»

    Es ist Mittwoch, die Hertha hat wieder einmal einen schlechten Tag erwischt. Am Abend zuvor ist sie mit einer peinlichen Niederlage zu Bett gegangen, out im Cup gegen Bielefeld, dritthöchste Liga. Stocker sitzt in einem Café in Charlottenburg-Wilmersdorf, es ist die Gegend, die zu seiner Heimat geworden ist, so fest eine Gegend in wenigen Wochen überhaupt zur Heimat werden kann. Das Olympiastadion, die Hertha-Heimstätte, ist in der Nähe, hier wohnt Stocker mit seiner Freundin, ebenso Fabian Lustenberger mit seiner Familie. Einst besuchte Lustenberger in Kriens ein Jahr über Stocker die Sportschule; seit 2007 spielt er in Berlin, er ist Captain und Stockers Integrationshilfe. Viel kennt Stocker noch nicht von Berlin; er könnte nicht mitreden, ob das Bier zu warm ist, der Kaffee zu kalt, die Spree zu dreckig. Er hatte anderes zu tun. Er hämmerte nicht am besseren Bild in den Köpfen anderer; er feilte an seiner Form.

    Die Saisonvorbereitung begann er mehrere Wochen nach den meisten Teamkollegen, weil er erst Anfang Juli von der WM heimgekehrt war. Der Coach Jos Luhukay befand, die körperliche Verfassung reiche noch nicht für Bundesligaeinsätze von Anfang an. Er wusste, dass Stockers Leistungen auf Interesse stossen würden, weil er mehrere Millionen gekostet hatte. So verfielen die Hertha-Chefs nicht in Eile. «Wir verpflichteten Valentin Stocker nicht für zwei Wochen, sondern für vier Jahre», sagt Michael Preetz, der Manager. Preetz kam 1996 als Spieler nach Berlin, er kennt Klub und Stadt, hat viele Spieler kommen sehen. «Ankommen und eingewöhnen, das braucht naturgemäss Zeit», sagt er. «Aber Valentins Situation war mehr für die Öffentlichkeit ein Problem als für den Klub.»

    Der 3. Oktober

    Luhukay liess Stocker schuften und im Nachwuchs Spielpraxis sammeln. Manchmal gab's drei Trainings pro Tag, die erste Einheit um halb acht. Stocker sagt: «Einige denken, ich hätte eine wahnsinnig schlimme Zeit erlebt. Ja, klar, es war nicht angenehm, zu trainieren, wenn die anderen bloss auslaufen; und ein zweites Mal zu kommen, wenn die anderen frei haben. Die Frage war: Nehme ich die Situation an oder nicht? Der Trainer sagte, er wolle mit mir einen Aufbau machen. Soll ich eingeschnappt sein und Nein sagen?»

    Nein. Denn als der 3. Oktober noch weit weg war, da versprach Luhukay Stocker, an diesem Tag werde er gegen Stuttgart erstmals von Beginn an spielen. Bis dahin hiess es: Extraschichten. «Valentin ist keiner, der sich davon einschüchtern lässt, das Aussergewöhnliche findet er spannend», sagt der Sportpsychologe Christian Marcolli. Er arbeitet seit Jahren mit Stocker zusammen, er ist sozusagen der Co-Autor der Gebrauchsanweisung fürs Profileben. «Sobald Valentin in Berlin war, erlebte ich ihn fast immer positiv», sagt Marcolli, «er war nie in einem Loch.»

    Doch in der Schweiz wusste kaum jemand, dass der 3. Oktober als der Tag von Stockers Premiere in der Startformation definiert war. Vielmehr war die Geschichte schnell gestrickt. Die Geschichte eines Verlierers. Die Fortsetzungsgeschichte der WM, an der Stocker im ersten Spiel gegen Ecuador eine Halbzeit lang eingesetzt worden war. Und danach nie mehr. Die erste Halbzeit gegen Ecuador war nicht gut, von Stocker nicht und einem halben Dutzend anderer Schweizer nicht. Doch Stocker war der Einzige, dem der Nationalcoach Ottmar Hitzfeld keine Chance gab, den schlechten Eindruck zu korrigieren.

    Es war nicht wie in Basel, wo er verschwinden und in der zweiten Halbzeit zuschlagen durfte. Das Handeln von Hitzfeld, das Votum gegen Stocker hatte eine schwer fassbare Absolutheit, zumal die WM Hitzfelds Abschied war. Stocker arbeitet diese Situation lieber für sich selber als öffentlich auf, er sagt: «Im Fussball geht es oft um den richtigen Moment. Es gibt so vieles, was Einfluss hat, manchmal kannst du etwas dafür, manchmal nicht.»

    Hitzfeld ging, Vladimir Petkovic kam. Doch Stockers Situation änderte sich bedingt. Im ersten EM-Qualifikationsspiel im September gegen England fiel die fehlende Spielpraxis insofern ins Gewicht, als Stocker ein Aufgebot erhielt, aber keine Einsatzzeit.

    Und es kam der 3. Oktober.

    Um 15 Uhr gab Petkovic in Luzern das Kader für die Länderspiele gegen Slowenien und San Marino bekannt. Ohne Stocker, der bis dato erst zweimal eingewechselt worden war.

    Kurz darauf setzte sich Luhukay in Berlin mit Stocker zusammen. Gegen aussen mochte Luhukay manchmal verwirrend kommuniziert haben, doch gegenüber Stocker hielt er Wort. Am 3. Oktober sagte er Stocker, er spiele gegen Stuttgart von Anfang an, wie versprochen; auch in den nächsten Partien werde er in der Startformation stehen, das könne er dem Nationalcoach sagen. Stockers Antwort: «Trainer, ich habe kein Aufgebot erhalten.»

    Danach der Abend, das Spiel gegen Stuttgart. Stocker wusste: Das ist meine Chance. Wenn die WM für etwas gut gewesen war, dann für diese Erkenntnis: Verlasse dich nicht auf die zweite Halbzeit. Er hatte sich mit Marcolli darüber unterhalten - es gab eine Gebrauchsanweisung für diesen einen Abend: Nicht schauen, wie der Match läuft, sondern rennen, von allem Anfang an, unermüdlich. Stocker absolvierte 12,3 Kilometer, er gab zwei Assists. Preetz sagt: «Und dann ging's los, und zwar richtig gut. Das kann man auch mal sagen - das muss man nicht unbedingt erwarten, wenn jemand in einer neuen Mannschaft erstmals von Anfang an spielt.»

    Seither behauptete sich Stocker, auch am Sonntag gegen Paderborn wird er von Anfang an im Mittelfeld erwartet. Damit rückt die Nationalmannschaft wieder näher. Stocker würde einem Aufgebot Folge leisten, klar. Aber das Nationalteam bleibt ein Thema, das nicht einfach ist. Stocker redet nicht gern darüber, wohl auch, weil er selber noch gar nicht weiss, was er darüber denken soll. Vielleicht fürchtet er, in die Rolle von Alex Frei und Marco Streller zu fallen, seinen früheren Kollegen im FCB und im Nationalteam, bis sie 2011 aus der Auswahl zurücktraten. Frei und Streller waren geduldete Leader, wenn's gut lief - und die ersten Buhmänner, wenn's schlecht lief.

    Wie damit umgehen? Bei Jakob Hein heisst ein Satz: «Kurzum, man setzt sich hin und wartet, dass die Welt an einem vorbeirotiert.»

    Vielleicht hat Stocker mit Berlin einen ganz guten Platz gefunden, um die Welt an sich vorbeirotieren zu lassen. Denn sie passen in der Tat gut zusammen, Stocker und die Stadt. Weil sie ihn lernen und wachsen lässt.

    auch dieses jahr will offensichtlich niemand meister werden bzw. den fc basel an einem weiteren titel hindern…

    sicher, der fcz hatte auch gestern ein chancenplus. ein eckballverhältnis von etwa 8:2. klar, könnte man jetzt auch die 2 ausbleibenden penaltypfiffe erwähnen. aber die niederlage gestern war keinesfalls unglücklich und zeichnete sich eigentlich schon vor dem spiel ab. zumal der gegner noch der fcl war, gegen den man nun schon seit 13 spielen sieglos ist und die meisten davon gar verloren hat.

    der fcz spielte schon gegen niederhasli nicht wirklich gut, damals war der gegner aber so was von grottenschlecht, dass die wirkunsglosigkeit der kreativabteilung, namentlich chiumiento und tschikahui keine grosse bedeutung hatte. anders gegen st. gallen, da holte man einen eher glücklichen punkt. auch gegen sg: chiumiento und tschikahui totalausfälle.

    der grosse (personelle) unterschied des fcz im vergleich zur letzten saison sind unsere „doppel 6“ kukeli und yapi. diese sorgten bisher dafür, dass unsere sehr fehleranfällige verteidigung nicht allzu überbeschäftigt war. wenn nun also diese 2 nicht spielen, die kreativen mehr mit sich selber als mit dem gegner beschäftigt sind und die verbleibenden die letzte leidenschaft vermissen lassen, dann ist der fcz der saison 2014/2015 genau wieder auf dem level des fcz der saison 2013/2014.

    us de hütige "schweiz am sonntag":


    Der Letzte düpiert den Ersten

    Nach sechs Niederlagen und sechs Unentschieden gelingt dem FC Luzern im 13.Spiel der Befreiungsschlag. Und der erste Sieg unter dem neuen Trainer Markus Babbel. Von Markus Brütsch

    Neue Besen kehren manchmal doch gut. Nicht nur im Haushalt, sondern auch auf dem Fussballplatz. Nach dem 1:1 gegen Vaduz und dem 1:2 im Cup gegen Aarau gewann der FC Luzern beim 3:2 im Letzigrund gegen den FC Zürich erstmals unter dem neuen Trainer Markus Babbel; und erstmals in dieser Saison überhaupt. Der überraschende Sieg des Tabellenletzten beim bisher zu Hause ungeschlagenen Leader war nicht gestohlen, aber dennoch glückhaft. Denn gleich zwei Mal hätte Schiedsrichter Adrien Jaccottet dem FCZ einen Penalty zusprechen müssen. Nach einer Stunde, Luzern führte 2:1, wurde Franck Etoundi vom unvermutet aufgestellten Luzerner Verteidiger Fidan Aliti penaltyreif gefoult; und als beim Stand von 2:3 ein Freistoss von Francisco Rodriguez in der 92. Minute von der Luzerner Mauer abprallte, forderten die Zürcher einen Strafstoss, weil Remo Freuler den Ball mit dem Arm abgewehrt hatte.

    Das Husarenstück der Gäste war umso erstaunlicher, als sie mit François Affolter einen Innenverteidiger besassen, der dem FCZ dessen zwei Tore auf dem Silbertablett serviert hatte. Dass FCZ-Captain Yassine Chikhaoui mit einem Foulpenalty nach 35 Minuten seinen sechsten Saisontreffer und den 1:1-Ausgleich erzielen konnte, war einem dämlichen Foulspiel Affolters gegen Etoundi zu verdanken. Und dass der FCL in der Schlussphase noch einmal ins Zittern geriet, hatte seinen Ursprung in einem fahrlässigen Ballverlust Affolters an Etoundi, der Amine Chermiti eine Viertelstunde vor Schluss den 2:3-Anschlusstreffer ermöglichte. «Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Affolter ausgezeichnet gespielt», nahm Babbel den Sünder in Schutz.

    Dieser konnte sich am Ende bei David Zibung bedanken. Der viel gescholtene Keeper hatte mit einer starken Parade in der 94. Minute nach einem Schuss von Etoundi das 3:3 verhindert. Weil Zibung schon in der 6. Minute mit einer Glanztat gegen den glücklosen Kameruner einen frühen Luzerner Rückstand vereitelt hatte, sagte Babbel: «Ich hoffe jetzt, dass diese elende Diskussion um unseren Torhüter aufhört.» Verblüffend am Sieg der Gäste war auch, dass diese erstmals in dieser Saison drei Tore zustande gebracht hatten, obwohl Babbel den angeschlagenen sechsfachen Torschützen Marco Schneuwly erst in den Schlusssekunden auf den Platz geschickt hatte.

    Weil aber Freuler nach einem Foul von Philippe Koch an Dario Lezcano einen Foulpenalty sicher zum 1:0 (27.) verwertete, der oft als «Chancentod» verschriene Lezcano beim 2:1 (48.) endlich wieder einmal ins Netz traf und schliesslich Koch den Schuss des überragenden Jakob Jantscher beim 3:1 (72.) nur noch ins eigene Tor verlängern konnte, schlug sich Schneuwlys Absenz nicht im Ergebnis nieder.

    Die Luzerner bestätigten eindrücklich, weshalb sie der Angstgegner des FCZ sind. Dieser hat gegen die Zentralschweizer in den letzten 13 Spielen nur einmal gewonnen, seit sechs Partien gar nicht mehr. «Wir haben bei den Gegentoren zu viele individuelle Fehler gemacht», monierte Urs Meier. Als FCZ-Trainer hat er in acht Begegnungen mit Luzern nur einmal gewonnen. Weil Sperren und Verletzungen den Kader ausgedünnt hatten, liess Meier seinen Offensivstar Chikhaoui auf der «Sechs» im defensiven Mittelfeld spielen. Der Tunesier erledigte diesen Job nicht schlecht, doch fehlten dadurch seine Ideen im Angriffsspiel. Und es war ein weiterer Grund, weshalb es möglich war, dass der 21 Punkte hinter dem FC Zürich zurückliegende Tabellenletzte den Leader auswärts bezwingen konnte. Ein Beweis auch, wie ausgeglichen es in der Zehnerliga zugeht; aber ebenso, dass es dieser an echten Spitzenteams fehlt.

    Zitat von Larry

    einmal mehr eine dieser überkonstruierten geschichten eines gelangweilten sportjournalisten.

    der africa cup dauert bis 7. februar. dann beginnt der fcz die rückrunde in st. gallen. das nächste spiel steht dann 1 woche später gegen thun an. im äussersten extremfall fehlen die spieler also im 1. spiel der rückrunde. dafür müssten aber tunesien und kameroun den final bestreiten...

    und der vorbereitung kommt auch nicht die bedeutung zu wie auch schon. spielt der fcz doch schon seit längerem in dieser formation und mit dem selben system.

    Zitat von Larry

    Mein Leoni.

    Ich war meist happy mit ihm und sein Abgang war ein grosser Fehler - für ihn!

    keiner dieser erfolge ist wegen leoni geschehen, allerdings auch nicht trotz ihm. er war einfach ein nicht schlechter nla goalie. so wie das da costa jetzt auch ist. aber sämtliche erfolge hätte der fcz auch mit einem anderen torhüter geholt. auch mit einem da costa vom jetzigen level.

    das heutige unentschieden geht in ordnung. warum stellte der fcz das spielen ein nach dem 1:0? schade...da costa heute einmal mehr sehr stark dieses saison. ein torhüterproplem hat der fcz wirklich nicht!

    man könnte im untenstehenden satz auch den namen leoni durch da costa ersetzen, das zitat trifft exakt für beide zu! darum: für mich gilt nach wie vor, leoni war/ist kaum besser als piu!

    Nicht viele Schweizer Torhüter haben so viel erreicht. Doch unbestritten war Leoni nie. Wegen ein paar Patzern. Und vielleicht wegen der fehlenden Ausstrahlung.

    NZZ vo hüt:

    Ganz unten

    Aserbaidschan und der FC Sion - wer wird da schon glücklich? Johnny Leoni und Xavier Margairaz waren einst mit dem FC Zürich sehr erfolgreich. Dann kam der Bruch. Von Samuel Burgener

    Hauptsächlich ist Johnny Leoni in diesen lauen Herbsttagen Vater und Sohn. Erst am Abend fährt er von Sitten ins Dörfchen Le Mont-sur-Lausanne, um zu arbeiten. Eine Stunde mit dem Auto. Manchmal dauert's länger. Manchmal ist Stau. Es stockt halt grad im Leben.

    Als Goalie gewann Leoni mit dem FC Zürich 2005 den Cup und 2006, 2007 und 2009 die Meisterschaft. Er spielte in der Champions League und war Teil einer erfolgreichen Nationalmannschaft. Nicht viele Schweizer Torhüter haben so viel erreicht. Doch unbestritten war Leoni nie. Wegen ein paar Patzern. Und vielleicht wegen der fehlenden Ausstrahlung. Als er das Grand Café am Bahnhofplatz in Sitten betritt, erkennen ihn die Leute nicht. Es ist noch leiser geworden um ihn, als es immer war. Wie konnte das passieren?

    Im Sommer 2012 verliess Leoni den FCZ. Nach neun Jahren. Er hatte ein Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt, wollte ins Ausland. Er war wie besessen davon, etwas von der Welt zu sehen. Der zypriotische Klub Omonia Nikosia machte eine konkrete Offerte. «Eine gute», wie Leoni sagt.

    Viele Leute glaubten damals, Leoni hätte auf eine bessere warten sollen.

    Xavier Margairaz sitzt in einem Sessel in der Weinbar Tomate bleue. Monthey, eine Industriestadt im Chablais. Er trägt einen Kapuzenpulli, trinkt Grüntee und redet so langsam wie immer. Er war dabei, als Leoni und der FCZ Erfolg hatten. Er war im Klub zuerst ein grosses Talent und dann ein guter Spieler. Nach dem zweiten Meistertitel wechselte er nach Spanien zu Osasuna. Nach anderthalb Jahren kehrte zum FCZ zurück, wurde wieder Meister, war Nationalspieler. Im Januar 2012 machte der FC Sion ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte. Er freute sich auf Abgeschiedenheit und Stille im Wallis.

    Aber der FC Sion ist nicht der richtige Klub, wenn man Ruhe haben möchte.

    Margairaz' Start im Wallis war gut. Er war in Form, Sitten Leader und das Tourbillon proppenvoll. Doch die Freude währte kurz. Der Präsident Christian Constantin wirbelte, Trainer und Spieler mussten gehen. Im Frühjahr 2013 wurde der italienische Weltmeister Gennaro Gattuso nach Wochen des Chaos als Spielertrainer entlassen. Sitten verlor ein Heimspiel gegen die Grasshoppers 0:4 und Margairaz die Fassung. Nach Spielschluss lief er, angetrieben von Wut und Verzweiflung, auf die Tribüne. Er schimpfte in Richtung Constantin, musste zurückgehalten werden.

    Boulevardmedien schrieben tags darauf, Margairaz habe Constantin einen Hurensohn genannt. Das hatte er nicht. Aber vielleicht hatte er sich in diesem Moment die Karriere kaputtgemacht. Mit Constantin streitet man besser nicht. Er ist sehr geübt darin.

    «Baku war wie im Militär»

    Johnny Leoni fühlte sich wohl auf Zypern. Die Menschen waren herzlich. Doch er durfte nicht spielen. Nach einiger Zeit suchte Omonia einen Klub für ein Leihgeschäft. Nur Neftschi Baku aus Aserbaidschan hatte Interesse. Leoni wollte nicht dahin, und ging trotzdem. Zwei Wochen war er da, verstand die Mitspieler nicht. Ausser dem Trainingsgelände hat er nichts gesehen. Kein Geschäft. Kein Restaurant. «Es war wie im Militär», sagt Leoni. Als er fünf Tage frei hatte, flog er in die Schweiz. Sein Visum verlor die Gültigkeit. Er ging zurück nach Zypern. Trainieren, ausharren, türkischen Tee trinken.

    Im Sommer 2013 wechselte er zu Maritimo Funchal auf die Insel Madeira. Portugal, höchste Division, ein Zweijahresvertrag, immer 25 Grad. Am Anfang ein paar Einsätze, dann eine Verletzung. «Es wäre schon alles gut gekommen», sagt Leoni. Doch dem Vater ging es immer schlechter. Krebs. Leoni löste den Vertrag auf und kehrte in die Schweiz zurück. Viele Koffer, wenig Perspektive.

    Im August suchte nur Le Mont einen Goalie. Ein Dorfklub oberhalb von Lausanne, ein Sportplatz im Grünen. Der Aufsteiger in der Challenge League. Und der Vater ist so krank, dass es nicht mehr besser wird.

    Leoni hat eine Frau und zwei Kinder. Er verdient wenig bei Le Mont. Weil er die vergangenen zwei Jahre im Ausland war, erhält er von der Arbeitslosenkasse keine Kompensationsleistungen wie andere Spieler, die früher gute Verträge hatten und so mindestens 7000 Franken kriegen. Diese Saison ist für ihn ein Übergangsjahr. Spätestens im Sommer will er wieder in der Super League spielen. Oder bei einem guten Klub in der Challenge League. Er wohnt in Savièse, einem Dorf oberhalb von Sitten, in der Nähe der Eltern, wo er in den dickeren Jahren der Karriere ein Haus gekauft hat. Der Sohn wird im nächsten Jahr eingeschult. Wenn es nichts mehr wird mit einem Schweizer Klub, sucht er sich eine Stelle oder eine Ausbildung in der Region. Er schloss damals die Handelsmittelschule ab.

    Leoni, Bürstenschnitt wie eh und je, lehnt sich zurück und sagt: «Ich würde alles wieder so machen. Und wenn das Zeugs dann mal vorbei ist, bin ich auch glücklich.»

    Das Zeugs ist der Fussball, dieses undurchsichtige Geschäft. Und dieser Moment ist der einzige, in dem die Verbitterung durchdringt. Dann surrt das Handy. Jemand vom Militär. Leoni soll in einen Wiederholungskurs. Er lacht, schüttelt den Kopf. Es ist das bürgerliche Leben, dass ihn gerade einholt.

    Washington? Sheffield? Blackpool?

    Nach dem Rencontre mit Constantin hatte Margairaz keine Zukunft im Klub, obschon er einen Vertrag bis 2015 besass und gerne geblieben wäre. Er musste gehen, doch frei war er nicht. Constantin hatte viel Geld in ihn investiert. Und wenn es um Geld geht, kennt der Patron kein Pardon. Margairaz reiste nach Washington, hatte ein Angebot von DC United, einem Klub der Major League Soccer. Doch der FC Sion sperrte die Dokumente. Die Sache war juristisch aufgeladen. Constantin hat einen sehr guten Anwalt. Im nächsten Jahr muss Margairaz vor dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne aussagen.

    «Ich habe keinen Groll auf Constantin», sagt er. «So ist das Business.»

    Im Winter kam Margairaz bei Servette in Genf unter. Das passte viel zu gut: ein Klub und ein Spieler, die mal zu den Grossen im Land zählten und nun am Boden lagen. Zehn Spiele machte Margairaz. Es war kein gutes dabei. Ohne die Vorbereitung mit dem Team war der Körper nicht bereit.

    Margairaz, Waadtländer, 30 Jahre alt, Vater zweier Kinder, hat keine Mühe damit, arbeitslos zu sein. Er sagt, der Gang aufs Arbeitsamt sei jedes Mal eine gute Erfahrung. Hier spiele das Leben und nicht im Stadion. Er hat viel nachgedacht im vergangenen Jahr und viel gelernt. Es sei ganz gut, wenn man von diesem harten Trip mit der Fussballdroge mal runterkomme. Nur das Leben in der Kabine fehle ihm. Die Kollegen. Er fährt jeden Tag ins Fitnesscenter der Universität Lausanne. Regelmässig trainiert er abends mit dem 1.-Liga-Klub FC Martigny. Sein Agent sucht einen Klub. Margairaz ist für alles offen. Am liebsten ginge er ins Ausland. Vor einem Monat war er bei Sheffield Wednesday im Testtraining, früher mal bei Blackpool. Die zweithöchste Liga Englands hätte ihn gereizt. Die Frau ist Engländerin, und Margairaz hat sich viel Neugierde bewahrt. Und etwas von der Sehnsucht, die Leoni irgendwo verloren hat.

    Margairaz hat keine Mühe mit der Vorstellung, den Fussball irgendwann hinter sich zu lassen. Er hat wie Leoni eine Ausbildung gemacht und viele Ideen für danach. «Aber», sagt er und fährt sich durchs Haar, «noch bin ich nicht so weit.»

    Zitat von Mushu

    Etoudi?
    Han i nöd würkli guet gfunde.

    S'Goal isch d'Leischtig vom Schönbi, aber er isch wenigschtens am richtige Ort gsi.

    Suscht? Vill Engagement, das isch war, aber:
    - kum en Ball suber ahgno,
    - kein Pass,
    - alles verschtolperet,
    - immer hänge bliibe

    Und wo's doch mal klappt hät, hät er d'Schussmöglichkeit verpasst ...

    abgseh vo mier hät schinbar au de etoundi selber en andere gladbach match als de mushu gseh... :floet:

    Der Kameruner überstand schliesslich aber auch den Jubel unbeschadet und gab sich hinterher zufrieden. Halbwegs zufrieden jedenfalls. In erster Linie freuten ihn die drei Punkte der Mannschaft, sagte er, das Derby zu gewinnen, sei super. Aber die eigene Leistung? Die wollte er nicht überbewertet haben, den beiden Toren zum Trotz. «Ich war schon besser», sagte er. Das Spiel im EuropaLeague-Gruppenspiel gegen Mönchengladbach beispielsweise, das sei ein gutes gewesen. Gegen GC nun hat er sich «nicht wohl und richtig fit gefühlt».

    Zitat von larlf

    das isch genau das Ärgernis, wo ich gmeint han: ich chan nöd verstah, wie öpper hüt no chan Profi werde, wo nur 1 Fuess hät!! Han gmeint, die Ziete seged sit em Andy E. verbie :nixwiss:

    so öppis gaht nume imene füehrligslose verein, wo die lingg nöd weiss, was die recht macht. aber mit em thoma sötti au das vergangeheit si.

    Zitat von Larry

    Etoundi :cool: Und ev. muss ich ja dann wieder mal auf den Helvetiaplatz...... :geil:

    schön wärs, kann mir das aber nicht vorstellen...die basler kriegskasse ist prall gefüllt!

    noch was zu niederhasli: unbedingt auch mit daniel davari bis 2025 verlängern! habe in der nla noch nie so eine pfeiffe im tor gesehen, er toppt sogar noch guatelli! und wenn der trainer auch eine pfeiffe ist, setzt er eben auch davari und nicht vaso vasic ein. der wäre nämlich um welten besser! aber uns soll's recht sein...

    das erfreuliche zuerst: niederhasli entwickelt sich prächtig in die richtige richtung. waren sie in spiel 1 die ersten 20 minuten noch recht stark, bauten sie damals von minute zu minute ab bis hin zu erschreckend schwach. auch heute haben sie die ersten 20 minuten nicht schlecht begonnen, schafften es aber bis hin zu grottenschlecht abzubauen. der fc vaduz ist besser organisiert auf dem spielfeld als niederhasli! aus gcn sicht hat ganz klar der falsche mann den internen machtkampf gewonnen, aus meiner sicht natürlich genau der richtige…gebt skibbe einen vertag bis 2025! :geil: thoma darf das debakel nun ausbaden. für mich ist thoma einer der besten transfers von niederhasli in den letzten 10 jahren. aber einer, der sich erst mittel- bis langfristig auswirken wird.

    synonym für grottenschlecht war der 17-er vom pack (wie immer der auch heisst, mag jetzt nicht googeln…). könnte der fussballspielen und würde nicht nur auf den feld rumstolpern hätte gcn heute nach 15 minuten 2:0 geführt. aber nach den ersten zwanzig schon beinahe obligaten verschlafenen fcz derby minuten zeigte sich schnell, dass der fcz spielerisch 2 klassen besser ist als niederhasli. aber ich vermisste vom fcz die derby intensität und hatte nach 1 stunde angst, dass man noch in einen idiotenkonter in der 88. minute läuft und völlig entgegen dem spielverlauf noch 2:1 verliert. aber dank der wirklich katastrophalen leistung der chiesgrübler, war das eigentlich kein thema und es reichte es doch noch zu einem am ende lockeren und hochverdienten sieg.

    Zitat von Simms

    Ja, das dürfte hinkommen. Dürfte aber z.b. bei Tennis ähnlich aussehen.

    im tennis sieht es schon anders aus. aber auch da sehe ich mir max. 1 spiel an in 2 jahren.

    was ich aber noch fragen wollte: was geschieht in den vorigen 21,2 Prozent der zeit im american football? :nixwiss:

    Zitat von backinreality

    Mich nervt dieses ewige Hochjubeln und anschliessend wieder Schwarzmalen! Wir haben mit Abstand das beste Team in dieser Saison - Punkt. Wir können es uns leisten, zwei 17-jährige durchspielen zu lassen und trotzdem zu gewinnen - Punkt. Wir können den vierten Torhüter ins Tor setzen und sehen wenig bis gar kein Qualitätsverlust - Punkt. Wir werden aber deshalb nicht 50 Spiele gewinnen können! Unsere Mannschaft hatte in fast jedem Spiel noch ausreichend Luft nach oben, manchmal kann man diese ausschöpfen, manchmal eben nicht und dann verliert man auch mal zwei, drei Spiele... Den Meister-Blues wie es ihn in Bern gab, bemerken wir gar nicht.

    Aber noch immer bin ich mir sicher, dass wir am Ende im Playoff-Finale stehen und am Ende wohl oder übel nur selber schlagen können. Also geniessen wir die Saison mit sicherlich vielen Siegen, aber auch einigen Niederlagen, die dann übrigens nicht gleich den Untergang anzeigen ;)

    so isches! vergessen hast du noch zu erwähnen, dass die anzahl eingesetzter ausländer auch nicht wirklich relevant ist... :wink:

    Zitat von ZüriBueb

    Es geht mir mehr darum, nicht in eine Krise wie im zweiten Simpson Jahr hinein zu laufen und nachher nicht mehr herauszufinden. Deshalb muss man aufpassen und sich wieder steigern. Auch wenn man in der Quali unter den Top 2 ist, muss man sich so oder so steigern für die Playoffs. Es geht also nicht darum, jetzt zu sparen und nachher in den Playoffs aufzudrehen und alles abzuräumen. Es geht darum, konstant die Saison durch mit Selbstvertrauen spielen zu können.

    ich hoffe du hast gestern gesehen, was ich meinte! :razz:

    zwischen deinen zeilen und folgenden von klaus zaugg liegen keine 24 stunden...:

    "...Viel besser als die ZSC Lions gestern kann ein NLA-Team nicht mehr spielen..."

    us de hütige nzz:

    «Früher konnte ich die Emotionen unterdrücken»

    Walter Frey ist seit 1997 Präsident der ZSC Lions. Hinter der harten Schale des Unternehmers steckt ein Mann, der neuerdings auch im Stadion sein Herzblut ab und zu durchschimmern lässt. Wie lange er das noch tun will, lässt er offen

    NZZ am Sonntag: Sie haben Ihr Abenteuer mit den ZSC Lions vor 17 Jahren gestartet, sind mehrmals Meister geworden, der Nachwuchs gedeiht. Ist Ihre Vision erfüllt?

    Walter Frey: Wenn man sagt, man habe das Ziel erreicht, ist das gefährlich. Man muss weiterarbeiten, damit es keine Löcher im Dach gibt. Es ist nicht etwa so, dass ich schon eine Vision hatte, als ich in den 1980er Jahren bei GC als Präsident einstieg. Das kam erst 1997 mit dem Zusammenschluss mit dem ZSC. Wir mussten uns fragen, wie das gehen soll. So kam die Pyramiden-Idee mit dem Nachwuchs als Basis und den Profis an der Spitze. Damit die Jungen alle Stufen durchlaufen können, wollten wir das Farmteam in der NLB behalten, obwohl wir wussten, dass dies finanziell keinesfalls aufgeht.

    Die Grasshoppers und der damals chaotische ZSC waren gegensätzliche Welten. Wie schwierig war es, diese zusammenzuführen?

    Intern weniger schwierig als nach aussen. In der dritten Saison wurden wir dann zum ersten Mal Meister. Von da an ging alles besser. Wenn Sie im Sport Erfolg haben, wird alles andere leichter. Erfolg ist wie das Öl im Motor: Wenn man genug davon hat, geht es einfach besser.

    Obwohl Sie den ZSC vor dem finanziellen Kollaps gerettet hatten, wurden Sie zunächst als Reizfigur wahrgenommen.

    Ich kann mich gut erinnern. Als ich ein Plakat mit dem Slogan «Frey raus!» sah, sagte ich mir: «Du musst mit denen Kontakt aufnehmen.» Also setzte ich mich einmal in den 3. Rang mitten unter die Fans. Ich sagte: «Wollt ihr etwas? Ihr könnt es mir direkt mitteilen, dann braucht ihr keine Plakate mehr aufzuhängen.» So sahen sie, dass ich den Kontakt nicht scheute. Von da an herrschte mehr Zurückhaltung, und mit dem Erfolg hat dann die Stimmung umgeschlagen. Die Spannungen hatten sicher auch mit meiner politischen Herkunft zu tun, ich war lange Präsident der SVP der Stadt Zürich. Das polarisierte. Die Leute merkten aber schnell, dass ich Sport und Politik nie vermischte.

    In Freiburg ist es so, dass der Präsident manchmal mit den Spielern trainiert. Sie aber treten fast nie in den Vordergrund.

    Das hat mit meiner Führungsphilosophie zu tun. Wenn man diverse Funktionen hat, braucht man Leute vor Ort. Selber tritt man nur im Notfall hervor. Ich habe immer Wert darauf gelegt, dass ich die Funktion ausüben kann, die mir zugedacht ist. Wenn Sie strategisch führen sollen, können Sie nicht ständig den Kopf aus dem Fenster strecken.

    Sie werden oft auf die Rolle des Spendenonkels reduziert. Wie störend ist dieses Image?

    Das ärgert mich ein bisschen. Aber als Realist weiss ich: Was man nicht ändern kann, lässt man am besten sein. Ich habe nie ausgerechnet, wie viel ich in die Eishockey-Szene in Zürich investiert habe.

    Was ist eigentlich Ihre Motivation für dieses grosse Engagement?

    Diese Frage habe ich mir ehrlich gesagt auch schon gestellt. Bei mir fängt immer alles mit den Emotionen an. Danach versuche ich zu begründen, warum ich etwas gut und spannend finde. Ich habe das Gefühl, dass der Hockeysport etwas ganz Besonderes ist, eine wunderbare Gelegenheit für Junge, eine Charakterschulung zu machen - auf spielerische, leistungsbetonte Weise. Und wenn ich einmal die Verantwortung übernommen habe, verspüre ich so etwas wie einen Zwang, sie auch wahrzunehmen. Dann habe ich das Gefühl, dass ich das Kind doch nicht einfach wieder loslassen kann.

    Viele Leute rund um die ZSC Lions bekommen ein mulmiges Gefühl, wenn sie sich den Klub ohne Ihre Unterstützung vorstellen.

    Irgendwann kommt das Ende. In meinem Alter stelle ich mir diese Frage. Ich überlege seit Jahren. Wie kann man schauen, dass die Organisation weiterbesteht? Man kann nicht einfach irgendjemanden hinstellen. Es muss jemand mit Leidenschaft sein.

    Wie konkret machen Sie sich Gedanken über Ihre Zukunft?

    Immer ganz konkret. Wie sagte der ehemalige Bundeskanzler Schmidt einst? «Wenn ich Visionen habe, gehe ich zum Arzt.»

    Sie sagten einmal in Bezug auf Ihren Rücktritt: «Es wird keine Wasserstandsmeldungen geben. Wenn es passiert, passiert es schnell.»

    Ja, das ist so. Das kann in einer Woche oder in fünf Jahren sein. Aber ein Statement dazu will ich nicht abgeben.

    Aber es hat den Anschein, dass für Sie die Verantwortung noch keine Last ist.

    Ich kann Ihnen sagen: Diese Spannung ist nicht immer positiv. Wenn es nach unten geht und man das ganze Werk am Wanken sieht, wenn man merkt, dass eine Mannschaft den Glauben an sich verliert, dann baut man im Unterbewusstsein eine Spannung auf, die Mühe macht.

    Und wie fühlt sich das im Positiven an?

    Ein Beispiel: Ich komme am Abend nach Hause und bin müde von der Arbeit. Dann will ich im Teletext noch sehen, wie wir gespielt haben. Wenn wir gewonnen haben, bin ich nicht mehr müde, dann geht es mir plötzlich bedeutend besser. Ich erzählte das unserem Arzt Gery Büsser. Er sagte: «Das ist ja klar, du schüttest Glückshormone aus. Das ist ein chemischer Prozess.» Aber der spielt sich eben auch in umgekehrter Richtung ab.

    Im Stadion ist gut zu sehen, dass Sie heute die Emotionen mehr ausleben.

    Früher konnte ich die Emotionen unterdrücken. Mit eiserner Disziplin. Heute habe ich diese Disziplin manchmal etwas weniger, oder ich habe das Gefühl, ich müsse sie nicht haben. Dann juble oder fluche ich halt. Meine Frau reisst mich manchmal auch mit.

    Aber ist nicht genau dies das Schöne am Sport, dass man die Emotionen ausleben darf?

    Doch, doch, das ist das Schöne. Aber ich lebe die Emotionen halt lieber aus, wenn nicht alle zuschauen können. Wenn man Präsident ist, muss man sich doch ein bisschen anständig benehmen, wie das erwartet wird. Aber manchmal können die Emotionen nicht schaden. Wenn der Trainer zum siebenten Mal hintereinander einen riskanten Spieler aufs Eis schickt, und das erst noch kurz vor Schluss, dann bin ich fast schon bereit, etwas nach unten zu rufen.

    Sie sind erfolgreicher Unternehmer. Aber das Eishockey-Business ist schwierig. Kann dieser Sport überhaupt profitabel sein?

    So, wie wir ihn im Moment in Zürich betreiben, ist das äusserst schwierig. Ich nehme mir jene als Beispiel, die es können. In Bern geht es. Bei uns muss man unterscheiden: Strukturell müssen wir bei der breiten Juniorenbewegung und in der NLB drauflegen. Auch bei den Profis ist es mit der heutigen Ausgangslage im Hallenstadion sehr schwierig.

    Wie müssten die Voraussetzungen sein?

    Für ein ausgeglichenes Budget auf einem Level, der es erlaubt, vorne mitzuspielen, müssten wir praktisch gratis spielen können und die Vermarktungsrechte im Catering haben. Das gäbe die notwendigen Zusatzeinnahmen. Wenn wir dann noch die Kosten um fünf bis zehn Prozent senken könnten, gäbe es eine Möglichkeit, den Profi-Teil ausgeglichen zu halten. Aber so, wie wir jetzt aufgestellt sind, braucht es einen Zuschuss.

    Nun hoffen Sie auf das Stadion-Projekt im Quartier Altstetten.

    Da sitzen wir mit der Stadt im gleichen Boot, sie will uns Land im Baurecht abgeben. Jetzt müssen wir sehen, ob das geht. Wenn es möglich ist, dass das Stadion den Klub praktisch nichts mehr kostet und wir es vermarkten könnten, dann gäbe es eine Möglichkeit, ausgeglichen zu wirtschaften. Oder aber, wenn sich die Bedingungen im Hallenstadion ändern würden.

    Sie sind also auch für die Option offen, als Mieter im Hallenstadion zu bleiben?

    Ich bin nicht stur, sondern für jede Option offen, die dem Klub etwas bringt und hilft, ihn zu erhalten. Wir haben den Architekturwettbewerb für das neue Stadion finanziert, aber wenn eine bessere Lösung kommt, heisst es: Das Bessere schlägt das Gute.

    Glauben Sie an die Realisierung dieses Projekts, wenn man sieht, wie Stadionfragen in der Stadt Zürich behandelt werden?

    Bei uns ist es eine andere Frage als zuletzt mit dem Fussballstadion. Dort ging es darum, ob die Stadt das machen soll. Hier ist die Initiative privat. Ich habe das Gefühl, dass es in Altstetten möglich wäre. Und sonst müssen wir halt eine andere Lösung finden.

    Mit Ihrem langjährigen Engagement sind Sie einer der grössten privaten Sportförderer der Schweiz. Wird das auch honoriert?

    Ich habe einmal den Sportfördererpreis in Zürich erhalten. Ich bin ein Sportfreak, das ist klar. Nicht nur im Eishockey, ich war auch fast zwanzig Jahre bei der Sporthilfe dabei. Aber es wird nicht immer gleich honoriert. Ich hatte manchmal eher das Gefühl, ich sei eine Milchkuh, die man immer wieder fragen kann, wenn es ein Budget braucht.

    Und die Familie hat Ihr Engagement immer mitgetragen?

    Ja, das ist sehr positiv. Es könnte ja auch anders sein, etwa dass die Familie sagt: «Du, hör mal, wir möchten gerne etwas mehr Erbschaftssteuer zahlen.» Jedes meiner drei Kinder interessiert sich für Sport und macht selber etwas. Wir sind alle wie ein Mann Fans von den Lions, von unseren Lions, wie wir sagen. Meine Frau liess mir immer völlig freie Hand und hat selber den Plausch. Sie verzeiht mir, wenn ich lieber an einen Match gehe als an den Opernball.

    Interview: Ulrich Pickel und Daniel Germann

    Zitat von ZüriBueb

    Wenn ich diesen Match anschaue und die bisherigen Spiele dieser Saison im Hinterkopf habe, wird klar, dass unsere Mannschaft diese Saison ok ist, aber nicht mehr besser als alle anderen. Ein Platz unter den ersten vier ist möglich, Top 2 wird sehr schwer.

    Und die Disziplin ist eine Katastrophe. Meisterblues ahoi, man will einfach nicht mehr richtig.

    Der Kommentator spricht davon, dass man das letzte Drittel dominiert habe. Ich habe wenig gute Chancen gesehen.

    zweckpessimismus?

    wenn eine mannschaft 90% der eiszeit mit ebenso nur 90% einsatz spielen kann und der trainer die linien wild durcheinander wirbelt (wann willst du ausprobieren, wenn nicht in der 1. hälfte der quali?) die ausländer (noch) durchschnittlich sind und die mannschaft trotzdem ganz oben steht in der tabelle, empfinde ich das - bei der vorhandenen luft nach oben - als äusserst beruhigend!

    was nützt es nach 12 spielen mit 36 punkten, einem torverhältnis von 84:23 dazustehen und in topform zu sein? ende quali muss man mindestens auf platz 2 stehen, was der zsc auch wird. und wie wir alle wissen beginnt erst dann die meisterschaft.

    untenstehender artikel ist beunruhigender, us de hütige nzz:

    Gross-Sponsor EWZ zieht sich zurück

    Die ZSC Lions sowie Sport- und Kulturveranstalter müssen neue Geldgeber suchen

    Sport- und Kultursponsoring hat sich das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich jedes Jahr Millionen kosten lassen. Diese Förderung wird nun gekürzt. Andreas Schmid

    Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) schränkt sein Engagement im Sport- und Kultursponsoring wesentlich ein. Die Marketing- und Kommunikationsaktivitäten würden künftig anders ausgerichtet, sagt Kommunikationschef Harry Graf. Statt Organisatoren und Klubs finanziell zu unterstützen, müsse das EWZ mehr Spielraum für sogenannte Aktivierungsmassnahmen haben. Zudem wird die Firma laut Graf mit Blick auf die Liberalisierung des Strommarkts auch national statt lediglich lokal in Erscheinung treten. Die Ausgestaltung dieses Konzepts sei bereits vor längerer Zeit in Angriff genommen worden.

    Löcher in den Kassen

    Die neue Sponsoring-Strategie des Unternehmens, das der Stadt gehört und das derzeit ausser in der Region Zürich vor allem in Graubünden tätig ist, trifft zahlreiche Sportvereine und Kulturveranstalter empfindlich. Das EWZ stellte zuletzt jährlich rund 3,5 Millionen Franken für Sport- und Kultursponsoring zur Verfügung. Davon flossen jeweils bis zu 950 000 Franken in die Kassen des amtierenden Schweizer Eishockeymeisters ZSC Lions, zudem wurden der Ironman Switzerland, ein Triathlon-Team, der Zürich Marathon mit jährlich 380 000 Franken, der Silvesterlauf, der Graubünden Marathon sowie mehrere Jugend- und Frauen-Sektionen von Sportklubs unterstützt; in der Kultur förderte das EWZ das Stattkino in Zürich, das Live-at-Sunset-Festival, Musiktage im Frühling, einen Tanzaward, aber auch Fotografie, Theater, das Jazznojazz-Festival und einen Kinderzirkus.

    Das breite Engagement wird nun gekürzt. «Wir reduzieren das gesamte jährliche Sponsoring- und Kommunikationsbudget von knapp neun auf unter sechs Millionen Franken», sagt Graf. Seit Anfang dieses Jahres suche man mit den betroffenen Partnern Übergangslösungen, ab spätestens 2016 werde das EWZ mit dem um ein Drittel kleineren Betrag haushalten. «Wir haben die Klubs und Veranstalter frühzeitig über die Neuausrichtung informiert und gemeinsam die nächsten Schritte festgelegt», betont Graf. Es werde auch künftig lokale Kooperationen mit Frauen- und Nachwuchs-Abteilungen geben, grundsätzlich lege das Unternehmen beim Sponsoring aber mehr Gewicht auf Kundennutzen und Marketingmassnahmen.

    Mehreren bisher unterstützten Institutionen werden damit existenziell wichtige, hohe Einnahmen entgehen, und für einige dürfte es schwierig werden, das fehlende Geld anderswo aufzutreiben. Derzeit sind die meisten tangierten Vereine und Organisatoren auf der fieberhaften Suche nach Geldgebern, die in die Lücke springen. Graf weist darauf hin, dass das EWZ einige Sponsoring-Partnerschaften seit einem Dutzend Jahren gepflegt hat, so dass der angekündigte Rückzug mehrheitlich verständnisvoll aufgenommen worden sei.

    Politische Diskussionen

    Den Zürcher Stadtrat habe die Firmenleitung schon vor einigen Monaten über die Pläne ins Bild gesetzt, der Gemeinderat werde in nächster Zeit orientiert, sagt Graf. Sollten die Sponsoring-Aktivitäten des städtischen Betriebs dort eine politische Debatte auslösen, dann wäre dies keine Premiere. Bereits 2002 gab es im Parlament von linksalternativer Seite grundsätzliche Kritik am finanziellen Engagement des EWZ für die ZSC Lions. Noch mehrere Male wurde das teure Sport- und Kultursponsoring zur Imagepflege seither infrage gestellt. SP und Grüne etwa forderten Anfang 2012 mehr Frauenförderung. Als Folge unterstützte das Elektrizitätswerk auch Synchronschwimmerinnen, Handballerinnen, Volleyballerinnen und Schwimmerinnen mit gesamthaft 225 000 Franken im Jahr.

    Zitat von Mushu

    Defür öppis anders, wo sicher gern vo mir ghörsch:

    Euse Fan im Goal isch tatsächlich de Match-Winner gsi!

    isch nöd de 1. match gsi die saison wo er grisse hät... :wink:

    und sit niederhasli mit em polnische iraner spillt, hämmer au nüme de schlechtischt goalie vo de liga. usserdem find ich generell, dass de ca costa nöd stagniert, sondern immer es bizz besser wird. aber nume eso, dass er bi keim andere club im usland es thema wird. wämer en goalie hätt vo de qualität bürki oder sommer, chasch max. 2 jahr plane. dütschland schlaft nöd. das problem hämer mit em piu definitiv nöd.

    und schuld dra, dass mer en titel verpassed wird er au nöd si. im gegesatz zum guatelli 2011...de hät euis damals de meischter koschtet und die direkt cl quali!