Beiträge von snowcat

    us de hütige nzz:

    «Ich bin als Coach besser als je zuvor»

    Marc Crawford hat den Stanley-Cup gewonnen und Kanada am Olympiaturnier betreut. Trotzdem sagt er, er sei in Zürich als Coach noch einmal gewachsen. Interview: Daniel Germann, Ulrich Pickel

    NZZ am Sonntag: In einer Woche beginnen die Play-offs. Wie gross ist Ihre Vorfreude?
    Marc Crawford: Ich freue mich sehr. Die Ausgangslage ist sehr spannend, ganz anders als vor einem Jahr. In der vergangenen Saison standen wir schon Wochen vor dem Ende der Qualifikation als Sieger fest. Wir konnten uns ganz auf den Start der Play-offs konzentrieren. Diesmal ist alles viel enger. Bis kurz vor Schluss hatte praktisch kein Team seinen Platz auf sicher. Wir mussten uns deshalb auch viel breiter vorbereiten. Ich fühle in der ganzen Liga eine grössere Spannung als in der letzten Saison.

    Man freut sich also selbst mit Ihrer Erfahrung, mit Ihren Erfolgen als Coach noch auf die Play-offs?
    Natürlich. Sollte ich diese Vorfreude jemals verlieren, habe ich ein Problem. Die Emotionalität ist ein grosser Teil meiner Persönlichkeit. Bei uns in Kanada gibt es ein Sprichwort: Du kannst dich auf alles vorbereiten, aber die Leidenschaft trägt dich durch den Tag. Das gilt vor allem im Sport. Ohne Leidenschaft gibt es keinen Erfolg. Das hat mich die Erfahrung gelehrt, und sie lehrt es mich noch heute immer wieder.

    Lassen sich die Play-offs hier in der Schweiz mit jenen in der NHL vergleichen?
    Es ist überall ähnlich. Vielleicht ist es in der NHL noch eine etwas grössere Sache, die Play-offs zu erreichen. Dort qualifiziert sich ja nur die Hälfte der Teams für die entscheidende Meisterschaftsphase. Die Spannung spitzt sich schon gegen Ende der Qualifikation zu. Ich habe für Teams gearbeitet, die die Play-offs in der letzten Runde erreicht haben. Aber auch für solche, die sie im letzten Moment verpasst haben. Es waren sehr emotionale Momente.

    Die ZSC Lions sind Titelverteidiger. Wie weit verändert das die Ausgangslage und das Spannungsmoment?
    Es macht einen Unterschied. Es ist nicht dasselbe, ob man beweisen will, gewinnen zu können, oder ob man bereits gewonnen hat und nun den Sieg bestätigen muss. Als Titelverteidiger weiss man genau, was auf einen zukommt, was es braucht, um zu gewinnen. Das ist Teil der mentalen Herausforderung. Ist man noch einmal bereit, zu leisten, was es braucht, um zu gewinnen? Das ist kein übermächtiges Hindernis, aber es ist doch eine zusätzliche Herausforderung, die es zu überwinden gilt.

    Es müsste doch eigentlich ein Vorteil sein, bereits zu wissen, was es braucht, um zu gewinnen. Trotzdem ist in der Nationalliga A seit 14 Jahren keinem Team mehr die Titelverteidigung gelungen.
    Es ist sicher ein Vorteil, dass man weiss, was auf einen zukommt. Gleichzeitig weiss man ja auch, was es braucht, um das Ziel zu erreichen. Ich vergleiche es ein wenig mit einem Bergsteiger, der bereits zum vierten Mal denselben Gipfel besteigt. Wenn er sich von den Mühen der vorangegangenen drei Mal ablenken lässt, wird das Unterfangen schwierig. Wenn es ihm jedoch gelingt, sich Schritt für Schritt zu erinnern, was nötig war, um den Gipfel zu erreichen, dann kann er von dieser Erfahrung auch profitieren.

    Was ist für einen Coach einfacher, ein erfahrenes, erfolgreiches Team oder ein unerfahrenes, dafür hungriges Team zum Erfolg zu führen?
    Es ist immer einfacher, ein starkes Team zu führen. Es ist leichter, eine starke Gruppe dazu zu bringen, ihr Potenzial auszuschöpfen, als aus einer limitierten Gruppe ein Siegerteam zu formen.

    Sie haben über den Hunger zu siegen gesprochen. Was können Sie als Coach dazu beitragen, dass der nicht verschwindet?
    Als Coach kann man die Spieler nur immer wieder daran erinnern, was nötig ist, um zu gewinnen, ihren Ehrgeiz anstacheln. Doch der entscheidende Teil muss von ihnen selber kommen. Als Coach ist man der Leadership und den individuellen Charakteren im Team ausgeliefert. Die Gruppe muss aus sich heraus funktionieren. Es muss eine innere Selbstkontrolle geben. Die zu entwickeln, ist eine heikle Aufgabe. Wenn ich ein Patentrezept dafür hätte, würde ich wahrscheinlich nicht auf diesem Stuhl sitzen, sondern ein Weltunternehmen führen.

    Wie würde Ihr perfektes Team aussehen? Oder anders gefragt: Was ist das Wichtigste, damit man Erfolg hat?
    Man braucht zuerst einmal einen starken Torhüter. Ich bin überzeugt, dass der Goalie entscheidet, wie gross das Selbstbewusstsein eines Teams ist. Daneben braucht es aber auch die richtige Balance zwischen Talent und Kampfbereitschaft. Ohne die ist jeder noch so begabte Spieler nutzlos. Und dann braucht es, wie gesagt, die richtigen Charaktere, die sich gegenseitig antreiben.

    Sie hatten bei den Colorado Avalanche ein solches Team, mit dem Sie 1996 den Stanley-Cup gewannen. Patrick Roy stand im Tor, daneben gab es gleich mehrere herausragende Spieler wie Joe Sakic oder Peter Forsberg. Wie viel anders ist Ihre Arbeit in Zürich als mit Colorado?
    Man kann das nicht vergleichen. Patrick Roy ist einer der drei besten Torhüter, die es jemals gegeben hat. Es wäre unfair, irgendjemanden mit ihm zu vergleichen. Aber es stimmt: Ich hatte damals eine starke Gruppe aussergewöhnlicher Persönlichkeiten, von denen man nicht unbedingt gesprochen hat - Claude Lemieux, Mike Keane, Alan Deadmarsh. Sie wussten, wie man gewinnt. Wir haben hier in Zürich ähnliche Qualitäten: Mathias Seger ist einer der besten Leader, mit denen ich je zusammengearbeitet habe. Gemessen an seiner Persönlichkeit steht er auf einer Stufe mit den Namen, die ich genannt habe. Deshalb habe ich ihn nun, da er verletzt ist, auch auf die Spielerbank geholt. Seger hat eine grossartige Ausstrahlung, die uns hilft. Es gibt aber auch andere: Severin Blindenbacher, Patrik Bärtschi oder Morris Trachsler. An ihnen können andere Spieler wachsen.

    Sie haben dort eine Art Weltauswahl gecoacht und mit ihr den wichtigsten Titel gewonnen, den es im internationalen Eishockey gibt. Wie motiviert man sich da überhaupt, wieder ein normales Team zu führen?
    Es gab sehr viel andere gute Teams damals. Die Detroit Red Wings beispielsweise. Sie waren herausragend. Wir haben in der Qualifikation gegen sie damals gleich 0:7 verloren und sind danach im Halbfinal auf sie getroffen. Wir hätten allen Grund gehabt, uns vor ihnen zu fürchten. Doch wir hatten damals einen Spieler wie Patrick Roy in der Kabine. An der ersten Medienkonferenz nach dem Transfer aus Montreal sagte er: «Ich bin hier, um den Stanley-Cup zu gewinnen.» Die anderen Spieler hörten mit offenem Mund zu. Darum geht es: daran zu glauben. Sie haben zuvor selber erwähnt, dass in den vergangenen Jahren in der Schweiz nur drei oder vier Teams Titel gewonnen haben. Das hat viel mit den Persönlichkeiten zu tun, die diese Teams repräsentiert haben. Die Herausforderung bleibt überall die gleiche.

    Wie macht man Spieler besser?
    Man muss mit den Spielern kommunizieren, ihnen immer wieder ein Feedback geben und darauf hoffen, dass sie mit Lob und Tadel umgehen können und daraus lernen. Spielintelligenz oder, wie wir es im Eishockey nennen, Hockey Sense ist ein wichtiger Bestandteil. Dieser Sinn für das Spiel, die Gabe, vorauszuahnen, was als Nächstes passiert, kann man nicht lehren. Er entwickelt sich mit der Wettkampferfahrung.

    Gerade in der NHL wird zwischen Trainer und Spielern aber wenig kommuniziert. Ist das etwas, was Sie hier in Europa gelernt haben?
    Es stimmt, dass in Europa mehr mit den Spielern gesprochen wird. Das hat damit zu tun, dass wir hier mehr Zeit zum Trainieren haben. In der NHL sind die Reisestrapazen derart gross, dass es in erster Linie darum geht, den Spielern genügend Erholung zu verschaffen. Sie sind bereits mental ausgelaugt; man will sie also nicht noch mit Trainings zusätzlich physisch auslaugen. Ich habe hier viel mehr Zeit und Gelegenheit, mit meinen Spielern eine Beziehung aufzubauen. Hier ist der Job als Coach viel ursprünglicher, unverfälschter als in der National Hockey League. Ich kenne meine Spieler in Zürich wahrscheinlich besser als alle anderen, mit denen ich in der Vergangenheit zusammengearbeitet habe. Falls ich nochmals eine Chance erhalten sollte, ein NHL-Team zu coachen, werde ich versuchen, diese Erfahrung mitzunehmen.

    Wie reagierte Ihr Umfeld, als sie sich entschlossen, Ihre Trainerkarriere in Europa fortzusetzen?
    Ich habe es nur mit meiner Frau besprochen. Der Moment war richtig: Die Kinder waren ausgezogen, und wir fragten uns wie wahrscheinlich so manches Paar an diesem Punkt im Leben: Und wir? Was machen wir jetzt noch? Es gab nichts, was uns zurückhielt. Für mich war es eine hervorragende Gelegenheit, etwas Neues zu tun.

    Vor zehn Jahren wäre noch unvorstellbar gewesen, dass ein Coach, der einen Stanley-Cup gewonnen hat, einen Job in der Schweiz annimmt. Was hat sich verändert?
    Dave King ist einer der besten Coachs, die Kanada jemals gehabt hat. Und er ist unentwegt gereist: Er hat in Russland gearbeitet, in Japan. Es werden noch mehr kommen. Ich weiss, dass Europa viele Trainer in Nordamerika reizt. Einer musste einfach einmal damit anfangen und den Sprung wagen. Denn es gibt ja auch immer Überlegungen und Bedenken, die nichts mit dem Eishockey, sondern mit der Familie zu tun haben.

    Haben die Erfahrungen in Europa Sie zu einem besseren Coach gemacht?
    Wie ich schon gesagt habe: Ich habe mich wieder mehr auf die ursprüngliche Arbeit des Coachens konzentrieren können. Ich habe mich aber auch technisch und taktisch weiterentwickelt. Ich habe in diesem Laboratorium hier die Gelegenheit erhalten, meine Ideen auszuprobieren. Ich denke, ich bin heute als Coach besser als je zuvor.

    Trotzdem haben Sie nie verhehlt, dass die NHL in Ihrem Kopf bleibt. Spätestens nächsten Sommer wird eine Rückkehr garantiert wieder zum Thema werden.
    Ich gebe zu: Ich möchte immer das Beste erreichen, was für mich möglich ist. Dafür werde ich mich auch nie entschuldigen. Vielleicht erhalte ich noch einmal eine Gelegenheit, in der NHL zu arbeiten. Ich mache mir aber nicht allzu grosse Gedanken darüber. Ich weiss zu schätzen, was ich hier habe: Die Lions sind eine hervorragende Organisation. Die ganze Führung ist auf einer Wellenlänge. Das ist nicht selbstverständlich. Ich werde das nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Ich habe in der NHL gearbeitet, und ich habe Erfolg gehabt. Das nimmt mir niemand mehr.

    Würde ein weiterer Titel in Zürich Ihre Chancen verbessern, in die NHL zurückzukehren? Oder ist das dort nicht so wichtig?
    Gewinnen ist immer wichtig. Aber am Ende zählen vor allem die Verbindungen. Ich mache mir keine falschen Vorstellungen: Wenn mir ein Job in der NHL offeriert wird, dann deshalb, weil es dort jemanden gibt, der mich gut findet. Ein weiterer Titel hier in Zürich würde ihm dann möglicherweise die Aufgabe erleichtern, sich für mich starkzumachen.

    Geben Ihnen die Erfahrungen als Stanley-Cup-Sieger und als Coach des kanadischen Olympiateams 1998 in Nagano die Freiheit, allem gelassen entgegen zu blicken?
    Nein, es gibt mir vielleicht Erfahrung. Und die ist fraglos wichtig in diesem Job. Gleichzeitig zählt aber auch der Instinkt. Ich habe als junger Coach instinktiver reagiert. Man kann Dinge auch zu stark überdenken. Es ist alles eine Frage der Balance. Zu entscheiden, wann man sich auf die Erfahrung verlassen und wann man seinem Instinkt folgen soll, macht diesen Job so faszinierend.

    ein verdienter sieg heute. nicht weil der fcz so stark war, war er nämlich nicht. aber niederhasli ist mittlerweile (fast) wieder so grottenschlecht wie in der abstiegssaison vor 3 jahren. ein bisschen dabbur und etwas leidenschaft (allerdings auch erst nach dingsdags platzverweis) reichen selbst in der bescheidenen superleague nicht. wer weiss: wenn’s thun nicht lupft, vielleicht reicht es ja (endlich) dieses jahr:

    stiged ändli ab, stiged ändli ab, stiged ändli ab! :geil:

    und das am beschte grad zäme mit eune ishockey kollege us em wald!

    Zitat von larlf

    da gsehsch wie hüfig ich im liechtathletik stadion bin, sit em umbau: 1 mal konzert & 1 mal cup-derby...


    bisch also durchus en typische und würdige fan vo dem club us niederhasli! überall, nur nöd a de spiel vo sim verein... :razz:

    schon gestern abend – bei den doch eher unerwarteten 2 punkteverlusten von basel – habe ich gedacht, dass wir heute maximum ein unentschieden holen. mittlerweile ist es schon beinahe "gesetz", dass jeder ausrutscher von basel auch einen ausrutscher von uns nach sich zieht! die zeiten, als wir von basels ausrutschern profitieren konnten, sind schon seit 2009 vorbei. damals wurde der fcz meister ohne basel einmal geschlagen zu haben! aber eben: damals nützte der fcz die unerwarteten punkteverluste von basel jeweils gnadenlos aus!

    heute war wieder so ein typisches spiel in dem die „ch“-künstler fraktion so ziemlich versagte! ohne diese jungs spielte der fcz in st. gallen ziemlich souverän. vor allem kämpfte da jeder für jeden. das vermisste ich heute komplett. wieder mal ein bisschen spielen war angesagt. und es kommt dann schon irgendwie gut…darum haben die thuner auch verdient gewonnen! der einzige der heute - einmal mehr - alles gab war frank the tank!

    aus der heutigen „schweiz am sonntag“:

    Perfekte Ergänzung der Künstler

    Der wuchtige und schnelle Stürmer Franck Etoundi hat sich beim FCZ glänzend entwickelt

    In seinen ersten sechs Monaten beim FCZ hatte Franck Etoundi zu beissen. Doch nach der gelungenen Adaption wurde er zu einem der besten Angreifer in der Super League. Von Markus Brütsch

    Gebückt jagen die flinken Spieler mit ihren krummen Stöcken dem Ball hinterher. Franck Etoundi blickt hinunter aufs Parkett der Zürcher Saalsporthalle, wo Hobbysportler über Mittag fleissig Unihockey spielen. Er sagt: «Nein, das wäre kein Sport für mich, der Rücken …»

    In Kamerun, der Heimat des 24-Jährigen, sind Fussball, Volleyball, Basketball und Handball – in dieser Reihenfolge – die Hauptsportarten. «Das Wichtigste ist, dass ein Ball dabei ist; aber er muss grösser sein, als der beim Unihockey», sagt Etoundi. Weil die Kameruner jedoch vor allem Fussball spielen, ist selbstverständlich ein jeder von ihnen ein Experte. Viele von diesen Sachverständigen sind denn vor gut zwei Wochen auch am Flughafen erschienen, als die Nationalmannschaft Kameruns nach dem enttäuschend frühen Ausscheiden beim Afrika-Cup aus Äquatorialguinea nach Yaoundé zurückkehrte. Sie waren gekommen, um den Stars die Leviten zu lesen. «Es war ungemütlich, sogar fast ein bisschen gefährlich», sagt Etoundi.

    DER STÜRMER des FC Zürich war zum ersten Mal bei einem solchen Turnier dabei gewesen. Erst im November vergangenen Jahres hatte er unter Trainer Volker Finke beim 1:0-Sieg über die Demokratische Republik Kongo im Nationalteam debütiert. Um nun, beim prestigeträchtigsten Wettbewerb des Kontinents, den immensen Druck zu spüren, der auf Spielern lastet, die für ein fussballverrücktes Land wie Kamerun auflaufen. «Aber unsere Mannschaft war wohl einfach noch etwas zu jung. Ich selber habe jedoch enorm viel gelernt und weiss nun, was es heisst, unter einem solchen Druck Fussball zu spielen.»

    DABEI WAR ER ALS Neuling ja noch weit weniger eine Zielscheibe der Häme gewesen als sein älterer Bruder Stéphane Mbia. Dieser ist der Captain der «Unbezähmbaren Löwen», hat schon für Rennes, Marseille sowie QPR gespielt und im letzten Sommer unter den Augen seines Bruders Franck in Turin mit dem FC Sevilla gegen Benfica Lissabon die Europa League gewonnen. «Unsere Familie ist natürlich sehr stolz darauf, zwei gute Fussballer im Nationalteam und in Europa zu haben», sagt Franck Etoundi.

    Dabei hatte es lange Zeit ja gar nicht danach ausgesehen, als würde aus Franck auch mal ein Profi. «Ich habe Karate gemacht, denn der Fussball hat mich trotz der Erfolge meines grossen Bruders nicht besonders interessiert», sagt Franck. «Erst mit 15 Jahren hatte er ernsthaft mit dem Kicken begonnen. Er spielte für den Ouragan FC aus Yaoundé, als auch bei ihm der Wunsch lebendig wurde, nach Europa zu gehen. Weil aus einer begüterten Familie kommend, war weniger das Geld der Antrieb als der Ehrgeiz, es in die Bundesliga oder in die Premier League zu schaffen.

    Dank Geschäftsbeziehungen vermittelte ihm Stéphane 2009 ein Engagement bei Neuchâtel Xamax. Es war ein Kulturschock für den damals 19-Jährigen, der sich in der Schweiz erst nach seinem Transfer zum FC Biel wohlfühlte. Hier spürte er Vertrauen, begann Tore zu schiessen, wechselte für 2 Jahre zum FC St. Gallen und steht nun beim FCZ in der zweiten Saison. «Auch hier waren die ersten 6 Monate hart, weil ich mich zuerst an das gehobene Niveau der Künstler Chikhaoui und Chiumiento gewöhnen musste», sagt Etoundi.

    DOCH DIE Leidenszeit bei Xamax hatte ihn stark gemacht. Er kämpfte sich beim FCZ ins Team, besitzt zwar nicht die Filigranität vieler seiner Mitspieler, ergänzt indes mit seiner Wucht, Schnelligkeit und Kopfballstärke das «weisse Ballett» perfekt. Sieben Tore hat er bereits geschossen und seinen persönlichen Rekord in der Super League übertroffen, obwohl doch gerade erst die Rückrunde begonnen hat. «Ich mache mir keine Gedanken darüber, wie viele es noch werden sollen», sagt Etoundi. «Ich gebe einfach weiterhin mein Bestes.» Heute Nachmittag im Letzigrund gegen Thun.

    Zitat von larlf

    uups, wohl falsche fred verwütscht


    dini ussag stimmt aber trotzdem: liest er sin sänf au?

    wer de fall salatic derart schön schribt hät entweder kei ahnig oder will eifach sin berner kolleg rette!

    Der «Fall Salatic» ist das erste Meisterstück des GC-Präsidenten. Über Wochen hinweg hat Stephan Anliker beharrlich gearbeitet ein Problem gelöst, an dem die meisten Fussballmanager gescheitert wären. Er hat einen Spieler, der in seinem Unternehmen schon lange nicht mehr tragbar war, nicht einfach entlassen – er hat ihn verkauft. Darüber hinaus ist er auch noch einen Trainer kostenlos los geworden, den er bald hätte feuern müssen.

    de anliker/gcn vorstand hät am afang alles falsch gmacht i dem fall womer hät chöne falsch mache und dänn hät er s'problem eifach usgsässe! das isch niemals e planti strategie gsi! oder de thoma häts problem für ihn glöst...de thoma isch eine vo de wenige i dem verein wo weiss wie profifuessball funktioniert und profifuessballer ticked. das am anliker zuezschribe isch doch sehr blauäugig.

    Zitat von larlf

    bi allem andere isch es eigebedarf & bi dere mängi au absolut keis problem.


    chunt dänn scho no drufah was es isch! 20g pulver nimmt dier chum en staatsawalt als eigebarf ab!


    Gesendet von iPhone mit Tapatalk

    Zitat von ZüriBueb

    Schad, simmer nöd debi. Aber d Leischtig isch z wenig guet gsi in Bern. Debi hets gar nöd so vil brucht. Würkli sehr schad.


    chum jetzt! de hockeycup isch öppe eso nötig und sinnvoll wie muul und chlauesüchi! überraschige - wie im fuessball - gits nume, wenn de hcd meh oder weniger absichtlich verlürt in visp...:gaehn:

    Zitat von larlf

    en trainer für 6-7k im monet? das sind ja nöd mal 100k im jahr. das chunt bestimmt jede juniore trainer über, wo imne profi klub isch...
    betr. eusne tuble: wännd all 2-3 jahr d'füehrig wächslisch, chasch niened konstanz ane bringe. nur scho drum chönd ihr froh sie, dass ihr de canepa händ. zudem isch es einiges ruhiger worde, sit de drache nöd nur dihei s'säge hät.
    de salat wär doch einä für eu, de hasst ja gc jetzt au & sportlich mag er i de ch sicher no paar jahr mithebä ;)


    alli 2-3 jahr isch eher wohlwollend gseit! gfühlt händer jedes jahr de vorstand sit 10 jahr - und somit d'strategie und d'usrichtig - gwechslet! und ja, bin froh hämmer d'familie canepa! mit all ihrne fehler und nachteil! und namal ja, sportlich wär de salatic genau eine für euis. er chönt de yapi im zentrale mittelfeld 1:1 ersetze...aber charakterlich passt er scho eher zum cc!

    Zitat von Eierchopf

    Und ob er jetzt einen Nati B-Club, die Schweizer u-21 Nati oder die Armenische A-Nati trainiert ist Hans wie Heiri. Armenien ist hat doch noch 2, 3 talentierte, junge Spieler, die Challandes ausbilden kann und verdient sicher seine 6-7 Mille im Monat. Ich wette du verdienst weniger und arbeitest mehr ;)


    na ja, selbst in armenien dürfte ein natitrainer 15-20'000 im monat verdienen. und ein jurist arbeitet in der schweiz kaum für nur 6-7000 im monat. aber arbeiten tut er sicher mehr als ein natitrainer in armenien, da gebe ich dir wirklich recht... :razz:

    Zitat von Eierchopf


    Das ist doch nicht wahr. Vergleich doch mal die Kader aus dem 06 mit dem 07. Kein Raffael, kein Margairaz, Kein Inler, Kein Dzemaili, Kein Von Bergen, kein Cesar, kein Schneider usw. Da ist mal die halbe Stammmanschaft weg. Challandes hat einen Almen Abdi zum Ligatopscorer ausgebildet, konnte die Oberdiva Hassli bändigen und wurde mit SILVAN ÄRGERTER Schweizermeister (mach das mal) usw. Erkärt mir mal warum das ein Fehler war, ich bin gespannt.


    stimmt teilweise sicher, aber zb. ein abdi wurde schon von favre ins team geholt. und wie so oft blühen talente auf, wenn leader, welche ihnen vor der nase stehen den club verlassen und die talente plötzlich verantwortung übernehmen müssen. und an der spielanlage und taktik hat challandes nun wirklich herzlich wenig verändert gegenüber lulu. die wahrheit liegt wie so oft - wahrscheinlich - in der mitte! aber trotzdem, ich bleibe dabei: ohne favres vorarbeit wäre challandes mit dem fcz nie und nimmer meister geworden! ausserdem hat sich der fcb in jener saison selber geschlagen mit teilweise unerklärlichen (vor allem heim-) niederlagen.


    Zitat von Eierchopf

    AC hat am Anfang viele Fehler gemacht und wurde zurecht kritisiert. Aber er hat sich stark gebessert. Er hat z.B. Yapi einen Vertrag gegeben inkl. Ausbildung zum Juniorentrainer, was ich für eine sehr starke und menschliche Geste halte. Mir ist ein Canepa 1000 mal lieber als irgend so eine dahergelaufene, neureiche Berner-Vollpylone, der den Möngi-Club GC noch mehr in die Scheisse reitet indem er den Skibbe für den Salatic geopfert hat und wohl bald von RTL als neuer GZSZ-Regisseur geholt wird. Der hat den Laden GC 0,0 im Griff. Dann hätte man lieber den Ex-Kansti Vogel aus dem Migros-Cafi geholt.


    kann ich voll unterschreiben! ausser, dass ich finde dass cillo nicht am anfang, sondern vor allem in der mitte seiner präsizeit fehler machte! ein wenig abgehoben nach der cl teilnahme halt. aber wie du in der antwort an züri bueb richtig schreibst: Ich finde, die Entwicklung ist bereits im Gange und klar ersichtlich. zB. hält er sich vornehm zurück in den Medien, was klar zu erkennen ist. ja, cillo hat sich wirklich stark verbessert! und ich behaupte ja schon seit jahren, dass er hinter heusser der beste präsi der liga ist! mit den (finanziellen) mitteln und sonstigen gegebenheiten und strukturen vom fcb, wäre er vielleicht sogar auf augenhöhe mit heusser!


    Zitat von Eierchopf

    Hät mi gad verchlöpft woni de Seich glese han.


    findi guet, will: immerhin häsch wieder emal gschribe. und dini postings findi immer geil! :razz:

    Zitat von larlf

    hauptsach er isch ändlich weg!
    ich wünsch ihm ganz ganz viel spaß bim cc, vor allem dörf er dänn döt um sin lohn kämpfe, wänn er sich au mit ihm nüme vertreit.
    ich tippe druf, dass scho i de rückrundi de 1. krach git & er im nöchste winter nüme bim cc spielt.


    glaub ich nöd! de cc isch zimli ruhiger als au scho und beidi (also cc und salat) müend jetzt öppis bewiese. chönt sogar funktioniere! aber für gcn isch es sicher s'beschte, dass er weg isch. und s'budget wird mit de transfersumme sicher um öppe 3 millione entlaschtet die saison...

    Zitat von ZüriBueb

    hanen au nie guet gfunde. scho krass, was für fläsche de Canepa bis jetzt so igstellt hät. Au de Fringer zum Bispiel. Wie cha mer nume? de Meier und de Fischer sind beid gueti Lösige gsi aber au kei Trainer zum Meischter werde.


    doch, doch, de meier hät das potential! s'problem debi: de fcz hät nöd emal im asatz s'finanzielle potential vom fc basel! en viertel vom fcb budget und null reserve. basel wird nach dere (witere cl) saison es vermöge vo über 40 millione sfr. ha! 40 millione! praktisch s'dopplete vo euisem budget! basel cha mittlerwile alli fehlentscheid mit geld korrigiere und das no während de laufende saison! isch eifach eso...

    Zitat von ZüriBueb

    Us dem FCZ.ch bricht: De Challandes isch grausam gsunke. Unglaublich, dass er jemals Schwiizermeischter worde isch.


    ich ha de challandes nie würkli guet gfunde, hett ihn au nie engagiert. er hät no meh als de bickel vom erbe vom favre glebt!

    schalke 04 wird vom die matteo stabilisiert und er bringt rueh in verein, dass isch fact! aber...

    s'ergebnis vom di matteo fuessball: ändlich sind im schalker spiel strukture, taktik und (zue)ordnig erkennbar. isch under em jens keller all die jahr nie de fall gsi! eimal top, eimal flop. null kontinuität. mittlerwile stimmed d'resultat und e handschrift vom trainer isch erkennbar. ABER: de fuessball isch so unansehnlich wie de chelsea fuessball under em di matteo oder inter under em josé mourinho. aber ebe, de zweck heiligt schinbar alli mittel! als schalke fan hoff ich natürlich, dass das nume e übergangsphase zur stabilisierig vo de mannschaft isch und das frühener oder spöter au s'nöd unerhebliche offensiv potential vo s04 usgspillt wird, wenn dänn die verletzte und gsperrte spiller wieder zrugg sind!

    us de hütige nzz am sunntig:

    Der Defensiv-Artist

    Seit letztem Oktober trainiert der Schaffhauser Roberto Di Matteo den FC Schalke. Mit der Devise «Safety first» hat er das Team stabilisiert und Ruhe in das schwierige Milieu in Gelsenkirchen gebracht. Von Stefan Ostererhaus

    Der junge Schalker Spieler in der Mitte macht einen ziemlich abgeklärten Eindruck. Er wirkt ruhig, aber er kann auch anders: «Der tut richtig weh, wenn der in den Zweikampf geht», sagte Horst Heldt, Schalkes Manager, über Matija Nastasic. Dieser sei, trotz seinen gerade 21 Jahren, ein kompromissloser Spieler.

    Heldt hat Nastasic von Manchester City ausgeliehen - ganz offenbar ein guter Deal für den FC Schalke 04, denn der Serbe war, so Heldt, der «absolute Wunschspieler» von Trainer Roberto Di Matteo. Mit ihm eröffnen sich ganz neue Optionen: In der Defensive steht er zusammen mit dem Weltmeister Benedikt Höwedes und dem Kameruner Joel Matip auf einer Linie im Zentrum, abgeklärt wie ein Routinier. «Ich habe ihn schon lange beobachtet. Ich weiss, was er leisten kann», sagt Di Matteo über den Neuzugang.

    Nastasic, obschon gerade erst angekommen, ist eine Schlüsselfigur im Schalker Spiel. Am Freitag, als mit Borussia Mönchengladbach ein Rivale um einen Champions-League-Platz 1:0 geschlagen wurde, war der Anhang zwar vor allem vom Ergebnis begeistert. Aber gegen Mönchengladbach war tatsächlich etwas zu erkennen, was Schalke in dieser Saison bisher selten unter Di Matteo, erst recht aber nicht unter dessen Vorgänger Jens Keller gezeigt hat: die Ansätze einer Handschrift.

    Man kann über den kalligrafischen Eindruck streiten, den diese hinterlässt. Denn es ist ein gusseisernes Ensemble, das Di Matteo da auf den Platz gewuchtet hat. Safety first - so lautet seine Devise, kein Kollege in der Bundesliga setzt diese Maxime so konsequent um wie der Schaffhauser. Gegen den FC Bayern hatte Schalke beim 1:1 nur wenige Möglichkeiten zugelassen. Und auch die Gladbacher fanden einfach kein Mittel gegen die extrem gut strukturierten Schalker. Nicht nur im Abwehrzentrum war die Einsatzfreude gross. Defensive und Mittelfeld verstanden sich ebenfalls mühelos.

    «Es war schwer, die Lücke zu finden. Sie sind hinten sehr, sehr athletisch», sagte Lucien Favre, der andere Schweizer und Coach der Borussia, nach dem Spiel. «Zu fünft, das ist sehr schwer gegen diese Mannschaft zu spielen» - zu fünft, damit meint Favre die Abwehr. Offiziell verkauft Di Matteo sein System als eines mit drei Verteidigern. Ganz ähnlich hatte es Louis van Gaal mit der niederländischen Nationalmannschaft auch getan, als er diese bei der Weltmeisterschaft im letzten Sommer in den Halbfinal geführt hatte. Tatsächlich aber ist es eine Anordnung, in der bei Bedarf fünf Verteidiger wirken. Drei Innen- und zwei Aussenverteidiger, wobei Letztere, wenn das eigene Team in der Vorwärtsbewegung ist, zu Mittelfeldspielern werden. Da Schalke sich aber nun doch etwas seltener im Angriff befindet als eine von van Gaal trainierte Mannschaft, spielt das Team einen Grossteil der Zeit mit fünf Verteidigern.

    Di Matteo betont, dass die defensive Ausrichtung nur den Umständen geschuldet sei. Das hat van Gaal damals an der WM gar nicht für nötig gehalten, obwohl sein Team eine sehr überschaubare Anzahl an Klassespielern in den Reihen hatte. «Wir sind noch immer in der Not, deswegen legen wir sehr grossen Wert auf die Organisation, aber es gelingt auch immer, Tore zu erzielen», sagt Di Matteo. Tatsächlich fehlen ihm vor allem im Angriff mit den Verletzten Julian Draxler und Jefferson Farfán sowie dem gesperrten Klaas-Jan Huntelaar drei Spieler von Format. Doch es wäre geradezu sensationell, wenn Di Matteo bei gutem Personalstand anders spielen lassen würde. Es ist eine Art Mini-Chelsea, an dem er da arbeitet. Das mag manchem als ästhetischer Entwurf nicht unbedingt gefallen, es ist aber nach Jahren der Planlosigkeit auf Schalke immerhin ein erster Schritt zur Stabilisation. Zumal Di Matteo auch die rhetorische Defensive wie kaum ein anderer Bundesliga-Coach beherrscht. Kontrollierter als er ist nicht einmal Josep Guardiola, wenn er in Mikrofone spricht: «Die Meisterschaft ist noch sehr lange, aber noch nichts ist gewonnen.» So mancher Fragesteller verzweifelt an diesen Null-Aussagen, so wie sich die Angreifer an den Künsten seiner Verteidiger aufreiben. Aber auch das gehört zum Konzept des Italieners, der in Interviews womöglich noch abgebrühter wirkt als sein Team auf dem Platz.

    Di Matteo scheint begriffen zu haben, dass sich ihm in Gelsenkirchen die einmalige Möglichkeit bietet, zu beweisen, dass der Champions-League-Sieg des FC Chelsea gegen den FC Bayern 2012 eben auch mit seinen Fähigkeiten als Coach und nicht nur mit der Routine und der unbändigen Siegeslust ein paar älterer Herren um Didier Drogba auf dem Fussballfeld zu tun hatte.

    Dass Schalke dabei sehr bald wie ein Abbild der Londoner aus jener Zeit wirken könnte, dürfte dem Anhang egal sein. Die Aussicht, dass Di Matteo Ruhe in das schwierige Milieu bringt, wiegt für sie die nicht eben mitreissenden Auftritte mehr als nur auf.

    au das us de hütige nzz am sunntig:

    2014, komm bald wieder - oder: GC und die Zukunftsangst

    Die Intelligenzdebatte tobt weiter. Immer obenauf: die Vorzeigebranche der Philosophen, vertreten durch Wolfram Eilenberger, der uns letzte Woche lehrte, was zu tun ist, wenn das Pferd tot ist: Man muss absteigen.

    Der Abstieg droht auch den Fussballern aus Dortmund, obwohl sie nicht auf einem erschöpften Gaul sitzen, sondern selber einer sind. Eilenberger kritisierte die Hausmacht des Dortmund-Trainers Jürgen Klopp, der sich prompt verunsichern liess und am Donnerstag beteuerte: «Ich wusste von vornherein, dass es jetzt nicht einfach keine leichte Tour wird in dieser Rückrunde.» Nach diesem labyrinthischen Satz ist unklar, ob Klopp viel klüger ist als Sportjournalisten, denen kürzlich von einer Nicht-Sportjournalistin die Intelligenz abgesprochen worden war. Diese Forschungsresultate schrien nach einer Gegenanalyse; und laut neusten Recherchen soll es fürwahr Sportjournalisten gegeben haben, die Unregelmässigkeiten bemerkten, als der Fussballer Granit Xhaka letzten Frühling Jamaica in Afrika wähnte.

    Mangelndes Geografiewissen hiesiger Fussballer ist erstaunlich, da sie in jungen Jahren viel Zeit hätten für Schule und Bildung. Der Sport beansprucht sie noch nicht in grossem Masse, wie diese Woche dem «Spiegel» zu entnehmen war. Darin verrät Maik Barthel, ein einflussreicher deutscher Spieleragent, er lasse seine Scouts primär in Polen, Kroatien und der Schweiz suchen - dort werde im Nachwuchs nicht so viel trainiert wie in Deutschland, weshalb die Spieler später nicht so schnell ausgelaugt seien.

    So erklärt sich, warum es Veroljub Salatic nie in eine grosse Liga schaffte. Er trainierte früher nicht sein Fussballtalent, sondern den Intellekt. Deshalb ist es ihm heute möglich, den Grasshopper-Club in den Wahnsinn zu treiben. Seit August war Salatic bei GC suspendiert, begnadigt und schliesslich vom Trainer Michael Skibbe erlöst worden. Dennoch verkündete er diese Woche, er wolle nach Sitten wechseln. Dieses Verhalten erscheint vielen Leuten unverständlich und dumm. Zu Salatics Gunsten muss aber gesagt sein, dass ein Mensch kaum derart unbedarft sein kann, wie Salatic derzeit wirkt. Er folgt sicher einem brillanten Plan, den höchstens der Philosoph Eilenberger durchschaut.

    Die Grasshoppers wiederum markieren den starken Mann und verweigern den Wechsel, der Sportchef Axel Thoma sagte der NZZ: «Für mich ist die Sache abgeschlossen» - doch in Wahrheit sind sie ratlos und senden versteckte Hilferufe. Am Montag lud GC per E-Mail zur Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Basel ein, Datum: 6. Februar 2014.

    GC weiss offenbar nicht mehr weiter, fürchtet die Zukunft und will die Zeit zurückdrehen. Na gut, viel Glück im 2014! Ich weiss von vornherein, dass es jetzt nicht einfach keine leichte Tour wird in diesem Jahr.

    us de hütige nzz am sunntig:

    Salatic hält GC weiter auf Trab

    Bei den Grasshoppers dreht sich alles um Veroljub Salatic. Der Unruhestifter will weg, der Klub will ihn behalten. Das birgt erhebliche Explosionsgefahr. Von Stephan Ramming

    Ruhe. Der Präsident Stephan Anliker weiss, was sein Verein nötig hat. «Die wichtigste Lehre aus der vergangenen Zeit ist, dass wir wieder Ruhe in unserem Club brauchen.» Der Architekt aus Langenthal verfasste diesen Satz für das Editorial der Vereins-Publikation «GC Inside - Business-Magazin». Auf dem Titelblatt steht: «Glaubwürdig sein!» Also irgendetwas zwischen Aufforderung, Behauptung und Beschwörung. Das Heft erschien im Dezember. Unterdessen ist Februar. Ruhe? Keine Spur.

    So weckt es ein wenig Mitleid, wie Pierluigi Tami um Verständnis bittet. Er möchte nur über das Spiel gegen Basel sprechen, sagt der GC-Trainer vor seinem ersten Match. Tami sitzt im GC-Campus im Theorieraum. Dort werden jeweils die Medienkonferenzen abgehalten, wenn mehr als drei oder vier Journalisten die Fahrt nach Niederhasli auf sich genommen haben. Am Freitag haben viele Journalisten die Fahrt auf sich genommen. Aber das Interesse gilt nicht dem neuen Trainer, der die Nachfolge von Michael Skibbe angetreten hat. Das Interesse gilt nicht den Aussichten gegen den FC Basel heute Sonntag und den Zielen in der Rückrunde. Das Interesse gilt einem, der gar nicht da: Veroljub Salatic.

    Salatic, immer wieder er, eine lange Geschichte. Als Anliker im Dezember von der «Lehre aus der vergangenen Zeit» schrieb, war dies Ausdruck der Hoffnung, die lange Geschichte mit Salatic sei vorbei. Anliker hatte damals den ehemaligen Captain und teuersten Spieler wieder in die Mannschaft befohlen, weil Salatic zwar trainierte, Skibbe ihn aber nicht spielen liess. Die Teilnahme am Training hatte Salatic gerichtlich erstritten, nachdem Ende August seine Kritik an Skibbes Aufstellung, Trainingsmethoden und anderem mehr in der Suspension eskaliert war. Der präsidialen Order leistete Skibbe zerknirscht Folge, gleich in der ersten Partie schoss Salatic ein Tor. Die Weihnachtsferien kamen, Skibbe ging in die Türkei, und Salatic schien als Gewinner aus der Geschichte hervorzugehen.

    Er bekam das Vertrauen des neuen Trainers. Trotzdem wollte er weg, Constantin lockte. Salatic heulte sich zuletzt in einem Zeitungsinterview über seine Enttäuschung aus, die Captainbinde nicht mehr zurückzubekommen. Man staunte, wie ein Spieler mit fast fünfzehn Jahren Erfahrung im Profigeschäft den Wechsel erzwingen will.

    Am Freitag teilt der Sportchef Axel Thoma mit, Salatic bleibe im GC. Vor dem Beginn der Medienrunde hat Thoma den Trainer nochmals aus dem Raum geholt, um ihn unter vier Augen vorab zu informieren. Vor wenigen Stunden haben er und Anliker mit dem Sitten-Präsidenten Christian Constantin über die Bedingungen für einen Wechsel ins Wallis verhandelt. Ohne Ergebnis, die Ablösesumme sei viel zu hoch, sagt Constantin über das Treffen, er spricht von «Zeitverschwendung».

    Thoma sagt am Freitag, er habe mit Salatic bereits geredet. Es sei «ein gutes Gespräch» gewesen, Thoma will «gespürt» haben, dass Salatic noch immer «mit einem Stück seines Herzens an GC» hänge. Nun erwarte er eine «professionelle Einstellung», Salatics Verhalten als Angestellter des Klubs müsse angeschaut und allenfalls sanktioniert werden.

    Man will also an die sportlichen Qualitäten des Spielers glauben. Thoma ist erst seit Oktober im GC, er war nicht dabei, als sich Salatic vor über einem Jahr gegenüber dem Trainer Dinge herauszunehmen begann, die am Ursprung der Affäre standen. Vielleicht ist Thoma deshalb bereit, das Risiko in Kauf zu nehmen, den Unruhestifter wieder ins Boot zu holen. Salatic geniesst bei den Mitspielern noch immer grosses Ansehen. Und nach aussen signalisiert GC, dass die finanzielle Not nicht so gross ist, dass ein Spieler einfach verschenkt wird. Nach innen soll die Botschaft an die Spieler und den Trainer lauten, dass der Klub die sportlichen Ambitionen hoch halten will.

    So zumindest soll es aussehen.

    Und Salatic? «Ich kann diesen Entscheid nicht nachvollziehen: Vor wenigen Wochen wollte mich der Klub rauskicken, und jetzt bin ich plötzlich ein wichtiger Spieler - ich ziehe das durch.» Salatic meldet sich am Freitag gegen Mitternacht am Telefon. Sein Berater Milos Malenovic fragt ihn, ob er das so in der Zeitung haben wolle. Ja, er wolle, sagt Salatic.

    Thoma sagt am Samstag, er werde das nicht kommentieren. Er gehe davon aus, dass er den gesperrten Salatic heute Sonntag sehen werde, im Letzigrund. Im Letzigrund? GC hat ein Spiel, der Gegner heisst FC Basel.

    «Wir müssen uns wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren: Der Sport im Zentrum», hat Anliker im Dezember geschrieben.