auch dieses jahr will offensichtlich niemand meister werden bzw. den fc basel an einem weiteren titel hindern…
sicher, der fcz hatte auch gestern ein chancenplus. ein eckballverhältnis von etwa 8:2. klar, könnte man jetzt auch die 2 ausbleibenden penaltypfiffe erwähnen. aber die niederlage gestern war keinesfalls unglücklich und zeichnete sich eigentlich schon vor dem spiel ab. zumal der gegner noch der fcl war, gegen den man nun schon seit 13 spielen sieglos ist und die meisten davon gar verloren hat.
der fcz spielte schon gegen niederhasli nicht wirklich gut, damals war der gegner aber so was von grottenschlecht, dass die wirkunsglosigkeit der kreativabteilung, namentlich chiumiento und tschikahui keine grosse bedeutung hatte. anders gegen st. gallen, da holte man einen eher glücklichen punkt. auch gegen sg: chiumiento und tschikahui totalausfälle.
der grosse (personelle) unterschied des fcz im vergleich zur letzten saison sind unsere „doppel 6“ kukeli und yapi. diese sorgten bisher dafür, dass unsere sehr fehleranfällige verteidigung nicht allzu überbeschäftigt war. wenn nun also diese 2 nicht spielen, die kreativen mehr mit sich selber als mit dem gegner beschäftigt sind und die verbleibenden die letzte leidenschaft vermissen lassen, dann ist der fcz der saison 2014/2015 genau wieder auf dem level des fcz der saison 2013/2014.
us de hütige "schweiz am sonntag":
Der Letzte düpiert den Ersten
Nach sechs Niederlagen und sechs Unentschieden gelingt dem FC Luzern im 13.Spiel der Befreiungsschlag. Und der erste Sieg unter dem neuen Trainer Markus Babbel. Von Markus Brütsch
Neue Besen kehren manchmal doch gut. Nicht nur im Haushalt, sondern auch auf dem Fussballplatz. Nach dem 1:1 gegen Vaduz und dem 1:2 im Cup gegen Aarau gewann der FC Luzern beim 3:2 im Letzigrund gegen den FC Zürich erstmals unter dem neuen Trainer Markus Babbel; und erstmals in dieser Saison überhaupt. Der überraschende Sieg des Tabellenletzten beim bisher zu Hause ungeschlagenen Leader war nicht gestohlen, aber dennoch glückhaft. Denn gleich zwei Mal hätte Schiedsrichter Adrien Jaccottet dem FCZ einen Penalty zusprechen müssen. Nach einer Stunde, Luzern führte 2:1, wurde Franck Etoundi vom unvermutet aufgestellten Luzerner Verteidiger Fidan Aliti penaltyreif gefoult; und als beim Stand von 2:3 ein Freistoss von Francisco Rodriguez in der 92. Minute von der Luzerner Mauer abprallte, forderten die Zürcher einen Strafstoss, weil Remo Freuler den Ball mit dem Arm abgewehrt hatte.
Das Husarenstück der Gäste war umso erstaunlicher, als sie mit François Affolter einen Innenverteidiger besassen, der dem FCZ dessen zwei Tore auf dem Silbertablett serviert hatte. Dass FCZ-Captain Yassine Chikhaoui mit einem Foulpenalty nach 35 Minuten seinen sechsten Saisontreffer und den 1:1-Ausgleich erzielen konnte, war einem dämlichen Foulspiel Affolters gegen Etoundi zu verdanken. Und dass der FCL in der Schlussphase noch einmal ins Zittern geriet, hatte seinen Ursprung in einem fahrlässigen Ballverlust Affolters an Etoundi, der Amine Chermiti eine Viertelstunde vor Schluss den 2:3-Anschlusstreffer ermöglichte. «Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Affolter ausgezeichnet gespielt», nahm Babbel den Sünder in Schutz.
Dieser konnte sich am Ende bei David Zibung bedanken. Der viel gescholtene Keeper hatte mit einer starken Parade in der 94. Minute nach einem Schuss von Etoundi das 3:3 verhindert. Weil Zibung schon in der 6. Minute mit einer Glanztat gegen den glücklosen Kameruner einen frühen Luzerner Rückstand vereitelt hatte, sagte Babbel: «Ich hoffe jetzt, dass diese elende Diskussion um unseren Torhüter aufhört.» Verblüffend am Sieg der Gäste war auch, dass diese erstmals in dieser Saison drei Tore zustande gebracht hatten, obwohl Babbel den angeschlagenen sechsfachen Torschützen Marco Schneuwly erst in den Schlusssekunden auf den Platz geschickt hatte.
Weil aber Freuler nach einem Foul von Philippe Koch an Dario Lezcano einen Foulpenalty sicher zum 1:0 (27.) verwertete, der oft als «Chancentod» verschriene Lezcano beim 2:1 (48.) endlich wieder einmal ins Netz traf und schliesslich Koch den Schuss des überragenden Jakob Jantscher beim 3:1 (72.) nur noch ins eigene Tor verlängern konnte, schlug sich Schneuwlys Absenz nicht im Ergebnis nieder.
Die Luzerner bestätigten eindrücklich, weshalb sie der Angstgegner des FCZ sind. Dieser hat gegen die Zentralschweizer in den letzten 13 Spielen nur einmal gewonnen, seit sechs Partien gar nicht mehr. «Wir haben bei den Gegentoren zu viele individuelle Fehler gemacht», monierte Urs Meier. Als FCZ-Trainer hat er in acht Begegnungen mit Luzern nur einmal gewonnen. Weil Sperren und Verletzungen den Kader ausgedünnt hatten, liess Meier seinen Offensivstar Chikhaoui auf der «Sechs» im defensiven Mittelfeld spielen. Der Tunesier erledigte diesen Job nicht schlecht, doch fehlten dadurch seine Ideen im Angriffsspiel. Und es war ein weiterer Grund, weshalb es möglich war, dass der 21 Punkte hinter dem FC Zürich zurückliegende Tabellenletzte den Leader auswärts bezwingen konnte. Ein Beweis auch, wie ausgeglichen es in der Zehnerliga zugeht; aber ebenso, dass es dieser an echten Spitzenteams fehlt.