Beiträge von snowcat

    irgendwie fehlt en fred für so en artikel, aber zum marc crawford passt er doch sehr guet!

    us de hütige nzz am sunntig:

    Das perfekte Jahr der ZSC Lions

    2014 haben die Zürcher eine reiche Ernte eingefahren. Damit sind für 2015 die traditionell hohen Ansprüche noch einmal gestiegen. Von Ulrich Pickel

    Gäbe es eine Möglichkeit, das Rad der Zeit zurückzudrehen, dann hätten die ZSC Lions das am letzten Mittwoch kurz vor Mitternacht vermutlich getan. 2014 war selbst für diesen erfolgsverwöhnten Klub aussergewöhnlich. Es war das beste Jahr seit der Gründung der Organisation 1997. Und wären sie in der Champions League nicht bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden, man könnte von einem makellosen Jahr sprechen. Doch mehr als ein Schönheitsfehler war dieses Out letztlich nicht. Der neu belebte Wettbewerb trägt zwar einen grossen Namen, Profil und Prestige fehlen ihm aber noch.

    Im ebenfalls neu belebten Schweizer Cup stehen die Zürcher im Halbfinal, der am kommenden Dienstag gegen den SCB stattfinden wird. Vor allem aber bleiben die Erfolge in der Meisterschaft aussergewöhnlich. Als Qualifikationssieger hatten die Lions das Geschehen phasenweise nach Belieben dominiert, im Play-off krönten sie die Saison mit dem Titelgewinn, und dies mit einem 4:0 im Final und ausgerechnet im Stadion des Nachbarn aus Kloten. Bei alledem spielten sie ein Eishockey, das so schnell, variantenreich und attraktiv anzusehen war wie noch nie seit dem Wiederaufstieg des Zürcher SC vor knapp 26 Jahren. «Nahe an der Perfektion» sei das Jahr gewesen, bilanziert der Trainer Marc Crawford.

    Er steht bereits in seiner dritten Saison, so viel Kontinuität an der Bande hat es im Hallenstadion seit Menschengedenken nicht gegeben. Und mit seinem Namen verbunden ist eine sportliche Phase ohne jede Krise, die bisher einzige Enttäuschung war das Ausscheiden mit 1:4 Siegen im Halbfinal 2013 gegen Fribourg-Gottéron.

    Der Kanadier ist einer von der Sorte, die sich im Alltag nicht schnell abnützen. Er ist kein Selbstdarsteller, der von früh bis spät Weisheiten von sich gibt oder Sprüche klopft. «Mit Routine und gesundem Menschenverstand» versuche er, die Leute zu führen, beschreibt Crawford seinen Stil. Er kann aber auch ein Hitzkopf sein, von geradezu cholerischem Temperament. Diesem lässt er bisweilen in Wutausbrüchen nach Niederlagen freien Lauf. Doch das spielt sich nur hinter der geschlossenen Garderobentür ab. Nach aussen ist der 53-Jährige meistens der Gentleman mit Anzug und Krawatte, der professionell und unspektakulär seine Analysen von sich gibt.

    Wie unangenehm Crawford sein kann, erfährt man von den Spielern nur hinter vorgehaltener Hand. Doch sie alle attestieren ihm auch eine Eigenschaft, die viel dazu beiträgt, dass er sich nicht schnell abnützt: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bob Hartley ist er nicht nachtragend. Spätestens am nächsten Morgen ist der Zorn wieder verraucht. Crawford ist unermüdlich, detailversessen und akribisch, und er hat immer mehr Gefallen daran gefunden, den vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs den letzten Schliff zu verpassen. «In der NHL managt man die Leute, man hat kaum Gelegenheit, intensiv auf dem Eis zu trainieren. Entweder man spielt, man regeneriert oder man sitzt im Flugzeug. Hier hat man viel mehr Zeit, mit den Spielern zu arbeiten», sagt er.

    Was Crawford auszeichnet, ist sein Mut, zum Beispiel auch, zwei 17-Jährige wie Denis Malgin und Jonas Siegenthaler bedenkenlos mit wichtigen Rollen auszustatten. Er schafft es, die Balance zu halten zwischen der Fokussierung aufs nächste Spiel und der mittelfristig angelegten Ausbildung. Crawford sagt: «Einen Jungen einfach spielen zu lassen, ist das eine. Für seine Entwicklung verantwortlich zu sein, ist etwas ganz anderes.» Crawford hat jeden im Auge, ob im Farmteam GCK Lions oder bei den Elitejunioren, er weiss Bescheid, wer wie spielt. So hat er sich den Ruf erworben, ein Ausbildner zu sein, der Karrieren auf den Weg bringt. Chris Baltisbergers und Mike Künzles Fortschritte sind kürzlich mit dem ersten Aufgebot für das Nationalteam belohnt worden. Und was die Autorität betrifft, hilft ihm die Vergangenheit als NHL-Coach, der 1996 den Stanley-Cup gewann. Wenn einer mit solchem Palmarès einem Jungen, der von der grossen Karriere in Übersee träumt, Ratschläge mitgibt, findet er auch Gehör.

    Crawford hat 2014 die Ernte eingefahren, die der Klub mit geschickten Transfers und der Juniorenförderung säte. Er schöpft aus, was die beispiellose Struktur der Lions hergibt. Die Jungen machen Fortschritte, und die Stars kann er bei Laune halten. Die Aussichten sind deshalb gut. Doch der Sportchef Edgar Salis wird nicht müde zu warnen. «Wir müssen aufpassen», ist einer seiner meistgehörten Sätze. Gemeint ist: aufpassen, dass der Erfolg den nüchternen Blick nicht vernebelt. Die Konkurrenz aus Bern, Davos, Zug und Lugano hat aufgeholt. Die ZSC Lions sind jetzt nicht mehr so dominant wie im letzten Winter. Doch sie werden an ihrem perfekten Jahr 2014 gemessen. Und das bedeutet, dass die ohnehin hohen Ansprüche noch einmal höher geworden sind. Werden die Zürcher diesmal zum Beispiel Zweite in der Qualifikation und scheiden im Halbfinal aus, so hätten sie die offiziellen Ziele (Top 4, Halbfinal) zwar erreicht - aber glücklich wäre trotzdem niemand.

    es gibt viele wichtige dinge im leben, aber fussball ist wichtiger!

    so gseit vom udo jürgens a sinere geburtstagsfiir im oktober. ich sägs ja, en weise maa und e grossi persönlichkeit isch er gsi! :razz:

    i dem sinn en guete rutsch und allne leser vo dem fred es guets und gfreuts 2015! :suff:

    Zitat von ZüriBueb

    haha, das übertrifft sogar na d Chloote Flyers mit em Simpson.


    da wür ich jetzt aber nöd z'früeh lache. als sportchef trau ich em fringer durchus öppis zue. mit sinere art erreicht er die erschte mönet d'lüüt/spieler/umfeld im verein. und das isch genau das wo de fcl jetzt brucht. blöd isch er au nöd, erfahrig hät er sehr vill, es breits netzwerch dur sini bisherige tätigkeite au.

    als trainer isch er allerdings definitiv verbi. das isch er allerdings scho sit jahre... :roll:

    Zitat von larlf

    wänni gwüsst hett, dass de udo näbed sine wälthits so viel schöni lieder gmacht hät, wäri wohl au anes konzert vo ihm.
    wenigstens hani de cocker am live@sunset chöne gnüsse...

    finds no krass, was die letschte tag promis händ müese gah!

    au de fritz sdunek :(


    de udo isch alles anderi als en schlagerfuzzi gsi! en chansonnier oder uf dütsch liedermacher isch er gsi! e riese persönlichkeit! d'lieder sind schön gsi - wie du seisch - händ aber au textlich sehr vill her geh! selbst sin - für die meiste - bekanntischte song "griechischer wein" hät d'situation vo immigrante beschriebe, also alles anderi als es tralala liedli! au wenns hüt en après ski party bzw. oktoberfescht hit isch...sini begleitband, de pepe lienhard, hani scho e paar mal live gseh. eini vo de beschte big bands überhaupt!

    de joe cocker hani sicher öppe 6x live gseh. s'erscht mal 1981...läck, bin ich scho alt...[emoji1]

    aber de cocker wie au de sdunek sind nach hütige massstäb vill z'jung gstorbe!


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    us de hütige schweiz am sonntag:


    Ein Riesentalent «made in Olten»

    Dennis Malgin will mit der Schweizer Nationalmannschaft an der U20-WM in Kanada für Furore sorgen

    Er ist erst 17 Jahre alt, trotzdem gehört er im Team von U20-Nationaltrainer John Fust schon zu den designierten Leistungsträgern: Denis Malgin – in Olten geboren und bereits Stammgast in der NLA bei den ZSC Lions. Von Marcel Kuchta

    Am Freitag flog die Schweizer U20-Auswahl nach Toronto, wo sie in den kommenden zwei Wochen ihr Basislager aufgeschlagen hat. Mit im Flieger sass auch Denis Malgin. Mit seinen erst 17 Jahren ist er eigentlich viel zu jung für das WM-Turnier, an dem sich die besten Junioren der Welt über den Jahreswechsel jeweils zu messen pflegen. Aber der junge Mann ist eben schon so gut, dass ihn U20-Nationaltrainer John Fust unmöglich hätte übergehen können.

    Am Anfang der Eishockey-Karriere des jüngeren Sohns von Ex-EHC-Olten-Söldner Albert Malgin steht eine kuriose Episode, die sich im Oltner Kleinholz-Sta dion zugetragen hat. Klein Denis stand erstmals auf den Schlittschuhen, als er sah, wie eine Frau auf dem Eisfeld stürzte und sich wehtat. In der Folge weigerte sich der Malgin-Spross eine Woche lang standhaft, das glatte Parkett zu betreten. «Er hatte Angst, stand in seinen Schlittschuhen an der Bande und schaute dem Treiben auf dem Eis zu», erinnert sich Papa Malgin lächelnd.

    Zum Glück überwand er seine Angst bald einmal und lernte schnell, sich elegant auf den Kufen fortzubewegen. Denis Malgin ist mittlerweile ein exzellenter Schlittschuhläufer geworden. Der Schweizer NHL-Scout Thomas Roost vergleicht ihn vom Bewegungsablauf mit ZSC-Nationalspieler Luca Cunti, dem Mann, der so geschmeidig wie kaum ein Zweiter auf dem Eis unterwegs ist. Doch der Teenager hat noch viele andere Vorzüge: «Er ist ein Ausnahmetalent. Er hat sehr gute Hände, ist ein toller Spielmacher mit gutem Passtiming», fasst Roost die Vorzüge zusammen. Simon Schenk, der starke Mann bei den GCK Lions, wo Malgin in der NLB in der vergangenen Saison ans Erwachsenen-Eishockey herangeführt wurde, kommt ebenfalls ins Schwärmen, wenn er über das Juwel aus dem ZSC-Lions-Nachwuchs spricht: «Er hat eine geniale Spielübersicht. Dank seiner Beinkraft verfügt er über einen starken Antritt. Seine Technik ist exzellent. Er hat ausserdem eine sehr gute Einstellung im Training, seine Arbeitsmoral ist top.»

    Sucht man bei Denis Malgin nach einer Schwäche, dann findet man sie höchstens im Zusammenhang mit seiner Körpergrösse. Momentan misst er nur 1,72 Meter. Die Ärzte haben herausgefunden, dass er noch fünf Zentimeter wachsen dürfte. Trotzdem verkörpert er von seiner Physis her sicher nicht den Prototyp eines Eishockeyspielers. Doch auch in dieser Beziehung sehen die Experten keinen entscheidenden Nachteil. Simon Schenk sagt: «Denis ist nicht sehr gross, dafür aber kräftig. Mit seiner Cleverness und seiner Übersicht kann er ausserdem sein Handicap in Sachen Körpergrösse wettmachen.» Auch Thomas Roost ist überzeugt, dass Malgin sein körperliches Defizit kompensieren kann: «Er ist nicht zerbrechlich. Denis hat extrem viel Kraft im unteren Körperbereich, verfügt deshalb über eine gute Balance und einen tiefen Körperschwerpunkt. Er ist sehr stabil und explosiv auf den Schlittschuhen.»

    Dass er sich auch gegen physisch stärkere Konkurrenz durchzusetzen vermag, bewies Denis Malgin in den letzten Wochen auf höchstem Level. Nach der Verletzung von Luca Cunti erhielt er von ZSC-Lions-Coach Marc Crawford viel Vertrauen und Verantwortung. Malgin agierte in seinen 19 NLA-Auftritten (2 Tore, 5 Assists) so, als ob er noch nie etwas anderes gemacht hätte. «Seine Fortschritte überraschen mich nicht. Er hat bei den GCK Lions in der NLB einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Dort hat er sich etabliert. Der Schritt in die NLA war vorgesehen. Aber dass er sich so gut schlägt, konnte man nicht erwarten», zeigt sich auch Simon Schenk beeindruckt von Malgins Performance.

    Für Albert Malgin hängt die rasante Entwicklung seines Sohnes eng damit zusammen, dass er von den Trainern in der Organisation der ZSC Lions exzellent gefördert wurde. «Es gehört vieles dazu, dass er solche Fortschritte gemacht hat. Vor allem das Vertrauen der Trainer ist wichtig. Die Zusammenarbeit mit der ZSC-Organisation ist in dieser Beziehung hervorragend.»

    In Zürich macht man sich deshalb Hoffnungen, dass Denis Malgin, der im kommenden Sommer im NHL-Draft wohl in der zweiten oder dritten Runde gezogen wird, eine weitere Saison in der Schweiz bleibt. Auch wenn das Riesentalent seit geraumer Zeit englisch büffelt. «Wenn er diese Eiszeit bei den ZSC Lions behält, soll er in der Schweiz bleiben. Das Niveau der NLA ist sicher höher als in der kanadischen Juniorenliga. Wenn er nur in der NLB spielt, dann empfehle ich einen Wechsel nach Nordamerika», sagt Thomas Roost. Malgin hätte schon im vergangenen Sommer nach Kanada wechseln können, fühlte sich aber noch nicht bereit für den Schritt. Auch Vater Malgin glaubt, «dass es für Denis besser wäre, noch ein weiteres Jahr beim ZSC zu bleiben». Und Simon Schenk meint, natürlich nicht ganz ohne eigennützige Hintergedanken: «Insgeheim hoffe ich auf ein weiteres Jahr in der Schweiz. Nordamerika wäre meiner Meinung nach nicht vernünftig. Die NLA würde ihm sicher guttun.»

    Wegweisend werden unter anderem die kommenden zwei Wochen in Toronto sein: Wenn Malgin auch an der U20-WM glänzt, dann wird das seiner Karriere weiteren Auftrieb verleihen.

    Zitat von Champs-de-Mars

    Die Verpflichtung von Fringer war einer der gröberen Böcke der Bickel/Canepa - Periode. Ein Wunder, dass ihn Bickel nicht zu YB mitgenommen hat.


    ussser die zwei häts au jede gwüsst, und zwar scho vo afang ah... :nick:

    das isch doch genau differenz vo euis zu dütschland, in basel funktionierts au no halbwegs eso (guet, sind ja au quasi dütschi...):

    Die kulturelle Dominanz des Fussballs ist allgegenwärtig. Für eine Krimilesung während eines Spiels muss man das Publikum aus Gelsenkirchen herbeikarren, damit der Autor Gesellschaft hat. Im Lokalradio gehört die Mannschaftsaufstellung ans Ende des Nachrichtenblocks. Ohne Pay-TV ginge jede Kneipe pleite. Selbst die Szenebeiz mit eingebauter Kinderecke überträgt die Spiele. In Zürich irritiert eine Akademikerin ihr Umfeld, wenn sie sich als Mitglied der FCZ-Südkurve zu erkennen gibt. In Dortmund findet die Zuzügerin Anschluss, indem sie das Gespräch auf den Stadtklub lenkt - in der Schwangerschaftsgymnastik genauso wie im Rechtsseminar.


    de ganzi text us de nzz am sunntig:

    Farben der Liebe

    Borussia Dortmund ist in der Krise. Die Anhänger des Klubs aus der Bundesliga sind auf eine harte Probe gestellt. Ein Besuch im Fanblock. Von Michael Herzig

    Sogar der Postbote trägt Schwarz-Gelb! Die Klubfarben des Ballsportvereins Borussia 09 sind so präsent, dass sich die Wahrnehmung verschiebt. Die Stadtregierung muss im Internet klarstellen, dass die offiziellen Farben Dortmunds Rot und Weiss sind. Es dominiert Schwarz-Gelb: in Fenstern, auf Autositzen, in Restaurants und an Kiosken. Um den Hals von Rentnern, am Leib von Schülern, Arbeitern und unter mancher Bürokluft.

    «Echte Liebe» heisst der Leitspruch der Borussia. Von weitem klingt das nach Marketingfloskel. Mitten drin ist es Realität. In einem Forum setzt sich ein schwer kranker Fan mit der Frage auseinander, warum ihm der BVB angesichts des nahenden Todes gleichgültig geworden ist. Diese Ernsthaftigkeit berührt, auch wenn sie kaum nachvollziehbar ist.

    Als Liebe würde ich mein Verhältnis zum BVB nicht bezeichnen. Als Vorliebe durchaus. Angebahnt hat sich das in den 1990er Jahren. Damals wechselte Stéphane Chapuisat nach Dortmund. Und mit der Sendung «Ran» gab es ein packendes Fernsehformat für die Bundesliga. So machte mich eine Vorabendsendung zum Sympathisanten, ohne dass ich je einen Fuss in die Stadt gesetzt hatte.

    Mülleimer, Strassenlaternen und Stromverteilerkästen sind in Dortmund übersät mit schwarz-gelben Klebern. In der Gegend der Kindertagesstätten und Szenekneipen überwiegen Aufrufe gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie. In Stadionnähe mehren sich die Embleme der Ultras. Die Grafik ist martialisch, die Wortwahl bisweilen drastisch.

    Ausgerechnet ein Dortmunder Verlag publizierte 2007 meinen ersten Roman. Seither reise ich jährlich in diese Stadt. Mit der Zeit lernte ich sie kennen und schätzen. Weil sich aber kleine Jungs Fanartikel des FC Bayern wünschen, hatten meine Patenkinder keine Freude an einem BVB-Trikot. Also kaufte ich eines für den grossen Jungen in mir.

    Die kulturelle Dominanz des Fussballs ist allgegenwärtig. Für eine Krimilesung während eines Spiels muss man das Publikum aus Gelsenkirchen herbeikarren, damit der Autor Gesellschaft hat. Im Lokalradio gehört die Mannschaftsaufstellung ans Ende des Nachrichtenblocks. Ohne Pay-TV ginge jede Kneipe pleite. Selbst die Szenebeiz mit eingebauter Kinderecke überträgt die Spiele. In Zürich irritiert eine Akademikerin ihr Umfeld, wenn sie sich als Mitglied der FCZ-Südkurve zu erkennen gibt. In Dortmund findet die Zuzügerin Anschluss, indem sie das Gespräch auf den Stadtklub lenkt - in der Schwangerschaftsgymnastik genauso wie im Rechtsseminar.

    Das Spiel beginnt Stunden vor dem Anpfiff. Auf dem Weg zum Stadion warten Wurststände, Bierzelte und Pfandflaschensammler. Ihre Einkaufswagen sind fein säuberlich aufgereiht. Die Koordination erfolgt per Funkgerät. Wie meistens im Ruhrpott ist der Umgang herzlich und bodenständig. «Obwohl er aus Weiss-ich-wo kommt, spricht er wie einer von uns», lautet die Antwort auf meine Frage, warum der Trainer unumstritten ist. Dieser hat eine grosse Klappe und implantierte Haare. Im Anzug wirkt er verkleidet. Damit trifft Jürgen Klopp den Dortmunder Nerv. Als ich Ottmar Hitzfeld erwähne, wird es still. Der war erfolgreicher, ist aber nach München gegangen. Die Strategie der Bayern, nicht nur die eigene Mannschaft stark zu machen, sondern die anderen schwach, treibt einen traurigen Glanz in die Augen des BVB-Liebhabers.

    Weil die Champions League alkoholfrei ist, wird vor der Partie gegen Anderlecht am Dienstag konzentriert vorgeglüht. Die Stimmung ist nicht euphorisch, die Frustrationstoleranz arg strapaziert. Der Tabellenplatz des BVB ist eine Sache. Auftritte an der Grenze zur Lächerlichkeit wiegen schwerer. Greifbar ist die Angst, dass echte Liebe nicht ewig hält. «Wir alle sind Borussia!» Überall klebt diese Mahnung an den Wänden.

    Erstaunlich, wie reibungslos 65 851 Menschen sich auf ihre Plätze verteilen. Die Ordner sind freundlich. Muskelprotze wie im Letzigrund sehe ich nirgends. Das Polizeiaufgebot ist massiv, aber diskret. Keine Robocop-Phalanx weit und breit.

    Das Stadion brummt. Wir steigen hoch hinauf in die oberen Reihen des Fanblocks. Ich halte nach rechtsextremen Insignien Ausschau, doch kann ich nichts Offenkundiges erkennen. Wie die meisten Fussballklubs zieht der BVB Neonazis an. Dortmund ist eine Hochburg. Hier hat die extreme Rechte einen Sitz im Stadtrat. Ihre Mitglieder tragen gelbe T-Shirts. Der Verein und eine Mehrheit der Fans halten dagegen. An diesem Abend ist die Stimmung friedlich. Keine Pyros, keine Pöbeleien, keine rassistischen oder schwulenfeindlichen Sprüche. Freilich höre ich nicht allzu viel. Die Kurve macht einen Heidenlärm.

    Weit unter mir liegt das Spielfeld. In den Rängen über dem Tor stehen die Ultras. Auf einem Podest die Einpeitscher am Mikrofon. Darum herum wehen Fahnen. Die Leute brüllen sich die Liebe von der Seele. Und die Anspannung.

    Plötzlich rollt der Ball. Die Südtribüne ist steil, ich kann alles gut erkennen. Gerade das, was man im Fernsehen nicht sieht. Die Taktik, die Mannschaftsordnung. Mein Bauch ist Fan, mein Kopf Analytiker. Die Borussia ist weit von der Bestform entfernt. Nach der Auswechslung von Ilkay Gündogan wackelt das Mittelfeld. Mir schwant Böses. Dortmund vergibt den Sieg. Ich schreie wacker mit. Juble beim 1:0. Fluche beim Gegentor. Beklatsche die Mannschaft nach dem Abpfiff. Es fühlt sich an, als wäre ich von hier. Dennoch wird es eine Fernbeziehung bleiben.

    Eine echte.

    Michael Herzig veröffentlicht Krimis im Grafit-Verlag Dortmund. Sein jüngster Thriller «Frauen hassen» wurde von der Stadt Zürich ausgezeichnet.

    d'meischterschaft dürfti sit geschter gloffe si... :roll:

    ich ha scho immer gfunde dass de meier vill z'normal isch zum en richtige hopper si... :razz:

    "Weshalb passen Sie so gut zum FCZ?
    Ich kenne diese Stadt in- und auswendig, ihre Schönheit, ihre Probleme. An Zürich hängt mein Herz, ich bin ein Stadtbub. Und ich habe mich immer für den FCZ interessiert, schon als Kind war der FCZ mein Verein. Ich bin als Spieler ja nur zu GC gegangen, weil ich sonst keine Chance hatte, Spitzenfussballer zu werden."


    s'ganze interview us de nzz am sonntag:


    «Das geht mir nahe, mir blutet das Herz»

    Der FCZ-Trainer Urs Meier leidet mit dem schwerverletzten Gilles Yapi und findet, seine Spieler müssten von den Schiedsrichtern besser geschützt werden. Wenn die Mannschaft in der Winterpause nochmals verstärkt wird, hält er sogar den Meistertitel für möglich

    NZZ am Sonntag: Urs Meier, Sie tragen an der Seitenlinie nicht mehr einen unauffälligen Veston, sondern eine rote Jacke und rote Schuhe. Wollen Sie mehr Aufmerksamkeit?
    Urs Meier: Ach was, der ganze Staff trägt die gleichen Jacken. Es ist schon vorgekommen, dass mich der vierte Offizielle in der Coaching-Zone mit falschem Namen angesprochen hat. Mit der roten Jacke wissen nun wenigstens alle, dass ich auch dazugehöre.

    Man könnte auch sagen: Urs Meier möchte nach zwei Jahren als FCZ-Cheftrainer mehr auffallen als früher.
    Ich lese immer wieder, ich sei jemand, der Wertschätzung suche. Aber was über mich geschrieben wird, interessiert mich überhaupt nicht. Ich bin seit zwanzig Jahren Trainer, in dieser Zeit hat sich auch niemand für mich interessiert. Weshalb soll ich mich jetzt also darum kümmern, was seit zwei Jahren über mich geschrieben wird? Ich habe mich auch durchgesetzt, ohne zu lesen, wie gut oder wie schlecht ich als Trainer sei.

    Kritik ist Ihnen gleichgültig?
    Mich zu destabilisieren, schafft keiner. Ich bin ein friedliebender Mensch. 99 Prozent der Leute, die mich kennen, werden sagen: «Lämpen mit dem Meier? Das ist fast nicht möglich.» Aber die Mannschaft hat unter der Kritik gelitten. Deshalb bin ich nach dem 1:4 gegen Villarreal Ende Oktober eingeschritten und habe mich gewehrt. Ich habe den Fokus bewusst auf mich gelenkt, aber um meine Person ist es mir nie gegangen.

    Worunter hat die Mannschaft gelitten?
    Nach jeder Niederlage hat man sie wieder in die alte Schublade gesteckt. Sie sei zu weich, begehe immer die gleichen Fehler, entwickle sich nicht. Da musste ich klar sagen: «Freunde, so geht das nicht.» Man hat nur darauf gewartet, bis die Mannschaft ausrutschte. Und kaum lag sie am Boden, ist man noch extra auf sie draufgestanden.

    Unsere Wahrnehmung ist anders. Wir haben die Kritik nicht so heftig erlebt wie Sie.
    Schon beim 1:4 gegen Basel im August habe ich diese Kritik gespürt. Das hat die Mannschaft nicht verdient. Sie musste in dieser Saison so viele Widerstände überwinden, und das hat sie sehr gut gemacht. Ich habe nie behauptet, wir seien perfekt oder ein Meisterkandidat. Aber wir sind in allen Zielen im grünen Bereich. Die Mannschaft hat sie sich selber gesteckt: dreissig Punkte in der Vorrunde, den Cup verteidigen, in der Europa League die Gruppenphase erreichen. Als ich diese Ziele von den Spielern hörte, dachte ich: «Hoppla, das wird schwierig.»

    Einer der schwierigsten Momente war die schwere Verletzung von Gilles Yapi. Sie haben das Foul nicht nur als Angriff auf Yapi, sondern auf die Spielweise des FCZ empfunden.
    Es ist schwierig für mich, über Yapi zu reden. Das geht mir nahe, mir blutet das Herz. Aber ich sage etwas anderes: In der letzten Saison haben wir die meisten gelben Karten bekommen. Ausgerechnet der FCZ, eine Mannschaft von Schönspielern, wie immer geschrieben wird! Haben Sie sich nie gefragt, warum meine Spieler so häufig verwarnt werden?

    Weil sich der FCZ wehren muss?
    Voilà, super, genau das ist es. Ich war auch Spieler. Wenn man immer wieder rüde attackiert wird, kommt irgendwann der Gerechtigkeitssinn zum Tragen. Dann tritt man zurück oder reklamiert. Und prompt bekommen wir dann eine gelbe Karte. Drei Verwarnungen pro Spiel sind es im Durchschnitt.

    Sagen Sie, Ihre Mannschaft werde von den Schiedsrichtern zu wenig geschützt?
    Ich weiss es nicht. Ich sage nur, dass spielstarke Mannschaften allgemein viel mehr geschützt werden müssten.

    Lassen Sie uns nochmals über Sie reden. Haben Sie sich als FCZ-Chefcoach verändert?
    Der Rummel um meine Person ist nach dem Cup-Sieg gestiegen. Aber ich brauche diese Aufmerksamkeit nicht. Ich stehe immer mit beiden Beinen auf dem Boden und bekomme auch genug Respekt.

    Die Anerkennung für einen Trainer lässt sich auch daran ablesen, wie lange sein Vertrag dauert. Ihrer ist auf sechs Monate kündbar.
    Ich habe mein ganzes Leben immer nur Einjahresverträge unterschrieben, als Spieler, als Trainer. Einmal bekam ich in der Academy des FCZ einen Zweijahresvertrag, das war das Höchste der Gefühle. Das habe ich immer akzeptiert.

    Aber Sie würden einen langfristigen Vertrag nicht ablehnen.
    Wenn der Präsident Ancillo Canepa mit einem Fünfjahresvertrag kommt, dann sage ich: «Das ist ja sensationell, natürlich unterschreibe ich.» Aber das erwarte ich nicht. Und weil ich es nicht erwarte, bin ich auch nicht enttäuscht, wenn es nicht eintrifft. Es hat mit Lebenserfahrung zu tun, sich nur darauf zu konzentrieren, was man selber steuern kann. Glauben Sie mir: Wenn ich alles im Fussball selber beeinflussen könnte, wären wir unglaublich erfolgreich. So viel Selbstvertrauen habe ich. Aber als Trainer kann man nur einen Bruchteil beeinflussen.

    Aber Sie sind der wichtigste Angestellte des Klubs. Sie geben dem FCZ ein Gesicht.
    Die Ausgangslage vor zwei Jahren war nicht einfach. Es war ein Spiel mit dem Feuer. Aber der Verein lag mir am Herzen. Ich wusste, dass ich mit aller Kraft versuchen musste, dieses Schiff auf Kurs zu bringen. Und der Prozess ist noch nicht zu Ende.

    Weshalb passen Sie so gut zum FCZ?
    Ich kenne diese Stadt in- und auswendig, ihre Schönheit, ihre Probleme. An Zürich hängt mein Herz, ich bin ein Stadtbub. Und ich habe mich immer für den FCZ interessiert, schon als Kind war der FCZ mein Verein. Ich bin als Spieler ja nur zu GC gegangen, weil ich sonst keine Chance hatte, Spitzenfussballer zu werden.

    Der FCZ wollte Sie nicht?
    Ich habe den damaligen FCZ-Präsidenten Edi Nägeli mit seinen grossen Zigarren immer bewundert. Was er geleistet hat, war für mich das Grösste. Und gleichzeitig war ich enttäuscht, dass ich als Junior nie ein Thema wurde beim FC Zürich. Nägeli hat uns beim FC Seefeld ein paar Mal zugesehen, aber der Meier ist ihm leider nie aufgefallen. Ich bin sicher, wenn Nägeli uns vom Himmel herab beobachtet, weiss er, dass er damals einen Fehler gemacht hat.

    Wenn wir schon bei der Vergangenheit sind: Am Sonntag treffen Sie in Thun auf Urs Fischer, einen Ihrer Vorgänger. Und am Donnerstag in Mönchengladbach auf Lucien Favre, auch er ein ehemaliger FCZ-Trainer. Wem fühlen Sich sich näher?
    Urs Fischer und ich haben viel von Lucien Favres Philosophie und seinem offensiven Fussball übernehmen können. Wir sind drei unterschiedliche Typen, aber im Fussball sind wir uns sehr ähnlich. Das sieht man auch daran, wie unsere Mannschaften spielen, wie technisch und spielfreudig sie sind.

    So wie Yassine Chikhaoui?
    Chikhaoui blüht als Captain auf. Früher hätte man ihm diese Verantwortung unmöglich übergeben können, weil er so sehr mit sich selber, seinen Verletzungen und Krankheiten beschäftigt war.

    Im Januar wird Chikhaoui dem FCZ fehlen. Chikhaoui, Amine Chermiti und Franck Etoundi spielen dann mit Tunesien beziehungsweise Kamerun am Afrika-Cup.
    Ich darf ja nicht hoffen, dass Tunesien oder Kamerun früh ausscheiden, das wäre für die Spieler nicht gut. Ich wünsche ihnen nur das Beste und Erfolg. Also stelle ich mich darauf ein, dass Tunesien oder Kamerun den Afrika-Cup gewinnen. Für uns wäre das zwar das Schlimmste, weil unsere Spieler dann am längsten fehlen würden. Aber ihren Herzen täte es gut.

    Sie wissen nicht genau, wie lange die afrikanischen Nationalspieler fehlen werden. Mit Sicherheit aber fällt Yapi aus. Gehen Sie in der Winterpause zum Präsidenten Canepa und fragen nach Verstärkung?
    Ancillo Canepa hat genug Erfahrung. Er weiss, wie der FCZ dreimal Meister werden konnte. Er kann abschätzen, ob wir noch Verstärkungen brauchen. Wir werden im Januar die neuen Ziele formulieren. Sie müssen zur vorhandenen Qualität passen.

    Und was antworten Sie, wenn Canepa sagt, der FCZ wolle Meister werden und man werde Verstärkungen finanzieren?
    Dann bin ich als Trainer der Erste, der vorausgeht und sagt: «Jetzt holen wir den Chübel nach Zürich.»

    Zitat von Champs-de-Mars

    Interessant noch die Zuschauerzahl. Gefühlt hatte es gestern mehr Zuschauer als beim Derby GCN-FCZ und trotzdem sollen gestern deutlich weniger Zuschauer anwesend gewesen sein. Hätte locker auf 18-19'000 geschätzt, da Sektor C und D proppenvoll. Leider verhinderten die zu hohen Preise in den Aussensektoren A (z.B. A1 und A31), dass noch mehr Zuschauer gekommen sind. In die zusätzlich geöffneten Sektoren im B wollen viele nicht, weil dieser relativ nahe dem vollen Auswärtssektor war.


    hab genau das gleiche gedacht! schätzte zwischen 19'000-20'000. beim niederhasli heimspiel gegen uns haben sie 19'200 angegeben. es waren damals aber klar weniger im stadion als gestern mit 16'302 zuschauern...seit der fcz die zuschauerzahlen auf den schnauz genau angibt, habe ich sowieso das gefühl, dass die zahlen nicht mehr so geschönt werden wie früher. scheinbar ist man in niederhasli aber noch nicht in dieser phase angekommen...

    noch was: gestern verhinderten nicht die preise das mehr zuschauer gekommen sind, sondern die jahreszeit bzw. die temperaturen...

    Zitat von Larry

    Man muss aber auch sehen das Platz 2 (und den belegen wir!) realistischerweise der Platz ist um den sich der Rest der CH streiten kann!


    in anbetracht des yb budgets, ist aber auch platz 2 nur im optimalfall erreichbar.

    Zitat von Champs-de-Mars

    Einverstanden. Leider scheint die Lernkurve in Sachen Cleverness nicht überall zu greifen. Schon gegen YB und in Limassol hat man leichtfertig (und in Überzahl!) einen Punkt verschenkt, in dem man in den Schlussminuten blind angegriffen und die Defense vernachlässigt hat.


    schon, aber wie beim menschen generell dauern auch beim fussballer die lernprozesse in der regel etwas länger als nur eine erfahrung. das brauchts mindestens eine saison um alle auf kurs zu bringen. aber da die 1-2 besten jeweils ins ausland abspringen und ende saison durch 18-jährige aus dem nachwuchs ersetzt werden, beginnst du immer wieder bei null. zumindest mit einem teil der mannschaft. ein los, dass natürlich auch der fc basel mit uns teilt, aber eben auf einem höheren level. drum sind sie für die anderen schweizer mannschaften mittlerweile auch praktisch uneinholbar geworden.

    Zitat von Champs-de-Mars

    Tja, was soll man da sagen? Eigentlich verdiente Niederlage, weil man viel zu lange zu passiv war. Und dann nach dem 1:1 mit viel Elan erneut ins Verderben, da fehlte wieder die Cleverness. Ex-FCZ-Junior Gashi 2x völlig vergessen.


    trotz witz penalty, verdient war die niederlage nicht! aber die logische konsequenz, wenn man lange zeit in ehrfurcht erstarrt vor dem gegner und am schluss blindlings ins verderben läuft. eine erfahrene mannschaft hätte nach dem 1:1 das spiel beruhigt und den punkt nach hause gebracht. und genau diese erfahrung hat der fc basel um die naivität vom fcz auszunützen. das war auch der hauptunterschied zwischen den mannschaften gestern: erfahrung und cleverness!

    so sieht es aus, wenn man durch den schiri nicht wirklich benachteiligt wird...nehmen wir es einfach als ausgleichende gerechtigkeit für die sehr unglückliche und unnötige niederlage auf zypern...