Beiträge von snowcat

    Zitat von Larry

    Analyse Für das Zürcher Stadion werden Investoren gesucht – aber auch neue Ideen. Von Daniel Schneebeli

    Warum nicht Altstetten?Das von Halter präsentierte Stadion würde das Juch-Areal zur grossen Zürcher Sportstätte aufwerten. Zudem ist dieser Standort sowohl für FCZ- und GC-Fans neutrales Terrain. Der Hardturm war einst die Heimat der Grasshoppers und würde von vielen FCZlern nie als Heimstadion anerkannt.

    isch nöd z'underschetze! mier wärs aber wurscht. für es reins fuessballstadion nimi au das in chauf. es dörfti eifach nöd hardturm stadion heisse...

    aber das ganze projekt in altstette schreit direkt wieder nach eme duplex stadion! warum die idee - ökonmisch und ökoligsch s'beschte womer baue chönt - derart vehement ignoriert wird, isch mier es rätsel! :nixwiss:

    Zitat von Rangersfan

    Auf gut Deutsch gesagt, der Preis hat wenig Einfluss auf die Nachfrage. Wenn ein Gegner attraktiv ist und es geht um etwas, dann wird ein Stadion voll auch wenn die Preise sehr hoch sind. Wenn der Gegner unattraktiv ist und es geht um nichts dann kommen wenig Zuschauer auch wenn die Preise sehr tief sind.

    grundsätzlich stimmt das! gegen real madrid oder manchester united in der champions league dürfte das stadion auch ausverkauft sein, wenn die billette zwischen 70-300.- sfr kosten. aber im uefa cup ist schon ein wenig fingerspitzengefühl bei den preisen gefragt. so, wie es jetzt der fall ist.

    voll dürfte das stadion aber auch gegen gladbach nicht werden, aber die moderaten preise locken garantiert mehr zuschauer an.

    Zitat von Larry

    Darum: Bim ZSC chaufsch für 28.- s billigste Tix und hocksch dänn eifach irgendwo ane, mach ich jetzt sit 3 Jahr.

    Bim FCZ wär s billigste Tix mit Carte Blanche 30.- i de Kurve, aber all mini Kollege und min Sohn sind uf de OT, und wäg de Sektoretrennig chan ich de Sektor nöd wächsle, also mues ich es Tix für 55.- chaufe. Isch grad de dopplet Priis.

    Spielt aber kei Rolle, min nächste Match isch ev. GC (dört isch günschtig) und dänn YB/Basel im Mai 2015. Ich hoffe es gaht dänn no um öppis, aber es gseht ja guet, nei sehr guet us! Edit: Natürli no FCZ-GC i de letschte Runde, es chönt ja no um viel gah, z.B. um de Abstieg! :razz:

    Priise für BMG sind immer nonig dusse..... :roll:

    da sind aber nöd prise de vorteil, sondern d'infrastruktur vom stadion. und für das chasch jetzt de fcz/cillo nöd würkli verantwortlich mache...

    und das gcn günstig isch verwunderet nöd. wenn d'entwicklig i die igschlagni und üsserscht erfreulichi richtig witer gaht müends gli alli gratis inelah! :razz:

    penalty verschossen, lattenschuss, penalty nicht erhalten: verdienter fcz sieg. wir haben immer noch august und es fehlen nur noch 2 zähler bis zur gesamten punkteausbeute der vorrunde 2013/2014... :razz:

    was wollte ich noch sagen? ah ja, genau: mit salatic hätten sie (vielleicht) gewonnen...und munti ist schon seit der saison 2006/2007 absolut kult in zürich! :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl:

    us de nzz am sunntig vo hüt:

    Ancillo Canepa und Lucien Favre 

    Aussenrist

    Am Ende der erfolgreichen Jahre hatten sie sich nicht mehr lieb. Als der Trainer Lucien Favre 2007 den FC Zürich in Richtung Berlin und Bundesliga verliess, folgte die Kampfscheidung. Favre lotste auch den Assistenten Gämperle, den Spieler von Bergen und später auch Rafael nach Berlin. Der FCZ-Präsident Canepa fühlte sich hintergangen. Spricht man Favre auf den FCZ-Chef an, kann er nur abwinken: «Pas de commentaire.» Scheidungen sind nicht schön und wirken oft nach. Jahrelang. Umso unübertrefflicher ist das Los, das dem FCZ in der Europa League Mönchengladbach beschert. Im Heimspiel am 2. Oktober hofft der FCZ auf viel Publikum, am 11. Dezember kann er den jetzigen Arbeitsort Favres und den eindrücklichen Borussia-Park besichtigen. Vielleicht lädt der besinnliche Advent zur Versöhnung ein. Je mehr Geld Favre-Gladbach dem FCZ einbringt, desto weniger muss das Ehepaar Canepa Ende Jahr drauflegen. Auf der Borussia-Homepage lässt sich Favre so zitieren: «Es ist schön, dass ich nach Zürich zurückkehren werde, ich hatte dort vier phantastische Jahre.» Schöner und weihnächtlicher kann die Europa League nicht sein. (bir.)

    Zitat von Larry

    Wieder falsch!

    Isch scho i de Quali 2x usverchauft gsi, gäge Davos und Chlote.

    De FCZ häd i sinere 118 jährige Gschicht i de Meisterschaft glaub gar nie volle gha und im Europa CUP/CL IMHO 4x (Rangers, Liverpool, Real, Bayern).

    tja, chloote und davos, das sind die 2 clüb wo de schnitt vom zsc ufetrucked. und nöd nume wege de zsc fans wo die mätch gönd go luege...

    s'letscht mal hät de fcz im mai 2011 usverchauft gha bi dem verschissene 2:2 gege basel womer vo de goalchance eigentlich 5:0 hetti müesse günne und dänn direkt id cl cho wäri...

    im europacup sinds übrigens no mindeschtens 2x meh gsi: gege milan und marseille! s'real tix häsch nämli nume im 3-er pack übercho... :razz:

    Zitat von Larry

    Natürlich isch Fuessball beliebter, isch en simple Sport mit simple Regle für simpli Lüüt.. :razz:

    schoso! aber das allei chas nöd si! will: mit dere begründig müessti soccer i de usa mit gaaaanz grossem abstand d'nr. 1 sportart si...:rofl:

    Zitat von Larry

    No öppis: ZSC i de Top 10 vo Europa mit sine Zueschauer, de FCZ nirgends in Euopa und in D wär er uf Platz 38.....

    scho klar, ishockey isch weltwiit i känne 10 länder würkli e sportart vo interesse. da chunsch zimli schnell i top 10 vo de zueschauer...au de verglich hinkt fürchterlich!


    Zitat von Larry

    Mer mues scho Öpfel mit Öpfel und Bire mit Bire vergliiche.

    ebe!


    Zitat von Larry

    ZSC Priise sind doch no chli humaner, bim FCZ händs es für mini Begriff jetzt total übertriebe!

    ich wüsst nöd wo die bim zsc humaner sie sölled? so wies de reto mit em fcz hät, han ichs sit jahre mit em zsc. glegeheitszueschauer und schönwetterfan. und ich gange nur no go luege wämer eine e saioscharte oder es gratistix hät. und zwar hauptsächlich wege de prise. susch wär ich s'einte oder ander mal meh i de halle.

    Zitat von Larry

    Total falsche Ahsatz! :roll:

    Chasch doch Hockey nöd mit Fuessball vergliiche, wo mit eim (!) Match (Basel/GC) dank em Stadion chasch de Schnitt massiv nach obe drucke!

    klar chan ich das! wo doch i allne ishockey forene immer wieder behauptet wird, dass hockey vill beliebter isch i de schwiz als fuessball! aber zueschauerzahle vor ort und im tv bewiesed genau s'gegeteil...

    Zitat von Larry

    Vergliiche chasch aber d Uslastig vo de Halle/Stadion:

    ZSC 80,7%

    FCZ 40.9%

    bime fassigsvermöge vo 11'000 häsch schnell emal e uslaschtig vo 80%, bi 24'000 wird das scho e chli schwieriger. und immerhin gits im fuessball die eine mätch wo de schnitt gege ufe triebed. gnau gno sind's vier: 2x basel und 2x s'pack. d'halle im hockey füllsch genau i de playoffs (und au dete ersch im final, je nach gegner evt. scho im 1/2 final) und susch isch sie die ganz saison nie usverchauft. also de verglich mit de usslaschtig isch komplett nichtssagend i dem fall. :wink:

    was ich eigentlich ha welle säge: d'itrittsprise sind bim zsc genau so massiv vill z'höch wie bim fcz, was eine vo de gründ isch warum beidi club weniger zueschauer händ als eigentlich möglich wäri.

    Zitat von Reto

    Und da wunderet mer sich über wenig Zueschauer ;)

    und trotzdem sinds immer no meh als de zsc hät. und de z hät letscht jahr e überragendi saison gspillt. händ aber au gsalzni prise i de halle!

    p.s. wär aber emal cool, wenn de cillo über sin schatte wür springe und en volle chessel und geili stimmig vor s'kässeli wür stelle! zum bispiel gege gladbach eso: sektore b/d (hinder de goal) fr. 40.- / sektor c (oschttribüne) und sektor a (haupttribüne): üsseri plätz 60.- / gege d'mitti 80.- und i de mitti 100.-

    bi 20'000+ zuschauer gäbts eso öppe en durchschnttspris vome 70-er. bringsch also au über e chischte zäme...

    Zitat von Reto

    Als Mode- und Schönwätterfan wär bi mir d'Gränze, zum eifach zum Plausch chli go luege, sicher nöd über 30 Schtutz.

    :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: du übertriebsch au wie de cillo, eifach andersch ume...

    Zitat von Larry

    Sind zwar no kei Priise dusse aber günschtig wirds sicher nöd!

    Ich würd gern gäge BMG gah, aber ich zahle nöd jede Priis!

    gladbach isch attraktiv gnueg zum 20'000-usverchauft zha!

    ABER: nume binere vernünftige prispolitik! wenn s'günschtigschte billet en 80-er und s'türschte 200.- chostet, füllsch de chessel gar nie! und no schlimmer wirds wenn de cillo s'gfühl hät, tickets nume im 3-er pack für alli spiel welle z'verchaufe. hätter letscht mal scho probiert. isch fürchterlich i d'hose!

    ich rechne jedefalls mit em schlimmste und darum enere eher bescheidene stadionuslaschtig...

    aber chole verdiensch glich. st. galle hät für letscht jahr im uefacup immerhin 2,5 millione übercho vo de uefa!

    Zitat von Mitsch 2006

    nur so als hinweis:
    brunner, der heute im cup gespielt hat, habe ich kürzlich in der 1. liga promotion live spielen gesehen, scheint mir ein riesentalent zu sein. technisch und spielerisch stark und hält auch mal den ,,sparren,, rein.

    cédric?

    Zitat von larlf

    hmmm, das staht eigentlich i jedem normale Reiseführer drin, über praktisch jedi hundskommuni Stadt uf der Wält; Dini sogenannte "Argumänt", wieso Bayern g'hasst wird... (usser natürlich am Breitner sini Ussag, wo öppe so "wichtig" isch, wie die vom Beckenbauer...)
    solang so Spiel wie gester gwunne werdet: Scheissegal, so gits de nöchst Titel i de Sammlig.

    ob de mit de grosse Klappe hüt ächt wieder underforderet isch?
    http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball…/story/29844586
    mal luege, wie lang's gaht (falls überhaupt) bis er vo Afang a i de BL spiele dörf.

    aber ebe genau am breitner sini ussag isch ebe scho zimli typisch für der verein...au wenn er natürli nöd de gsamti verein mit sine fans repräsentiert.

    bim stocker isch mier bis jetzt nöd emal sini gross klappe ufgfalle, aber sis "spezielle" verhalte uf em spielfeld: pauselos usteile - mit zum teil krass unfaire fouls - aber genau gar nüt chöne istecke! aber ich glaub scho, dass er s'fuessballerische rüstzüg hät zum sich i de buli dure z'setze. aber en lernprozess bruchts. genau de git im jetzt aber de trainer vo berlin.

    im ersten abschnitt wird mit wenigen worten - aber trotzdem sehr treffend - beschrieben, weshalb der fc bayern überall so beliebt ist (aus dem heutigen limmattaler):

    Bereit, Bayern? Bereit!

    Fussball 40 Tage nach dem WM-Final startete die Bundesliga – Bayern München gewann dank Toren von Müller und Robben 2:1 gegen Wolfsburg. Von Sebastian Wendel, München

    München, die selbst ernannte Stadt der Superlative. Im Reiseführer steht, der englische Garten sei das schönste Naherholungsgebiet Deutschlands. Die Weisswürste seien die besten weit und breit. In der Allianz Arena, Heimat des FC Bayern München, heisst der Stadionspeaker die Zuschauer im schönsten Stadion der Welt willkommen. Logisch, dass die Klub-Bosse überzeugt sind, mit Pep Guardiola den besten Trainer der Welt zu beschäftigen. Mit Robert Lewandowski spielt neu der treffsicherste Bundesliga-Stürmer der vergangenen Jahre im Bayern-Dress. Gekommen ist er aus Dortmund, was dort den verzweifelten Versuchen, eine langjährige Dominanz des Erzrivalen aus München zu verhindern, einen Dämpfer versetzt hat. Botschafter Paul Breitner prahlt: «Normalerweise ist unsere Mannschaft nicht zu schlagen. Meisterschaft, Pokal, Champions League – wir haben die beste Mannschaft und können alles gewinnen.»

    Guardiola warnt
    Nur einer mochte sich in den letzten Tagen nicht anfreunden mit dem in München überall präsenten «Mia-san-mia»-Gefühl. Der Trainer. Vehement bremste Pep Guardiola vor dem Eröffnungsspiel der 52. Bundesliga-Saison die Euphorie, sagte: «Wir sind nicht in einer idealen Situation.» Abwehrchef Martinez mit Kreuzbandriss ein halbes Jahr out, die sechs deutschen Weltmeister erst seit ein paar Wochen im Training, eine kräfteraubende Promo-Reise in die USA, die 0:2-Niederlage im Supercup gegen Erzrivale Dortmund – tatsächlich deutete einiges auf einen Fehlstart der Münchner hin. «Bereit, Bayern?», fragte mit höhnischem Unterton die «tz» in ihrer gestrigen Ausgabe.

    Guardiola beruhigt sich
    Spätestens 60 Sekunden nach Anpfiff der zweiten Halbzeit ist die Antwort klar: Die Bayern sind bereit – trotz all der Probleme und Guardiolas Understatement. Arjen Robben hat soeben auf Vorlage von Lewandowski zum überfälligen 2:0 getroffen. Nachdem er eine Halbzeit lang fuchtelnd, schreiend und immer wieder die Hände verwerfend die Seitenlinie auf und ab getigert ist, steht jetzt auch der spanische Trainer ruhig an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen der Designerhose. Daran ändert sich nichts, als kurz darauf der Kroate Ivica Olic den Anschlusstreffer für die Gäste erzielt. Zu überlegen ist das Heimteam in dieser Phase gegen einen Gegner, der sich zum Ziel gesetzt hat, in dieser Saison hinter dem Liga-Dominator aus München «the Best of the Rest» zu werden.

    Petkovic ohne neue Erkenntnisse
    Auch der neue Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic ist gestern nach Deutschland gereist. Zwei Wochen vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen England will Petkovic an diesem Wochenende Erkenntnisse über den Formstand der 18 Bundesliga-Schweizer sammeln. In München hat er gesehen, was allgemein erwartet wurde: Ricardo Rodriguez gehört auch in der neuen Saison zu den stabilsten Wolfsburgern. Xherdan Shaqiri beginnt die Spiele dort, wo er sie seit seinem Wechsel nach München meistens begonnen hat: auf der Ersatzbank. Als er nach 60 Minuten für Götze ins Spiel kommt, kann «Shaq» nicht mehr glänzen. Und Klose, vor einem Jahr mit sieben Millionen Franken der Wolfsburger Königstransfer, kommt weiterhin nicht an Eigengewächs Robin Knoche vorbei.

    us de hütige "schweiz am sonntag":

    «Wie eine Terror-Fahndung»

    Berner Fussballfans wehren sich gegen fehlerhafte Ermittlungen der St. Galler Staatsanwaltschaft

    Verhaftet, Wohnung durchsucht, im Polizeiwagen nach St. Gallen verfrachtet: Der 28-jährige YB-Fan P.* galt als einer der Hauptverdächtigen der Ausschreitungen vom Mai 2013. Völlig zu Unrecht.

    Der Anruf erschien ihm seltsam. Er solle unverzüglich in seinem Büro erscheinen, sobald er in der Schule sei, sagte der Direktor zu Schüler P. Im Büro empfingen diesen dann zwei Herren: Zivilfahnder. Er sei einer der zwei Hauptverdächtigen der Ausschreitungen der YB-Fans vom 4. Mai 2013, eröffneten ihm die Ordnungshüter im März. YB-Fans hatten in St. Gallen eine WC-Anlage demoliert, nachdem ein Kollege wegen Pyros festgenommen wurde. Sachschaden: rund 50 000 Franken.

    Die Liste der Straftaten, die P. begangen haben sollte: Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Verstoss gegen das Vermummungsverbot. «Ich war sehr schockiert», erzählt P. Er ist 28 Jahre alt und steht im letzten Jahr einer Vollzeitausbildung. «Zuerst wollte man mich in Handschellen von der Schule abführen.» Er habe darum gebeten, dies nicht zu tun. Wenigstens darauf hätten die Fahnder verzichtet. Zunächst ging es zu seiner Mutter, wo er nach einem Auslandaufenthalt wohnte. Dort warteten drei weitere Polizisten. Sie durchsuchten P.s Zimmer, den Keller, beschlagnahmten einen Halswärmer, eine Regenjacke einer Berner Ul tra-Gruppierung, den Computer und Datenträger. Dann wurde P. im Polizeiwagen zur St. Galler Staatsanwaltschaft verfrachtet. Die Staatsanwältin legte Fotos vor, die P. zeigen sollten. «Ich sah auf Anhieb, dass ich das nicht bin», erzählt er. «Weiter spielten sie mir ein Video der YB-Fans ab.» Ein Pfeil verdeutlichte, wo er sei.

    Für die Staatsanwältin schien der Fall klar: gleiche Kleidung, gleiches Aussehen. Doch P. betonte, er sei das nicht. Die Staatsanwältin setzte Druck auf. Man könne ihn auch in U-Haft nehmen, drohte sie. Dann erkannte sich P. plötzlich auf einer Video-Sequenz: Er kommt in grauer Jacke von einem Catering-Stand, Meter von den Ausschreitungen entfernt. Der Staatsanwältin sei die Ernüchterung im Gesicht gestanden. Sie entschuldigte sich knapp: Das passiere sonst nicht.

    «Wir beschönigen nichts. Es gab kurze Ausschreitungen und eine kaputte WC-Anlage. Und wer Sachbeschädigungen begeht, soll zur Rechenschaft gezogen werden», sagt Lukas Meier von der Fanarbeit Bern. «Aber was jetzt geschieht, ist rechtsstaatlich extrem bedenklich. Das ist beinahe wie bei einer Terroristen-Fahndung.» 38 YB-Fans hat die St. Galler Staatsanwaltschaft angeklagt. Letzte Woche schrieb sie zehn Personen verpixelt zur Internet-Fahndung aus. Fünf meldeten sich bis gestern Abend. Ab Montag sollen die restlichen Bilder unverpixelt zu sehen sein.

    Die Staatsanwaltschaft täuschte sich nicht nur bei einem Hauptverdächtigen. Vier weitere Personen erhielten eine Vorladung, obwohl sie gar nicht in St. Gallen waren. In einem Fall half ein Anwalt. Zwei weitere Fans konnten beweisen, dass sie nicht am Spiel waren. «Und in einem vierten Fall ist die Einsprache noch hängig», sagt Meier. Er spricht von «schlechter Fahndungsarbeit» und bezweifelt, dass «ein kaputtes WC Abholungen, Hausdurchsuchungen und Internet-Fahndung» rechtfertigen. Meier sagt: «Das sind extreme Eingriffe in die persönliche Freiheit.» Es habe keinerlei Verdunkelungsgefahr bestanden. «Da ging jedes Augenmass verloren.»

    Im Fokus der Kritik steht Thomas Hansjakob, der leitende Staatsanwalt. Er gilt als Hardliner, der selbst vor Telefonüberwachungen gegen Fans nicht zurückschreckt. Er ordne vorschnell Hausdurchsuchungen an, sagen Fankenner vor Ort. «Man könnte die Fans auch vorladen», sagt Anwältin Manuela Schiller. «Doch man will sie einschüchtern.» Sie wirft Hansjakob vor, «nicht mit gleichen Ellen» zu messen: «In einem Gerichtsverfahren gegen einen FCB-Fan logen zwei Securitas brandschwarz.» Videoaufnahmen hätten das bewiesen. Doch Hansjakob habe kein Verfahren eingeleitet. «Obwohl falsche Anschuldigung und falsches Zeugnis Offizialdelikte sind.» Auch SVP-Nationalrat und Fussballkenner Lukas Reimann findet: «Die Polizei hätte wichtigere Aufgaben, als Fans zu behandeln wie organisierte Kriminelle.»

    «Fänden wir die Massnahmen nicht verhältnismässig, würden wir sie nicht anordnen», kontert der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Baumann. Im Fall der YB-Fans gehe es «um mehrfache schwerwiegende Tatbestände». Dass eine falsche Person verhaftet werde, könne «immer wieder vorkommen». Hansjakob selbst betont, die Hausdurchsuchungen in St. Gallen hätten «allesamt Pyros zum Vorschein gebracht». Er verteidigt die harte Linie: «Mittlerweile haben wir mit den Heimfans nicht mehr die geringsten Probleme, mit Auswärtsfans keine grossen.» P. selbst erhielt nie eine schriftliche Entschuldigung, obwohl er sie anforderte. Auch keine Entschädigung für die Umtriebe. Nur einen Brief mit der Bestätigung der Vorladung. Und, Wochen später, noch die Verfügung, das Verfahren gegen ihn sei eingestellt.


    der kommentar dazu aus der selben zeitung:

    Fussballfans sind kein Freiwild

    Die Nachricht: Die St. Galler Staatsanwaltschaft sucht per Internet-Fahndung nach YB-Fans, die 2013 an Ausschreitungen beim Spiel gegen den FC St. Gallen beteiligt waren.

    Der Kommentar: Nein, die St. Galler Staatsanwaltschaft führe kein Verfahren gegen YB-Fans, sagte deren Sprecher am 24. Januar 2014, von der «Schweiz am Sonntag» mit entsprechenden Recherchen konfrontiert. Selbst auf den Hinweis, die Kapo bestätige, das Material für die Verfahren der Staatsanwaltschaft übergeben zu haben, spielte der Sprecher den Unwissenden. Erst Staatsanwalt Thomas Hansjakob selbst bestätigte sie. Das sei eine «Notlüge», eine «taktische Lüge» gewesen, sagt der Sprecher heute. Man habe die Verhaftungen nicht gefährden wollen.

    Mit Verlaub: Lügt eine offizielle Stelle, in diesem Fall immerhin eine Staatsanwaltschaft, eine Zeitung derart unverfroren an, hinterlässt das einen schalen Nachgeschmack. Umso mehr, wenn sich dann zeigt, dass dieselbe Staatsanwaltschaft einen Unschuldigen zu einem der zwei Hauptverdächtigen macht. Und dazu noch vier Personen vorlädt, die gar nicht erst an besagtem Spiel waren.

    Wie ernsthaft sucht diese Staatsanwaltschaft die Wahrheit? Nach bestem Wissen und Gewissen? Unvoreingenommen und ohne Vorverurteilung? So, wie man es von einer Justizbehörde erwarten darf?

    Keine Frage: Wer als Fussballfan an Ausschreitungen, Bedrohungen, Landfriedensbrüchen beteiligt ist und gegen das Vermummungsverbot verstösst, soll bestraft werden. Fussballfans sind aber kein Freiwild. Das Hooligan-Konkordat ist kein Freipass dafür, Kernprinzipien des Rechtsstaates wie Verhältnismässigkeit und Unschuldsvermutung ausser Kraft zu setzen. Eine Staatsanwaltschaft darf auch nicht leichtfertig Kollateralschäden in Kauf nehmen. Die Sorgfaltspflicht gilt auch für Fussball-Fans.