Beiträge von snowcat
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Zitat von Champs-de-Mars
Jetzt noch per Ende Saison 2014/2015 sich von Chiumiento und Näf trennen, dann kommt es gut.
von näf wird man sich kaum trennen. bei ihm glaub ich aber immer noch, dass er noch einige gute spiele abliefern wird. allerdings nicht in der innenverteidigung. da will er zwar hin, aber da gehört er nicht hin. -
lauf fifa findet die wm definitiv im winter statt!
für die spieler und die zuschauer vor ort natürlich sinnvoll. für tv zuschauer in unseren breitengraden und für die dann laufenden meisterschaften voll scheisse.
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der fcz verlängert den auslaufenden vertrag mit teixeira nicht. wieder ein grossverdiener weniger, der manchmal gut spielte, aber sicher nie der abwehrpatron (à la tihinen) war, den man sich erhoffte. fürs selbe - oder weniger - geld gibts besseres.
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Zitat von Larry
Ein früherer Mitarbeiter sagt: «Ohne das finanzielle Engagement der Canepas gäbe es den FCZ nicht mehr.»
das sollte man bei aller - zum teil sicher auch berechtigten kritik - nie vergessen!p.s. die facebook gruppe "canepas raus" zählt übrigens ganze 72 mitglieder...und ich bin sicher, dass es sich ausnahmslos um sehr gut situierte mitglieder der gesellschaft handelt, welche es in unserer wirtschaftswelt "geschafft haben"!

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Zitat von Larry
Aber wieder spannend bis zur letzten Sekunde - wann gibt es das schon z.B. beim Fussball?
na ja, dafür wird ein fussballspiel auch nicht alle 2 sekunden unterbrochen... :razz:p.s. werde am 2.2./3.2. mit deinem junior den super bowl anschauen. vielleicht ändere ich ja danach meine meinung über das langweiligste spiel der welt...

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gaaaanz vill qatar i de hütige nzz:
Schuften für den Traum der anderen
Abdul hat Angst. Vor der Regierung. Darum ist Abdul nicht sein richtiger Name. Sondern der, mit dem er von den Arbeitsmigranten in Katar erzählt. Abdul ist so etwas wie deren Anwalt, ein junger Mann indisch-pakistanischer Abstammung, in Katar seit der Geburt. Was er schil-dert, deckt sich mit dem, was Amnesty International Ende 2013 über die Missstände auf katarischen Baustellen berichtet hat. Abdul sagt, 60 Prozent der mehr als 1 Million Arbeiter verrichteten ihr Werk unter menschenunwürdigen Verhältnissen. Andere sprechen von 15?Prozent, schwer zu sagen, was der Wahrheit näherkommt.
Sicher scheint, dass jeden Monat Dutzende sterben, wegen Unfällen, Überhitzung, Unterernährung. Das wären, wenn sich nichts ändert, 4000 Tote bis zur Fussball-WM. Der Sklaven-WM? Täglich schuften die Arbeiter 12 bis 14 Stunden. Manche bei Tätigkeiten, für die sie nicht ausgebildet sind. Unter Chefs, die sie nicht kennen. Ohne zu wissen, was ihre Rechte sind. Schlechte oder keine Sicherheitsvorkehrungen, schlechte oder keine medizinische Betreuung, schlechte oder keine Bezahlung. Abdul sagt: «Der Westen meint, es sei leicht, Schuldige zu benennen. Das ist falsch.»
Das Drama fängt in der Heimat der Arbeiter an, in Nepal, Pakistan, Indien. Bei den Rekrutierern, in deren Schuld sich die Arbeiter begeben, um die Reise zu bezahlen. Manche verkaufen alles Land, das ihre Familien besitzen. Ein Teufelskreis. Wer Glück hat, kann das Darlehen nach einem Jahr in Katar abtragen. Andere nicht.
Und alle begeben sich in die Abhängigkeit vom Kafala-System, das am ganzen Golf die Arbeitswelt steuert. Jeder Ausländer hat einen Bürgen, einen «Kafil»: meistens der Arbeitgeber. Das Regelwerk geht aus beduinischer Tradition hervor, die Vollmachten der Bürgen reichen weit. Sie können Jobwechsel verbieten, Ausreisen verhindern - was Bauarbeiter ebenso betrifft wie Professoren, Trainer, Banker. Und Abdul. Und auch Fussballer wie den Franzosen Zahir Belounis, dessen Fall kürzlich Aufsehen erregte, weil sein Verein ihm die Heimkehr versagte.
Belounis ist zurück, die Arbeiter bleiben. Abdul sagt: «Sie wollen ja arbeiten und Geld heimschicken. Aber sie erhalten nicht, was ihnen versprochen wurde.» Wer sich wehren will, dem fehlt das Geld für die Verfahrenskosten. Und wer seine Botschaft um Hilfe ersucht, erfährt kaum Unterstützung, weil die Arbeiter für ihre Heimatländer ein wichtiger Beitrag zum Bruttosozialprodukt sind.
Selbst wenn Katar gegen die Missstände vorgehen wollte, wie die Regierung behauptet: Baustellen sind ein undurchsichtiges Gewirr aus Subunternehmern, lokalen Unternehmern, ausländischen Unternehmern. Wer kontrolliert wen, und wie soll ein Land von 2?Millionen Einwohnern genügend Aufsichtspersonal stellen, wenn über die Hälfte aus Bauarbeitern und Angestellten in Privathaushalten besteht?
«Bitte», sagt Abdul, «berichte vom Skandal. Aber gib nicht nur den Katarern die Schuld. Es ist viel komplexer.» Und: «Die Leute von der Fifa sind Heuchler. Aber es ist gut, dass die WM kommt. Die Baustellen gäbe es auch so. Doch mit der WM bekommen die Arbeiter wenigstens Aufmerksamkeit.» Christof Gertsch
Nasser al-Khater, Marketing- und Kommunikationschef der Fussball-WM 2022:
«Ich sage nicht, dass wir keine Probleme haben. Wir haben Probleme»
Die Fifa diskutiert, ob die WM 2022 wegen der Hitze vom Sommer in den Winter verlegt werden soll. Welchen Standpunkt vertritt das WM-OK?
Ob Sommer oder Winter ist uns egal. Wir werden rechtzeitig parat sein. Und sollte man sich für den Winter entscheiden, arbeiten wir dennoch weiter an der Entwicklung der Kühlungstechnologie.Eine WM in der Wüste, gekühlte Stadien - braucht es das?
Ich bitte Sie! Es gibt viele Länder mit ähnlich schwierigen klimatischen Bedingungen. Es kann nicht sein, dass es all diesen Ländern ewig verunmöglicht ist, grosse Wettkämpfe durchzuführen. Mit unseren Forschungen eröffnen wir vielen Ländern neue Optionen. Und ich rede nicht nur von heruntergekühlten Stadien, es geht beispielsweise auch um heruntergekühlte Public-Viewing-Zonen.Hat Katar mit zwei Millionen Einwohnern Verwendung für zwölf grosse Fussballstadien?
Nein. Im Bewerbungsverfahren redeten wir von zwölf. Die Fifa sagt, wir sollen so viele bauen, wie nötig sind. Also acht bis zwölf.Acht Stadien mit Platz für 40 000 bis 60 000 Zuschauer wären immer noch zu viel.
Darum werden nach der WM die meisten auf eine Kapazität von rund 20 000 Plätzen reduziert.Ist das nachhaltig?
Mit den zurückgebauten Installationen werden wir versuchen, andernorts Stadien zu errichten, in Afrika, Asien. Die WM 2022 wird mehr hinterlassen als viele zuvor. Auch weil es eine WM der kurzen Wege wird, nicht wie Brasilien.Und eine WM mit erheblichen Missständen auf den Baustellen.
In unserem Strategieplan von 2011 steht, dass die Arbeiter ein zentrales Thema sind. Wir wissen, dass sich einiges ändern muss. Aber Sie sollten verstehen, dass die Bedingungen auf dem Bau auch ohne die WM Realität wären - zumal die ersten Arbeiten, die im Zusammenhang mit der WM stehen, erst im Januar aufgenommen werden.Was tun Sie für die Arbeiter?
Wir haben Vorgaben aufgesetzt, die zum Teil weiter als internationale Gesetze gehen und an die sich alle Unternehmen halten müssen.Wie stellen Sie das sicher?
Durch ein dreistufiges System. Die Bauunternehmen werden sich selber kontrollieren müssen. Wir werden sie kontrollieren. Dazu kommt eine unabhängige Instanz.Wir sitzen seit einer halben Stunde hier und reden über Kritik an der WM 2022.
Katar-Bashing scheint eine Modeerscheinung geworden zu sein. Ich verlange ja nicht, dass alles rosarot dargestellt wird, ich wünsche mir nur Ausgeglichenheit. Wenn ich in Europa mit Journalisten rede, die Artikel über uns schreiben, und sie frage, ob sie schon einmal in Katar gewesen seien, sagen die meisten: Nein. Das gehört sich doch nicht.Wie wollen Sie das ändern?
Ich kann mich hinsetzen und mich so klug und ehrlich wie möglich mit Ihnen unterhalten, damit Sie mich verstehen. Ich sage nicht, dass wir keine Probleme haben. Wir haben Probleme. Aber wir sind ein junges Land, in knapp 20 Jahren hat sich die Bevölkerung vervierfacht. Wir brauchen Zeit. Und Menschen, die uns helfen. Aber mit konstruktiver Kritik.Man könnte sagen, die Zeit sei nicht reif für eine WM in Katar.
Falsch. Wir hatten das beste Dossier. Und wir haben die ganze arabische Welt im Rücken. Als wir die WM zugesprochen erhielten, standen 10 000 Menschen auf den Strassen Ad-Dauhas. Sie schwenkten Fahnen. Und nicht nur die katarische. Auch die libanesische, ägyptische, saudiarabische. Sie können sich nicht vorstellen, welche Freude es für die ganze Region ist, dass die WM kommt. Interview: Christof GertschWie sich der französische Fussball kaufen lässt
Die katarische Geldspur führt nach Paris und Barcelona
Bereits zum dritten Mal weilte der französische Fussballklub Paris St-Germain über Neujahr in Ad-Dauha. Diesmal testeten die Pariser gegen Real Madrid. Die Spanier gewannen 1:0. Über die Siegprämie ist nichts bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass die Königlichen nicht gratis als Sparringpartner unterwegs sind. Katar pumpt durch gezielte Kanäle Mittel in den Fussball, der dauerhaft von Kapitalbedarf geplagt wird.
Der Wüstenstaat rettete 2011 nicht gerade den französischen Fussball. Das wäre übertrieben. Aber Katar übernahm PSG und kaufte sich mit dem Fernsehsender al-Jazira in der Ligue 1 ein. Seither wird PSG mit einem dreistelligen Millionenbetrag und Top-Transfers (Ibrahimovic) hochgerüstet. Schon 2013 wurde PSG Landesmeister und peilt im Schnellverfahren den Champions-League-Thron an. Katar stösst PSG in den Konzertsaal der Grossen des europäischen Fussballs. Man kann das guten Gewissens als «Erfolg kaufen» brandmarken. Aber im Fussball wurde Geld schon sinnloser verschleudert als nun in Paris.
Geld wirkt. PSG wertet die Ligue 1 auf und stärkt ihren Uefa-Koeffizienten, der entscheidet, wem auf dem Weg in die Champions League wie hohe Hürden in den Weg gestellt werden. Weder in Lyon noch Marseille oder Bordeaux beklagt man sich über kleinere Hürden. Man reklamiert auch nicht, wenn Fernsehgelder weitersprudeln. Die Einnahmestruktur der Ligue 1 ist mit 60 Prozent stark auf das Fernsehen reduziert. Der TV-Vertrag kann seit 2012 nur dank al-Jazira mit jährlich gegen 600 Millionen Euro ungefähr gehalten werden. Vorher waren es 670 Millionen gewesen.
So viel wie befürchtet ging nicht verloren. Dank dem Geld aus der Wüste. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass der französische Uefa-Präsident Michel Platini 2010 an der berüchtigten WM-Vergabe für Katar 2022 stimmte. Platini liess sich nicht selber kaufen (wie mutmasslich andere Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees), sondern er liess wohl den französischen Fussball kaufen. Jedenfalls würde das Timing stimmen: 2010 WM-Wahl Katars, 2011 Einstieg Katars in Frankreich.
In den Zeitablauf passt das Ende einer 112-jährigen Tradition in Barcelona. Mitte 2010 wurde Sandro Rosell Präsident des FC Barcelona. Ein halbes Jahr später und unmittelbar nach der WM-Wahl Katars gab er bekannt, dass ab 2011 der Schriftzug «Qatar Foundation» auf dem Barça-Trikot prangt. Das bringt in fünf Jahren gegen 170 Millionen ein. Zuvor hatte der Klub das Trikot nie verkauft und zuletzt sogar für das Hilfswerk Unicef geworben, dem weiterhin Barça-Geld zufliesst. Rosell hatte für die irritierte Barça-Gemeinde zwei Botschaften: Man müsse Opfer bringen, «um Messi halten zu können». Und man unterstütze mit der «Qatar Foundation» wohltätige Zwecke. Seit 2013 steht neu «Qatar Airways» auf dem Barça-Trikot. Das ist definitiv keine wohltätige Organisation. Das Beispiel zeigt, wie katarische Institutionen verflochten sind.
PSG wird versuchen, die Financial-Fairplay-Regeln der Uefa auszuhebeln, die überbordendes Mäzenatentum stoppen will. Der Klub könnte vorgeben, dass die Tourismusbehörde Katars, die Hauptsponsorin ist und pro Jahr gegen 200 Millionen überweist, nichts mit den Klubbesitzern Qatar Sports Investment zu tun hat. Was sicher ist: Die 200 Millionen haben mit Marktpreisen nichts zu tun.
Kritik am Modell PSG hat der selbsttragende FC Bayern München geäussert. Nicht nur PSG weilt dieser Tage im europäischen Winter kurz in Katar, sondern auch die zwei Bundesliga-Klubs Schalke 04 und Bayern München. Sie tun das nicht nur der Temperaturen wegen. Peter B. Birrer
Die Ambitionen eines Herrscherclans
Mit der Fussball-WM 2022 und anderen Sportgrossanlässen will sich der reiche Wüstenstaat Katar für die Zeit nach Öl und Erdgas absichern. Doch der Weg, der dorthin führen soll, ist umstritten. Und die Hürden sind hoch. Von Christof Gertsch, Ad-Dauha
Eine Hotellobby in Ad-Dauha, der Hauptstadt Katars, früher Abend: An der Wand hängt ein Fernseher, aus einem halbleeren Stadion wird Fussball übertragen, der Ton ist aus. Neben der Réception zwei abgewetzte Ledersofas, ein Salontisch und ein Schild: «Reserved». Reserviert für die einheimischen Männer in ihren weissen Gewändern, sie trinken Tee und rauchen. Hinter ihnen der Gang, der zu den hoteleigenen Restaurants führt, Buffets voller Essen, allein oder in versprengten Gruppen sitzen die Ausländer vor den Tellern, die Hemden aufgeknöpft. Es war ein langer Tag, bald werden sie auf ihre Zimmer verschwinden. Und aus den Küchen die Geräusche unsichtbarer Menschen und klirrenden Geschirrs, bis tief in die Nacht.
Der Wüstenstaat, der in knapp einem Jahrzehnt den grössten Sportanlass der Welt organisieren wird, die Fussball-WM 2022, ist ein bisschen wie diese Hotellobby. Ein paar Katarer, die noch vor einem halben Jahrhundert in Zelten lebten und arm wie Kirchenmäuse waren - und heute reich durch Öl und Erdgas sind und einen Wolkenkratzer um den anderen hochziehen lassen. Dann die ausländischen Banker, Architekten und Ingenieure, die dem Geld hinterherreisen - und vielleicht morgen schon woanders sind, ein Leben in der Transitzone. Und schliesslich die Arbeitsmigranten, die Bauarbeiter, Küchenhilfen, Bediensteten, die unter oft menschenunwürdigen Bedingungen schuften - und vom Traum der anderen nur den Dreck abbekommen.
Drei Menschengruppen, die nichts miteinander verbindet ausser Ort und Zeit. Und der Fernseher, der Fussball zeigt, obwohl keiner hinschaut. Und die Frage, die so sehr einer Beantwortung harrt: Ist es richtig, dass in einem Land ohne Sporttradition, aber mit unbarmherzig heissen Sommern und einem von Missständen geprägten Arbeitsmarkt die Fussball-WM stattfindet? In einem 11 500 Quadratkilometer kleinen Land (Platz 164 in der Welt) mit zwei Millionen Einwohnern (Platz 144 in der Welt) und 6500 lizenzierten Fussballspielern (Platz 155 in der Welt)? Welcher Spötter hat sich diese Vision ausgedacht?
Das ist es, was sich der Westen fragt.
Die Katarer denken anders. Voller Selbstvertrauen sagen sie, es sei höchste Zeit, dass die WM in den arabischen Raum komme. Und nicht anders als die 250 000 Katarer reden die Expats, also die Ausländer, von denen es hier rund siebenmal mehr gibt. Etwa der Deutsche Tilman Engel, bis 2009 Chef von Katars Fussballliga, der Qatar Stars League. Er sagt: «Die WM gehört nach Katar, stellvertretend für alle arabischen und islamischen Räume im Mittleren Osten, in Afrika und in Asien.»
Entstanden auf dem Reissbrett
Was man schon für sich genommen für eine irre Idee halten kann, ist in Wahrheit Teil eines noch viel umfangreicheren Plans. Er heisst «Qatar National Vision 2030» und soll Katar ein Auskommen nach dem Reibach sichern. Das Emirat wäre unbedeutend, wenn es nicht über Öl und zusammen mit Iran über das grösste Erdgasfeld der Welt verfügte. Und Katar wird wieder unbedeutend sein, wenn die Vorkommen zur Neige gehen und es nicht gelingt, bis dahin unabhängig von Rohstoffen und der Welt von anderem Nutzen zu sein.
Der Weg, der dorthin führen soll, ist entstanden wie die Hauptstadt: auf dem Reissbrett, also im Kopf des Scheichs Hamad bin Khalifa al-Thani, des Emirs von 1995 bis 2013 und Vaters des jetzigen Anführers, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani. Er gilt als Vordenker und Veränderer. Was noch zurückhaltende Beschreibungen sind für einen Mann, der am Ursprung von Projekten wie diesen steht: neuer Flughafen (Kostenpunkt 11 Milliarden Dollar), neuer Hafen (7 Milliarden Dollar), neue Metro (8 Milliarden Dollar), neue Innenstadt (20 Milliarden Dollar), neue «Education City» (8 Milliarden Dollar). In Katar soll eine neue Moderne entstehen, eine Gesellschaft, die von Ad-Dauha als Transport-Drehscheibe, als Finanzzentrum, als Hotspot für Geschäftsreisende, als Wissenschaftsmacht lebt. Dafür werden renommierte ausländische Universitäten hergelockt, und Steuern gibt es keine.
Doch der Traum vom Aufbruch wird auch in der unmittelbaren Nachbarschaft Katars gehegt, in Bahrain oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Weshalb man nachvollziehen kann, dass es Zweifler gibt, Zweifler wie Guido Steinberg, ein Kenner der Region, der für das German Institute for International and Security Affairs über den Mittleren Osten forscht. Steinberg sagt: «Es gibt viel Konkurrenz. Und ich bin skeptisch, ob sich Katar durchsetzt.»
Als Merkmal zur Unterscheidung von den Mitstreitern dient der Sport. Dabei ist noch nicht von der Fussball-WM die Rede und nicht von der geplanten Bewerbung um Olympische Spiele, sondern von den über vierzig relevanten internationalen Wettkämpfen, die jedes Jahr in Ad-Dauha stattfinden (vgl. Übersicht auf Seite 35). Katar hat sich, vom Westen fast unbemerkt, zu einem Zentrum für Sportgrossanlässe gemausert. Und streckt die Fühler noch weiter aus. Der 1996 gegründete Fernsehsender al-Jazira ist ein mächtiger Player im Markt europäischer TV-Fussballrechte. Und via die Qatar Sports Investments, einen Ableger der Qatar Investment Authority, legt das Büro des Emirs die Staatseinnahmen aus Öl- und Erdgasverkäufen auch direkt im ausländischen Sport an - etwa im FC Barcelona und bei Paris St-Germain. Beide, al-Jazira und Qatar Sports Investments, zählen für das Branchenmagazin «SportsPro» zu den 50 einflussreichsten Firmen der globalen Sportindustrie.
Sport für Sicherheit
Sport ist in vielen Ländern der Welt eher ein politisches Mittel als ein gesellschaftliches Vergnügen. Aber in Katar ganz besonders. Erstens sollen die ungesund lebenden Katarer zum Sporttreiben animiert werden, weil nur ein leistungsfähiges Volk die Erwartungen der Herrscher erfüllen kann. Zweitens dient der Sport als Motor, um Infrastrukturprojekte voranzutreiben - etwa die Fussball-WM, derentwegen die Anzahl Hotelbetten von 20 000 mehr als verdoppelt werden muss. Und drittens, und dieser Aspekt wird vom offiziellen Katar verneint, wohl weil er der wichtigste ist, drittens sollen Anlässe wie die WM helfen, die sicherheitspolitische Situation zu verbessern. So fragil die Zustände in der arabischen Welt sind, so sehr fühlt sich Katar bedroht. Zum einen durch Iran, mit dem sich Katar das Erdgasfeld teilt, zum anderen durch den grossen Bruder Saudiarabien, den das aufmüpfige Katar, einst ein getreuer Untertan, zunehmend ärgert. Katar ist gegenüber gewissen westlichen Werten weniger verschlossen als auch schon, zum Beispiel ist die Tür für Frauensport einen Spaltbreit offen, und Katar hat in Konflikten des arabischen Frühlings eine Vermittlerrolle eingenommen. Ausserdem unterstützt Katar nicht dieselben aufständischen Gruppierungen wie Saudiarabien.
Kurz: Anders als in der Vergangenheit schafft sich das Emirat Feinde, weshalb eine breite Weltöffentlichkeit ein Interesse an seinem Fortbestand haben soll, quasi für den Notfall. Oder in den Worten Guido Steinbergs: «Es ist natürlich schwieriger, sich ein Land einzuverleiben, das die Fussball-WM organisiert, als irgendein obskures Land, von dem die Welt knapp den Namen kennt.»
Und dafür werden futuristische Stadien geplant und allein in die Fussball-WM 30 Milliarden Dollar investiert. Und in die «Qatar National Vision 2030» das 10- bis 15-Fache.
Aber ist die Macht des Geldes grenzenlos? Wer im Westen Ad-Dauhas über das Gebiet der Aspire Zone geht, denkt erst einmal: Ja. Die kreisrunde Anlage mit neun Kilometern Umfang ist das Herz des katarischen Sports, entstanden 2006. In der Mitte ein Fünfsternehotel, das für sich allein ein Wunderwerk ist, 300 Meter hoch und der olympischen Fackel nachgeahmt. Darum herum eine Sportklinik, Outdoor-Felder, Golfplätze und eine Schwimmhalle. Und das Khalifa International Stadium, dessen Zuschauerkapazität für die WM auf 60 000 erhöht wird. Und der Aspire Dome, die grösste Multisporthalle der Welt mit einem Indoor-Fussballfeld für 6000 Zuschauer, einer Leichtathletik-Bahn und weiteren Anlagen für zehn gleichzeitig stattfindende Wettkämpfe, Squash, Volleyball, Judo, alles.
Hier wurde gebaut, damit in Katar spriesst, was zweifellos fehlt: gute Sportler. Denn Sportbegeisterung entsteht nur, wo eigenen Stars zugejubelt werden kann. Das zeigt sich an der Qatar Stars League, die über ein eher bescheidenes Niveau verfügt und für westliche Verhältnisse auf wenig Interesse stösst. Das zeigt sich überhaupt an allen Wettkämpfen in Katar, die vor halbleeren Zuschauerrängen stattfinden. Bei acht Olympiateilnahmen seit der Unabhängigkeit von England 1971 hat das Emirat gerade einmal vier Medaillen gewonnen. Es gibt in diesem Land keine Hinterhöfe, in denen Fussball gespielt wird, keine Wälder, in denen Kinder herumtollen, keine Wiesen, auf denen Frisbees fliegen.
Es gibt «keine Mentalität der körperlichen Ertüchtigung», wie Ivan Bravo sagt - weshalb die Frage, wie konkurrenzfähige Sportler heranwachsen sollen, wenn die Viertelmillion Einheimische nie und nimmer an das für Sporterfolge kritische Mass heranreicht, auch für ihn ein Buch mit sieben Siegeln ist. Der Spanier, einst Chef für strategische Projekte bei Real Madrid, ist Direktor der Aspire Academy, eines Ausbildungszentrums für 200 bis 300 Kinder zwischen 12 und 18 Jahren, katarische Kinder und solche von Expats. Drei Viertel sind Fussballer, und bisher einer, der Hochspringer Mutaz Essa Barshim, ging als Olympiamedaillengewinner aus der Lehre hervor. Fünf Tage pro Woche leben die Sportler auf der Anlage, gehen zur Schule, trainieren, bekommen alles bezahlt - vom Laptop, mit dem sie sich bei Wettkampf-Abwesenheiten mit dem Klassenzimmer und dem Lehrer verbinden, bis zur Ausrüstung. «Wir wollen grossartige Athleten, grossartige Menschen erziehen», sagt Esperanza Campuzano, eine Mitarbeiterin Bravos, während sie durch die Räumlichkeiten führt. Sie sagt: wir - wie viele Expats hier, die Katar herholt, weil das Know-how an allen Ecken und Enden fehlt. Auf jeden Einheimischen kommen im katarischen Sport fünf Expats. Campuzano hat ein Berufsleben lang in den Bereichen Sport und Bildung gearbeitet, sie kann mit strahlenden Augen und südländischer Verve von der Freude erzählen, Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten. Und sie ist zum Schluss gelangt, dass «alle Länder sparen müssen», nur Katar nicht. «Ich kenne keinen Ort auf der Welt, der so viel in Sport und Bildung investiert wie Katar.»
Die Frage, ob Investitionen die Antwort auf alles sind, lässt sich stundenlang diskutieren, etwa mit Ivan Bravo und Markus Egger, dem früheren Direktor der Fussballabteilung von Red Bull und heutigen Chef für strategische Projekte in der Aspire Academy. Auch sie wissen es nicht. Aber wenigstens merkt man ihnen an, dass sie die Herausforderung reizt.
Ein Berg für die Rad-WM
Gleich ergeht es Pia Sundstedt, einer Mountainbikerin aus Finnland, Olympiateilnehmerin. Sundstedt ist nach Katar gezogen, weil ihr Mann einen Job in der Sportklinik angenommen hat. Das Paar führt das typische Leben von Expats, «ein Leben in einer Blase», wie Sundstedt sagt, fernab des Lebens der Einheimischen, «aber es gefällt uns», ein Leben zwischen Apartment-Siedlung, Shopping-Mall, Strand, Aspire Zone. Sundstedt unterrichtet in einem Programm nur für Mädchen, die Sportklubs im Land sind den Buben vorbehalten. Seit November ist sie zudem Trainerin des Rad-Frauennationalteams, wobei Nationalteam ein grosses Wort ist. Es ist mehr ein Projekt, eines, das zeigt, dass die Katarer zumindest im Ansatz versuchen, die Stellung der Frau im Sport zu verbessern. 2012 in London nahmen erstmals Frauen aus Katar an Olympia teil, eine Tischtennisspielerin, eine Schützin, eine Schwimmerin. «Eine bahnbrechende Entwicklung für ein Land, in dem die Scharia gilt», sagt Ruben Goebel, ein deutscher Sportwissenschafter von der Qatar University.
27 Mountainbikes stehen Sundstedt zur Verfügung, Rennvelos gibt es nicht. 30 Mädchen und Frauen sind angemeldet, zweimal pro Woche ist Training, bald kommen 12, bald 18, manche halten 60, andere nur 2 Kilometer durch. «Keine Ahnung, wohin das führt», sagt Sundstedt. «Es ist ein Versuch.» Einer, der entstanden ist wie vieles hier: quasi über Nacht. Irgendjemand im Veloverband hatte eine Idee und begegnete zufällig Sundstedt, Wochen später wurde ein Treffen mit dem Direktor anberaumt, im Zielbereich der Tour of Qatar in einem Zelt - und schon war Sundstedt angestellt. Als Entwicklungshelferin, die sich in den Trainings von einer Krankenschwester begleiten lässt. Und von der Polizei, die die Strecke, eine Zufahrtsstrasse zum Motorrad-Rundkurs Lusail Track, eigens dafür absperrt.
Kein Aufwand ist zu gross. Auch nicht jener für die Rad-WM, die 2016 in Katar stattfinden. Weil sich der Weltverband einen Parcours mit Hindernis wünscht, Katar aber topfeben ist, soll ein künstlicher Berg hingebaut werden. Berge bauen, warum auch nicht? Es sind Anekdoten wie diese, die Unbehagen auslösen, zum Teil auch unter Katarern. Berge bauen. Oder eine Fussball-WM mit vollklimatisierten Stadien, vollklimatisierten Public-Viewing-Zonen, vollklimatisierten Zugangswegen durchführen. Oder, ganz generell, mit horrendem Tempo in die Zukunft schreiten wollen und Arbeiter ausbeuten. Doch der Sport spielt mit. Just im Umfeld der WM-Vergabe 2010 ist so viel Geld aus Katar in den internationalen Fussball geflossen, dass es naiv wäre, keinen Zusammenhang zur WM-Bewerbung zu sehen. Ob man deswegen sagt, die WM sei gekauft worden, hängt auch davon ab, wie man Korruption definiert. Allfällige Irregularitäten will der Fifa-Ermittler Michael Garcia noch 2014 aufklären. Wenn man bei heutigem Wissensstand ein Fazit ziehen wollte, wäre es dieses: Katar hat sehr, sehr viel investiert in die WM, finanzielle und auch politische Mittel.
Vielleicht ist es also nur der Zynismus, der in der WM auch Chancen sieht. Die Chance, dass sich die westliche und die arabische Welt wenn nicht näherkommen, so doch kennenlernen. Und die Chance, dass sich das kleine Katar, das sich der Beurteilung durch den Westen stellt, keine Verfehlungen mehr erlauben darf, wenn es Bedeutung erlangen will.
Der Amnesty-International-Bericht über die Lebensrealität der Arbeitsmigranten in Katar hat Ende 2013 auch darum Aufsehen erregt, weil er mit dem Schlagwort Fussball-WM versehen war. Einige der renommiertesten Medien Europas redeten von «skandalösen Verhältnissen auf WM-Baustellen», obwohl die Pläne des ersten WM-Stadions zu dem Zeitpunkt nicht einmal vorgestellt waren. Die erste mit der WM zusammenhängende Anlage geht erst dieser Tage in Bau. Westliche Unternehmer erledigen in Katar seit Jahren noch so gerne Bauaufträge, ohne dass sie oder ihre Regierungen die Stimme erhoben hätten, und in anderen Golfstaaten, wo die Arbeitsbedingungen nicht besser sind, wird es so weitergehen. In Katar hat den WM-Organisatoren immerhin die Zusicherung abgerungen werden können, dass sie sich des Problems annehmen. Man wird sehen, was das hilft.
Der Mann, der das Versprechen abgegeben hat, heisst Hassan al-Thawadi. Er ist der WM-Chef, ein eloquenter Gentleman, der das Spiel der Diplomatie zu beherrschen scheint. Denn wenn man manchmal auch den Eindruck hat, dass ihn der einseitige Blick auf sein Land ärgert, so schafft er es doch, einem das Gefühl zu geben, Bedenken und Kritik ernst zu nehmen. Gleich wie andere Figuren des katarischen Sports, die sich zu Gesprächen bereit erklären. Zum Beispiel Abdulla al-Mulla, der Kommunikationschef der Handball-WM 2015. Oder Khaleel al-Jabir, der Sportchef des nationalen olympischen Komitees. Oder Nasser al-Khater, der Marketingchef der Fussball-WM. Wobei das Treffen mit Abdulla al-Mulla weniger lang dauert als erhofft. Er sagt, er würde lieber den Chef reden lassen, Scheich Joaan bin Hamad al-Thani, aber leider sei seine Exzellenz, ein Bruder des Emirs, gerade nicht im Lande, ob man wohl länger bleiben könne. «Wir bezahlen auch alle Auslagen.»
Länger bleiben? Geht nicht.
«Dann kommen Sie später wieder, und wir bezahlen alles. Oder Sie kommen 2015 zur WM, und wir bezahlen alles. Sie hören von mir. Oder vom Büro seiner Exzellenz. Wollen Sie morgen mit mir an einer Diskussionsrunde auf al-Jazira teilnehmen? Die Sicht des Westens vertreten? Es geht um die Fussball-WM.»
In den Tagen darauf werden E-Mails hin- und hergeschickt, aber das TV-Gespräch ist natürlich kein Thema mehr. Und zur Audienz bei seiner Exzellenz kommt es nicht. Der Grund bleibt unklar. Wie so vieles im Emirat, das auch nach einem Aufenthalt mit vielen Begegnungen voller Rätsel ist, eine Mischung aus Faszination und Bedenken. Voller Fragen, die nur die Zeit klären wird, vielleicht bis 2022. Fragen wie diese: Führt die Wucht, mit der Katar Ideen umsetzt, ins Paradies - oder ins Nichts? Sie schwebt über allem. Und kann auch auf jener Ebene von Entscheidungsträgern nicht beantwortet werden, die völlig unergründlich bleibt, sogar für Expats, die lange in hohen Positionen in Katar tätig sind, wie Tilman Engel sagt, der heute Firmen beim Markteintritt in Katar berät. Es ist die Ebene des Al-Thani-Clans, an der Macht seit 1850. Die Ebene, die von einer anderen Zukunft träumt als der, die wahrscheinlich scheint.
Der Druck wird grösser
Wahrscheinlich ist, dass es Katar schwerfallen wird, die zentrale Hürde der «Qatar National Vision 2030» zu überwinden - die der geringen Einwohnerzahl. In jüngster Zeit wird zwar die sogenannte Katarisierung beschworen, die der Angst vor Überfremdung entgegenwirken und dafür sorgen soll, dass die Katarer die Expats ablösen, sobald sie genug von ihnen gelernt haben. An der Qatar University, an der Englisch anderthalb Jahrzehnte lang die erste Sprache war, haben Institute die Vorgabe erhalten, alle Vorlesungen wieder auf Arabisch durchzuführen. Auch jene von Expats. Die Sportabteilung ist noch nicht betroffen, aber Ruben Goebel, der deutsche Assistenzprofessor, sagt: «Das kann jeden Moment über uns hereinbrechen.» Und auch im Sport findet eine Art Katarisierung statt. Das Land, das wie alle Golfstaaten eigentlich keine Einbürgerungen kennt, ist von der Praxis abgekommen, exzessiv ausländische Sportler mit katarischen Pässen und arabischen Namen auszustatten. Das Vorgehen ist zu sehr in die Kritik internationaler Sportverbände geraten.
Aber was ist der nächste Schritt? Was, wenn die Vision an der Realität zerschellt? Ist Katar dann wieder bloss ein Zipfelchen Erde, das in den Persischen Golf ragt?
Geräusche aus der Küche. Im Fernsehen die Wiederholung des Fussballspiels. An der Réception eine junge Frau, der immerfort die Augen zufallen. Und auf dem Salontisch eine Ausgabe der «Doha News», zerfleddert, deren Frontaufmacher davon handelt, dass Dubai, die Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Zuschlag für die Weltausstellung 2020 erhalten habe. Und im Kommentar nebenan steht, der Druck auf Ad-Dauha werde dadurch nur grösser. Noch grösser.
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ehc chloote - alles idioote

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Zitat von Larry
Es ist bei weitem nicht alles so rosig wie Du das siehst!
das weiss ich natürlich auch. aber wenn alle in canepa nur noch das negative sehen, dann tut doch so ein advocatus diaboli (der diskussion) ganz gut.
es ist schon so, dass sich canepa im moment mit eher schwachen charakteren umgibt (ausser urs meier). vor allem der sportchef scheint nur eine marionette zu sein. urs meier war übrigens im sportlichen bereich schon eine ziemlich entscheidende figur beim aufbau der academy.
aber der eingeschlagene weg könnte durchaus erfolgreich sein. mir ist jedenfalls lieber, man versucht etwas nach einem klaren konzept und zieht das auch einige saisons durch, als dass man jährlich den präsi und die ausrichtung wechselt. und eines ist gewiss: egal welches konzept man wählt, egal wer präsi ist, geld ist in zürich eigentlich zu wenig vorhanden für einen fussball spitzenverein. ausser ein mateschitz übernimmt den laden. aber das wäre das zweitletzte nach einer fusion das in frage käme.
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Zitat von larlf
guet, dass der Ausbildner zum langfristigen Cheftrainer wird, das ist nicht alltäglich. Aber dass die Junioren dasselbe Konzept wie die 1. Mannschaft spielen sollen, das sollte heute eigentlich der Normalfall sein (und das meinte ich damit). Das hätte eigentlich seit dem Erfolg von Barcelona jeder merken und umsetzen sollen (zumindest versuchen).
dieses konzept wurde schon vor über 40 jahren von ajax entwickelt und so erfolgreich umgesetzt, dass sie jahrelang eine europäische sptizenmannschaft waren.
wie willst du das aber in der schweiz umsetzen, wo die trainer im schnitt nach (gefühlten) 10 monaten den verein verlassen und die nachfolgelösung jeweils von extern beigezogen wird?
gut, ich hab da einen vorschlag: man könnte es so machen wie es der fcz im moment macht...
vielleicht begreifst du jetzt langsam was mich am eingeschlagenen (sportlichen) weg des fcz fasziniert...
ob's aufgeht weiss niemand, aber ein versuch ist es mehr als wert! besser jedenfalls als in 10 jahren 15x den präsi und eben soviel mal das konzept zu wechseln...wie die kollegen aus...du weisch scho wer ich mein :razz: -
Zitat von Simms
Das stimmt zwar grundsätzlich und ich denke niemand will einen Präsident wie Dosé. Was aber nicht stimmt, ist, dass nur 2 Vereine in der Schweiz dies so handhaben. St. Gallen hat nach dem Desaster vor ein paar Jahren gelernt. Wie man bspw. auch jetzt bei Matthys sieht: Einer ihrer bester Spieler hat einen auslaufenden Vertrag und man gibt ihm trotzdem nicht mehr Geld, weil man einfach nicht mehr hat. Oder Thun. Die haben zwar beide sportlich weniger Erfolg als Zürich, aber auch (viel) weniger Defizit als Zürich.
damit meinte ich vor allem die transparenz, seriös arbeiten mittlerweile auch andere. aber versuch mal bei yb oder dem fcsg das budget des fussballclubs rauszufinden! ein ding der unmöglichkeit, weil die vereine in etwa 5 ag's verschachtelt sind, welche sich gegenseitig rechnung stellen und auch geld zuschieben. gibts am ende gewinn oder verlust ist für aussenstehende nicht nachvollziebar ob jetzt die stadion ag oder der fc dafür verantwortlich ist. beim fcz hast du von den junioren über die stadionmiete bis zur ersten mannschaft eine buchhaltung. budget, gewinn, verlust sind jeweils sofort ersichtlich.
Zitat von SimmsNaja, also der FCZ war 2009/2010 in der Champions League. Also vor genau 5 Jahren. Seit dort waren die ausserordentlichen Einnahmen: 17 Mio. aus der Cl, 10.5 Mio. aus dem Rodriquez Transfer und nochmals 5.5 Mio. aus dem Mehmedi Transfer. Gibt 33 Mio. Wenn man dieses ganze Geld in 4 Jahren schon weg hat (sonst hätte man ja letztes Jahr nicht nochmals fast 10 Mio. reinpumpen müssen), kann durchwegs von Verpulvern die Rede sein. Oder es wurde zumindest überhaupt nicht seriös gearbeitet. Denn solche Einnahmen, auch von den Transfers her, sind auch mit der besten Jugendabteilung nicht immer möglich. In den nächsten 2-3 Jahren wird es ausser evtl. Benito keinen Spieler geben, der wirklich gross Geld einbringt. Sprich, wenn man nicht spart, dürfte Canepa die nächsten drei Jahre nochmals etwa 20 Mio. in den Club einwerfen.
würde mich wundern, wenn aus den transfereinnahmen mehr als 10 prozent in der fcz kasse gelandet wären. wie allgemein bekannt, werden bei den kapitalaufstockungen jeweils transferrechte vergeben...natürlich wurde im cl jahr und das jahr danach das budget auf 25 millionen aufgebläht obwohl kaum mehr einnahmen als heute generiert wurden. da aber das ziel die wiederholung der cl war, kann man es geld verpulvern, aber auch investition nennen. auch der fcb hat ohne cl ein "strukturelles defizit" von 10 millionen. da redet niemand von geld verpulvern. aber genau dieses missverhältnis zwischen aufwand und ertrag wird ja im moment von canepa mit aller kraft korrigiert. und somit ist der verursacher des überhöhten budgets, auch dessen sanierer. normalerweise stehlen sich solche leute aus der verantwortung und machen einen abgang!
p.s. mathys wäre ein sehr guter transfer!
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sollte das so stimmen wie von zaugg in der nordwestschweiz/limmattaler zeitung vom 24.12. geschrieben, dann kostet der forster transfer den hcd ziemlich genau 10 millionen sfr.! und dass gönn ich dem hcd von herzen...
vielleicht ist diese ohrfeige auch der hauptgrund, dass wilderer aus dem landwassertal sich in den letzten jahren nicht mehr an spielern aus laufenden verträgen bedienten...Die Provokation, die Davos Millionen kostet
Spengler Cup Der HC Davos muss zehn Jahre lang 880'000 Franken ins Unterland überweisen - es ist die Quittung für den Transfer von Beat Forster
Die Hockey-Klubs für die Spengler-Cup-Meisterschaftspause in der Alt jahrswoche entschädigen? Das schien fast hundert Jahre lang undenkbar. Schliesslich ist der Spengler-Cup die bestmögliche Hockey-Werbeveranstaltung. Davon profitieren alle. Polemik gegen den Meisterschaftsunterbruch hat es zwar immer wieder gegeben. Die Hunde im Unterland bellten oft und laut. Doch die Spengler- Cup-Karawane zog weiter. Von Jahr zu Jahr. Und füllte dem HC Davos die Kasse.
Die Vermarktungsfirma IMG bezahlt dem HCD für die Werberechte noch bis und mit 2014 rund 2,3 Millionen Franken im Jahr. Zusätzlich darf der HCD alle Matcheinnahmen behalten. Ab 2015 werden die Davoser die Vermarktung des Turniers selber übernehmen und hoffen, den Spengler-Cup-Gewinn auf über 3 Millionen steigern zu können. Aber: 2013 müssen sie schon zum zweiten Mal 880 000 Franken an die Klubs im Unterland weitergeben. Das ist Geld, das in Arno Del Curtos Transfer-Kriegskasse fehlt.
Eine Lawine losgetreten
Dass der HCD die anderen Klubs am Spengler-Cup-Geldsegen beteiligen muss, liegt an einem Transfer. Viele historische Ereignisse werden durch eine einzelne, eigentlich un bedeutende Episode ausgelöst. Der Historiker wird etwa das Attentat von Sarajewo nennen, das den 1. Weltkrieg ausgelöst hat. Oder den Fenstersturz zu Prag, der 1618 den Dreissigjährigen Krieg auslösen sollte. In der Spengler-Cup-Geschichte gibt es eine Episode, die eine ganze Lawine losgetreten hat und den HCD in zehn Jahren mehr als 8 Millionen Franken kostet. Sie beginnt, wie zuverlässige Gewährsleute berichten, an einem Sonntag vor fünf Jahren. Am 7. Dezember 2008. ZSC-Manager Peter Zahner bekommt gegen Abend eine SMS-Botschaft von seinem Nationalverteidiger Beat Forster. Forster will seinen Chef am Montag im Büro sprechen.Am Montag eröffnet Forster dem verblüfften ZSC-General, er werde sofort zum HCD wechseln. Trotz weiterlaufendem Vertrag. Zahner sagt Forster, ob er denn wisse, dass in diesem Falle eine Transfer-Strafsumme von über einer halben Million fällig werde. Und dann, so wird berichtet, habe Forster den Satz gesagt, der den HCD über 8 Millionen kosten wird. Der Nationalverteidiger sagt leichthin: «Kein Problem. Das ist schon geregelt.» Darauf angesprochen, erinnert sich Peter Zahner noch sehr genau an diese Episode. «In diesem Augenblick ist mir klar geworden, dass in Davos sehr, sehr viel Geld vorhanden ist.»
Zahner rächt sich
Zum sportlichen Neid – der HCD hat die Meisterschaften von 2002, 2005 und 2007 gewonnen – kommt nun die Erkenntnis, dass in Davos oben offensichtlich mit dem Spengler-Cup sehr viel Geld verdient wird. Und der Spengler-Cup ist nur möglich, weil im Unterland alle, auch die ZSC Lions, freiwillig den Spielbetrieb einstellen. Als Dank dafür wirbt der HCD nun im Unterland Spieler aus laufenden Verträgen ab.Beat Forster wechselt dann tatsächlich sofort zum HC Davos und die Straf-Transfersumme beträgt letztlich über eine Million. Hätte Forster auf diese Weise den SC Bern oder Zug oder Kloten verlassen, wäre wahrscheinlich nichts mehr passiert. Aber ZSC-Manager Peter Zahner war vor seiner Tätigkeit bei den ZSC Lions lang jähriger Verbandsdirektor. Er kennt den politischen Fuchsbau der Liga und des Verbands wie seine eigene Hosentasche. Zudem ist ZSC-Präsident Walter Frey ob Forsters Treuebruch aufgebracht.
An diesem 8. Dezember 2008 beschliesst Peter Zahner, sich zu rächen. Er macht sich an die Arbeit. Nach und nach überzeugt er alle wichtigen Klubgeneräle davon, dass beim HC Davos Geld zu holen ist. Dass der HCD für die Meisterschaftspause der National League A in der Altjahrswoche bezahlen soll.
Nach vier Jahren gibt der HCD auf
Die Davoser unterschätzen Peter Zahners Beharrlichkeit. Es gelingt dem ZSC-General auch, den HCD politisch zu isolieren. Die Davoser bekommen vom Verband keinerlei Rückendeckung. Vier Jahre später ist es so weit. Im Frühjahr 2012 muss der HCD das Handtuch werfen und den «Knebelvertrag» unterschreiben: Jedes Jahr müssen bis 2022 insgesamt 880 000 Franken ins Unterland überwiesen werden für die Klubs und als Entschädigung für die Freistellung von Spielern, die am Turnier teil nehmen.Auch die Aufstockung des Turniers, die einem zweiten NLA-Team die Teilnahme ermöglicht, kann die Klubgeneräle nicht mehr umstimmen. HCD-Präsident Gaudenz Domenig erklärt im Rückblick, warum es gar keine andere Möglichkeit gab, als zu kapitulieren: «Wir hätten pokern und die Forderungen der Liga ignorieren können. Dann hätte es keine Meisterschaftspause mehr gegeben und das hätten wir verkraften können. Aber wir durften die TV-Übertragungen nicht riskieren. Deshalb haben wir eingelenkt.»
Den Feldzug gegen den HC Davos konnte nur Peter Zahner mit der Unterstützung seines zornigen Präsidenten Walter Frey führen. Selbst SCB-General Marc Lüthi wäre es nicht gelungen, die Liga gegen den HCD in Stellung zu bringen. Deshalb darf behauptet werden: Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit würde der HCD heute noch keinen Rappen ins Unterland überweisen, wenn Beat Forster mit seinem Transfer zur Unzeit und seiner frechen Bemerkung Peter Zahner nicht provoziert hätte.
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Zitat von larlf
Zum sportlichen Konzept: gibt es heute wirklich noch Profiklubs, die das von Dir erwähnte nicht machen?
eine breite juniorenabteilung und die talentiertesten davon in die erste mannschaft einbauen, dass wollen wirklich fast alle. einige machen das sogar.aber den mann zum cheftrainer zu machen, welcher über ein jahrzehnt einer der hauptverantwortlichen des aufbaus der eigenen (und sehr erfolgreichen) academy war und somit sein gesamtes sportliches gedankengut und konzept von den kleinsten junioren bis hin zur ersten mannschaft umzusetzen, dass macht hingegen niemand in der schweiz. zumindest nicht im profifussball.
dieses konzept fasziniert mich! es ist (wahrscheinlich) sogar die einzige möglichkeit für einen club mit finanziell beschränkten mitteln immer zwischen vorderem mittelfeld und ab und zu an der spitze mitzuspielen.
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Zitat von Simms
Waren die Defizite zu Hotz Zeiten auch schon so hoch?
ja, waren sie! aber es gibt nur 2 vereine in der schweiz die heutzutage ihre buchhaltung absolut seriös und transparent führen: fcb und fcz. darum erfährst du heute auch von jedem rappen verlust (beim fcb von jedem rappen gewinn....). der verlust beim fcz (auch gerne strukturelles defizit genannt) wird hauptsächlich durch kapitalaufstocken der ag aufgefangen. wobei die canepas halt am meisten aktien kaufen, ist nicht wirklich verboten...einige kilometer ausserhalb von zürich gibt es einen fussballclub, bei dem der präsi über die köpfe des vorstandes hinweg transfers tätigte, für welche das geld nie vorhanden war. als der vorstand das realisierte, war der präsi über nacht geschichte, zumal der präsi weder eigenes noch fremdes geld in den club einbrachte bzw. einbringen konnte! wollt ihr so einen präsi? vor jahren hatte der selbe verein schon mal so einen präsi, der hinterliess dem verein - je nach quelle - zwischen 20-35 millionen franken schulden. obwohl dieser verein in seiner ära sportlich äusserst erfolgreich war und alles gewann was man in der schweiz gewinnen konnte und mehrmals in der cl war: nein, auch so einen präsi will ich nicht!
Zitat von SimmsIch denke, wenn man in kürzester Zeit die ganzen CL-Einnahmen verpulvert hat und dieses Jahr nahezu einen zweistelligen Betrag einzahlen musste, dann kann das trotzdem langfristig nicht gut gehen.
welcher idiot hat eigentlich die mär in die welt gesetzt, dass das cl geld verpulvert wurde? die rechnung ist ganz einfach: netto blieb nach dem cl abenteuer ein betrag von etwa 17 millionen sfr. das bereits erwähnte "strukturelle defizit" beträgt jedes jahr ca. 5 millionen sfr. die cl millionen waren nach exakt 3 saisons aufgebraucht. anstatt kapitalerhöhungen mussten die cl millionen das jährliche defizit decken. nicht mehr und nicht weniger. die selben rufer, welche den verlust des cl geldes beklagen mockieren sich heute darüber, dass canepa an jeder ecke spart und somit das defizit minimieren will...ja was jetzt? jedenfalls wird der fcz unter canepa nie illiquid werden oder gar konkurs gehen. auch werden unter ihm keine finanziellen leichen im keller auftauchen. dass er als mensch polarisiert ist eine anderes thema...sollten neue kräfte, etwa um den ex city boy gregi greber, den verein übernehmen, dann adieu seriöses wirtschaften! dann werden einige ihr blaues wunder erleben. garantiert!
nochmals: wenn der fcz sein sportlich eingeschlagenes konzept die nächsten jahre durchzieht und der fcz (als vielleicht erster verein in der ch) endlich davon abkommt, nach drei niederlagen in serie sofort immer die trainerfrage zu stellen, dann kann der club einiges erreichen. die nummer 3 im land, hinter basel und yb, darf durchaus das ziel sein. das man in der trainerfrage auf dem richtigen weg ist, hat der vorstand diesen herbst eindrücklich bewiesen. möchte nicht wissen wie viele trainer in der ch das 5:1 in aarau überlebt hätten!
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Zitat von Champs-de-Mars
Und dann muss er auch noch zum Blick rennen mit dieser Story. Aber eben, wenn man die Canepa's schon lange auf dem Kieker hat, dann kommen solche Banalitäten genau richtig.
kritisieren kann man immer. aber folgendes ist fact:- wirtschaftlich überlebt der fcz momentan in der nla nur dank den canepas (da würde ich mir auch einige finanzielle rechte an spielertransfers zusichern lassen...)
- seit die canepas das sagen haben holte der fcz 3 meistertitel (ok, 2 1/2: der erste trägt noch ein wenig die handschrift von sven hotz), wurde 1x zweiter, 1x dritter, 1x vierter, 1x sechster und 1x siebter. in diesen jahren hatte der fcz einen zuschauerschnitt zwischen 9'829 und 12'186.
- der stadtclub war in der canepa ära 1x in der champions league dabeisven hotz hatte in über doppelt so vielen jahren nicht annähernd eine solche bilanz. diese wird nur von edi nägeli übertroffen, aber das waren ganz andere zeiten.
der fcz ist sportlich nicht schlecht unterwegs im moment. die leistungskurve zeigt klar nach oben und die tabelle ist sehr eng...das eingeschlagene konzept von den junioren bis zur 1. mannschaft gleich zu spielen und zu trainieren wird nachhaltig erfolgreich sein. urs meier ist der richtige mann/cheftrainer dafür. er hatte kurzfristig grossen erfolg in der letzjährigen rückrunde und hat diesen herbst bewiesen, dass er mit der mannschaft auch aus einer sportlichen krise finden kann. dafür brauchts aber rückhalt vom vorstand und den hat(te) er.
der fcz wird mit seinen möglichkeiten nie zum fc basel aufschliessen können, aber ihn dann und wann eine saison lang ärgern liegt durchaus drin.
